#121

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 28.07.2009 07:16
von CaptnDelta (gelöscht)
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Bezueglich FotoPorst ist die Autobiographie von Markus Wolf (MfS/HVA-Chef) recht interessant.

-Th


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#122

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 28.07.2009 08:56
von karl143 (gelöscht)
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Zitat von CaptnDelta
Bezueglich FotoPorst ist die Autobiographie von Markus Wolf (MfS/HVA-Chef) recht interessant.

-Th

Kannst du wenigstens mal einen Hinweis geben, inwieweit PhotoPorst im Leben von Markus Wolf eine Rolle spielt. Diese lose Anmerkung von dir bringt uns nicht so recht weiter, danke.


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#123

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 28.07.2009 09:00
von harry (gelöscht)
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hier steht was dazu: http://kl.am/1Lbh


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#124

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 28.07.2009 09:09
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von karl143
Zitat von CaptnDelta
Bezueglich FotoPorst ist die Autobiographie von Markus Wolf (MfS/HVA-Chef) recht interessant.

-Th

Kannst du wenigstens mal einen Hinweis geben, inwieweit PhotoPorst im Leben von Markus Wolf eine Rolle spielt. Diese lose Anmerkung von dir bringt uns nicht so recht weiter, danke.

Muss ich bei Gelegenheit mal die entsprechenden Bilder/Seite aus dem Buch einscannen, in der Zwischenzeit mal nur dieses oder jeniges.

-Th


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#125

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 03.08.2009 07:50
von S51 | 3.733 Beiträge

Der 1/S stand bei uns ganz allgemein im Ruf auch gerne mal einen Anschi... zu organisieren. Das ist so absolut zwar sicher nicht korrekt. Schließlich war der 1/S so etwas wie die militärische Abwehr oder der Staatsschutz. Aber es war schon verblüffend, wie schnell die Retourkutsche kam, wenn es einen Anlaß gab. Wir haben vermutet, dass die Truppe in solchen Fällen zur Meldungsübermittlung Wege, wie Funkstrecken o.ä. genutzt hat, von denen sie wussten, dass dort mitgehört wurde.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#126

DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 03.10.2009 13:12
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Hallo allen.
Ich kam zufällig auf diese Seiten und finde sie sehr Aufschlußreich,somal nicht übertrieben berichtet wird (was ich bisher gelesen habe).Aufarbeitung sollte immer ehrlich sein.

Da ich selber 18 Monate Pflichtwehrdienst am Kanten in Thüringen (nähe Abschnitt 10 wo Weinhold die Grenzer Seidel und Lange hinrichtete)machte existieren von mir auch irgendwo Fotos bei irgend einem BGS-Mann. Aber der winkte danach noch (wir verkniffen uns das zurückwinken aus Angst,war strengstens Verboten)und es kam mir auch so vor als wenn er mehr aus Privatem Interesse Fotografierte als Erinnerung oder so.Allgemein wurde viel Fotografiert vom BGS,wo sollte man so viele Fotos Arschivieren?Unsere GAK fotografierten auch ewig und immer.Ich glaube auch diese Fotos wurden vernichtet wenn nichts verwertbares bei war.
Übrigens hatte ich Glück nicht all zu oft raus zu müßen,da ich Schloßer der KMS war.
MfG,EK 82/2


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#127

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 21.11.2009 19:09
von Freedom (gelöscht)
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Zitat von Udo
Ich würde es mit dem Satz: "Ich hatte keinen Bock und keinen Grund die DDR zu verlassen." zusammenfassen.
Gruß
Udo




Ich meine er hatte eventuell eine Riesenangst vor der Selbständigkeit gehabt. Angst vor das harte Leben in der BRD. Jeder vernünftige der klar im Osten denken konnte, wusste das einen keine "gebratenen Tauben" im Schoss fallen würde.


