#1

Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.09.2010 20:29
von Zkom IV | 320 Beiträge

Hallo,
habe erstmal eine Frage.
Welche GK lagen im Bereich Glienicker Brücke bis etwa Gut Osdorf. Dies war mein bereich als Zollbeamter auf Westberliner Seite. Würde dann gerne Kontakt zu ehemaligen Angehörigen dieser GK bekommen. Besonders zu ehemaligen GAKs, welche ich zu meiner Zeit nie zu Gesicht bekommen habe. Wahrscheinlich ward ihr zu gut getarnt und ich bin einfach an euch vorbeigelatscht ?!
Hatte nach der Wende viele Kontakte zu Ostzöllnern, welche auch heute noch Bestand haben, aber wenig zu den GT.
Vielleicht lässt sich das, trotz der vielen vergangenen Jahre, nun nachholen ? Hätte auch einige Fragen zur ehemaligen GÜSt Drewitz und dem ehemaligen Kommandanten (von den Ostzöllern aus Drewitz immmer "Oberst Wichtig" genannt. Hatte mit dem mal sowas wie einen kleinen Kontakt, als er in Begleitung eines Uffz. mal nach ganz vorne zur Grenzlinie kam.
Wie gesagt, bin gespannt auf Kontakte.
Gruß frank



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#2

RE: Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.09.2010 23:54
von Rotten (gelöscht)
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Hallo & Willkommen @Zkom IV. Ich hatte ein kurzes Intermezzo (5 Monate) als GWD'ler in der 2.GK Wassmannsdorf 1986/87. Unser Grenzabschnitt (GR-42) war im Bereich Wasser-Güst Dreilinden bis Güst Waltersdorfer Chaussee(Berlin-Schönefeld). Ich hatte in dieser Zeit allerdings nicht mehr als 20-30 Grenzdienste. Kann mich jedoch noch an einige Vorfälle(Winter/Frühjahr 86/87) im Bereich Teltowkanal erinnern (eine Fahnenflucht,eine Festnahme mit Anwendung Schusswaffe).1986 gab es dort auch einen gelungenen Grenzdurchbruch(2 Personen) im Bereich Teltow(Gärtnerei/Kindergarten).Hatte auch einige Male das Vergnügen auf dem Postenpunkt , gegenüber TÜP Osdorf. In Wassmannsdorf waren zwei GK stationiert (Fotos in der Bildergalerie),eine weitere gab es meines Wissens in Heinersdorf (bei Teltow).
So far... , Rotten


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#3

RE: Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.09.2010 13:25
von skbw | 216 Beiträge

Hallo Zkom IV,
erstmal herzlich willkommen. Der Bereich Glienicker Brücke gehörte zum GR-44, das Gut Osdorf ( bei uns hieß der Ort Heinersdorf ) gehörte zum GR-42. In Heinersdorf waren die 4. und 5. GK. Von 1982 bis zum Schluß war ich vorallem in der 5.GK eingesetzt. GAKL gab es erst 1988/89 in der GK, davor waren sie dem GR unterstellt und auch von dort eingesetzt. Meistens mit Fotoausrüstung auf dem Aufklärerturm (PoP 49) links der Osdorfer Str. oder eben im Hinterland. Die Kontrollen "feindwärts" des vorderen Sperrelemts lagen in der Verantwortung der GK´s.

bis bald skbw


" Man kann nur zu einer eigenen Meinung gelangen, wenn man offen sein kann und sich auch irren darf. "

Maxie Wander
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#4

RE: Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2010 13:58
von Zkom IV | 320 Beiträge

Hallo Rotten und Skbw,
das ist ja schön, dass ich nun mal zwei Grenzer kennenlernen kann, welche mir sozusagen gegenüberlagen.
Das Gebäude der GK in Heinersdorf kennen ich noch von kurz nach der Wende, wurde aber vor einigen Jahren abgerissen. Ich glaube es war im Dezember 1986, da war ich Augenzeuge einer mißglückten Flucht im Bereich des alten Bahndammes zw. Lichterfelde und Teltow. Ich bin mir mit dem Datum aber nicht sicher. Kann sich jemand von Euch an diesen Vorfall erinnern?
Eine männliche Person hatte es bis zum letzten Metallgitterzaun geschafft, wurde dort gestellt und kurze Zeit später durch die Trabbi Streife aus dem Grenzgebiet verbracht. Geschossen wurde zum Glück nicht, bis auf das Abschießen von Leuchtraketen. Ich hatte jedenfalls die Hosen ganz schön voll, als der Kamerad von den GT aus dem Trabbi sprang, sich durch den Kfz Sperrgraben wuchtete und dann seine Kaschi von der Schulter riß mit den Worten :"Halt! Stehenbleiben Grenztruppen der DDR!" Dabei hörte ich das metallische Geräusch des Durchladens. Ich stand genau in der Schußlinie, sozusagen direkt hinter dem Flüchtling. Zwischen uns etwa 20m und nur der lächerliche Streckmetallzaun. So dachte ich :"Wenn der jetzt die Nerven verliert und losflammt, dann biste Weg vom Fenster!" So machte ich den Aal und legte mich schön lang ins Gras, während mein Kollege mit den Worten"Dann such Dir mal eine Deckung" im hinteren Waldstück verschwand.
Da lag ich nun mit meiner P6 in der Hand und brüllte irendwas von "Hier ist Westberliner Zoll, stellen sie das Schießen ein!"Damit meinte ich die Leuchtrakten, aber was besseres fiel mir nicht ein. Glücklicherweise entspannte sich die Situation dann schnell durch den Abtransport des Flüchtlings. Jedenfalls hatte ich wahnsinnige Angst und weiß nicht was ich gemacht hätte, wenn der GT Angehörige seine Kaschi auch benutzt hätte.
Vielleicht ist dieser Vorfall euch auch bekannt und ihr könnt dazu was sagen.
Gruß Frank



