#21

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 14.08.2010 22:27
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von willie

Zitat von Boelleronkel

Zitat von Sachse

Die Auswertung nach dem GD war gewünscht bzw. befohlen und hatte letztlich auch erzieherische Wirkung, denn ein 2. Mal wollte sich das keiner antun.




Ein Zweites mal sicher nicht,aber auch bei manchen Offz.hinterliessen erst ernstere Schritte eine erzieherische Wirkung.

Wenn ich mich recht erinnere,hatten auch die Offz,"Spielregeln und Betretungsbefugnisse "zu beachten und ehrlich gesagt,Extra Urlaub
war uns immer sehr willkommen.

Ansitzgebiet "Alter Mann" Festnahme OSL GT.. Ausübung der Jagd(bewaffnet mit Drilling)...umMitternacht, keine Anmeldung lag vor und sehr barsch der Genosse

MZG Areal " Festnahme Hauptmann GT ESA"hatNix sagen wollen" na gut Pech gehabt

Zivilist aus Lauchröden kommend (Offz.GT ESA)wollte Pilze sammeln,keinKorb,kein Beutel und frech... Festnahme

Coppigsgraben(etwa linksseitige Mitte Waldgebiet) Einstrich/Keinstrichträger,keine Schulterstücke,wenigAuskunftsfreude bei dem Mann..na gut,Festnahme

linksseits Böllerwaldgebiet (Karpfenteich) Festnahme (Buffz.GT ESA)schwarz geangelt und keine Papiere dabei,angeblich im Auto,egal
Mitkommen....

Nicht zu vergessen und das denke ich war die einzige echte Überprüfung der Wachdurchführung...unser Reg.Kommand.OSL L...
hätte mitten in einer Wasserpfütze gelegen,hätte er dem jungen "Wachkeimchen"nicht unverzüglich seine Papiere gezeigt.
Aber...muss man Ihm absolut zugestehen, er hat sich fairerweise revanchiert beim Soldaten 3 Tage extra Urlaub.

Wache,Respekt vor Schulterstücke ja!Angst Nee,muss man zwar lernen,geht aber!

Hi Boelleronkel,

würde mich mal interessieren, wie mit den Festgenommenen weiter verfahren wurde. Wurde deren Einheit benachrichtigt?
Hatten diese z.T. "Uneinsichtigen" durch die Festnahme Probleme ( z.B.beruflicher Werdegang)?
Gruß Willie
















Hi Willi,

Du weisst der Wald war schon Grenzgebiet und Stüpp mit Schiessplatz.
Selbst das auffinden vonMunition(trotz aller Sorgfalt) war möglich.
Ein Blindgänger konnte noch nicht gesprengt sein.
Die Ignoranz der Beschilderung und umfahren von Schlagbäumen war zeitweise untragbar,jederzeit hätte auch ein Schiesstaining beginnen können.

Die Folgen,nun gemeldet wurde als erstes dem OvD in ESA,der hat KD geschickt,meisst in Uniform.
Nach der ersten Festnahme des OSL kam nur die" Ansage" absolut korrekt!
Berufliche Folgen weiss ich nicht.
Bin darüber nicht informiert.
Konnte auch nicht lesen oder höhren was "Die "gesagt haben.

Kann nur sagen,das nach den Vorkomnissen erst einmal immer Ruhe eingekehrt ist.
Es gab auch Spaziergänger an den äussersten Grenzen,es gab angemeldete Jäger,alles okidoki,da umgingen wir dann sogar deren
Ansitzgebiet,Vieles war organisierbar.

