#21

RE: Wie hat man als Student in der DDR sein Einkommen erhöht?

in DDR Zeiten 22.07.2011 21:31
von Huf (gelöscht)
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Nun beißt Euch mal nicht an Details fest! Das Wohnzimmer hatte irgendwie diese Maße. Die Wohnung war im 5.Stock, Dachausbau, mit undichtem Dach, Etagenheizung mit Kohle und Koks(wenn man welchen bekam) und nachweislich Stasi-verwanzt. (Bitte kein Neid!).

Ich wollte hier keine Unruhe erzeugen!

VG Huf


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#22

RE: Wie hat man als Student in der DDR sein Einkommen erhöht?

in DDR Zeiten 22.07.2011 21:50
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Schon ulkig wie vom Stipendium auf "schrankwandgerechte Wohnungen" umgeschwenkt wird.

Wenn wir hier schon von Wohnungen sprechen. Nach meinem Studium fing ich in einer anderen Stadt an einer Hochschule als befristeter Assistent an. So sah es der Arbeitsvertrag vor.
"Untergebracht" wurde ich in einem Studentenheim auf dem Hochschulgelände.
Selbiges war eine ehemalige Kaserne von sehr viel früher und die Assistenten waren im Dachgeschoß untergebracht.

Als Student wohnte ich "zwangsweise" bei meinen Eltern da ich am Wohnort studierte. Einen Platz im Wohnheim erhielten nur Studenten welche mehr als 50 km vom Studienort entfernt wohnten.
Im Wohnheim selber, schlicht gesagt chaotische Zustände.
In den ersten Wochen wohnten, jedenfalls in Leipzig 1970 die Studenten in "Notquartieren" in den Messehäusern.
Danach zogen meine Kommilitonen in ein Studentenwohnheim mit sechs Personen in ein Zimmer.
Die Zimmer im Heim waren beim Bau für maximal drei Studenten ausgelegt.
Bei diesen unhaltbaren Zuständen wurden von der Stadt mehrere Wohnblöcke mit normalen Mietwohnungen zur Verfügung gestellt.
So konnten die Studenten mit Beginn des Frühjahressemesters in gut ausgestattete Neubauwohnungen ziehen.
In der Regel teilten sich 5 Studenten eine vollständig eingerichtete (Internatsmäßig) 2 Raumwohnung.
Ich glaube kaum das der Wohnungsstandart (1971), Fernheizung, Einbauküche, Bad ín der damaligen BRD für alle Menschen zugänglich war. Auch dafür wurde von den Studenten ein Umkostenbeitrag von 10 Mark pro Monat verlangt. Die Zimmer waren, nun ja, etwas spartanisch eingerichtet.

Natürlich wurden im Internat wie woanders hier gelesen aus "Protest gegen das System" die wildesten Parties gefeiert.
Diese "Protestfeierei" in der DDR hat mich von der POS über das Studium, die Anstellung an der Hochschule bis Berlin begleitet.

Wie meine Mutter bezüglich Wohnverhältnisse in Ostberlin der 80ger Jahre mal sagte; das würden sich die Türken in W-Berlin nicht bieten lassen! kann ich nicht alles was vor 20, 30, 40 Jahren war aus dem heutigen Blickwinkel und heutigem Wissen und Erkenntnissen betrachten.

Noch etwas sehr persönliches zum Stip.
Eine damalige Kommilitonin; auch Freundin; überlegten ernsthaft ob wir heiraten sollten um die 190 Mark Stipendium pro Person abzufassen. Auslöser war das wir beide finanziell von unseren Eltern kurzgehalten wurden.

Das solche Überlegungen nicht völlig aus der Luft gegriffen waren zeigt sich in einer Situation als ich schon an bewußter Hochschule arbeitete.
Die Tochter unserer Bereichssekretärin wollte, durfte, konnte studieren. Soweit, so gut.
Nun hatte der Chef besagter Sekretärin die glorreiche Idee ihr eine Gehaltserhöhung in Aussicht zu stellen.
Da wir ein gutes persönliches Verhältnis hatten frug sie mich ob sie das annehmen sollte und wie sich das auf das eventuelle Stip ihrer Tochter auswirken würde. Die Tochter hatte einen Studienplatz außerhalb.
Anhand der Unterlagen welche ich hatte habe ich ein wenig rumgerechnet und es ergab sich folgende Situation.
Bei einer Gehaltserhöhung von 30 Mark kam das Ehepaar über die "Freigrenze" wo die Tochter als Untergrenze ein Stipendium von 110 Mark bekommen hätte.
Also lehnte die Sekretärin die Gehaltserhöhung ab.
Der Chef tobte, konnte aber nichts machen. Die Sekretärin hielt dicht und sagte nicht warum sie eine Gehaltserhöhung ablehnte.

Das ist eine Einzelsituation wie ich sie erlebte und nicht zu verallgemeinern.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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