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#128

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 21.11.2009 20:19
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von Augenzeuge
Hallo zusammen,
ich weiß ja nicht ob jemand die beiden kennt, aber einen super Draht zueinander hatten Major Ulrich Schmidt und Reinhard Kilian (BGS), Probstzella und Ludwigsstadt, nach der Wende haben sie sich gleich mit Familie besucht. Sind wohl sogar Freunde geworden.
Aber ich denke, das gab es selten.



Lag an der gemeinsamen Tätigkeit in der damaligen Grenzkommission.

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#129

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 21.11.2009 20:24
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von Pitti53
nein.auch das war für offiziere verboten



Da soll s doch eine Weisung gegeben haben, den Tagesgruß zu erwidern?
Im Abschnitt des GR10 gabs dies ab und an. Auch kleinere Gespräche mit den Angehörigen des westlichen Grenzbehörden.


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#130

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 21.11.2009 20:29
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von Augenzeuge

Zitat von tiroler
Hallo Raiman2!
Ich habe da eine Frage an die Experten.Die Grenzaufklärer standen oftmals dem Zoll,BGS oder auch der Polizei wenige Meter gegenüber.Nun meine Frage :"Haben sich wenigstens die Offiziere untereinander militärisch gegrüsst ?"Der Anstand gebietet es ja.
tiroler


Hallo Tiroler,
obwohl du Rainmen angesprochen hast, denke ich, eine Story könnte dich vorab auch interessieren.
Manchmal kannten sich die Offiziere durch Begehungen der gemeinsamen Grenzkommission. Später, als die Minen weggeräumt wurden, flog bei kontrollierten Sprengungen schon mal ein Gummideckel über die Grenze. Offiziell hätten daraus diplomatische Verwicklungen entstehen können. Kamen aber 2 vernünftige Menschen zusammen, in diesem Fall war es der Offizier des BGS, Reinhard Kilian und der Major der GT, Ulrich Schmidt, die sich hierbei kennengelernt und durch unkonventionelle Handlungen auch schätzen gelernt hatten. Dieser Major Schmidt wies seine "Jungs" an, das ein Grüßen der Gegenseite keinen Westkontakt darstellt. Dem wurde dann auch entsprochen. Deshalb kann es nicht direkt verboten gewesen sein, oder es wurde unterschiedlich gehandhabt.
Später standen sich die beiden am Grenzzaun gegenüber und haben auch mal privat geschwatzt. Über Urlaub und so. Ohne Zeugen natürlich.
Übrigens, am 14.11.89 durften die Grenzer noch nicht in den Westen, die MfSler schon. Der Major gab an den BGS-Offizier Hinweise, wer wer ist. Eine Woche später saß die Familie des Majors bei der Familie des BGS-Beamten im Wohnzimmer in Bayern. Es folgte eine angenommene Gegeneinladung, noch heute sind die beiden Freunde.
So viel zur möglichen Menschlichkeit, die leider oft anders war.
Gruß, Augenzeuge




Hi Augenzeuge,


das gab vor Ort, an die eingesetzten Kräfte der GT einen Protest des BGS/Zoll/BGP und eine Meldung auf dem Dienstweg.
Meist wurde dies noch in der Grenzkommission thematisiert.


Die ersten Angehörigen der GT holten sich bereits am Wochenende (10- 12.11.1989) Ihr Begrüßungsgeld ab.


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#131

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 21.11.2009 20:32
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von Rainman2

Zitat von tiroler
Hallo Raiman2!
Ich habe da eine Frage an die Experten.Die Grenzaufklärer standen oftmals dem Zoll,BGS oder auch der Polizei wenige Meter gegenüber.Nun meine Frage :"Haben sich wenigstens die Offiziere untereinander militärisch gegrüsst ?"Der Anstand gebietet es ja.
tiroler


