#161

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 19.08.2015 20:22
von Lutze | 8.034 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #150
Deutrans-Trucker testen die Belastbarkeit von Straßendecken und Brücken. Dazu sind bisweilen die Fahrgestelle von Raketentransportern in die Lkws eingebaut.

Komisch, als ich 1990 mit dem PKW in die BRD eingereist bin, stand an jeder Brücke gut sichtbar Schilder mit der militärischen Lastenklasse für Militärfahrzeuge. Da hätten die Fahrer ja nur eine Notiz machen brauchen ! Und brauchten nicht umständlich mit dem LKW rumkurven





Das mit den Fahrgestellen von Raketentransporter ist die absolute Lachnummer.



Dieses Fahrgestell unter einen Jelcz montiert, lachhaft






passport

Was bedeutet das Brückenschild genau?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#162

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 19.08.2015 20:23
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

http://www.welt.de/geschichte/article122...rschwinden.html

Gab es nur in West-Deutschland, nicht in West-Berlin.


vs1400 und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#163

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 19.08.2015 20:30
von BautznerSenf | 57 Beiträge

Hallo!

Ja richtig! Von dort bin ich zufaelligerweise zu Euch gekommen. ;-)

Grund war eigentlich eine Recherche zu Deutrans.
Zu dieser Firma gibt es einige recht gute Berichte (ein Buch ("Die Deutrans Story" von Christian Suhr, erschienen 2012, ISBN: 9783938426111, gute Webseiten ( u. a. http://www.baumaschinenbilder.de/forum/t...ilight=Deutrans ; auch schon 174 Seiten..., https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-Ru...iengesellschaft ).

Es geht nicht darum, die Spedition oder ihre Mitarbeiter zu diskreditieren (denn so scheinen das ja manche hier aufzufassen), sondern darum, rauszufinden, ob es so etwas "auch" gab. Immerhin war das Unternehmen riesengross und mit hunderten von weit verstreuten Mitarbeitern - wie ich bereits schrieb: Wer sagt, dass da nicht auch(!) einige wenige besondere "Mitarbeiter" taetig waren? Immerhin war das Unternehmen extrem systemnah (gehoerte zur KoKo und hatte direkte Kontakte zum MfS). Es waere eigentlich bloed, diese Chance nicht zu nutzen...

Es geht und ging ausdruecklich nicht darum, das Unternehmen und/oder seine Mitarbeiter unter Generalverdacht zu stellen.
Bei "Sowtransawto" weiss man von solchen Taetigkeiten, weshalb es bei Deutrans zumindest plausibel waere.

Mit haben diese Fahrzeuge schon als kleiner Junge gefallen - zumindest die "richtigen" Deutrans-Laster in Orange (nicht die beauftragten KVB mit kunterbunten Fahrzeugen und manchmal nur einem Deutrans-Logo).

Die Beschaffung westlicher LKW war eigentlich logisch - man war fern der eigenen Versorgungs-Infrastruktur und brauchte LKW, die im Schadensfalle jederzeit mit Ersatzteilen zu versorgen waren (waere in Westeuropa mit W50, Robur, Jelcz oder Tatra schwierig gewesen), gleichzeitig erwirtschafteten die Fahrzeuge ja auch Devisen (bzw. man taetigte Kompensations-Geschaefte). Und man kaufte ja auch Schwerlast-Zugmaschinen von Mercedes, MAN (bzw. Titan) und Schwerlastroller (Scheuerle) ein - so, wie der grosse Bruder ja auch tausende von Magirus einkaufte, vgl. Ralf Koch: "Trasse und Technik - Erdgasleitungsbau in der Sowjetunion") EDIT: bzw. https://de.wikipedia.org/wiki/Delta-Projekt /EDIT.

Dass dann, WENN es so etwas gab, 99% der Mitarbeiter nichts davon gewusst haben duerften, liegt in der Natur der Sache.

Also: Druschba!

B. S.


DoreHolm, Kalubke und Harzwanderer haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.08.2015 22:26 | nach oben springen

#164

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 19.08.2015 20:30
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #161
Zitat von passport im Beitrag #150
Deutrans-Trucker testen die Belastbarkeit von Straßendecken und Brücken. Dazu sind bisweilen die Fahrgestelle von Raketentransportern in die Lkws eingebaut.

Komisch, als ich 1990 mit dem PKW in die BRD eingereist bin, stand an jeder Brücke gut sichtbar Schilder mit der militärischen Lastenklasse für Militärfahrzeuge. Da hätten die Fahrer ja nur eine Notiz machen brauchen ! Und brauchten nicht umständlich mit dem LKW rumkurven





Das mit den Fahrgestellen von Raketentransporter ist die absolute Lachnummer.



Dieses Fahrgestell unter einen Jelcz montiert, lachhaft






passport

Was bedeutet das Brückenschild genau?
Lutze



50/100 bedeutet z. B. 50 = 45,4 t Kettenfz. und 52,6 t Radfz. /100 = 90,7 t Kettenfz. und 104,3 t Radfz.


eisenringtheo und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#165

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 19.08.2015 22:02
von Kalubke | 2.296 Beiträge

Vieleicht noch ein Gedanke zum Thema geheimdienstliche Aufklärung mit Hilfe von Speditionsfirmen: Bisher wurde nur in Richtung der Nutzung als operative Basis durch das MfS diskutiert. Es sollte aber nicht vergessen werden, dass es im Bereich Militärspionage auch noch den Bereich Aufklärung der NVA mit seinen AM (agenturische Mitarbeiter) gab. Es wurden dort die AM-Kategorien AM-MA (Marschbeobachter) und AM-OB (Objektbeobachter) eingesetzt. Die große Mobilität von Speditionsfirmen könnte auch für sie eine gute Möglichkeit der Informationsgewinnung dargestellt haben.

Gruß Kalubke



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#166

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 19.08.2015 22:18
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Marder im Beitrag #151
Die meißten Deutrans Fahrzeuge waren Mercedes und Man oder andere westliche Fahrzeuge. Zumindest habe ich das so in Erinnerung.
Das was du als MAN in Erinnerung hast, war ROMAN ... de.wikipedia.org/wiki/Roman_(Nutzfahrzeughersteller)


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#167

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 19.08.2015 22:25
von passport | 2.634 Beiträge

Es war und ist in der BRD wie auch in der DDR damals üblich die bei einer Straftat verwendeten Materialien, Werkzeuge und Fahrzeuge zu beschlagnahmen.

Nun meine Frage : wieviel kostete damals ein Volvo mit Kofferaufbau und Hänger ?

Glaubt hier irgendeiner das diese teuren Fahrzeuge für einen solchen Unsinn verwendet wurden wie in den eingelinkten Artikel ?

Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws (7)


Ergänzung : viele dieser LKW waren gelaest.


passport


vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.08.2015 22:31 | nach oben springen

#168

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 19.08.2015 22:28
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #165
Vieleicht noch ein Gedanke zum Thema geheimdienstliche Aufklärung mit Hilfe von Speditionsfirmen: Bisher wurde nur in Richtung der Nutzung als operative Basis durch das MfS diskutiert. Es sollte aber nicht vergessen werden, dass es im Bereich Militärspionage auch noch den Bereich Aufklärung der NVA mit seinen AM (agenturische Mitarbeiter) gab. Es wurden dort die AM-Kategorien AM-MA (Marschbeobachter) und AM-OB (Objektbeobachter) eingesetzt. Die große Mobilität von Speditionsfirmen könnte auch für sie eine gute Möglichkeit der Informationsgewinnung dargestellt haben.

Gruß Kalubke

Unglaubwürdig.


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#169

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 19.08.2015 22:35
von BautznerSenf | 57 Beiträge

Hallo!

Zitat von passport im Beitrag #167
Es war und ist in der BRD wie auch in der DDR damals üblich die bei einer Straftat verwendeten Materialien, Werkzeuge und Fahrzeuge zu beschlagnahmen.
Nun meine Frage : wieviel kostete damals ein Volvo mit Kofferaufbau und Hänger ?
Glaubt hier irgendeiner das diese teuren Fahrzeuge für einen solchen Unsinn verwendet wurden?


Im Prinzip richtig. Und in den 60er und 70er Jahren wurden LKW auch beschlagnahmt (einer landete spaeter bei Priebs in der Lausitz).

Aber: Schon wenn der Transport als "Diplomatengepaeck" deklariert wird, ist's Essig mit Durchsuchung - denn dann waere ein handfester Skandal die Folge (und den wollen i. d. R. beide Seiten vermeiden). Das war so und das ist so (siehe aktuelle Vorkommnisse der letzten Monate).

Ausserdem: Das haben alle Staaten zu allen Zeiten praktiziert - die Kunst war und ist, sich nicht erwischen zu lassen. ;-)

Das, was heute in Botschaften in aller Welt praktiziert wird, ist doch nichts anderes: Da laufen -zig "Kulturattaches" herum und das ganze Dach steht voller Antennen - klar, die hoeren alle ganztaegig ARD und ZDF... ("Mit ARD und ZDF reihern sie in die ersten Sitze...").

So ein versiegelter LKW waere eine wunderbare mobile Abhoerstation - was die zahlreiche Anwesenheit bei Manoevern erklaeren wuerde.

Gruss vom

B. S.


Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#170

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 19.08.2015 22:39
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Tante Frida wohnt in der Nähe einer Kaserne - wenn die Truppe ausrückt ruft sie Ihren Bruder an und sagt Ihm das sie "erkältet ist" . . . .

Dafür brauche ich keine zivilgetarnte Speditionsfirma welche auf Erwirtschaftung von Devisen ausgelegt ist.

Herr wirf Hirn vom Himmel.


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#171

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 19.08.2015 22:58
von passport | 2.634 Beiträge

Zitat von BautznerSenf im Beitrag #169
Hallo!

Zitat von passport im Beitrag #167
Es war und ist in der BRD wie auch in der DDR damals üblich die bei einer Straftat verwendeten Materialien, Werkzeuge und Fahrzeuge zu beschlagnahmen.
Nun meine Frage : wieviel kostete damals ein Volvo mit Kofferaufbau und Hänger ?
Glaubt hier irgendeiner das diese teuren Fahrzeuge für einen solchen Unsinn verwendet wurden?


Im Prinzip richtig. Und in den 60er und 70er Jahren wurden LKW auch beschlagnahmt (einer landete spaeter bei Priebs in der Lausitz).

Aber: Schon wenn der Transport als "Diplomatengepaeck" deklariert wird, ist's Essig mit Durchsuchung - denn dann waere ein handfester Skandal die Folge (und den wollen i. d. R. beide Seiten vermeiden). Das war so und das ist so (siehe aktuelle Vorkommnisse der letzten Monate).

Ausserdem: Das haben alle Staaten zu allen Zeiten praktiziert - die Kunst war und ist, sich nicht erwischen zu lassen. ;-)

Das, was heute in Botschaften in aller Welt praktiziert wird, ist doch nichts anderes: Da laufen -zig "Kulturattaches" herum und das ganze Dach steht voller Antennen - klar, die hoeren alle ganztaegig ARD und ZDF... ("Mit ARD und ZDF reihern sie in die ersten Sitze...").

So ein versiegelter LKW waere eine wunderbare mobile Abhoerstation - was die zahlreiche Anwesenheit bei Manoevern erklaeren wuerde.

Gruss vom

B. S.


wird jetzt ein bisschen OT

Richtig ist das die HA III 3 Stützpunkte in der BRD hatte. 1. Ständige Vertretung der DDR in Bonn (Steuerung 1A), in der Handelpolitischen Abteilung in Düsseldorf (Steuerung 1C) und zeitweise in der Handelmission der UdSSR in Köln (Steuerung 1B)
Das diese Elektronik / Abhörtechnik als Diplmatengepäck getarnt in die BRD verbracht wurde könnte man vermuten.
Aber Handels-LKW vollgepfropft mit empfindlicher Elektronik und Antennen ist in meinen Augen purer Unsinn.


passport


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#172

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 19.08.2015 23:30
von vs1400 | 2.392 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #155
Zitat von Marder im Beitrag #151
Die meißten Deutrans Fahrzeuge waren Mercedes und Man oder andere westliche Fahrzeuge. Zumindest habe ich das so in Erinnerung.
Mit freundlichen Grüßen Marder



@Marder

gefahren wurde durch Deutrans und KIK die Typen Jelcz, Volvo, Roman, Skoda, Raba, W50 und Mercedes. Der Jelcz war der meistgefahrene und der W50 und Mercedes der am wenigsten gefahrene LKW. RABA und ROMAN waren Lizenzbauten von MAN.
In den 70ziger fuhren noch vereinzelt Leyland-LKW

Ergänzung : LKW-Typen im grenzüberschreitenden Verkehr. In der DDR wird der W50 vermutlich der meistgefahrene LKW gewesen sein.

passport


ne interessante vermutung, passport,
klar war der W50 der meistgefahrene lkw.
doch wirklich im grenzverkehr? ... beziehst du dich auf den kleinen grenzverkehr oder eher auf die zeit der öffnung?

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#173

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 19.08.2015 23:38
von Kalubke | 2.296 Beiträge

zu #171: So etwas gab es tatsächlich bei der HA III (siehe hier aus Anatomie der Staatssicherheit HA III):

Quelle »Charly« in Westberlin

Bestimmte Frequenzbereiche innerhalb Westberlins konnten weder von den vorhandenen Bodenstützpunkten noch von der Luft aus aufgeklärt werden. Deshalb setzte die HA III seit 1982 gemeinsam mit Spezialisten des KfS der UdSSR getarnte Kraftwagen bzw. Diplomatenfahrzeuge ein. Unter der Deckbezeichnung »Charly« stand besonders der Funkverkehr des Observationsdienstes der britischen Armee im Fokus, da dieser mit seinen Aktivitäten speziell auf die Angehörigen der UdSSR-Einrichtungen und auf sonstige sowjetische Bürger und deren Kontakte geeicht war. Aus diesem Funknetz waren seit 1979 kaum mehr wichtige Informationen zu gewinnen gewesen, da die Übermittlungswege durch ein Chiffrierverfahren gesichert waren, das über einen Zeitraum von drei, vier Jahren weder von den Experten der Linie III noch von den Spezialisten auf sowjetischer Seite zu öffnen gewesen war.

Demzufolge entschloss man sich, »Charly« zu Observationshandlungen zu veranlassen:

Ein als sowjetischer Diplomatenwagen erkennbares Fahrzeug – ein Pkw »Wolga«, durch Spezialisten der Linie III mit spezieller, im nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet (NSW) handelsüblicher Technik ausgerüstet – fuhr geplante Fahrtrouten ab. Während dieser Zeit erfolgte von vorhandenen Stützpunkten vom Gebiet der DDR aus die Kontrolle und Erfassung der funkelektronischen Aktivitäten des Dienstes »Charly«: die Vorausmeldung des Wagens von der Grenzübergangsstelle an die Zentrale, Auftragserteilungen per Funk von der Zentrale an Observationsfahrzeuge und die Organisierung der Observation durch Fahrzeuge und so genannte Fuß-Observanten. Vom »Wolga« selbst aus wurde die Fernsehaufzeichnung der Fahrtroute, der unmittelbaren Umgebung während der Fahrt und des nachfolgenden Verkehrs vorgenommen und gleichzeitig die Ortung und Mitzeichnung aller möglichen funkelektronischen Abstrahlungen in der Nähe des Fahrzeuges. Durch Aktionen dieser Art, ähnliche gab es auch entlang der innerdeutschen Grenze, schuf sich die HA III außergewöhnliche, aber greifbare Möglichkeiten, den Funkbetrieb der verschiedenen Observationsdienste zu analysieren.


Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 20.08.2015 11:14 | nach oben springen

#174

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 20.08.2015 10:59
von BautznerSenf | 57 Beiträge

Hallo!

Zitat von Mike59 im Beitrag #170
Tante Frida wohnt in der Nähe einer Kaserne - wenn die Truppe ausrückt ruft sie Ihren Bruder an und sagt Ihm das sie "erkältet ist" . . . .
Dafür brauche ich keine zivilgetarnte Speditionsfirma welche auf Erwirtschaftung von Devisen ausgelegt ist.

Herr wirf Hirn vom Himmel.


Warum denn so ausfallend?
Nur, weil nicht alle Deine Meinung teilen?

Ein Forum dient dem Austausch von Meinungen und Informationen.
Du hast Deine Meinung, ich habe meine Meinung - andere haben andere Meinungen.
Und fuer beide Ansichten gibt es gute Gruende, die dafuer bzw. dagegen sprechen.

Nur: Wissen tun wir es (bisher) alle nicht. Deswegen ja die Frage.

Ausserdem sprach ja niemand davon, dass man Deutrans nur zum Zwecke der Spionage betrieben habe - natuerlich war das ein Wirtschaftsunternehmen. Die Frage ist, ob man auch damit aufgeklaert hat (sei es mit gewissen "Mitarbeitern" auf Deutrans Lastern, sei es mit "falschen" Deutrans-Fahrzeugen der Dienste).
Denn Tatsache ist nun einmal, dass diese Fahrzeuge sehr haeufig in der naehe von militaerischen Einrichtungen bzw. bei Truppenbewegungen (und oft in geballter Form) auftraten.

Es gibt nebenbei bemerkt, sogar noch eine weitere Moeglichkeit: "Nadelstiche".
Man koennte sogar absolut normale unverwanzte Fahrzeuge gezielt in die Naehe dieser Orte beordert haben - um die westlichen Dienste zu verunsichern. Denn die konnten ja nicht wissen, ob oder ob nicht beobachtet/abgehoert wurde.
Man haette damit erstens verunsichert und zweitens viel "manpower" (wie man ja heute neudeutsch sagt) gebunden, die dann an anderer Stelle gefehlt haette - und das Signal ausgesendet: "Schaut her, wir sind ueberall - und wir koennten jetzt auch aufklaeren...!"

Damit waere rein gar nichts passiert - man haette keine "Mitarbeiter" gebraucht und auch keine Durchsuchungen befuerchten muessen und haette dennoch die westlichen Gegner verunsichert.

Ich warte weiterhin, ob sich nicht eventuell doch noch Beweise finden (Akten, Augenzeugen), denn Hinweise gibt es ja (nicht nur aus diesem Faden).

Nebenbei: Ich habe mich auch schon manchmal gewundert, das Dinge bewiesen wurde, die ich stets fuer unmoeglich gehalten haette. Aber deswegen stampfe ich nicht wie ein kleines Kind auf und verunglimpfe den "Gegner". ;-)

Gruss

B. S.


Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#175

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 20.08.2015 12:56
von passport | 2.634 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #172
Zitat von passport im Beitrag #155
Zitat von Marder im Beitrag #151
Die meißten Deutrans Fahrzeuge waren Mercedes und Man oder andere westliche Fahrzeuge. Zumindest habe ich das so in Erinnerung.
Mit freundlichen Grüßen Marder



@Marder

gefahren wurde durch Deutrans und KIK die Typen Jelcz, Volvo, Roman, Skoda, Raba, W50 und Mercedes. Der Jelcz war der meistgefahrene und der W50 und Mercedes der am wenigsten gefahrene LKW. RABA und ROMAN waren Lizenzbauten von MAN.
In den 70ziger fuhren noch vereinzelt Leyland-LKW

Ergänzung : LKW-Typen im grenzüberschreitenden Verkehr. In der DDR wird der W50 vermutlich der meistgefahrene LKW gewesen sein.

passport


ne interessante vermutung, passport,
klar war der W50 der meistgefahrene lkw.
doch wirklich im grenzverkehr? ... beziehst du dich auf den kleinen grenzverkehr oder eher auf die zeit der öffnung?

gruß vs




@vs1400

Ich schrieb ja im grenzüberschreitenden Verkehr war der W50 nur vereinzelt zur Abfertigung erschienen. Natürlich meinte ich die Zeit vor dem 09.11.1989. Da diese Fahrten immer Dienstreisen waren gab es weder einen kleinen oder großen Grenzverkehr. Es war uninteressant ob der LKW nach Helmstedt oder Köln fuhr, die Abfertigungsmodalitäten waren immer die gleichen.


passport


vs1400 und damals wars haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.08.2015 14:10 | nach oben springen

#176

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 20.08.2015 17:28
von passport | 2.634 Beiträge

Zitat von BautznerSenf im Beitrag #174
Hallo!

Zitat von Mike59 im Beitrag #170
Tante Frida wohnt in der Nähe einer Kaserne - wenn die Truppe ausrückt ruft sie Ihren Bruder an und sagt Ihm das sie "erkältet ist" . . . .
Dafür brauche ich keine zivilgetarnte Speditionsfirma welche auf Erwirtschaftung von Devisen ausgelegt ist.

Herr wirf Hirn vom Himmel.


Warum denn so ausfallend?
Nur, weil nicht alle Deine Meinung teilen?

Ein Forum dient dem Austausch von Meinungen und Informationen.
Du hast Deine Meinung, ich habe meine Meinung - andere haben andere Meinungen.
Und fuer beide Ansichten gibt es gute Gruende, die dafuer bzw. dagegen sprechen.

Nur: Wissen tun wir es (bisher) alle nicht. Deswegen ja die Frage.

Ausserdem sprach ja niemand davon, dass man Deutrans nur zum Zwecke der Spionage betrieben habe - natuerlich war das ein Wirtschaftsunternehmen. Die Frage ist, ob man auch damit aufgeklaert hat (sei es mit gewissen "Mitarbeitern" auf Deutrans Lastern, sei es mit "falschen" Deutrans-Fahrzeugen der Dienste).
Denn Tatsache ist nun einmal, dass diese Fahrzeuge sehr haeufig in der naehe von militaerischen Einrichtungen bzw. bei Truppenbewegungen (und oft in geballter Form) auftraten.

Es gibt nebenbei bemerkt, sogar noch eine weitere Moeglichkeit: "Nadelstiche".
Man koennte sogar absolut normale unverwanzte Fahrzeuge gezielt in die Naehe dieser Orte beordert haben - um die westlichen Dienste zu verunsichern. Denn die konnten ja nicht wissen, ob oder ob nicht beobachtet/abgehoert wurde.
Man haette damit erstens verunsichert und zweitens viel "manpower" (wie man ja heute neudeutsch sagt) gebunden, die dann an anderer Stelle gefehlt haette - und das Signal ausgesendet: "Schaut her, wir sind ueberall - und wir koennten jetzt auch aufklaeren...!"

Damit waere rein gar nichts passiert - man haette keine "Mitarbeiter" gebraucht und auch keine Durchsuchungen befuerchten muessen und haette dennoch die westlichen Gegner verunsichert.

Ich warte weiterhin, ob sich nicht eventuell doch noch Beweise finden (Akten, Augenzeugen), denn Hinweise gibt es ja (nicht nur aus diesem Faden).

Nebenbei: Ich habe mich auch schon manchmal gewundert, das Dinge bewiesen wurde, die ich stets fuer unmoeglich gehalten haette. Aber deswegen stampfe ich nicht wie ein kleines Kind auf und verunglimpfe den "Gegner". ;-)

Gruss

B. S.






Hätte, hätte, Fahrradkette

Wie ich schon hier schrieb arbeitete ich in den letzten 20 Jahren mit ehemaligen Deutrans und KIK Fahrer zusammen. Auch damals galt wie heute Zeit ist Geld. Jeder unfreiwilliger Stopp (Panne, Stau etc.) bringt den Zeitplan durcheinander. Jeder Fahrer eines ankommenden LKW,s musste sich auf der Güst beim Deutransbüro melden. Zweck dieser Übung war das Abmelden der Tour und Entgegennahme neuer Aufträge. Dabei kam es vor das der Fahrer versuchte vor der Kontrolllinie zum Deutransbüro zu gelangen. Da musste man als Kontrolleur den Fahrer "zurückpfeifen" weil die OTA etwas anderes aussagte Kurz und gut, es ist als Unsinn anzusehen das hunderte DDR-LKW irgendwo sinnlos vor militärischen Objekten rumgestanden haben. Die bundesdeutschen Abwehrdienste waren ja auch nicht auf den Kopf gefallen.


passport


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#177

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 20.08.2015 17:35
von turtle | 6.961 Beiträge

Hat zwar nichts mit Deutrans zu tun, aber mit Informationen schon. Erinnere mich an dubiose Botschaften im Freiheitsender 904.
Wer kann dazu nähere Angaben machen. Für wen waren diese Botschaften gedacht und woher kamen sie ?


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#178

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 20.08.2015 18:33
von BautznerSenf | 57 Beiträge

Hallo!

Zitat von passport im Beitrag #176
Auch damals galt wie heute Zeit ist Geld. Jeder unfreiwilliger Stopp (Panne, Stau etc.) bringt den Zeitplan durcheinander. (...) Kurz und gut, es ist als Unsinn anzusehen das hunderte DDR-LKW irgendwo sinnlos vor militärischen Objekten rumgestanden haben.


Prinzipiell richtig - ich war ebenfalls einige Jahre "verantwortliche Person" nach GueKG: Raeder muessen rollen, nur dann verdient der LKW Geld.

Nur: Ich schrieb es mehrfach: Was waere, wenn man "hier und da" andere "Mitarbeiter" (MfS oder NVA) mit Deutrans-Fahrzeugen (oder gar "falschen" Deutrans-Fahrzeugen) losgeschickt haette? Deutrans hatte hunderte von LKW und noch viel mehr Fahrer - da wuerden ein paar wenige Sondereinsaetze gar nicht auffallen...

Hier wurden bereits Gruende genannt, warum ein (als "Diplomatengepack" versiegelter) Koffer mit Funktechnik durch aus sinnvoll gewesen waere...

EDIT: Nebenbei: In der "freien Wirtschaft" gab und gibt es das ebenso (haben wir so gemacht und andere bei uns), wenn jemand Kunden abwerben will. Dann faehrt man eben mal einen Tag hinterher - und merkt, wie der andere ploetzlich unsicher wird (nachdem er bemerkt hat, dass er beobachtet wird). Und dann wird er nervoes (und langsamer) - oder versucht, abzuschuetteln (was ihm die Tour kaputt macht...). Der Verfolger schreibt derweil die Anfahrstellen mit - und selbst wenn der Verfolgte aussteigt und laut wird - man macht doch gar nichts boeses... Nur konnten wir dann diese Kunden anschreiben und abwerben. ;-)

Andere haben es ebenso immer wieder bei uns probiert - aber unsere Fahrer hatten die besseren Nerven (und die bessere Ortskenntnis...)

Und genauso kann man kleine Spielchen mit dem jeweiligen Klassenfeind spielen - ganz legal!
Aber: Man bindet Kraefte und beschaeftigt die Gegenseite, die jetzt verunsichert ist, was das soll und Planungs-Staebe bildet...
That's life!

Ich warte nach wie vor gespannt, ob da noch neue Erkenntnisse kommen. ;-)

Gruss

B. S.


zuletzt bearbeitet 20.08.2015 18:43 | nach oben springen

#179

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 20.08.2015 19:34
von Stringer49 | 700 Beiträge

... and « Bild said Fuchs knew ''everything about the secret spying trucks of East Germany and the Soviet Union, he knows secret meeting points for agents and courier methods used by communist spies.''

Quoting an unidentified counterespionage expert, Bild said the West Germans hoped to learn about the electronic equpiment built into Soviet bloc trucks, the routes they take while traveling through the West and about ''safe houses'' used by communist agents...»
AP , Associated Press, March18, 1988, 7:50 PM ET

He said that he knows someone...

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#180

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 20.08.2015 19:37
von Kalubke | 2.296 Beiträge

passt zwar nicht ganz zum Thema Aufklärung, aber Deutrans war anscheinend als Spedition auch in den Embargohandel einbezogen. Der KoKo-Überläufer Schuster berichtete 1983 dem BND u.a. folgendes:

Die österreichische Firma Educa hätte der Firma Intertechna ein Angebot über die Lieferung einer Großrechenanlage BASF 7/68 mit entsprechender Peripherie (externe Speicher, Drucker, Ein-und Ausgabegeräte, Fernübertragungsgeräte und Terminals etc.) im Wert von 5–6 Millionen DM unterbreitet. Das Angebot würde auch das Betriebssystem nach OS/MVS umfassen. Benötigt würde die EDV-Anlage vom Kombinat Datenverarbeitung in Karl-Marx-Stadt Es wäre an eine Lieferung Anfang 1984 gedacht.
Dieses Angebot liegt dem BND als Kopie vor.
Aus Gründen der Tarnung solle die EDV-Anlage zunächst in Wien installiert und in Betrieb genommen und erst dann in die DDR verbracht werden. Die Ausbildung des DDR-Personals solle in Wien stattfinden. In dieser Kopie des Angebotes vom 09.11.1982 der Firma Educa an die Firma Intertechna heißt es unter dem Abschnitt "Installation und Transport": "Um die geforderten Aufgaben mit minimalem Risiko und kostengünstig durchzuführen, werden wir die Anlage 2 mal installieren. Das erste Mal wird die mengenmäßig reduzierte, aber komplette Anlage in Wien installiert, um folgende Aufgaben zu erledigen:
- Systemgenerierung
- Hardwaretraining
- Softwaretraining
- Vorläufiger Abnahmetest.
Nachdem die Anlage komplett beim Endverbraucher angeliefert wurde, wird die gesamte Anlage von uns, unter Mithilfe der Techniker des Kunden neu installiert und ein endgültiger Abnahmetest durchgeführt. Die Definition des Abnahmetests wird vertraglich vereinbart. Die Kosten für die Installationen wie oben beschrieben sind DM 90.000,-- Die Anlage wird von uns neutral verpackt und in Teilmengen nach Budapest verschickt und dort zwischengelagert. Die Kosten cif Budapest sind DM 45 000,--. Von Budapest kann die Anlage in einem luftgefederten LKW von Deutrans abgeholt werden, sofern Deutrans uns eine Transportversicherung für den Anlagenwert präsentiert. Sollten wir die Anlage cif DDR liefern, so sind die Kosten ex Budapest DM 30.000,--" (Mat A 332, Band V/7, Anlage zur Meldung 12 BA 130483 10, ohne Paginierung, S. 8, 9 des Angebots vom 9.11.1982)

(Quelle: Köppe-Bericht)

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 20.08.2015 19:39 | nach oben springen



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