#1

(Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 13.08.2010 10:32
von josy95 | 4.915 Beiträge

Kleinärten und (Klein-) Tierhaltung galten in den s. g. schlechten Jahren (Krieg, Nachkriegszeit) für den, der irgendwie dazu Gelegenheit und Platz hatte als ein notwendiges Muss, um die Familie (besser) versorgen zu können aber auch um mal etwas "frisches" zu haben, sogar zum Verkauf und auch eintauschen gegen etwas anderes, knappes.
Da wurden Hühner und Kaninchen auch auf engstem Raum gehalten, der Kleingarten, egal ob Eigentum- oder Pachtgarten bis in den letzten Winkel ausgenutzt.

In der ehem. DDR wurde die Kleintierhaltung und auch das Schrebergartenwesen staatlich gefördert und sogar subventioniert. Gartenpachten waren sehr gering, Gartenprodukte wie Obst und Gemüse, Produkte aus der Kleintierhaltung wie Eier, Fleisch mußten zu wesentlich höheren Aufkaufpreisen als der spätere Verkaufspreis in HO, Konsum und zentralen Aufkaufstellen aufgekauft werden. In Konsum und HO gingen diese Waren dann oft auch nur unter dem Ladentisch weg... oder landeten oft in privelegierten Ferienheimen von Regierung, SED, FDGB, VP, NVA oder MfS.
Es war auch erklärtes Ziel, so viel wie möglich Kleingärtner und Kleintierhalter in DDR- und SED- üblicher Weise in einem zentral gelenkten Verein zu organisieren. Das war der Verein VKSK (Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter der DDR).
Diesen Vereinen oblag auch eine gewisse Pflicht der Planerfüllung in der Menge der Abgabe von Erzeugnissen aus Kleingärten und Kleintierhaltungen zu "Deckung des Bevölkerungsbedarfes", so hieß es in der offiziellen Amtssprache der DDR.

(Hinweis:Die Ernährungsweise und-situation in der DDR und die Veränderung ... - Google Buchsuche-Ergebnisseite
Trotzdem war es in der DDR erklärtes Ziel, damit für die Bevölkerung zusätzliche Versorgungsmöglichkeiten aber auch sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu erschließen. Speziell der Faktor dieser "landwirtschaftlichen Kleinproduktion" zur Verbesserung der Versorgung der Bevölkerung war kein Geheimnis und wurde offen propagiert.)

Leider gab es auch viel Mißbrauch und Auswüchse. Heute würde man kurz und knapp Subventionsbetrug sagen. Da wurden billige (staatl. subventieonierte) Backwaren in Größenordnungen gekauft, um damit Vieh zu füttern, zu mästen und anschließend gewinnbringend zu verkaufen. Da wurden im HO billig Eier gekauft, um sie dann zu wesentlich höheren Aufkaufpreisen z. Bsp. in einer Annahmestelle wieder zu verkaufen. Das um hier nur einige Beispiele zu nennen.

Heute hat sich das Blatt ja erheblich gewandelt. Kleingärten dienen hauptsächlich nur noch Erhohlungszwecken, der Anbau von Obst und Gemüse ist eher nebensächlich. Kleintierhaltung ist stark zurückgegangen.

Wie seht Ihr das, was habt Ihr damals erlebt, für Erfahrungen gemacht. Wie seht Ihr es heute, was macht Ihr heute in Bezug auf Kleingarten und Kleintierhaltung?

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 13.08.2010 10:35 | nach oben springen

#2

RE: (Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 13.08.2010 10:46
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von josy95


Leider gab es auch viel Mißbrauch und Auswüchse. Heute würde man kurz und knapp Subventionsbetrug sagen. Da wurden billige (staatl. subventieonierte) Backwaren in Größenordnungen gekauft, um damit Vieh zu füttern, zu mästen und anschließend gewinnbringend zu verkaufen. Da wurden im HO billig Eier gekauft, um sie dann zu wesentlich höheren Aufkaufpreisen z. Bsp. in einer Annahmestelle wieder zu verkaufen. Das um hier nur einige Beispiele zu nennen.


dessen rühmt sich sogar frau angela merkel....

