#21

RE: Mein Grenzbild

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 15.05.2009 14:34
von sentry | 1.077 Beiträge
In Antwort auf:
Du kannst ja gern mal mit den Angehörigen von toten Soldaten reden.

Ja das sagt sich immer so leicht dahin. Angehörigen von Toten zu erzählen, sie wären für eine gute Sache gestorben, wirkt sicher auch nicht sonderlich tröstend.
Aber eins weiß ich ganz genau: Wenn Du hingehst und sagst: "Ich kann Euch sagen warum Euer Bengel das gemacht hat.
WEGEN DER KOHLE!
..., dann solltest Du erheblich mehr Abstand halten!

zuletzt bearbeitet 15.05.2009 14:34 | nach oben springen

#22

RE: Mein Grenzbild

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 15.05.2009 14:38
von Udo (gelöscht)
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Das brauchst Du ihnen nicht zu sagen, denn das wissen sie.
Glaubst Du nicht, dass eine Mutter mit ihrem Sohn darüber spricht? Sie wird ihn hundertemale angefleht haben auf die Kohle zu verzichten, aber er wird seine eigene Entscheidung fällen.
Mein Neffe wollte auch unbedingt zum Auslandseinsatz. Nachdem aber jemand aus seinem engsten Bekanntenkreis mit einem Zinksarg zurück kam, hat er sich das schnell überlegt. Ist man nämlich erst mal da, ist es zu spät.
Udo


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#23

RE: Mein Grenzbild

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 15.05.2009 17:28
von stalag-gra | 219 Beiträge

Also wer nur wegen Land und Leute (für Freiheit und Demokratie) oder aus vermeintlicher "Abenteuerlust" diese Einsätze fährt, der lügt meiner Meinung nach. Zumindest bei über 90%. Geld ist doch bei diesen Einsätzen im ersten Moment ein leicht verdienter Segen. Man sollte sich natürlich einmal die Mühe machen, ob die Risiken das bißchen Zubrot dann wirklich wert sind. Sicher, alle Menschen haben ein recht auf ihre Freiheit, aber wenn denen gar nicht geholfen werden will...? Warum schlagen die sich denn gleich wieder ihre Köpfe ein, kaum das man sich wegdreht und dafür soll ich mein Leben weder für MEINE Heimat, noch für MEIN Volk riskieren? Also, warum sonst außer für Geld - um z.B. Konto auszugleichen, Kredite abzuzahlen etc.?? Und wenn man schon (gut überlegt) in ein Krisengebiet geht, dann ist bei Anschlagsgefahren ein Schußwaffengebrauch als reine Notwehr ohne Frage.


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#24

RE: Mein Grenzbild

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 15.05.2009 18:15
von Rostocker | 7.717 Beiträge

Wollte garnicht so eine Lawine hier im gang bringen.Mir ging es in erster Linie darum,um zum Ausdruck zu bringen.Das nicht jeder Grenzer freiwillig sich zu Grenze gemeldet hat.Wie hin und wieder geschrieben wird.Aber um mal auf das Thema der letzten Beiträge zurück zu kommen.Was ist der Soldat einer jeweilige Nation eigendlich?Sicher doch ein Instrument zu Verteidigung der jeweiligen Nation.Aber sicher doch auch um Interessen der jeweiligen Machthaber---(Also so gesagt--Machteinfluß-Idiologie und eigene Interessen durch zu setzen.)Auch ausserhalb,der eigenen Nation.


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#25

RE: Mein Grenzbild

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 15.05.2009 18:23
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Hallo zusammen!

Ich möchte nicht auf die hypotetische Diskussion eingehen, wer warum in so einen Einsatz geht. Das dürfte fast so heterogen aussehen, wie seinerzeit bei uns an der Grenze. Diese Motive könnte ich nur am Einzelbeispiel untersuchen. Nun aber zum eigentlichen Punkt:

@manudave

Wenn es wirklich um humanitäre Einsätze geht, warum schicken wir dann Soldaten?
- Soldaten werden bei längerer Verweildauer oft als Besatzer empfunden. Kleiner historischer Tipp: Selbst die Soldaten der US-Armee die in Großbritannien für die Landung in der Normandie bereitgestellt wurden, hatten in ihren Stationierungsorten solche Probleme - bei ihren nächsten Verbündeten.
- Soldaten sind PRIMÄR dazu ausgebildet, Waffen zu handhaben. Waffen wiederum sind zum TÖTEN da oder zumindest zu dieser Drohung. Wenn es anders wäre, würde es nicht der Ausbildung bedürfen. Aus dieser Sicht muss jeder Einsatz in einem fremden Land auf die Potentiale eines Ausstrahlens von Aggressivität untersucht werden, vor allem wenn er längere Zeit andauern soll.
- Soldaten sind die teuerste Art eines solchen Einsatzes. Jede humanitäre Organisation kommt mit dem Bruchteil der materiellen und finanziellen Mittel eines militärischen Einsatzes aus.
- Humanitäre Einrichtungen werden weniger häufig angegriffen, als Militär. Es gibt solche Angriffe, aber Soldaten provozieren auch die Eskalation.