Über Folgen?Kann Dir darüber Nichts sagen,aber vielleicht weiss Mancher hier mehr,wie da verfahren wurde.
Gruss


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#22

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 14.08.2010 22:43
von willie | 612 Beiträge

Moin BO
danke für Deine Antwort. Das Gelände ist mir persönlich bekannt.
Nach meinem Verständnis sind ja nun mal in einem "milit. Sperrgebiet" mehrfach Personen festgenommen worden.
Dabei handelte es sich - wie Du schreibst, auch um Offiziere der DDR-GrTr aus einem anderen Abschnitt (ESA) -
die also absolut nichts in diesem Abschnitt zu suchen hatten.
Ich kann mir kaum Vorstellen, daß ein Angehöriger (auch Offz!) durch sein "nicht den Vorgaben/Regeln" entsprechendes Verhalten,
nicht doch in irgendeiner Weise Probleme - zumindest im dienstl.Bereich - bekam. Denn weitergemeldet.....an welche Stellen auch immer.....wurde ja alles. Oder liege ich da so falsch?

Ich denke da an den "einfachen" Grenzsoldaten der für jeden unangemeldeten "Pupps" einen auf den Sack bekam.

Gruß Willie


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
zuletzt bearbeitet 14.08.2010 22:49 | nach oben springen

#23

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 14.08.2010 22:51
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von willie
Moin BO
danke für Deine Antwort. Das Gelände ist mir persönlich bekannt.
Nach meinem Verständnis sind ja nun mal in einem "milit. Sperrgebiet" mehrfach Personen festgenommen worden.
Dabei handelte es sich - wie Du schreibst, auch um Offiziere der DDR-GrTr aus einem anderen Abschnitt (ESA) -
die also absolut nichts in diesem Abschnitt zu suchen hatten.
Ich kann mir kaum Vorstellen, daß ein Angehöriger (auch Offz!) durch sein "nicht den Vorgaben/Regeln" entsprechendes Verhalten,
nicht doch in irgendeiner Weise Probleme - zumindest im dienstl.Bereich - bekam. Denn weitergemeldet.....zu welchen Zustellen auch immer.....wurde ja alles. Oder liege ich da so falsch?
Gruß Willie




Moin Willie,
na der Stüpp Böller gehöhrte zum GAR 11 ESA(Grenzausbildungsregiment 11 Eisenach) im GKS(Grenzkommando Süd)

Sicher wirds Ärger gegeben haben,nur ich kann keine Auskunft darüber geben....weil ich es nicht weiss.
Wäre also reine Spekulation und das bringt Nix.


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#24

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 14.08.2010 22:57
von willie | 612 Beiträge

Hi BO,
mach Dir auch keinerlei Vorwürfe. Danke nochmals für Deine Ausführungen!!.
Aber vielleicht können ja ehemalige Angehörige des GAR11 (die auch hier im Forum vertreten sind) hierzu was beitragen.
Gruß Willie


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
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#25

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 14.08.2010 23:06
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von willie
Hi BO,
mach Dir auch keinerlei Vorwürfe. Danke nochmals für Deine Ausführungen!!.
Aber vielleicht können ja ehemalige Angehörige des GAR11 (die auch hier im Forum vertreten sind) hierzu was beitragen.
Gruß Willie



...........................................................................................
Gucken wir mal,vielleicht kommt da noch was...
Gruss und für heute over and out


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#26

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 16.08.2010 09:37
von sentry | 1.077 Beiträge