Zitat
Wie seht Ihr das, was habt Ihr damals erlebt, für Erfahrungen gemacht. Wie seht Ihr es heute, was macht Ihr heute in Bezug auf Kleingarten und Kleintierhaltung?


ich kaufe oftmals von schrebergärntnern obst und eier... ansonsten wenn die noch etwas (interessantes) viehzeug haben, könnte ich stundenlang zugucken...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#3

RE: (Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 13.08.2010 15:53
von MatNag (gelöscht)
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Ich betrachte meine 360m² Kleingarten als gärtnerische Versuchs- und Erholungsanlage.
Ich halte kein Vieh, aber ich versuche seltene Gemüsesorten anzubauen, denn ich habe bemerkt, daß in vielen Kleingärten eher die 08/15-Sorten angebaut werden (weil man das schon immer so gemacht hat).
Deshalb versuche ich immer etwas gegen diesen spießigen "Einheitsbewuchs" entgegenzupflanzen, was auch bei einigen Nachbarn Beachtung, aber auch Skepsis brachte (...wat? schottische Kartoffeln??...nie gehört..die dudeln wohl???......dat kann ja nix werden...ick nehm Adretta!!!).....Herr wirf Hirn vom Himmel!!!
Und so will ich es weiter halten...ich habe auch keinen normalen Grill mir besorgt (das kann ja jeder) sondern einen sog. "Smoker".
Die die bis jetzt das so zubereitete Fleisch gegessen haben, lobten, wie saftig es doch trotz der Grill-Hitze geblieben ist.
Anfangs hatten sie sogar ziemlich Augen gemacht, als ich mit dem Hickory-Räuchersalz ankam.
Jetzt können sie gar nicht genug davon kriegen.
Nebenbei...."gepriesen sei der Erfinder der Kettensäge und des Shredders!!!"


zuletzt bearbeitet 13.08.2010 15:57 | nach oben springen

#4

RE: (Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 15.08.2010 11:31
von josy95 | 4.915 Beiträge

@MatNag,

find ich richtig gut!

Bin auch ein Freund von sowas. Dieses 08/15- Kram kotzt mich irgendwie an. Genau wenn ich seh, das im eigenen Garten mit Massen von Kunstdünger hantiert wird. Dann kann ich mir auch das Chemie- verseuchte Kram beim Billigdiscounter kaufen.

Aber bestimmt ist es auch hier oft wieder so vie fast überall:
...meine Radieschen sind die größten, mein Kohlrabi ist viel schöner, wie der vom Nachbarn..., meine Kartoffeln sind...


....je dümmer der Bauer, je größer die (Chemiedung-) Kartoffel...!


josy95


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#5

RE: (Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 15.08.2010 12:24
von Affi976 (gelöscht)
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@Josy,
haste genau Recht.
Obwohl unser Garten auch nur der Erholung dient, nutzen wir jede Möglichkeit etwas "vom Dorf" zu kaufen.
Auf der anderen Wegseite hat ein älteres Ehepaar Tierhaltung. Und da gibts jede Woche frische Eier, die sind mal klein und mal sooo groß, dass man sich fragt, ob das Huhn nicht aufgerissen ist beim Eierlegen.Da gibts die Weihnachtsgans und Kaninchen, ne Ente und was sonst noch alles essbr ist, incl. Salat, Kartoffeln rote Beete.......
Fleisch und Wurst werden ansonsten in einem Hofladen mit eigener Tierhaltung und sogar Wildgehege gekauft.
Und soll`s mal was ganz besonderes sein: Mein Nachbar hat eine Straußenfarm und die Jungs bekommen nur sein eigenes angebautes Futter, werden von ihm gezüchtet und geschlachtet.Haben Auslauf auf einen eigenen Grundstück, dass ist so groß.....da können die Strauße rennen, bis der Schlachter kommt. Diese Fleisch ist allerdings kein Schnäppchen, hat dafür nur 0, fast kein Fett, 0,00 Cholesterin und ....ist superzart und schmeckt allererste Sahne.
Ich hoffe, ich habe euren Appetit gestärkt.
VG Affi


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#6

RE: (Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 15.08.2010 13:16
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

.........auch ich hatte 10 Jahre lang einen Kleingarten. Im Ostteil von Berlin und nach der Wende. Wunderschöne Gegend war dies - gelegen zwischen dem S-Bahnhof Wuhlheide und Karlshorst. In der ersten Zeit nach der Übernahme der Unterpacht...........war alles Prima. 40qm Wohnfläche (inkl. Strom, eigener Brunnen, Telefon), Garage, Werkstatt und dies alles auf 325 qm Pachtland. Die Pacht hielt sich fürs Jahr in Grenzen.
Ab ca. 1998 fing der Vorstand an, das Bundeskleingartengesetz auf Druck von Oben (Bezirksverband) durch zu setzen. Als erstes sollten die Bebauungen auf die vorgeschriebene Größe von 24 qm reduziert werden, was aber nicht realisiert werden konnte. Grund war dass die meisten Bebauungen Bestandsschutz gem. dem Einigungsvertrag hatten. Also ging der Vorstand der KGA verstärkt dazu über, die kleingärtnerische Nutzung durch zusetzen. Nach Abzug der bebauten bzw. verdichteten Flächen war die Restfläche zu 3/4 für die kleingärtnerische Nutzung vorbehalten. Welche Produkte angebaut werden mußten, war jedem Kleingärtner selber überlassen. Kleintierhaltung (Hühner, Enten etc.) war zwar offiziell erwünscht, wurde aber nur von zwei bis drei KGF (gerechnet auf 480 Parzellen) durchgeführt.
Nachdem der Vorstand massiv gegen die Mitglieder der KGA vorging und die kleingärtnerische Nutzung sogar kontrollierte, baute auch ich etwas Gemüse an. Möhren, Zwiebeln usw.. Und ich muß ehrlich sagen, die schmeckten besser als die gekauften Produkte. Handgepflückte Tomaten mit selbstgezogenen Zwiebeln..............lecker. Die die Erde, wo ich das Beet angelegt hatte so "fett" war, dass ich diese mit ukrainischer Erde vergleichen konnte, wuchsen die Gemüsesorten ohne großes Zutun von chemischen Keulen. Alle zwei Jahre mal etwas Blaudünger untergebuddelt und schick war`s. Nur einmal hatte ich die Braunfäule in den Tomaten. Naja Künsterlerpech - ich hatte mein Gemüse und somit vor dem Vorstand Ruhe. Ich hatte mich sogar mal an die Zucht von Pilzen gewagt: Braunkappen. Ist sogar etwas geworden, wenn auch nicht gerade üppig und ausreichend.................. aber sehr schmackhaft.
Heut zu Tage fehlt mir die Zeit mich einer gesunden Gemüse- und Obstkultur zu widmen. Heute bin ich froh, wenn ich dazu komme, den Rasen zu mähen und die Hecken zu schneiden. Naja...........jetzt bin ich auch Herr auf meiner eigenen Scholle, also auf Grund und Boden und dies ohne Kleingartenvorstand.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#7

RE: (Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 31.01.2011 14:56
von regis (gelöscht)
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gibt es jemanden von euch, der seinen garten in berlin direkt an der mauer hatte? wenn ja, wie war das so mit nem kleingarten im, naja, grenzgebiet? welche erfahrungen macht man da so


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#8

RE: (Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 31.01.2011 19:09
von Huf (gelöscht)
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@josy95, ich verstehe Deinen Eingangsbeitrag so, als dass Du hinterfragst, wer zu DDR-Zeiten seinen Garten, bzw. Anwesen zur Kleingärtnerei oder Kleintierhaltung genutzt hat.
Die Gründe hattest Du ja schon angeführt.

Meine Schwiegereltern am Stadtrand unserer Stadt bewohnten eine Doppelhaushälfte und hatten einen 700 m² Garten. Im Garten standen Obstbäume, Obststräucher und es wurden Erdbeeren, Gemüse und Frühkartoffeln angebaut, zum eigenen Verbrauch.
Auf dem Hof liefen in entsprechenden Einfriedungen Hühner und Enten herum. Ich fand das völlig normal, wenn es auch teilweise Arbeit machte.
Bei heftigst subventionierten Preisen für Brot, z.B. 78 Pf. oder 93 Pf. pro Laib Brot, war es doch niemandem zu verdenken, dass er dieses billige Brot als Weichfutter für die Viecher kaufte, zumal er ja sonst kaum an entsprechende Futtermittel kam. Da ich mich in der Umgebung unserer Stadt etwas auskannte, konnte ich in manchen Jahren schon mal einen Sack Körner locker machen. Aber das war dem Zufall überlassen.
Ich halte nach wie vor das Kleingärtnern und die Kleintierhaltung für eine geistreiche und sogar einträgliche Freizeitbeschäftigung. Die Kommunisten haben ihr allerdings kleinbürgerlichen und spießigen Muff anhängen wollen, aber das macht mir nichts aus.

Einer der größten Fehler jener Zeit in der DDR war m.E. die tatsächlich hohe Subventionierung der Preise für Grundnahrungsmittel, die propagandistisch auch in überlebter Zeit herhalten musste, jedoch zu einem stetigen Verfall der Wertevorstellung für Nahrungsmittel in der DDR geführt hatte.
Als nach dem 01.07.1990 ein Brot plötzlich 3,00 DM kostete wurden einige wach.

Aber OT, Kleingärtnern ist cool, ich ziehe jedes Jahr meine Tomaten in einem kleinen Glas-Gewächshaus, aber ich bin ja auch spießig und ein Kleinbürger.

VG Huf


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#9

RE: (Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 31.01.2011 19:19
von Huf (gelöscht)
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Ferientag eines Unpolitischen

Der Postbeamte Emil Pelle
Hat eine Laubenlandparzelle,
Wo er nach Feierabend gräbt
Und auch die Urlaubszeit verlebt.

Ein Sommerläubchen mit Tapete,
Ein Stallgebäude, Blumenbeete.
Hübsch eingefaßt mit frischem Kies,
Sind Pelles Sommerparadies.

Zwar ist das Paradies recht enge
Mit fünfzehn Meter Seitenlänge;
Doch pflanzt er seinen Blumenpott
So würdig wie der liebe Gott.

Im Hintergrund der lausch'gen Laube
Kampieren Huhn, Kanin und Taube
Und liefern hochprozent'gen Mist,
Der für die Beete nutzbar ist.

Frühmorgens schweift er durchs Gelände
Und füttert seine Viehbestände.
Dann polkt er am Gemüsebeet,
Wo er Diverses ausgesät.

Dann hält er auf dem Klappgestühle
Sein Mittagsschläfchen in der Kühle.
Und nachmittags, so gegen drei,
Kommt die Kaninchenzüchterei.

Auf einem Bänkchen unter Eichen,
Die noch nicht ganz darüber reichen,
sitzt er, bis daß die Sonne sinkt,
Wobei er seinen Kaffee trinkt.

Und friedlich in der Abendröte
Beplätschert er die Blumenbeete
Und macht die Hühnerklappe zu.
Dann kommt die Feierabendruh.

Er denkt: Was kann mich noch gefährden!
Hier ist mein Himmel auf der Erden!
Ach, so ein Abend mit Musik,
Da braucht man keine Politik!

Die wirkt nur störend in den Ferien,
Wozu sind denn die Ministerien?
Die sind doch dafür angestellt,
Und noch dazu für unser Geld.

Ein jeder hat sein Glück zu zimmern.
Was soll ich mich um andre kümmern?
Und friedlich wie ein Patriarch
Beginnt Herr Pelle seinen Schnarch.

(Erich Weinert)

Diese Gedicht von E. Weinert stand in unserem Lesebuch der 11. Klasse (EOS) und sollte die Kleinbürgerlichkeit der Kleingärtnerei und Kleintierhaltung untermauern.

VG Huf


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#10

RE: (Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 31.01.2011 19:41
von Pit 59 | 10.127 Beiträge

Josy,die Pacht in den Kleingärten ist auch Heute noch gering,wenn sich alle an die Vorgaben des Verbandes halten.In einer Kleingartenanlage waren vor allen Karnickel bevorzugt,ich glaube Hühner waren nicht erlaubt.Es wird ja auch alles Kontrolliert,wie hoch ist die Hecke,wie hoch sind Ziergehölze,wird die Bebauung eingehalten.Es ist halt ein Hobby,welches auch als Sport zählt.Vieleicht schmeckt auch eine Garten-Tomate besser als die aus dem Supermarkt,aber wenn man bedenkt was Heute Samen u. Pflanzen Kosten macht niemand was gut, denn was Kosten Radischen und Kohlrabi zur Haupterntezeit,Pfennige.


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#11

RE: (Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 31.01.2011 19:50
von Huf (gelöscht)
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@Pit, keine Frage, heute ist es reiner Idealismus und Spaß an der Freude!

Wenn meine Gurken im Gewächshaus erntereif sind, kosten sie beim Discounter 19 cent. Ähnlich ist es bei Tomaten und Zucchini. Trotzdem mache ich es gern, und wenn der Ertrag gut ist, bekommt der eine oder andere beim Besuch eine Tüte davon mit.

Seid mal alle ehrlich, sind wir nicht mit Lebensmitteln verwöhnt? Auch teilweise mit den Preisen? Ich gönne jedem, dass er nach seinem Belieben satt und zufrieden ist, dass niemand hungern muss.
Aber angesichts der verbrecherischen Machenschaften von Leuten, wie dem Fettpanscher aus meiner Heimatstadt, der ganz Deutschland vergiftet hat, sollte man sich nach dem ideellen Wert unserer Nahrungsmittel fragen.

VG Huf


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#12

RE: (Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 31.01.2011 20:05
von PF75 | 3.291 Beiträge

Zitat von Huf
@Pit, keine Frage, heute ist es reiner Idealismus und Spaß an der Freude!

Wenn meine Gurken im Gewächshaus erntereif sind, kosten sie beim Discounter 19 cent. Ähnlich ist es bei Tomaten und Zucchini. Trotzdem mache ich es gern, und wenn der Ertrag gut ist, bekommt der eine oder andere beim Besuch eine Tüte davon mit.

Seid mal alle ehrlich, sind wir nicht mit Lebensmitteln verwöhnt? Auch teilweise mit den Preisen? Ich gönne jedem, dass er nach seinem Belieben satt und zufrieden ist, dass niemand hungern muss.
Aber angesichts der verbrecherischen Machenschaften von Leuten, wie dem Fettpanscher aus meiner Heimatstadt, der ganz Deutschland vergiftet hat, sollte man sich nach dem ideellen Wert unserer Nahrungsmittel fragen.

VG Huf




wenn man mit aufwand und nutzen rechnet kommt man natürlich nicht auf einen grünen zweig,man muß das halt als hobby oder streßausgleich sehen und der idelle wert ist immer schlecht zu beziffern.andere hobbys sind bedeufent teurer und machen nicht satt.
übrigens Dioxin habe vor ein paar tagen gehört ,das war garnicht soschlimm wie es verbreitet wurde,gesundheitliche bedenken hätte es nur bei übermäßigen konsum über einen längeren zeitraum ev. gegeben,aber man konnte dadurch mal wieder ein marktbereinigung erreichen.
ich find es auch esser im sommer sich ein wenig im garten zu beschäftigen als irgendwo im stau rumzustehen.