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#5

RE: Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2010 14:22
von Zkom IV | 320 Beiträge

Hallo Rotten,
mal sehen ob wir über die gleichen Vorfälle sprechen. Die FF müßte von dem B 11 Turm genau an der Ecke Teltowkanal/Teltow Phlipp-Müller-Alle gewesen sein. Der B 11 er stand genau an diesem rechten Winkel, wo die Grenze dann dem Teltowkanal folgte. Ein GT Angehöriger hatte das Schloß aus seiner Kaschi entnommen und dann auf dem Turm die Knarren ausgetauscht. Dann kletterte er über den Metallgitterzaun und flüchtete auf das drtige Gelände des Gartenbauamtes. Der Zurückgebliebene wollte wohl sogar das Feuer eröffnen, ging ja nun aber nicht.
Auch die Flucht Teltow Kindergarten ist mir bekannt. Soweit ich weiß sind da zwei Typen aus einer Sufflaune heraus mit einer Leiter einfach rüber, durch den Kanal geschwommen und fertig. Ein Kollege von mir mußte noch ins Wasser springen und einen der Beiden rausziehen, weil diesen wohl die Kräfte verließen. Der wäre sonst abgesoffen. Mir heute noch ein Rätsel, wie das klappen konnte. Direkt neben der dortigen Knesebeckbrücke stand ein B11er Turm. Etwa zwanzig Meter daneben überwanden beide die Sperrelemente. Denke die beiden auf dem Turm schliefen den Schlaf der Gerechten.
Was ich in meiner Zeit (1982-90) immer "vermisst" habe war mal ein treffen mit einer GAK Streife. Habe die nie gesehen, jedenfalls auf dem vorgelagertem Gebiet nicht. Wurden solche Streifen in deinem Bereich nicht gemacht oder waren die Kameraden nur so gut getarnt, dass ich an Ihnen vorbeigelatscht bin. Mir ist nur ein Fall vom Gelände der Teltowwerft (war da wo die Grenze über den Kanal in Richtung Buschgraben abbog) bekannt. Da haben sich zwei meiner Kollegen etwas vertan und waren irgendwie auf DDR Gebiet gelangt. Jedenfalls raschelte es vor Ihnen plötzlich-aus dem Unterholz erschienen zwei Soldaten mit Kaschi im Anschlag und dem Ruf :"Grenztruppen der DDR. Hände hoch !" Beide machten sich glaube ich kurz in die Hose, dann auf dem Absatz kehrt und rannten zurück auf sicheres Westberliner Gebiet. Danach natürlich viel Wirbel mit Polizei, Alliierten u.s.w.
Die Story wurde doch bei Euch bestimmt erzählt und man hat über die blöden Zöllner gelacht. Wie gesagt ich habe sonst in 11 Jahren Keine GAKs gesehen.
gruß Frank



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#6

RE: Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2010 16:00
von VNRut | 1.483 Beiträge

Zitat von Zkom IV
Hallo Rotten und Skbw,
....... Ich hatte jedenfalls die Hosen ganz schön voll, als der Kamerad von den GT aus dem Trabbi sprang, sich durch den Kfz Sperrgraben wuchtete und dann seine Kaschi von der Schulter riß mit den Worten :"Halt! Stehenbleiben Grenztruppen der DDR!" Dabei hörte ich das metallische Geräusch des Durchladens. Ich stand genau in der Schußlinie, sozusagen direkt hinter dem Flüchtling. Zwischen uns etwa 20m und nur der lächerliche Streckmetallzaun. So dachte ich :"Wenn der jetzt die Nerven verliert und losflammt, dann biste Weg vom Fenster!" So machte ich den Aal und legte mich schön lang ins Gras, während mein Kollege mit den Worten"Dann such Dir mal eine Deckung" im hinteren Waldstück verschwand.
Da lag ich nun mit meiner P6 in der Hand und brüllte irendwas von "Hier ist Westberliner Zoll, stellen sie das Schießen ein!"Damit meinte ich die Leuchtrakten, aber was besseres fiel mir nicht ein. Glücklicherweise entspannte sich die Situation dann schnell durch den Abtransport des Flüchtlings. Jedenfalls hatte ich wahnsinnige Angst und weiß nicht was ich gemacht hätte, wenn der GT Angehörige seine Kaschi auch benutzt hätte.
Vielleicht ist dieser Vorfall euch auch bekannt und ihr könnt dazu was sagen.
Gruß Frank



Hallo Frank,

wir bekamen damals vor jedem Grenzdienst eine ausführliche Belehrung und die Besonderheiten des Postenpunktes (POP) vom Zugführer (Abschnitts-Führender) oder durch sein stellvertretender Uffz. mitgeteilt, indem auch noch mal auf den Schusswaffengebrauch eingegangen wurde. Grundsätzlich hieß es, Anwendung nur im äußersten Notfall zur Verteidigung des eigenen Lebens und niemals direkt in Richtung Staatsgrenze (d.h. notfalls nur parallel zur Staatsgrenze).

