#61

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 01.05.2013 22:16
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #58
Zitat von Bugsy im Beitrag #9
[...]Außerdem, keine Macht und kein Land der Erde hätte die Deutschen davon abhalten können, sich wieder zu vereinigen, wenn der Entschluss auf beiden Seiten festgestanden hätte. [...]

Keiner der beiden deutschen Teilstaaten war damals souverän. Ohne das Einverständnis aller alliierten Besatzungsmächte hätte es definitiv keine Wiedervereinigung gegeben.

Ari


Ari Du " sagst " es, die Deutschen Ost wie West hatten " Ihren " Bruder, jeder hat was übernommen bzw " abgekupfert "


xxx
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#62

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 01.05.2013 22:24
von DoreHolm | 7.694 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #28
Zitat von damals wars im Beitrag #25
Ja, die Rentenabzüge sind auch ein Geschenk der Wiedelvereinigung.


mein liebel @damals wars, ich stellte bei meinem flapsigen Einwand mit dem Rentabzug auf die Usancen der DDR Betriebe zu meiner Zeit ( bis 1965)ab, den Maifeiertag nicht zu bezahlen (Lohnabzug) wenn man die Maikundgebung der Werktätigen ignorierte.

Als Reaktion darauf setzt du schon wieder die ideologische Brille auf und schwafelst von Rentenabzug durch Wiedervereinigung. Den Rentnern in dem Beitrittsgebiet ist gar nichts abgezogen worden, die Rente ist nur auf einem etwas niedrigeren Niveau festgelegt worden. Vielleicht soltlest du zur Kenntnis nehmen, dass die Rentner heute im Beitrittsgebiet das 3 -fache in der Tasche haben und das vor allem in richtigem Geld und nicht in wertlosen Aluchips wie zu Honeckers Zeiten.Der Abstand zwischen Ost und Westrente wird gerade zum 1.Juli weiter deutlich verringert . Dafür muss ich als Westrentner mich mit 0,25% Rentenzuwachs bescheiden, da hätten sie auch besser eine Nullrunde eingelegt, denn dieser Erhöhungssatz ist ein Witz, da fühlt man sich verarscht Frau von der Leyen.

Bevor du also das nächste mal schreibst, informiere dich erst mal über die Materie, über die du schreibst. Macht einen besseren Eindruck, wenn da Hintergrundwissen da ist.






Rot: Wertlose Aluchips ? Mensch, Gert, von was haben dann denn die Leute in der DDR ihr Leben finanziert? Sicherlich nur durch Naturalhandel. Klar, ich habe Kleber hergestellt und die Bauern aus den Dörfern ringsrum haben da ihre versifften Kuhstallschuhe repariert und uns einen Sack Mehr, ein paar Zuckerrüben und Hühnerbeine dagelassen . Wegen der Kaufkraft der Alu-Chips im Vergleich zur D-Mark nur mal eine Frage und falle jetzt bitte nicht wieder in Ausflüchte mit den Autos, Farbfernsehern und angebliche höherer Qualität der Westprodukte: Konnte ein DDR-Bürger mit 1000,-DDR-Mark in der DDR oder ein Westdeutscher mit 1000,-DM, jeweils monatlich, seine Leben besser finanzieren ?
Wenn Du die absoluten Beträge miteinander vergleichst, ist das schlechter als Äpfel mit Birnen. Ich will Dir mal ein Beispiel aus ferner DDR-Zeit erzählen. In Freiberg bauten die Italiener, ich glaube in den 70ern, eine Bleifabrik. Die leichten Damen freuten sich über 500,-Lire für eine Nummer. Das böse Erwachen kam dann im Intershop. Weißt Du, was ich damit bezüglich oben gesagten ausdrücken will ?



Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#63

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 01.05.2013 22:32
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #56
Lieber@Rostocker, jetzt muss ich dich schon wieder verbessern. Der Ausdruck für „ein Apfel und ein Ei“ stammt aus der Zeit der Stasi. Damit haben sie symbolisch gezeigt, wo sie(die Vaterlandsverräter) von Bussen abgeholt worden nach Gießen, was sie für ihr damaliges" Vaterland wert waren.
Verkaut für "einen Apfel und ein Ei",es gab aber auch noch eine Rolle "Trops" !



