#161

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 15.02.2015 21:19
von exgakl | 7.237 Beiträge

na klar Heiko, mein Feindbild gegen die Bonner Ultras wäre noch verschärft worden


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#162

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 15.02.2015 23:08
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von Krelle im Beitrag #152
Es ist immer wieder interessant zu lesen, wie Dienstvorschriften nicht eingehalten wurden...

Gewiss, auch ich spielte als junger Zollassistent einmal mit dem Gedanken, bei Antreffen von Grenzaufklärern mehr als nur "Guten Tag" zu sagen. Doch wurde ich schnell eines Besseren belehrt, wie so etwas "in die Hose gehen" kann. Ein Kollege, ebenfalls Zollassistent, antwortete auf ein paar harmlose Fragen (u.a. ein Fußballergebnis betreffend) und war dann so naiv zu glauben, diese Begebenheit in den Streifenmeldeblock schreiben zu müssen. Das hat mächtig Ärger gegeben! Anlass genug für den Dienstvorgesetzten, uns Zöllner bei einer Dienstbesprechung wiederholt darauf hinzuweisen, dass so etwas zu unterbleiben hat, da nicht erlaubt. Alles über den normalen Tagesgruß hinausgehende sei Angelegenheit von bestimmten Führungskräften. "Wünschen Sie ein Kontaktgespräch mit dem Dienststellenleiter?", wäre zu fragen/sagen gewesen - und falls das nicht bejaht würde, jeglich weiteres Wort zu unterbleiben hätte.
Daran habe ich mich bis zur "Wende" gehalten.


Es gab kein Kontakverbot für die westlichen Grenzorgane.
Nur für bestimmte Sachen/Absprachen gab es entsprechende Regelungen wer diese Gespräche führen sollte..
Mir sind einige Fälle bekannt wo BGS-, Zollbeamte oder BGP-Angehörige Gespräche mit den Angehörigen der bewaffneten Organe der DDR führten und diese entprechend meldeten. Ohne Konsequenzen seitens der übergeordneten Ebene.

Auszug:

Wird die Grenzstreife angesprochen, ist das Gespräch sachlich und höflich zu führen.
Über dienstliche Angelegenheiten, mit Ausnahme sachlicher Anlässe, darf nicht gesprochen werden.

Wetter, Sportereignisse, Rockkonzert, war locker möglich.

Verhandlungen sind, sofern im Einzelfall nicht anders angeordnet, von dem hierzu bestimmten BGS-Beamten oder Leiter I/S zu führen.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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zuletzt bearbeitet 15.02.2015 23:21 | nach oben springen

#163

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 15.02.2015 23:09
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von 1941ziger im Beitrag #154
Zitat von exgakl im Beitrag #153
Das hätte ich so nicht erwartet @Krelle ... also hat man euch auch einen "Maulkorb" verpasst...

VG exgakl


Das ist nichts Neues, ich habe einen guten Bekannten....auch ein ehemaliger Zöllner, er wurde deswegen an die deutsch-schweizer Grenze versetzt.



Womöglich lag der Grund der Versetzung darin dass hier schon Anbahnungsversuche seitens der DDR in Richtung Werbung als IM gelaufen sind.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#164

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 15.02.2015 23:15
von mibau83 | 824 Beiträge

ja das war in diesem fall wohl auch so, habe diesen "guten bekannten" im letztem jahr bei einem treffen auch kennen gelernt ;-)


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#165

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 16.02.2015 22:23
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Thunderhorse im Beitrag #151
...Die Farbe des Lederkoppels war kein Indiz.

Es kam wiederholt vor das Angehörige des Armeefilmstudios
http://geschichtspuls.de/art1070-bundesa...mstudio-der-nva
oder Redakteure der "Volksarmee",
g108-Zeitschrift-quot-VOLKSARMEE-quot.html
oder anderer Publikationen aus dem Militräverlag der DDR an der Grenzlinie auftauchten.
Zur Tarnung in Uniformen gesteckt, teilweise mit oder ohne Schulterklappen und dabei Dienstgrade trugen die nicht dem Alter der Personen
entsprechen konnten.

Angehörige der HA I hätten sich solche Fehler sicherlichnicht erlaubt.
...


Darauf würde ich keinen Eid leisten.
"Mischa" (nicht DER Mischa, sondern jemand aus Halberstadt bzw. Blankenburg) war auch als "Soldat" vorne oder ganz ohne Schulterstücke.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#166

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.02.2015 01:30
von 1941ziger | 997 Beiträge

Zitat von Thunderhorse im Beitrag #163


Womöglich lag der Grund der Versetzung darin dass hier schon Anbahnungsversuche seitens der DDR in Richtung Werbung als IM gelaufen sind.


Ja das stimmt so, es kam aber aus seiner menschlichen Einstellung den Grenzern gegenüber.
Dadurch hat man sicher von der MfS Seite vermutet das da was geht.
Er hat den Anwerbeversuch auch seinen Chef gemeldet und ist daraufhin versetzt worden.


Die veröffentlichte Meinung ist nicht die Öffentliche.
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zuletzt bearbeitet 17.02.2015 01:32 | nach oben springen

#167

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.02.2015 09:49
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Moin 1941ziger,

Du hast eine tolle Geschichte begonnen, Aufklärung von Natobewegungen (?) in den rühen Jahren der Deutschen Grenzpolizei. Kannst Du dazu mehr schreiben, würde mich pers. sehr interessieren.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#168

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.02.2015 10:35
von 1941ziger | 997 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #167
Moin 1941ziger,

Du hast eine tolle Geschichte begonnen, Aufklärung von Natobewegungen (?) in den frühen Jahren der Deutschen Grenzpolizei. Kannst Du dazu mehr schreiben, würde mich pers. sehr interessieren.

MfG Berlin


Naja, war nicht so spektakulär....es war halt eine bewegte Zeit damals in den Jahren 1961-1962. Da wir für Fernaufklärung (nicht Grenzpolizei) ausgebildet waren war die Unterstützung der Grenzaufklärung auch nur eine Trainingssache.
Es ist schon über 50 Jahre her, da vermischen sich auch einige Dinge.....deswegen will ich keine Details schreiben.
Ich laß nur immer wieder Grenzaufklärung, deswegen meine etwas spitze Frage ......was sie denn hinter dem Zaun aufgeklärt hätten.

Sicher mag es für manche interessant sein über Aufgaben mancher Truppenteile mehr zu erfahren, ich laß das Nähkästchen aber mal zu.
Nur so viel, es war eine interessante Zeit, man lernt soviel fürs Leben. Wenn ich heute ein junger Bursche wäre würde ich die gleiche Truppe wählen.
Übrigens: ....meine körperliche Fitneß ist heute noch sehr gut, ich habe erhalten was zu erhalten war........älter wird man ja, da kommen wir nicht drumrum.


Die veröffentlichte Meinung ist nicht die Öffentliche.
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#169

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.02.2015 11:24
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Nö, mach mal auf Dein Nähkästchen. Auch wenn Details nicht mehr alle im Gedächtnis sind, wird mit Sicherheit interessant.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#170

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.02.2015 11:31
von zoll (gelöscht)
avatar

@krelle

Die Einhaltung der DV war natürlich zu beachten. Die (leider so oft vergeblichen) Versuche mit den Greso menschlichen Kontakt aufzunehmen waren aber nicht verboten, sondern eher erwünscht. Diese Grenze war doch schon so unmenschlich, da wollte man doch wenigstens mit den Soldaten die man ab und zu sah, und wieder erkannte, ein paar Worte über alltägliche Dinge wechseln.
Wenn Du das schon als ein Vergehen gegen die DV angesehen hast bin ich froh, dass ich nie mit Dir eine Grenzbegehung durchführen musste.
Aber mein Verständnis reicht soweit, dass ich mir Dein Verhalten aus Deiner kurzen Erfahrung als Zollbeamter erklären kann.

Gruß Zoll


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#171

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.02.2015 11:40
von Regina | 643 Beiträge

Thomas tippt
Ich war ja nicht an der Grenze und habe erst hier im F. etwas über die GAK gelesen
Frage
Die GAK waren auf dem westlichen Gebiet und haben die Zöllner gefragt. Warum wurden die nicht verhaftet?