Hallo tiroler,
einiges dazu war schon gesagt, aber eben auch unterschiedliches. Hier mein Kenntnisstand und unsere Handhabung: Anfang der 80-er Jahre kam es zu einer "leichten Entkrampfung", d.h. der Krampf wurde nur etwas anders. Das führte dazu, dass ich in der Ausbildung an der OHS 1981/82 plötzlich lernte, dass der militärische Gruß von Angehörigen der bewaffneten Kräfte auf dem Boden der BRD zu erwiedern ist. Aber auch nur der militärische Gruß und nichts anderes. Dabei war der Dienstgrad egal. Inwieweit das an die Grenze vordrang, dass es eine solche Regelung gibt, weiß ich nicht zu sagen. Pitti53 schien nichts davon zu wissen. Allerdings war es ja auch manchmal schon eine perfide Form der Geheimhaltung, wenn es nur in eine Dienstvorschrift geschrieben wurde - wer liest das schon?! Für mich hatte diese Regelung allerdings keine praktischen Konsquenzen, da die Leute vom BGS immer nur versuchten mit "Guten Morgen" oder "Guten Tag" zu grüßen. Die Erwiederung darauf war aber zu meiner Zeit nicht gestattet. Und um Deine Frage, tiroler, vollständig zu beantworten: Wir haben nicht zuerst gegrüßt, wir durften nur einen eventuellen militärischen Gruß der anderen Seite erwiedern. Es gab allerdings Offiziere, die für die Aufnahme offizieller Kontakte bestätigt waren. Diese hatten ihre Rede mit dem militärischen Gruß zu eröffnen (kannte ich aber auch nur aus der Ausbildung, nicht aus der Praxis).
ciao Rainman




Ja, das Anlegen der Hand an die Kopfbedeckung sollte/wurde seitens der GT erwiedert.
Dies war üblicherweise an den Grenzübergängen der Fall.
Hier gab es immer wieder abgesprochene Treffen zw. der BGP/Zoll/BGS und der GT.


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#132

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 22.11.2009 19:45
von LEGO | 487 Beiträge

Zitat von Thunderhorse



das gab vor Ort, an die eingesetzten Kräfte der GT einen Protest des BGS/Zoll/BGP und eine Meldung auf dem Dienstweg.
Meist wurde dies noch in der Grenzkommission thematisiert.






Stimmt! Ich erinnere mich!

Das Abwägen, ob man das Teil jetzt ganz einfach und schnell wieder auf DDR-Gebiet kickt oder ob man Protest einlegt und nacher in der Abteilung eine asig lange BV-Meldung mit Papierkrieg und Rückfragen schreibt, dauerte keine 2 Sekunden.

LEGO


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#133

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 22.11.2009 19:55
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von LEGO

Zitat von Thunderhorse



das gab vor Ort, an die eingesetzten Kräfte der GT einen Protest des BGS/Zoll/BGP und eine Meldung auf dem Dienstweg.
Meist wurde dies noch in der Grenzkommission thematisiert.






Stimmt! Ich erinnere mich!

Das Abwägen, ob man das Teil jetzt ganz einfach und schnell wieder auf DDR-Gebiet kickt oder ob man Protest einlegt und nacher in der Abteilung eine asig lange BV-Meldung mit Papierkrieg und Rückfragen schreibt, dauerte keine 2 Sekunden.

LEGO




Ja, haben wir auch meist so gehandhabt. Man bildete einen Kreis, einer mit dem Rücken zur Grenzlinie und der hat dem Gegenstand (meist Werkzeug bei Arbeiten an der BGS-Barierre, einmal eine Sterling-MP, die einen BAOR-Soldaten bei der Einweisung von der Schulter gerutscht war aber ansonsten Kleinkram) dann einen oder mehrere sachte Tritte so gegeben, dass der Gegenstand eben wieder drüben lag. Wichtig war, dass es keine Zeugen gab oder sich jene mal kurz um die Ecke verkrümelten und noch nichts dokumentiert war.
Ist nie rausgekommen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#134

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 22.11.2009 22:21
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von LEGO

Zitat von Thunderhorse

das gab vor Ort, an die eingesetzten Kräfte der GT einen Protest des BGS/Zoll/BGP und eine Meldung auf dem Dienstweg.
Meist wurde dies noch in der Grenzkommission thematisiert.


