#21

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.01.2013 22:44
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #20
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #19
Zitat von Gert im Beitrag #17

@set 800
Du scheinst nicht ganz informiert zu sein. Das mit den Raubkriegen stimmt, wenn es um andere Staaten geht. Ihre Raubgelüste haben diese Politgangster aber am eigenen Volk umso mehr ausgelebt. Das fing gleich nach dem Krieg mit der Bodenenteignung an, ging weiter z.B. über die Enteignung vieler Hotels und Pensionen an der Ostsee Anfang 50er Jahre, Enteignung von Firmen bis hin zur letzten bekannten Enteignungswelle in 1972, als man viele mittelständische Betriebe enteignete. Das alles stets zu Bedingungen wie sie die Mafia sich nicht besser hätte ausdenken können, extrem günstig für den Staatsapparat, entsprechend extrem ungünstig für den Enteigneten. Nicht zu vergessen die Häuser und Grundstücke der vielen Menschen, die dem Staat DDR den Rücken gekehrt haben weil sie dort nicht mehr leben konnten oder aus politischen Gründen nicht mehr leben wollten, wurden entschädigungslos enteignet. Ein weiteres Beispiel die Aktion Ungeziefer 1961,als als unsicher deklarierte Menschen in einer Nacht- und Nebelaktion aus den Grenzgebieten gewaltsam deportiert wurden. ( durch Polizei und Grenztruppen, allein dieser extrem verächtliche Name im Zusammenhang mit Menschen ist schon übelster Nazijargon , denn die Nazis sprachen auch schon von Ungeziefer im Zusammenhang mit Menschen).
Selbst als ich die DDR illegal verliess, kamen diese Gangster in die Wohnung meiner Eltern und wollten alles beschlagnahmen, was mir gehörte. Zu meiner großen Genugtuung fanden sie nichts außer einem Haufen schmutziger Wäsche. Das waren Beispiele aus dem "Rechtsstaat DDR". Du warst nichts, dein "Volk" ( das "Volk" war aber nicht das Volk sondern tatsächlich dieser Verbecherpartei) war alles und wenn du dich dem entgegengestellt hast, haben sie dich zertreten wie einen Wurm
Zusammengefasst, es war ein über viele Jahre in mehreren Wellen geführter Raubkrieg gegen das eigene Volk. Alles geschichtsnotorisch bekannt.





Wie meisten zu diesem Themenkomplex beweist Du auch mit diesem Beitrag das Du keinerlei Ahnung von der Materiere hast.
Deine zusammengbastelten Versatzstücke aus der Argumentationskiste des kalten Krieges langweilen langsam und sie werden auch nicht wahrer wenn Du sie zum gefühlten tausendsten Male hier herausposaunst.

Allein dieser Satz: "Nicht zu vergessen die Häuser und Grundstücke der vielen Menschen, die dem Staat DDR den Rücken gekehrt haben weil sie dort nicht mehr leben konnten oder aus politischen Gründen nicht mehr leben wollten, wurden entschädigungslos enteignet.", zeigt auf das Du in völliger Unkenntnis über Dinge schreibst die so nicht gewesen sind.
Jemals vom Passus "Rückgabe vor Entschädigung" im Einigungsvertrag gehört? Ich nehme an nicht, denn dann würdest Du solchen Mist nicht verzapfen.....


Gruß
Mannberlin


Ob dich das langweilt oder nicht, war nicht Leitfaden meines Postes. Im Übrigen ein Wort zur Grammatik: das Wort wahr kann logischerweise nicht in den Komperativ gesetzt werden. Entweder ist etwas wahr oder es ist nicht wahr.
Letztlich, wenn du mir Unkenntnis vorwirfst, weil ich das Unrecht beim Namen nannte, so kann ich darüber nur lachen. Die DDR hat entschädigungslos enteignet, man kann auch sagen gestohlen, es war ein Bestandteil der Staatskriminalität. Wenn es diesen Staat heute noch gäbe, so wären diese Werte immer noch entschädigungslos enteignet. Das Unrecht korrigiert haben erst die "Sieger" mit ihrer "Siegerjustiz". Man sieht auch Siegerjustiz kann positives bewirken.



Stimmt unbedingt ! Siegerjustitz wirkt immer positiv. Für den Sieger !

edit Fähler



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#22

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.01.2013 23:08
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #17

@set 800
Du scheinst nicht ganz informiert zu sein. Das mit den Raubkriegen stimmt, wenn es um andere Staaten geht. Ihre Raubgelüste haben diese Politgangster aber am eigenen Volk umso mehr ausgelebt. Das fing gleich nach dem Krieg mit der Bodenenteignung an, ging weiter z.B. über die Enteignung vieler Hotels und Pensionen an der Ostsee Anfang 50er Jahre, Enteignung von Firmen bis hin zur letzten bekannten Enteignungswelle in 1972, als man viele mittelständische Betriebe enteignete.



Hallo, Widersruch:

1. So wie das westdeutsche-BRD-Recht politishc-trickreich ergaunertes Eigentum ( Stichworte Treuhand, Sozialwohnungen privatisieren, mit extragezimmerrten Gesetzen Fördermittel verteilen usw. ) als rechtsgültig betoniert so legitim sind die staatlichen Enteignungen in der DDR ebenfalls gewesen.

2. Das Wort "Politgangster", unpassend. Ich traue mir zu schreiben daß die Parteiführung der SED und der Regierung der DDR unter weltpolitischen Rahmenbedingugnen des kalten Krieges für und mit den Menschen in der DDR annährend das bestmögliche Ergebniss erzielt hat. Vergleiche nicht mit dem Wohlstand der Schweiz ( Devisenschieberland ) oder der BRD ( ausplündernde Importe aus der "Dritten Welt" und NATO-Schaufenster sondern mit Bulgarien, Rumänien, Polen, Süditalien, Spaniens Provinzen, Griechenlands Dörfern oder auch weiten Teilen der UdSSR (ausserhalb von Moskau und Leningrad....).

Im Sommer 1990 war ich im Raum Liverpool arbeiten, die Industrieanlagen und Wohnviertel, die konnten mit Leipzig und Leuna konkurieren....., nur daß die auch technisch billiges Öl aus ihren Exkolonien hatten, keine Braunkohle brauchten...



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#23

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 00:23
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #13
Alfred,
Es liegt mir total fern Verfolgungen, Repressalien, und politische Haft in der NS Zeit mit der in der DDR zu vergleichen. Das die NS Zeit das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte war ist unbestritten. Einen KZ Aufenthalt oder Haftbedingungen im 3.Reich, Gestapo etc. vergleiche ich auch nicht mit der DDR Haft oder mit der Stasi. Ich stelle auch nicht die Rechtmäßigkeit der VdN in Frage! Ich wollte nur ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen die da der Meinung sind 250 Euro sind zuviel pro Monat. Das alles natürlich bei Bedürftigkeit.
Du sprichst in Deinem Beitrag die Ungerechtigkeit in der Gleichstellung zwischen „Kundschafter des Friedens“ und Spionen des Westens an.
Da gebe ich Dir Recht, es hätte Gleichstellung geben müssen! Jeder Staat hat nun einmal seine Agenten, Spione, oder auch Kundschafter des Friedens! Ich bin sogar überzeugt dass durch das übermittelte Wissen man manches besser einschätzen konnte, und damit schlimmeres verhindert wurde .Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter, auch wenn das einige die meine Vergangenheit kennen verwundern wird. Ich bin dagegen das man alle Mitarbeiter des MfS in einen Topf wirft und sie ein Leben lang damit bestraft das sie da tätig waren. Eine Verjährungsfrist ist da lange überfällig! Für seinen Glauben, Ideologie, oder Ansicht darf niemand bestraft werden. Ich damals nicht in der DDR und sie heute nicht in Deutschland! Es ist nicht gut gleiches mit gleichem zu vergelten. Wir Menschen haben die Gabe zu verzeihen oder sollten auch einmal versuchen sich in die Gedankenwelt des Anderen zu versetzen. Wie können wir eine bessere Welt aufbauen wenn wir voll Hass sind?
Nein wir müssen ohne Vorurteile miteinander umgehen, aber trotzdem aus Fehlern lernen das sich manches was schief lief nicht wiederholt.
Gruß Peter(turtle)



nochmal's danke !!!



