#41

RE: Zurückweisungen / Proteste. Gab es das häufig an der Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.08.2010 19:20
von Pitti53 | 8.783 Beiträge

ihr habt weihnachtsbäume geklaut?


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#42

RE: Zurückweisungen / Proteste. Gab es das häufig an der Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.08.2010 20:04
von Thunderhorse | 3.993 Beiträge

Zitat von Pitti53
ihr habt weihnachtsbäume geklaut?




Nicht nur die vorne am Grenzverlauf rumgelatscht sind.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#43

RE: Zurückweisungen / Proteste. Gab es das häufig an der Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.08.2010 20:06
von Pitti53 | 8.783 Beiträge

na ok.weiter hinten soll es öfter passiert sein

th sag jetzt nicht, davon hast du auch fotos?


zuletzt bearbeitet 11.08.2010 20:07 | nach oben springen

#44

RE: Zurückweisungen / Proteste. Gab es das häufig an der Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.08.2010 20:09
von Thunderhorse | 3.993 Beiträge

[quote="S51
Na, nichts für ungut aber so ständig präsent waren weder die bundesdeutsche Seite noch die Amis oder Briten (wo zuständig). Die ganz nebenbei auch manches Ding gedreht haben. Und wenn auch durchaus anzuerkennen ist, dass jede Seite gute Leute hatte, lagen wir im allgemeinen mit der Ansicht, dass die Aufmerksamkeit der Gegenseite proportional entgegengesetzt dem Zeitaufwand ist, gar nicht so falsch...
Soll heißen, sie haben von den "offiziellen" Geschichten allenfalls 10 % mitbekommen und von all dem, was wir da vorne mehr oder weniger illegal abgezogen haben und wofür wir gegebenenfalls auch bestraft worden wären, nahezu gar nichts... Allenfalls durch dummen Zufall mal oder weil wirklich jemand aufgepasst hat.
.[/quote]

Hm, schöne Realtionsberechnung.
Wie hoch ist die Fehlerquote?
Dafür habt Ihr ja 100 % mitbekommen was auf westlicher Seite lief!
Grins mir mal wieder eins.

P.S.: Am besten gefällt mir immer wieder, die haben Dinger gedreht, wir haben Dinger gedreht.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 11.08.2010 20:09 | nach oben springen

#45

RE: Zurückweisungen / Proteste. Gab es das häufig an der Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.08.2010 20:42
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Thunderhorse
...Hm, schöne Realtionsberechnung.
Dafür habt Ihr ja 100 % mitbekommen was auf westlicher Seite lief!
Grins mir mal wieder eins.

P.S.: Am besten gefällt mir immer wieder, die haben Dinger gedreht, wir haben Dinger gedreht.



100 % ? Nein, wie auch? Einmal gab es nicht überall Posten, dann hatten die auch ihre Ruhezeiten. Schließlich war die Beobachtungstiefe in westlicher Richtung doch arg begrenzt. Gut, vielleicht nicht so auf dem flachen Land, wo man weit sehen konnte aber normalerweise schon. Ich würde die Effektivität auf Grund der doch größeren Postendichte als umgekehrt (im Bereich Schierke hatten wir drei Posten vorne plus eine KS "gegen" zeitweise eine Streife BGS und/oder GZD) auf mehr als 50 % schätzen. Jedoch keine 100 %.
Und, wie schon geschrieben. Eure Leute waren auch nicht schlecht.
Na ja. "Dinger gedreht" - wie soll ich das sonst nennen? Es war doch auf beiden Seiten nichts weltbewegendes. Und meist illegal doch obendrein. Hätte man mich erwischt, wie ich feindwärts einen Weihnachtsbaum für die Füst organisiere, wäre ich abgegangen. Aber mit Karacho. Hätten wir die Briten erwischt, wie sie auch feindwärts einen Weihnachtsbaum organisieren - na, was wohl dann? Und doch war es so üblich.
Hätte man mich erwischt, wie ich gewissermaßen allseitig einen schiefsitzenden Grenzstein fotografiere, hätte ich danach mit einiger Sicherheit in Schwedt über Sinn oder Unsinn einer solchen Aktion nachdenken dürfen. Hätten wir den BGS hochgezogen, weil er auch mal ein Sammelfoto an einer Grenzsäule haben wollte - wie wäre das ausgegangen?
Hätte man mich erwischt, wie ich mal so eben das Innere eines Landrovers fotografiere ... Ich glaube schon, dass sich das Verständnis meiner eigenen und der anderen Truppe etwas in Grenzen gehalten hätte. Denn es gab da so ein klitzekleines territoriales Problemchen bei.
Hätte man uns hochgezogen, weil wir zwischen den Grenzsäulen 974 und 980 die jeweils bequemerere Seite für die Kontrolle der Grenzmarkierungen benutzt haben, wo wären wir gelandet? Hätten wir den BGS hochgezogen, weil er zwischen den Grenzsäulen 974 und 980 eben auch immer die bequemere Seite benutzt hat - wer hätte dann wen im Bedarfsfall wann anzählen müssen? Denn dummerweise war der Pfad mal auf dieser Seite, mal auf jener besser. Auf der jeweils anderen Seite bekam man dann nasse Füße.
Was habe ich vergessen? Mit Sicherheit nicht eben wenig. Es gäbe so viele garstige Worte für jene Dinge und Aktionen. Wir waren Soldaten, jung und manchmal ein bischen verrückt. Das war im Dienst ansonsten ja auch recht hilfreich. "Dinger gedreht" trifft es ganz gut und klingt auch noch gut.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#46

RE: Zurückweisungen / Proteste. Gab es das häufig an der Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.08.2010 21:31
von willie | 607 Beiträge

Zitat von willie
Proteste gab es auch von der "West-Seite".
Hab mal in meinen BGS-Unterlagen gekramt und dabei aus meiner damaligen (1983) persönlichen Streifenmappe drei vorbereitete Prosteste angefügt. Paßt nicht ganz hier hinein, ist aber vielleicht für einige ganz interessant.
Gruß Willie



Wie wurde es denn eigentlich bei der GrTr gehandhabt, wenn z.B. am 16./17. Juni mit Kundgebungen/Demos im Grenzbereich zu rechnen war. Gab es eine Ausgangssperre? Verstärkte Streifentätigkeit? Besondere Anweisungen bei "größeren Ansammlungen (mehr als 5?! Personen)" auf "BRD-Gebiet" in unmittelbarer Grenznähe? Besondere Verhaltensweise (ich denke hier an den Einsatz von GAK, gedeckt/offen feindwärts eingesetzt).
Gruß Willie


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
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#47

RE: Zurückweisungen / Proteste. Gab es das häufig an der Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.08.2010 21:55
von Sachse (gelöscht)
avatar

Bei uns gabs Hinweise, dass damit zu rechnen sei.

In der Regel wurden auf nahen BT od. Bunkern Gakl eingesetzt, oft mit Spezial-Fotoausrüstung.
Posten wurden ebenfalls darauf hingewiesen, auch, dass Meldungen über Einweisungen jenseits der Grenze zeitnah zu erfolgen haben und verstärkte Aufklärungen bzgl. der (bekannten) handelnden Personen in Uniform vorzunehmen seien.

Wenn ziemlich sicher bspw. mit der Einweisung von Grenztouristen an den bekannten Punkten zu rechnen war, gabs tw. auch PTA-Einsätze, die manchmal das Ziel hatten, die Zivis auf westlicher Seite zu erschrecken, wenn die GT-Streife dann ca. 3-5 Meter aus dem hohen Gras aufstand und in voller Montur nur wenige Schritte neben den Reisegruppen entlang lief.

Selbstredend wusste man, dass man dabei nicht nur 1x fotografiert wurde.


