#1

Bandmass

in Grenztruppen der DDR 05.05.2010 23:37
von Weichmolch (gelöscht)
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Heute wurde bei mir die Erinnerung an das Bandmass geweckt. Ich kann mich aber nicht mehr an alle Details erinnern.

Nach meiner Erinnerung wurde ein 2m Maß benutzt. Eine Seite wurde von den Skala befreit. Die verbliebene Skala wurde mit Hand bemalt.

Sonntag = Rot
Sonnabend = diagonal geteilt - eine Hälfte Rot.
Donnerstag = braun
Dienstag = grün
133 = Gitter
Letzte 6 Tage = blau

Schienenwurf = Rot (Übergang von 100 zu 99)

Nach der Bemalung wurde lackiert und in einem Behälter zusammengerollt verstaut.

Klar - es kann kein vollständiges Bandmass mehr geben, die sind zerschnitten.

War das in allen TT gleich?
Gab es Abweichungen?
Welcher Art?

Grüße

Der Weichmolch


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#2

RE: Bandmass

in Grenztruppen der DDR 06.05.2010 00:00
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Neeeee Weichmolch!

1,50 Meter waren angesagt. Die letzten 150 Tage wurden bemalt, in Behälter getan, deren Gestaltung jedem Kreativworkshop Ehre gemacht hätte, sie wurden liebevoll geschnippelt, die Schnipsel gesammelt, irgendwo aufgeklebt, sie wurden vor uns Buckels versteckt und und und ... . Ich war zwar selbst am Ende meiner Dienstzeit noch weit von solch kleinen Zahlen entfernt, gemessen am Gesamtmaß der ursprünglichen Verpflichtung. Aber als Polit lag mein Schnitt an eingezogenen Bandmaßen bei rund 5 pro Halbjahr. Eigentlich war das nur die Strafe für "dachshaftes Verhalten" - der schlimmste Vorwurf für einen EK. Wer lässt schon sein Bandmaß so sehen, dass selbst ein Polit rankommt?! Für mehr eingezogene Bandmaße hätte ich auf Jagd gehen müssen, dazu war mir die Zeit zu schade. Weniger hätte man auch nicht einziehen dürfen, schließich musste man den Unterstellten den Eindruck vermitteln, dass man sich ärgere, dass sie bald nach Hause gehen können. Dem war zwar nicht so, aber tradierte Kampfspiele verdienen Respekt. Schließlich war ich für die Motivation meiner Truppe verantwortlich!

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#3

RE: Bandmass

in Grenztruppen der DDR 06.05.2010 00:07
von Rostocker | 7.725 Beiträge

So viel ich noch weiß,wurden die letzten 150 Tage abgeschnitten.Also bei einer Bandmaßlänge von 1,5 m und wenn so die letzten 30-35 Tage angebrochen sind,sagte man--nun können sie uns nicht mehr im Stiefel pissen.Gruß Rostocker
PS:Die Offiziere hatten auch ein Bandmaß---das nannte sich nicht Bandmaß sondern Kabeltrommel.


zuletzt bearbeitet 06.05.2010 00:10 | nach oben springen

#4

RE: Bandmass

in Grenztruppen der DDR 06.05.2010 01:13
von Möwe (gelöscht)
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Moin.Also, die letzten 10 Tage wurden bei uns am Stück verbrannt, denn da war man ja nun noch "Freiwilliger Helfer der GT".Die ersten 140 Schnipsel wurden nach Hause geschickt, dort auf eine Sektflasche geklebt, die dann bei der Heimkehr geköpft wurde.Meinen BM-Behhälter habe ich noch (Eichel). Gruss Möwe


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#5

RE: Bandmass

in Grenztruppen der DDR 06.05.2010 06:52
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Guten Morgen Rostocker, ich dachte schon wie du, was will unser Weichmolch denn mit einem Bandmaß, dieser "Tage....?"
Und dann kamst du richtigerweise mit der Kabeltrommel. Da muss ich jetzt einmal ganz naiv fragen: " Stand einem Offizier überhaupt zu, ein Bandmaß tragen zu dürfen, wenn er aus dem aktiven Dienst ausgeschieden ist?"
Eine gute Frage in die Runde, so würde ich meinen.

R-M-R


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#6

RE: Bandmass

in Grenztruppen der DDR 06.05.2010 08:25
von Jameson | 759 Beiträge

Moin RMR,

ja, 1987 der scheidende Geschwaderkommandeur unseres Truppenteils, Oberst J. hatte eins.

Ahoi Jameson

PS: Schierke endgültig abjehakt?



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#7

RE: Bandmass

in Grenztruppen der DDR 06.05.2010 08:27
von Weichmolch (gelöscht)
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Bandmass, ja ich brauche eins.....ich zähle die Tage bis zum Treffen in Jüterbog runter. 17.00 Uhr wird abgeschnitten! Schere auf dem roten Kissen, Vollprogramm. Nur mein Frauchen kommt mit der Rolle als "Glatter" noch nicht richtig klar. Das war übrigens der Anlass zur Erinnerung.