Also ich würde nun sagen,den Ausdruck gibt es schon länger. Will zwar nicht behaupten,das es den Ausdruck--schon nach bekannt werden des Apfels des Ei gab. Aber vermute mal,einige hundert Jahre gibt es den schon.


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#64

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 01.05.2013 22:35
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #63
Zitat von Harra318 im Beitrag #56
Lieber@Rostocker, jetzt muss ich dich schon wieder verbessern. Der Ausdruck für „ein Apfel und ein Ei“ stammt aus der Zeit der Stasi. Damit haben sie symbolisch gezeigt, wo sie(die Vaterlandsverräter) von Bussen abgeholt worden nach Gießen, was sie für ihr damaliges" Vaterland wert waren.
Verkaut für "einen Apfel und ein Ei",es gab aber auch noch eine Rolle "Trops" !



Also ich würde nun sagen,den Ausdruck gibt es schon länger. Will zwar nicht behaupten,das es den Ausdruck--schon nach bekannt werden des Apfels des Ei gab. Aber vermute mal,einige hundert Jahre gibt es den schon.


Warte doch bis "Link-Ede" da ist oder selbst suchen...


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#65

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 01.05.2013 22:42
von Gelöschtes Mitglied
avatar

quote]
Weißt Du, was ich damit bezüglich oben gesagten ausdrücken will ? [/quote]

Ich weiss es Herr Lehrer, die leichten Damen waren sehr sehr traurig und sich ueber den Tisch gezogen fuehlten. Iswinite, kann leider nicht Ernst bleiben. Aber jedenfalls sind wir hier wieder bei einer Vereinigung angelangt. War das nicht der Ausgangspunkt?
Linkede, ist das ein Neuer, oder haben wir jetzt zwei davon.


zuletzt bearbeitet 01.05.2013 22:43 | nach oben springen

#66

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 01.05.2013 22:48
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #60
Zitat von Ari@D187 im Beitrag #58


hätte

Ari


Zum Durchschnaufen...

http://www.youtube.com/watch?v=dI8-DTktVeU

LG von der grenzgaengerin


Der 7. und 9. Mai 1945 und alle Konsequenzen für Deutschland haben mit "hätte" nicht viel zu tun.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#67

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 01.05.2013 23:01
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #51
Zitat von Gert im Beitrag #39
@Polter und @Vierkrug. Eine kleine Geschichte aus YU

Ich bin mit Familie seit Anfang der 70er Jahre des öfteren im damaligen Yugo in Urlaub mit meiner Familie gewesen. Wir habe stets private Ferienwohnung gemietet. Die kroatische Adriaküste ist einfach wunderbar und die Urlaubskasse wurde auch nicht so strapaziert wie auf der anderen Seite der Adria.
Natürlich hatten wir auch gute Kontakte zu unseren Vermietern und anderen Einheimischen. Sie waren uns sehr wohl gesonnen und sehr freundlich. Deutsch oder Englisch war immer gut zur Verständigung.
Einmal hatten wir eine Wohnung bei einem serbischen Ehepaar aus Belgrad gemietet auf der Insel Brac vor Split.
Eines Abends haben wir sie zu Grill und Wein eingeladen und zu vorgerückter Stunde diskutierten wir über Politik. Ist bei Weingenuss nicht immer ratsam so auch an diesem Abend. Die serbische Dame fing an, über das Kosovo und die Kosovaren zu schimpfen, was die frech wären, was sie sich herausnahmen mit ihrem Autonomiestatus, sie würden sich Belgrad nicht fügen, sie wären faul und lebten auf Kosten des serbischen Teilstaates usw. Da war ein solcher Hass in der Sprache, so etwas hatte ich dort noch nicht gehört. Ich sagte zu meiner Frau o weh, wenn es hier mal los geht, dann aber richtig. Diese serbischen Vermieter waren zu uns sehr nett( vielleicht auch wg. der D Mark ) aber ihr Gedankengut war extrem nationalistisch um nicht zu sagen faschistisch. Und dieser Staat nannte sich sozialistische Republik .
Der Verlauf des Krieges war noch viel schlimmer und brutaler als ich es mir damals vorstellen konnte. Da kochte etwas unter der Decke, was nach dem Tode Titos, dem es offenbar noch zu Lebzeiten gelang, das zu bändigen, komplett in die Luft flog.
Was ich damit sagen will, da brauchte es nicht eines Herrn Kinkel oder Genscher ( Kroaten z.B. würden sich über solche Planspiele kaputt lachen )um einen solchen Krieg zu entfesseln. Die Ursachen lagen dort vor der Haustür auf dem Balkan und nicht in Bonn, USA oder SU.




Aber Gert, kannst Du wirklich ausschließen, daß es im Bürgerkrieg keine Verbrechen der Kroaten gegeben hat und was ist mit der permanenten Verweigerung Tudjmans, mit dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag unter der Leitung von Carla Del Ponte wirklich so objektiv zusammenzuarbeiten, wie das angemessen gewesen wäre ?
Ich spiele an auf die Vertreibung von 200.000 Serben aus der Krajina (Operation Sturm 1995) bei der 1700 Serben getötet wurden.
Dabei hat das Tribunal in erster Instanz zwei kroatische Generäle verurteilt, wobei es keinerlei Regung oder gar Unrechtsbewußtsein innerhalb Kroatiens gab, da noch die Revision in Sicht war.
Auch meinte man irrtümlicherweise, daß es nur um serbische Kriegsverbrechen gehen sollte, aber del Ponte war zu couragiert, um irgendwas auszublenden- warum auch, sie hatte keine Bündnispflichten.
Im Jahr 2012 sprach man tatsächlich beide Generäle frei (drei von fünf Richterstimmen) , weil es erstens keine geplante Aktion war, 200.000 Menschen zu vertreiben....die sind alleine losmarschiert und weil Granateneinschläge von mehr als 200 m Entfernung zu militärischen Zielen keine Angriffe auf Zivilisten sein können.
Mangels eigener Kriegserfahrung und Waffenkenntnis vermag ich das nicht zu beurteilen, der kroatische Mob hat diesen Freispruch trotz aller Tragik der damaligen Ereignisse aber ausgelassen auf den Straßen gefeiert und das zu wissen reicht mir.
Ich als Deutscher halte es für anmaßend, hier für die eine oder andere Partei Fürsprache halten zu wollen, jedoch haben die Freisprüche mit der gewollten Integration Kroatiens in die von Deutschland beherrschte EU zu tun.
Auch hatte die EG damals 1991 den Jugoslawen zu Beginn des drohenden Bürgerkrieges eine Finanzhilfe von 5 Mrd. Dollar versprochen, falls man sich friedlich einigen sollte, also Erhalt der Gesamtförderation und "unbürokratische Integration in die Europäische Gemeinschaft", das wollten die Kroaten nicht...so eine Chance nach über 1000 Jahren Abhängigkeit wollte man nicht verstreichen lassen.
Die Angst der Serben um ihre außerhalb der Teilrepublik lebende Bevölkerung sollte berechtigt sein, wie man später noch feststellen durfte.
http://www.youtube.com/watch?v=OQ8RF51add4


Hackl ich kann gar nichts ausschliessen und ich bin auch nicht Partei irgendjemandes. Ich wollte nur mal diesen Blödsinn mit Genscher und Kinkel richtig stellen. Nur mal als Fakt, die meisten Massaker sind von Serben gemacht, ich erinnere an Srebrenica. Dafür standen in Den Haag auch überwiegend serbische Generale vor dem Gericht. So mehr schreib ich dazu nicht, ich bin kein Richter über ex Jugoslawien.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#68

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 02.05.2013 07:04
von Pit 59 | 10.135 Beiträge

Wegen der Kaufkraft der Alu-Chips im Vergleich zur D-Mark nur mal eine Frage und falle jetzt bitte nicht wieder in Ausflüchte mit den Autos, Farbfernsehern und angebliche höherer Qualität der Westprodukte:@Dore Holm

Dore ,nenne mir ein Land auf dieser Welt,wo diese "Geräte" gefragt waren ? Nicht mal unsere "Sozialistischen Bruderländer" wollten das Zeug haben,ganz im Gegenteil Du wurdest als Mensch Zweiter Klasse abgestempelt.
Dore ,ich weiss wovon ich Rede,habe dies mehrfach erlebt.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#69

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 02.05.2013 08:25
von schnatterinchen (gelöscht)
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Vielleicht hätten die DDR Bürger nach der Einführung der D-Mark doch lieber weiter Trabis ,Wartburgs ,Colortron Fernsehgeräte und ihre Milch und Butter aus den VEBs kaufen sollen anstatt kollektiven wirtschaftlichen Selbstmord zu begehen und dann über die westdeutschen Plattmacher zu schimpfen.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#70

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 02.05.2013 08:46
von Gert | 12.354 Beiträge

[/quote]

Zitat



Wertlose Aluchips ? Mensch, Gert, von was haben dann denn die Leute in der DDR ihr Leben finanziert? Sicherlich nur durch Naturalhandel. Klar, ich habe Kleber hergestellt und die Bauern aus den Dörfern ringsrum haben da ihre versifften Kuhstallschuhe repariert und uns einen Sack Mehr, ein paar Zuckerrüben und Hühnerbeine dagelassen . Wegen der Kaufkraft der Alu-Chips im Vergleich zur D-Mark nur mal eine Frage und falle jetzt bitte nicht wieder in Ausflüchte mit den Autos, Farbfernsehern und angebliche höherer Qualität der Westprodukte: Konnte ein DDR-Bürger mit 1000,-DDR-Mark in der DDR oder ein Westdeutscher mit 1000,-DM, jeweils monatlich, seine Leben besser finanzieren ?
Wenn Du die absoluten Beträge miteinander vergleichst, ist das schlechter als Äpfel mit Birnen. Ich will Dir mal ein Beispiel aus ferner DDR-Zeit erzählen. In Freiberg bauten die Italiener, ich glaube in den 70ern, eine Bleifabrik. Die leichten Damen freuten sich über 500,-Lire für eine Nummer. Das böse Erwachen kam dann im Intershop. Weißt Du, was ich damit bezüglich oben gesagten ausdrücken will ? [/quote]

Zitat




DoreHolm du weißt genau wie es gemeint ist, natürlich auf dem Binnemarkt DDR waren die Aluchips ein gültiges Geld und man konnte etwas dafür kaufen, so denn die Ware verfügbar war. Aber welchen Wert hatte das Geld außerhalb der DDR ? Vielleicht kannst du auf diese Frage auch mal eingehen . So war es gemeint. Muss man in diesem Forum für jeden Satz eine Anwendungserklärung mitsenden?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#71

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 02.05.2013 08:52
von DoreHolm | 7.694 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #68
Wegen der Kaufkraft der Alu-Chips im Vergleich zur D-Mark nur mal eine Frage und falle jetzt bitte nicht wieder in Ausflüchte mit den Autos, Farbfernsehern und angebliche höherer Qualität der Westprodukte:@Dore Holm

Dore ,nenne mir ein Land auf dieser Welt,wo diese "Geräte" gefragt waren ? Nicht mal unsere "Sozialistischen Bruderländer" wollten das Zeug haben,ganz im Gegenteil Du wurdest als Mensch Zweiter Klasse abgestempelt.
Dore ,ich weiss wovon ich Rede,habe dies mehrfach erlebt.



Pit, hier ging es nicht darum, ob die Ostmark frei konvertierbar war oder nicht oder was sich die Leute nach der Währungsumstellung auf D-mark hätten alles kaufen können. Hier ging es ganz allein und ausschließlich um de Frage, wie das alltägliche Leben mit jeweils 1000,- der heimischen Währung in dem jeweiligen Land gemeistert werden konnte. Und da bin ich weiterhin der Meinung, daß da der DDR-Bürger weniger Probleme hatte. Ich weiß, daß da noch Anderes mit einfließen müßte, wie z.B. diese ominöse "zweite Lohntüte" der überhandgenommenen Subventionen. Man kann natürlich, wenn man die Denkweise einiger User hier mal weiterspinnt, zu völlig abstrusen Schlussfolgerungen kommen. Nimm eine Ostmark. Offizieller Verrechnungskurs in der Wirtschaft war, glaube ich, 1 : 4,5, also bleiben 22,2 Pfennige West. Dann noch die €-Umstellung, bleiben ca. 12,-Cent. So, nun nimm mal das Tausendfache, damit man wieder auf den Ausgangsbetrag von 1000,-Mark Ost kommt, dann sind das in Euro gerade mal 120,-€. Na, wie weit kommt man damit monatlich ? So gesehen bräuchstes Du locker mal mindestens diese 1000,-€, um Deine alltäglichen Ausgaben für das Leben zu begleichen, also entsprechend etwa 8.000,-€, das ganze mal von der anderen Seite her gerechnet. Merkst Du, in welche abwegigen Gedankengänge man kommt, wenn man die Kaufkraft so ermitteln will ?



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#72

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 02.05.2013 08:55
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Ich meine das die deutsche Wiedervereinigung und der Zerfall des Ostblocks ganz einfach bedingt war weil die Sowjetunion am Ende war und somit nicht mehr in der Lage die europäische Nachkriegsordnung aufrecht zu erhalten.
Das die DDR, ohne am Tropf der SU zu hängen, wirtschaftlich überlebensfähig gewesen wäre wage ich zu bezweifeln.
Auch wenn es vielen weh tut, so wie es gelaufen ist war es schon das beste für die Mehrheit der Menschen.
Wir haben das zwar schon sehr oft durchgekaut, aber der Einwurf vom @rostocker das für viele ein Dach übern Kopf und eine warme Wohnung Luxus wäre, ist so nicht zutreffend.
Ich habe keine Lust jetzt die konkreten Zahlen der Wohnkostenübernahme rein zustellen, aber aus der Praxis kann ich euch versichern das niemand auf der Straße leben muss.


zuletzt bearbeitet 02.05.2013 09:09 | nach oben springen

#73

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 02.05.2013 09:06
von DoreHolm | 7.694 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #70

Zitat



Wertlose Aluchips ? Mensch, Gert, von was haben dann denn die Leute in der DDR ihr Leben finanziert? Sicherlich nur durch Naturalhandel. Klar, ich habe Kleber hergestellt und die Bauern aus den Dörfern ringsrum haben da ihre versifften Kuhstallschuhe repariert und uns einen Sack Mehr, ein paar Zuckerrüben und Hühnerbeine dagelassen . Wegen der Kaufkraft der Alu-Chips im Vergleich zur D-Mark nur mal eine Frage und falle jetzt bitte nicht wieder in Ausflüchte mit den Autos, Farbfernsehern und angebliche höherer Qualität der Westprodukte: Konnte ein DDR-Bürger mit 1000,-DDR-Mark in der DDR oder ein Westdeutscher mit 1000,-DM, jeweils monatlich, seine Leben besser finanzieren ?
Wenn Du die absoluten Beträge miteinander vergleichst, ist das schlechter als Äpfel mit Birnen. Ich will Dir mal ein Beispiel aus ferner DDR-Zeit erzählen. In Freiberg bauten die Italiener, ich glaube in den 70ern, eine Bleifabrik. Die leichten Damen freuten sich über 500,-Lire für eine Nummer. Das böse Erwachen kam dann im Intershop. Weißt Du, was ich damit bezüglich oben gesagten ausdrücken will ? [/quote]

Zitat




DoreHolm du weißt genau wie es gemeint ist, natürlich auf dem Binnemarkt DDR waren die Aluchips ein gültiges Geld und man konnte etwas dafür kaufen, so denn die Ware verfügbar war. Aber welchen Wert hatte das Geld außerhalb der DDR ? Vielleicht kannst du auf diese Frage auch mal eingehen . So war es gemeint. Muss man in diesem Forum für jeden Satz eine Anwendungserklärung mitsenden?

[/quote]