Stimmt! Ich erinnere mich!
Das Abwägen, ob man das Teil jetzt ganz einfach und schnell wieder auf DDR-Gebiet kickt oder ob man Protest einlegt und nacher in der Abteilung eine asig lange BV-Meldung mit Papierkrieg und Rückfragen schreibt, dauerte keine 2 Sekunden.
LEGO




BV Meldung?

Da hätten manche Streifen, eingesetzt zur Überwachung der entsprechenden Baustellen, des Zoll/BGS/BGP einiges zu tun gehabt.

Eine Doku vor Ort war wünschenswert.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#135

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 23.11.2009 08:13
von LEGO | 487 Beiträge

Zitat von Thunderhorse


BV Meldung?

Da hätten manche Streifen, eingesetzt zur Überwachung der entsprechenden Baustellen, des Zoll/BGS/BGP einiges zu tun gehabt.

Eine Doku vor Ort war wünschenswert.



Da Du ja alles so gut weist, kommentiere ich das mal nicht.


LEGO


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#136

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 23.11.2009 16:37
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Thunderhorse

Zitat von LEGO

Zitat von Thunderhorse

das gab vor Ort, an die eingesetzten Kräfte der GT einen Protest des BGS/Zoll/BGP und eine Meldung auf dem Dienstweg.
Meist wurde dies noch in der Grenzkommission thematisiert.


Stimmt! Ich erinnere mich!
Das Abwägen, ob man das Teil jetzt ganz einfach und schnell wieder auf DDR-Gebiet kickt oder ob man Protest einlegt und nacher in der Abteilung eine asig lange BV-Meldung mit Papierkrieg und Rückfragen schreibt, dauerte keine 2 Sekunden.
LEGO




BV Meldung?

Da hätten manche Streifen, eingesetzt zur Überwachung der entsprechenden Baustellen, des Zoll/BGS/BGP einiges zu tun gehabt.

Eine Doku vor Ort war wünschenswert.




Na ja. Theorie und Praxis.
Die Sache mit der MPi zum Beispiel war am 01.03.1984 am Dreieckigen Pfahl. Der Einsatz unsererseits war nicht geplant. Gegen 10:00 Uhr, mitten im schönsten Nebel, hatte der Dokuposten vom Schanzenauslauf gemeldet, dass auf der Gegenseite anscheinend "großer Bahnhof" sei. Briten in mehr als Zugstärke wären abgesessen. Auf der Füst war einer von uns, er hat den "kleinen Bergalarm" ausgelöst. So kam es, dass ich und noch zwei GAK zusätzlich durch die Kaffeeklappe feindwärts gegangen sind. Wir wurden mit dem P3, der ansonsten die Mittagsverpflegung auf die Füst brachte, nach vorne gebracht und haben, schon feindwärts, gemerkt, dass wir die falsche Tasche erhalten hatten. Statt Fotoapparat, Teleobjetiv und Filmen waren zwei Thermosflaschen mit Tee und Kaffee + Schnitten mit schöner Leberwurst darinnen. Hat gut geschmeckt - Sorry, liebe Füst.
Gegen 10:45 Uhr waren wir vorne. Da hat der BGS gerade Skiausbildung gemacht (23 Mann ohne Waffen), kam bis auf Höhe der GS 978 und von da zurück Richtung Torfhaus. Dann war wieder Nebel, der gegen 11:30 Uhr aufriss (habe extra in meinen Aufzeichnungen noch mal nachgesehen), gerade dann, als die Briten bei uns ankamen. Wir müssen wie die fliegenden Holländer auf sie gewirkt haben denn es gab erst mal ein ordentliches Durcheinander.
Es waren 20 Briten einer Pioniereinheit + BFSO Parker und seinem Fahrer. Bewaffnet mit MPi und FN-Gewehr, diversen Fotoapparaten und Ferngläsern (bzw. umgekehrt). Ganz frische Soldaten, ordentlich erschrocken. Wir dachten schon, jetzt ziehen sie blank.
Schließlich sind sie direkt an der Barierre am dreieckigen Pfahl angetreten und der OSL hat seine Einweisung abgezogen. Danach beim Wegtreten gab es die unter jungen Leuten wohl übliche Hampelei. Dabei rutschte einem Soldaten die MPi herunter und schepperte über die Barierre ganz knapp auf unsere Seite.
Was nun? Zurückholen? Da standen wir.
Ich habe noch nie so einen unglücklichen Blick, wie bei dem Soldaten gesehen während der Rest der Truppe lachte und johlte. Bis es dem BFSO zu viel wurde und er die Truppe abtreten lies. Ihre Fahrzeuge (vier Landrover und ein Transporter) standen etwas abgesetzt am Fahrweg hinter dem B-Punkt.
Wir haben nun beratschlagt. Dokumentieren konnten wir nicht - womit denn. Irgendwie waren wir uns plötzlich einig, haben den Kreis gebildet und laut gesagt, wir müssten erst den Film einlegen. Da war der BFSO plötzlich auch weg. Die MPi bekam ein paar vorsichtige Schubser und lag nun fast genauso wie vorher, nur eben drüben. Noch schnell die Stelle flachgetrampelt und dann war der Brite mit Kamera auch schon wieder da. Das Grinsen vergeß ich bestimmt nicht mehr.
Er hat fotografiert, gegrüßt (wir auch) und weg waren sie alle. Dann erst kam die BGS-Begleitung heran. Ein PM und ein PHWM, sind bis zur Kaffeeklappe noch neben uns her und damit war der Einsatz 12:00 Uhr beendet.
Solche Sachen waren nicht die Regel, sind aber ab und an passiert.
Niemand hat gemeldet. Keinem von uns ist etwas passiert aber die Briten sind mit voller Kriegsbemalung auch nicht mehr bis an die Barierre gegangen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#137