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#13

RE: (Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 31.01.2011 20:08
von Halloecho | 78 Beiträge

so ein Garten hat schon was für sich, im Frühjahr kann man es garnicht abwarten und im Spätherbst kein Ende finden. Kaninchen halten ist hier immer noch angesagt, Futter gibts meinst genug. Dauert nicht mehr lange und die erste Aussaat beginnt. Paprika und Tomaten werden jedes Jahr selber gezogen und das Ergebnis sind dann über 20 verschiedene Tomatensorten

Halloecho

Angefügte Bilder:

www.EchoPC.de Sammeln ist Leidenschaft


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#14

RE: (Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 01.02.2011 19:12
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Huf
@josy95, ich verstehe Deinen Eingangsbeitrag so, als dass Du hinterfragst, wer zu DDR-Zeiten seinen Garten, bzw. Anwesen zur Kleingärtnerei oder Kleintierhaltung genutzt hat.
Die Gründe hattest Du ja schon angeführt.

Meine Schwiegereltern am Stadtrand unserer Stadt bewohnten eine Doppelhaushälfte und hatten einen 700 m² Garten. Im Garten standen Obstbäume, Obststräucher und es wurden Erdbeeren, Gemüse und Frühkartoffeln angebaut, zum eigenen Verbrauch.
Auf dem Hof liefen in entsprechenden Einfriedungen Hühner und Enten herum. Ich fand das völlig normal, wenn es auch teilweise Arbeit machte.
Bei heftigst subventionierten Preisen für Brot, z.B. 78 Pf. oder 93 Pf. pro Laib Brot, war es doch niemandem zu verdenken, dass er dieses billige Brot als Weichfutter für die Viecher kaufte, zumal er ja sonst kaum an entsprechende Futtermittel kam. Da ich mich in der Umgebung unserer Stadt etwas auskannte, konnte ich in manchen Jahren schon mal einen Sack Körner locker machen. Aber das war dem Zufall überlassen.
Ich halte nach wie vor das Kleingärtnern und die Kleintierhaltung für eine geistreiche und sogar einträgliche Freizeitbeschäftigung. Die Kommunisten haben ihr allerdings kleinbürgerlichen und spießigen Muff anhängen wollen, aber das macht mir nichts aus.

Einer der größten Fehler jener Zeit in der DDR war m.E. die tatsächlich hohe Subventionierung der Preise für Grundnahrungsmittel, die propagandistisch auch in überlebter Zeit herhalten musste, jedoch zu einem stetigen Verfall der Wertevorstellung für Nahrungsmittel in der DDR geführt hatte.
Als nach dem 01.07.1990 ein Brot plötzlich 3,00 DM kostete wurden einige wach.

Aber OT, Kleingärtnern ist cool, ich ziehe jedes Jahr meine Tomaten in einem kleinen Glas-Gewächshaus, aber ich bin ja auch spießig und ein Kleinbürger.

VG Huf



Interessant an diesem Thema ist auch die Veränderung, die der private Gartenbau und die Kleintierzucht in den Jahren nach der Wende vollzogen hat und die teilweise Rückkehr zu alten Gewohnheiten.
Zu unterscheiden sind dabei aber die Hausgärten und die Schrebergärten bzw. Laubenkolonien.
Fast durchweg hat man nach der Wende ehemalige Produktionsflächen für den Gemüseanbau und Obstbaumkulturen gegen langweilige Rasenflächen und reine Ziergärten eingetauscht, schlimmer noch es gab eine neue Kultur der Grenzbebauung, jeder der einigermaßen wachsam durch unsere Ortschaften geht, wird feststellen wie Gärten untereinander mit häßlichen 3 m hohen Thujahecken oder gar Heckenfichten abgegrenzt sind, die Gespräche mit dem Nachbarn gar nicht mehr zulassen, oft war genau das auch der Grund für diese neuen Grenzbauten.
In meiner Nachbarschaft gab es eine ältere Frau, die allein eine Fläche von 600-700 qm Jahr für Jahr mit Kartoffeln bepflanzt hat ohne Rücksicht auf irgendwelche Theorien zur Fruchtfolge und Dreifelderwirtschaft, trotzdem hat die immer wieder gute Knollen herausgeholt, Rasenflächen waren kaum wahrnehmbar.
Im Unterschied zur Schrebergartenwirtschaft hatten die Hausgärtner jedoch deutlich mehr Freiheiten, auch mußte man früher bei der Bewässerung des Gartens keine Abwassergebühren zahlen, solche Schildbürgerstreiche wären damals undenkbar.
Bezüglich der Tierhaltung waren zwar Katzen, Goldhamster und Zierhasen in etwa gleichmäßig auf die Haushalte verteilt, echte Nutztiere sind im Vergleich zu damals jedoch definitiv auf dem Rückzug.
Apropos Arbeit, wollen wir wetten, daß ein Kartoffelacker in einem Jahr mit durchschnittlich viel Niederschlag auf keinem Fall mehr Arbeit macht als ein gut gepflegter Rasen ?
Wenn die Pflanzen erst mal Anfang Juni angehäufelt sind, macht der Rasengärtner noch mindestens 15x den Rasenmäher an, während der Kartoffelbauer normalerweise nicht mal Unkraut zupfen muß, wenn die Reihen dicht bewachsen sind, im letzten Jahr gab es nicht mal Kartoffelkäfer, da weiß bis heute keiner, wo die waren.
Abgesehen von elektrischen Heckenscheren (Kennt noch jemand die vom Mansfeld- Kombinat...Kombi mit Bohrmaschine ?), Rasenmähern u.a. technischen Elektrogeräten gab es auf diesem Sektor eigentlich keine Mangelwirtschaft, wenn man nicht gerade Koreatannen oder Magnolien brauchte.
Die Vermehrung zahlreicher Pflanzen war im Prinzip ohne besonderen technischen Aufwand lösbar, entscheidend war hier nur richtiges timing und natürlich ein gutes Wissen, das man sich jedoch über die Literatur oder die Tipps von Erika Krause ("Du und Dein Garten") aneignen konnte.



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#15

RE: (Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 02.02.2011 23:15
von Jawa 350 | 676 Beiträge

Da ich schon immer ein eigenes Grundstück hatte, wurden im Garten allerlei Obst und Gemüse zum Eigenverbrauch angebaut.
Auch 60 Hühner wurden gehalten und die Eier verkauft - dafür gab es Geld und Futter. Da ich seit 1976 Auslandsfahrer bin, wurden mit dem unsere Urlaubsreisen finanziert. Zur Wende war ich dann schon selbständig, also wurden die Tiere und die Gemüsebeete abgeschafft.

Futterprobleme kannten wir nicht, denn ich erhielt auch Futter von der Genossenschaft wo ich als Einkäufer für Ersatzteile gearbeitet habe. Diese LPG war mit 10000 Hektar und ca. 600 Traktoren die größte der DDR!

Seit 2 Jahren habe für meinen Enkel Tauben und 10 besondere Hühner gekauft - denn die legen verschiedenfarbige Eier! Damit keiner es für einen Witz habe ich ein Bild angehängt.
Dass in der DDR die Lebensmittelpreise vom Staat gestützt wurden ist ja hinreichend bekannt. Das z.B. Brot an die eigenen Hühner gefüttert wurde, ist auch schon festgestellt wurden. Aber es kam damit wieder den Menschen in der DDR als Lebensmittel zu gute!

Heute in dieser BRD wird Weizen verbrannt, Brot an die Tiere verfüttert! Abfälle von Gaststätten, Küchen usw. dürfen nicht verfüttert werden – sie kommen in den Müll!
Was für ein Wahnsinn, auch heute werden Lebensmittelpreise vom Staat und damit von unseren Steuergeldern gestützt!
Eine Landwirtschaft kann nur mit Unterstützung von allen gedeihen, entweder durch Stützung oder durch höhere Preise.
In Österreich ist man da schon einen Schritt weiter, jeder weis wie wichtig der Bauer für die Pflege der Landschaft ist. Das wie auf den Bildern zu sehen am Ostersamstag Jauche in einem Erholungsgebiet ausgebracht wird, ist in der BDR nicht möglich. Bei uns werden Prozesse geführt wenn ein Hahn beim Nachbar kräht! Das sind dann meistens zugezogene aus dem Westen.

Angefügte Bilder:
MfG
Jawa350
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#16

RE: (Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 03.02.2011 08:07
von küche69 | 428 Beiträge

Hallo zusammen!

Ich selber habe keine Kleintiere gehalten, da ich Maler gelernt und auch dann in diesem Beruf gearbeitet habe, hatte ich genug zu tun nach der Arbeit und am Wochenende und habe mir so einige Mark dazu verdient.

Aber in unserem kleinen Ort haben viele Kaninchen, Enten, Gänse oder Schaffe gehalten, diese waren für den Eigenverbrauch wurden aber auch verkauft, etwa an Privatleute oder an Händler, auch hatten viele Verträge mit der FEAP oder waren im Kleintierzüchterverband, auch gab es Bezugsscheine für Futter ect., aber meistens ging es um den kleinen Nebenverdienst.

Grüße von Küche69

_________________

"Wer nicht mit beiden Augen sieht, wird nie die ganze Wahrheit sehn"!



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#17

RE: (Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 05.02.2011 20:20
von Jawa 350 | 676 Beiträge

Ich denke es war ein guter Schachzug der DDR Regierung diesen hohen Aufkaufspreis zu zahlen.

Dadurch wurde auch die kleinste Ecke Brachland genutzt!


MfG
Jawa350
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#18

RE: (Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 06.02.2011 10:21
von Pit 59 | 10.127 Beiträge

Ja das stimmt die DDR Regierung hat viele gute Schachzüge gemacht.Und wieviel Nutzland vor allem durch die Grenze verloren gegangen ist,was man da hätte anbauen können,und wieviel Kleintiere gehalten werden konnten.


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#19

RE: (Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 06.02.2011 14:43
von stutz | 568 Beiträge

Ich bin passionierter Kleingärtner und halte Kaninchen.
Im Sommer ist mein Garten eine Oase und für mich ein Ort der Erholung von der hektischen Welt. Eigendlich müsste man die Nase davon voll haben, wenn man sowas sein ganzes Leben lang als Beruf gemacht hat. Trotzdem zieht es mich nach den ersten warmen Sonnenstrahlen immer wieder raus. Der Vorteil ist, dass ich alles Gelernte und meine Erfahrungen hier noch nutzbringend einbringen kann.
Noch ein Spruch meiner Grossmutter:
" Ohne Arbeit früh und spät wird dir nichts geraten. Der Neid sieht nur das Rosenbeet, doch leider nicht den Spaten ".

Angefügte Bilder:
"Mein Volk, dem ich angehöre und das ich liebe, ist das deutsche Volk;
und meine Nation, die ich mit großen Stolz verehre, ist die deutsche Nation.
Eine ritterliche, stolze und harte Nation." ( Ernst Thälmann )
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#20

RE: (Klein-) Tierhaltung, Kleingärten...

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 06.02.2011 14:48
von Pit 59 | 10.127 Beiträge

Sind das Holländer Stutz ?


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