In Marienborn waren Postenkontrollen der größte Feind des Grenzers. Sie kamen noch vor der Müdigkeit und ganz weit vor dem Grenzverletzer. Während kaum jemand Sorge hatte, während seiner Schicht könnte ein GV auftauchen, war die Wahrscheinlichkeit der Postenkontrolle enorm hoch. Wenn ein Postenpaar der Müdigkeit zum Opfer fiel, wurde in der Regel vereinbart, dass einer immer wach zu bleiben hätte und bei ersten Anzeichen von Müdigkeit unbedingt den anderen wieder wecken sollte. Dabei spielten dann auch EK- und Altersbefindlichkeiten keine Rolle. Hier musste man am gleichen Strang ziehen. Als Hauptbeobachtungsrichtungen des wachen Soldaten galten dann ab sofort nur noch die bekannten möglichen Annäherungswege von Postenkontrollen, denn nur diese stellten eine echte Gefahr dar,
PK's waren der Wettbewerb im Grenzdienst. Es war eine Art Wettrüsten hinsichtlich Cleverness, Vorbereitung und operativem Zusammenwirken.
Dabei war Marienborn etwas besonderes. Einschließlich der Objektwache am KDL hatten wir 10 Posten, die einer Kontrolle hätten zum Opfer fallen können. Es gab aber nur 5 Postenpunkte, wo sich eine PK hätte unbemerkt annähern können und mit etwas Glück den Postenbereich auch betreten. Alle anderen saßen eingeschlossen auf Türmen oder der Abschnitt musste durch Gassentore betreten werden, so dass man die Anmeldung der PK hören konnte.
Hauptziel war natürlich, den Posten bei unerlaubten Handlungen zu erwischen (Schlafen, beide Posten in der Hütte usw.). Wesentlich war aber auch immer, staubige Materialien aufzuklären, also verbotene Ausrüstungsgegenstände, zusätzliche Stühle, Zeitungen und Bücher, Postenpunktmaßband usw.
Für diese Materialien war das Postenpaar selbst verantwortlich. Es braucht also entweder ein wenig zeitlichen Vorlauf, um die staubigen Gegenstände zu verstecken oder zu beseitigen oder hielt den Postenpunkt immer so sauber, dass eine unerwartete Kontrolle nichts fand. Solche Sachen waren aber meist nicht ernsthaft strafbehaftet. Da gings den Offizieren wohl mehr um die Trophäen. Tatsächlich war es erstaunlich, welche Fähigkeiten einige Offze entwickelten, solche Verstecke zu finden. Aber auch die Soldaten entwickelten geniale Ideen, um die Postenpunkte "sauber" zu halten. Da gab es Haken vor Fenstern, die man von unten nicht einsehen konnte, um Stühle daran zu hängen und doppelte Böden unter Tischen oder Schränken, um Lesestoff aufzunehmen. Postenpunktmaßbänder waren meist gar nicht zu finden, selbst wenn man ganz genau wusste, dass eins da war.
Schlechter waren die hässlichen 5 Posten dran, die man mehr oder weniger frei erreichen konnte. Man muss aber wissen, dass in der SiK das Verbot galt, auf Postenkontrollen das Verhalten von Grenzverletzern zu imitieren. Die Gefahr, bei einer gedeckten Annäherung oder Rumwuseln im Gebüsch dem eigenen Posten zum Opfer zu fallen, war einfach zu groß. Dennoch wurde dieses Verbot von den PK's häufig missachtet, mit dem Erfolg, doch gelegentlich eingeschlafene oder westradiohörende Postenpaare in der warmen Butze aufzuklären. Das hat uns (nicht betroffene) Soldaten natürlich immer mächtig geärgert, weil gerade bei solch staubigen Annäherungen der Posten ja alle Macht gehabt hätte, den Offizier mal so richtig in den Dreck zu legen. Es gab ganz einfach Annäherungswege, wie z.B. über die Gleise der Eisenbahn-GÜSt, die absolut verboten waren. Wer auf diesem Wege versuchte, die GÜSt zu betreten, galt automatisch als Grenzverletzer. Außer den Streckenläufer der Bahn hätte der Posten jede Person sofort und ohne weitere Nachfragen festnehmen können - wenn er sie denn nur gesehen hätte!!!
Der Postenauf der Ostseite der GÜSt (Postenpunkt B2) z.B. saß in einer kleinen Butze auf dem Dach eines Stellwerkes. Außen herum gab es einen kleinen Umlauf mit Geländer, auf dem immer ein Posten stehen sollte. Zu erreichen war die B2 nur über eine Leiter an der Außenwand des Stellwerkes. Selbst diese Leiter hinauf hat es einmal eine PK geschafft, und die beiden Penner da oben in der Hütte erwischt. Letztendlich kannten die Offiziere anscheinend ihre Pappenheimer doch so gut, dass sie sich zielsicher immer die richtigen aussuchten.
Was haben nun wir Soldaten getan...ich habe ja von Wettrüsten geredet. In der Folge des o.g. Vorfalles hatte einer die geniale Idee, den Eimer mit Streusand, der sich auf dem Dach befand, an ein Bergsteigerseil zu haken und die Leiter hinunterzulassen. Diese war mit Absturzbügeln gesichert, wie man sie oft auch an großen Schornsteinen sieht, so dass der Eimer dort wie in einem Tunnel hing. Diese Konstruktion war natürlich nur mit ordentlich Gepolter zu beseitigen, mit der Folge, dass hier nichts mehr paasierte. Das Seil war legal dort, um die Postenverpflegung auf das Dach zu kriegen. In der Leiter war es einfach zu eng und zu gefährlich mit den Taschen. Für den Eimer hätte man immer eine Begründung gefunden, die eine richtige Strafe verhindert hätte...von "Angst, dass er vom Dach fällt" über "gerade voll gemacht und am Seil vergessen" bis "Abwehr von Unbefugten" gabs ne Menge Möglichkeiten.
Am wichtigsten war jedoch das "Operative Zusammenwirken", denn in diesem Zusammenhang wurde an SiK der Begriff OZW am häufigsten benutzt...das Zusammenwirken aller Soldaten bei der Abwehr von Postenkontrollen.
Das begann grundsätzlich mit der Absprache von verschiedensten Signalen über Funk oder GMN für bestimmte Situationen (z.B. zweimal Sprechtaste am Funkgerät = PK durch die A5, was der Postenpunkt war, der die Einfahrt in den Schutzstreifen bewachte). Dann knackte es zweimal in allen Funkgeräten und alle wussten, was Sache war. Im Grenzdienst gab es dann zunächst eine Telefonkette. Viele unserer Postenpunkte hatten ein Telefon. Also rief der UvD den KdL an, wenn ein Offz das Haus verließ, KdL die A5 beim Verlassen des Objekts, KdL und/oder A5 riefen auf dem Bahnhof den Aufführenden auf der B1 und den Einzelposten B5 an. Diese waren dann dafür verantwortlich die Posten zu informieren, die kein Telefon hatten. In den allermeisten Fällen funktionierte diese Kette ganz hervorragend und die Postenkontrollen brachten keine negativen Ergebnisse. Aber oft eben auch nicht.
Manchmal starteten die Offiziere von ihren Privatwohnungen vor dem Kasernengelände aus oder nutzten Annäherungswege unter Umgehung einzelner Glieder dieser "Meldekette". Das konnte dann natürlich hässliche Auswirkungen haben...
Wie gesagt - Wettrüsten: Methode - Abwehr der Methode - Abwehr der Abwehr ...so ging das während der ganzen Dienstzeit.
Damals haben wir natürlich immer gedahct, wir sind tausendmal cleverer als die Offiziere. Umso härter trafen uns dann die regelmäßigen Rückschläge erfolgreiher PK's. Sicher haben auch die Offiziere gedacht, sie sind cleverer als wir. Imerhin hatten sie ja ihre Erfolgserlebnisse. Wie viele davon jedoch schon vorher zunichte gemacht wurden, haben sie nie erfahren, so dass ich heute sagen würde, das Spiel war wohl halbwegs ausgeglichen.

Die gedeckte Annäherung an einen Posten ohne dass der etwas merkt oder gar das Warten auf ihn im Wald, um ihn dann zu überraschen, sehe ich übrigens nicht als eine erfolgreiche Postenkontrolle an. Das schafft jeder Zwölfjährige und es ist ja auch nicht mehr als ein kleiner Abgang für die PK, wenn sie den Posten erschrecken. Das heisst ja noch lange nicht, dass der Posten sich was vorzuwerfen hat.
Erfolgreich war eine Postenkontrolle ja im Grunde nur, wenn sie dem Posten eine mangelhafte Dienstduchführung nachweisen konnte.


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#27

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 22.08.2010 16:49
von Sachse (gelöscht)
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Zitat von Pitti53" gefürchtet waren oft die offizierskontrollen (aber nur die der GK,) oder wenn der hauptfeldwebel im abschnitt aufkreutzte

da könnt ich geschichten erzählen
.....auch so manchem cleverer PF blieb da die Luft weg"


@pitti53

Ich erinnere dich mal an dein vor über einer Woche abgegebenes Versprechen (siehe oben)


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#28

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 22.08.2010 17:47
von Ludwig | 252 Beiträge

In unserem Bat.-Stab gabe es mal einen jungen Ltn., grade von der Schule gekommen, Taschenträger und Speichellecker vor dem Herrn.
Da das Bat. bei uns direkt an der GK war, gab es "Verbindungen", über die man auch mal eine "interne Information" bekam. So eben,
daß dieser "Kumpel" in der Nachtschicht im SiA 9 (Neuenbau) Kontrolle fährt. Ich war damals 6 DHJ und kannte den Abschnitt wie meine
Jackentasche. Wir haben ihn am PoP 2 (Räppoldsburg, Ortskundige wissen, daß das der abgelegendste PoP des gesamten GB war)
erwartet. Von der FüSt habe ich verschlüsselte Info erhalten, wo er sich befindet. Um zur (2) zu gelangen, mußte er über eine etwa 100m
breite Lichtung. Dorthin hatten wir ihn durch häufige Meldung übers GMN gelockt. Links der Lichtung saß der Posten, rechts der Lichtung
wir als PoKo. Irgendwann kam er dann "angetrampelt", daß man dachte, eine Herde Wildschweine geht durchs Unterholz. Als er mitten auf
der Lichtung war, doppelte "Gefechtsfeldbeleuchtung", Anruf nach Parole, die hatte der Knallkopp auch vergessen, also durchladen und
hinlegen lassen. Der wurde während meiner restlichen Dienstzeit nie wieder im Abschnitt gesehen.



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#29

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 22.08.2010 19:01
von 94 | 10.792 Beiträge

Nun, die Parole habe ich auch selten dabei gehabt auf KSt. War halt damals schon ein merkfauler Tagesack. Die Posten wußten doch sowieso Bescheid. Gut, einmal schaute ich auch in den durchgeladenen Lauf einer Kaschi. Dem Gefreiten/PF muß ich mal irgendwie auf die Füße getappt sein, jedenfalls wollte er das U-Boot im Dreck liegen sehen.
Nun, ich lief langsam in seine Richtung weiter, ihm ständig in die Augen schauend, schob den Lauf beiseite und nannte ihm die Gegenparole. Bissel Adrenalin hatte ich dann schon im Blut, fand aber es war eine interessante Erfahrung.
Spazzz haben auch die gedeckten Kontrollen mit dem KC gemacht. Der 'Alte' war zwar nicht der Stratege vor dem Herrn und auch nicht besonders beliebt auf seiner GK, aber lautlos im Gelände, da konnte ich was lernen. Den GSZ-Trupp hatte der Alte mal richtig auf dem Kicker. Ich weiß bis heute nicht, warum an diesem Tag die Jungs Dienst nach Vorschrift gemacht haben, auf jeden Fall haben wir uns bis auf fünf Meter gedeckt heran und wieder weggepirscht. Geglaubt hat mir der Truppführer das erst, als ich ihm Details aus dem Gesprächmit seinem Posten erzählt hab. Sowas hat man alledings nicht an die große Glocke gehängt.
Gern bin auch mal ungeplant mit dem Trabbi des ZBV zur Hundefütterung auf der Rücksitzbank mitgefahren. Lustig war ein Posten mit TS. Der Postenführer sonnte sich mit freiem Oberkörper, während sein Posten seinen Fahrriemen schliff. Das nannte man dann wohl 'aufgeklatscht'.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#30

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 22.08.2010 22:02
von Sachse (gelöscht)
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Im Folgenden gehts zwar nicht direkt um Kontrollen während des GD aber ne interessante Episode ists allemal:

Der Sohn von Generalmajor Fritzsche (meines Wissens Chef des GK-Nord) war in unserer Einheit als Oltn. stv. KC. Und Papa hatte sich (ganz privat) angekündigt, um Sohnemann mal zu sehen. Eingeweihte wussten, dass er mit einem zivilen dunkelgrünen Lada vorfahren würde.
Und einer der manchmal etwas aufmüpfigen Gefr. wurde von Oltn. Fritzsche persönlich zum Wachdienst an der Kompanie verdonnert (er hatte mit ihm noch was Kleineres offen). Wir wussten in etwa, wann der hohe aber dennoch eben private Besuch kommen sollte und starrten gebannt aufs Tor, als es hupte.

Dem Posten ist das Gesicht eingeschlafen, als er plötzl. einen GM aussteigen sah. Papiere hat er gar nicht kontrolliert, auch nach keinem Ausweis gefragt und Meldung kannte er wohl nur aus dem Heimatkundeunterricht, als er sich letztmalig in Kl. 3 zum Schwein als Haustier brav meldete.

Dass der Gen. Oltn. nunmehr sein Ziel erreicht hatte und ihn wegen mangelhafter Dienstdurchführung und fehlender Wachsamkeit 3x4 Std. Arbeitsverrichtung außer der Reihe gab, war erzieherisch überaus wirksam.

Papa Fritzsche brachte übrigens Kaffee mit und es wurden paar nicht unangenehme Minuten, ehe er mit Sohnemann zum Privaten überging.


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#31

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 14.10.2010 14:28
von bendix | 2.642 Beiträge

Ich erlebte während meiner Dienstzeit wenigstens einmal eine solche Kontrolle .
Ich war am POP Sacrow eingesetzt .Mein Posten besetzte den Turm und ich tat meinen Dienst am Schlagbaum.Wohl nach Mitternacht bekam ich Hunger und wollte mir aus meiner Brotdose ne Stulle rausholen, aus dem Augenwinkel heraus sah ich am Ende der Krampnitzer Straße einen Lichtschein(sie machte nach ca. 300m eine Rechtskurve) ,ich dachte,Mist,mußt du erst warten bis du den kontrolliert hast.
Aber nix da.
Das Licht war weg und kein Auto war zu hören. Ich befahl meinem Posten in Richtung Riesterhorn zu sichern und die Ohren aufzusperren. Nach gefühlten 10 min hörte ich dann Geräusche aus dem Wald, der die gesammte Straße säumte und am Hinterlandzaun zum Postenweg endete.Ich begab mich zum Scheinwerfer,der auf der Seeseite stand und drehte ihn in Richtung Wald.Das übliche von „Halt stehen bleiben“ usw. folgte und die 2 Herren traten ohne lange zu Zögern aus dem Wald. Ich ließ meinen Posten absitzen.
Ein Hauptmann und sein Fahrer.Der Hauptmann sagte gleich….verflixt,da waren wir wohl zu laut…so auf die kumpelhafte Art, ich verlangte die Parole, die stimmte überein, und befahl ihnen am Schlagbaum stehen zu bleiben bis die KS kam. Meldung abgesetzt zum KC und Ruhe wars. Die Genossen wurden dann zu ihrem Trabbi zurück geleitet und hatten wohl Feierabend??
Na da haben sich meine Brotdose und ich aber gefreut

Die Kontrolle war nicht angemeldet für den Abschnitt.

Nach dem Wecken ließ der KC dann antreten und belobigte meinen Posten und mich wegen….und so weiter….
In der Auswertung danach fragte er mich wie ich das mitbekommen hätte das sie sich anschleichen konnten.Naja,wie bemerkt man denn sowas als gelernter Grenzer…
Ich verschwieg IHM aber das ich den kurzen Lichtschein am Waldrand gesehen hatte,
man weis ja nie wann die diese Prozedur wiederholen würden.
Die Kameraden sammt Uffz.-e belobigten uns mit reichlich Kaffee und Kuchen und den Posten zusätzlich mit einer Woche ohne SURR(Stuben- und Revier reinigen),was uns viel mehr wert war…
Gewiss gab es auch noch andere Kontrollen,aber das währe Spekulation,ich kann mich nur an diese Eine noch erinnern,mal abgesehen davon das wir die eine oder andere garnicht mitbekommen haben???

Hätte ich diesen Lichtschein nicht gesehen...ohoh,dann hätten die uns aber Selbiges an den Hacken gemacht

Einige Zeit später war diese Belobigung allerdings hinfällig, wegen „Störung der Sozialen Beziehung“.
Aber davon zu berichten gehört wohl nicht hierher, mal schauen ob es dafür schon ein Thema gibt.

Gruß bendix


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
zuletzt bearbeitet 14.10.2010 14:34 | nach oben springen

#32

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 14.10.2010 19:57
von don71 (gelöscht)
avatar

Zitat von Sachse

Die Auswertung nach dem GD war gewünscht bzw. befohlen und hatte letztlich auch erzieherische Wirkung, denn ein 2. Mal wollte sich das keiner antun.


Stimmt genau.


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#33

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 14.10.2010 20:48
von don71 (gelöscht)
avatar

Manchmal merkte man erst das Nachts eine gedeckte Kontrolle war.
Wenn man zwei Tage später 24 Stundendienst hatte in der Einheit, 2 Stunden GUvD und 2 Stunden Posten Einheit.
Gruß
Jürgen


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#34

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2010 15:36
von Pit 59 | 10.129 Beiträge

Parole war sehr wichtig.Wenn ich mich recht erinnere war die Dienstvorschrift so,kommt nach Anruf die Parole nicht wird ein zweites mal gerufen bei gleichzeitiger Ladung Waffe,kommt die Parole wieder nicht gezieltes Feuer in diese Richtung.


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#35

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2010 15:42
von exgakl | 7.223 Beiträge

Zitat von Pit 59
Parole war sehr wichtig.Wenn ich mich recht erinnere war die Dienstvorschrift so,kommt nach Anruf die Parole nicht wird ein zweites mal gerufen bei gleichzeitiger Ladung Waffe,kommt die Parole wieder nicht gezieltes Feuer in diese Richtung.




die Dienstvorschrift ist mir neu......


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#36

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2010 15:45
von Pit 59 | 10.129 Beiträge

Ich schrieb,wenn ich mich erinnere ( 30 Jahre).Dann sage doch bitte wie es war.Wenn Dir das neu ist musst Du ja das alte kennen.


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#37

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2010 15:47
von exgakl | 7.223 Beiträge

Zitat von Pit 59
Ich schrieb,wenn ich mich erinnere ( 30 Jahre).Dann sage doch bitte wie es war.Wenn Dir das neu ist musst Du ja das alte kennen.



Im Grenzdienst wie auch im Wachdienst, wer keine Parole hatte wurde festgenommen. Vergesslichkeit musste niemand mit dem Leben bezahlen

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#38

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2010 15:51
von Pit 59 | 10.129 Beiträge

Ja wenn Du Ihn gesehen hast,was ist im Wald bei Stock Dunkler Nacht ?


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#39

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2010 15:54
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Könnte dann aber maximal ein Warnschuß gewesen sein!


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#40

RE: Offizierskontrollen im Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2010 15:55
von exgakl | 7.223 Beiträge

Zitat von Pit 59
Ja wenn Du Ihn gesehen hast,was ist im Wald bei Stock Dunkler Nacht ?



Es macht viel mehr Spass erst nach der Parole zu fragen, wenn derjenige schon etwa 2 Meter vor dir steht und dich noch nicht erkannt hat.
Man hat dann auch eine reale Chance zu sehen um wen es sich handelt. Denn merke: brüllt man zu früh nach der Parole kann es sein, das sie in den umliegenden Ortschaften noch gehört wird.

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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