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#172

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.02.2015 12:28
von Rothaut | 400 Beiträge

Zitat von Regina im Beitrag #171
Thomas tippt
Ich war ja nicht an der Grenze und habe erst hier im F. etwas über die GAK gelesen
Frage
Die GAK waren auf dem westlichen Gebiet und haben die Zöllner gefragt. Warum wurden die nicht verhaftet?



Die Grenzaufklärer waren nicht auf westlichen Gebiet....wenn sie "vorne" eingesetzt waren..bewegten sie sich auf dem sog. VGH (Vorgelagertes Hoheitsgebiet) der DDR. Sie konnten also bis an die eigentliche Grenzlinie gehen...es kam vor das sich GAK und Angehörige vom BGS,ZOLL usw. nur wenige Zentimeter/Meter gegenüberstanden.
Fälschlicher Weise wird heutzutage das damalige VGH in manchen Beitragen zur Grenze als Niemandsland bezeichnet.
Der Grenzaun I war nicht die Grenzlinie.


Gruß Rothaut


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#173

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.02.2015 12:34
von Regina | 643 Beiträge

Wie war die Grenzlinie gekennzeichnet.
Die Flüchtlinge die über den Zaun kamen, waren dann noch in der DDR!
Wurden die dort noch verhaftet?



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#174

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.02.2015 12:40
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von S51 im Beitrag #165
Zitat von Thunderhorse im Beitrag #151
...Die Farbe des Lederkoppels war kein Indiz.

Es kam wiederholt vor das Angehörige des Armeefilmstudios
http://geschichtspuls.de/art1070-bundesa...mstudio-der-nva
oder Redakteure der "Volksarmee",
g108-Zeitschrift-quot-VOLKSARMEE-quot.html
oder anderer Publikationen aus dem Militräverlag der DDR an der Grenzlinie auftauchten.
Zur Tarnung in Uniformen gesteckt, teilweise mit oder ohne Schulterklappen und dabei Dienstgrade trugen die nicht dem Alter der Personen
entsprechen konnten.

Angehörige der HA I hätten sich solche Fehler sicherlichnicht erlaubt.

...


Darauf würde ich keinen Eid leisten.
"Mischa" (nicht DER Mischa, sondern jemand aus Halberstadt bzw. Blankenburg) war auch als "Soldat" vorne oder ganz ohne Schulterstücke.


In den 50'er bis Anfang der 70'er Jahre (Grundlagenvertrag) waren sicher noch Sachen in der deutsch-deutschen Konfrontation möglich, auf die man später verzichtet hat. So erzählte mir Mitte der 80'er Jahre mal ein älterer "Kollege", dass sie dem Chef einer Schleuserbande, der aber nicht selber wirksam wurde sondern nur "anleitete" und kassierte zur Abschreckung mal einen Sarg nach Hause liefern lassen haben. Das war nichts weiter als die Übermittlung der Botschaft: Wir wissen, wer Du bist. Diese Botschaft erwies sich dann wohl auch als sehr nachhaltig und der Empfänger soll die Frontstadt auf dem Luftweg verlassen haben. Ich weis natürlich nicht ob das stimmt, kann es mir aber für die 60'er/70'er Jahre gut vorstellen.