Wir konnten aber auf "Ede" (auch "Egon") ganz gut verzichten, weil viele von uns selbst schon Familienväter waren und wieder heile nach Hause wollten. Die meiste Angst hatte ich damals vor fahnenflüchtige bewaffnete Russen gehabt. Doch wer steht in der Dunkelheit vor Dir? Ein Schusswaffengebrauch hatte ich damals bei Befragungen immer kategorisch abgelehnt. Trotzdem wurde ich immer wieder zum Grenzdienst eingeteilt, wurde zwar nie Postenführer und war viel auf FÜST Posten, aber immer wieder vorn an der 15-20 m breiten Nahtstelle. Meine Einschätzung, man wollte lieber zur Besonnenheit handelnde Grenzposten als Rambos. Immerhin konnte aus den kleinsten Funken ein großes Feuer entstehen.

Gruß VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#7

RE: Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2010 16:33
von Rotten (gelöscht)
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Hallo Frank ,
das ist nach über 20 Jahren doch recht interessant zu lesen ! Wie schon geschrieben war meine Dienstzeit an der Berliner Grenze kurz (Mitte Dezember 1986 - Ende April 1987). Und als ehemaliger Hinterlands-Grenzer der 'Grünen Grenze' konnte man mit mir auch nicht recht viel anfangen. Zu Einsätzen von GAK ist mir bspw. überhaupt nichts bekannt. Die FF am PoP Phillipp-Müller-Allee fand vor meiner Zeit statt , genauso die FF'ten am PoP(gegenüber 'Mauerblümchen'). Während meiner Dienstzeit gab es eine FF am PoP Gasrohr(Nähe Knesebeckbrücke).Etwas näher beschrieben , hier im Forum in einem anderen Thread.
Bei der geglückten Flucht in Nähe der Gärtnerei , hatten die Flüchtenden den Vorteil , dass pottendicker Nebel herrschte und es vom GSZ bis zum vorderen Sperrelement nur ca. 50 Meter waren. Gemunkelt wurde natürlich viel , so z.B. , dass der mobile PoP 'Gärtnerei' & die Führungsstelle 'Kuhstall' nicht 'Herr der Dinge' waren..
Die Festnahme mit Anwendung der Schusswaffe fand im Winter/Frühjahr 1987 statt . Dieses zwischen den PoP 'Betonwerk' & 'Gärtnerei'. Da verlässt mich meine Erinnerung... Deutlich in Erinnerung habe ich aber noch die Löcher im vorderen Sperrelement , die durch die Anwendung der Schusswaffe verursacht wurden.
Zum PoP 'Phillipp-Müller-Allee' gab es noch folgende Besonderheit , dass sich dort ein Tor im vorderen Sperrelement befand. So kam es vor,dass die beiden Posten für ca. 1-2 Stunden ihren PoP verlassen mussten , zum PoP 'Gärtnerei' handelten & ihr PoP durch zwei Uffz./Offz. ersetzt wurde.
Mir persönlich war die ganze Ecke von 'Betonwerk' bis 'Gärtnerei' nie recht 'geheuer' , denn als zivile Person konnte man recht einfach bis zum GSZ gelangen. Auch die Postendienste waren von einigen Stellen recht gut einsehbar.
So far..., Rotten


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#8

RE: Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2010 17:41
von Zkom IV | 320 Beiträge

Hallo Zusammen,
es ist schon ein Wahnsinn, dass wir erst jetzt über 2o (!!!) Jahre nach dem Mauerfall solche Dinge besprechen können. Diesem Forum sei Dank! Ich hatte nach der Wende zwar viele Kontakte, aber das waren hauptsächlich Zöllner oder Angehörige der PKE. Und so kurz nach der Wende (das war so Januar-Juni 1990) haben viele auch noch nicht so offen darüber sprechen können. Ich freue mich sehr mich heute mit euch über die damalige Zeit austauschen, schließlich hat amn ja so einige Dienste "zusammen geschoben", wenn man das so sagen kann. Habe schon damals, gerade bei Sauwetter, die Fuß oder Fahrradstreife die immer zwischen dem Bahndamm Lichterfelde und dem Ort Seehof in freier "Natur" Posten stehen mußte nicht gerade beneidet. Wir hatten ein Stück weiter, da wo die Grenze einen 90 Grad Winkel machte und weiter parallel zum TÜP Osdorfer Str. verlief, eine kleines, grünes Wetterschutzhäuschen. Hier habe ich viel Zeit verbracht. Vom dortigen Holzbeobachtungsturm habe ich oft versucht mit der dortigen B-Turmbesatzung Kontakt aufzunehmen. Leider, bis auf eine, allerdings sehr besondere Ausnahme., ohne Erfolg. Von mir in einem anderen Bericht schon erzählt. Dieser Punkt hieß bei uns E 05. Habe sogar noch private Streifenaufzeichnungen aus dieser Zeit. Könnte dir sagen, wann ich zu welcher Zeit wo eine Streifenpostierung eingelegt habe. Noch eine Frage zu dem Durchlass PoP Phlipp-Müller-Alle. Wo war der denn genau? Kann mich daran gar nicht erinnern. Wurden denn da irgendwelche leute rein oder raus geschleust? Kann mir das nicht vorstellen. Das ging über den Bhf. Friedrichstraße doch wesentlich einfacher.
Gruß Frank



