#21

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 14.10.2012 19:51
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Wir hatten Angolaner und Mosambikaner in der Firma. Von denen hat sich keiner einen Anwärtertitel auf den "Held der Arbeit" erschuftet. Die mussten auf Durchschnittslohn gesetzt werden, da es mit dem Akkordlohn sonst zu wenig gewesen wäre. Die haben auch einen Führerschein machen können. 100-120h im Schnitt brauchten die für die Prüfung. Da war mein Fahrlehrer zufrieden, das ich mit 3h bis zur Prüfung seinen Durchschnitt sichtlich verbessert habe.
Polen waren bei uns auch als Fremfirma zur Installation von Lüftungsanlagen eingesetzt. Die haben sehr gut verdient und haben jede Woche ihre Einkäufe nach Polen geschafft. Da hat sich jeder gesund gestoßen. Nach Polen gingen Schlagersüßtafeln, Gummibären, Gelatine, Salami usw. und auf der Rücktour Jeans, modische Kleidung, Modeschmuck, Digitaluhren und Elektronik.
Die Vietnamesen haben sich als erstes eine Nähmaschine gekauft und Jeans genäht. Auch im Computerhandel waren viele geschäftlich erfolgreich. Fahrräder und deren Ersatzteile und Simsons, sowie Nähmaschinen wurden dann nach Vietnam gesendet.

Von einer Benachteilung und Ausnutzung ausländischer Arbeitnehmer in der DDR habe ich nichts mitbekommen. Nach meiner Einschätzung und persönliche Erfahrung würde ich eher von einer Vorzugsbehandlung sprechen.


nach oben springen

#22

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 14.10.2012 20:00
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Also ich möchte mal dazu sagen.Die Vertragsarbeiter die ich persönlich kennengelernt habe,die in der DDR gearbeitet haben.Ob auf der Werft,im Überseehafen und später im Betrieb von der Reichsbahn.Die haben genauso am 15.oder 25.ihren Lohn erhalten wie wir auch.Und Schuften ist wohl ein schlechter Ausdruck-denn sie machten ihre Arbeit genauso wie jeder andere auch und fuhren selbst mit auf Montage.Also nun nicht den Eindruck erwecken lassen und alles auf die ehm.DDR im ganzen beziehen .Und der Ausdruck Schuften---das kommt hier rüber,als ob die Vertragsarbeiter Zwangsarbeit geleistet haben.Nebenbei mal ne Frage--mussten die Türken und Spanier in der alt BRD auch schuften.?
Ich würde eher sagen,man hat sich sein Brot schwer erarbeitet.


nach oben springen

#23

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 14.10.2012 20:57
von DoreHolm | 7.694 Beiträge

#20, ek40, erstmal möchte ich mich entschuldigen, daß ich Deinen Beitrag nur überflogen habe und nicht richtig gelesen hatte und das mache ich jetzt genauso öffentlich, wie Du mich hier abgekanzelt hast. Nichts für ungut, ich bin halt nicht so empfindlich.



nach oben springen

#24

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 14.10.2012 21:12
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von DoreHolm im Beitrag #23
#20, ek40, erstmal möchte ich mich entschuldigen, daß ich Deinen Beitrag nur überflogen habe und nicht richtig gelesen hatte und das mache ich jetzt genauso öffentlich, wie Du mich hier abgekanzelt hast. Nichts für ungut, ich bin halt nicht so empfindlich.

Das hat nichts mit abkanzeln und Empfindlichkeiten zu tun @DoreHolm,wir sollten nur bei der Realität bleiben und genau lesen,bevor man auf andere losgeht.(Ich schließe mich da mit ein.)
Damit ist diese Angelegenheit für mich erledigt.

ek40


nach oben springen

#25

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 14.10.2012 21:18
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zum Thema ist auch folgendes Buch ganz interessant:
Landolf Scherzer, "Die Fremden. Unerwünschte Begegnungen und verbotene Protokolle", 2002: ein Buch über die Situation von Gastarbeitern in der DDR und ihr Schicksal in den neuen Bundesländern sowie über Fremdenhass im gegenwärtigen Deutschland.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

nach oben springen

#26

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 14.10.2012 21:35
von Jackson | 102 Beiträge

Das ist richtig, nach Ablauf sind die meisten wieder gegangen, haben aber soviel mitgenommen, wie sie tragen konnten bzw. in den Container passte. Vom Lampenschirm bis zur ETZ. Gerade die Cubaner waren da sehr emsig. 88 in Berlin auf Montagen wohnten welche bei uns mit im Block. Das war jedes mal ein Spektakel wenn die weg sind.

Das Wort Fidschi hatte sich halt eingebürgert, wurde damals aber eigentlich weniger als Schimpfwort gehandelt.
Bei uns hällt sich der Begriff aber immer noch hartnäckig. Mittlerweise werden sie aber auch oft als Vietkong bezeichnet



nach oben springen

#27

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 14.10.2012 21:49
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Jackson im Beitrag #26
Das ist richtig, nach Ablauf sind die meisten wieder gegangen, haben aber soviel mitgenommen, wie sie tragen konnten bzw. in den Container passte. Vom Lampenschirm bis zur ETZ. Gerade die Cubaner waren da sehr emsig. 88 in Berlin auf Montagen wohnten welche bei uns mit im Block. Das war jedes mal ein Spektakel wenn die weg sind.

Das Wort Fidschi hatte sich halt eingebürgert, wurde damals aber eigentlich weniger als Schimpfwort gehandelt.
Bei uns hält sich der Begriff aber immer noch hartnäckig. Mittlerweise werden sie aber auch oft als Vietkong bezeichnet


Der zweiter Teil, "was in einen Container passte" entspricht mehr der Realität. Es war genau festgelegt so viel und nicht mehr. Inwieweit darauf Einfluß genommen wurde was im Einzelnen mitgenommen wurde ist mir nicht mehr im Gedächtnis.
Allerdings waren die Container, jedenfalls bei uns hochseetüchtige Holzkisten und auch nicht so groß wie die Heute üblichen großen Container.

Selbst ein heutiger Standardcontainer der kleinen Sorte, ein 20′ Container, fasst immerhin 21 Tonnen Ladung und ich zweifle stark daran das jeder Vertagsarbeiter der DDR 21 Tonnen an Gütern mitnehmen konnte.....

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
Meine erste Jeans
Erstellt im Forum Leben in der DDR von der glatte
81 16.04.2016 21:17goto
von bürger der ddr • Zugriffe: 4460
Reisefreiheit für ungarische Staatsbürger 1988
Erstellt im Forum DDR Zeiten von planchetti
43 27.08.2014 20:49goto
von SET800 • Zugriffe: 2865

Besucher
24 Mitglieder und 63 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Erinnerung
Besucherzähler
Heute waren 1756 Gäste und 110 Mitglieder, gestern 3611 Gäste und 206 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14366 Themen und 557776 Beiträge.

Heute waren 110 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen