#41

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2010 16:05
von Pit 59 | 10.135 Beiträge

Hallo exgakl
Vieleicht haben wir uns auch missverstanden,ich meinte nicht die Kontrollen durch die eigenen Leute,da ist man sich dann schon irgendwie einig geworden,mir ging es um GV.


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#42

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2010 16:13
von exgakl | 7.235 Beiträge

Zitat von Pit 59
Hallo exgakl
Vieleicht haben wir uns auch missverstanden,ich meinte nicht die Kontrollen durch die eigenen Leute,da ist man sich dann schon irgendwie einig geworden,mir ging es um GV.



dafür gab es die entsprechenden Gesetze im Rahmen des Grenzgesetzes. Die Anwendung der Schußwaffe wurde durch den §27 geregelt. Auch dort stand nichts von gezieltem Feuer. Mir pers. ist auch niemand bekannt, der eine offensichtliche Zivilperson nach der Parole gefragt hätte.

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#43

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2010 17:34
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Pit 59
Hallo exgakl
Vieleicht haben wir uns auch missverstanden,ich meinte nicht die Kontrollen durch die eigenen Leute,da ist man sich dann schon irgendwie einig geworden,mir ging es um GV.



So jemand wurde/würde dann wie ein normaler VGO/GV behandelt. Je nachdem wie es begann, wurden bei einer Personenkontrolle der Ausweis und die Papiere abgefragt. Waren sie nicht korrekt, wurde ihm oder ihr gesagt, dass sie vorläufig festgenommen seien, das Recht hätten die Aussage zu verweigern und alles, was sie nun noch sagen gegen sie verwendet würde. Dass bei Fluchtversuch oder Widerstand von der Waffe Gebrauch gemacht werden könne. Ich habe, wofür ich regelmäßig gerügt wurde, dann selbst hinzugefügt, dass ihnen, wenn es keinen Widerstand gäbe auch garantiert nichts passieren würde. Dann wurden sie gefragt, ob sie Waffen oder gefährliche Gegenstände bei sich hätten. Wenn ja, wurden sie gebeten, diese herauszugeben. Dies war immer der gefährlichste Moment, wo man innerlich gespannt wie ein Flitzbogen war. Eine förmliche Durchsuchung gab es, begegnete man allein als GAK einer solchen Person, erst mal nicht, weil es ja keine Sicherung gab. Je nach vorhandener Möglichkeit hat man danach die Leute möglichst friedlich zu einem GMN-MP gelotst, an eine Stelle, wo Funkverbindung bestand oder in die Nähe eines Telefons (Bahnhof Schierke). Bis zum Eintreffen der Unterstützung hat man sie dann versucht irgendwie zu beschäftigen und so aufzustellen, dass es möglichst keine allzu vielen Fluchtmöglichkeiten gab. Man hat gefragt, welchen Weg sie genommen hätten und Anderes mehr. Egal, ob es stimmte oder nicht, Hauptsache beschäftigen.
Eine Parole wurde im Hinterland nur abgefragt, wenn man es erkennbar mit Uniformierten zu tun hatte. Ansonsten gab es immer nur den Spruch "Guten Morgen/TagAbend, Grenztruppen der DDR, bitte Ihre Papiere." Grundsätzlich war der Griff zur Waffe das Allerletzte, man hat also auf eine falsche Antwort weder die Waffe gezogen noch gar geschossen. Nur eben die Festnahme organisiert. Damit meine ich, den eigenen Standort so zu wählen, das man überhaupt eine Chance hatte.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#44

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2010 17:44
von LO-Fahrer | 606 Beiträge

Ich weiß nicht. ob es so in der DV stand aber bei uns wurde es so gehandhabt: Tagsüber wurde bei allen Uniformträgern die Parole abgefragt, nachts wurde bei Annäherung über den Kolonnenweg die Parole abgefragt, wer über den Acker kam wurde festgenommen. Die paar Nicht-Grenzer, die sich gelegentlich im Abschnitt tummelten waren grundsätzlich angemeldet und in den meißten Fällen auch persönlich bekannt. Im Übrigen hat unser KS-Warnsystem ganz gut funktioniert. Wenn z. B. ein Fahrer (die Jungs waren ja meißtens zu faul zum laufen) eine unübliche Schicht mit einem Off. oder Fä hatte (erkennbar am Dienstplan), konnte der clevere PF daraus seine Schlüsse ziehen. Und da die Leute gewöhnlich zu faul zum Toröffnen waren und über den Schlagbaumposten Stapelburg eingehandelt sind...


