#61

RE: Der harten Strafe entkommen - "Schlamm" beim Militär

in Mein Grenzer Tagebuch 26.07.2010 22:21
von Sonne | 510 Beiträge

Zitat von torpedoschlosser
hallo VNRut,
da kommen wieder einige Erinnerungen an das GAR-40 hoch.
Ich hatte oft meinen Fotoapparat dabei, mußte aber höllisch aufpassen, wenn was geknipst werden sollte. Hab mit meinem PF in Kleinmachnow (damals GR-44) Bilder vom BT gemacht. Da mir die ganze Sache unheimlich wurde, hab' ich erzählt das die Bilder nichts geworden sind...! Natürlich sind es heute kleine Zeitdokumente. Mein PF Bernd K. aus Erfurt möge es mir heute verzeihen.
Dann war da noch eine EU-Heimfahrt mit dem berühmten Interzonen-Zug von Potsdam aus; mußte sein weil sonst keiner mehr in Richtung Norden fuhr. Der Schaffner hat prima mitgespielt.
Dann gab es noch eine kleine UE während des Ausgangs in OR. Meine Tante wohnt etwa 30 km entfernt von der Dienststelle. Sie hatte Geburtstag und für Kuchen werde ich immer sehr schwach.
Anbei einige Bilder- auch vom GAR-40, du wirst sicher was davon kennen.

mfG torpedoschlosser


Ganz große Klasse deine Bilder-alle Achtung


Gruß Sonne

05/66-10/67
18 Monate meiner Jugend
in Glowe, Rothesütte, Elend


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.
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#62

RE: Der harten Strafe entkommen - "Schlamm" beim Militär

in Mein Grenzer Tagebuch 10.09.2010 15:52
von VNRut | 1.486 Beiträge

Mir fielen heute gerade wieder unsere "Geisterfahrer" im Grenzabschnitt ein.

Im Winter wenn es sehr kalt war, hatte manche Krad-Streife keine Lust ständig im Abschnitt hin und her zu fahren und begaben sich meist auf einen warmen BT2x2 (eckig) in der Mitte des zu sichernden Abschnittes. Somit gab es unter den Postenpaaren und der Streife eine vorher geheime Absprache, indem man "Geisterfahrer" durch den Bereich fahren ließ. In bestimmten Zeitabständen meldeten die Postenpaare die Ankunft, Aufgaben der Streife (Belehrung SW, Besonderheiten im GA & politische Tagestemen) und die Weiterfahrt der Streife - doch im gesamten Abschnitt bewegte sich nichts.

Mitunter vergaß ein Postenpaar schon mal seine Meldung rechtzeitig abzusetzen, dann sprang ein anderes Postenpaar ein oder wir bekamen von der FÜST (diensteifrigen Zugführer) die Frage gestellt, wo sich gerade das Krad befindet. Als FÜST-Posten erzählte ich meinen Vorgesetzten dann Geschichten von überlagerten Meldungen der POP und angebliche Meldung von bestimmte Zwischen-Posten-Bereiche die er nicht mitbekommen habe.

Wenn ich mit meinen Zugführer Stfw Th...... zusammen war, er war 1. FCM-Fan und stammte aus der Nähe meiner Heimatstadt, gab es einen ruhigen besinnlichen Dienst. Er machte selbst allerhand "Schlamm" im Grenzdienst und wurde somit mehrmals vom KC angezählt. Ihn ging das am A..... vorbei. Manchmal hatte er seine KAMA-Ausbrüche (Kantenmacke) und gröllte unsaubere und sexistische Sachen durchs Grenzmeldenetz und verscheißerte gern mal die VP über´s Funknetz. Und seine Fahrtzeiten im Dienstfahrzeug "Trabant-Kübel" hielt er auch nicht ein. So kam es vor, das er sich längere Zeit im Außenbereich (Hinterland) aufhielt (war auf Brautschau) oder betrat mit kleine Einkäufe den Abschnitt.

Gruß VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#63

RE: Der harten Strafe entkommen - "Schlamm" beim Militär

in Mein Grenzer Tagebuch 17.02.2013 00:31
von OlsenWeilrode | 191 Beiträge

Zitat von VNRut im Beitrag #18

Zitat von Pitti53
warum wurde nach patronenhülse gesucht? macht doch keinen sinn?


@Pitti, schon mal was von Recycling (http://de.wikipedia.org/wiki/Recycling) gehört, die DDR hatte wenig Rohstoffe

..... nee, nuu mal Spaß bei Seite.

Wir mussten auch nach jeder Patronenhülse am Berliner Kanten suchen bei Gebrauch (gewollt oder ungewollt) der Waffe. Dies erlebte ich bei einer verfuschten Grenzabschnittsübergabe als ein Posten selbstständig Waffenkontrolle machte und sich ein Schuss löste. Und bei einer A-Gruppe hatte ich es mitbekommen, als sich ebenfalls ein aggressiver Kantenköter losriss und durch einen Schuss getötet werden musste. Hinterher ließ man nach der Patronenhülse suchen. Vielleicht wurde diese Hülsen als Beweismittel gebraucht oder der Waffenuffz. musste sie in der Kaserne zurück rechnen oder der KGS hatte lange Weile und wollte die Soldaten bestrafen. [grins] Einen Grund wird es schon gegeben haben.

VN_Rut



Also bei uns "sollten" die Mumpelhülsen nach Möglichkeit auch sichergestellt werden, damit kontrolliert werden konnte, daß wirklich alle gemeldeten Schüsse auch tatsächlich gefallen waren oder vielleicht eine Mumpel in des Grenzers Hosentasche verschwand, um für spätere Zeiten Vorrat zu haben. Damit meine ich nicht nur den Ausgleich von Fehlschüssen beim Zuggefechtsschießen...
Andererseits hatte wahre Grenzer sowieso eine Mumpel für den Notfall in der Tasche (oder wo auch immer), nach Möglichkeit eine mit Geburtsjahr und Monat...

HG 82/I
Olsen


zuletzt bearbeitet 17.02.2013 00:32 | nach oben springen

#64

RE: Der harten Strafe entkommen - "Schlamm" beim Militär

in Mein Grenzer Tagebuch 17.02.2013 11:09
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Zitat von OlsenWeilrode im Beitrag #63
Zitat von VNRut im Beitrag #18

Zitat von Pitti53
warum wurde nach patronenhülse gesucht? macht doch keinen sinn?


@Pitti, schon mal was von Recycling (http://de.wikipedia.org/wiki/Recycling) gehört, die DDR hatte wenig Rohstoffe

..... nee, nuu mal Spaß bei Seite.

Wir mussten auch nach jeder Patronenhülse am Berliner Kanten suchen bei Gebrauch (gewollt oder ungewollt) der Waffe. Dies erlebte ich bei einer verfuschten Grenzabschnittsübergabe als ein Posten selbstständig Waffenkontrolle machte und sich ein Schuss löste. Und bei einer A-Gruppe hatte ich es mitbekommen, als sich ebenfalls ein aggressiver Kantenköter losriss und durch einen Schuss getötet werden musste. Hinterher ließ man nach der Patronenhülse suchen. Vielleicht wurde diese Hülsen als Beweismittel gebraucht oder der Waffenuffz. musste sie in der Kaserne zurück rechnen oder der KGS hatte lange Weile und wollte die Soldaten bestrafen. [grins] Einen Grund wird es schon gegeben haben.

VN_Rut



Also bei uns "sollten" die Mumpelhülsen nach Möglichkeit auch sichergestellt werden, damit kontrolliert werden konnte, daß wirklich alle gemeldeten Schüsse auch tatsächlich gefallen waren oder vielleicht eine Mumpel in des Grenzers Hosentasche verschwand, um für spätere Zeiten Vorrat zu haben. Damit meine ich nicht nur den Ausgleich von Fehlschüssen beim Zuggefechtsschießen...
Andererseits hatte wahre Grenzer sowieso eine Mumpel für den Notfall in der Tasche (oder wo auch immer),
nach Möglichkeit eine mit Geburtsjahr und Monat...

HG 82/I
Olsen



Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Beim Gruppen- oder gar Zuggefechtsschießen, wo man als Einheit vorrückt und auftauchende Scheiben bekämpft, wäre es nicht möglich gewesen, die Hülsen im Sandboden oder Bewuchs alle zu finden. So wurde auch bei uns nie danach gesucht. Die blieben einfach liegen. Möglicherweise sind später ein paar Soldaten vom Schießplatzpersonal drübergelaufen und haben aufgelesen, was sie gesehen haben. Zum Ende beim Abliefern der nicht verschossenen Patronen hatte jeder von uns, der es wollte, eine oder auch mehrere Scharfe beiseite gebracht. Eben für den Fall, um Ersatz zu haben, wenn durch Spielerei mal eine verloren ging. Wenn bei einer Spindkontrolle eine gefunden wurde, hängte das unser KC nicht an die große Glocke und der Bericht dazu kam nicht bis in den Regimentsstab.



jecki09 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#65

RE: Der harten Strafe entkommen - "Schlamm" beim Militär

in Mein Grenzer Tagebuch 17.02.2013 18:11
von PF75 | 3.293 Beiträge

@DoreHolm

Bei der Schießausbildung inder Ausbildung,an der Grenze und auch als Resi gab es bei uns in ca. 90 % der übungen anschließend den Befehl "Restmunition verschießen ",es wollte sich doch kaum einer den unnötigen Schreibkram aufhalsen.


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