#21

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 07.10.2010 15:26
von Huf (gelöscht)
avatar

@Gilbert, ich nehme Deine Reaktion zur Kenntnis und mache Dir einen ehrlich gemeinten Vorschlag:
Wollen wir beide mal telefonieren? Ich schicke Dir meine Handy-Nr. per PM und Du kannst mich gern zu einer zu vereinbarenden Zeit mit Rufnummern-Unterdrückung anklingeln. Glaube mir, hat man erst miteinander gesprochen, sieht man manchen Anonymimus hier anders.
Gern kannst Du mir hierauf per PM antworten!

Beste Grüße von der Elbe!

Huf


nach oben springen

#22

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 07.10.2010 15:47
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

ich habe kein problem mit dir @huf, aber probleme mit diesen pauschalen aussagen. wir müssen nicht unbedingt telefonieren. ich hatte beim letzten mal aber umsonst auf dich in der osseria gewartet . da hätten wir für ein pläuschchen zeit gehabt...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
nach oben springen

#23

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 07.10.2010 16:06
von Huf (gelöscht)
avatar

Und da war ich leider kurzfristig verhindert. Schade, ehrlich!

Huf


nach oben springen

#24

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 07.10.2010 16:41
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat

Zitat von Alfred
HUF,

Du hast anscheinend keine Ahnung was im Herbst 89 lief.

Den ersten Befehl dass keine Schusswaffen eingesetzt werden unterzeichnete Herr Honecker im Oktober 89, später erfolgte dann noch der Befehl 11/ 89 von Herrn Krenz als Vorsitzender des NVR.

Und wie Du zu der Auffassung kommst, dass einige Herren den Frack voll hatten o.ä. bleibt Dein Geheimnis.


intresannt alfred. das honecker und krenz diese befehle gaben wissen wir. aber hätten sie sie auch gegeben wenn jemand anderes in moskau gesessen hätte. ich habe immer noch sehr gut den 17 juni 1953 in erinnerung.mich würde mal intresieren was gorbaschow und honecker bei ihren treffen am 7 oktober hinter denn kulissen besprochen haben. lg glasi



nach oben springen

#25

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 07.10.2010 17:08
von Alfred | 6.841 Beiträge

Glasi,

Honecker, Krenz und von den Militärs Generaloberst Streletz haben sich dafür ausgesprochen, dass keine Waffen eingesetzt werden.

Gorbatschow wird in der Beziehung bis heute weit überschätzt.


nach oben springen

#26

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 07.10.2010 17:18
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat

Zitat von Alfred
Glasi,

Honecker, Krenz und von den Militärs Generaloberst Streletz haben sich dafür ausgesprochen, dass keine Waffen eingesetzt werden.

Gorbatschow wird in der Beziehung bis heute weit überschätzt.


sorry. ich will nicht nerven. aber was meinst du mit überschätzt. wenn mann das ließt könnte man meinen die udssr hätte keinen einfluß in der ddr gehabt.



nach oben springen

#27

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 07.10.2010 17:54
von Alfred | 6.841 Beiträge

Glasi,

sicher hatte die UdSSR Einfluss auf die DDR.

Aber zu den Ereignissen im Herbst 1989 wird einiges doch recht Gorbatschow - freundlich dargestellt und die Entscheider in der DDR bleiben aussen vor.

Wie sich einiges richtig dargestellt hat, findest Du u.a. in dem Diskussionbeitrag von GO Streletz beim Grenzer - Treffen 2009.


nach oben springen

#28

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 07.10.2010 18:07
von dieter (gelöscht)
avatar

Zitat von Alfred
HUF,

Du hast anscheinend keine Ahnung was im Herbst 89 lief.

Den ersten Befehl dass keine Schusswaffen eingesetzt werden unterzeichnete Herr Honecker im Oktober 89, später erfolgte dann noch der Befehl 11/ 89 von Herrn Krenz als Vorsitzender des NVR.



Hallo Alfred,
du gibst vor Ahnung zu haben. Aber du vergisst scheinbar die Wahrheit- wenn du sie kennen solltest.

