#161

RE: Den ehem. MA des MfS soll der „Prozess“ gemacht werden.

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.05.2010 23:04
von Musiker12 | 822 Beiträge

Offensichtlich reicht mein Horizont nicht aus. Also für mich ist meine Frage noch nicht beantwortet.



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#162

RE: Den ehem. MA des MfS soll der „Prozess“ gemacht werden.

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.05.2010 23:26
von Altermaulwurf (gelöscht)
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Zitat huf
"Mir engt sich die Brust zusammen bei dem Gedanken, wieviele Verirrte noch in unserem Land diesbezüglich aktiv sind!"

Welche Du damit meinst kann ich mir denken..............

Das Problem, ein Verirrter sollte irgendwo hin finden, nur leider wird das den betreffenden Personen nicht gerade ermöglicht.

Wie erklärst Du zum Beispiel
einer Küchenfrau des MfS, die immer noch geltenden Sanktionen und ihre eingeschränkten Bürgerrechte ?

Warum werden Einträge selbst bei schweren Straftaten nach 15 bzw. 20 Jahren gelöscht, aber ehemalige MA des MfS bekommen keine Chance zum Neubeginn ?
Das heißt, einem verurteilten Gewalttäter und Kinderschänder sind nach Ablauf dieser Frist Dinge erlaubt, die der Küchenfrau verwehrt bleiben.

http://www.nederobert.de/one/buchen/024b...6705/index.html

So lange diese Progromstimmung Staatsdoktrin ist, habe ich vorsichtig ausgedrückt ein gestörtes Verhältnis zu diesem Gemeinwesen "BRD" wobei "Gemeinwesen" die Sache gut beschreibt.

Zurückblicken bringt nur etwas, wenn wir den gemeinsamen Weg dadurch besser bewältigen können und nicht, wenn man sich gegenseitig die Beine stellt und anderen pauschal das Recht zur Mitgestaltung entzieht.


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#163

RE: Den ehem. MA des MfS soll der „Prozess“ gemacht werden.

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.05.2010 23:56
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow
@wosch, dein beitrag, ist wie so oft, einfach nur peinlich.

er zeigt sehr deutlich, das du (!!!) zu einer sachlichen geschichtsaufbereitung nicht fähig bzw. in der lage bist....



Gilbert du hast meinen Kommentar schon vorweggenommen. Mensch Wosch, kannst du nicht einmal über deinen Schatten springen???

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#164

RE: Den ehem. MA des MfS soll der „Prozess“ gemacht werden.

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.05.2010 23:59
von glasi | 2.815 Beiträge

altermaulwurf. das höhrt sich ganz gut an. und eigentlich bin ich auch der meinung. weil in unserer familie gab es einen IM. aber das sehen die opfer denn ihr ganzes leben verpfuscht worden ist etwas anders. lg glasi



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#165

RE: Den ehem. MA des MfS soll der „Prozess“ gemacht werden.

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.05.2010 00:00
von wosch (gelöscht)
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Zitat von ABV

Zitat von GilbertWolzow
@wosch, dein beitrag, ist wie so oft, einfach nur peinlich.

er zeigt sehr deutlich, das du (!!!) zu einer sachlichen geschichtsaufbereitung nicht fähig bzw. in der lage bist....



Gilbert du hast meinen Kommentar schon vorweggenommen. Mensch Wosch, kannst du nicht einmal über deinen Schatten springen???

Gruß an alle
Uwe




Das rätst du mir, der seinen Dackel an die Deutsche Fahne pissen läßt?!
Schönen gruß aus Kassel.


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#166

RE: Den ehem. MA des MfS soll der „Prozess“ gemacht werden.

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.05.2010 00:02
von Musiker12 | 822 Beiträge

W O L F G A N G !!!!!!!!!!!



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#167

RE: Den ehem. MA des MfS soll der „Prozess“ gemacht werden.

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.05.2010 00:05
von ABV | 4.202 Beiträge

Wosch, das ist ein Terriermix. Und die deutsche Fahne ist ein Grenzpfahl Außerdem hat das liebe Tier aus freien Stücken das Bein gehoben. Ansonsten konnte ich noch kein extremistisches Gedankengut bei ihm feststellen

Gruß nach Kassel aus dem regnerischen Oderland
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#168

RE: Den ehem. MA des MfS soll der „Prozess“ gemacht werden.