Gert, natürlich weiß ich, daß Dir das bewußt ist, aber Deine Stellungname war nun mal etwas provokativ, da konnte ich mich nicht einer gewissen Ironie enthalten.
Klar, daß die Währungen der RGW-Staaten nicht konvertierbar waren, war ein Mangel für den reisenden Bürger. Uns wurde damals auch die Begründung gegeben, daß unsere Währungen durch eine Konvertierbarkeit angreifbar und manipulierbar gewesen wären. Und da wären wir wieder bei einem obigen Punkt anbelangt, was die Einflussname des Westens auf die DDR-Innenpolitik und Wirtschaft betrifft: Ebenso wie z.B. die Nazis versuchten, das britische Pfund zu destabilisieren und das auch heute auf dem internationalen Markt geschieht, wäre es auch hier zu Handlungsweisen des Westens gekommen, die sich zum Nachteil der DDR-Finanzwirtschaft ausgewirkt hätten. Ob das der einzige Grund war für die Nicht-konvertierbarkeit, kann ich nicht sagen, vielleicht wollte auch der "Große Bruder" dafür das Monopol im RGW behalten (es gab den "transverablen Rubel"). Was ich aber als machbar angesehen habe, daß DDR-Bürger ihre "Aluchips" bei der Bank zu einem wirtschaftlich gerechtfertigten Kurs von z.B. den oben genannten 1: 4,5 (oder auch etwas mehr) umtauschen könnten. Auf dem Umweg über Waren war das ja in den Delikat-Läden schon praktiziert. Wenn ich mich nicht irre, gab es solche Verfahrensweisen in einigen RGW-Staaten, wie z.B. Polen oder CSSR. Dem Schwarzumtausch von 1:5 oder gar bis 1:10 privar wäre damit auch die Grundlage entzogen worden. Vermutlich war die devisendecke aber dermaßen dünn, das sich das die Staatslenker nicht mal sowas getraut hatten im Angesicht der für DDR-Verhältnisse riesigen privaten Spareinlagen von ca. 90 Mrd. Mark.



zuletzt bearbeitet 02.05.2013 09:13 | nach oben springen

#74

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 02.05.2013 09:11
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Viele der hier ausgetauschten Argumente kann man in unzähligen threads dieses Forums wiederfinden.

Vielleicht solte man die Frage anders stellen.

WER bestimmte das Tempo der Wiederverinigung? Denn es geht doch in erster Linie um Menschen, die die Wiedervereinigung gestaltet haben.

LG von der grenzgaengerin


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#75

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 02.05.2013 09:12
von DoreHolm | 7.694 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #72
Ich meine das die deutsche Wiedervereinigung und der Zerfall des Ostblocks ganz einfach bedingt war weil die Sowjetunion am Ende war und somit nicht mehr in der Lage die europäische Nachkriegsordnung aufrecht zu erhalten.
Das die DDR, ohne am Tropf der SU zu hängen, wirtschaftlich überlebensfähig gewesen wäre wage ich zu bezweifeln.
Auch wenn es vielen weh tut, so wie es gelaufen ist war es schon das beste für die Mehrheit der Menschen.



Zum damaligen Zeitpunkt war es die einfachste Variante. Für die Schwierigere, eine Art Konföderation mit wirtschaftlicher und politischer Eigenständigkeit mit längerer Übergangsphase bis zu einer Vereinigung auf deutlich gleichberechtigterem Niveau, waren die damaligen Tonangeber und Meinungsmacher weder in Ost noch in West nicht bereit und auch nicht die Masse der Bevölkerung, die erst mal zweifellos die Ärmel hätten ordentlich hochkremperln müssen und trotzdem den Gürtel enger schnallen müssen, bis die Früchte zu ernten gewesen wären.



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#76

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 02.05.2013 09:37
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #75
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #72
Ich meine das die deutsche Wiedervereinigung und der Zerfall des Ostblocks ganz einfach bedingt war weil die Sowjetunion am Ende war und somit nicht mehr in der Lage die europäische Nachkriegsordnung aufrecht zu erhalten.
Das die DDR, ohne am Tropf der SU zu hängen, wirtschaftlich überlebensfähig gewesen wäre wage ich zu bezweifeln.
Auch wenn es vielen weh tut, so wie es gelaufen ist war es schon das beste für die Mehrheit der Menschen.



Zum damaligen Zeitpunkt war es die einfachste Variante. Für die Schwierigere, eine Art Konföderation mit wirtschaftlicher und politischer Eigenständigkeit mit längerer Übergangsphase bis zu einer Vereinigung auf deutlich gleichberechtigterem Niveau, waren die damaligen Tonangeber und Meinungsmacher weder in Ost noch in West nicht bereit und auch nicht die Masse der Bevölkerung, die erst mal zweifellos die Ärmel hätten ordentlich hochkremperln müssen und trotzdem den Gürtel enger schnallen müssen, bis die Früchte zu ernten gewesen wären.