Das verdichtet sich auch langsam wieder, ja - es waren 1,5m Bänder.

Nebenbei, ich kann mich an eine Vielzahl von Berufssoldaten erinnern, die ein Bandmass hatten. In Erinnerung ist mir unauslöschlich der OONa der MSR-27, Major M., der ein kleines Glöckchen dran hatte.
Der stellte sich vor den Regimentsstab und ließ es klingeln.

Denkt doch noch mal über die Bemalung nach. War das so?

Der Weichmolch


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#8

RE: Bandmass

in Grenztruppen der DDR 06.05.2010 08:38
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Moin,
also von dieser Bandmasshascherei habe ich gar nichts gehalten, weder als ZF noch als KC.
Klar haben die EK´s versucht mich mit verdecktem "Zeigen" zu provozieren, habe aber geflissentlich darüber hin weggesehen, was natürlich zu Irritationen der Betroffenen führte. Es wurde dann ganz schnell damit aufgehört.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#9

RE: Bandmass

in Grenztruppen der DDR 06.05.2010 10:31
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Bandmass..............!
Die letzten 18 Tage waren bei uns in den Farben und in der Form einer Grenzsäule.
Das Bändie hatten die E´s immer dabei zu haben.
Da wurde es schon mal peinlich, wenn jemand unter der Dusche "Kontrolle" schrie.
Ich glaube 17:00 Uhr wurde immer geschnitten.
Beim malen standen die alten "E´s" hinter uns und wehe es wurde sich vermalt..............
Da war sofort die Scheere zur Stelle.
Auserdem hatte bei uns jeder 2 Bändis.
Ein Dienstbandmass und ein Ausgangsbandmaß.
Von Kompanie zu Kompanie dürften alle anders ausgesehen haben, da ich glaube mich daran erinnern zu können, das auch die Postleitzahl oder das Postfach in die Bemalung mit eingeflossen sind.



Bandmass, ein lußtiges Kapitel

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#10

RE: Bandmass

in Grenztruppen der DDR 06.05.2010 11:11
von westsachse | 464 Beiträge

Sonn- und Feiertage rot. Samstage halbrot. Vor die 133 kam ein Gitter (PLZ von Schwedt). Die letzten Tage wurden bei uns auch wie eine Grenzsäule bemalt. Die Bandmassbehälter wurden von Diensthalbjahr zu Diensthalbjahr weitervererbt. Augangs- und Dienstbandmass gab es auch und noch eins zur Reserve im Spind. Wichtig war, dass man ein Bandmass mit Leinenband hatte. Es gab auch reine Plastebandmasse – die hätten beim Anschnitt den Stahlhelm nicht ausgehalten. Bei einer Schicht auf dem B-Turm kam man sehr weit. Es gab auch einen Zeitpunkt, an dem man mit dem Bemalen beginnen durfte. Die Beschaffung von wasserfesten Stiften war auch nicht unproblematisch. Zum aufwickeln diente als Griff ein großer Schlüsselring. Der Zweck des Ringes war die Geräuschentwicklung beim Ziehen. Bei einer Kontrolle war nicht nur wichtig, dass man das Bandmass mit hatte – sondern es musste auch auf dem aktuellen Stand sein, was beim Wechsel von Dienst auf Ausgang nicht immer gegeben war. So wusste jeder gleich, wer die erste Runde bezahlt und wie lange man nicht im Ausgang war.
Das Bandmass war das Kultobjekt jeder Waffengattung. Ich kenne Rentner, die für Ihre letzten Arbeitstage sich eins in den Arbeitsspind oder den Schreibtisch gelegt haben.

Gruß

westsachse


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#11

RE: Bandmass

in Grenztruppen der DDR 06.05.2010 15:01
von willie | 613 Beiträge

kam öfter vor, daß man ein Bandmaß im B-Turm einer BGS-Streife entgegenhielt.
Fand ich gut von den Jungs; war wenigstens mal ne Reaktion.
Willie


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
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#12

RE: Bandmass

in Grenztruppen der DDR 06.05.2010 15:25
von Grete85 | 840 Beiträge

Hallo zusammen,
da wir im Batallion 150 Postenpunkte hatten,konnte man markante Geländepunkte auf dem Bandmaß verewigen. Das Gitter auf der 133 war ein Muß. An den Rest kann ich mich nicht so genau erinnern. Weichmolch hat schon einige Infos gegeben.Es wird regionale Unterschiede geben.

Gruß Grete


--------------------------------------------------
Geschichte ist nichts anderes
als die Unfallchronik der Menschheit.