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#45

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2010 18:19
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Also ich kann mich mal an einer Kontrolle durch den Polit erinnern.Das war Nachts--der fuhr mit den Schreiber Postenkontolle auf den Krad.Als die Beiden so lagsam den Kolonnenweg entlang kamen,schaltete ich den Scheinwerfer an und richtete ihn auf die Beiden und fragte die Parole ab und der Polit erwiederte in leisen Ton---dann schaltete ich das Ding wieder aus und ging ich auf ihn zu und machte meine Meldung.Er fragte,wo den mein Posten sei---ich erwiederte,Gen.Major der ist auch anwesend nur nicht zu sehe,es ist ja dunkel.Er rief dann Posten zu mir,aber der kam nicht--das tat er noch 2 mal. Ich sagte,Gen.Major -mein Posten erscheint nur auf Befehl seines Postenführers und keine Angst er hat den Überblick über Ihnen.Daraufhin machten sich die Beiden weiter auf den Weg zum nächsten Postenpaar und mein Weg ging ans GMN um ein bestimmtes Klopfzeichen abzusenden. Dann hörte ich nur noch von der Füst---ruhe im Netz.
War ne kleine Anekdote aus der Zeit 74/75----Ach noch was----zu 95% wusten wir immer,wenn solche Kontrollen unterwegs waren.
Gruß Rostocker


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#46

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2010 21:05
von Blasse | 15 Beiträge

Hallo miteinander, ich möchte mich auch einmal dazu äußern und zwar möchte ich mal die Frage aufwerfen: Was hat ein Hauptfeldwebel
auf einer Kontrolle Grenzdienst verloren? Ich möchte allerdings mit dieser Frage nicht die Funktion des Hauptfeld in Frage stellen. Nur bin ich der Meinung das der "Spieß" eigentlich ordentlich ausgelastet war. Zumindestens kann ich das von meiner Dienstzeit behaupten. Übrigens ich war kein Spieß aber wirhatten einen sehr Guten.


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#47

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2010 21:14
von S51 | 3.733 Beiträge

Grundsätzlich wurde im Grenzdienst eigentlich alles verheizt, was nicht irgendwie gesperrt oder rechtzeitig noch dringenderes vorzubringen hatte. Offiziere, Fähnriche und BU fanden sich denn auch gar nicht so selten als Kontrolleure im Busch wieder. Um die Aufmerksamkeit der Posten zu erhöhen. Zusätzlich zu ihren sonstigen Aufgaben.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#48

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2010 21:32
von Pitti53 | 8.788 Beiträge

und 2-3 mal mußte/durfte auch der Spieß raus zur kontrolle.war ja im gegensatz zu den anderen Berufssoldaten wenig Einsätze


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#49

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2010 22:02
von P3 | 357 Beiträge

Es gab sicher diese Kontrollen durch Offiziere vom Regiment im Abschnitt. Sie waren bei uns sehr selten, als P3 Kutscher habe ich die Herrschaften mal zu einigen Postenpunkten gegondelt. War aber dann alles angekündigt, man wollte sich keine Blösse geben, der Buschfunk hat funktioniert, eine straffe Meldung des PF reichte aus, eventuelle Relikte, wie Luftis oder Postenradios wurden vorher versteckt !

Dann war der Spuk schon vorbei. Ich denke heute auch, man hatte mehr Schiss vor den eigenen Truppenteilen als vor irgendwelchen Flüchtlingen.