Als ich 1983 nach Potsdam zur Aufklärung der HA I kam fielen mir beim Studium der Unterlagen über die Zehlendorfer Polizei-Dienststellen Kopien von Funk- und anderen Unterlagen der WB'er Polizei auf. Meine Nachfrage brachte nachfolgende Kurzgeschichte hervor:
Am Morgen eines lauen Sommertages Ende der 70'er Jahre ergab es sich, dass ein VW-Bus der WB'er Polizei fast genau auf dem tatsächlichen Grenzverlauf im Grenzabschnitt des GR-44 ein Päuschen einlegte. Zum gleichen Zeitpunkt befanden sich zwei MA der UA Aufklärung des GR-44, darunte der stv. Leiter im vorgelagerten Gelände und beobachteten die Anfahrt des Fahrzeuges. Während es sich der Fahrer bequem machte und ein Nickerchen hielt, ging der Beifahrer einem menschlichem Bedürfnis nach und entfernte sich vom Bus und von der Grenze. Die beiden MA schlichen sich an den Bus ran und wollten eigentlich den Fahrer nur darauf hinweisen, dass er sich mit zwei Rädern auf dem Territorium der DDR befände. Dann bemerkten sie, dass die Scheibe der Beifahrertür offen war und auf dem Armaturenbrett eine Ledermappe mit dienstlichen Unterlagen lag. Sie änderten ihren Plan und mit einem schnellen Griff durch das Fenster wechselte die Mappe den Besitzer, sie zogen sich zurück und sichteten die Unterlagen. Es war sicher kein hochbrisantes Material, aber für eine DE des MfS mit dem Aufklärungsziel WB'er Polizei waren Originalunterlagen aus eben dieser schon nicht zu verachten. Der Beifahrer kehrte dann auch wieder zurück und schnell stellten sie das fehlen der Mappe fest, was dann doch eine gewisse Unruhe auslöste. Ihnen wurde dann angeboten, sich in zwei Stunden zur Rückgabe der Unterlagen an gleicher Stelle wieder einzufinden, solange bräuchte man halt zum Studium der Unterlagen. Natürlich geschah das in der Absicht den Polizisten die Peinlichkeit der entsprechenden Verlustmeldung an ihre Vorgesetzten zu ersparen und gleichzeitig einen Ansatzpunkt zu haben, um miteinander ins Gespräch kommen zu können.
Die Unterlagen wurden in der Kopierstelle der BV Potsdam kopiert und exakt zwei Stunden später sollte die Rückgabe erfolgen. Die Beiden kamen natürlich nicht, in den Objektordnern der WB'er Polizei/Zehlendorf in der Babelsberger Steinstraße kamen dafür einige aktuelle Seiten incl. Fotos der beiden Polizisten dazu.

Das Beispiel zeigt, dass es für die Grenzorgane jenseits der Staatsgrenze durchaus zweckmässig war, die Augen offen zu halten, um nicht in brisante Situationen zu kommen. Andererseits, die Chance daraus was zu machen war schon allein deswegen minimal, weil es sich eben um zwei Polizisten handelte und zwei sind in solchen Fällen aus geheimdienstlicher Sicht wenigstens einer zu viel.


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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zuletzt bearbeitet 17.02.2015 12:49 | nach oben springen

#175

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.02.2015 13:06
von mibau83 | 824 Beiträge

Zitat von Regina im Beitrag #173
Wie war die Grenzlinie gekennzeichnet.
Die Flüchtlinge die über den Zaun kamen, waren dann noch in der DDR!
Wurden die dort noch verhaftet?



ja die wurden dort auch noch verhaftet wenn es dumm für sie lief.
die eigentliche grenzlinie war durch die alten grenzsteine , durch von der ddr gesetzte grenzsteine und durch plastikpfähle die vom westen aufgestellt wurden markiert.


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#176

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.02.2015 13:12
von Krelle (gelöscht)
avatar

Zitat von zoll im Beitrag #170
@krelle

Die Einhaltung der DV war natürlich zu beachten. Die (leider so oft vergeblichen) Versuche mit den Greso menschlichen Kontakt aufzunehmen waren aber nicht verboten, sondern eher erwünscht. Diese Grenze war doch schon so unmenschlich, da wollte man doch wenigstens mit den Soldaten die man ab und zu sah, und wieder erkannte, ein paar Worte über alltägliche Dinge wechseln.
Wenn Du das schon als ein Vergehen gegen die DV angesehen hast bin ich froh, dass ich nie mit Dir eine Grenzbegehung durchführen musste.
Aber mein Verständnis reicht soweit, dass ich mir Dein Verhalten aus Deiner kurzen Erfahrung als Zollbeamter erklären kann.

