#1

1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 13.09.2010 19:27
von Angelo | 12.391 Beiträge

Berlin - In der Ministersuite sollen die Wände gewackelt haben. Stasi-Chef Erich Mielke bekam einen Tobsuchtsanfall, als er in der dritten Januarwoche 1979 erfuhr, dass nicht nur ein aussichtsreicher Nachwuchsagent seiner Elitetruppe Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) in den Westen geflohen war, sondern dass der auch Geheimreferate des "Genossen Minister" mitgenommen hatte - und Mielke damit rechnen musste, dass seine Reden demnächst im Westen veröffentlicht würden.

Die "Affäre Stiller" war der größte Erfolg des BND und die schwerste Niederlage der Stasi im deutsch-deutschen Geheimdienstkrieg. Durch Stiller flogen laut einer MfS-Übersicht 56 Spitzel im Westen auf, wurden verhaftet oder mussten schnellstmöglich abgezogen werden. Noch viel schlimmer für das MfS war jedoch, dass Oberleutnant Stiller bis zu seiner Flucht ein beinahe idealer "Tschekist" gewesen war. Geboren 1947 in kleinen Verhältnissen, hatte er von den gesellschaftlichen Umwälzungen in der DDR profitiert. Weil die bildungsbürgerliche Elite in den Westen flüchtete, konnte Stiller die Oberschule besuchen und ab 1966 in Leipzig Physik studieren. Als engagiertes Mitglied der FDJ trat er 1967 in die SED ein. Es war konsequent, dass das MfS sich 1970 für ihn zu interessieren begann. Stiller antwortete beim ersten Treffen mit einem MfS-Vertreter knapp: "Ich werde dorthin gehen, wo mich die Partei hinschickt." Wenn selbst so jemand den Versuchungen des Westens erliegen konnte: Wem konnte die SED überhaupt noch vertrauen?

Sieben Jahre nach dem spektakulären Coup erschien ein Buch unter Stillers Namen. Der Ex-Stasi-Mann war zu diesem Zeitpunkt unter falscher Identität in den USA abgetaucht - aus Sorge vor Greifkommandos des MfS, die sich an dem intern "Schakal" genannten Verräter rächen sollten. Fast ein Vierteljahrhundert später erscheint nun morgen ein neues Buch von Stiller ("Der Agent. Mein Leben in drei Geheimdiensten". Ch.-Links-Verlag Berlin, 2010).

Nur vier Tage nach der erfolgreichen Flucht hatten westdeutsche Zeitungen erste Berichte über Stiller veröffentlicht. Darin hieß es zum Beispiel: "Begleitet von seiner Freundin und deren kleiner Tochter, bestieg er in Ost-Berlin die S-Bahn, fuhr zum Bahnhof Friedrichstraße und passierte mit einem Spezialausweis die Kontrollen des Staatssicherheitsdienstes. Stiller fuhr dann mit der S-Bahn weiter nach West-Berlin, wo die drei Menschen sich ein Taxi nahmen und zum Flughafen Tegel fuhren."

Solche bewusst durchgestochenen Informationen gehörten zum Geheimdienstspiel im Kalten Krieg. Denn Stiller war nicht nur wertvoll, weil er Spitzel im Westen verraten konnte; mit seinen genauen Kenntnissen des MfS vermochte der BND auch Gegenoperationen zu starten. Ein vorrangiges Ziel dabei: die Stasi verunsichern.

Denn Stiller war keineswegs mit Freundin und Kind geflüchtet. Vielmehr hatte er der Sekretärin seines Chefs eine offizielle Genehmigung zum "konspirativen Grenzübertritt" gestohlen, selbst ausgefüllt und war allein über die Agentenschleuse im Berliner S-Bahnhof Friedrichstraße in die West-Berliner U-Bahn gelangt. Die Fehlinformation über Freundin und Tochter sollte wohl Ermittlungskapazität beim MfS binden und so den Gegner zusätzlich schwächen.

Demselben Zweck diente die Veröffentlichung eines Fotos von Markus Wolf, das der "Spiegel" am 5. März 1979 auf seiner Titelseite druckte. Abermals sei Erich Mielke stinksauer gewesen - seit mehr als zwei Jahrzehnten hatte es kein aktuelles Foto des stellvertretenden Stasi-Ministers mehr gegeben.

In die Reihe der Propagandaaktionen mithilfe Stillers gehörte auch sein Buch von 1986, das "Im Zentrum der Spionage" hieß und mit fünf Auflagen ein Bestseller wurde. Neben tatsächlichen Erlebnissen des Überläufers fanden sich hier vom BND vorgegebene Desinformationen, zum Beispiel über die Dauer seiner Arbeit als Doppelagent. In Stillers zweitem Buch wird erstmals die wahre Geschichte erzählt - verspricht der Verlag. Ob das stimmt, ist jedoch kaum zu überprüfen. Denn die Akten der beteiligten westlichen Dienste, neben dem BND vor allem des Bundesamts für Verfassungsschutz und der CIA, sind bisher absolut unzugänglich. Wobei ohnehin fraglich ist, ob Details einer solch komplexen Operation überhaupt schriftlich festgehalten wurden. Wohin das führen konnte, hatte ja gerade Stiller gezeigt, als er mit seinem Koffer voller Geheimdokumente übergelaufen war ...

Quelle:
http://www.welt.de/die-welt/politik/arti...esten-ging.html


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#2

RE: 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 13.09.2010 19:40
von Mike59 | 7.944 Beiträge

Sieben Jahre nach dem spektakulären Coup erschien ein Buch unter Stillers Namen. Der Ex-Stasi-Mann war zu diesem Zeitpunkt unter falscher Identität in den USA abgetaucht - aus Sorge vor Greifkommandos des MfS, die sich an dem intern "Schakal" genannten Verräter rächen sollten. Fast ein Vierteljahrhundert später erscheint nun morgen ein neues Buch von Stiller ("Der Agent. Mein Leben in drei Geheimdiensten". Ch.-Links-Verlag Berlin, 2010).

Nur vier Tage nach der erfolgreichen Flucht hatten westdeutsche Zeitungen erste Berichte über Stiller veröffentlicht. Darin hieß es zum Beispiel: "Begleitet von seiner Freundin und deren kleiner Tochter, bestieg er in Ost-Berlin die S-Bahn, fuhr zum Bahnhof Friedrichstraße und passierte mit einem Spezialausweis die Kontrollen des Staatssicherheitsdienstes. Stiller fuhr dann mit der S-Bahn weiter nach West-Berlin, wo die drei Menschen sich ein Taxi nahmen und zum Flughafen Tegel fuhren."

Solche bewusst durchgestochenen Informationen gehörten zum Geheimdienstspiel im Kalten Krieg. Denn Stiller war nicht nur wertvoll, weil er Spitzel im Westen verraten konnte; mit seinen genauen Kenntnissen des MfS vermochte der BND auch Gegenoperationen zu starten. Ein vorrangiges Ziel dabei: die Stasi verunsichern.

Denn Stiller war keineswegs mit Freundin und Kind geflüchtet. Vielmehr hatte er der Sekretärin seines Chefs eine offizielle Genehmigung zum "konspirativen Grenzübertritt" gestohlen, selbst ausgefüllt und war allein über die Agentenschleuse im Berliner S-Bahnhof Friedrichstraße in die West-Berliner U-Bahn gelangt. Die Fehlinformation über Freundin und Tochter sollte wohl Ermittlungskapazität beim MfS binden und so den Gegner zusätzlich schwächen. .....
... In die Reihe der Propagandaaktionen mithilfe Stillers gehörte auch sein Buch von 1986, das "Im Zentrum der Spionage" hieß und mit fünf Auflagen ein Bestseller wurde. Neben tatsächlichen Erlebnissen des Überläufers fanden sich hier vom BND vorgegebene Desinformationen, zum Beispiel über die Dauer seiner Arbeit als Doppelagent. In Stillers zweitem Buch wird erstmals die wahre Geschichte erzählt - verspricht der Verlag. Ob das stimmt, ist jedoch kaum zu überprüfen. Denn die Akten der beteiligten westlichen Dienste, neben dem BND vor allem des Bundesamts für Verfassungsschutz und der CIA, sind bisher absolut unzugänglich. Wobei ohnehin fraglich ist, ob Details einer solch komplexen Operation überhaupt schriftlich festgehalten wurden. Wohin das führen konnte, hatte ja gerade Stiller gezeigt, als er mit seinem Koffer voller Geheimdokumente übergelaufen war ...

Quelle:
http://www.welt.de/die-welt/politik/arti...esten-ging.html[/quote]
----------------------------------------
Na ist doch clever, da ist ja noch Platz für ein drittes Buch. Titel dann ungefähr so "Im Zentrum der Spionage - nun aber - wie es mit SICHERHEIT war"

Mike59


zuletzt bearbeitet 13.09.2010 19:40 | nach oben springen
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#3

RE: 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 13.09.2010 19:41
von Gert | 12.354 Beiträge

Ja das war die Revanche für Günter Guilliaume! Es kann doch nicht immer nur eine Seite gewinnen.

Viele Grüße aus dem Rheinland


.
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Dostojewski 1866
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Mahatma Gandhi
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#4

RE: 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 13.09.2010 20:05
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Schade das er damals nicht zur Verantwortung gezogen wurde, heute tröstet nur das Wissen um die Tatsache: Mors certa, hora incerta.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#5

RE: 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 13.09.2010 20:48
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Gert

Ja das war die Revanche für Günter Guilliaume! Es kann doch nicht immer nur eine Seite gewinnen.

Viele Grüße aus dem Rheinland


Eben,ausgleichende Gerechtigkeit,bei G.hat es dem Kanzler seinen Job gekostet und bei S. hat es den Mielke blamiert.



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#6

RE: 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 13.09.2010 20:50
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Feliks, das klingt ja fast so, als bist du Ihm, dem Stiller heute noch böse, das er euch verraten hatte. Nun komm mal wieder runter, alter Tschekist, das ist doch alles Geschichte, wunderbare Geschichte und gelernt hast du doch daraus? Möchte ich mal hoffen, denn dumm bist du nicht, im Gegenteil, ich schätze Leute mit dem Hang, auch mal um die Ecke zu denken, weiter zu denken wie die Masse.
"Na komm...sag, er war clever, der Stiller und ihr konntet es nicht verhindern, denn Fehler macht wohl jeder Geheimdienst der Welt".
Vorschlag: Wir holen ihn hier ins Forum...Angelo bittet untertänigst um seine Audijenz...na dann geht es hoch her, das kann ich mir lebhaft vorstellen.

Rainer-Maria


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#7

RE: 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 13.09.2010 21:00
von X-X-X (gelöscht)
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"The sun doesn't shine on the same dog's ass everyday." Russian saying.

Jens


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#8

RE: 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 13.09.2010 21:01
von exgakl | 7.223 Beiträge

Hallo RMR,

also Hut ab, der Beitrag ist Klasse!!!
Das hoch her kann ich mir gut vorstellen

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#9

RE: 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 13.09.2010 21:14
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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KID oder besser Jens, ich kann leider kein Englisch...bring es bitte nochmal auf Deutsch?
exgakl, "diese MfS-Mimosen", fast könnte man meinen, sie haben die alten Zeiten noch nicht aufgearbeitet.

Rainer-Maria


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#10

RE: 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 13.09.2010 21:23
von icke46 | 2.593 Beiträge

Hallo, RMR,

bin zwar nicht KID bzw. Jens, aber ich kanns Dir auch übersetzen:

"Die Sonne wärmt nicht jeden Tag denselben Hundea..ch"

Soll wohl sinngemäss bedeuten, mal sind die einen obenauf, mal die anderen. Das ist nun aber meine Deutung.

Gruss

icke



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#11

RE: 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 13.09.2010 21:32
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Danke icke, ich musste so lachen ob dem herlichen Ausspruch von Jens und deiner freundlichen Übersetzung. Der Hundearsch...ich schreib ihn mal aus nimmt sich eben nicht viel dem Menschenhintern...wenn die Sonne scheint.
Aber gute Nacht ins Forum.

Rainer-Maria und Feliks, so kenn ich dich garnicht, hatte es dir irgendwie die Argumente verschlagen?


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#12

RE: 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 13.09.2010 21:37
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von Angelo


Die "Affäre Stiller" war der größte Erfolg des BND und die schwerste Niederlage der Stasi im deutsch-deutschen Geheimdienstkrieg.



Wenn Stiller, der als reiner Überläufer ohne zutun Pullachs kam, der größte Erfolg des BND im deutsch-deutschen "Geheimdienstkrieg" war, ist das für mich eher eine Bankrotterklärung.



zuletzt bearbeitet 13.09.2010 21:40 | nach oben springen
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#13

RE: 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 13.09.2010 21:45
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Mensch Merkur, jetzt geh ich doch noch nicht ins Bett. Ihr könnt euch doch auf die MfS-Fahne schreiben, das der BND reine Dilletanten gegen euren Verein waren und ohne das hier ins Lächerliche zu ziehen, aber so war es...ist zumindest meine Meinung, und ich denke, ich liege nicht falsch damit?
Also seit doch mal weise, ihr wisst es doch besser und müsst euch im Nachhinnein nichts beweisen, auch wenn da mal ein kleiner Verräter Stiller zum Feind überlief.

Rainer-Maria


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#14

RE: 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 13.09.2010 22:26
von torpedoschlosser | 330 Beiträge

Zitat von KID
"The sun doesn't shine on the same dog's ass everyday." Russian saying.

Jens


leider kann ich nicht engl.