Schreib doch mal,was in Honeckers Fernschreiben vom 22.9.89 an die Verantwortlichen in Leipzig stand. Schreib mal, wie er aufräumen wollte, was sie tun sollten...in Leipzig...mit der "Konterrevolution".

Huf hat nicht unrecht, allerdings nur dann, wenn er die letzten Septemberwochen in Leipzig meinen würde.
Dieter


nach oben springen

#29

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 07.10.2010 18:24
von Alfred | 6.841 Beiträge

Dieter,

informiere uns doch einfach was im Telegramm stand, ganz einfach.

Wird sicher einige interessieren.

Glasi,

ich habe Dir mal einen Auszug aus dem Diskussionsbeitrag von GO Streletz rausgesucht:

Beginn Zitat :

"Wie verhielt es sich tatsächlich?

Wer hat von wem welche Befehle erhalten, bzw. wer hat wem welche Bitten vorgetragen?

Egon Krenz und ich haben am 13. Oktober 1989 nach der Beratung mit der Bezirkseinsatzleitung in Leipzig gegen 17. 00 Uhr Erich Honecker den Befehl Nr.:9/89 vorgelegt. Nach der Unterzeichnung meldete ich Erich Honecker, dass der Minister für Nationale Verteidigung befohlen habe, in der jetzigen politischen Situation keine größeren Truppenbewegungen und Truppenübungen der NVA durchzuführen.
Die Gruppe führt aber ihre Übungen mit größeren Truppenbewegungen durch.

Wenn die Truppenteile der Gruppe ihre Kasernen, vor allen Dingen in den Räumen Leipzig/ Dresden/ Potsdam/ Berlin verlassen, kann das zu falschen Schlussfolgerungen führen. Es wäre zweckmäßig, wenn auch die Gruppe in dieser Periode keine größeren Truppenbewegungen durchführt.



Erich Honecker beauftragte mich, den Oberkommandierenden der Gruppe, Armeegeneral Snedkow, zu bitten, nach Möglichkeit in den kommenden Tagen und Wochen keine größeren Truppenübungen durchzuführen.

Am 14. Oktober 1989 habe ich diese Bitte Armeegeneral Snedkow vorgetragen, der für unser Anliegen volles Verständnis zeigt und versicherte, den Nachgeordneten die erforderlichen Weisungen zu geben.
Gleichzeitig brachte er zum Ausdruck, dass die Gruppe immer bereit ist, bei Notwendigkeit den Waffenbrüdern der Nationalen Volksarmee die erforderliche Hilfe und Unterstützung zu gewähren.

Mitte Dezember 1989 war ich zu einer Beratung der Generalstabschefs des Warschauer Vertrages über die Vorbereitung der „Wiener Verhandlungen zur weiteren Abrüstung“ in Moskau.
Der Oberkommandierende der Vereinten Streitkräfte und der Chef des Generalstabes der Sowjetarmee luden mich zu einem 6 Augengespräch ohne Dolmetscher ein.
Beide führenden sowjetischen Militärs äußerten sich wie folgt:
„Genosse Streletz, halte immer engen Kontakt zum Oberkommandierenden der Westgruppe, Armeegeneral Snedkow,
Armeegeneral Snedkow hat die Weisung, die NVA der DDR bei Notwendigkeit, allseitig zu unterstützen.“

Im Buch von Gorbatschow:
„Wie es war – Die deutsche Wiedervereinigung“
finden wir keinen Bezug auf einen Befehl aus Moskau an die Westgruppe.

Hätte es einen solchen Befehl von Gorbatschow gegeben, dann hätte diese Frage in seinem Buch bestimmt einen breiten Raum eingenommen.


Schlussfolgernd kann festgestellt werden:

Die Partei- und Staatsführung der DDR hat den Oberkommandierenden der West-Gruppe, Armeegeneral Snedkow, gebeten, die Truppen nach Möglichkeit in den Kasernen zu belassen.

Von einem Befehl aus Moskau für diese Maßnahme war niemals die Rede."