Kritik galt dann eher dem P3 Fahrer wegen der Frisur, die fiel aber positiv aus, da der KC (gut informiert) ,den Fahrer vorher scheren ließ

Gruß
P3


Wo viel Freiheit, ist viel Irrtum, doch sicher ist der schmale Weg der Pflicht.


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#50

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2010 22:18
von Peter1960HH | 125 Beiträge

Zitat
"S51"
Waren sie nicht korrekt, wurde ihm oder ihr gesagt, dass sie vorläufig festgenommen seien, das Recht hätten die Aussage zu verweigern und alles, was sie nun noch sagen gegen sie verwendet würde.



da haste wohl ein bissel was durcheinander gebracht - das, was du da zitierst, ist die nur in den USA gebräuchliche und übliche sogenande "Miranda-Verwarnung".

in der deutschen strafverfolgung (werder ost noch west) gibt es diesen wortlaut.

das einzige, was man (eenfalls gleichlautend in ost und west) formulieren musste, um die lt.strafgesetzbuch mögliche vorläufige festnahme auszusprechen (eines der sogenannten jdermanns-rechte) ist: "sie sind vorläufig festgenommen".

die festnahmeformel der grenztruppen hatte des weiteren, die fortsetzung: "bei fluchtversuch oder widerstand wird von der schusswaffe gebauch gemacht"

dabei war die einhaltung der bestimmngen des §27 des grenzgesetzes der ddr zwingend.



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#51

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2010 22:53
von vs1 (gelöscht)
avatar

Zitat von Peter1960HH

Zitat
"S51"
Waren sie nicht korrekt, wurde ihm oder ihr gesagt, dass sie vorläufig festgenommen seien, das Recht hätten die Aussage zu verweigern und alles, was sie nun noch sagen gegen sie verwendet würde.



da haste wohl ein bissel was durcheinander gebracht - das, was du da zitierst, ist die nur in den USA gebräuchliche und übliche sogenande "Miranda-Verwarnung".

in der deutschen strafverfolgung (werder ost noch west) gibt es diesen wortlaut.

das einzige, was man (eenfalls gleichlautend in ost und west) formulieren musste, um die lt.strafgesetzbuch mögliche vorläufige festnahme auszusprechen (eines der sogenannten jdermanns-rechte) ist: "sie sind vorläufig festgenommen".

die festnahmeformel der grenztruppen hatte des weiteren, die fortsetzung: "bei fluchtversuch oder widerstand wird von der schusswaffe gebauch gemacht"

dabei war die einhaltung der bestimmngen des §27 des grenzgesetzes der ddr zwingend.




@ Peter1960HH

diese sogenannte "festnahmeformel der gt" wurde bei uns im hinterland aber erst mal nicht angewendet.
grund dafür.
schierke war schon zu ddr zeiten ein urlaubs und luftkurort.
daher gab es anweisungen, so wie es S51 schilderte zu handeln.
zb. urlauber vergessen ihre papiere, warum sollte man gleich so heftig auftreten?
nix für ungut, nur im bereich der 7. war vieles anders.

gruß vs


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#52

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.11.2010 15:48
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Peter1960HH
...da haste wohl ein bissel was durcheinander gebracht - das, was du da zitierst, ist die nur in den USA gebräuchliche und übliche sogenande "Miranda-Verwarnung".
...dabei war die einhaltung der bestimmngen des §27 des grenzgesetzes der ddr zwingend.