Hvad hedder det po dansk? Jeg taler kun lidt dansk!

vG. torpedoschlosser


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#15

RE: 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 14.09.2010 06:56
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Du sprichtst ein wenig Dänisch, na ja damit kann ich nicht helfen. Vielleicht fällt Dir der Ausspruch ja so ein wenig leichter: Солнце не светит на таком же ишаке собак ежедневном


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 14.09.2010 06:57 | nach oben springen
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#16

RE: 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 14.09.2010 07:00
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Guten Morgen zusammen und Schweigen im MfS-Forumsmännerwald, das ist ja richtig unheimlich? Sonst ging bei solchen Themen immer die Post ab, also nein, man glaubt es doch nicht.
Aber mal ernsthaft, es kommt mir fast so vor, als scheint es da immer noch einen alten Codex zu geben, wenn es um Männer wie Stiller geht?
Einen guten Tag allen ins Forum.

Rainer-Maria


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#17

RE: 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 14.09.2010 11:24
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Mensch Merkur, jetzt geh ich doch noch nicht ins Bett. Ihr könnt euch doch auf die MfS-Fahne schreiben, das der BND reine Dilletanten gegen euren Verein waren und ohne das hier ins Lächerliche zu ziehen, aber so war es...ist zumindest meine Meinung, und ich denke, ich liege nicht falsch damit?
Also seit doch mal weise, ihr wisst es doch besser und müsst euch im Nachhinnein nichts beweisen, auch wenn da mal ein kleiner Verräter Stiller zum Feind überlief.

Rainer-Maria



Weißt Du R-M, dass MfS hat einen Fehler nicht gemacht. Es hat seine Gegner nie unterschätzt. Und das in Pullach "reine Dilettanten" am Werk waren, ist eine Einschätzung, die an der Realität insgesamt vorbeigeht.
Natürlich hat man sich im MfS über manche Dinge gewundert, beispielsweise über bestimmte handwerkliche Fehler, die bei der Führung wichtiger und weniger wichtiger Quellen nicht hätten passieren dürfen (z. B. Nutzung verbrannter Deckadressen und Geheimschreibmittel/Deckadressenhäufungen in bestimmten Postleitzahlgebieten , primitive Erbsenzählerei an militärischen Objekten in der DDR mit schlechter Legende für die "Objektlatscher", qualitativ schlechte Fertigung operativer Dokumentationen, durchschaubare Ansätze bei der Werbung von Quellen auf bestimmte Zielgruppen) . Nach meiner Einschätzung hat Pullach die operative Arbeit des MfS in vielen Bereichen unterschätzt und ist zu leichtfertig an die Lösung der übertragenen Aufklärungsaufgaben gegangen.
Natürlich war Stiller für den BND ein Glückstreffer. Dafür hat Pullach allerdings wenig getan, auch wenn man im Buch "Im Zentrum der Spionage" suggeriert, er hätte schon vor seiner Fahnenflucht als Innenquelle in der HV A gearbeitet, was nicht der Realität entspricht. Der Glückstreffer warf natürlich ein noch positives Bild auf den Dienst, wenn man ihn als übergelaufene Innenquelle darstellte. Die Notwendigkeit der positiven Imagepflege war ja auch groß und eine eine Quelle im gegnerischen Dienst ist die Krönung des Geschäfts.
Man muss aber auch ganz klar sagen, dass die Flucht Stillers dem MfS, insbesondere der HV A, weh tat. Da gibt es nichts herunterzuspielen, da er eine Reihe von IM enttarnte. Verhaftungen im Operationsgebiet und Rückzug von Quellen in die DDR waren die Folge. Die Nachwirkungen im Fall Stiller erstreckten sich bis zum Ende des MfS. Er kannte eine Reihe von Personen, vorwiegend aus dem Bereich Wissenschaft und Technik, die durch seine Hinweise in das Blickfeld des BND gerieten. Davon erfuhr dann das MfS und leitete operative Kontrollmaßnahmen ein.
Ich bin mal gespannt, was der "Schakal" schreibt. Es interessiert mich sehr !



zuletzt bearbeitet 14.09.2010 11:35 | nach oben springen
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#18

RE: 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 14.09.2010 13:13
von linamax | 2.015 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Schade das er damals nicht zur Verantwortung gezogen wurde, heute tröstet nur das Wissen um die Tatsache: Mors certa, hora incerta.


Hallo Genosse Feliks D.
Mann muß sich langsam mal fragen ob Sie sich nach 20 .Jahren Wiedervereinigung immer noch Ihren Haß nicht zügeln können
linamax


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#19

RE: 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 14.09.2010 16:10
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Schade das er damals nicht zur Verantwortung gezogen wurde, heute tröstet nur das Wissen um die Tatsache: Mors certa, hora incerta.



Gilt eigentlich doch für jeden von uns. Doch in diesem Zusammenhang ist der Spruch nicht zeitgemäß. Es ist vorbei. carpe diem.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#20

RE: 1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus

in Spionage Spione DDR und BRD 14.09.2010 16:17
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von S51


Gilt eigentlich doch für jeden von uns.



Richtig, daher kann ich auch nichts verwerfliches an ihm finden.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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