Ende Zitat.


zuletzt bearbeitet 07.10.2010 18:25 | nach oben springen

#30

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 07.10.2010 18:31
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Wenn ich mich recht erinnere,kam an diesem Abend des 9.10.89 aus Ost Berlin die Anweisung nach Leipzig,das man auf Dialogpolitik schalten wolle,also ein Rückzugsbefehl für die Sicherheitskräfte.Wer gab den Befehl ?Wohl Honecker,für einen Bürgerkrieg wollte er sich nicht verantworten.



nach oben springen

#31

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 07.10.2010 18:42
von 94 | 10.792 Beiträge

Da ich nicht weiß, welche Halbwertszeit Links zu einem Blog haben, zitere ich mal die wesentliche Passagen:

Aus Moskau kam er nicht, der Befehl. Gorbatschow hatte mit dem Satz „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ eher vor einem Blutbad gewarnt als dazu aufgerufen. Die gewohnt Moskau treuen Berliner SED-Betonköpfe waren am Abend des 9. Oktober 1989 vor der Entscheidung „abgetaucht“ und hatten die Leipziger Bezirks-Betonköpfe, am Telefon wartend, allein gelassen. „Jetzt sind sie rum“ (um den Leipziger Innenstadtring) soll der Ranghöchste, Helmut Hackenberg, vor dem schweigenden Telefon der SED-Bezirks-Machtzentrale gegen 19 Uhr enttäuscht gesagt haben.
[...]
Legende: Der Schießbefehl, der zu unser aller Glück „nur“ ein prophylaktischer war, wurde im Rahmen der Vorbereitung auf den Einsatz am Abend durch den „vorauseilenden Gehorsam“ eines militanten SED-Kommandeurs am 9.10.1989 an Bereitschaftspolizisten gegeben. Die „Befehlsunterlagen“ wurden 1990/91 archiviert, im Januar 1993 von den Printmedien „aufgestöbert“ und danach von uns allen wieder vergessen. In keinem Buch wird darüber berichtet; weder im historisch wichtigen Buch von Martin Jankowski „Der Tag, der Deutschland veränderte – der 9. Oktober 1989“; Evangelische Verlagsanstalt GmbH, Leipzig 2007, noch im schönen Heft von Doris Mundus „Leipzig 1989 – eine Chronik“, Lehmstedt-Verlag, Leipzig 2009, wo der historisch brisante Vorgang eigentlich hin gehört.
Quelle: http://schallmey.blogger.de/stories/1605796/


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen

#32

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 07.10.2010 18:44
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zermatt,

warten wir das Telegramm von Dieter mal ab.

Übrigens, auch in den entsprecheden Befehl von Herrn Honecker aus Sep. 1989 ist nichts über den Einsatz von Schusswaffen zu finden.


zuletzt bearbeitet 07.10.2010 19:04 | nach oben springen

#33

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 07.10.2010 19:16
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von 94
...Der Schießbefehl, der zu unser aller Glück „nur“ ein prophylaktischer war, wurde im Rahmen der Vorbereitung auf den Einsatz am Abend durch den „vorauseilenden Gehorsam“ eines militanten SED-Kommandeurs am 9.10.1989 an Bereitschaftspolizisten gegeben. ...



