#841

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 18.06.2016 20:53
von furry | 3.576 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #836

Wie in meiner Vorstellung steht, habe ich von 1985-1988 in Senftenberg studiert.
Polenkrise war Anfang der Achtziger.


Zu dieser Zeit hat die DDR schon in größerem Umfang Fleisch und Lebendvieh gen Westen exportiert. Es gab aber auch eine Zeit davor.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#842

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 18.06.2016 20:55
von damals wars | 12.175 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #838
Und das bei einem ausgewiesenen Agrarland.

Das ist wie bei dem Witz, wo der Sand in der Wüste knapp wird bei Einführung des Sozialismus.

Aber Fleischknappheit in der DDR, zumindest das Fehlen begehrter Teile, hatte den Export dieser Teile in den Westen als Ursache.


Stimmt!
Siehe da: https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_M%C3%A4rz_(Unternehmer)

"In den 1970er und verstärkt in den 1980er Jahren wurde der Viehhandel mit der DDR ausgebaut. Dies führte zu einem engen Kontakt zwischen März und dem Leiter der DDR Behörde für Kommerzielle Koordinierung, Alexander Schalck-Golodkowski.[2]

"Politische Beziehungen
Josef März und Franz Josef Strauß, der ebenfalls aus einer Metzgersfamilie stammt, kannten sich seit den 1960er Jahren. Zwischen beiden entwickelte sich eine freundschaftliche Verbundenheit. März war zeitweilig stellvertretender Vorsitzender des Wirtschaftsbeirates der CSU sowie auch Bezirksschatzmeister Oberbayern der Partei."


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#843

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 18.06.2016 22:32
von Ährenkranz | 844 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #830
[quote=Pit 59|p549832][quote=Alfred|p549829]

Komisch, ich habe immer Züge in Berlin gesehen, die kamen aus den verschiedensten Richtungen der DDR. Ich habe z.B. eine zeit immer den "Elbflorenz" genutzt, der fuhr von Dresden nach Berlin und dies recht flott.

Und da gab es noch einige andere. http://www.gerdboehmer-berlinereisenbahn...n/IMG-1976.html


Habe mir nochmal die Sache wegen den Städteexpresszüge angesehen, weil es mir keine Ruhe gelassen hat, dass du der Meinung warst, man ist ja auch sehr schnell in der DDR wohin gekommen.
Die dort aufgeführten Expresszüge ist ja alles schön und gut, nur um erstmal in so eine Stadt zu kommen, war nicht einfach und dauerte Stunden.
Für mich kam da auch nur als "nächste" Zwickau und Chemnitz in Frage, um diese nutzen zu können und selbst da sind keine Verbindungen dabei bis z.B.Berlin durchgehend.

Ich konnte nicht in A einsteigen, um in B ans Ziel zu kommen.
Ich mußte erst über kleinere Dörfer, und da war oft 3 - 4mal umsteigen angesagt mit Wartezeiten oft bis 1 Stunde jedesmal, ehe es wieder weiter ging.

Das scheinen hier einige absolut nicht zu "wissen".

Ein Beispiel, wie das ungefähr aussah:
Mein Studienort war ca.25 km von meinem Ort entfernt,jeden Sonnabend bin ich mal nach Hause - ab 11:00 Uhr mit Zug ca.10 km.
Dann 1 Stunde Wartezeit bis zum Umsteigen in den Bus für die nächsten 4 km.
Dann Wartezeit von 2 Stunden für die nächsten 6 km (habe mir diese mit dem Besuch einer Milchbar und mit 2 großen Eisbecher verkürzt), für die letzten 5 km wieder Umsteigen in den Bus nach einer Wartezeit von wieder einer Stunde.
Wann ich ungefähr zu Hause war, kann sich jeder selbst ausrechnen.
Oft bin ich dann die letzten km gelaufen, wenn in der Tasche keine zu schweren Bücher waren.

Im Sommer habe ich diese kurze Strecke mit meinem Moped Star in ca.40 min.geschafft.(vieles bergauf).


Und 1973 bin ich mal nach Kamenz, da fuhr mal ein Jahr früh ein Bus 5:30 Uhr, da war ich in Kamenz gegen 17:00 Uhr. ( Bus, Bahn, Wartezeiten - da gabs diese Expresszüge noch nicht und hätte mir auch nichts genutzt).

Ja, kann mir vorstellen, dass das für einige hier nicht nachvollziehbar ist.


"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" - Helmut Schmidt
zuletzt bearbeitet 18.06.2016 22:59 | nach oben springen

#844

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 18.06.2016 23:44
von katze | 160 Beiträge

So in etwa wollte ich gerade mein Wissen dazu beitragen. Ähre ist mir aber zuvor gekommen


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#845

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 19.06.2016 08:08
von Hanum83 | 4.775 Beiträge

Ich bin ja als Hauptstadtverschönerer öfters mal von Karl-Marx-Stadt aus nach Berlin, Express fuhr da keiner Anfang der 80er, schön mit Bummelzug nach Leiptsch und dann nach Berlin, sind immer so um 6 Uhr in Chams los und waren um 13 Uhr rum in Berlin.
Sind immerhin 7 Stündlein für was über 300 Kilometer.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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#846

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 19.06.2016 08:16
von Pit 59 | 10.149 Beiträge

Naja,dann das nötigste Einkaufen und wieder zurück,warste Mitternacht wieder zu Hause


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#847

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 19.06.2016 09:25
von Heckenhaus | 5.142 Beiträge

Zitat von Ährenkranz im Beitrag #843


Ich konnte nicht in A einsteigen, um in B ans Ziel zu kommen.
Ich mußte erst über kleinere Dörfer, und da war oft 3 - 4mal umsteigen angesagt mit Wartezeiten oft bis 1 Stunde jedesmal,
ehe es wieder weiter ging.

Das gibt es leider heute immer noch, oder besser, das gibt es wieder, und zwar in Ost und West.
Orte (auch im Westen), die nur mit Verkaufswagen versorgt werden, 1 oder 2 mal wöchentlich, fehlende Busverbindungen,
die Bahn hat sich oft völlig zurückgezogen.
Ich glaube, da waren das damals in der DDR noch fast paradiesische Zustände, auch wenn der Komfort nicht unbedingt
das war, was man sich wünschte.

Wer wollte denn damals verlangen, daß Tellerhäuser oder Carlsfeld stündlich mit dem Bus angefahren wird ?

Übrigens wurde es nach der Wende ganz schnell weitaus schlimmer. Ohne Auto sind heute viele Regionen nicht mehr erreichbar.
Oder man muß mit Bus bzw Zug große Umwege fahren, wenn es überhaupt möglich ist.

Kleinse Beispiel :
Ich wohnte Ende der 80-iger im Oderbruch, in der Nähe von Wriezen.
Bekamen wir Besuch aus der alten Heimat Berlin, reiste der mit der Bahn an, von Berlin-Ahrensfelde bis Wriezen ohne umsteigen.
Nach der Wende dauerte es nicht lange, und die Bahnstrecke wurde schrittweise immer mehr verkürzt, bis Wriezen fuhr der Zug bald nicht mehr.
Dann wurde eine Umgehung gebaut, die Gleistrasse verschüttet, Ende.
Jetzt ist Wriezen von Berlin aus nur über Eberswalde erreichbar, zusätzliche km = höherer Preis und längere Fahrzeit.
Die Busverbindung von Strausberg ins Oderbruch, die es bis zur Wendezeit gab, verschwand ebenfalls.
Ohne Auto geht nichts mehr ! Oder man ist den halben Tag unterwegs.
Ist es nun heute besser geworden ?

Zitat
Das scheinen hier einige absolut nicht zu "wissen".



Vielleicht nicht alle, aber viele wissen ganz gut, was damals ablief.
Der ÖPNV ist heute jedenfalls weit schlechter als damals (hat schließlich jeder ein Auto, und wenn nicht, wie Alte, Kranke, Jugendliche,
dann haben sie eben Pech.
Die Lebenmittelnahversorgung ist heute ebenfalls schlechter geworden, kleine Läden sind "gestorben", Bäckereien und Fleischereien
werden immer weniger, dafür gibts dann den "Ausflug" in die nächste Kreisstadt zum Shopping auf der grünen Wiese.

