#1

In der DDR mit Millionen jongliert

in DDR Politik Presse 07.10.2010 08:35
von Angelo | 12.396 Beiträge

Bis auf den letzten Platz gefüllt war am Dienstagabend das Foyer des Wittenberger Kultur- und Festspielhauses. Kein Wunder, denn der Kulturbund hatte Dr. Edgar Most zu Gast. Ein Mann, der, wie er selbst in seiner Autobiografie titelt, 50 Jahre im Dienste des Kapitals tätig war.Geboren 1940 in Tiefenort als Sohn einer thüringischen Bergarbeiterfamilie, sollte er eigentlich ein Handwerk erlernen, doch daraus wird nichts, denn der Meister muss seinen alten Lehrling ein Jahr länger behalten, weil der die Gesellenprüfung nicht bestand. Most erfährt, dass die Deutsche Notenbank in Bad Salzungen zwei Lehrlinge einstellt. Er bekommt eine der Stellen. Den Ausschlag gibt, dass er gut Schach spielen kann und dieser Sport bei den Bankmitarbeitern hoch im Kurs steht. Vom Bankwesen kennt Most bis dahin nur die drei Tassentöpfe der Mutter: Geld für Grundversorgung, für Kleidung, für die eiserne Reserve.Most wird Banker, ist mit 26 Jahren der jüngste Bankdirektor der DDR, und zwar in Schwedt, der damals größten Industriebaustelle der DDR, hier entstand das Petrochemische Kombinat, hier trug Most die Verantwortung für riesige Investitionen. 1974 wird er nach Berlin in die Zentrale der Staatsbank berufen, wird 1976 Mitglied des Kollegiums, mit 36 Jahren das jüngste, und lernt: Die Partei hat immer Recht. Selbst ist er, das frühere Mitglied der jungen Gemeinde, seit dem 21. Lebensjahr Mitglied der SED.

hier weiter lesen
http://www.svz.de/nachrichten/lokales/pr...-jongliert.html


zuletzt bearbeitet 07.10.2010 08:36 | nach oben springen

#2

RE: In der DDR mit Millionen jongliert

in DDR Politik Presse 07.10.2010 13:40
von Huf (gelöscht)
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Als Lokalpatriot danke ich @Angelo für die Eröffnung dieses Themas!

Huf


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#3

RE: In der DDR mit Millionen jongliert

in DDR Politik Presse 07.10.2010 16:30
von S51 | 3.733 Beiträge

Man muss aber der Fairness halber auch schreiben, dass der von ihm gewünschte Weg die Rest-DDR binnen kurzem leergefegt hätte. Der klassische DDR-Bürger glaubte an den goldenen Westen wie an Manna vom Himmel und hätte nicht die Spur verstanden, wieso er nun für ein Zehntel weiter hätte malochen sollen.
Freilich hätte dies in der Bundesrepublik zu Konsequenzen wie Einwanderungsbegrenzungen geführt. Sozusagen Mauer auf die kalte Art. Denn deren Wirtschaft war zu dieser zeit auch in der Krise und brauchte den Absatzmarkt DDR und Osteuropa aber nicht die Arbeitskraft DDR. An die dann drohenden gesellschaftlichen Verwerfungen mag ich gar nicht denken. Jugoslawien sollte uns zu denken geben.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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