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#48

RE: Zurückweisungen / Proteste. Gab es das häufig an der Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.08.2010 22:03
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von willie

Zitat von willie
Proteste gab es auch von der "West-Seite".
Hab mal in meinen BGS-Unterlagen gekramt und dabei aus meiner damaligen (1983) persönlichen Streifenmappe drei vorbereitete Prosteste angefügt. Paßt nicht ganz hier hinein, ist aber vielleicht für einige ganz interessant.
Gruß Willie



Wie wurde es denn eigentlich bei der GrTr gehandhabt, wenn z.B. am 16./17. Juni mit Kundgebungen/Demos im Grenzbereich zu rechnen war. Gab es eine Ausgangssperre? Verstärkte Streifentätigkeit? Besondere Anweisungen bei "größeren Ansammlungen (mehr als 5?! Personen)" auf "BRD-Gebiet" in unmittelbarer Grenznähe? Besondere Verhaltensweise (ich denke hier an den Einsatz von GAK, gedeckt/offen feindwärts eingesetzt).
Gruß Willie




Das kam ein bischen auf die Kompanieführung an. Nein, keine Ausgangssperre, normalerweise. Bei hinreichender Dickfelligkeit (Hptm. N. zum Beispiel) wurde nur in dieser Zeit der Posten, der sowieso mit Fototechnik draußen war, in den entsprechenden Bereich geschickt und für die Dauer der Demo durch die Alarmgruppe ersetzt. Außerdem wurde mindestens ein 3-er Posten für 13/81 mit Fototechnik eingeplant. Der hatte in solchen Fällen möglichst offen zu handeln, um Provokationen möglichst von vornherein die Spitze zu nehmen. Dafür brauchte es dann recht nervenstarke Kollegen denn üblicherweise kannte man danach jeden Tierparkbewohner wenigstens vom Namen her.
Aber es konnte auch passieren das "verstärkte Grenzsicherung" befohlen wurde. Bei uns bedeutete das üblicherweise Hälftendienst a´12 Stunden plus An- und Abmarsch. Dann war zwar keine Ausgangssperre angeordnet aber wegen dem verbleibenden bischen Schlaf ergab sich das gewissermaßen automatisch. Weil so etwas den üblichen Ablauf doch sehr störte, hat die Kompanieführung dies ungern und so kurz wie möglich veranlaßt.
Ergab sich ganz überraschend mal eine Demo oder größere Aktion vorne, dann wurde aus den GAK im Hinterland und in der Kompanie schnell mal ein Dokuposten zusammengestellt und feindwärts geschickt. Zusätzlich zum regulären Dienst. Das war einerseits immer sehr abwechslungsreich aber auch hier kam der reguläre Dienst durcheinander. Dann wurden hierfür zusätzliche Kräfte aus dem III. GB für das Hinterland angefordert. Dort war also die Postendichte höher.
Haben sich Politiker auf Landesebene vorne angekündigt, was durch entsprechende BGS-Präsenz vorne meist vorher zu erkennen war, dann blieben unsere GAK freundwärts und GAK vom Regiment bzw. der SIK haben vorne gehandelt.
Eigentlich in solchen Fällen immer offen und demonstrativ, weil so dem Motto "Gelegenheit macht Diebe" von vornherein die Spitze genommen weden sollte. Gewissermaßen als Abschreckung.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#49

RE: Zurückweisungen / Proteste. Gab es das häufig an der Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.08.2010 22:05
von willie | 607 Beiträge

Zitat von Sachse
Bei uns gabs Hinweise, dass damit zu rechnen sei.

In der Regel wurden auf nahen BT od. Bunkern Gakl eingesetzt, oft mit Spezial-Fotoausrüstung.
Posten wurden ebenfalls darauf hingewiesen, auch, dass Meldungen über Einweisungen jenseits der Grenze zeitnah zu erfolgen haben und verstärkte Aufklärungen bzgl. der (bekannten) handelnden Personen in Uniform vorzunehmen seien.

Wenn ziemlich sicher bspw. mit der Einweisung von Grenztouristen an den bekannten Punkten zu rechnen war, gabs tw. auch PTA-Einsätze, die manchmal das Ziel hatten, die Zivis auf westlicher Seite zu erschrecken, wenn die GT-Streife dann ca. 3-5 Meter
aus dem hohen Gras aufstand und in voller Montur nur wenige Schritte neben den Reisegruppen entlang lief.

Selbstredend wusste man, dass man dabei nicht nur 1x fotografiert wurde.



Moin Sachse,
aber habt ihr denn auch mitbekommen, daß der BGS an diesen Tagen eine wesentlich höhere Präsenz im Grenzbereich zeigte als
an anderen Tagen?
Gruß Willie


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
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#50

RE: Zurückweisungen / Proteste. Gab es das häufig an der Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.08.2010 22:11
von Sachse (gelöscht)
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Teilweise.

Das Problem bei GT war ja u.a. auch, dass man sich insbesondere an solchen Tagen keine Blamage eines Grenzdurchbruchs geben wollte. In der Führungsriege behauptete man an solchen Tagen oft, dass verstärkt mit Angriffen auf die Staatsgrenze zu rechnen sei (der normale Grenzer dachte wohl zuerst, die Angriffe sollten aus dem Westen kommen ... gemeint waren aber die Fluchtversuche aus dem eigenen Land, was man allerdings kaum so benannte, weil natürlich die andere Formulierung viel abschreckender wirkte).


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#51

RE: Zurückweisungen / Proteste. Gab es das häufig an der Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.08.2010 22:12
von S51 | 3.733 Beiträge

Ja, sonst eine Streife, dann mindestens zwei (an den Kennzeichen zu erkennen) und oft auch noch BeDo-Trupp sowie hin und wieder auch den 1/S mit zwei Begleitern und Fahrzeug vom Stab extra. Ein Trupp in Zugstärke stand dann meist irgendwo etwas abgesetzt im Hinterland. Die doppelte Streifentätigkeit begann meist schon ein oder eineinhalb Tage früher.
Wenn obendrein noch eine Einweisung vom BGS vorher beobachtet wurde, kündigte das gewissermaßen schon den "großen Bahnhof" an. Und war Ursache für ausbrechende Planungshektik unsererseits.
Sorry, bezogen auf Willis Frage.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 11.08.2010 22:13 | nach oben springen

#52

RE: Zurückweisungen / Proteste. Gab es das häufig an der Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.08.2010 22:17
von S51 | 3.733 Beiträge

[quote="Sachse"]Teilweise.

Das Problem bei GT war ja u.a. auch, ...quote]

Das war zwischen 1983 und 1985 in Schierke durch stärkeren Einsatz des III. GB im Hinterland gelöst. Dann wurden zusätzlich zu den GAK noch die parrallel zur Bahnlinie verlaufenden Hauptwege auf Höhe der Brockenstraße durch Posten besetzt. So etwa drei bis fünf Doppelposten plus deren KS dazwischen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#53

RE: Zurückweisungen / Proteste. Gab es das häufig an der Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.08.2010 22:22
von Sachse (gelöscht)
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Bei uns waren auch deutlich mehr Hilfs-Gakl im Einsatz als sonst. Militärstreifen wurden in den Zügen und den Bahnhöfen (z.B. Bad Salzungen) mit der Weisung versehen, auf (auffällige) Zivilisten besonders zu achten und diese ggf. zu kontrollieren.
Auch die FHGT wurden in die Spur geschickt und die VP-Kontrollpunkte wurden besetzt (waren ja nicht immer alle, z.B. der zw. Anden- und Empfertshausen)


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#54

RE: Zurückweisungen / Proteste. Gab es das häufig an der Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.08.2010 22:33
von willie | 607 Beiträge

Also bei uns gab es im Vorfeld auch regelmäßige Infos zur "allgemeinen Lage".
Zum Kräfte-Einsatz: Etwa doppelter Einsatz von Grenzstreifen, zusätzlich Sonderstreifen (I/S, Hu-Fhr.Kommandeur), Bereitschaftskräfte in der GSA! Bei besonderen Lagen (angenommen stattfindete Kundgebung -z.b. NPD- in Grenznähe) Einsatzkräfte in Zugstärke/Hu-Stärke im Grenzbereich (10-15 KM).
Rufbereitschaft für Kräfte im 50 KM - Wohnbereich ( telefonisch jederzeit erreichbar sein! und innerhalb einer Stunde in der Unterkunft)
soweit meiner Innerung.
Gruß Willie


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