Ich kenne die Situation zwischen Aue, Annaberg-Buchholz und Eibenstock ganz gut, manches hat sich verbessert, manches verschlechtert.
Johanngeorgenstadt hat sich auch ohne Armee gut entwickelt, Jöhstadt wäre ohne die Pressnitztalbahn heute toter als tot.
Meine alten Bekannten aus Carlsfeld sind komplett nach Bayern, die Eltern hüten das Grundstück zu Hause. Der Handel dort ist fast null.
In Wildenthal gab es vor wenigen Jahren noch die Bäckerei, ob sie überlebt hat ?
Die in Antonsthal ist, glaube ich, nicht mehr existend.
Lidl - Brötchen aus chinesischer Backmischung erobern den Frühstückstisch, sind billiger.
Wird der ÖPNV nicht genutzt, stirb er aus.

Sind die Menschen nicht zum Teil selbst schuld an dieser Entwicklung ?
.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#848

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 19.06.2016 09:27
von Rainer-Maria Rohloff | 1.366 Beiträge

Habe mich gerade am Frühstückstisch mit meiner Frau unterhalten. Und zwar über diese überschüssige Lebenszeit neben der Arbeit, die der damalige Westdeutsche hatte. Wahnsinn sowas, dieser dessen damaliger Gewinn an Lebensfreizeit? Wo wir eben in der DDR neben der Arbeit permanent nur auf der Besorgerspur, der Jäger und Sammlerlienie waren. Gott ne wenn ich daran denke, du musstest wissen Wo, dann wie komme ich am schnellsten da hin und dann, wie komme ich jetzt heran an das Objekt der Alltags-Begierde.

Und das möglichst noch vor den Anderen. Währenddessen ging uns Westdeutscher in Ruhe so wie heute wohl zum Tengelmann, zum Schlecker, ins Horten, zum Aldi und eben anderen Einkaufsbuden, legte nur sein Geld hin und machte einfach nur die Tüte, auf um was einzusacken.
"Null Anstrengung, nur Einkaufen, also ne, deswegen sahen Brüder und Schwestern auf Besuch in der DDR immer aus wie das blühende Leben? Und wir Ossis, ausgelaugt, hohlwangig, blaß, abgezehrt von der Hetze des Alltages, die Sonne kam einfach nicht durch den Stadtsmog, es war ein schon Trauerspiel"

Aber genug von der hinterfotzigen Ossi-Ironie. Sonst kommt hier ....ach so, das mit den S-Bahnen der Reichsbahn hatte ich auch mit meiner Frau diskutiert weil, die fahren doch heute aller halben Stunde. Ich erinnere mich, damals zumindest im Leipziger Raum gab es auch schon die S-Bahn, so Leipzig-Wurzen. Da waren auch noch andere Linien? Nur die verkehrten wohl im Stundenabstand? Aber vielleicht könnte der Hackel da was zusteuern?

Rainer-Maria

Und einen guten Sonntag allen ins Forum



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#849

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 19.06.2016 10:04
von Ährenkranz | 844 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #847

Das gibt es leider heute immer noch, oder besser, das gibt es wieder, und zwar in Ost und West.
Orte (auch im Westen), die nur mit Verkaufswagen versorgt werden, 1 oder 2 mal wöchentlich, fehlende Busverbindungen,
die Bahn hat sich oft völlig zurückgezogen.
Ich glaube, da waren das damals in der DDR noch fast paradiesische Zustände, auch wenn der Komfort nicht unbedingt
das war, was man sich wünschte.

Wer wollte denn damals verlangen, daß Tellerhäuser oder Carlsfeld stündlich mit dem Bus angefahren wird ?

Übrigens wurde es nach der Wende ganz schnell weitaus schlimmer. Ohne Auto sind heute viele Regionen nicht mehr erreichbar.
Oder man muß mit Bus bzw Zug große Umwege fahren, wenn es überhaupt möglich ist.

Ich kenne die Situation zwischen Aue, Annaberg-Buchholz und Eibenstock ganz gut, manches hat sich verbessert, manches verschlechtert.
Johanngeorgenstadt hat sich auch ohne Armee gut entwickelt, Jöhstadt wäre ohne die Pressnitztalbahn heute toter als tot.
Meine alten Bekannten aus Carlsfeld sind komplett nach Bayern, die Eltern hüten das Grundstück zu Hause. Der Handel dort ist fast null.
In Wildenthal gab es vor wenigen Jahren noch die Bäckerei, ob sie überlebt hat ?

Sind die Menschen nicht zum Teil selbst schuld an dieser Entwicklung ?