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.05.2010 00:26
von Altermaulwurf (gelöscht)
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Zitat von glasi
altermaulwurf. das höhrt sich ganz gut an. und eigentlich bin ich auch der meinung. weil in unserer familie gab es einen IM. aber das sehen die opfer denn ihr ganzes leben verpfuscht worden ist etwas anders. lg glasi



Nun gut auf der moralischen Schiene aktzeptiere ich da einiges, aber wie schon früher gesagt im Rückblick, sollte man alles unter dem Diktat der damaligen Zeit sehen und konnte leider nicht anders laufen ( Ost wie Weset )

Vor allem regt mich die Pauschalisierung auf............

Was ist erst einmal schlimm an einem IM ?

Die Motive waren oft ehrhaft und jeder Geheimdienst bzw. Polizei hat und wird immer so arbeiten.

Weshalb ohne konkreten Straftatbestand lebenslange Ausgrenzung ?


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#169

RE: Den ehem. MA des MfS soll der „Prozess“ gemacht werden.

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.05.2010 00:45
von glasi | 2.815 Beiträge

was ist schlimm an einem IM? nun ja wenn es in der eigenen familie ist schon. wenn seine eigene tante bei unseren besuchen lange ohren macht und alles weiter berichtet dann ist es schon schlimm. aber das ist schnee von gestern.



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#170

RE: Den ehem. MA des MfS soll der „Prozess“ gemacht werden.

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.05.2010 00:57
von Altermaulwurf (gelöscht)
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Wäre ich auch betroffen, aber das Leben ist komplex und kompliziert - Motivlage und Umstände sollte man aber immer berücksichtigen ............


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#171

RE:

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.02.2015 10:24
von Signalobermaat | 356 Beiträge

Da ich relativ neu bin, und in alten Berichten kramen muß, fand ich diesen Bericht.Nun gibt es im Recht einen Grundsatz, keine Pauschalverurteilung, Schuld ist immer individuell und die Schuld muß bei jedem Einzelnen entsprechen seines Anteiles an der Tat bewertet werden.Deshalb werden ja auch Schuldige unterschiedlich verurteilt.Ich gehe mal davon aus, der hier alle verurteilen wollte,hatte überhaupt keine Ahnung, was er da von sich gegeben hatte.Z.B. Untersuchungsführer Vorkommnisuntersuchung.Was hast du denn gegen diese Leute.Ich selbst war im Kreis für die Vorkommnisuntersuchung zuständig, Gemeinsam mit der Kripo haben wir manchmal bis zu 48 h hintereinander , also bis zum Umfallen an Vorkommnissen gearbeitet,und zwar in der ganzen Breite von Delikten. Von Mord,über Totschlag,Havarien Brände,Störungen,Sexualstraftaten,Straftaten der Sowjetarmee usw.Wir hatten Serien von Waldbränden,die Brandstiftungen waren, da bin ich kaum aus den Stiefeln gekommenJa wolltest du denn die Leute abschaffen, die Vorkommnisse klären oder wie. Über die Hälfte dieser Straftaten konnte nur über das MfS geklärt werden, weil im VPKA sehr oft gar nicht die fachlichen oder technischen Voraussetzungen vorhanden waren.Das hat nichts mit den Angeh. der VP zu tun, die gaben auch ihr Bestes.Die Strukturen im Kreis waren einfach so.In der BdVP waren dann schon Spezialisten. Aber der erste Angriff wurde erst einmal im Kreis gefahren.Wir hatten auf der KD nun mal diplomierte Juristen und Kriminalisten, und das war gut so. Sollte man nach deiner Ansicht Mörder und Vergewaltiger, Kinderschänder usw. weiter frei herumlaufen lassen.Auch ein Vorgangsfüher im MfS bearbeitete ja nicht nur Leute, nach § 106( staatsfeindliche Hetze) der § 220( Staatsverleumdung) wurde überwiegend von der VP bearbeitet.Ich habe in den 25 Jahren kein Wort davon gehört, diese Leute zur Verantwortung zu ziehen,denn die VP hat auch die einfachen ungesetzlichen Grenzübertritte bearbeitet.Die K I hat wie auch das MfS mit IM gearbeitet, Kein Wort, davon diese zur Rechenschaft zu ziehen.Also worum ging es.Die Vorgänge umfaßten vor neben reinnen Straftaten gegen die staatliche Sicherheit auch schwere Verbrechen der allgem. Kriminalität. u. vor allem auch Wirtschaftsstraftaten, wie auch Eisenbahn oder Flugzeugsunglücke. Das mal nur zur Erinnerung. Alle Wut auf das MfS zu richten, denn die hatten ja keine Lobby mehr.Vor die Polizei wurde ja sofort von Amtswegen ein Schutzschild aufgebaut.Die in meinem Bericht über Aufarbeitung des DDR Unrechts angeführtze breite Zielstellung, also Rechtsverletzungen von Polizei,NVA, gesellschaftlichen Bereichen usw. aufzuklären wurde ja gar nicht erfüllt, sondern nur 3 Bereiche MfS, Justitz,Grenzstraftaten wurden geprüft.Dazu noch Doping und Wahlfälschung.Es gab aber noch einiges mehr was durchaus aufschlußreich gewesen wäre.Aber da wäre man sicherlich einigen Auftragsdelikten aus der BRD auf die Schliche gekommen. Auch die Kirche wäre äre da nicht unerwähnt geblieben. und das mußte schnell abgebogen werden.



polsam, Uleu, SET800, passport und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#172

RE: Sollte den ehem. MA des MfS der „Prozess“ gemacht werden ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.02.2015 11:15
von SET800 | 3.094 Beiträge

Zitat von wibi
Ich will auch nicht pauschal alle MfS Mitarbeiter im Knast sehen,dies habe ich wo anders schon mal deutlich gemacht.Alle Vernehmer müßte der Prozess gemacht werden und die Abteilung M bzw.den IMs.



Hallo,
warum? Ist ein Vernehmung eine strafbare Handlung heute? Im Übrigen im "Knabe-Museum" Hohenschönhausen, der Vorwurf physischer Qual an Untersuchungshäftlingen inkl. Schlafentzug wurde dort nicht erhoben, auch nicht Scheinhinrichtungen usw.



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#173

RE: Den ehem. MA des MfS soll der „Prozess“ gemacht werden.

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.02.2015 11:23
von SET800 | 3.094 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #169
was ist schlimm an einem IM? nun ja wenn es in der eigenen familie ist schon. wenn seine eigene tante bei unseren besuchen lange ohren macht und alles weiter berichtet dann ist es schon schlimm. aber das ist schnee von gestern.



Hallo,
ab welchem Strafbarkeitslevel wurde denn von IM mehr oder weniger erwartet die Loyalität zum Staat über die zur Familie zu stellen? Wurden da 1kg geklaute Nägel schon Anlass. Oder doch mit Augenmass eher dem IM vorab informiert berichte so etwas nicht deinem IM-Führer sondern wirke NUR auf Beendigung der ungesetzlichen Handelungen ein.

Gab es dementsprechende Arbeitsrichtlinien oder IM-Schulungen?
Neben der menschlich-sozialen Seite käme ja auch Zusammenbruch der Konspiation als Schaden noch dazu.



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#174

RE: Den ehem. MA des MfS soll der „Prozess“ gemacht werden.

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.02.2015 11:27
von SET800 | 3.094 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #164
altermaulwurf. das höhrt sich ganz gut an. und eigentlich bin ich auch der meinung. weil in unserer familie gab es einen IM. aber das sehen die opfer denn ihr ganzes leben verpfuscht worden ist etwas anders. lg glasi


Hallo,
Opfer? Welche edelen Motive rechtfertigten denn damals welche Gesetzesverstösse?
Wieweit galt: „Wählte Ungnade, wo Gehorsam nicht Ehre brachte."



zuletzt bearbeitet 20.02.2015 13:53 | nach oben springen

#175

RE: Den ehem. MA des MfS soll der „Prozess“ gemacht werden.

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.02.2015 13:48
von Vierkrug (gelöscht)
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@Signalobermaat - danke für Deinen Beitrag, den ich aber nicht ganz unkommentiert und widerspruchslos hinnehmen kann. Nun bin ich kein ausgebildeter Jurist wie Du, sondern habe die technisch-technologische und betriebswirtschaftliche Ausbildung. Vermute auch, dass Du Eiche absolviert hast und in Deiner KD auch nicht der MA X,Y,Z gewesen bist. Aber zu meinem Anliegen - es betrifft das Stör-, Havarie- und Brandgeschehen in der Volkswirtschaft der DDR. Hier kann ich auch nur für den MKE-Bereich meine Aussagen treffen. Es war zugleich Bestandteil meiner Doktorarbeit zu Fragen der Grundfondsreproduktion. Und schon haben wir die Überleitung.
Es wurde in der Bewertung des Stör-, Havarie- und Brandgeschehen immer gern auf den subjektiven Faktor Mensch verwiesen und wenn es eine Note schärfer ging, auch oftmals bewußtes und vorsätzliches Handeln im Anfangsverdacht unterstellt. Die Realität war dann im Rahmen der Untersuchungen - und ich habe in vielen Untersuchungskommissionen mitgewirkt - ein ganz andere. Ich habe darüber auch schon in anderen Beiträgen hier im Forum geschrieben.
Wenn es subjektiv verursachte Brände, Störungen und Havarien gab, so waren sie oftmals auf Fahrlässigkeit und technisch-technologische Mängel im Betriebsregime zurück zu führen. Ich nehme es immer wieder gern als Beispiel, weil es oft den auf höheren Führungs- und Leitungsebenen vetretenen Positionen und Auffassungen widerspricht. Die kleine Maschinistin, die unter widrigsten Arbeitsbedingungen, eine Überschüttung auf der Bekohlungsbühne herbeigeführt hatte, war nicht der Saboteur und Staatsfeind Nr.1. Bei der Ursachenuntersuchung gestand sie unter Tränen, dass sie aus Mitleid, die auf der Bekohlungsbühne ebenfalls lebenden und erblindeten Katzen versorgt hat. Sicherlich hatte diese Fahrlässigkeit erhebliche Auswirkungen auf das Betriebsregime und Folgen. Aber es war keine bewußt herbeigeführte Störung. Der Anteil dieser bewegte sich zur Gesamtanzahl im Promillebereich.
Hauptursache für Störungen, Brände und Havarien war der überdurchschnittlich hohe Verschleißgrad an den Maschinen, Aggregaten und den Grundfonds insgesamt. Wenn ich mangels Bilanzen, personeller und materiell-technischer Kapazitäten nur noch die laufende Instandhaltung bewältige, jedoch notwendige Ersatzinvestitionen, GI- und GR-Maßnahmen nicht mehr durchführe, muß ich mich nicht wundern, dass ich eines Tages nur noch auf dem letztem Loch pfeife und einen maroden Grundfondsbestand habe, der sehr störanfällig ist.
Ein weitere objektive Ursache waren verfahrenstechnische Mängel, die trotz intensiver wissenschaftlich-technischer Arbeit nicht erkannt wurden bzw. erkannt werden konnten. So z.B. bei der Großhavarie eines Rectisolstranges in der Gaswäsche. Auslöser war hier ein Zündinitial in der Kuppel einer Kolonne - damit hatte keiner gerechnet, da es sich erst nach vielen Jahren des Betreibens bildet.
Weitere Ursachen waren auch hausgemacht. Die Kraftwerkskapazitäten in der DDR fuhren im Überlastbereich. Neidvoll schaute man auf die westliche Seite, wo manchmal nur 60 Prozent am Netz waren. Wenn dann eine Störung, wie im Großkraftwerk Boxberg an einem 500 MW-Block anfiel, deren Beseitigung Monate in Anspruch nahm, dann pfiffen nicht nur die kleinen und überalterten Kraftwerke in Vetschau und Lübbenau auf dem letztem Loch. Boxberg als größtes Kraftwerk der DDR hatte eine Nennleistung von 3.250 MW - Jänschwalde als zweitgrößtes KW hatte 3.000 MW Nennleistung. Lübbenau mit Werk I (6 × 50 MW), Werk II (6 × 100 MW) und Werk III (4 × 100 MW) kam auf 1,3 GW Nennleistung und Vetschau auf 1,2 GW.
Störungen in Boxberg und Jänschwalde hatten zur Folge, dass Kapazitäten aus den geplanten GI- und GR-Maßnahmen anderer Kradtwerke abgezogen wurden und somit deren Stabiltät ursächlich beeinträchtigten. Ich könnte weitere Beispiele hier anführen - auch was den Erdgasleitungsbau in der SU anbetrifft. Wenn ich nur an die Kapazitätsbindungen bei der Entwicklung und dem Bau der 2er und späteren 3er Rohrsektionsschweisbasen denke.
Es gibt auch in der Entwicklung des Stör, - Brand- und Havariegeschehen der Volkswirtschaft der DDR die Kausalität von Ursache und Wirkung und die sollte man nicht unkommentiert stehen lassen, weil ansonsten ein falsches Bild entsteht.

Auch wenn die Wahrheit, die objektive Realität nicht Jedem im großem Gebäude am Werderschem Markt in Berlin genehm war, so wurde seitens der HA XVIII immer wieder darauf hingewiesen.

Mit der Übernahme in den Polizeidienst im Januar 1990 waren diese Kenntnisse sehr hilfreich.

Vierkrug


furry, Gert, passport, der alte Grenzgänger und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.02.2015 14:09 | nach oben springen

#176

RE: Den ehem. MA des MfS soll der „Prozess“ gemacht werden.

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.02.2015 14:03
von damals wars | 12.113 Beiträge

Stimmt, das KKW Stendal wurde dringend in der DDR gebraucht.😉
dort würde ich heute in der Wasseraufbereitung arbeiten...


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#177

RE: Den ehem. MA des MfS soll der „Prozess“ gemacht werden.

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.02.2015 15:36
von SET800 | 3.094 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #137
Ich wäre schon froh wenn wenn einige Ex-MfS Mitglieder welche heute entrüstet aufschreien wenn es Ihnen „an den Kragen geht“ (bitte nicht wörtlich nehmen) einsehen das auch mir wegen meiner Überzeugung damals in der DDR Unrecht geschah , und mein Prozess Willkür war.



Hallo,
ganz sachlich, wegen einer Meinung oder Überzeugung allein wurde niemand verhaftet oder verurteilt. Es gilt "Aber die Gedanken sind frei"! Und dies ohne wenn und aber, zumindestens öffentliche Darstellung und Kundmachen gehörte dazu für eine Verhaftung.
Eine politische Frage ist allerdings, zugegeben, wieviel Meinungsässserung legitim und rechtlich zulässig sein muss für und in einen funktionierenden Staat, wo Verächtlichmachung und Herabwürdigung anfängt.

Aktuelle schlimme Beispiele sind Syrien und Libyen, nicht daß Assad und Ghadaffi demokratische Humanisten waren, aber das emotionale "weg mit den Bösewichtern" half den Menschen nur den Staat mit schlimmen Folgen zu zerlegen, nicht aber etwas zu gewinnen.



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#178

RE: Den ehem. MA des MfS soll der „Prozess“ gemacht werden.

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.02.2015 16:00
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #175
@Signalobermaat - danke für Deinen Beitrag, den ich aber nicht ganz unkommentiert und widerspruchslos hinnehmen kann. Nun bin ich kein ausgebildeter Jurist wie Du, sondern habe die technisch-technologische und betriebswirtschaftliche Ausbildung. Vermute auch, dass Du Eiche absolviert hast und in Deiner KD auch nicht der MA X,Y,Z gewesen bist. Aber zu meinem Anliegen - es betrifft das Stör-, Havarie- und Brandgeschehen in der Volkswirtschaft der DDR. Hier kann ich auch nur für den MKE-Bereich meine Aussagen treffen. Es war zugleich Bestandteil meiner Doktorarbeit zu Fragen der Grundfondsreproduktion. Und schon haben wir die Überleitung.
Es wurde in der Bewertung des Stör-, Havarie- und Brandgeschehen immer gern auf den subjektiven Faktor Mensch verwiesen und wenn es eine Note schärfer ging, auch oftmals bewußtes und vorsätzliches Handeln im Anfangsverdacht unterstellt. Die Realität war dann im Rahmen der Untersuchungen - und ich habe in vielen Untersuchungskommissionen mitgewirkt - ein ganz andere. Ich habe darüber auch schon in anderen Beiträgen hier im Forum geschrieben.
Wenn es subjektiv verursachte Brände, Störungen und Havarien gab, so waren sie oftmals auf Fahrlässigkeit und technisch-technologische Mängel im Betriebsregime zurück zu führen. Ich nehme es immer wieder gern als Beispiel, weil es oft den auf höheren Führungs- und Leitungsebenen vetretenen Positionen und Auffassungen widerspricht. Die kleine Maschinistin, die unter widrigsten Arbeitsbedingungen, eine Überschüttung auf der Bekohlungsbühne herbeigeführt hatte, war nicht der Saboteur und Staatsfeind Nr.1. Bei der Ursachenuntersuchung gestand sie unter Tränen, dass sie aus Mitleid, die auf der Bekohlungsbühne ebenfalls lebenden und erblindeten Katzen versorgt hat. Sicherlich hatte diese Fahrlässigkeit erhebliche Auswirkungen auf das Betriebsregime und Folgen. Aber es war keine bewußt herbeigeführte Störung. Der Anteil dieser bewegte sich zur Gesamtanzahl im Promillebereich.
Hauptursache für Störungen, Brände und Havarien war der überdurchschnittlich hohe Verschleißgrad an den Maschinen, Aggregaten und den Grundfonds insgesamt. Wenn ich mangels Bilanzen, personeller und materiell-technischer Kapazitäten nur noch die laufende Instandhaltung bewältige, jedoch notwendige Ersatzinvestitionen, GI- und GR-Maßnahmen nicht mehr durchführe, muß ich mich nicht wundern, dass ich eines Tages nur noch auf dem letztem Loch pfeife und einen maroden Grundfondsbestand habe, der sehr störanfällig ist.
Ein weitere objektive Ursache waren verfahrenstechnische Mängel, die trotz intensiver wissenschaftlich-technischer Arbeit nicht erkannt wurden bzw. erkannt werden konnten. So z.B. bei der Großhavarie eines Rectisolstranges in der Gaswäsche. Auslöser war hier ein Zündinitial in der Kuppel einer Kolonne - damit hatte keiner gerechnet, da es sich erst nach vielen Jahren des Betreibens bildet.
Weitere Ursachen waren auch hausgemacht. Die Kraftwerkskapazitäten in der DDR fuhren im Überlastbereich. Neidvoll schaute man auf die westliche Seite, wo manchmal nur 60 Prozent am Netz waren. Wenn dann eine Störung, wie im Großkraftwerk Boxberg an einem 500 MW-Block anfiel, deren Beseitigung Monate in Anspruch nahm, dann pfiffen nicht nur die kleinen und überalterten Kraftwerke in Vetschau und Lübbenau auf dem letztem Loch. Boxberg als größtes Kraftwerk der DDR hatte eine Nennleistung von 3.250 MW - Jänschwalde als zweitgrößtes KW hatte 3.000 MW Nennleistung. Lübbenau mit Werk I (6 × 50 MW), Werk II (6 × 100 MW) und Werk III (4 × 100 MW) kam auf 1,3 GW Nennleistung und Vetschau auf 1,2 GW.
Störungen in Boxberg und Jänschwalde hatten zur Folge, dass Kapazitäten aus den geplanten GI- und GR-Maßnahmen anderer Kradtwerke abgezogen wurden und somit deren Stabiltät ursächlich beeinträchtigten. Ich könnte weitere Beispiele hier anführen - auch was den Erdgasleitungsbau in der SU anbetrifft. Wenn ich nur an die Kapazitätsbindungen bei der Entwicklung und dem Bau der 2er und späteren 3er Rohrsektionsschweisbasen denke.
Es gibt auch in der Entwicklung des Stör, - Brand- und Havariegeschehen der Volkswirtschaft der DDR die Kausalität von Ursache und Wirkung und die sollte man nicht unkommentiert stehen lassen, weil ansonsten ein falsches Bild entsteht.

Auch wenn die Wahrheit, die objektive Realität nicht Jedem im großem Gebäude am Werderschem Markt in Berlin genehm war, so wurde seitens der HA XVIII immer wieder darauf hingewiesen.