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#24

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 05:16
von student | 89 Beiträge

@ Peter: Ich gebe Dir prinzipiell recht, die Tätigkeit beider Seiten erfolgte unter historisch konkreten Bedingungen, die heute nicht mehr vorhanden sind, also wäre es auch an der Zeit, die Dinge als geschehen und erledigt anzusehen. Man könnte zynisch sein (manchmal bin ich es bei manchen Leuten) und zu bedenken geben, daß bei verdeckten Handlungen weniger die Tatsache des Handelns an sich als vielmehr die Tatsache bestraft wird, daß man sich hat erwischen lassen und die jeweils andere Seite eben besser war. Eine Regelung nach der Methode "Gebt euch die Hand und vertragt euch wieder" halte ich deswegen für problematisch, weil damit ein Grundsatz ausgehebelt werden würde, der mir von jeher an der anglo-amerikanischen Rechtspraxis so gefallen hat: Die Wirksamkeit einer Strafe liegt nicht in ihrer Härte, sondern in ihrer Unvermeidlichkeit. Ich lerne durch den Umgang mit meiner Stasi-Akte viele verschiedene Kategorien von Beteiligten kennen. Bei vielen kann man mit den Schultern zucken und sagen: In Ordnung, es war sein Job, und den hat er gut gemacht. Es gibt aber leider eben auch die anderen, von denen diejenigen, die nur ihre eigene Zuverlässigkeit herausstellen wollten, noch die harmlosesten sind. Es finden sich aber auch viele, bei denen tatsächlich zu merken ist, daß es ihnen eine perfide Freude gemacht hat, andere in Mißkredit zu bringen oder sich als große Agentenjäger zu profilieren. Und das machten sie nach dem gleichen Grundsatz, nach dem auch die Grenzen der DDR unantastbar gemacht werden sollten, und der lautet: Per fas et nefas - durch Recht und Unrecht. Ein wenig unverständlich ist es mir, wenn jetzt einige der Betroffenen versuchen, sich durch Entschädigungen und Renten quasi im nachhinein zu Doppelagenten zu machen. Wenn man eine solche Tätigkeit ausgeübt hat, dann doch wohl in erster Linie aus ideellen Gründen heraus. Es stimmt, daß die Risiken jedem bekannt waren, der sich bewußt und freiwillig entschieden hat. Das Äußerste, was man erwarten kann, ist im Fall des Falles ein rechtsstaatliches Verfahren, und was das angeht, so habe ich mit der Praxis der DDR ambivalente Erfahrungen. Zum einen die, daß man die geschriebenen Grundsätze auch so nutzen konnte, daß sie dem Streben nach Vergeltung (und das ist nach meiner ganz persönlichen Auffassung ein grundlegendes Prinzip der DDR-Juristerei gerade bei politischen Delikten der Fall gewesen) Grenzen setzten und man sich wieder herauswinden konnte. Belustigend daran ist, daß ich z.B. in der DDR erreichen konnte, daß eine Maßnahme kassiert werden mußte, die mir jetzt als berufliche Benachteiligung aus politischen Gründen angerechnet werden würde. Hätte ich also stillgehalten und erst jetzt ... Ich will sagen, daß auch die Willkür in der DDR an bestimmte Grenzen stieß, vorausgesetzt, man war gewillt, sich Dinge über ein bestimmtes Maß hinaus nicht bieten zu lassen. Daß das dort endete, wo der Staat sich in seinen grundsätzlichen Positionen angegriffen fühlte, ist ein Prinzip, das für jeden Staat gilt und heute mit dem Begriff der "wehrhaften Demokratie" umschrieben wird. Was ich für wesentlich halte, ist einfach die Frage, ob bei der Würdigung entsprechender Taten auch ein objektiver Maßstab angelegt wird. Für die DDR sind dabei unterschiedliche Phasen festzustellen, so sind die Schauprozesse mit drastischen, jeder Vernunft widersprechenden Terrorurteilen eine Erscheinung, die an stalinistische Verhältnisse gebunden sind. Hilde Benjamin, die "Frau Freisler der DDR", ist ja sicher ein Begriff. An der Rede, die die Vertreterin der Linken da im Bundestag von sich gab, finde ich bemerkenswert, daß sie eine von den aktuellen Einkommensverhältnissen unabhängige Rente forderte. Man könne nicht die "demütigende Offenlegung der Einkommensverhältnisse" verlangen. Von mir wird jedes Jahr bis zum 31.Mai eine demütigende Offenlegung meiner Einkommensverhältnisse verlangt, und ich finde das ziemlich normal, wenn das Ergebnis auch nie meinen Beifall findet. Die Klientel, die gerne heute viel verdienen und dann noch eine hohe Opferrente haben will, ist doch wohl die, deren Vertreter in der DDR eher zu den Angepaßten zählten und erst nach 1989 zu Opfern hochstilisiert wurden bzw. sich selbst dazu erklärten. Wer heute ohnehin ein hohes Einkommen hat, der muß nicht noch überall die Hand aufhalten wollen, wo es gerade möglich ist. Wohl wissend, daß ich aus komfortabler Position heraus urteile: Wer sich über "Siegerjustiz" beschwert, der muß sich die Frage gefallen lassen: Was hast du denn erwartet ? Ist es nicht genau das, was uns immer an die Wand gemalt wurde ? In den Unterlagen zu den Gerichtsverfahren gegen Angehörige der Grenztruppen habe ich dagegen nirgends eine Aussage gefunden wie die, die ich mir anhören durfte: "Sie würden nicht einmal bis vors Kriegsgericht kommen, man würde Sie schon vorher erschießen." Und im Unterschied zu den Verhältnissen in der DDR gibt es immerhin die nominelle Möglichkeit, andere Verhältnisse durchzusetzen. Wenn ich also der Meinung bin, daß die Bundesrepublik gegen ihre Verfassung verstößt, indem sie kein sozialer Staat mehr ist, dann habe ich nach Art. 20 GG ein verbrieftes Widerstandsrecht. Eine solche Festlegung habe ich in keinem Artikel der DDR-Verfassung gefunden. Daß sich die Verhältnisse in der Bundesrepublik alles andere als im Interesse der Allgemeinheit entwickeln, das ist eine Erscheinung, die auf alle zutrifft, abgesehen von denen, die tatsächlich das Sagen haben. An diesem Problem wird sich erweisen, ob die Bevölkerung politisch zu denken in der Lage ist oder ob sie rettungslos im Musikantenstadl- und DSDS-Niveau versackt ist. Gerechte Opferrenten - die Frage ist wirklich nicht, ob die VVN-Renten in der DDR gerechtfertigt hoch waren, sondern eher die, wie hoch denn die Rente eines (tatsächlichen) Dissidenten gewesen wäre. Dadurch, wie ein Staat mit seinen politischen Gegnern umgeht, offenbart er seine innere Stabilität. Und da hält die freiheitlich-demokratische Grundordnung, man kann zu ihr stehen wie man will, offenbar weit mehr aus als die realsozialistische Diktatur der Arbeiterklasse.


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#25

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 05:33
von seaman | 3.487 Beiträge

Versuche mal paar Absätze mit einzubauen.Es liest sich sonst zu kompliziert.
Zu Deinen Ausführungen kann ich sowieso nichts beitragen.
Rentenanwärter? Opfer?

gruss


zuletzt bearbeitet 02.01.2013 05:33 | nach oben springen

#26

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 06:31
von student | 89 Beiträge

@seaman: Mach ich, versuche aber auch, mich etwas kürzer zu fassen :-) MfG


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#27

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 10:53
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Gert, um Dein wissen etwas aufzufrischen:

In Ostdeutschland wurde während der sowjetischen Besatzungszeit und nach Gründung der DDR Privateigentum (die Frage ist nebenbei, was fiel unter den Begriff "Privateigentum") zielgerichtet in Volkseigentum überführt, also enteignet. Während Bürgern der DDR hierfür eine Entschädigung erhielten (die Höhe sollte jetzt nicht relevant sein), erfolgte die Enteignung vom Vermögenswerten der Bundesbürger entschädigungslos bzw. gegen geringere Entschädigung, als sie DDR-Bürgern üblicherweise zustand.
Diese Enteignungen geschahen entgegen landläufiger Meinung nicht willkürlich, sondern auf DDR-gesetzlicher Grundlage, insbesondere der „Verordnung zur Sicherung von Vermögenswerten“ vom 17. Juli 1952, der „Anordnung Nr. 2 vom 20. August 1958 über die Behandlung des Vermögens von Personen, die die Deutsche Demokratische Republik nach dem 10. Juni 1953 verlassen" sowie der „Verordnung vom 6. September 1951 über die Verwaltung und den Schutz ausländischen Eigentums in der Deutschen Demokratischen Republik". Wurde zunächst entschädigungslos enteignet (nach DDR-Verständnis „in den Schutz des Volkseigentums überführt“), setzte die DDR ab 11. Juni 1953 nur noch staatliche Verwalter ein, die teilweise möglichst rasch für eine Überführung in Volkseigentum sorgten („Verordnung vom 11. Dezember 1968 über die Rechte und Pflichten des Verwalters des Vermögens von Eigentümern, die die Deutsche Demokratische Republik ungesetzlich verlassen haben“). Die Anordnung der staatlichen Verwaltung bewirkte, dass das Eigentum formal bestehen blieb, die Befugnisse aus dem Eigentum einschließlich der Einziehung von Erträgen jedoch vom staatlichen Verwalter wahrgenommen wurden (Einnahmen wurden meist an den Staatshaushalt der DDR abgeführt). Teilweise bestanden diese staatlichen Verwaltungen zum Ende der DDR noch. Der Grundsatz "Rückgabe vor Entschädigung" wurde damit begründet, dieser sei zur Gleichbehandlung der bereits Enteigneten mit den noch von staatlicher Verwaltung Betroffenen notwendig, weil Letztere mit der Aufhebung der staatlichen Verwaltung ihr Eigentum zurück erhielten.

Soweit eine Zusammenfassung von Einträgen bei Tante Wiki um der Gert'schen Behauptung, "Die DDR hat entschädigungslos enteignet, man kann auch sagen gestohlen, es war ein Bestandteil der Staatskriminalität." ein wenig den Wind aus dem Segel zu nehmen.

Auch ist es für mich zumindest moralisch sehr fragwürdig sich auf den Standpunkt zu stellen das Menschen die Haus und Hof in der DDR verließen, ihr Eigentum in Stich ließen!,aus welchen Gründen auch immer, um ihr Glück in der Freiheit zu suchen, ihnen nach dem es anders kam ihr Haus etc. wieder zustand.
Wenn ich ein Land verlassen "muß", dann verlasse ich dieses ohne wenn und aber und poche nicht nach Jahrzehnten darauf das die Klitsche dort mal mir gehörte und genau die will ich jetzt wieder haben; um sie gewinnbringend zu verkaufen.

Noch ein paar Anmerkungen zur "Enteignungswelle 1972".
Diese 'Überführung von Klein- und Mittelbetrieben" in Volkseigentum betraf fast alle Betriebe und große Handwerksbetriebe. Kleine Handwerksbetriebe, Privatläden etc. waren davon übrigens nicht betroffen.
Neben reinen Privatbetrieben gab es damals bereits schon eine besondere Mischform des Eigentums im produzierenden Bereich. Leider fällt mir die exakte Bezeichnung dazu nicht ein. Der Betrieb war in privater Hand und gleichzeitig gab es eine staatliche Beteiligung; mir fällt nur noch 'Halbstaatlich' ein aber das kann nicht die offizielle Bezeichnung gewesen sein.
Zurück zu 1972.
In einer zentral koodinierten Aktion wurden die Besitzer genannter Kleinbetriebe davon "überzeugt" das ihr Eigentum in der Form von Volkseigentum besser aufgehoben sei.
Den Besitzern, dann Ehemalige, wurde auch freigestellt, soweit sie noch in dem Alter waren, zukünftig in ihrem ehemaligen Betrieb als Betriebsdirektor oder in einer anderen entsprechenden Position zu arbeiten.
Für die Betriebsgebäude, Maschinen und Anlagen wurde der Zeitwert ermittelt, so wie es überall üblich ist, und die ermittelte Summe war dann der Kaufpreis.
Der Staat kaufte also den Eigentümern ihre Betriebe ab und enteignete nicht wie Gert zu meinen scheint!
Der einzige "Haken" an der ganzen Sache war natürlich die Regelung, wie wird mit dem Kaufpreis verfahren.
Bei der Wertermittlung kamen schon mal schnell Summen im deutlich siebenstelligen Bereich heraus. Die einem Einzelnen als Kaufpreis zur anschließenden freien Verfügung in die Hand gedrückt ging nun überhaupt nicht.
Also wurde der Kaufpreis, sobald man sich einig war, auf ein sogenanntes Sperrkonto überwiesen und der ehemalige Besitzer hatte die Möglichkeit pro Jahr über die Summe X von diesem Konto frei zu verfügen. Wobei die Summe pro Jahr die der 'Ehemalige' abheben konnte nicht besonders hoch war. Ich glaube sie lag bei 24.000 Mark der DDR, auf alle Fälle nicht wesentlich höher.

Die meisten Besitzer beugten sich den "Argumenten" und verkauften.
Bei denjenigen die Stur blieben kam dann das "übliche" Prozedere zur Anwendung......, Steuerprüfung und Feststellung von diversen "Unregelmäßigkeiten", so dass sie zum Ende ihren Betrieb doch los waren und noch eine Menge Schulden am Hals hatten die sie an den Staat zu zahlen hatten.

Ich hatte in der Zeit 1972 das "Vergnügen" an der Überführung von Privat- in Volkseigentum bei einigen Betrieben in einem Bezirk persönlich mitzuwirken.
Deswegen kann ich mich noch grob an den Ablauf damals erinnern.

Wie mir bekannt ist haben es durchaus einige ehemalige Besitzer nach 1990 versucht aus diesem Prozedere Kapital hinsichtlich, "ich armer politisch Verfolgter" zu schlagen. Auch wenn die Million auf einem Sperrkonto landete, der Erklärungsversuch wieso die DDR speziell diesen "politisch Verfolgten" ihre Verfolgung mit erheblichen Summen versüßte war schon teilweise interessant.

Gruß
Nostalgiker

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#28

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 11:15
von Rüganer (gelöscht)
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Es ist doch schon irgendwie interessant, wie ein zwangsweise ehemals Beteiligter nahezu süffisant darüber sinniert, dass aus dem Kreis der doch ach so großzügig abgefundenen Firmenbesitzern noch gewagt wird, von politischer Verfolgung zu sprechen, wo doch die Milliönchen auf den Sperrkonten gelandet sind.
Wenn dies keine politische Verfolgung ist, rechtmäßigen Besitzern von Firmen so viel Feuer unter dem Arsch zu machen, damit deren Besitz an Produktionsmitteln nun auch endlich in die Hände des Volkes gelangt, dann weiß ich nicht, was denn politische Verfolgung sein soll. Wenn man denen dann bei Sturheit die Unregelmäßigkeiten nachweisen will, was ja immer ein Leichtes ist, dann eben mit aller Gewalt der herrschenden Klasse. Ist doch keine politische Verfolgung, ach wo her.
Oder war die Beteiligung an diesem „Vergnügen“ gar nicht so zwangsweise und gar eher auf Grund der Überzeugung, einer guten Sache zu dienen, doch ein tatsächliches Vergnügen?
Wenn man heute den Firmenwert ermittelt, dann kommen selbst bei kleinen Klitschen schnell ein paar Millionen zusammen, ja aber die roten Proletarier werden ja alles ebenfalls auf Heller und Pfennig ausgerechnet und selbstredend den wahren Wert bezahlt haben. Wer es glaubt ist entweder ein Beteiligter Enteigner ( Verzeihung – sollte heißen Aufkäufer) oder aber nicht Herr seiner Sinne. Ich erinnere hier nur an die Aktion Rose...
Allen trotzdem ein gesundes Jahr 2013,
der Rüganer


josy95 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#29

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 11:25
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #22
Zitat von Gert im Beitrag #17

@set 800
Du scheinst nicht ganz informiert zu sein. Das mit den Raubkriegen stimmt, wenn es um andere Staaten geht. Ihre Raubgelüste haben diese Politgangster aber am eigenen Volk umso mehr ausgelebt. Das fing gleich nach dem Krieg mit der Bodenenteignung an, ging weiter z.B. über die Enteignung vieler Hotels und Pensionen an der Ostsee Anfang 50er Jahre, Enteignung von Firmen bis hin zur letzten bekannten Enteignungswelle in 1972, als man viele mittelständische Betriebe enteignete.



Hallo, Widersruch:

1. So wie das westdeutsche-BRD-Recht politishc-trickreich ergaunertes Eigentum ( Stichworte Treuhand, Sozialwohnungen privatisieren, mit extragezimmerrten Gesetzen Fördermittel verteilen usw. ) als rechtsgültig betoniert so legitim sind die staatlichen Enteignungen in der DDR ebenfalls gewesen.

2. Das Wort "Politgangster", unpassend. Ich traue mir zu schreiben daß die Parteiführung der SED und der Regierung der DDR unter weltpolitischen Rahmenbedingugnen des kalten Krieges für und mit den Menschen in der DDR annährend das bestmögliche Ergebniss erzielt hat. Vergleiche nicht mit dem Wohlstand der Schweiz ( Devisenschieberland ) oder der BRD ( ausplündernde Importe aus der "Dritten Welt" und NATO-Schaufenster sondern mit Bulgarien, Rumänien, Polen, Süditalien, Spaniens Provinzen, Griechenlands Dörfern oder auch weiten Teilen der UdSSR (ausserhalb von Moskau und Leningrad....).

Im Sommer 1990 war ich im Raum Liverpool arbeiten, die Industrieanlagen und Wohnviertel, die konnten mit Leipzig und Leuna konkurieren....., nur daß die auch technisch billiges Öl aus ihren Exkolonien hatten, keine Braunkohle brauchten...




@SET800, selten solch (rot mark)..., wie sagt man in Bayern, Schmarrn gelesen!

Weißt Du überhaupt, was Du da schreibst???

Ich kenne Deine privaten Vermögensverhältnisse nicht, möchte ich auch nicht wissen. Aber stell Dir bitte vor, Du hast ein Erbstück, Du hast etwas anderes, was Dein ureigenstes Eigentum ist. Schwer für gearbeitet hast, verzichtet hast. Von meinethalben (D)ein Auto. Und morgen kommt jemand, gibt sich staatlich legalisiert aus und will aus irgendwelchen erfundenen Gründen Dein Auto, eben Dein Eigentum natürlich zum Nulltaríf haben.

Dann möchte ich gerade Dein Geschrei höhren!

Und stell Dir weiter vor, wenn Du (verständlicher Weise) dieses, Dein Eigentum, das Deiner Familie nicht einfach so rausrücken willst. Und Du und Deine Familie dann unter Druck gesetzt, regelrecht diskriminiert, kriminalisiert oder gar terrorisiert wirst...

Wie das funktioniert? Auch wenn ich schon einiges dazu geschrieben habe, in einem neuen Beitrag gern mehr dazu!


Und nur vorab zur Info und bevor hier noch mehr derartiger Scharrn geschrieben wird:

Meine Familie zählt zu den in @Gert`s Beitrag erwähnten Opfern einer dieser SED- Politbüro hausgemachten Enteignungen! Wir hatten kein großartiges Vermögen, eine kleine Firma, die damals ca. 10 Angestellte hatte. Meine Eltern hatten noch nicht einmal ein Auto, weil das bei einem Steuersatz von 89 % (!!!) und 4 Kindern finanziell nicht funktionierte!
Die Zahl der Angestellten würde heute durch zeitgemäße Mechanisierung und Ablösung der damals üblichen Handarbeit vielleicht die Hälfte der der Beschäftigten betragen. Nur damit Du weißt, Dir vorstellen kannst, in was für Größenordnungenn und von was für bööööösen Kapitalisten ich hier spreche!

Und an der Enteignuung 1972, da war nichts, aber auch gar nichts legitim dran!

Das war ein Akt extremster parteipolitischer Willkür, wenn nicht sogar eines einzelnen Mannes, nämlich dieses M- Buben Erich Honnecker. Er hat mit diesem Akt nicht nur Menschen die Existenz und ihr Eigentum genommen, er hat auch der DDR- Wirtschaft und damit den Menschen in der DDR nachhaltig und extrem geschadet. Während sein Vorgänger, der M- Bube und Ziehvater und Luser mit der sächischen Quäääääkstimme, genannt Spitzbart, mit Klarnamen Walter Ulbricht wenigstens noch so gebildet und schlau war, den klitzekleinen Mittelstand der DDR zu erhalten, teilweise sogar zu fördern, weil er nur zu genau wußte, wie lebenswichtig dies auch für die DDR- Wirtschaft und letztendlich für den kleinen bescheidenen Wohlstand der Bevölkerung ist, hat dieser kleingeistige Ziegelsortierer vollendete Tatsachen geschaffen und damit das eigene Grab der DDR gegraben. Wenn er (E. H.) nur ein paar IQ- Einheiten mehr, vermutlich blockiert durch seine erzstalinistischen Mord- und blinden Rachgelüste, in seinem Gehirn gehabt hätte, dann hätte er gewußt, was für nachhaltigen Schaden er seiner DDR, einem ganzen Volk zufügt...

(

Und übrings. Interpretiere bitte nicht gleich wieder, das andere und asuch ich alles gut heißen, was in diesem Land alles schief läuft...!

Und es ist nicht meine Absicht, die Berufsgruppe des Dachdeckers zu diskriminieren, im Gegenteil. Dieser Mensch E. H. hat selbst dieser Berufsgruppe moralischen Schaden zugefügt!

Und wenn Du nicht weißt, was ein M- Bube ist, dann beließ Dich mal auch in meinen Vorhergehenden Beiträgen, wie auch in denen vieler anderer User!
Be- Lesen soll immer gewisse Vorteile mit sich bringen!

josy95


Edith/ Nachtag: Ich hatte vor etwas Erregung noch was Wichtiges vergessen!

@SET800, in einem gebe ich Dir uneingeschränkt recht. Die Opferrenten, die dieser Staat an Opfer und auch nicht- Opfer auszahlt, verschärfen die tatsächlich begangenen Ungerechtigkeiten um ein Vierlfaches!

U. a. haben wir keinen Cent, hoppla, damals waren es ja noch Pfennige gesehen! Die Ironie dieser heutigen Machthaber gab uns aber zu verstehen, das die erste Instanz bei der Bearbeitung unserer Rückübertragungs- und Entschädigungsansprüche kostenfrei war... und, das interpretiere ich jetzt so, wir blöden, propagandistisch uninteressanten *ssis doch froh darüber sein könnten, nun wenigstens keine Unkosten gehabt zu haben, dafür aber eine nutz- und wertlose Schrottimmobilie zurückerhalten haben. Nämlich das Gebäude der ehem. groß- und väterlichen Firma...

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.01.2013 12:13 | nach oben springen

#30

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 11:34
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #27
@Gert, um Dein wissen etwas aufzufrischen:

In Ostdeutschland wurde während der sowjetischen Besatzungszeit und nach Gründung der DDR Privateigentum (die Frage ist nebenbei, was fiel unter den Begriff "Privateigentum") zielgerichtet in Volkseigentum überführt, also enteignet. Während Bürgern der DDR hierfür eine Entschädigung erhielten (die Höhe sollte jetzt nicht relevant sein), erfolgte die Enteignung vom Vermögenswerten der Bundesbürger entschädigungslos bzw. gegen geringere Entschädigung, als sie DDR-Bürgern üblicherweise zustand.
Diese Enteignungen geschahen entgegen landläufiger Meinung nicht willkürlich, sondern auf DDR-gesetzlicher Grundlage,*1 insbesondere der „Verordnung zur Sicherung von Vermögenswerten“ vom 17. Juli 1952, der „Anordnung Nr. 2 vom 20. August 1958 über die Behandlung des Vermögens von Personen, die die Deutsche Demokratische Republik nach dem 10. Juni 1953 verlassen" sowie der „Verordnung vom 6. September 1951 über die Verwaltung und den Schutz ausländischen Eigentums in der Deutschen Demokratischen Republik". Wurde zunächst entschädigungslos enteignet (nach DDR-Verständnis „in den Schutz des Volkseigentums überführt“), setzte die DDR ab 11. Juni 1953 nur noch staatliche Verwalter ein, die teilweise möglichst rasch für eine Überführung in Volkseigentum sorgten („Verordnung vom 11. Dezember 1968 über die Rechte und Pflichten des Verwalters des Vermögens von Eigentümern, die die Deutsche Demokratische Republik ungesetzlich verlassen haben“). Die Anordnung der staatlichen Verwaltung bewirkte, dass das Eigentum formal bestehen blieb, die Befugnisse aus dem Eigentum einschließlich der Einziehung von Erträgen jedoch vom staatlichen Verwalter wahrgenommen wurden (Einnahmen wurden meist an den Staatshaushalt der DDR abgeführt). Teilweise bestanden diese staatlichen Verwaltungen zum Ende der DDR noch. Der Grundsatz "Rückgabe vor Entschädigung" wurde damit begründet, dieser sei zur Gleichbehandlung der bereits Enteigneten mit den noch von staatlicher Verwaltung Betroffenen notwendig, weil Letztere mit der Aufhebung der staatlichen Verwaltung ihr Eigentum zurück erhielten.

Soweit eine Zusammenfassung von Einträgen bei Tante Wiki um der Gert'schen Behauptung, "Die DDR hat entschädigungslos enteignet, man kann auch sagen gestohlen, es war ein Bestandteil der Staatskriminalität." ein wenig den Wind aus dem Segel zu nehmen.

Auch ist es für mich zumindest moralisch sehr fragwürdig sich auf den Standpunkt zu stellen das Menschen die Haus und Hof in der DDR verließen, ihr Eigentum in Stich ließen!,aus welchen Gründen auch immer, um ihr Glück in der Freiheit zu suchen, ihnen nach dem es anders kam ihr Haus etc. wieder zustand.
Wenn ich ein Land verlassen "muß", dann verlasse ich dieses ohne wenn und aber und poche nicht nach Jahrzehnten darauf das die Klitsche dort mal mir gehörte und genau die will ich jetzt wieder haben; um sie gewinnbringend zu verkaufen2*.

Noch ein paar Anmerkungen zur "Enteignungswelle 1972".
Diese 'Überführung von Klein- und Mittelbetrieben" in Volkseigentum betraf fast alle Betriebe und große Handwerksbetriebe. Kleine Handwerksbetriebe, Privatläden etc. waren davon übrigens nicht betroffen.
Neben reinen Privatbetrieben gab es damals bereits schon eine besondere Mischform des Eigentums im produzierenden Bereich. Leider fällt mir die exakte Bezeichnung dazu nicht ein. Der Betrieb war in privater Hand und gleichzeitig gab es eine staatliche Beteiligung; mir fällt nur noch 'Halbstaatlich' ein aber das kann nicht die offizielle Bezeichnung gewesen sein.
Zurück zu 1972.
In einer zentral koodinierten Aktion wurden die Besitzer genannter Kleinbetriebe davon "überzeugt" das ihr Eigentum in der Form von Volkseigentum besser aufgehoben sei.
Den Besitzern, dann Ehemalige, wurde auch freigestellt, soweit sie noch in dem Alter waren, zukünftig in ihrem ehemaligen Betrieb als Betriebsdirektor oder in einer anderen entsprechenden Position zu arbeiten.
Für die Betriebsgebäude, Maschinen und Anlagen wurde der Zeitwert ermittelt, so wie es überall üblich ist, und die ermittelte Summe war dann der Kaufpreis.
Der Staat kaufte also den Eigentümern ihre Betriebe ab und enteignete nicht wie Gert zu meinen scheint!
Der einzige "Haken" an der ganzen Sache war natürlich die Regelung, wie wird mit dem Kaufpreis verfahren.3*
Bei der Wertermittlung kamen schon mal schnell Summen im deutlich siebenstelligen Bereich heraus. Die einem Einzelnen als Kaufpreis zur anschließenden freien Verfügung in die Hand gedrückt ging nun überhaupt nicht.
Also wurde der Kaufpreis, sobald man sich einig war, auf ein sogenanntes Sperrkonto überwiesen und der ehemalige Besitzer hatte die Möglichkeit pro Jahr über die Summe X von diesem Konto frei zu verfügen. Wobei die Summe pro Jahr die der 'Ehemalige' abheben konnte nicht besonders hoch war. Ich glaube sie lag bei 24.000 Mark der DDR, auf alle Fälle nicht wesentlich höher.

Die meisten Besitzer beugten sich den "Argumenten" und verkauften.
Bei denjenigen die Stur blieben kam dann das "übliche" Prozedere zur Anwendung......, Steuerprüfung und Feststellung von diversen "Unregelmäßigkeiten", so dass sie zum Ende ihren Betrieb doch los waren und noch eine Menge Schulden am Hals hatten die sie an den Staat zu zahlen hatten.

Ich hatte in der Zeit 1972 das "Vergnügen" an der Überführung von Privat- in Volkseigentum bei einigen Betrieben in einem Bezirk persönlich mitzuwirken.
Deswegen kann ich mich noch grob an den Ablauf damals erinnern.

Wie mir bekannt ist haben es durchaus einige ehemalige Besitzer nach 1990 versucht aus diesem Prozedere Kapital hinsichtlich, "ich armer politisch Verfolgter" zu schlagen. Auch wenn die Million auf einem Sperrkonto landete, der Erklärungsversuch wieso die DDR speziell diesen "politisch Verfolgten" ihre Verfolgung mit erheblichen Summen versüßte war schon teilweise interessant.

Gruß
Nostalgiker

Gruß
Nostalgiker


1*) wenn etwas zum Gesetz erhoben wurde, war es noch lange nicht rechtens. Konnten die ihres Eigentum beraubten dagegen klagen vor einem höchsten Gericht, wie es in diesem Lande möglich ist ? Meine Antwort: nein
2*) du hast schon eine merkwürdige Auffassung vom Schutz des persönlichen Besitzes. Wenn ich heute Deutschland verlasse, so geht meine Haus nicht automatisch in Staatsbesitz über. Da kann ich Jahrzehnte in Sonstwo leben, mein Haus bleibt mein Besitz.
3*) Ein Verkauf mit dem Messer am Hals bedeutet Mafia ohne wenn und aber. Wie sagte der Pate: wenn er nicht macht, was wir wollen, wird er mit den Fischen essen. so oder ähnlich werden die Dialoge der staatliche Kommission mit den Firmeninhabern abgelaufen sein. Musst es doch selbst wissen, warst ja beteiligt, wie du hier offenbarst. Daher auch dein Hohn und Spott, den du über die Opfer ausschüttest.

Übrigens die Gesellschaftsform dieser Firmen mit staatlicher Beteiligung war eine KG ( Kommanditgesellschaft )

Und die Erwähnung der Tricks mit der Steuer, um unbescholtene Bürger zu kriminalisieren, sehe ich als ganz wichtig an. Das war das verbrecherischste an dem Verfahren des staatlich organisierten Diebstahls. Da kriege ich einen Hals, weil ich in meiner Familei leider solche Machenschaften erfahren durfte.

Aber man sieht sich im Leben immer zweimal, oder Unrecht Gut gedeiht nicht, so sagt der Volksmund. Das Unrecht wurde wieder gerade gerückt und die vielen Menschen, die darunter zu leiden hatten, erleben nach 1990 ihre Genugtuung darüber, dass man diesen Proleten die Hebel der Macht aus den Händen geschlagen hat.

In dem Sinne ein fröhliches neues Jahr

Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#31

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 12:11
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #30
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #27
@Gert, um Dein wissen etwas aufzufrischen:

In Ostdeutschland wurde während der sowjetischen Besatzungszeit und nach Gründung der DDR Privateigentum (die Frage ist nebenbei, was fiel unter den Begriff "Privateigentum") zielgerichtet in Volkseigentum überführt, also enteignet. Während Bürgern der DDR hierfür eine Entschädigung erhielten (die Höhe sollte jetzt nicht relevant sein), erfolgte die Enteignung vom Vermögenswerten der Bundesbürger entschädigungslos bzw. gegen geringere Entschädigung, als sie DDR-Bürgern üblicherweise zustand.
Diese Enteignungen geschahen entgegen landläufiger Meinung nicht willkürlich, sondern auf DDR-gesetzlicher Grundlage,*1 insbesondere der „Verordnung zur Sicherung von Vermögenswerten“ vom 17. Juli 1952, der „Anordnung Nr. 2 vom 20. August 1958 über die Behandlung des Vermögens von Personen, die die Deutsche Demokratische Republik nach dem 10. Juni 1953 verlassen" sowie der „Verordnung vom 6. September 1951 über die Verwaltung und den Schutz ausländischen Eigentums in der Deutschen Demokratischen Republik". Wurde zunächst entschädigungslos enteignet (nach DDR-Verständnis „in den Schutz des Volkseigentums überführt“), setzte die DDR ab 11. Juni 1953 nur noch staatliche Verwalter ein, die teilweise möglichst rasch für eine Überführung in Volkseigentum sorgten („Verordnung vom 11. Dezember 1968 über die Rechte und Pflichten des Verwalters des Vermögens von Eigentümern, die die Deutsche Demokratische Republik ungesetzlich verlassen haben“). Die Anordnung der staatlichen Verwaltung bewirkte, dass das Eigentum formal bestehen blieb, die Befugnisse aus dem Eigentum einschließlich der Einziehung von Erträgen jedoch vom staatlichen Verwalter wahrgenommen wurden (Einnahmen wurden meist an den Staatshaushalt der DDR abgeführt). Teilweise bestanden diese staatlichen Verwaltungen zum Ende der DDR noch. Der Grundsatz "Rückgabe vor Entschädigung" wurde damit begründet, dieser sei zur Gleichbehandlung der bereits Enteigneten mit den noch von staatlicher Verwaltung Betroffenen notwendig, weil Letztere mit der Aufhebung der staatlichen Verwaltung ihr Eigentum zurück erhielten.

Soweit eine Zusammenfassung von Einträgen bei Tante Wiki um der Gert'schen Behauptung, "Die DDR hat entschädigungslos enteignet, man kann auch sagen gestohlen, es war ein Bestandteil der Staatskriminalität." ein wenig den Wind aus dem Segel zu nehmen.

Auch ist es für mich zumindest moralisch sehr fragwürdig sich auf den Standpunkt zu stellen das Menschen die Haus und Hof in der DDR verließen, ihr Eigentum in Stich ließen!,aus welchen Gründen auch immer, um ihr Glück in der Freiheit zu suchen, ihnen nach dem es anders kam ihr Haus etc. wieder zustand.
Wenn ich ein Land verlassen "muß", dann verlasse ich dieses ohne wenn und aber und poche nicht nach Jahrzehnten darauf das die Klitsche dort mal mir gehörte und genau die will ich jetzt wieder haben; um sie gewinnbringend zu verkaufen2*.

Noch ein paar Anmerkungen zur "Enteignungswelle 1972".
Diese 'Überführung von Klein- und Mittelbetrieben" in Volkseigentum betraf fast alle Betriebe und große Handwerksbetriebe. Kleine Handwerksbetriebe, Privatläden etc. waren davon übrigens nicht betroffen.
Neben reinen Privatbetrieben gab es damals bereits schon eine besondere Mischform des Eigentums im produzierenden Bereich. Leider fällt mir die exakte Bezeichnung dazu nicht ein. Der Betrieb war in privater Hand und gleichzeitig gab es eine staatliche Beteiligung; mir fällt nur noch 'Halbstaatlich' ein aber das kann nicht die offizielle Bezeichnung gewesen sein.
Zurück zu 1972.
In einer zentral koodinierten Aktion wurden die Besitzer genannter Kleinbetriebe davon "überzeugt" das ihr Eigentum in der Form von Volkseigentum besser aufgehoben sei.
Den Besitzern, dann Ehemalige, wurde auch freigestellt, soweit sie noch in dem Alter waren, zukünftig in ihrem ehemaligen Betrieb als Betriebsdirektor oder in einer anderen entsprechenden Position zu arbeiten.
Für die Betriebsgebäude, Maschinen und Anlagen wurde der Zeitwert ermittelt, so wie es überall üblich ist, und die ermittelte Summe war dann der Kaufpreis.
Der Staat kaufte also den Eigentümern ihre Betriebe ab und enteignete nicht wie Gert zu meinen scheint!
Der einzige "Haken" an der ganzen Sache war natürlich die Regelung, wie wird mit dem Kaufpreis verfahren.3*
Bei der Wertermittlung kamen schon mal schnell Summen im deutlich siebenstelligen Bereich heraus. Die einem Einzelnen als Kaufpreis zur anschließenden freien Verfügung in die Hand gedrückt ging nun überhaupt nicht.
Also wurde der Kaufpreis, sobald man sich einig war, auf ein sogenanntes Sperrkonto überwiesen und der ehemalige Besitzer hatte die Möglichkeit pro Jahr über die Summe X von diesem Konto frei zu verfügen. Wobei die Summe pro Jahr die der 'Ehemalige' abheben konnte nicht besonders hoch war. Ich glaube sie lag bei 24.000 Mark der DDR, auf alle Fälle nicht wesentlich höher.

Die meisten Besitzer beugten sich den "Argumenten" und verkauften.
Bei denjenigen die Stur blieben kam dann das "übliche" Prozedere zur Anwendung......, Steuerprüfung und Feststellung von diversen "Unregelmäßigkeiten", so dass sie zum Ende ihren Betrieb doch los waren und noch eine Menge Schulden am Hals hatten die sie an den Staat zu zahlen hatten.

Ich hatte in der Zeit 1972 das "Vergnügen" an der Überführung von Privat- in Volkseigentum bei einigen Betrieben in einem Bezirk persönlich mitzuwirken.
Deswegen kann ich mich noch grob an den Ablauf damals erinnern.

Wie mir bekannt ist haben es durchaus einige ehemalige Besitzer nach 1990 versucht aus diesem Prozedere Kapital hinsichtlich, "ich armer politisch Verfolgter" zu schlagen. Auch wenn die Million auf einem Sperrkonto landete, der Erklärungsversuch wieso die DDR speziell diesen "politisch Verfolgten" ihre Verfolgung mit erheblichen Summen versüßte war schon teilweise interessant.

Gruß
Nostalgiker

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1*) wenn etwas zum Gesetz erhoben wurde, war es noch lange nicht rechtens. Konnten die ihres Eigentum beraubten dagegen klagen vor einem höchsten Gericht, wie es in diesem Lande möglich ist ? Meine Antwort: nein
2*) du hast schon eine merkwürdige Auffassung vom Schutz des persönlichen Besitzes. Wenn ich heute Deutschland verlasse, so geht meine Haus nicht automatisch in Staatsbesitz über. Da kann ich Jahrzehnte in Sonstwo leben, mein Haus bleibt mein Besitz.
3*) Ein Verkauf mit dem Messer am Hals bedeutet Mafia ohne wenn und aber. Wie sagte der Pate: wenn er nicht macht, was wir wollen, wird er mit den Fischen essen. so oder ähnlich werden die Dialoge der staatliche Kommission mit den Firmeninhabern abgelaufen sein. Musst es doch selbst wissen, warst ja beteiligt, wie du hier offenbarst. Daher auch dein Hohn und Spott, den du über die Opfer ausschüttest.

Übrigens die Gesellschaftsform dieser Firmen mit staatlicher Beteiligung war eine KG ( Kommanditgesellschaft )

Und die Erwähnung der Tricks mit der Steuer, um unbescholtene Bürger zu kriminalisieren, sehe ich als ganz wichtig an. Das war das verbrecherischste an dem Verfahren des staatlich organisierten Diebstahls. Da kriege ich einen Hals, weil ich in meiner Familei leider solche Machenschaften erfahren durfte.

Aber man sieht sich im Leben immer zweimal, oder Unrecht Gut gedeiht nicht, so sagt der Volksmund. Das Unrecht wurde wieder gerade gerückt und die vielen Menschen, die darunter zu leiden hatten, erleben nach 1990 ihre Genugtuung darüber, dass man diesen Proleten die Hebel der Macht aus den Händen geschlagen hat.

In dem Sinne ein fröhliches neues Jahr

Gert







@Gert, ich gebe Dir bis auf Deine beiden letzten Sätze, den letzten Absatz uneingeschränkt recht. Auch was @Rüganer geschrieben hat, spiegelt 1 zu 1 die Tatsachen wieder. Ich bin zwar kein Jurist, aber ich denke mal, man könnte es auch als simples Völkerrecht und Grundrecht bezeichnen, sein ehrlich erworbenes, geerbtes Eigentum als unantastbar ansehen zu können.