Das war seinerzeit keineswegs der einzige Möchtegernkrieger. Auch wir wurden vor der Abfahrt nach Leipzig seinerzeit ordentlich auf Touren gebracht nach dem Motto "Nun ist Schluß... wir müssen aufräumen..."
Die Ausrüstung jedoch stand dem gründlich entgegen. Wie schon geschrieben. Pistolen ohne Munition, eine MPi pro Zug mit Schießbecher, Tränengasbehälter und Platzpatronen, Helm, Knüppel und einige Schilde. Es gab in der Leipziger Innenstadt keinen sichtbaren PSH mit PKT, keinen sonstigen SPW und schon gar keine Panzer. Es gab einige Lkw mit Räumgittern und uns. Die BePo, Offiziersschüler aus Aschersleben und zusammengezogene Schutzpolizei. Ausrüstung wie beschrieben. Die Schupo war ganz ohne Schilde und mussten mitten auf der Straße absitzen. Wir dachten, jetzt werden sie gelyncht...
Unserer Ausrüstung wie beschrieben erhielten wir am Stadtrand aus Lagern, die von ein paar Kampfgruppenleuten gesichert wurden. Auch da war niemand sonst, schon gar keine schwere Technik.
Bei dem, was wir hatten, haben wir eigentlich vermutet, zum Verheizen bestimmt zu sein.
Als alles vorbei war, konnte sich niemand mehr an frühere "Anweisungen" erinnern, waren alle schon immer dafür bzw. dagegen. Wir, ich dito, natürlich auch.
Nachtrag zu den "Anweisungen": Alles, was da vorher gesagt wurde, galt in Leipzig nicht. Nachher sowieso nicht. War gewissermaßen nur "scharfmachen". In Leipzig galten die Befehle der Einsatzleitung und die lauteten sinngemäß nur konzentrieren auf Bahnhof, Bezirksleitung und runde Ecke, Bereitschaften in den Nebenstraßen und ansonsten warten, warten. Kleine Gruppen draußen, die Masse immer drinnen oder hinter den Häusern in den Nebenstraßen. Später, als der Zug losging, war der einzige Befehl, eindringen in die gesicherten Bereiche passiv abzudrängen. Tatsächlich wurde es gar nicht versucht. Einen Befehl zum Einsatz haben wir aber nie erhalten. Es hieß, dass Hr. Masur und die Bezirksleitung verhandeln und keine Gewalt anzuwenden war. Ein regelrechter Befehl jedoch war das nicht, eher eine kollektive Meinung aus der Situation heraus. Es haben alle gewartet, worauf? Dass möglichst einfach nichts passiert, würde ich sagen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 07.10.2010 19:58 | nach oben springen

#34

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 07.10.2010 21:27
von Huf (gelöscht)
avatar

Und um es wiederholt zu sagen, für alle, Egon Krenz war kein deutscher Patriot! Zu keiner Zeit!
Dies war ja das Thema dieses Threads.

Huf


nach oben springen

#35

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 07.10.2010 22:11
von grenzergold | 187 Beiträge

Sollte man nicht erst versuchen zu erklären, wie es im Schulunterricht üblich war zu erklären was ein Patriot ist?


nach oben springen

#36

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 07.10.2010 22:16
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von grenzergold
Sollte man nicht erst versuchen zu erklären, wie es im Schulunterricht üblich war zu erklären was ein Patriot ist?



Achtung, Ironie!
Phased Array Tracking Radar to Intercept Of Target ist ein bodengestütztes Mittelstrecken-Flugabwehrraketen-System zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern und taktischen ballistischen Mittelstreckenraketen.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen

#37

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 07.10.2010 22:19
von grenzergold | 187 Beiträge

super


nach oben springen

#38

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 07.10.2010 22:26
von Pzella 82 | 356 Beiträge

...allet janz interessant!! Ick will aber mal anmerken, dass in der Zeit der einfache Soldat nicht so richtig wusste, wat jetzt abgeht.
Ick war im Okt. 89 bei den Sandlatschern in Oranienburg als Resi. Ick gloobe 1. mot. Schützenregiment. Und ick kann mich an eene Bejebenheit erinnern, in der ick mit meinen damals 27 Lenzen "den Frack voll" hatte. Da haben wir nämlich in voller Montur nen langen Tag uff de Flure verbracht. Pro Mann waren 2 Magazintaschen mit je 4 Magazinen fürs AK 47 aujejeben. Und wir haben alle drum jebetet, dass nich irjendeen karrieresüchtiger Idiot uffn Knopp drückt und dit inne Bornholmer oder wer weeß wohin jeht.

Ick denke übrigens auch, dass die Jeschichte im Jahr 89 anders jelaufen wäre, hätte im Kreml n Hardliner jesessen.
Aber zum Glück für alle Beteiligten bzw. Betroffenen kam so wie es jelaufen is. Soll heißen, dass Gorbatschow nicht so unbeteiligt war wie hier teilweise spekuliert wurde.