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#9

RE: Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2010 20:42
von skbw | 216 Beiträge

Hallo zusammen,
möchte dazu auch etwas loswerden. Meinem Kenntnisstand nach ( Gedächtnis lässt sicher nach ), war das Tor vorne am PoP 56 Bucht. An diesem PoP war auch die FF. Der PoP war AO13 und deshalb war der Trabbel danach auch entsprechend hoch. Die FF war wohl in der 4.GK. Vor dem nächsten GD mussten wir bei unserem Personal eine zusätzliche PA (Personalanalyse) durchführen und die Bestätigungen wurden überarbeitet. Der PoP 56 war weder von rechts PoP 55 (PMA) noch vom PoP 57 Gärtnerei einsehbar. Die 57 war nachts zwischenzeitlich von einer Grenzstreife besetzt und nur eine Ausweichstelle. Gute Bilder findet ihr hier http://www.denkmallandschaft-berliner-mauer.de .
Zur Festnahme am PoP 52 S-Bahndamm hat VRNut bereits festgestellt, die Anwendung der Schußwaffe wäre parallel zum GZ erfolgt. Also warst Du, Zkom IV, nicht in Gefahr. Der S-Bahndamm war im SiA IV des Nachts eine Schwerpunktangriffsrichtung. Einerseits durch die Gartenlauben im Hinterland und durch den häufig auftretenden Nebel. An diesem PoP ( Ausweichstelle) war zeitweise eine Grenzstreife (Krad, Trabi) eingesetzt. Großen Wirbel hatte diese Festnahme, weil der GV eigentlich durch den Hinterlandsposten auf dem S-Bahndamm hätte festgestellt (festgenommen) werden müssen.

Gakl wurden feindwärts nicht verdeckt eingesetzt. Es gab dort kaum Deckungsmöglichkeiten und das Gebiet war mitunter nur 2 Meter breit. Ende 1989/ Anfang 1990 habe ich mal 2 Gakl feindwärts PoP 44 F101 eingesetzt, hab darüber schon woanders berichtet.
Feindwärts war ich vorallem beim PoP 46 Grenzspitze mit meinen Leuten unterwegs, um dort den Bewuchs in den Griff zu bekommen.

bis bald, skbw


" Man kann nur zu einer eigenen Meinung gelangen, wenn man offen sein kann und sich auch irren darf. "

Maxie Wander
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#10

RE: Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2010 21:17
von VNRut | 1.483 Beiträge

Zitat
@Frank, Hallo Zusammen,
es ist schon ein Wahnsinn, dass wir erst jetzt über 2o (!!!) Jahre nach dem Mauerfall solche Dinge besprechen können. Diesem Forum sei Dank!



Warum sollen wir noch 50 bis 60 Jahre mit der Aufarbeitung warten, unsere Zeit ist auch begrenzt und ich bin noch Wissensdurstig. Es reicht mir bei weitem, das unsere ehemaligen Alliierten und ihre Geheimdienste ihre Akten noch solange unter Verschluss halten müssen. Da bleiben viele Fragen offen: Wie war das mit JFK?, Vietnam und Afghanistan?, Wettlauf ins Weltall im kalten Krieg - War man 1969 auf dem Mond? u.v.m.

Noch können wir unsere Kinder und Enkeln davon berichten, wie sich Deutsche in Ost und West gegen überstanden, nur weil es nicht sein dürfte - was eigentlich viele sich erträumten und wünschten.

Gruß VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#11

RE: Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 08.09.2010 09:38
von Zkom IV | 320 Beiträge

Hallo skbw,
das ist ja wirklich hochinteressant. Habe da noch viele offene Fragen, hoffe ich kann dich damit noch weiter "belästigen". Wenn das Tor im Bereich der Bucht lag, konnte ich es wahrscheinlich gar nicht kennen, da dieser Bereich von Westseite kaum einsehbar und oft auch gut zugewachsen. Kann mich erinnern, dass die Kameraden vom Wasserschutz da oft postierten oder besser pausierten. Super auch der Link, tolle Bilder. So habe ich auch vieles in Erinnerung.
Nochmal eine Frage. So im Frühjahr 1988 hatte ich eine Kontaktaufnahme mit dem B-Turm, denke es muß der PoP 50 gewesen sein. Hatte nach der Wende mit dem dort eingesetzten GWD ler nochmal kurz Kontakt. Er sagte mir, das unser Gespräch und meine Aktion (ich warf einige "Playboy-Zeitungen" über den Zaun, wohl von einem dortigen Anwohner bemerkt worden sei. Dieser muß gleich das GK informiert haben, den bei Rückkehr vom GD war die ganze Sache bereits bekannt und es gab natürlich extremen Ärger. An diesem Tag soll sich auch versehentlich ein Schuß gelöst haben. Zum Glück wurde niemand verletzt. Ist dir dieser Vorgang auch bekannt ?
Noch eine weitere Begebenheit ist mir in guter Erinnerung. Es muß so 1987/88 gewesen sein, als auf Abschnitt TÜP Osdorfer Straße bis in den Bereich Heinersdorf die alte Betonsperrmauer gegen einen Streckmetallzaun ausgetauscht wurde. Bei diesen Arbeiten stand ich oft nur wenige Meter entfernt. Kannst du Dich an diese Arbeiten noch erinnern ? Warst Du da auch mal eingesetzt ?
Noch ein Vorfall, der recht kurios war:
Unsere Funkstreife vom Zkom befährt den Grenzweg auf dem TÜP Gelände. Beide Insassen jugendlich und voller Tatendrang. Aber es war wohl mal wieder totlangweilig. So beschlossen beide die Höchstgeschwindigkeit dieses grenzweges zu erforschen ?! Das Ende vom Lied: Der Fahrer verliert die Kontrolle über das Fahrzeug und der VW Bus fliegt schnurgerade auf DDR Gebiet und kommt etwa 2m vor dem dortigen GZ zum stehen (auf der Seite liegend). Beide Zöllner verlassen zum Glück unverletzt den Bus und bauen noch schnell den Funk aus, ergreifen die MP 5 und begeben sich auf Westberliner Gebiet zurück. Dann war natürlich die Hölle los. Nach einigen Stunden trat ein Major an den GZ und teilte unserem Zollkommissar mit ." Sie dürfen das Fahrzeug jetzt vom Gebiet der DDR bergen!" Sprachs, machte auf dem Absatz kehrt und kehrte zum Kolonnenweg zurück.
Bin schon gespannt auf deine Antworten.
Gruß Frank



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#12

RE: Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 08.09.2010 23:41
von Rotten (gelöscht)
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Hallo @skbw , das ist wirklich eine recht interessante Seite mit sehenswertem Fotomaterial.
Stimmt , das Tor befand sich unmittelbar am PoP 'Bucht' und ist auf einem Foto auch recht gut zu erkennen. Auch gab es Berichte vom jeweiligen Postenpaar , welches für eine bestimmte Zeit den PoP verlassen mussten , dass dort Personen in Zivil das Tor passierten.
Gut in Erinnerung habe ich auch noch eine U.S.-Einheit(?) , die den Weg am Teltowkanal zum Frühsport nutzte.
Rotten


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#13

RE: Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 10.09.2010 12:54
von Zkom IV | 320 Beiträge

Hallo Rotten,
bei der US Einheit muß es sich um Soldaten der nahegelegenen McNair Kaserne in der Goerzallee gehandelt haben. Kann mich auch noch gut erinnern wie sie immer mit "Gesang" ihre Runden drehten, immer entlang des Teltowkanals bis zur Einmündung des Stichkanals.
Auf Höhe der dortigen FÜSt habe ich einmal erlebt, wie alle Frühsportler ihr Hinterteil entblößten in Richtung Osten. Haben sicu dann darüber halb Totgelacht.
Ja, so waren Sie unsere "Schutzmächte".
Das Tor war mir wie gesagt nicht bekannt. Hätte nicht gedacht, das hier wirklich Ausschleusungen von irgendwelchen Zivilisten stattgefunden haben. Obwohl es einmal genau an dieser Stelle eine merkwürdige Begenheit gab. Es war irgenwann im Herbst, so gegen 21.00 Uhr und es war schon dunkel. Ich hatte allein Spätdienst und war mit meinem Fahrrad auf dem Weg zum Feierabend auf dem Grenzweg entlang des Teltowkanals. Ich war so etwa in Höhe der Bucht, da ging im gesamten Grenzbereich das Licht aus. Plötzlich völlige Dunkelheit. War schon gespenstisch. Aber auf Ostseite war keinerlei Hektik "erhörbar". Alles schien völlig ruhig. Nach etwa 5-10 Min. ging das Licht wieder an.
Ich nehme an, das dieser Vorfall mit diesem Tor in Verbindung stehen wird.

Gruß Frank



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#14

RE: Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 10.09.2010 14:07
von VNRut | 1.483 Beiträge

Zitat
von ZkomIV: Ich war so etwa in Höhe der Bucht, da ging im gesamten Grenzbereich das Licht aus. Plötzlich völlige Dunkelheit. War schon gespenstisch. Aber auf Ostseite war keinerlei Hektik "erhörbar". Alles schien völlig ruhig. Nach etwa 5-10 Min. ging das Licht wieder an.



Hallo Frank,

in der Herbst- bzw. Winterzeit gingen öfters mal die Licht-Trassen aus, weil Grenzer zusätzliche Heizmitttel (Heizspiralen, Ufo´s) einsetzten. Das Energienetz war dann sehr stark überlastet und es flogen meist die Sicherungen raus. Krad-Fahrer flickten provisorisch die durchgebrannten Schmelz-Sicherungen mit Geldstücke, Kabel etc. bis die zuständige Reparatureinheit vor Ort war. Somit war bei Stromausfall gelassene Ruhe im Abschnitt.

Meist wurden die Grenzer aus diesem Bereich in der Kaserne nach Verbotenes durchsucht. Aber wir waren auch nicht dumm, ein Posten verließ den BT und buddelte alles im Sandboden oder unter den Kabelschacht-Abdeckung am GSZ ein. In der nächsten Schicht wurde durch den Kradfahrer das Material wieder an den Postenpaar übergeben.

Gruß VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
zuletzt bearbeitet 10.09.2010 16:55 | nach oben springen

#15

RE: Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 10.09.2010 16:50
von torpedoschlosser | 330 Beiträge

hallo Freunde des Forums,
mal wieder ein Beitrag, wo ich aus meiner Erinnerung heraus noch einiges zusammen kriege. Immerhin liegt mein letzter dort abgeleisteter GD 42 Jahre zurück. Also die Namen verschiedener GP's (fast alles Holz-Türme) sind mir noch geläufig.
Kann sich noch einer an das Panzer-Ehrenmal d. Sowj. Streitkräfte erinnern? Es stand jenseits des "Zaunes" und war nur durch ein großes Tor, welches auch Bestandteil des Zaunes selbst war, zu erreichen.
Zwischen Posten -S-Bahn, Stahnsdorfer Damm, Steinhaufen gab es auch einen "Konspiratven Wechselweg". Wenn da was los war, war auch teilweise dunkel tuten, wobei kurzzeitig die Postenpaare ausgewechselt wurden.
Besten Dank auch an skbw für den Link: denkmallandschaften-berliner-mauer.de. Die Qualität der Bilder ist leider nicht so doll, aber einiges ist nachvollziehbar. Jedenfalls hat man die Sicherungsmaßnahmen bis zum "Umsturz" doch mächtig verstärkt. Kann mir vielleicht noch einer den Straßennamen von der Kaserne sagen, in welcher der Kommandeur saß? Der Kasernenname war damals "Hans Marchwitza", die Psf. Nr.: 4228.

vG torpedoschlosser


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#16

RE: Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 10.09.2010 21:00
von skbw | 216 Beiträge

Hallo Zkom IV,
die von Dir erwähnten Vorfälle sind mir leider so nicht direkt bekannt. Es gab ja ziemlich viele Ereignisse.
Die Kontaktaufnahme am PoP 50 muß in der 4.GK gewesen sein, weil wir im 1988 von der Regimentssicherung zur Kompaniesicherung übergingen ( 1 Kompanie sichern einen Abschnitt rund um die Uhr ) und der PoP 50 gehörte zur 4.GK. Meine Einheit war deren rechter Nachbar (Kreis Zossen). Wenn Zeitungen oder andere Gegenständen rübergeworfen wurden, hatte der GP eine Meldung abzusetzten. Selbst die Dinge aufzunehmen war ihm eigentlich nicht möglich, weil er ja den Kontrollstreifen verletzen musste, was wiederrum großen Ärger eingebracht hätte. Die Gegenstände wurden meistens von ZBV-Offz. oder auch von kompanieeigenen Offz. aufgenommen. Mit ziemlicher Sicherheit sind einige "Playboys" nicht im Regiment abgekommen.
Der Pausenplatz der Wasserschutzpolizei war uns bekannt ,wurde aber nicht allzu häufig benutzt. Eigenlich war die Wasserschutzpolizei recht selten in unsrem Abschnitt. Die B-Meldungen Zoll bzw. Polizei waren da schon häufiger.Eigentlich wurde nur die Streifentätigkeit protokolliert. Aber wehe ihr wart länger an einem Standort, womöglich mit Fotoausrüstung, oder habt was abgesucht, dann machte sich Nervosität breit.
Den von dir beschriebenen Abschnitt habe ich eigentlich nur mit GZ in Erinnerung. Rechts und Links der F101 (PoP44) wurde ein GZ gesetzt. Durchgeführt von der PiK und gesichert von Gakl und abgestellten (bestätigten) Kräften der GK´s, in der Regel aber keine Offz..

Der Unfall mit dem VW-Bus ist mir nicht in Erinnerung.

An anderer Stelle habe ich schon mal einen Vorfall beschrieben, vielleicht ist er dir ja bekannt. Der einfachheithalber kopiere ich ihn einfach nochmal rein:
Für ein besseres Verstehen muss ich etwas weiter ausholen.
1988 - Immer wieder, in unregelmäßigen Abständen, tauchte gegenüber unserem Grenzabschnitt, von Steglitz bis Neukölln, auf den Podesten, eine weibliche und durchaus ansehnliche Person auf, die ihrerseits aktiv versuchte den Grenzposten zu einer Kontaktaufnahme bis zur FF zu bewegen. Zahlreiche Versuche wurden von den Grenzaufklärern unternommen zumindest diese Person auf ein Foto zubekommen. Schließlich wurde spekuliert, daß westliche Geheimdienste hinter dieser gezielten Provokation standen. Das gipfelte darin, daß besagte weibliche Person den Namen "Sandra" von uns bekam. Bei einer B-Meldung "Sandra" gelang es schließlich einmal ein Foto zu bekommen. Danach tauchte sie nur noch selten auf.

Winter 1989/1990 - Die politische Weltkarte begann sich immer mehr zu verändern. Die Grenzsicherung hatte mit einer solchen kaum noch was zu tun und kam eher einer Grenzüberwachung gleich. Der Personalbestand meiner Einheit war gesunken und sank immer weiter. Im Grenzabschnitt waren die BT nicht mehr besetzt. Es befanden sich nur Grenzstreifen (Trabi und Kräder) im Abschnitt, um festzustellen wo und wie weit die "Mauerspechte" vorankamen.
Eines Tages, ich war zur Dienstbesprechung im Regiment, wurde ich vom OpD alarmiert. Schweres Vorkommnis in meinem Abschnitt, Personen- und Sachschaden. Am Ereignisort angekommen bot sich mir ein für damaligen Verhältnisse nicht nachzuvollziehendes Bild.
Auf Westberliner Seite ( das vordere Sperrelememt war ein Grenzzaun ) die Feuerwehr, nebst kleinem Menschenauflauf, obwohl ich kein Feuer entdecken konnte. Am Kolonnenweg, um einen Lichtmast "gewickelt", ein Trabi, bzw. was noch übrig war. Vorm Fahrzeug der Posten, scheinbar unverletzt, Der Postenführer (BU) lag mit einer Fußverletzung und blutverschmiert auf dem Kolonnenweg. Und auf dem VKS bemühten sich intensiv zwei Feuerwehrleute um --- "Sandra".
Sie hatte es schwerer erwischt und war scheinbar nicht transportfähig. Der vom Regiment angeforderte (zivile!!) Krankenwagen aus Zossen, kam ewig nicht. Der Einsatzleiter der Feuerwehr wollte den Grenzzaun aufschrauben, um die Verletzte mit dem Fahrzeug zu bergen. Er konnte sich aber meinem Argument, des vorhandenen Kfz-Sperrgrabens ("dat wird nix"), anschließen. Der nächste Übergang war durch Panzerhöcker gesperrt. Mir blieb nur die Möglichkeit über GMN nach dem Krankenwagen "Ausschau zu halten". Das nächste "Vorkommnis" ließ nicht lange auf sich warten. Es wurde laut, sehr laut. Von Westberliner Seite überflog ein Rettungshubschrauber die Grenze, landete auf dem VKS, barg die Verletzte und hob wieder ab, die Feuerwehrleute kletterten über den GZ zurück und hinterließen einen ziemlich "dümmlich" dreinschauenden Grenzoffizier, .....mich.
Was war aber eigentlich passiert? - Meine Grenzstreife hatte in einem frisch geklopften Mauerloch im rechten Grenzabschnitt "Sandra" entdeckt und angehalten. "Sandra" nahm Kontakt auf ("Könnt ihr mich ein Stück mitnehmen"). Da in diesem Zeitabschnitt die Grenzer bekannterweise fast täglich immer freundlicher wurden, war das kein Problem. Da "Sandra" auch noch selbst den Trabi fahren wollte, wurde ihr "selbstverständlich" das Steuer überlassen. Die Fahrt endete am bewussten Lichtmast. Daß der Posten unverletzt blieb, hat er dem Umstand zu verdanken, daß er laufen "durfte".
Der ganze Vorfall endete damit, daß ich einen BU und einen Trabi weniger und die zivile Welt eine Arbeitskraft mehr hatte.
Ach ja, "Sandra". Sie soll mit Geheimdiensten nichts zu tun gehabt haben, war aber bei der Westberliner Polizei und bei ihren Aktionen rein privat unterwegs.

Bis bald, skbw


" Man kann nur zu einer eigenen Meinung gelangen, wenn man offen sein kann und sich auch irren darf. "

Maxie Wander
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#17

RE: Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 10.09.2010 21:12
von skbw | 216 Beiträge

Zitat von VNRut


Hallo Frank,

in der Herbst- bzw. Winterzeit gingen öfters mal die Licht-Trassen aus, weil Grenzer zusätzliche Heizmitttel (Heizspiralen, Ufo´s) einsetzten. Das Energienetz war dann sehr stark überlastet und es flogen meist die Sicherungen raus. Krad-Fahrer flickten provisorisch die durchgebrannten Schmelz-Sicherungen mit Geldstücke, Kabel etc. bis die zuständige Reparatureinheit vor Ort war. Somit war bei Stromausfall gelassene Ruhe im Abschnitt.

Meist wurden die Grenzer aus diesem Bereich in der Kaserne nach Verbotenes durchsucht. Aber wir waren auch nicht dumm, ein Posten verließ den BT und buddelte alles im Sandboden oder unter den Kabelschacht-Abdeckung am GSZ ein. In der nächsten Schicht wurde durch den Kradfahrer das Material wieder an den Postenpaar übergeben.

