#21

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 01.09.2010 17:43
von 94 | 10.792 Beiträge

Ach SFGA, warum nur fällt es mir nur immer so schwer, den Blutdruck unten zu halten, wenn ich Deine Schnellantworten so lese. Wenn und falls überhaupt ihr darüber debattiert, also gestern im Radio wolltest Du erst im nächsten Leben reich werden. Nur mal so als Erinnerung von einem, der im nächsten Leben bestimmt Stuhl wird. Aber in einem gebe ich Dir recht. Auf dem Nivea(u) der Nachmiday-Talkschau-Recipienten ist die Einheit noch lange nicht vollzogen und wird es wohl auch nie.

Achso, ein guter Stuhl kommt mit jedem Gesäß zurecht. *verzweifelt-wink*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#22

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 01.09.2010 18:07
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von 94
Ach SFGA, warum nur fällt es mir nur immer so schwer, den Blutdruck unten zu halten, wenn ich Deine Schnellantworten so lese.



Ach Dir auch?

Ich kenne einige die gerne einen Arbeitsplatz im Osten hätten, auch wenn sie dann weitaus weniger verdienen. Das Problem ist einzig selbst diese Jobs gibt es nicht.

Deine Grundaussage @SFGA ist also denkbar ungeeignet für das von Dir angeregte Streitgespräch.



P.S. Manch einem fallen die deutschen Wörter leichter


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#23

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 01.09.2010 20:51
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

ich gehe mal noch weiter und behaupte das sich die vollständige einheit deutschlands,welche alle zur wendezeit erwarteten in meinem leben nicht mehr realisieren wird.warum schreibe ich dieses so?weil ich in berlin lebe und nicht bestätigen kann das es hier relevante preisunterschiede in geschäften,mieten oder sonstwie gibt.es gibt unterschiede bei regionalen orten die schon immer da waren,wo reiche wohnen gibt es auch mehr designerläden,aber die bvg fährt ja auch zu aldi und co.
die politiker belügen uns schon seit 20 jahren mit einheitsgefasel,nur wenige jahre solizuschlag,in wenigen jahren verdienen alle genauso viel,usw.aber hat der staat einmal blut (steuer) gelekt,lässt er nicht mehr los.siehe sektsteuer zb.
ja die preise sind gleich,nur renten,löhne,arbeitszeiten und vieles sind unterschiedlich.wessis die geld haben ziehen nach ostberlin in altbaubezirke und treiben mieten in die höhe(angebot und nachfrage).
solange eine deutsche hauptstadt die einheit nicht vollziehen kann,wird es deutschland nie schaffen und das schaft frust und probleme.
tariflöhne west trennt heute noch die berliner mauer von tariflöhne ost.also ist die mauer noch finanziel real vorhanden und in den köpfen.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 01.09.2010 20:57 | nach oben springen

#24

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 01.09.2010 20:59
von Paramite (gelöscht)
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....hm,

naja mal zum Thema, es mag sein, dass diese in Berlin abgehackt ist, aber solange wie es noch Unterschiede gibt, ist sie meiner Meinung nach nicht vollendet.
Nach zwanzig Jahren gibt es immer noch die Begriffe Ossi's und Wessi's sowie "Neue Bundesländer". Hallo.... die DDR ist 40 geworden und das Gebiet heißt nach der Halbzeit der DDR immer noch so "Neue Bundesländer" .
Müssen wir nochmal zwanzig Jahre warten, bis das dann auch erledigt ist...lol

Ich glaub es müssen noch einige Generationen sterben,bis dieses dann auch vollendet ist.
Aber schaun wir doch mal auf das 1000jährige Reich, manche Völker auf dieser Erde meinen immer noch, dass wir Nazi's sind. Da bin ich mal gespannt, wieviele Generationen sterben müssen bis das dann auch endlich aus den Köpfen ist....wahrscheinlich werd ich das nicht erleben, da ich ja eine Gernation bin, die vorher noch sterben wird.


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#25

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 01.09.2010 21:11
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Eine 100 % Vollendung der Einheit wird es wohl nie geben,zumindest nicht mehr in unserer Generation.Sicher,die Wunden werden heilen,aber die Narbe bleibt.



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#26

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 01.09.2010 21:20
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

ia,ich glaube es wird noch länger als 20 jahre dauern und ossis werden immer menschen 3.klasse bleiben.real sieht es doch so aus das erst wessi,dann ausländer und am ende ossi.so sehe ich das persönlich.wessis nehmen für sich in anspruch immer wessis zu sein,ausländer werden gefördert durch steuergelder um nur nicht den verdacht aufkommen zu lassen das wir ausländer diskriminieren(dabei ist es überall üblich das es keine finanziellen hilfen für einwanderer gibt wenn sie nicht arbeiten und nicht mal der sprache des landes mächtig sind).bei ossis heist es,ihr ward doch selbst schuld,dabei hat ganz deutschland den krieg verloren und ich nie heil geschriehen.
aber so gibt es im ausland auch noch lange hass einiger gegen deutsche sowie ich auch sage,von mir keinen cent für naziopfer,denn ich war nicht schuld und verachte diese zeit.wenn ich heute noch büßen muß für 2 generationen vor mir,nenne ich es mal übertrieben aber sinngemäß sippenhaft.
es ist ja heute schon schlimm zu sagen,ich bin stolz ein deutscher zu sein,dabei hatte deutschland große menschen hervorgebracht wenn man die nazis mal ausklammert.aber das kenne ich noch von der vorwedezeit und verwunderte mich immer das die brd den strauß spielte und im sinn immer allen ländern gewähren ließ wenn sie nur mit naziezeit drohten.
irgendwann müßte damit auch mal schluß sein.aber so ist es ebend mit geschichte,es wird immer vor der fremden tür gekehrt und nun gibt es ja die ehemalige ddr die an allem schuld ist.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 01.09.2010 21:37 | nach oben springen

#27

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 01.09.2010 22:30
von wosch (gelöscht)
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Zitat von EK 82/2
ia,ich glaube es wird noch länger als 20 jahre dauern und ossis werden immer menschen 3.klasse bleiben.real sieht es doch so aus das erst wessi,dann ausländer und am ende ossi.so sehe ich das persönlich.wessis nehmen für sich in anspruch immer wessis zu sein,ausländer werden gefördert durch steuergelder um nur nicht den verdacht aufkommen zu lassen das wir ausländer diskriminieren(dabei ist es überall üblich das es keine finanziellen hilfen für einwanderer gibt wenn sie nicht arbeiten und nicht mal der sprache des landes mächtig sind).bei ossis heist es,ihr ward doch selbst schuld,dabei hat ganz deutschland den krieg verloren und ich nie heil geschriehen.
aber so gibt es im ausland auch noch lange hass einiger gegen deutsche sowie ich auch sage,von mir keinen cent für naziopfer,denn ich war nicht schuld und verachte diese zeit.wenn ich heute noch büßen muß für 2 generationen vor mir,nenne ich es mal übertrieben aber sinngemäß sippenhaft.
es ist ja heute schon schlimm zu sagen,ich bin stolz ein deutscher zu sein,dabei hatte deutschland große menschen hervorgebracht wenn man die nazis mal ausklammert.aber das kenne ich noch von der vorwedezeit und verwunderte mich immer das die brd den strauß spielte und im sinn immer allen ländern gewähren ließ wenn sie nur mit naziezeit drohten.
irgendwann müßte damit auch mal schluß sein.aber so ist es ebend mit geschichte,es wird immer vor der fremden tür gekehrt und nun gibt es ja die ehemalige ddr die an allem schuld ist.




EK82/2, ich glaube bei Dir persönlich wird es länger als 20 Jahre brauchen, solange Du Dich jedenfalls selbst als Mensch 3. Klasse siehst. "Einigkeit und Recht und Freiheit", darauf können wir stolz sein und nicht auf "Die Partei, die Partei, die hat immer recht". Vielleicht verstehst Du mich, vielleicht auch nicht, ich habe es jedenfalls versucht!
Schönen gruß aus Kassel.


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#28

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 01.09.2010 23:06
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

Zitat von Harsberg

Zitat von HG82
hallo,

na sören du darfst bei der ganzen kohle die die "wessis" mehr haben auch nicht vergessen, das hier im "osten" auch die lebenshaltungskosten wesentlich günstiger sind. zum beispiel lebensmittel oder versuch doch mal in münchen für 6 euro essen zu gehen , ich meine im restaurant.wird nicht gehen.



Dann mein Lieber, nenne mir ein Restaurant in den neuen Ländern, indem ich für 6 € ein Essen bekomme, wo ich auch satt werde.




dann komm mal zu mir nach schwerin.da kann ich ich dir einige zeigen.und da wirst du obersatt,sogar unter 6 €


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#29

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 02.09.2010 05:44
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

wosch,das habe ich schon verstanden und politisch meine ich es auch nicht.heist ich möchte die vergangenheit nicht zurück,aber ich möchte auch behaupten das einigkeit gleiche arbeit für gleichen lohn bedeutet.in berlin prallen die welten nun mal hart aufeinander,arbeitst du auf der anderen strassenseite im ehemaligen osten verdienst du halt mal weniger.
und den konflikt menschen 3.oder 2.klasse gibt es in vielen bereichen.es gibt genug alte wessis in berlin die es klar raushängen lassen.vielleicht drückte ich mich unklar aus,aber für mich ist einigkeit nicht nur der wegfall der mauer sondern auch einigkeit im sozialen bereich.mit dem wort RECHT gehe ich mal vorsichtig um,mir ist jedenfalls kein staat bekannt in dem alles rechtens vor sich geht.einzig allein haben wir bisher die freiheit erreicht,hier ist erst mal unrelevant ob man geld hat oder nicht.denn auch mit kleinem geldbeutel kann man andere welten kennen lernen,früher war manschmal schon der kontakt zum westen brisant.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#30

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 02.09.2010 05:57
von SCORN (gelöscht)
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Zitat von wosch



Statt dessen möchte ich Dich fragen, ob es außer dem teilweise, von mir gar nicht bestrittenen unterschiedlichem Lohnniveau, vielleicht auch einige Dinge gibt die in den Neuen Bundesländern weniger kosten, als in den "Alten"?
Dies ist übrigens eine ernsthafte Frage und richtet sich nicht nur ausschließlich an Dich!



moin moin wosch,
Im Osten sind im Verhältnis doppelt so viele Menschen arbeitslos wie im Westen, und wenn sie Arbeit haben, verdienen sie im Schnitt 17 Prozent weniger. Selbst wenn man herausrechnet, dass das Leben im Osten billiger ist, bleibt man bei etwa 9,5 Prozent »realem« Lohn-Unterschied. Andererseits gibt es absurderweise in bestimmten Branchen noch immer »Buschzulagen«, also mehr Geld für Westdeutsche, die in den Osten müssen – obwohl das Leben dort billiger ist.
das sind fakten.

gruß SCORN


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#31

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 02.09.2010 07:22
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Gilbert, das hast du schön geschrieben und lass dir den Satz patentieren..."Die Bürger der verbrauchten Bundesländer". Köstlich ausgedrückt und ich gieß mal Wasser auf die Mühle mit...als wir uns 1989/89 um 360° drehen mussten, weil Alles, aber auch Alles irgendwie anders werden sollte...denn das Alte war ja unwürdig,einfach nichts mehr wert, da blieben Sie, der Bürger West auf der Stelle stehen, aber voll auf der Stelle stehen.Ich gebe hier nicht die Schuld dem einzelnen Bürger West, ich gebe die Schuld der verkrusteten Politik, der damaligen Politik West.
Deswegen klappt das auch nicht mit der Einheit, nicht mal in wieder zwanzig Jahren.
Leider fehlt mir heute früh die Zeit, denn den Text könnte man noch ausbauen...eventuell nach der Feier, dem Treffen am Wochenende geht es weiter.

Rainer-Maria


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#32

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 02.09.2010 09:12
von sentry | 1.108 Beiträge

Na, wenn man sich als Bürger dritter Kalsse fühlt, aber trotzdem stolz ist ein Deutscher zu sein, ist doch noch nicht alles verloren...

Aber wie ist das nun eigentlich mit dem Lohn - ich kenn' mich nicht so gut aus mit ehrlicher Arbeit!?
Ich habe immer dieses Idealbild zweier verschiedener Lohnempfänger.
Der eine arbeitet irgendwie tariflich gebunden. Da handelt die zuständige Gewerkschaft mit den Arbeitgebern Lohn für die Berufsgruppen aus, die sie vertreten. Wenn die Arbeitnehmer meinen, das wäre zu wenig, wird verhandelt und ggf. mittels Arbeitskampf a.k.a. Streik Druck ausgeübt. Das bringt nicht immer das Idealergebnis für den Arbeitnehmer (manchmal sind die Forderungen auch etwas übergekackt), aber meist gibts einen Kompromiss. Man wird sich irgendwie einig.
Merkt einer was? Der Staat ist gar nicht vorgenommen. Wir sind nämlich in einer Marktwirtschaft und der Staat mischt sich anscheinend nur ein, wenn für ihn etwas zu holen ist. Das Ding wird denn auch Arbeitsmarkt genannt - Arbeit gegen Geld. Ist das Geld zu wenig, zieht der Arbeitnehmer weiter. Wie hoch sein "Basiswert" ist, sollte er in seiner Schulzeit selbst definieren, in dem er sich ein Gleichgewicht zwischen Hausaufgaben und Playstation definiert. Wenn man später Computerspieletester oder Deutschlands Superstar werden will, darf es ein bisschen mehr Playstation sein - sonst eben ein bisschen mehr Hausaufgaben.

Der andere, oftmals der klassenverkloppte Streber, hat keine Gewerkschaft, die ihn vertritt. Er verhandelt seinen Lohn selber. Letztendlich wirken aber die gleichen Mechanismen. Er schätzt seinen Wert ein, setzt ihn mit der angebotenen Leistung ins Verhältnis und sucht sich einen Arbeitgeber, der bereit ist, mit ihm einen ähnlichen Kompromiss zu schließen und einen Vertrag zu machen. Das kann mühselig sein und gelegentlich muss man seine Prioritäten ändern und seine Forderungen ein wenig relativieren. Der Rest ist wie oben. Wieder kein Staat vorgekommen

Warum beschweren wir uns also, dass der Wesi mehr verdient als der Ossi? Ja, ok, die Wende ist nicht vollzogen, die Mauer in den Köpfen, Bürger jetzt sogar schon dritter Klasse - das ist hart, man komt gar nicht mehr raus aus der Depression.
Aber sonst, im täglichen Leben, wen juckt das? Wenn es keinen gibt, der seine Hütte für 15 EUR die Stunde putzen lassen will, kann keine Firma dem Putzi 7,50 auszahlen. Wenn Geiz geil ist, kann man auch an der Flaschenkasse nicht reich werden. Wenn uns die Sozialabgaben zu hoch sind, kann auch ein Altenpflegehelfer seine Familie nicht ernähren. Wer in der Schule keinen Bock hatte oder (sorry) zu doof war, kann heute kein Atomphysiker werden. Die Grundsteinlegung war irgendwo zwischen dem 6. und 20. Lebensjahr, allerdings ohne Blaskapelle und kaltes Buffett. Man konnte den Moment leicht verpassen. Da gehts dem Ossi wie dem Wessi.

Das Schöne am Markt ist das, was immer vergessen wird: Nicht nur der Unternehmer ist Monopolist, auch der Kunde bzw. Arbeitnehmer ist einer. Wenn der Unternehmer nämlich keinen findet, der seine Konditionen akzeptiert, steht er blöd da und muss dichtmachen oder abwandern. Das Blöde ist, wenn die Forderungen des Arbeitnehmers (aus seiner Sicht) überkacken, dann tut er das auch. Es liegt bei uns allen, so ein Gleichgewicht herzustellen - so utopisch wie das klingt.
Fakt ist, dass es auf absehbare Zeit keinen Politiker geben wird, der das Recht und die Mittel hat zusagen, jetzt sind 20 Jahre 'rum, jetzt gebt den Ossis endlich mehr Geld! Von der Seite ist keine Hilfe zu erwarten.


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#33

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 02.09.2010 19:58
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Wieder ein guter Text sentry, du wirst mir immer symphatischer aber mal hin zu dem Arbeitnehmer, denn da steht er nun...relativ alleine da, weil der Arbeitgeber die Qual der Wahl hat...mittlerweile. Die Wahl gibt ihm die Globalisierung, aber dies ist eigentlich schädlich für das Nationale, das eigene Volk. Und ich denke ferner, das ist momentan und in Zukunft völlig unwichtig, wird unwichtig.
Ich schrieb schon mal so sinngemäß von den Docks, den Tagelöhnern am Hafen wie zu Zeiten der Wirtschaftkrise und da stehen sie zu Zwei-Hunderten und oben, da steht Einer und er zeigt mit dem Finger..."dich, dich dort, du da hinten, der Große, ja du dort und den neben dir...euch nehme ich für heute und der Rest kann morgen wiederkommen." Das heißt für die 196 kein Geld für heute, kein Essen für die kleine Familie und Hoffnung auf morgen.
Diese schönen Zeiten seh ich irgendwann mal kommen...so sinngemäß, wenn das mit dem heutigen Arbeitsmarkt so weiter geht.
Und eigentlich bin ich Optimist, aber in der Richtung nicht.

Rainer-Maria


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#34

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 02.09.2010 22:50
von Gert | 12.367 Beiträge

Zitat von sentry
Na, wenn man sich als Bürger dritter Kalsse fühlt, aber trotzdem stolz ist ein Deutscher zu sein, ist doch noch nicht alles verloren...

Aber wie ist das nun eigentlich mit dem Lohn - ich kenn' mich nicht so gut aus mit ehrlicher Arbeit!?
Ich habe immer dieses Idealbild zweier verschiedener Lohnempfänger.
Der eine arbeitet irgendwie tariflich gebunden. Da handelt die zuständige Gewerkschaft mit den Arbeitgebern Lohn für die Berufsgruppen aus, die sie vertreten. Wenn die Arbeitnehmer meinen, das wäre zu wenig, wird verhandelt und ggf. mittels Arbeitskampf a.k.a. Streik Druck ausgeübt. Das bringt nicht immer das Idealergebnis für den Arbeitnehmer (manchmal sind die Forderungen auch etwas übergekackt), aber meist gibts einen Kompromiss. Man wird sich irgendwie einig.
Merkt einer was? Der Staat ist gar nicht vorgenommen. Wir sind nämlich in einer Marktwirtschaft und der Staat mischt sich anscheinend nur ein, wenn für ihn etwas zu holen ist. Das Ding wird denn auch Arbeitsmarkt genannt - Arbeit gegen Geld. Ist das Geld zu wenig, zieht der Arbeitnehmer weiter. Wie hoch sein "Basiswert" ist, sollte er in seiner Schulzeit selbst definieren, in dem er sich ein Gleichgewicht zwischen Hausaufgaben und Playstation definiert. Wenn man später Computerspieletester oder Deutschlands Superstar werden will, darf es ein bisschen mehr Playstation sein - sonst eben ein bisschen mehr Hausaufgaben.

Der andere, oftmals der klassenverkloppte Streber, hat keine Gewerkschaft, die ihn vertritt. Er verhandelt seinen Lohn selber. Letztendlich wirken aber die gleichen Mechanismen. Er schätzt seinen Wert ein, setzt ihn mit der angebotenen Leistung ins Verhältnis und sucht sich einen Arbeitgeber, der bereit ist, mit ihm einen ähnlichen Kompromiss zu schließen und einen Vertrag zu machen. Das kann mühselig sein und gelegentlich muss man seine Prioritäten ändern und seine Forderungen ein wenig relativieren. Der Rest ist wie oben. Wieder kein Staat vorgekommen

Warum beschweren wir uns also, dass der Wesi mehr verdient als der Ossi? Ja, ok, die Wende ist nicht vollzogen, die Mauer in den Köpfen, Bürger jetzt sogar schon dritter Klasse - das ist hart, man komt gar nicht mehr raus aus der Depression.
Aber sonst, im täglichen Leben, wen juckt das? Wenn es keinen gibt, der seine Hütte für 15 EUR die Stunde putzen lassen will, kann keine Firma dem Putzi 7,50 auszahlen. Wenn Geiz geil ist, kann man auch an der Flaschenkasse nicht reich werden. Wenn uns die Sozialabgaben zu hoch sind, kann auch ein Altenpflegehelfer seine Familie nicht ernähren. Wer in der Schule keinen Bock hatte oder (sorry) zu doof war, kann heute kein Atomphysiker werden. Die Grundsteinlegung war irgendwo zwischen dem 6. und 20. Lebensjahr, allerdings ohne Blaskapelle und kaltes Buffett. Man konnte den Moment leicht verpassen. Da gehts dem Ossi wie dem Wessi.

Das Schöne am Markt ist das, was immer vergessen wird: Nicht nur der Unternehmer ist Monopolist, auch der Kunde bzw. Arbeitnehmer ist einer. Wenn der Unternehmer nämlich keinen findet, der seine Konditionen akzeptiert, steht er blöd da und muss dichtmachen oder abwandern. Das Blöde ist, wenn die Forderungen des Arbeitnehmers (aus seiner Sicht) überkacken, dann tut er das auch. Es liegt bei uns allen, so ein Gleichgewicht herzustellen - so utopisch wie das klingt.
Fakt ist, dass es auf absehbare Zeit keinen Politiker geben wird, der das Recht und die Mittel hat zusagen, jetzt sind 20 Jahre 'rum, jetzt gebt den Ossis endlich mehr Geld! Von der Seite ist keine Hilfe zu erwarten.



Sentry du hast es auf den Punkt gebracht, ein sehr guter Beitrag. Es habe einige noch nicht begriffen, dass die Arbeitskraft eine Ware ist, wie viele andere Waren. D.h die Preisfindung geschieht nach dem Gesetz Angebot und Nachfrage. Entscheidend für den Erfolg der Ware Arbeitskraft ist hauptsächlich die Qualität, in diesem Fall ist das die Berufsausbildung in zweiter Linie natürlich auch die Nachfrage. Daraus folgt: je besser die Berufsbildung , desto besser der Preis ( Lohn/ Gehalt). Gleichzeitig sinkt mit der besseren Berufsbildung das Risiko arbeitslos zu werden. Und an diesen Prozessen kann die Politik so gut wie gar nichts tun ( von Ausnahmen sprich Förderungsmaßnahmen mal abgesehen) Das ist Sache der Tarifpartner. In den nächsten Jahren wird es eine zunehmende Verknappung an Arbeitskräften geben, weil sich die Bevölkerungspyramide zugunsten der AN verändert. Die AN sitzen dann wieder an einem längeren Hebel. Allerdings gilt das nicht für jene jungen Leute, die nichts außer Spielekonsole gelernt haben. Die bleiben sogar bei Vollbeschäftigung auf der Strecke.


Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#35

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 03.09.2010 00:05
von Weichmolch (gelöscht)
avatar

Ich überlege die ganze Zeit, wie denn eine vollzogene Einheit aussehen sollte. Vielleicht nähern wir uns aus dieser Richtung dem Thema eher.

Weichmolch


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#36

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 03.09.2010 11:02
von sentry | 1.108 Beiträge

Zitat von Weichmolch
Ich überlege die ganze Zeit, wie denn eine vollzogene Einheit aussehen sollte. Vielleicht nähern wir uns aus dieser Richtung dem Thema eher.



Bezogen auf die Themenüberschrift ist das sicher die richtige Heransgehensweise. Bezogen auf die Probleme des kleinen Mannes ist das aber sicher zweitrangig. Im Grunde kann ihm die vollzogene Einheit egal sein. Er lebt sein Leben da, wo er ist und zwar nach den Möglichkeiten, die er selber mitbringt und die ihm seine Umgebung anbietet. Ob das in seiner Stadt, seinem Landkreis, seinem Bundesland, seinem Land, der EU, der Welt oder der Galaxis alles schön einheitlich ist oder ob hier oder da einer mehr oder weniger verdient, kann ihm doch wirklich Wurst sein...insbesondere wenn er kein Interesse hat, sich zu bewegen.
EIne unserer Lieblingsbeschäfitgungen ist nun mal das Vergleichen. Wir würden lieber mit 3000 EUR Einkommen in Dessau im Reihenhaus wohnen, umgeben von Gleich- oder geringfügig Wenigerverdienern, als am Starnberger See umgeben von S-Klassen und Türmchenvillen. Selbst wenn unsere persönlichen Lebensumstände dort genau die gleichen wären, würden wir uns dort benachteiligt fühlen...mal abgesehen davon, dass wir vielleicht unter die 60%-Armutsgrenze des lokalen Durchschnittseinkommens fallen würden


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#37

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 03.09.2010 11:47
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von Weichmolch
Ich überlege die ganze Zeit, wie denn eine vollzogene Einheit aussehen sollte. Vielleicht nähern wir uns aus dieser Richtung dem Thema eher.

Weichmolch



Hallo!
Wer die Verhältnisse in der BRD, sprich: Lebensqualität, mit denen der ehemaligen DDR vergleicht und vehement behauptet, daß das Leben in der DDR besser, schöner und gerechter war und das auch noch der Jüngeren Generation weismachen will, trägt m. E. nicht dazu bei am mentalen Vollzug der Einheit einen Beitrag zu leisten. Das Gegenteil ist der Fall, gerade die hier am meisten schreien, sind finanziell so gestellt, daß sie Kreuz und Quer durch die Bundesrepublik reisen können um an jedem x-beliebigen Treffen und Event teilnehmen zu können und vergessen dabei mal ganz nebenbei, daß dem normalen DDR-Bürger spätestens 5 km vor Dömitz die Weiterfahrt verwehrt wurde. Heute fahren selbst Die, die das seinerzeit und auch noch heute "gutgeheißen haben, bei Dömitz über die Elb-Brücke oder über die Autobahn mal schnell nach Hamburg, haben zu einem großen Teil ihren Wohnsitz in die Alt-Bundesländer verlegt, können sich frei bewegen, polemisieren, dürfen gewählte Politiker in der Öffentlichkeit dieses Forums mit allem Möglichen betiteln (ohne das sie dafür strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden) und messen den Vollzug der Einheit an Nebensächlichkeiten und vergessen beim Aufzählen von verbesserungswürdigen Mankos immer das Aufzählen von auch Positivem!
Ich sehe in meinem Umfeld etliche Familien in denen die Partner sich aus Ost- und West zusammengetan-oder gefunden haben, die Ergebnisse dieser Verbindungen, das sind Beispiele vollzogener Einheit!!

Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 03.09.2010 11:51 | nach oben springen

#38

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 03.09.2010 12:18
von sentry | 1.108 Beiträge

Also ich finde, die Prozentsätze derer in Ost und West, die sich heute durch die Einheit besser bzw. schlechter gestellt fühlen, wie auch die Anteile derer, die sich die Mauer wieder wünschen sind so ausreichend angenähert, dass man die Einheit als vollzogen betrachten kann. Das sind doch höchstens Standardabweichungen, da könnte man auch die Trennung Nord/Süd, Bremen/München, Mitte/Marzahn oder Duisburg/Düsseldorf wählen und würde zu ähnlichen Schwankungen kommen.
Wer 20 Jahre nach dem Mauerfall seine persönliche Situation an diesem Ereignis festmacht, ist vermutlich ein echter Wendegewinner, also jemand, dem sich im besten Sinne des Wortes neue Möglichkeiten geboten haben und die er auch genutzt hat. Das sehe ich auch nicht als verwerflich an. Die meisten wollten die Wiedervereinigung undd Ossis und Wessis haben sich damals auch gleichermaßen gefreut. Das kann niemand bestreiten. Da ist es völlig legitim, auch davon profitieren zu wollen und nicht noch jahrzehntelang bittstellend 'rumzuduckmäusern, weil wir bloß Alu-Geld hatten.
Wer erheblich schlechter dasteht und seine Situation ebenfalls an der Wiedervereinigung vor 20 Jahren festmacht, dürfte bestenfalls ein Kleingeist sein. Ich nehme mal ausdrücklich ehemalige Staatsdiener, Priviligierte, vielleicht auch Offiziere usw. aus. Da wird es sicher teilweise zu erheblichen Einbußen gekommen sein, die sich vielleicht in vielen Fällen auch bis heute auch nicht kompensieren ließen...verständlich wenn man eine große Nähe zu einem untergegangenen System gelebt hat.
Aber der große Rest, der hier maßgeblich ins Feld geführt wird, das Proletariat, um es mal allgemeinverständlich auszudrücken, die, die sich rühmen, die großen Improvisierer und Mißstandsüberwinder gewesen zu sein, ganz zu schweigen von denen, die altersbedingt in der DDR kaum die Schule beendet haben - die können es doch nicht ernsthaft auf den Mauerfall schieben wollen, dass es ihnen schlecht geht, oder?
Zumal es ja auch gestern noch Westerwelle oder die bösen Banken waren, bei denen wir ("Nein, nein das ist was ganz anderes!") unsere Kohle in riskante Zertifikate gesteckt haben, um ein bisschen kapitalistenlike die schnelle Mark zu machen. Aber keine Sorge, das Geld ist nicht weg, hat bloß jemand anders.


zuletzt bearbeitet 03.09.2010 12:18 | nach oben springen

#39

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 03.09.2010 13:17
von Asso | 36 Beiträge

Die Einheit war wohl wichtig für beide Staaten, zu einem weil die DDR wirtschaftlich am Boden lag und zum anderen wenn wir nicht so lange auf Trabi u. Wartburg warten mußten hätte Opel schon vor 10 Jahren ihre Kriese gehabt .



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#40

RE: Ostdeutsche halten Einheit noch nicht für vollendet

in Das Ende der DDR 03.09.2010 13:50
von Gert | 12.367 Beiträge

Ich denke, das ist ein Frage des Bewusstseins und des Alters und beides hängt miteinander zusammen. Die Leute, die heute sagen wir mal 35 Jahre und jünger sind, d.h die keine aktive Erfahrung mehr mit der ex DDR haben, haben überhaupt kein Problem. Bei denen erntet man mit dem Ossi-Wessi Gequatsche nur noch ein müdes Lächeln. Die Menschen, die älter als 35 sind, ich denke da wird es unterschiedlich sein. Die, die sich beruflich gut ausgebildet neu positionieren konnten, sind in jedem Fall Gewinner der Einheit und konnten in den letzten 20 Jahren, materiell gesehen, ihren Wohlstand deutlich hochfahren, immateriell sowieso. Die anderen, die entweder schlecht oder gar nicht ausgebildet sind, oder räumlich/ geografisch sehr unbeweglich sind oder eine geringe Motivation bei der Arbeit zeigen, sind eindeutig die Verlierer, weil sie in hohem Masse von Arbeitslosigkeit bedroht waren oder sind. Diese hängen am Sozialtropf des Staates und davon kommen sie nur schwer los.
Prognose : eine Generation ( 20 -25 Jahre) weiter ist die Einheit vollendet. Dann ist ein großer Teil der Kritiker, Nörgler wie immer man sie nennen will, auf biologischen Weg verschwunden und somit kein Problem mehr.
Die jüngere Generation hat dann letztlich die Einheit vollendet. Von den Älteren erwarte ich in der Hinsicht wenig oder gar nichts.

Viele Grüße aus dem Rheinland


.
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