.

Genau so sehe ich das auch - es sind jetzt noch schlechtere Bedingungen in Bezug Busverbindung in unserem Gebiet.
Man kommt da überhaupt nicht mehr irgend wohin, da zählt nur ein eigenes Fahrzeug.
Problem ist halt, dass vielfach nur noch ältere im Ort wohnen, Kinder und Enkel sind fort wegen Arbeit - und da es an Lebensmittel so gut wie nichts mehr gibt, erst ab 10 km mit dem Auto fahren, haben einige schon große Probleme, wenn sie nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu versorgen.

Bei uns lebt nur noch der Tourismus, aber auch nur in den Wintermonaten und da gibt es fast in jedem Haus Privatvermietungen bzw.wurden kleine Ferienhäuser gebaut, aber die meisten können davon nicht leben.

Der Bäcker in Wildenthal lebt übrigens noch.

Zu deiner Frage, ob die Menschen zum Teil nicht daran selbst schuld waren - zum Teil ja, weil nach der Wende nur noch ein Geschrei nach Westsystem war, da war ja alles viel besser und gerade die D- Mark hat vieles in den Köpfen kaputt gemacht und das hat es sehr leicht gemacht, vieles im Osten, ich bleibe mal bei uns im Ort, zu ruinieren.
Die Erwachung kam erst einige Jahre später, da war es vielfach zu spät, was weg war war für immer weg.

Ein Beispiel:
1991 war der Schulbetrieb (wiedermal) zu teuer, ab Klasse 5 sollten Schüler nach Eibenstock - ich habe mit noch einem über ein Jahr darum gekämpft, das die Schüler von der 1.bis 10.kKlasse hier weiter die Schule besuchen können.
Ich fasse mich kurz, alle Eltern haben geschlossen gegen uns gewirkt und wir hatten keine Unterstützung, ab 1992 mußten die Schüler ab Klasse 5 in die Stadt.
Schon nach einem Schuljahr dort, wachten die Eltern auf, denn es gab große Probleme bei der Schülerbeförderung, die Kinder wurden da vielfach in Wildenthal aus dem Bus geschmissen, weil der Fahrer hauptsächlich unter den Schneebedingungen keine Lust hatte und ist in Richtung Johannstadt einfach weiter gefahren.
Und nun - alle Eltern gingen dann auf die Barrikaden auf einmal - wir beide haben diese dann nicht unterstützt - und es wurde auch dann nicht mehr geschafft, um den Unterricht ab Klasse 5 hier wieder aufzunehmen.

So, nur mal ein Beispiel, dass die Menschen oft selbst Schuld waren, dass vieles weg kam, hier fehlte nämlich ganz einfach die Geschlossenheit - aber Hauptsache, sie hatten die D - Mark.

Und den anderen Teil erledigten dann die Politiker, um den Osten auszudünnen.
Herr Biedenkopf war ja mal nach der Wende der Landeschef, ein richtiger Wessi - und das war sehr wohl gewollt und gut überlegt, mehr sage ich nicht dazu.
Speziell im Ort wurden beide Betriebe still gelegt, und hier arbeiteten der Großteil der Einwohner - und das war nicht nur der Grund, weil alles zu unrentabel und zu teuer ist, nein, man fürchtete auch harte Konkurrenz im "Westteil" - unser Betrieb wurde erst in den letzten Jahren ratinalisiert (ich war selbst daran betilgt), es kamen Automaten aus der Schweiz und Westdeutschland, die Produktion war zumindest so gut und "billig", wie die im Westteil, dass es notwendig war, schon Leute zu entlassen, war schon richtig, aber ganz hätte der Betrieb nicht weggemußt - eine Tat auch mit von Hern Biedenkopf....

So, aber nun gut.
Vielleicht konnte ich mit diesen Zeilen wieder etwas zur Aufklärung beitragen und da du dich hier in der Umgebung gut auskennst, habe ich auch einiges so erwähnt.

Und es gibt jetzt im ganzen Land mitunter sehr schlechte Bedingungen für Menschen, die auf dem Land leben, nichts mit "blühenden Landschaften".