Gruß Zoll


Es mag ja sein, dass es zu Deinen Grenzdienstzeiten anders gehandhabt wurde und Ihr mit Grenzaufklärern reden durftet bzw. das auch getan habt. Vielleicht existierte auch etwas schriftlich Niedergelegtes (wie von @Thunderhorse geschrieben), welches Näheres in Bezug der „Kontaktaufnahme“ regelte.
Ich kann nur wiederholen, was ich 1984 während einer Dienstbesprechung selber hörte: jegliche Gespräche mit DDR-Grenzsoldaten zu unterlassen. Davon ausgenommen war der Tagesgruß; alles darüber hinaus Gehende war gemäß dieser mündlichen Weisung des Zollkommissars nicht gestattet. Das schloss auch harmlose Fragen /Antworten mit ein und wir hätten lediglich sagen dürfen: „Wünschen Sie ein Kontaktgespräch mit dem Dienststellenleiter?“
Ich habe diese Weisung des Dienstvorgesetzten nicht infrage gestellt; ich habe mich daran gehalten bis zur „Wende“. Davon abgesehen habe ich in meiner Dienstzeit an der innerdeutschen Grenze (1983-1990) nicht einmal erlebt, dass ein von mir dargebotener Tagesgruß mündlich erwidert wurde. Das habe ich auch nicht erwartet, da ich wusste, dass die Grenzsoldaten das nicht durften. Manchmal kam ein freundliches Lächeln zurück; darüber habe ich mich gefreut.
Jedenfalls hätte und habe ich die mir/uns vom ZKom Lübeck-Süd erteilte Weisung nicht missachtet. Hätte ich „mehr“ als den Tagesgruß gehört bzw. wenn ich von Grenzsoldaten etwas gefragt worden wäre, hätte ich lediglich jene Gegenfrage gestellt, ob ein Kontaktgespräch mit dem Dienststellenleiter gewünscht sei. Vielleicht schüttelt jetzt mancher von Euch mit dem Kopf, aber ich habe mich an das gehalten, was mir gesagt wurde. Nichtsdestotrotz hatten wir Zöllner viel Spass miteinander, nicht nur bei den „Grenzbegehungen“, lieber Kollege @Zoll
Aber dieser „Spass“ hatte im wahrsten Sinne des Wortes seine „Grenzen“ – mehr als den Tagesgruß haben und hätten die „Herren von der anderen Feldpostnummer“ bis zum 9.11.1989 nicht von mir gehört. Ich habe – wie die „Gegenseite“ auch – „auftragsgemäß“ gehandelt und meine dienstlichen Pflichten erfüllt.


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#177

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.02.2015 13:32
von Lutze | 8.035 Beiträge

war kein Grenzaufklärer neugierig gewesen,
was zum Beispiel auf einer Anschautafel
auf westlicher Seite drauf steht?
dort waren Erläuterungen und Aufbau der Grenzanlagen
zu sehen,
sowas ist doch auch Aufklärung?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#178

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.02.2015 13:38
von Krepp | 534 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #177
war kein Grenzaufklärer neugierig gewesen,
was zum Beispiel auf einer Anschautafel auf westlicher Seite drauf steht?

Da bin ich mir sicher.

Zitat
dort waren Erläuterungen und Aufbau der Grenzanlagen zu sehen,


Woher weisst Du das denne- Du Schlingel

Ich war auch schon mal "drüben", wenn auch nur kurz und wenig als Abkürzung beim Grenze ablaufen



Gruß aus Leipzig
I/1979-II/1979 GAR05 GAK9
II/1979-II/1980 GR6 3.GB 10.GK Zarrentin
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#179

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.02.2015 13:56
von Lutze | 8.035 Beiträge

in Grenzmuseen sind solche Tafeln zu sehen,
zum Beispiel in Teistungen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#180

RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.02.2015 14:43
von damals wars | 12.174 Beiträge

Zitat von Krepp im Beitrag #178
Zitat von Lutze im Beitrag #177
war kein Grenzaufklärer neugierig gewesen,
was zum Beispiel auf einer Anschautafel auf westlicher Seite drauf steht?

Da bin ich mir sicher.

Zitat
dort waren Erläuterungen und Aufbau der Grenzanlagen zu sehen,

Woher weisst Du das denne- Du Schlingel

Ich war auch schon mal "drüben", wenn auch nur kurz und wenig als Abkürzung beim Grenze ablaufen


Und, die Fehler auf der Tafel korrigiert?
Im Rahmen der Amthilfe😜


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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