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 23.11.2009 16:45
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge


Zitat von S51

Zitat von Thunderhorse

Zitat von LEGO

Zitat von Thunderhorse

das gab vor Ort, an die eingesetzten Kräfte der GT einen Protest des BGS/Zoll/BGP und eine Meldung auf dem Dienstweg.
Meist wurde dies noch in der Grenzkommission thematisiert.


Stimmt! Ich erinnere mich!
Das Abwägen, ob man das Teil jetzt ganz einfach und schnell wieder auf DDR-Gebiet kickt oder ob man Protest einlegt und nacher in der Abteilung eine asig lange BV-Meldung mit Papierkrieg und Rückfragen schreibt, dauerte keine 2 Sekunden.
LEGO



BV Meldung?
Da hätten manche Streifen, eingesetzt zur Überwachung der entsprechenden Baustellen, des Zoll/BGS/BGP einiges zu tun gehabt.
Eine Doku vor Ort war wünschenswert.



Na ja. Theorie und Praxis.
Die Sache mit der MPi zum Beispiel war am 01.03.1984 am Dreieckigen Pfahl. Der Einsatz unsererseits war nicht geplant. Gegen 10:00 Uhr, mitten im schönsten Nebel, hatte der Dokuposten vom Schanzenauslauf gemeldet, dass auf der Gegenseite anscheinend "großer Bahnhof" sei. Briten in mehr als Zugstärke wären abgesessen. Auf der Füst war einer von uns, er hat den "kleinen Bergalarm" ausgelöst. So kam es, dass ich und noch zwei GAK zusätzlich durch die Kaffeeklappe feindwärts gegangen sind. Wir wurden mit dem P3, der ansonsten die Mittagsverpflegung auf die Füst brachte, nach vorne gebracht und haben, schon feindwärts, gemerkt, dass wir die falsche Tasche erhalten hatten. Statt Fotoapparat, Teleobjetiv und Filmen waren zwei Thermosflaschen mit Tee und Kaffee + Schnitten mit schöner Leberwurst darinnen. Hat gut geschmeckt - Sorry, liebe Füst.
Gegen 10:45 Uhr waren wir vorne. Da hat der BGS gerade Skiausbildung gemacht (23 Mann ohne Waffen), kam bis auf Höhe der GS 978 und von da zurück Richtung Torfhaus. Dann war wieder Nebel, der gegen 11:30 Uhr aufriss (habe extra in meinen Aufzeichnungen noch mal nachgesehen), gerade dann, als die Briten bei uns ankamen. Wir müssen wie die fliegenden Holländer auf sie gewirkt haben denn es gab erst mal ein ordentliches Durcheinander.
Es waren 20 Briten einer Pioniereinheit + BFSO Parker und seinem Fahrer. Bewaffnet mit MPi und FN-Gewehr, diversen Fotoapparaten und Ferngläsern (bzw. umgekehrt). Ganz frische Soldaten, ordentlich erschrocken. Wir dachten schon, jetzt ziehen sie blank.
Schließlich sind sie direkt an der Barierre am dreieckigen Pfahl angetreten und der OSL hat seine Einweisung abgezogen. Danach beim Wegtreten gab es die unter jungen Leuten wohl übliche Hampelei. Dabei rutschte einem Soldaten die MPi herunter und schepperte über die Barierre ganz knapp auf unsere Seite.