Chales Talleyrand,französicher
Staatsmann (1754-1838)
--------------------------------------------------
Gedient von Frühjahr 1982 bis Frühjahr 1985 beim
VEB Landesverteidigung, Betriebsteil Grenzsicherung Rhön
zuletzt bearbeitet 06.05.2010 15:25 | nach oben springen

#13

RE: Bandmass

in Grenztruppen der DDR 06.05.2010 17:04
von wosch (gelöscht)
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Hallo Leute!
Unser lieber Pitti hat mich auf diesen Thread angesprochen in der Hoffnung, ich würde hier auch eine "Schmähspur" hinterlassen!
Wollte Euch nur Bescheid sagen und ich hoffe Pitti liest das mit, daß ich nicht die Absicht habe, mich in dieses Thema einzuklinken. Da ich nun aber schon mal hier bin, wünsche ich Euch einen regen Austausch und viel Spaß beim Posten!! Und Pitti, so leicht lasse ich mich nicht provozieren!!
Schönen Gruß aus Kassel.


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#14

RE: Bandmass

in Grenztruppen der DDR 06.05.2010 17:27
von Roland 87 | 215 Beiträge

Bei uns wurde die Orange Seite vom Maßband abgezogen,auf der gelben Seite wurde dann gemalt.Die Stifte wurden von den Patenonkels weiter vererbt,sie waren "Mangelware".
So weit ich mich erinnern kann, war mein Bandmaßbehälter aus einen Verschluß einer Thermokanne, daran hing ein Glöckchen.
Die Bemalung war wie bei euch, was mir auf die Schnelle noch einfehlt wir hatten die 61 mit einer Mauer
gekennzeichnet.
15 Uhr zum Kaffee wurde abgeschnitten wär es versäumte wurde zum nächsten Boiler verdonnert.
MFG Roland 87



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#15

RE: Bandmass

in Grenztruppen der DDR 06.05.2010 17:52
von TOMMI | 1.988 Beiträge

Soweit ich noch weiß, waren, wie schon gesagt die letzten 10 blau, aber ein keil der sich von der 0 zur 10 hin verjüngte. Dann war ein gewisser Teil, ich glaube, die nächsten 20 cm eine stilisierte Grenzsäule.
die 75, also die Hälfte war das bergfest. Demzufolge wurde ein kleiner Berg darauf gemalt. Ansonsten kann
ich die Angaben von Weichmolch bestätigen.
Trageberechtigt war man die letzten 200 Tage. Am 150. vor Schluß wurde in einem besonderen Zeremoniell angeschnitten.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#16

RE: Bandmass

in Grenztruppen der DDR 06.05.2010 18:30
von nolle (gelöscht)
avatar

Dunkel kann ich mich erinnern. Hatte zwei Stück. Eines in einem hübschen gelben Quietscheentchen und das andere in einem Bleistiftanspitzer. Bemalt war es auch wie man sieht und zusätzlich, welch ein Stress wo man doch keine Zeit hatte, auch noch fein säuberlich eingeschnitten. Bei uns gab es den Brauch die Schnipsel überall, also wirklich überall, zu hinterlassen, noch nach Wochen konnte sich diverse anfinden man mußte nur kreativ sein. Ein schönes Ätsch für die "Tagesäcke". Eine gewisse Anzahl regnete dann zum Abschied vom Heimgangs LO.
tschüß

Angefügte Bilder:
Scannen0239.jpg

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#17

RE: Bandmass

in Grenztruppen der DDR 06.05.2010 21:26
von Greso | 2.377 Beiträge

Hallo ,Es klingt wie eine Sage,es sind noch 99-Tage.

Bei uns wurde von 99-Tage zurück gezählt.
Greso

Angefügte Bilder:
EKs 001.jpg

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#18

RE: Bandmass

in Grenztruppen der DDR 06.05.2010 22:18
von Friedensfahrt | 402 Beiträge

Hallo Ihr
bei uns am Brocken gab es ja bekantlich die obere kreutzung also richtung brocken die bahnschwellen ,diese wurden von unseren "" EKs " als Tagezälung mit steinen belegt, wir als Glatte haben diese entfernt beim dienst
hat, jeder der neu angekommen ist sooo (gemacht) ausser dein begleiter war vor dem HG.
Grüsse HJ


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#19

RE: Bandmass

in Grenztruppen der DDR 06.05.2010 22:48
von Weichmolch (gelöscht)
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Soweit ich mich erinnere, waren auch die Tage des Bemalens festgelegt. Auch ein Tag des "Probetragens" (250)?
Mit Interesse lese ich, dass es doch nicht einheitlich in der Truppe war.
Nun überlege ich, wen ich zur Anfertigung eines Replikates vergattere....

Grüße

Der Weichmoch


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#20

RE: Bandmass

in Grenztruppen der DDR 06.05.2010 22:49
von Rotten (gelöscht)
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Als BM-Behälter hatte ich eine 'Menthol-Snuff'(Schnupftabak)-Plastebox aus dem DDR-Fress-Ex.Wurde weitervererbt.Die Schnipsel gen Heimat zu einer Dame geschickt,welche diese auf eine Sektflasche klebte.
Hatte vor einigen Jahren dieses leere Fläschchen in Händen,könnte also evtl. noch vorhanden sein.
Mir deucht,dass auch die Jahreszahlen besonders markiert waren..
Rotten


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