Jein, Peter. Das wurde so nur zwischen GSZ und Zaun 1 bei uns gehandhabt.
Stell dir mal nur so vor, man stellt einen General der NVA oder irgend einen Ministerialen, der nur mal seinen Passierschein vergessen hat, nach Vorschrift und legt ihn samt Frau und Kinderchen in den Matsch...
Vorschrift ja doch da wäre der Spaß schnell am Ende gewesen und dies galt für jeden anderen Urlauber oder Einheimischen auch. Über 90 % unserer VGO waren schlichte Schußlichkeitsmenschen. Für den vergessenen Passierschein gab es von der Polizei eine Strafe von 10,00 Mark der DDR beim ersten Mal und da konnte man einfach keine große Show abziehen. In Urlaubsgebieten wie dem "unseren" galt noch ein bischen mehr Fingerspitzengefühl (Chaymos, jetzt bitte nicht so laut lachen...). Auf mein Konto kommen einige hundert VGO bei rund 300 Festnahmen.
Es musste friedlicher ablaufen und hat zu meiner Zeit auch friedlicher funktioniert. Selbst bei tatsächlichen GV.
Und der Spruch mit "alles, was sie jetzt noch sagen..." musste schon deshalb sein, weil ansonsten alles, was noch in der Wartezeit zur Sprache kam, nicht hätte verwendet werden dürfen. Auch in der DDR musste sich ein vielleicht doch Beschuldigter nicht selbst belasten. Doch auch diesen Spruch konnte man so anwenden, dass beim Gegenüber nicht gleich alle Schranken fielen. Gewalt wegen irgendwelcher Ausraster war im Urlaubergebiet das Letzte, was man wollte.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#53

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.11.2010 16:11
von Peter1960HH | 125 Beiträge

ööööööhm, da hab ichmich wohl nicht deutlich genug ausgedrückt.

ich hab nicht gemeint, dass dass da nicht mit fingerspitzengefühl heranzugehen wäre - auch ich hab viel dienst im hinterland gehabt und kenne das.

aber diese "miranda"-formel ist doch hanebüchener unsinn - sollte sie wirklich von euch im grenzdienst so benutzt worden sein, dann ... heilige einfalt.

es war doch völlig irrelevant, ob ihr sowas sagtet, denn die strafprozessordnung sah eine solche verwarnung einfach nicht vor - dagegen war sorge zu tragen, dass festgenommene nicht untereinander kommunizierten, um sich nicht abzusprechen.

alles, was gesagt wurde, wurde von den strafverfolgungsbehörden dokumentiert und abgeprüft, ob es einen gesetzesverstoß beggründete oder nicht.

das war in der ddr so und ist auchheute in der bundesrepublik so.

es ehrt dich als mensch, wenn du damals verhindern wolltest, dass jemand wegen seiner schussligkeit größere probleme als nötig erhielt, weil er sich um kopf und kragen redete - für eine verwertbarkeit vor gericht hatte und hat das in der deutschen justiz allerdings keine bedeutung.



zuletzt bearbeitet 09.11.2010 16:12 | nach oben springen

#54

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.11.2010 17:28
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Peter1960HH
alles, was gesagt wurde, wurde von den strafverfolgungsbehörden dokumentiert und abgeprüft, ob es einen gesetzesverstoß beggründete oder nicht.



Na dann hat man sich doch mit dem Spruch doch eine Menge Schreibkram erspart?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#55

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.11.2010 17:52
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von 94

Zitat von Peter1960HH
alles, was gesagt wurde, wurde von den strafverfolgungsbehörden dokumentiert und abgeprüft, ob es einen gesetzesverstoß beggründete oder nicht.



Na dann hat man sich doch mit dem Spruch doch eine Menge Schreibkram erspart?




Mir Sachsen mögen es jemütlich... und zu viel Streß muss ja auch nicht sein. Aber trotzdem war das natürlich nicht gewollt.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#56

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.11.2010 18:50
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Zitat von exgakl

Zitat von Pit 59
Hallo exgakl
Vieleicht haben wir uns auch missverstanden,ich meinte nicht die Kontrollen durch die eigenen Leute,da ist man sich dann schon irgendwie einig geworden,mir ging es um GV.



dafür gab es die entsprechenden Gesetze im Rahmen des Grenzgesetzes. Die Anwendung der Schußwaffe wurde durch den §27 geregelt. Auch dort stand nichts von gezieltem Feuer. Mir pers. ist auch niemand bekannt, der eine offensichtliche Zivilperson nach der Parole gefragt hätte.