Was nun? Zurückholen? Da standen wir.
Ich habe noch nie so einen unglücklichen Blick, wie bei dem Soldaten gesehen während der Rest der Truppe lachte und johlte. Bis es dem BFSO zu viel wurde und er die Truppe abtreten lies. Ihre Fahrzeuge (vier Landrover und ein Transporter) standen etwas abgesetzt am Fahrweg hinter dem B-Punkt.
Wir haben nun beratschlagt. Dokumentieren konnten wir nicht - womit denn. Irgendwie waren wir uns plötzlich einig, haben den Kreis gebildet und laut gesagt, wir müssten erst den Film einlegen. Da war der BFSO plötzlich auch weg. Die MPi bekam ein paar vorsichtige Schubser und lag nun fast genauso wie vorher, nur eben drüben. Noch schnell die Stelle flachgetrampelt und dann war der Brite mit Kamera auch schon wieder da. Das Grinsen vergeß ich bestimmt nicht mehr.
Er hat fotografiert, gegrüßt (wir auch) und weg waren sie alle. Dann erst kam die BGS-Begleitung heran. Ein PM und ein PHWM, sind bis zur Kaffeeklappe noch neben uns her und damit war der Einsatz 12:00 Uhr beendet.
Solche Sachen waren nicht die Regel, sind aber ab und an passiert.
Niemand hat gemeldet. Keinem von uns ist etwas passiert aber die Briten sind mit voller Kriegsbemalung auch nicht mehr bis an die Barierre gegangen.




Einem Beamten flog das Mütze vom Kopf, landete ca. 2 m auf DDR-Gebiet. Die Gak-Streife hob es wortlos auf und legte es am Grenzverlauf ab.
Auch ohne Meldung.


Bei BV bzw. Vorkommnis Grenze ging es um andere Sachen.
Eine BV wärs geworden, wenn die MPi auf DDR-Seite geblieben wäre.

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 23.11.2009 16:47 | nach oben springen

#138

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 23.11.2009 16:49
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von S51
[
Die Sache mit der MPi zum Beispiel war am 01.03.1984 am Dreieckigen Pfahl.



Tschuldigung, ich muss mich berichtigen. Es war der 01.03.1985


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#139

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 23.11.2009 18:55
von EK89/1 | 832 Beiträge

Ja S51 bei uns am Brocken war immer was los


EK89/I
09/87-01/88 GAR5 Potsdam,GAK 7
01/88-04/89 7.GK "Lutz Meier" Schierke
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#140

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 23.11.2009 19:37
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von EK89/1
Ja S51 bei uns am Brocken war immer was los


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Da ist auch heute noch was los,wenn man mit S51 dort auf Wanderschaft ist.


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