Gruß VN_Rut


Hallo VNRut,

es ist aber durchaus üblich gewesen, bei der Nutzung des Tores (Im SiA II im Bereich SChönefelder Str. - Obstplantage war auch eins) die Lichttrasse auszuschalten. Dem vorausgegangen war dann ein teilweiser Abzug der GP und motorisierten Streifen. Das unplanmäßige Ausfallen von Teilen der Lichttrasse nahm in zweiten Hälfte der 80er Jahre zu.
Dein "Tipp" kommt zig Jahre zu spät.

bis bald, skbw


" Man kann nur zu einer eigenen Meinung gelangen, wenn man offen sein kann und sich auch irren darf. "

Maxie Wander
zuletzt bearbeitet 10.09.2010 21:13 | nach oben springen

#18

RE: Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 14.09.2010 12:25
von Zkom IV | 320 Beiträge

Hallo Vn Rut und Sbkw,
das hätte ich nicht gedacht, dass die Stromanlage der so gesicherten Staatsgrenze so leicht zum Zusammenbruch gebracht werden konnte. Also einfach nur Überlastung. Ich dachte all die Jahre an diesem "Dunkeltag" sei was ganz besonderes passiert. Na ja, ist auch so gut.
Also diese "Sandra" ist mir nicht bekannt. Nun ging unser Bereich nur bis kurz vor die B 101. Werde aber mal bei einem Kollegen (jetzt auch Polizist) der in diesem Bereich war (Zkom III ging von der B101 bis Potsdamer Platz) nachfragen. Jedenfalls sehr merkwürdig. Schon recht traurig, dass durch so eine "Spielerei" Menschen zu Schaden gekommen sind. Aber in der Wendezeit ging ja vieles drunter und drüber. An einer FÜSt nähe Wasser Güst Dreilinden so zwischen der alten Autobahn Drewitz und Steinstücken, konnte ich einmal sogar den GT zu Hilfe kommen, wer hätte das einige Monate zuvor für möglich gehalten ?! Wir hatte dort eine Fußstreife entlang der schon stark zerlegten Mauer gemacht, als wir mit einem Uffz. von der dortigen noch besetzten FÜSt ins Gespräch kamen. Er bat uns an, die FÜSt zu besichtigen. Das nahmen wir natürlich gerne an. Jahrelang war man da vorbeimarschiert und fragte sich, wie es wohl in diesem Turm aussah. So erklommen wir die Stufen bis nach ganz oben. Es war schon fast alles ausgebaut, was an Technik früher vorhanden war. Jedenfalls erschien ein "Mauerspecht " in diesem Moment und begann an den herunterhängenden, kiloschweren Mauerteilen rumzuwerkeln. Der Uffz. sprach ihn daraufhin an, dieses doch zu unterlassen. Die Gefahr einer schweren Verletzung sei zu groß. Unser Specht antwortete in großmäuliger Weise etwa so :" Sie haben mir hier gar nichts mehr zu sagen!" und hämmerte weiter. Unsere Anwesenheit hatte er bis dahin nicht bemerkt. So lehnte ich mich jetzt aus dem Fenster in meiner "tollen" Zolluniform und sprach den Herrn Mauerspecht in beherzter Weise an, er solle jetzt seine Tätigkeiten einstellen. Wenn ihm hier eine Weisung erteilt würde, hätte er dieser auch nachzukommen, ansonsten würde ich mich der Sache annehmen.
Völlig verstört entfernte sich der Herr dann. Wir quatschten dann noch eine Weile und setzten dann unsere Streife fort.
Solche uneinsichtigen Typen haben mich schon immer genervt. Wenige Woche zuvor, bei Transitreisen o.ä. waren diese "Großmäuler" noch Kleinlaut und Kriecherisch, nun nach dem Fall der Mauer meinten sie dann einen "Affen" schieben zu können. Ekelhaft.
Die Sache muß sich so etwa im April/Mai 1990 zugetragen haben. Ich glaube der Kamerad war kein GWD ler hatte sich aber wohl auf vier Jahre verpflichtet und hatte erst zwei abgerissen.
Gruß Frank



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#19

RE: Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 17.09.2010 15:33
von Zkom IV | 320 Beiträge

Hallo Sbkw,
habe mal alte Kollegen angesprochenzu dem Fall "Sandra".
Also die Dame ist keinem der Befragten bekannt. Auch unsere damalige FuBZ kann sich an Vorgänge dieser Art nicht erinnern. Ich glaube das manchmal ein Vorgang nur auf einer Seite richtig "Wellen schlug" und auf der jeweils anderen Seite dagegen kaum oder gar nicht zur Kenntnis genommen wurde.
Dachte dann an Daten über den Unfall,, aber selbst wenn der zuständige Polizeiabschnitt damals dazu etwas schriftliches niedergelegt hätte gibt es darauf heute keinen Zugriff mehr. Akten der Polizei werden maximal 10 Jahre gelagert, danach vernichtet.
So kann ich leider nicht weiterhelfen, wäre ja mal interessant gewesen, was aus dieser komischen Dame geworden ist.

Gruß Frank



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#20

RE: Angehörige GT im Bereich Potsdam/Waßmannsdorf

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 17.02.2011 10:20
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Den Namen "Sandra" kenn ich auch noch ab ende ´86, meist mit Meldungen der "versuchten" Kontaktaufnahme. Die muss ja mächtig unterwegs gewesen sein, entlang der Mauer.


zuletzt bearbeitet 17.02.2011 10:27 | nach oben springen



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