LG
Pzella


...poor man wanna be rich, rich man wanna be king
and a king ain´t satisfied ´til he rules everything....Bruce Springsteen
nach oben springen

#39

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 08.10.2010 10:52
von exgakl | 7.223 Beiträge

Hallo Pzella82,

das von Dir geschilderte kenne ich auch aus einem Artellerieregiment in Frankenberg. Am 4.Oktober 1989 wurde volle Gefechtsbereitschaft befohlen und die Truppe komplett unter Waffen gestellt. Der ganze "Spass" hielt sich so am Vormittag, bis auf Befehl sämtliche Waffen wieder in die Waffekammern mussten und grundsätzlich an niemanden mehr eine Waffe nebst Munition mehr ausgegeben werden durfte.
In den nächsten Stunden und Tagen wurden die Abteilungen kurzfristig in Polizeitaktik ausgebildet um gegen die "Konterrevolutionäre" vorzugehen.
Da alles wie gesagt ohne Bewaffnung!

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
nach oben springen

#40

RE: Patriot eines untergegangenen Landes

in DDR Politik Presse 09.10.2010 11:28
von torpedoschlosser | 330 Beiträge

Zitat von S51

Zitat von 94
...Der Schießbefehl, der zu unser aller Glück „nur“ ein prophylaktischer war, wurde im Rahmen der Vorbereitung auf den Einsatz am Abend durch den „vorauseilenden Gehorsam“ eines militanten SED-Kommandeurs am 9.10.1989 an Bereitschaftspolizisten gegeben. ...



Das war seinerzeit keineswegs der einzige Möchtegernkrieger. Auch wir wurden vor der Abfahrt nach Leipzig seinerzeit ordentlich auf Touren gebracht nach dem Motto "Nun ist Schluß... wir müssen aufräumen..."
Die Ausrüstung jedoch stand dem gründlich entgegen. Wie schon geschrieben. Pistolen ohne Munition, eine MPi pro Zug mit Schießbecher, Tränengasbehälter und Platzpatronen, Helm, Knüppel und einige Schilde. Es gab in der Leipziger Innenstadt keinen sichtbaren PSH mit PKT, keinen sonstigen SPW und schon gar keine Panzer. Es gab einige Lkw mit Räumgittern und uns. Die BePo, Offiziersschüler aus Aschersleben und zusammengezogene Schutzpolizei. Ausrüstung wie beschrieben. Die Schupo war ganz ohne Schilde und mussten mitten auf der Straße absitzen. Wir dachten, jetzt werden sie gelyncht...
Unserer Ausrüstung wie beschrieben erhielten wir am Stadtrand aus Lagern, die von ein paar Kampfgruppenleuten gesichert wurden. Auch da war niemand sonst, schon gar keine schwere Technik.
Bei dem, was wir hatten, haben wir eigentlich vermutet, zum Verheizen bestimmt zu sein.
Als alles vorbei war, konnte sich niemand mehr an frühere "Anweisungen" erinnern, waren alle schon immer dafür bzw. dagegen. Wir, ich dito, natürlich auch.
Nachtrag zu den "Anweisungen": Alles, was da vorher gesagt wurde, galt in Leipzig nicht. Nachher sowieso nicht. War gewissermaßen nur "scharfmachen". In Leipzig galten die Befehle der Einsatzleitung und die lauteten sinngemäß nur konzentrieren auf Bahnhof, Bezirksleitung und runde Ecke, Bereitschaften in den Nebenstraßen und ansonsten warten, warten. Kleine Gruppen draußen, die Masse immer drinnen oder hinter den Häusern in den Nebenstraßen. Später, als der Zug losging, war der einzige Befehl, eindringen in die gesicherten Bereiche passiv abzudrängen. Tatsächlich wurde es gar nicht versucht. Einen Befehl zum Einsatz haben wir aber nie erhalten. Es hieß, dass Hr. Masur und die Bezirksleitung verhandeln und keine Gewalt anzuwenden war. Ein regelrechter Befehl jedoch war das nicht, eher eine kollektive Meinung aus der Situation heraus. Es haben alle gewartet, worauf? Dass möglichst einfach nichts passiert, würde ich sagen.



hallo S51,
Dank für deinen Erlebnisbericht. Es ist immer gut wenn Leute zu Wort kommen, die dabei waren.

mfG torpedoschlosser


nach oben springen



Besucher
10 Mitglieder und 35 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 834 Gäste und 55 Mitglieder, gestern 3414 Gäste und 170 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14360 Themen und 557116 Beiträge.

Heute waren 55 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen