#1

Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.08.2010 16:30
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Ich lese gerade das Buch"Im Schatten des Staatssicherheitsdienst der DDR" von Johannes Braun.Er war Bischof in Magdeburg in der Zeit von 1970 bis 1990.In diesem Buch wird beschrieben,wie das MFS die Aktivitäten in der Kirche genaustens beobachtete und immer Bescheid wusste.
Kurzbeschreibung des Buches:

In dieser Dokumentation zeigt Johannes Braun,Bischof in Magdeburg von 1970 bis 1990,unter Verwendung der ihm vom Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienst(Aussenstelle Magdeburg)zur Verfügung gestellten Stasidokumente auf,das auch die Überwachung öffentlicher Gottesdienste fester Bestandteil aller Mitarbeiter des ehemaligem MFS in der DDR war.

Die dargebotenen Stasidokumente zu den Vorlagen bischöflicher Hirtenworte der Jahre 1981-1989 veranschaulichen die unlauteren Methoden,die Widerwärtigkeit und Hinterhältigkeit diese Systems,das,wie es der Autor im Vorwort formuliert hat,"diese Form der Kontrolle und lästigen Einsicht in die privaten Bereiche des Lebens bis zum Ende beibehalten hat."

Jahrzehnte politischer Überwachung nehmen so-fragmentisch,aber eindringlich genug-konkrete und zugleich düstere Gestalt an.
Johannes Braun ist mittlerweile verstorben.



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#2

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.08.2010 16:44
von Alfred | 6.842 Beiträge

Zitat von Zermatt

[i]das auch die Überwachung öffentlicher Gottesdienste fester Bestandteil aller Mitarbeiter des ehemaligem MFS in der DDR war.

.



Hallo,

diese Feststellung ist mir ganz neu.


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#3

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.08.2010 16:47
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von Alfred

Zitat von Zermatt

[i]das auch die Überwachung öffentlicher Gottesdienste fester Bestandteil aller Mitarbeiter des ehemaligem MFS in der DDR war.

.



Hallo,

diese Feststellung ist mir ganz neu.





nur mal rein rechnerisch...wieviel kirchen gab es ? 10-20000?? und an jedem gottesdienst einer vom mfs dabei?


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#4

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.08.2010 17:30
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Zermatt


[i]In dieser Dokumentation zeigt Johannes Braun,Bischof in Magdeburg von 1970 bis 1990,unter Verwendung der ihm vom Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienst(Aussenstelle Magdeburg)zur Verfügung gestellten Stasidokumente auf,das auch die Überwachung öffentlicher Gottesdienste fester Bestandteil aller Mitarbeiter des ehemaligem MFS in der DDR war.



na sicher wurde jede putzfrau und jeder kraftfahrer zum gottesdienst geschickt. bei allem respekt vor dem autor, das ist gequirlte schei....


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#5

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.08.2010 17:34
von 94 | 10.792 Beiträge

Oder meint der Autor die Parteiversammlung? Wobei, liturgisch kam die an einen katholischen oder orthodoxen Gottesdienst bei Weitem nicht ran.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 26.08.2010 17:34 | nach oben springen

#6

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.08.2010 20:19
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Na,dann ersetzten wir das Wort aller mal durch der,aber ihr wisst schon was gemeint ist...bestimmt keinKoch oder Putzfrau.



zuletzt bearbeitet 26.08.2010 20:20 | nach oben springen

#7

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.08.2010 20:24
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Zermatt
Na,dann ersetzten wir das Wort aller mal durch der,aber ihr wisst schon was gemeint ist...bestimmt keinKoch oder Putzfrau.


es dreht sich im kreis @zermatt, ein mitarbeiter des mfs hätte bei einem gottesdienst (ausser im eichsfelder land) sich sofort von allen gläubigen abgehoben. die übung wäre umsonst.... daher schreibt der autor diesbezüglich gequirlte schei...
wofür hat es denn nun im´ s gegeben ?


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#8

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.08.2010 22:42
von Hundeflüsterer (gelöscht)
avatar

@Gilbert: Da hast Du jetzt aber ein Thema angeschnitten.... Wie meinst Du Deine Bemerkung: (...) "wofür hat es denn nun im´ s gegeben ?" (...) Waren IM´s nur Eure Fußabtreter? Im Kirchendienst oder sonstwo? Deine Meinung zur Aufhellung dazu wäre sehr interressant....


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#9

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.08.2010 22:59
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Nein ganz und gar nicht, wie kommst du auf Fussabtreter?



Nur wäre ein MA in deren Reihen aufgefallen wie ein bunter Hund und was hätte das gebracht? Da war es doch besser einen IM in diese Gruppierungen einzuschleusen und so nicht nur die öffentlichen Äußerungen, sondern im besonderen die staatsfeindlichen Umtriebe und Planungen dieser Kreise die Intern verabredet wurden in Erfahrung zu bringen. Ein FO der seine IM als Fussabtreter angesehen hätte, ja der hätte eine sehr kurze Karriere gehabt.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 26.08.2010 23:05 | nach oben springen

#10

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.08.2010 23:01
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow

Zitat von Zermatt
Na,dann ersetzten wir das Wort aller mal durch der,aber ihr wisst schon was gemeint ist...bestimmt keinKoch oder Putzfrau.


es dreht sich im kreis @zermatt, ein mitarbeiter des mfs hätte bei einem gottesdienst (ausser im eichsfelder land) sich sofort von allen gläubigen abgehoben. die übung wäre umsonst.... daher schreibt der autor diesbezüglich gequirlte schei...
wofür hat es denn nun im´ s gegeben ?



Sags mir,ich höre...



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#11

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.08.2010 23:22
von Hundeflüsterer (gelöscht)
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Lieber Felix, Du weißt was ich meine. Ließ bitte noch einmal Gilberts Kommentar. Ganz in Ruhe. Und dann subsumiere bitte alle Beiträge von Dir und Gilbert. Es bleibt kein ander Schluss, als dass IM´s Fußabtreter waren... (...) "wofür hat es denn nun im´ s gegeben ?" (...)
HF


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#12

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.08.2010 23:23
von Alfred | 6.842 Beiträge

Hundeflüsterer,

IMs wurden im MfS NIE als Fußabtreter angesehen.

Ihnen galt / gilt immer die Hochachtung !


Aber es bleibt dabei, MfS Mitarbeiter in den Kirchen, dies war nicht der Auftrag.


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#13

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.08.2010 23:37
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Alfred
Hundeflüsterer,

IMs wurden im MfS NIE als Fußabtreter angesehen.

Ihnen galt / gilt immer die Hochachtung !


Aber es bleibt dabei, MfS Mitarbeiter in den Kirchen, dies war nicht der Auftrag.


Dann scheint das Buch ein Märchen zu sein und der Bischof hat sich das eingebildet.Fragen können wir ihn nicht mehr.



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#14

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2010 00:04
von Altermaulwurf (gelöscht)
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IM waren eine der entscheidensten Mittel zur Erfüllung unserer dienstlichen Aufgaben. Im Regelfall bestand ein sehr freundschaftliches und kameradschaftliches Verhältnis. Vertrauen war dabei oberste Maxime und Quellenschutz ging vor Verwertung der Informationen.
Gerade in so sensiblen Bereichen wie der Kirchen und Religionsgemeinschaften galt dies besonders. Ständige Arbeit und Motivation war hier Grundvoraussetzung, dass der IM nicht durch die in den kirchlichen Gruppen vorhandene Gruppendynamik eingefangen wurde und seine Zusammenarbeit vernachlässigte , aufgab oder sich unter Umständen offenbarte.

MfS Mitarbeiter in Kirchen, wäre unsinnig und provokativ gewesen und lag also nicht im Interesse des MfS. Im Allgemeinen war das kirchliche Umfeld schon ein gewisser Freiraum für nicht gesellschaftskonforme Aktivitäten ( wobei ich in einer mehrseitigen Arbeit im Studium hier mal runtergeputzt wurde, weil man den Begriff kirchlicher Freiraum so nicht mochte und ich uneinsichtig hierzu war).

Was ich im Rahmen der operativen Tätigkeit aber sagen kann, war eine Doppelzüngigkeit der Kirche deren Wirken eindeutig nicht nur religiösen Charakter hatte sondern unseren Staat gezielt ideologisch attakierte. Diese Erkenntnisse zum Beispiel in Bezug auf Aktionen im Rahmen der Wahlen oder zur Ausreisepraxis bzw. der Fianzierung der kirchlichen Gruppen mit Geldern aus dem Westen kamen auch von IM.

Ich habe auch nach Beginn der politischen Veränderungen, versucht mich von den IM in halbwegs adäquater Form zu verabschieden und mich für ihre Mitarbeit bedankt bzw. zum Teil auch noch geholfen neu beruflich Fuss zu fassen.. Das waren sie mir als Kampfgefährten wert !!!


zuletzt bearbeitet 27.08.2010 00:05 | nach oben springen

#15

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2010 00:07
von Hundeflüsterer (gelöscht)
avatar

@Alfred: Nun ja, Dein Statement in allen in Ehren...

in den Grenztruppen: (...) "wofür hat es denn nun im´ s gegeben ?" (...)
in der Kirche: (...) "wofür hat es denn nun im´ s gegeben ?" (...)
in der NVA: (...) "wofür hat es denn nun im´ s gegeben ?" (...)
in Sonstiges: (...) "wofür hat es denn nun im´ s gegeben ?" (...)

Hallo??? (...) "WOFÜR HAT ES DENN NUN IM`S GEGEBEN?" (...)

Gilbert hat es benannt, wofür gab es die IM????
Ich bin sowas von angezeckt....;o)
Alfred, Hochachtung? öhhhhm.... wenn ich das lese....
Ich glaube eher die IM wurden fallen gelassen...
HF


zuletzt bearbeitet 27.08.2010 00:20 | nach oben springen

#16

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2010 07:16
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Hundeflüsterer
@Alfred: Nun ja, Dein Statement in allen in Ehren...

in den Grenztruppen: (...) "wofür hat es denn nun im´ s gegeben ?" (...) Klärung der Frage "wer ist wer"
in der Kirche: (...) "wofür hat es denn nun im´ s gegeben ?" (...) Klärung der Frage "wer ist wer"
in der NVA: (...) "wofür hat es denn nun im´ s gegeben ?" (...) Klärung der Frage "wer ist wer"
in Sonstiges: (...) "wofür hat es denn nun im´ s gegeben ?" (...) Klärung der Frage "wer ist wer"

Hallo??? (...) "WOFÜR HAT ES DENN NUN IM`S GEGEBEN?" (...) Klärung der Frage "wer ist wer"

Gilbert hat es benannt, wofür gab es die IM???? Klärung der Frage "wer ist wer"
Ich bin sowas von angezeckt....;o)
Alfred, Hochachtung? öhhhhm.... wenn ich das lese....
Ich glaube eher die IM wurden fallen gelassen...
HF




Hochachtung trifft es ganz gut, nehmen wir das Thema Treffen. Einem Unterstellten befehle ich wir treffen uns z.B. am Donnerstag um 19.30Uhr in der KW Gast weil ich da Zeit habe und fertig. Wie war das bei einem IM, befahl man diesem etwas? Nein! Der IM bestimmte Ort und Zeit des Treffens und wenn dieser der Meinung war am Mittwoch früh um 2.30 Uhr an dem und dem Ort dann hatte sich der MA nach dem IM zu richten. Diese erfüllten ihre Aufgaben schließlich freiwillig und nahmen dafür auch einige Belastungen in Kauf. Hätte man diesen das Gefühl vermittelt sie nicht zu achten oder sie gar als Fussabtreter anzusehen, dann hätten diese die Zusammenarbeit ganz schnell beendet. Nein, jeder MA war sich der Wichtigkeit der IM bewußt und schätzte sie entsprechend.

IM wurden fallengelassen?

An diesem Satz ist schon eher etwas dran und ob deiner Verbitterung gehe ich davon aus, auch von Dir wäre eine entsprechende Verpflichtung zu finden. Eines muss ich jedoch auch ganz deutlich sagen, denn eigentlich alle MA sehen es als großen Fehler an, dass es nicht gelang alle IM-Vorgänge zu vernichten und wenigstens diese Kampfgenossen vor der heute bekannten Hexenjagd zu schützen. Dieses zu Verhinden wäre unsere Verpflichtung Ihnen gegenüber gewesen, die wir leider nicht mehr erfüllen konnten. Das dieses nicht gelang ist aber weniger die Schuld der einzelnen MA, denn du wirst sicher mitbekommen haben das wir genauso fallengelassen wurden. Nicht nur dass, das MfS wurde plötzlich für alle Fehler der DDR als Sündenbock verkauft und andere Organe wie MdI, MfnV u.ä. sprangen gerne auf diesen Zug auf um sich selbst eine weiße Weste zu verpassen. Wie sollten nun in solch einer Situation, in der der sich Militärstaatsanwälte dazu hergaben Dienstobjekte zu versiegeln um sich selbst den neuen Herrschern anzubiedern und die DVP die Bewachung dieser Objekte übernahm, noch Maßnahmen für den Schutz der IM ergriffen werden? Es gab nicht wenige MA die auf dem Heimweg weitaus fülliger wirkten als am Morgen, da Sie Akten am Körper zur anschließenden Vernichtung nach Hause schmuggelten und auch das Wirken von @AMW ist kein Einzelfall gewesen.

Fallengelassen und verraten wurde letztendlich das ganze Organ, die hauptamtlichen wie die inoffiziellen Mitarbeiter.


Nachtrag: Die Mehrzahl von IM ist IM nicht IM's


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 27.08.2010 07:32 | nach oben springen

#17

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2010 08:21
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Zermatt

Zitat von Alfred

Aber es bleibt dabei, MfS Mitarbeiter in den Kirchen, dies war nicht der Auftrag.


Dann scheint das Buch ein Märchen zu sein und der Bischof hat sich das eingebildet.Fragen können wir ihn nicht mehr.




Ich kenne das Buch nicht, aber es muss ja nicht im gesamten ein Märchen sein und vielleicht meint Dein Bischof ja auch IM. Das ist immer das Problem wenn Laien Bücher schreiben.

Aber überleg doch einmal selbst... zur Beobachtung wurden natürlich die entsprechenden MA der VIII eingesetzt, die von der entsprechenden DE dafür angefordert wurden. In Berlin oder auch KMS mag dies anders gewesen sein, bei uns auf dem platten Land waren diese nun aber teilweise durch ihre Tätigkeit bekannt wie bunte Hunde und wären bei einem Aufenthalt in einer Kirche sofort dekonspiriert worden. Daher hätte man doch bei solch einer Predigt seine Worte gewissenhaft gewählt und was sonst im Verborgenen bei diesen sogenannten Kirchenkreisen ablief hätte man nie erfahren, ganz im Gegenteil denn diese wären ja nun noch vorsichtiger geworden. Also alles Fakten die für einen konspirativen Einsatz von IM und deren Einschleusung in diese Kreise sprechen, letztendlich war dies ja auch die ureigenste Aufgabe für diese Kräfte.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#18

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2010 09:25
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

sorry @hundeflüsterer, ich habe erst soeben deine zeilen lesen können. deine aufregung bzw. vermutung ist völlig unbegründet. meine arbeit, dir zu antworten, hat mir jetzt aber schon @feliks und @amw abgenommen.

nochmal eines, es war auf keinen fall herabwürdigend, denn dazu waren damals diese personen viel zu wertvoll...

p.s. und sicherlich weisst auch du, dass man damals viele mfs- mitarbeiter schon an ihrer kleidung und ihren bewegungen erkannt hat. genau deshalb hat man sie nicht in die kirchen geschickt, da sie von den dortigen personen sofort abstachen.

mitte der 80´er jahre trafen sich in berliner kirchen immer mehr antragsteller auf ständige ausreise beim sonntäglichen gottesdienst. es ging ihnen nicht um den gottesdienst sondern um absprachen und dies meistens anschliessend in den räumlichkeiten der kirche. das mfs versuchte junge mitarbeiter, die dem äusserlichen klischee nicht so nahe kamen, ebenfalls in die gottesdienste zu setzen (1 mitarbeiter pro gottesdienst wo es diese ansammlungen gab) . trotzdem stachen sie sofort ab. nachdem kirchliche mitarbeiter anfingen die jungen mfs- angehörigen von den emporen zu fotografieren (blitzlicht während des gottesdienstes !!!) und man in der mfs- leitung einsah, dass dies ein verheizen der jungen mitarbeiter ist, stellte man diesen schwachsinn sofort ein.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
zuletzt bearbeitet 27.08.2010 15:14 | nach oben springen