"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" - Helmut Schmidt
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zuletzt bearbeitet 19.06.2016 10:13 | nach oben springen

#850

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 19.06.2016 10:45
von Fritze | 3.474 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #845
Ich bin ja als Hauptstadtverschönerer öfters mal von Karl-Marx-Stadt aus nach Berlin, Express fuhr da keiner Anfang der 80er, schön mit Bummelzug nach Leiptsch und dann nach Berlin, sind immer so um 6 Uhr in Chams los und waren um 13 Uhr rum in Berlin.
Sind immerhin 7 Stündlein für was über 300 Kilometer.


Warum hatte ich in den 80er Jahren immer das Glück durchgehende Züge (von Stralsund-Karl-Marx-Stadt)zu bekommen ?

Ich werd doch nicht privilegiert gewesen sein ? Aus der Uckermark in knapp 5 Stunden in die sächs. Russmetropole ?


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#851

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 19.06.2016 11:06
von andyman | 1.879 Beiträge

Hallo.
Zur Einkaufssituation in Berlin kann ich sagen ,das es auch nicht alles gab und schon gar nicht für DDR Bürger mit Wohnsitz außerhalb von Berlin.Nach meinem GWD bin ich wegen der Arbeit und besserem Verdienst nach Berlin gezogen,diverse Einkaufstouren für Freunde und Bekannte habe ich ohne Eigengewinn durchgezogen(Tonbandgeräte,Tiefkühlwürfel,Nähmaschinen,Bohrmaschinen und andere techn.Geräte)Beim Einkauf wurde der PA an der Kasse kontrolliert um eben Waren nur an Berliner zu verkaufen.Dies betraf den Zeitraum ca.1985-?.In Bezug auf Südfrüchte o.ä.,die gabs auch ohne PA vorzeigen in größeren Mengen aber auch nicht immer und überall.
Lgandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
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#852

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 19.06.2016 11:07
von Heckenhaus | 5.142 Beiträge

Den Städteexpress gab es seit Nov. 1976, anfangs als "Sachsenring", von Zwickau über Karl-Marx-Stadt nach Berlin,
der fuhr dann ab Sommer -84 nicht mehr über K.-M.-Stadt, sondern über Leipzig.
Dafür fuhr dann ab gleichem Datum der "Fichtelberg"-Express, K.-M.-Stadt - Dresden - Berlin.

Fahrzeit lag weit unter sieben Stunden.

Dresden-Berlin ging in ca. 2 Stunden.
Ich war öfter mit dem Zug unterwegs, besser als mit dem Auto auf den damaligen lausigen Autobahnen.
.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#853

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 19.06.2016 11:09
von Heckenhaus | 5.142 Beiträge

Zitat von andyman im Beitrag #851
Hallo.
Zur Einkaufssituation in Berlin kann ich sagen ,das es auch nicht alles gab und schon gar nicht für DDR Bürger mit Wohnsitz außerhalb von Berlin.


Hat man dich im Kaufhaus oder anderswo nach dem Perso gefragt beim Einkauf ?
Das wäre mir dann völlig neu.
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zuletzt bearbeitet 19.06.2016 11:09 | nach oben springen

#854

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 19.06.2016 11:16
von Hanum83 | 4.775 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #852
Den Städteexpress gab es seit Nov. 1976, anfangs als "Sachsenring", von Zwickau über Karl-Marx-Stadt nach Berlin,
der fuhr dann ab Sommer -84 nicht mehr über K.-M.-Stadt, sondern über Leipzig.
Dafür fuhr dann ab gleichem Datum der "Fichtelberg"-Express, K.-M.-Stadt - Dresden - Berlin.

Fahrzeit lag weit unter sieben Stunden.

Dresden-Berlin ging in ca. 2 Stunden.
Ich war öfter mit dem Zug unterwegs, besser als mit dem Auto auf den damaligen lausigen Autobahnen.
.




Ich weiß, wir waren damals alle umnachtet, haben nicht mal den Sachsenring-Express vorbeidüsen sehen und gleich recht nicht den vom Fichtelberg
Ich bin bloß jeden Montag nach Berlin geeiert und freitags wieder zurück, völlig unexpressschnell, eventuell hatten ich und meine Kollegen ja auch die Filzbrille auf als wir auf den Fahrplan geguckt haben, muss wohl so gewesen sein.