VG exgakl




at exgakl,

aber ja exgakl,das kam schon vor mit offensichtlichen Zivilpersonen,alsoNicht - Uniformträgern (absolute Zivilkleidung)
Ein eigentlich schöner Sonntag sollte es werden Jahre 79 und dennoch wurde Streifendienst verordnet(warumauch immer),mit Parole war mal klar.
Also gings zu dritt in Richtung Unterellen,immer den Schlägbäumen nach...quer durch den Böllerwald (Beutel nicht vergessen war Pilzzeit)
aber bedeckt halten.
In Höhe Pflaumenallee(nannten wir so,weil dort verschiedene Obstbäume am Weg standen.
Aus Richtung Unterellen kam uns ein Zivilist entgegen und glücklicherweise haben wir den zuerst gesehen.
Im Grenzgebiet war er sowieso und nun auch einige hunderte Meter im militärischen Sperrgebiet des Berges.
In ein von uns gebildetes Dreieck lief er und sein nicht an der Leine befindlicher Kampfdacke hat sich sofort an meiner Ein-Strich-Kein Strich Hose zu schaffen gemacht..sprich Dreiangel drin.Im Volksmund auch Loch genannt.
Einem Tritt mit dem Stiefel konnte verhindert werden,da Herrchen am brüllen war und der Kampfdackel es vorzog erst mal "Leine zu ziehen"....Soweit zum Aufeinandertreffen.
Die bekannte Grenzeransage gabs da auch nicht,aber schon ein klares Stehenbleiben ...Parole.
Irgendwie schien er nicht besonders beeindruckt,aber Was willste denn,kam Ihm mit ziehmlicher Nichtachtung aus seinem Mund und eigentlich wäre ich ja noch ziehmlich grün hinter den Ohren....da hatte er zwar nicht unrecht,nur kannte er weder eine Parole noch war an dem Mann in irgend einer Weise erkennbar,das seine Ohren funktionierten.
Dann kam noch ein Ruf aus dem am Wegesrand angrenzenden Wald,Bleiben Sie Stehen..Parole...Hände hoch!
(Der hatte immer noch mit seinem Dackel zu tun),aber nun war Schluss mit lustig!
Mindestens jetzt war an seinem Gesicht erkennbar,die Sache war sehr ernst und er wollte nur spazieren gehen und so etwas habe er noch nie erlebt und er sei der "Chef"vom Mosewald(Ausbildungsgelände bei Eisenach)...naja,gekannt hatten wir den nicht und NU?
Er hatte zwar einen Passierschein,aber was macht der Mann im militärischen Sperrgebiet und unser Uffz,hat Ihn des Gebietes verwiesen
und zur Umkehr bewegt und der Mann trollte sich,nur war die Handlungsweise korrekt...sicher nicht...es gab einen riesen Anschiss,der Kommandant rastete förmlich aus,und der OvD in Eisenach sprang im Dreieck nach der Meldung.
(Passierte nach der Rückkehr,wir waren ohne Funkverbindung unterwegs)
Wer war der wirklich,was wollte der da?(Kontrolleur?Wirklich nur Spaziergänger?

Es stellte sich später herrraus,er war vom Mosewald nur ab diesem Tag,war Schluss mit lustig.
Situationen die viele erlebt haben dürften,nur die Frage nach Parole, auch an Zivilisten ,gabs entweder bei "besonderenLagen" und sonst sehr wohl.
Gruss BO


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#57

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.11.2010 21:30
von Telli | 38 Beiträge

Guten Abend,

als ich noch an der "grünen Grenze" in Ellrich meinen Dienst versah, waren dort Kontrollen in der Nacht durch Offiziere oder Fähnriche die Regel.
Meist war man aber schon vorgewarnt, da die Wafferkammeröffnungszeiten publik waren.
Da konnte man sich ungefähr die Zeit ausrechnen.
Meistens kamen dann auch noch ein paar Sprüche über das UFT "Nebel von rechts nach links", da wußte man aus welcher Richtung die Kontrolle kommt.
In einem Fall habe ich das Signalgerät einfach am Tor angebunden..... der Stabsoberfähnrich wollte mir dazumal eine "leiern" aber ich habe es begründet dass ich meinen Postenbereich gesichert habe.
Positiv war auf jeden Fall mein Hund, der schon beizeiten durch sein Verhalten anzeigte, dass da jemand im Anmarsch ist.



In Berlin waren Kontrollen nicht mehr so krass...... vor allem wenn man in den S-Bahnhof oder U-Bahnhöfen saß.
Da mußten sich die Kontrollen vor Betreten anmelden.
Komischerweise wurden meist Posten auf diesen Bereich geplant die am nächsten Morgen in den Urlaub fuhren.... .

Bei den Einsätzen im Hinterland (meist Friedhöfe) haben mich die Kontrollen nicht gefunden


mfG
Telli


Mit freundlichen Grüßen

Telli


zuletzt bearbeitet 09.11.2010 21:32 | nach oben springen

#58

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.11.2010 22:08
von Schreiber | 258 Beiträge

Wir hatten uns versucht vor Kontrollen z.T. selber abzusichern. In der Nachtschicht haben wir um
den Erdbunker Geräusch-Signalgeräte aus Bierflaschen und Signalschnur gebaut.
Eine Kontrolle ist auch mal reingetappt - Sicherheit muss schon sein.

der Schreiber


==================================================
Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.
Konfuzius


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#59

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.11.2010 22:27
von vs1 (gelöscht)
avatar

Zitat von Peter1960HH
ööööööhm, da hab ichmich wohl nicht deutlich genug ausgedrückt.

ich hab nicht gemeint, dass dass da nicht mit fingerspitzengefühl heranzugehen wäre - auch ich hab viel dienst im hinterland gehabt und kenne das.

aber diese "miranda"-formel ist doch hanebüchener unsinn - sollte sie wirklich von euch im grenzdienst so benutzt worden sein, dann ... heilige einfalt.

es war doch völlig irrelevant, ob ihr sowas sagtet, denn die strafprozessordnung sah eine solche verwarnung einfach nicht vor - dagegen war sorge zu tragen, dass festgenommene nicht untereinander kommunizierten, um sich nicht abzusprechen.

alles, was gesagt wurde, wurde von den strafverfolgungsbehörden dokumentiert und abgeprüft, ob es einen gesetzesverstoß beggründete oder nicht.

das war in der ddr so und ist auchheute in der bundesrepublik so.

es ehrt dich als mensch, wenn du damals verhindern wolltest, dass jemand wegen seiner schussligkeit größere probleme als nötig erhielt, weil er sich um kopf und kragen redete - für eine verwertbarkeit vor gericht hatte und hat das in der deutschen justiz allerdings keine bedeutung.




hi Peter1960HH,

ich hab gestern und heute versucht diese"miranda- formel" zu finden. leider ohne erfolg,
gibt es da im netz nen hinweis oder kannst du sie mir erklären?

die meisten gakse, hinterlandposten oder grenzdienstleistenden hatten wohl nie straffprozessordnung gelesen.
warum auch.
sie machten (hoffentlich ... bitte nicht lachen!!!) dienst nach vorschrift.

wenn sich im nachhinein jemand besser auskennt, ok.
nur war derjenige zur damaligen zeit eben nicht vor ort.

wie du aber lesen kannst, es war nicht nur in schierke so.

gruß vs


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#60

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 10.11.2010 00:01
von Peter1960HH | 125 Beiträge

http://buegerrechte-staat.suite101.de/ar...-oder-realitaet

hier ist eine sehr gute erläuterung dazu.

nein, wohlkaum ein grenzer kannte die strafprozessordnung - aber jeder kannte (bzw. sollte es kennen) das grenzgesetz - die allein gültige grundlegende vorschrift für den dienst an den staatsgrenzen der ddr.

ein formulierung wie die "miranda"-warnung kam da nicht vor.

gruß peter



zuletzt bearbeitet 10.11.2010 00:02 | nach oben springen


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