#19

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2010 14:48
von ABV | 4.202 Beiträge

Da sind wir wieder bei einem der heiss diskutiertesten Themen in Deutschland angelangt, dass uns wohl auch noch mindestens zwanzig Jahre beschäftigen wird. Ich will die Problematik nicht verharmlosen, um Gottes Willen. Dazu ist zuvielen Menschen Leid zugefügt worden.
Aber vieleicht schaffen ja nachfolgende Generationen eine differenziertere Betrachtungsweise auf alles was mit der "Stasi" zusammenhing. Nehmen wir nur mal ein durchaus denkbares Beispiel: Der Bürger XY arbetet fleissig in seinem Betrieb, ist stets pünktlich und gewissenhaft. Im Prinzip arbeitet er gerne dort, ihm stört aber die offensichtlich von oben geduldete Schludrigkeit, das ständige " in die Tasche lügen" und der Frevel an der Natur. Gespräche mit dem Leiter des Betriebes und dem Parteisekretär bringen nichts. Man versucht ihn mit Phrasen abzuspeisen , er fühlt sich nicht ernst genommen. Nun wendet er sich in seinem Frust und der Verzweiflung an das MfS, jene Behörde welche den Ruf hat "allmächtig" zu sein. Dort trifft er auf offene Ohren. Ein engagierter Mitarbeiter wirbt Bürger XY als IM. Fortan berichtet er seinem Führungsoffizier von den Sauerein in seinem Betrieb. Der Führungsoffizier verfasst aus diesen Informationen Berichte für die SED-Kreisleitung. Auch er glaubt an die Allmacht der Partei, dass diese nicht nur in der Lage und Willens ist, die ganzen Mißstände endlich zu beenden. Weil, nach Meinung des Führungsoffiziers, die SED-Kreisleitung nur informiert werden muss, damit sie handeln kann.
Aber auch der Führungsoffizier rennt gegen Wände, wie vorher der IM. Die Mühe ist umsonst, die SED-Kreisleitung ignoriert die Berichte, weil sie nicht in ihr Weltbild passen.
Wer aber muss sich nach der Wende als "Schwein" betiteln lassen? Die schludrige Betriebsleitung oder die Bonzen von der Partei? Nein, es sind der Führungsoffizier und sein IM, auf deren Kosten sich der ganze Frust ablädt.
An den Verhältnissen in der DDR haben viele ihren Anteil, die meisten wurden aber nie zur Rechenschaft gezogen.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


zuletzt bearbeitet 27.08.2010 14:51 | nach oben springen

#20

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2010 15:08
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Eigentlich sollte ich Dir jetzt nicht öffentlich beipflichten, um nicht gleich wieder bei bestimmten Kreisen einen Hirnreflex "Achtung Rechtfertigung" auszulösen. Trotzdem muss Dir sagen, dass es in gut 75% aller Fälle ungefähr so ablief wie Du es beschrieben hast, denn die wenigsten IM waren zur Bearbeitung von Objekten eingesetzt. Ich schrieb es schon mehrmals an anderer Stelle und wiederhole es gerne noch einmal, viele sahen im MfS die letzte Instanz die noch etwas bewegen könne und arbeiteten deshalb mit uns zusammen. Gerade im Bereich XVIII gab es zahlreiche IM die von sich aus und umfassend über Fehler und Mißstände berichteten, es jedoch ablehnten z.B. über den Kollegen XY eine Personeneinschätzung zu schreiben. Dies liest Du heut natürlich nirgendwo, da es nicht in das gewünschte Bild passt und in der Öffentlichkeit jedwede Arbeit des MfS und damit auch jeder IM als schlecht und als vom bösen durchdrungen dargestellt wird.

Eine Differenzierung findet nicht statt!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 27.08.2010 15:11 | nach oben springen


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