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(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 19.06.2016 11:17 | nach oben springen

#855

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 19.06.2016 11:19
von andyman | 1.879 Beiträge

Zitat von andyman im Beitrag #851
Hallo.
Zur Einkaufssituation in Berlin kann ich sagen ,das es auch nicht alles gab und schon gar nicht für DDR Bürger mit Wohnsitz außerhalb von Berlin.Nach meinem GWD bin ich wegen der Arbeit und besserem Verdienst nach Berlin gezogen,diverse Einkaufstouren für Freunde und Bekannte habe ich ohne Eigengewinn durchgezogen(Tonbandgeräte,Tiefkühlwürfel,Nähmaschinen,Bohrmaschinen und andere techn.Geräte)Beim Einkauf wurde der PA an der Kasse kontrolliert um eben Waren nur an Berliner zu verkaufen.Dies betraf den Zeitraum ca.1985-?.In Bezug auf Südfrüchte o.ä.,die gabs auch ohne PA vorzeigen in größeren Mengen aber auch nicht immer und überall.
Lgandyman



Kannst du mir glauben,habe ich mehrfach im Kaufhaus am damaligen Ostbahnhof erlebt.
Lgandyman


Gruß aus Südschweden
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#856

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 19.06.2016 11:19
von Heckenhaus | 5.142 Beiträge

Falsche Zeit am falschen Ort, alle Stunde fuhr der nicht.
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zuletzt bearbeitet 19.06.2016 11:19 | nach oben springen

#857

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 19.06.2016 11:25
von Heckenhaus | 5.142 Beiträge

Zitat von andyman im Beitrag #855

Kannst du mir glauben,habe ich mehrfach im Kaufhaus am damaligen Ostbahnhof erlebt.
Lgandyman


Nee, ist mir wirklich neu.
Warscheinlich wußte man, daß jetzt die Hamsterkäufer kommen.

Gut, am Ostbahnhof im Konsument war ich nur ein oder zwei Mal. Vielleicht war es dort so. Woanders habe ich das nicht erlebt, und
am Alex wimmelte es von Sachsen und Konsorten , der Parkplatz war schon um 9 Uhr oft fast belegt.
Markthalle und Centrum-Warenhaus war fest in fremder Hand.
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#858

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 19.06.2016 11:29
von Heckenhaus | 5.142 Beiträge

Nochmal zum Thema Ausweis zeigen.
Von den zahlreichen Vietnamesen verlangte man anscheinend nichts.
Die kauften alle Nähmaschinen auf, wenn es welche gab.

Vor Kaufhausöffnung am Alex waren sie schon am Eingang versammelt, und wenn die Roll-Jalousie hoch ging, waren sie auf Grund
ihrer geringen Körperhöhe gleich unten durch, die Rolltreppe hoch und weg waren die wenigen Geräte.


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#859

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 19.06.2016 14:18
von Ährenkranz | 844 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #858
Nochmal zum Thema Ausweis zeigen.
Von den zahlreichen Vietnamesen verlangte man anscheinend nichts.
Die kauften alle Nähmaschinen auf, wenn es welche gab.

Vor Kaufhausöffnung am Alex waren sie schon am Eingang versammelt, und wenn die Roll-Jalousie hoch ging, waren sie auf Grund
ihrer geringen Körperhöhe gleich unten durch, die Rolltreppe hoch und weg waren die wenigen Geräte.


.


Ich mußte jetzt richtig lachen, weil ich mir das vorstellen kann - wir hatten im Studium (ab 73) sehr viele Vietnamesen und da kam tatsächlich der eine oder andere mit einer Nähmaschine, das waren die Nähmaschinen, die so in einem Plastekoffer steckten und recht gut zu Tragen waren.
Und auch nach Westberlin durften Vietnamesen, da gabs dann doch oft etwas "Neid", wenn diese da einiges an Konservenbüchsen und Westschokolade und Kaffee dann hatten, aber die haben auch sehr gerne mit anderen geteilt - Vietnamesen waren ruhige und anständige Typen.

Auch Mopeds (Star und Schwalbe) hatten die innerhalb weniger Monate, ich war da 7 Jahre aufgeschrieben.


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zuletzt bearbeitet 19.06.2016 14:21 | nach oben springen

#860

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 19.06.2016 14:27
von Hanum83 | 4.775 Beiträge

Bei einigen Vietnamesen bekam man auch den guten 1:8-Kurs, also die waren schon damals geschäftlich fit.


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