Nein, manudave. Wenn ich helfen will, schicke ich HELFER und keine Soldaten. Wir haben haben damals nichts anderes gemacht, als Du hier und heute. Wir haben uns mit politschen Betrachtungen bestätigt. Wir haben uns immer wieder gesagt: Es ist für den Frieden, es ist für den Fortschritt der Menschen, es geht gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Damit haben wir einfach alles abgeschmettert, was als äußere Kritik kam. Für solche "hohen Ideale" müssen halt "Opfer gebracht werden". Und heute? Unsere Bundeswehr war beim Krieg gegen Jugoslawien (1999) im Mindestfall bei der Bombardierung ziviler Ziele in Belgrad aktiv an Kriegsverbrechen beteiligt. Sie hatten entsprechende Befehle und haben sie im guten Glauben an die Richtigkeit der Sache ausgeführt. Es macht meine Vergangenheit nicht besser, das festzustellen und ich werde nicht damit anfangen, eins gegen das andere aufzurechnen. Dazu sind, die Gesellschaftsordnungen, die Ziele, die Zeiten und die Bedingungen viel zu unterschiedlich. Ich bin heute der Ansicht, ich war naiv, wozu ich mich hier auch bereits geäußert habe. Aber, wenn ich diese Naivität einmal verloren habe, kann ich nicht einfach dazu zurückkehren.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#26

RE: Mein Grenzbild

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 15.05.2009 20:53
von manudave (gelöscht)
avatar

Nur so ganz nebenbei:

In Antwort auf:
Woher wusste ich schon von wem die erste Reaktion kommt? ....



So einen Müll kannst du dir sparen. Entweder wir diskutieren hier oder wir greifen uns persönlich an. Das war letzteres...


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#27

RE: Mein Grenzbild

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 15.05.2009 21:17
von manudave (gelöscht)
avatar

In Antwort auf:
Soldaten werden bei längerer Verweildauer oft als Besatzer empfunden


Da würde ich mit den deutschen Besatzern entgegnen - da war es eher umgekehrt.

Dein Argument mit dem Geld stimmt natürlich auch - will ich gar nicht abstreiten.

Übrigens:
Auch wir Deutschen haben einige Zeit gebraucht, um uns an die Demokratie - die uns die westlichen Siegermächte "aufgezwungen" haben - zu gewöhnen. Aber wenn ich Deutschland anschaue, hat es uns - meiner Meinung nach - nicht geschadet.


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#28

RE: Mein Grenzbild

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 16.05.2009 00:29
von Rostocker | 7.717 Beiträge

Das mit den Aufzwingen der Demokratie--erfolgte herraus aus den hinterbliebenschaften eines Weltkrieges.Und wie bekannt ist,lernt der Mensch aus Erfahrungen die er mal verkehrt gemacht hat immer dazu.Also so gesagt, man lernt nur dazu.Aber bis der Mensch weiß,das es nur diesen einen Planeten der Erde heist, für ihn gibt.Wo man vernünftig miteinander umgeht und mit einander leben sollte,bis er das begreift.Werden wohl noch Jahrhunderte vergehen.Also nach den Motto--lernt dazu.


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#29

RE: Mein Grenzbild

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 16.05.2009 11:41
von Grete85 | 840 Beiträge

Hallo zusammen,
ich muß Rostocker recht geben.Die Menschheit ist noch meilenweit von friedlichen Zusammenleben entfernt. Solange Machtbestreben, Neid und Mißgunst nicht ausgerottet sind, wird es kein Frieden geben.Es fängt schon zum Beispiel im Kleinen an.Der Nachbar hat ein neues schickes Auto mit allem Schnickschnack.Das muß jetzt auch her.Und wenns geht noch besser. Und so geht das weiter bis einer nicht mehr kann.Der ist dann unten durch.Ich sag dazu immer "das kleine Wettrüsten". Und der Glauben spielt auch eine wichtige Rolle.Wenn man mal in der Geschichte zurück schaut haben fast alle Kriege und Auseinandersetzungen mit einer Glaubensfrage angefangen. Und es wurden, wie im Schach,die Bauern (Soldaten) los geschickt, um die Meinung des anderen kund zutun und die Macht zu demonstrieren. Ich habe nichts gegen irgend einen Glauben oder Glaubensrichtung.Man sollte ihn aber nicht auslegen wie es einem gerade in den Kram paßt.
Wir Grenzer an der Westgrenze sollten auch nur die Macht unserer "Oberen" darstellen. Das das der Bevölkerung und der restlichen "Welt" anders "verkauft" wurde diente zu Verschleierung der wahren Absichten.Und daran haben wir noch sehr,sehr lange zutun um das aufzuarbeiten. Und wir werden nie alles erfahren.
Gruß Grete


--------------------------------------------------
Geschichte ist nichts anderes
als die Unfallchronik der Menschheit.

Chales Talleyrand,französicher
Staatsmann (1754-1838)
--------------------------------------------------
Gedient von Frühjahr 1982 bis Frühjahr 1985 beim
VEB Landesverteidigung, Betriebsteil Grenzsicherung Rhön
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