Dore, die deutsche Teilung war ein widernatürlicher Zustand, meinst du dieser sollte künstlich aufrechterhalten werden?
Es ist schmerzlich wie viele ihrer Ideale beraubt wurden, aber die DDR war doch, wenn man es nüchtern betrachtet, nur eine sowjetische Provinz die 40 Jahre Staat spielen durfte und am Ende ist dieser Staat, mangels eignenem Potentials, zerfallen wie ein Kartenhaus.


zuletzt bearbeitet 02.05.2013 09:45 | nach oben springen

#77

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 02.05.2013 09:38
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #74
Viele der hier ausgetauschten Argumente kann man in unzähligen threads dieses Forums wiederfinden.

Vielleicht solte man die Frage anders stellen.

WER bestimmte das Tempo der Wiederverinigung? Denn es geht doch in erster Linie um Menschen, die die Wiedervereinigung gestaltet haben.

LG von der grenzgaengerin


Ich denke es waren die Rettungssanitäter um Kohl & The Gang die mit ihrer Entscheidung das Ausbluten von 17 Mio. potentiellen Otto- Versandhauskunden verhindern wollten.
Die Vorläufer der Vereinigungskriminalität mit ihren später noch geschätzten zweistelligen Milliarden- Schadensbetrag (z.B. Transferrubelgeschäfte) hatten die Entscheider von damals davon überzeugt, daß jeder Tag der Hochspannung zwischen DDR- und D- Mark auch dem Westen nicht gut bekommen wäre, zumindest nicht als Staat.
Ehe man die Plünderung der Republik spekulierenden Privatpersonen mit ihren ostdeutschen Strohmännern überlassen würde, mußte man selbst den geordneten Übergang von Vermögenswerten unter staatliche Aufsicht stellen.
Gegenüber diesem Szenario war die zügige Vereinigung das kleinere Übel.



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#78

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 02.05.2013 09:41
von Pit 59 | 10.135 Beiträge

Hier ging es ganz allein und ausschließlich um de Frage, wie das alltägliche Leben mit jeweils 1000,- der heimischen Währung in dem jeweiligen Land gemeistert werden konnte. @Dore Holm

Und was denkste Dore wie man erst Leben konnte wenn Du nur 50 Mark der richtigen Währung im Monat hattest,die 50 haben gereicht um an eigentlich alles zu kommen.Für 5 Mark hat mir der Mann im Baustoffhandel meinen Zement noch Aufgeladen (den es eigentlich gar nicht gab)


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#79

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 02.05.2013 09:56
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #75
(...)

Zum damaligen Zeitpunkt war es die einfachste Variante. Für die Schwierigere, eine Art Konföderation mit wirtschaftlicher und politischer Eigenständigkeit mit längerer Übergangsphase bis zu einer Vereinigung auf deutlich gleichberechtigterem Niveau, waren die damaligen Tonangeber und Meinungsmacher weder in Ost noch in West nicht bereit und auch nicht die Masse der Bevölkerung, die erst mal zweifellos die Ärmel hätten ordentlich hochkremperln müssen und trotzdem den Gürtel enger schnallen müssen, bis die Früchte zu ernten gewesen wären.


Wie hätte das ohne Mauer funktionieren sollen? Die grosse Masse der jungen, arbeitsfähigen Bevölkerung wäre in die BRD übergesiedelt. Man will doch was vom Leben und nicht solche Sprüche hören. Die DDR wäre wirtschaftlich ausgeblutet und die Transferzahlungen der BRD an die DDR für die Stützung der Wirtschaft und die Giesskannensubventionen (billige Brötchen, Miete, Verkehrsmittel) hätten astronomische Höhen erreicht.
Theo


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#80

RE: Ging es vor 20 Jahren mit der Wiedervereinigung zu schnell?

in Das Ende der DDR 02.05.2013 10:20
von ddr-bürger (gelöscht)
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@pit59

hatte im Automobilwerk in 3 Schichten ca. 1200,- Mark der DDR. Die Lebenshaltungskosten kennt ja noch jeder Ossi und Ex-Ossi (wenn er es nicht gekonnt verdrängt hat).
Lebenshaltungskosten sind Alltag, die Anschaffung eines Farbfernsehers oder PKW nicht. Und Ihr tut doch gerade so ob sich hier und heute jeder ein neues Auto leisten könnte, wenn alle Autos "die der Bank" gehören heute auf dem Parkplatz bleiben müßte - wir hätten einen verkehrsfreien Tag

Ich grüße alle Sklaven der Banken und Ratenverträge......


Lebensläufer, DoreHolm und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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