Es ist schon erstaunlich naiv, wenn icht sogar primitiv, auf was für Gesetze und vor allem aus was für einer Zeit sich da berufen wird! Anfang bis Mitte der 50-er. Die absolute Hochzeit des Stalinismus! Es ist auch interessant, den großen Teil des schwarzen Peters den Sowjets zuspielen zu wollen, obwohl diese zweifelsohne nicht unschuldig waren und es eigentlich ihren deutschen Genossen ersteinmal gezeigt haben, wie es richtig funktioniert. Man muß nur die notwendige Skrupellosigkeit und Willkür entwickeln, perfektionieren und per Gesetzeskraft legalisieren. Alles natürlich und hinter dem Deckmantel: Zum Wohle des Volkes!

Und was mich noch so eminent stört, nervt!
aus den Richtungen, wo das größte Geschrei kommt, nach Zusammenbruch der DDR ach so unrecht, so gemein behandelt worden zu sein, behandelt zu werden, weil alles, besonders die Vergehen, die Verbrechen einiger (natürlich immer der Anderen, gerade nicht anwesenden...) so pauschalisiert werden, gerade hier wird versucht, mit einer naiv- primitiven Verdummungsstrategie à la SED- Parteischulen Unrecht zu Recht zu machen.

Wie?

In dem man einige schwarze Schaafe wie z. Bsp. zu Recht enteignete Kriegsverbrecher vors Loch schiebt. Oder die echten schwarzen Schaafe, die es zweifelsohne auch in der DDR unter Kleinunternehmern, Hotelbesitzern oder was auch immer gab. Und wo das nicht zutraf, funktionierte, alle anderen "Mittel" wie Druck, Diskriminierung est. auch nicht die erwünschte Wirkung zeigten, da benutzte man eben u. a. das Finanzamt, den Fiskus und schob dem Verweigerer eben "einen unter", wie man das im Volksmund so treffend nennt und auch die schon erwähnte Mafia das relatibv perfekt beherscht.
Und dieses mit "einem unterschieben" hatte noch einen zweiten, nicht zu unterschätzenden Effekt! Der Deliquent wurde überall bloß gestellt, zur Not auch in einem s. g. Schauprozess..., seht, hier steht der böse Kapitalist und Feind des Volkes, der Feind aller werktätigen Menschen der DDR, der nur an sich denkt, die eigenen Taschen vollfüllen will, der dem Aufbau des Sozialismus und dem Frieden (!) schadet.

oder ähnlich klangen doch die Parolen, oder?

Es ist nur Besorgnis erregend, das diese Ideologie einschl. ihrer Parolen heute immer noch in einigen Köpfen anscheinend ihr Unweesen treibt...!

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.01.2013 12:11 | nach oben springen

#32

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 12:34
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Hier mal einige Links zum Nachlesen über die Aktion Rose:

http://www.ndr.de/geschichte/chronologie...ionrose100.html
http://www.aktionrose.de/

Im letzteren beschreibt der Nachfahre einer betroffenen Familie aus Göhren auf Rügen sehr detailliert, was da geschehen und was ihnen zur Wende dann widerfahren ist.


http://www.m-vp.de/land/ddr-fremdenverkehr.htm
„Zitat aus obiger Quelle“
In diesem Zusammenhang ist die Aktion Rose im Februar 1953 von Bedeutung. Es handelte sich dabei für die betroffenen Hotel- und Pensionsbetreiber um eine zunächst undurchsichtige Aktion des Ministerium des Innern. Mitarbeiter des Ministeriums gaben vor, bei der Instandhaltung der Objekte behilflich sein zu wollen und besichtigten die Gebäude. Mittels gezielter Denunziationen und Erhebung von Vorwürfen strafbarer Handlungen, beispielsweise Steuerrückständen in Höhe von nur 50,- Mark, sollten Besitzer von Hotels und Pensionen dazu gebracht werden, ihr Eigentum zu übereignen.

Die Einrichtungen befanden sich bis zu diesem Zeitpunkt noch zu 80% in privater Hand. Im Zuge der Aktion Rose wurden 440 Hotels und Pensionen, 181 Gaststätten, Wohnungen und Grundstücke entlang der Ostseeküsteenteignet. Die Objekte im damaligen Gesamtwert von über 100 Millionen Mark gingen an das Ministerium des Innern, das Ministerium für Staatssicherheit und an die Nationale Volksarmee - den sogenannten Sonderbedarfsträgern. Letztlich erhielt der FDGB die meisten enteigneten Objekte.

Soweit auch einmal als Beispiel, wie man sich doch das Eigentum andere unkompliziert an sich reißen konnte. Wer zumindest die Badeorte auf Rügen zur Wendezeit kannte, der weiß, was die führende Partei und die herrschende Klasse der DDR aus dem geraubten Gut gemacht hat, verrottende Bäderarchitektur, unzureichende Urlauberversorgung und Mangel, den wir als Einheimische in klingende Münze umwandeln konnten, oder in Grundlagen zur Beschaffung von Bedarfsgütern.
Zum Glück für die Urlauber und zum Leidwesen der einheimischen Vermieter ist wieder eine Normalität eingetreten, weil eben wieder privater Besitz und der entsprechende Service bestehen.


Gert, josy95 und grenzgänger81 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#33

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 13:44
von josy95 | 4.915 Beiträge

Edith, da Speicherfehler!

josy95


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zuletzt bearbeitet 02.01.2013 14:03 | nach oben springen

#34

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 13:59
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #32
Hier mal einige Links zum Nachlesen über die Aktion Rose:

http://www.ndr.de/geschichte/chronologie...ionrose100.html
http://www.aktionrose.de/

Im letzteren beschreibt der Nachfahre einer betroffenen Familie aus Göhren auf Rügen sehr detailliert, was da geschehen und was ihnen zur Wende dann widerfahren ist.


http://www.m-vp.de/land/ddr-fremdenverkehr.htm
„Zitat aus obiger Quelle“
In diesem Zusammenhang ist die Aktion Rose im Februar 1953 von Bedeutung. Es handelte sich dabei für die betroffenen Hotel- und Pensionsbetreiber um eine zunächst undurchsichtige Aktion des Ministerium des Innern. Mitarbeiter des Ministeriums gaben vor, bei der Instandhaltung der Objekte behilflich sein zu wollen und besichtigten die Gebäude. Mittels gezielter Denunziationen und Erhebung von Vorwürfen strafbarer Handlungen, beispielsweise Steuerrückständen in Höhe von nur 50,- Mark, sollten Besitzer von Hotels und Pensionen dazu gebracht werden, ihr Eigentum zu übereignen.

Die Einrichtungen befanden sich bis zu diesem Zeitpunkt noch zu 80% in privater Hand. Im Zuge der Aktion Rose wurden 440 Hotels und Pensionen, 181 Gaststätten, Wohnungen und Grundstücke entlang der Ostseeküsteenteignet. Die Objekte im damaligen Gesamtwert von über 100 Millionen Mark gingen an das Ministerium des Innern, das Ministerium für Staatssicherheit und an die Nationale Volksarmee - den sogenannten Sonderbedarfsträgern. Letztlich erhielt der FDGB die meisten enteigneten Objekte.

Soweit auch einmal als Beispiel, wie man sich doch das Eigentum andere unkompliziert an sich reißen konnte. Wer zumindest die Badeorte auf Rügen zur Wendezeit kannte, der weiß, was die führende Partei und die herrschende Klasse der DDR aus dem geraubten Gut gemacht hat, verrottende Bäderarchitektur, unzureichende Urlauberversorgung und Mangel, den wir als Einheimische in klingende Münze umwandeln konnten, oder in Grundlagen zur Beschaffung von Bedarfsgütern.
Zum Glück für die Urlauber und zum Leidwesen der einheimischen Vermieter ist wieder eine Normalität eingetreten, weil eben wieder privater Besitz und der entsprechende Service bestehen.



@Rüganer, da ich die Insel Rügen und besonders die Orte Binz, Sellin, Baabe, Göhren bis runter zur südlichsten Spitze nach Thissow eigentlich seit 1972 recht gut kenne, kann ich Dir Deine Ausführungen betreffs der heruntergewirtschafteten, teils ruinösen Zustandes zur Wende nur bestätigen. Wenn ich allein an die Wilhelmstraße in Sellin oder den Innenstatbereich von Göhren denke..., nein lieber nicht.

Es ist aber auch eine nicht zu leugnendes zweites Unrechtskapitel, was teilweise nach 1990 geschah, nicht nur auf Rügen. Vermutlich haben da auch alte Seilschaften in enger Kooperation mit neuen Seilschaften mächtig mit am Rad gedreht (Beispiel Baabe), verdient. Ist eine reine spekulative Vermutung von mir...!
Vielleicht bescheert die Öffnung von Archiven oder manch gute journalistische Recherche mit, uns noch die traurige Genugtuung, das wir mit diesem eigentlich schlimmen Verdacht gar nicht so verkehrt gelegen haben.

Wie dem auch sei, die Bäderarchitektur ist teilweise hervoragend gerettet, saniert. Was aber wiederum nicht über die Tatsache hinwegtäuscht, das in den letzten Jahren massiv neue Bausünden (u. a. Lobbe) begangen werden und die Besitzverhältnisse sich sehr einseitg nach der westlichen Himmelsrichtung sich verschoben haben, immer noch verschieben. Dieser Vorgang ist zwar sehr komplex und nicht einfach und pauschal zu be- oder gar zu verurteilen, da sich über Enteignung, Vertreibung (gen Westen!), verzwickte Erbfälle, aber auch durch Manipulation, Täuschung, Vernichtung von Akten und Unterlagen (nach 1989 nannte man das zweckmäßiger "...nicht auffindbar...!) äußerst schwierig zu entflechtende Einzelfälle herausgebildet haben.
Alles in allem stimmt aber sehr vieles dabei anrüchig, bedenklich...


josy95


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zuletzt bearbeitet 02.01.2013 14:01 | nach oben springen

#35

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 14:05
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Die Fettaugen die vorher in der alten Brühe schwammen waren auch in der neuen obenauf.


silberfuchs60 und josy95 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#36

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 14:10
von Rüganer (gelöscht)
avatar

josy,

keine Frage, da ist so viel schief gelaufen nach der Wende, es schreit zum Himmel. Da wurden Hotels auf dem Acker gebaut, der Bürgermeister wurde rasch mit einem Hotelposten geködert, es wurden mal eben so 19 Millionen Fördergelder kassiert und inzwischen ist der 3. oder 4. Besitzer am Werken, oder wenn ich an die vielen Ferienwohnungen denke, die inzwischen zwangsversteigert wurden.
Bausünden über Bausünden, ich gebe dir Recht. Nur erinnere dich an die Zustände um 1980, vor dem Strandgrill auf dem Parkplatz an dem es die Gummiadler gab, eine Schlange von 200 Metern, in Groß Zicker standen sie draußen vor der Kneipe und warteten auf einen Platz, im Konsum kein Bier und keine Limo, es sei denn, das Bierauto war gerade da. Alles sehr idyllisch, aber völlig verfallen. Binz mit den neuen FDGB-Blöcken, Sassnitz mit dem Hotel für die Schweden, von Schweden erbaut, ansonsten doch alles ganz schlimm. Ein privater Besitzer hätte garantiert seine Beziehungen zum Erhalt des Hotels spielen lassen, hätte man ihn gelassen und nicht enteignet. Dass es ging, davon zeugen doch die Eigenheime und Bungalows, der privaten Vermieter. Schau Dir mal Lauterbach an und fahr mal weiter nach Neuendorf, dies waren schon zu DDR - Zeiten Schmuckstücke, aber eben keine großen Hotels und Pensionen.

Gruß in den Harz,

der Rüganer


josy95 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#37

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 14:41
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #36
josy,

keine Frage, da ist so viel schief gelaufen nach der Wende, es schreit zum Himmel. Da wurden Hotels auf dem Acker gebaut, der Bürgermeister wurde rasch mit einem Hotelposten geködert, es wurden mal eben so 19 Millionen Fördergelder kassiert und inzwischen ist der 3. oder 4. Besitzer am Werken, oder wenn ich an die vielen Ferienwohnungen denke, die inzwischen zwangsversteigert wurden.
Bausünden über Bausünden, ich gebe dir Recht. Nur erinnere dich an die Zustände um 1980, vor dem Strandgrill auf dem Parkplatz an dem es die Gummiadler gab, eine Schlange von 200 Metern, in Groß Zicker standen sie draußen vor der Kneipe und warteten auf einen Platz, im Konsum kein Bier und keine Limo, es sei denn, das Bierauto war gerade da. Alles sehr idyllisch, aber völlig verfallen. Binz mit den neuen FDGB-Blöcken, Sassnitz mit dem Hotel für die Schweden, von Schweden erbaut, ansonsten doch alles ganz schlimm. Ein privater Besitzer hätte garantiert seine Beziehungen zum Erhalt des Hotels spielen lassen, hätte man ihn gelassen und nicht enteignet. Dass es ging, davon zeugen doch die Eigenheime und Bungalows, der privaten Vermieter. Schau Dir mal Lauterbach an und fahr mal weiter nach Neuendorf, dies waren schon zu DDR - Zeiten Schmuckstücke, aber eben keine großen Hotels und Pensionen.

Gruß in den Harz,

der Rüganer



Jungchen, im August bin ich wieder in Lobbe! Nimm Dir mal etwas Zeit..., hab richtig Lust, mit Dir mal beim guten Bier oder Glas Wein zu klönen!

Übrings, die besagte Schlange (soz. Wartegemeinschsaft) in Lobbe vor der HO- Zelplatzverkaufsstelle (oder war es Konsum? - egal!) könnte ich noch eins zu eins malen. Die Verkafsstelle stand dort, wo heute der Campingbereich Düne ist, etwa auf der Hälfte zwischen Angie Mekels legendären Fischerhütten und dem OA Richtung Thissow. Das beste war der Verkaufstellenleiter, ein kleiner, extrem giftiger Zwerg á la Ekel- Alfred, nur noch ein Zahn schärfer! Aggressiv gegenüber Kunden ohne Ende, der Typ. Besonders wenn einer fragte, haben sie nicht dies oder das...! Wir als jüngere Generation haben uns immer einen heiden Spass gemacht, wenn der ausflippte. Wäre heute echt was für ne Commicshow. Auch waren wir ja recht bescheiden, was sonstige Ansprüche an Lebensmitteln anging. Hauptsache, man hatte einigermaßen was zu beißen und zu trinken. Bier und Limo, ja, das war echt so. Gab es nur, wenn gerade Lieferung war. Und das war höchstens zwei mal in der Woche...

Sag mal, Neuendorf. Ist das nicht da, wo der kleine Muck wohnt?

Für entgangene Urlaubsfreuden müssten wir eigentlich heute noch ne Opferrente bekommen, vielleicht in Form eines kleinen Rentenaufschlages...


josy95


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#38

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 14:42
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #35
Die Fettaugen die vorher in der alten Brühe schwammen waren auch in der neuen obenauf.



Leider!




...war schon nach dem 3. Reich so, ist vermutlich ein deutsches Phänomen...

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

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#39

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 14:47
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von josy95 im Beitrag #38
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #35
Die Fettaugen die vorher in der alten Brühe schwammen waren auch in der neuen obenauf.



Leider!




...war schon nach dem 3. Reich so, ist vermutlich ein deutsches Phänomen...

josy95


Der Deutsche hat gelernt sich schnell seinen jeweiligen Obrigkeiten anzupassen


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#40

RE: Gerechte Opferrenten für politisch Verfolgte in der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 14:49
von damals wars | 12.186 Beiträge

Ich hatte nach der Wende Einblick in Akten zu Enteignungen im Bereich von Wassermühlen.
Da sind auch Entschädigungen in Millionenhöhe gezahlt worden. Es wurden die Sachwerte entschädigt und der entgangene Gewinn durch die Stromförderung.

Und wenn Gert der Meinung ist, es braucht dazu keine Gesetze, das sollte er sich mal mit heutigem Entschädigungsrecht auseinandersetzen.
Kein Handeln ohne Gesetz!

Aus eigener Anschauung weiß ich, das manche Fälle nicht rückabgewickelt wurden, weil es sich bei den "Opfern" um Arisierunggewinnler handelt.

Die Hubertusknaben wollen also auch dieses Jahr wieder weitermachen mit der Delegitmierung der DDR.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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