Mit der Übernahme in den Polizeidienst im Januar 1990 waren diese Kenntnisse sehr hilfreich.

Vierkrug


@Vierkrug , ein interessanter Bericht. Nun bin kein Techniker, kann also das nicht beurteilen,. Ich lese aber heraus, dass die Maschinen oft am Anschlag gefahren wurden ( werden mussten), dass dadurch die Wartung unzureichend war, also großer Verschleiss sich einstellte. Diese Beschreibung deckt sich doch aber mit der Aussage nach der Wende ,dass die DDR Industrie und Fabriken nicht mehr viel oder gar nichts wert hatten. Folglich konnte von diesen Betrieben auch nicht mehr viel gerettet werden für die Zukunft. Gegenargument : es wurde behauptet , die Treuhand verscherbelt für nen Appel und ' n Ei die ostdeutsche Industrielandschaft und vernichte dadurch Arbeitsplätze um lästige Konkurrenz auszuschalten. Was stimmt denn nun ?
Ich arbeitete zu der Zeit in einem Nachfolgebetrieb der IG Farbenindustrie in der BRD. Leuna war quasi ein ehemaliger Mitstreiter in diesem Industrieverband aus der Vorkriegszeit. Ich fragte damals einen Ingenieurkollegen, was ist denn mit Leuna, gibt es da kein Interesse , die zu übernehmen. Er sagte, sie haben nichts was wir nicht auch haben und das produzieren sie auch noch mit veralteten Verfahren auf runtergewirtschafteten Chemieanlagen. Das war eine klare Ansage. Um allein weiter zu arbeiten, fehlte ihnen offenbar 1.Kapital und 2. die Märkte-
Sie waren der internationalen Konkurrenz ausgesetzt


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 20.02.2015 16:02 | nach oben springen

#179

RE: Den ehem. MA des MfS soll der „Prozess“ gemacht werden.

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.02.2015 16:16
von SET800 | 3.094 Beiträge

Hallo,
Gegenmeinung: Statt annährend 100% Kurzarbeit über mehr als 12 Monate wegen Zusammenbruch des Export in die UdSSR eine Jahresproduktion von Schmakalden, 7.Oktober, Fritz Heckert, Skett, Takraf usw. in die Betriebe, das hätte schon enorm geholfen.

Und Walzwerk Meiningen, Lokbau Hennigsdorf, Stahlwerk Unterwellenborn sollen doch auch international Spitzenbetrieb gewesen sein.

Und ob Fritz Heckert nicht selbst seine Spitzenprodukte einsetzte? Oder doch nur Drehbänke von 1938 "Magdeburg"?



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#180

RE: Den ehem. MA des MfS soll der „Prozess“ gemacht werden.

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.02.2015 16:16
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #177



Hallo,
ganz sachlich, wegen einer Meinung oder Überzeugung allein wurde niemand verhaftet oder verurteilt. Es gilt "Aber die Gedanken sind frei"! Und dies ohne wenn und aber, zumindestens öffentliche Darstellung und Kundmachen gehörte dazu für eine Verhaftung.
Eine politische Frage ist allerdings, zugegeben, wieviel Meinungsässserung legitim und rechtlich zulässig sein muss für und in einen funktionierenden Staat, wo Verächtlichmachung und Herabwürdigung anfängt.



Natürlich wurde niemand "allein" deswegen verhaftet, wieviel Verächtlichmachung und Herabwürdigung ein Staat zu ertragen bereit ist, vielleicht besser, ertragen muss und in welcher Richtung darüber kann man sicher streiten und es ist der jeweiligen konkret historischen Situation geschuldet. Fakt ist jedenfalls, in damaliger Zeit, wenn Meinungen und Überzeugungen dem System nicht in den Kram passten hat man "NATÜRLICH" nicht deswegen verhaftet und verurteilt, man hat andere Mittel und Möglichkeiten gefunden um das durch die kalte Küche zu tun, um" ruhig zu stellen", mit teilweise eigens dafür "kreierten" fragwürdigen Gesetzen. DAS war eben das Problem, das Teile des Volkes auf die Palme gebracht hat.


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