#721

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 17:37
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #717
[quote=Alfred|p396200
Gert,

nur mal so.

Auch ich kenne die Wohnung wo die Toilette auf der halben Treppe war und man Kohlen schleppen musste. Du kannst dich aber auch informieren, wie viele Millionen bezahlbare Neubauwohnungen in der DDR gebaut wurden.



@Alfred,

dann kennst du aber auch den Grund, warum man diese bezahlbaren Wohnungen bauen musste? Ständiger Wohnraummangel in den Städten, mit meiner Frau schon über 18 Monate im halben Zimmer bei den Schwiegereltern gewohnt, dann wölbte sich schon der Bauch meiner Frau und fast wäre es eine 3 Generationen - Wohnung geworden. So "lebten" in der DDR Tausende junge Familien und warteten auf Wohnraum. War dies menschenwürdig?
Und dann diese Tricks, die man machen musste, um an die Spitze der Vergabeliste für Wohnraum zu kommen. Platz im Wohnheim weiter bezahlen, damit man offiziell eine getrennte Ehe führte.
Sicher war man dann glücklich, wenn man, wie wir in der 4. Etage eine 2-Raum Wohnung bekam und da interessierte mich auch nicht, dass ich die Brikett im Eimer hochschleppen musste, endlich alleine mit Frau und dem kommenden Kind.
Aber, wie sagte Zille: Man kann mit einer Wohnung einen Menschen genau so töten wie mit einer Axt. Anderen wird es schlimmer ergangen sein,als mir und da ist sie dann, die Axt, von der Zille sprach.
Ich kenne auch Betriebe, die über Arbeitskräfte verfügten, weil sie eben ein Kontingent an Wohnungen verfügten. Also der Wohnungsbau tat dringend not und natürlich hätten bestimmt auch viele Menschen sich selbst ein Heim gebaut, aber da ist sie dann wieder, die Frage des Materials und der Arbeitskräfte. Dass man jedoch auch schon beim Neubauprogramm in der DDR gewaltige Probleme hatte, zeigt sich doch darin, dass Ausbauwillige per Dekret zu unterstützen waren. Ich kenne aus Neuruppin noch Beispiele, da wurde der E-Ing. beim Ausbau seiner Dachwohnung durch den Betrieb unterstützt, mit Material und mit Freistellung. Man konnte ihm keine Neubauwohnung bieten, also half man so.[/quote]

Rüganer,

keiner sagt, dass die DDR komplett war. Jedoch sollte man auch anerkennen, das seit Anfang der 70 iger Jahre rund 3 Millionen Wohnungen neu entstanden. Und nicht nur die Wohnungen. Dazu gehörten weiterhin Einkaufsmöglichkeiten, Polikliniken,Gaststätten, Kinos usw.


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#722

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 17:38
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #718
Zitat von der glatte im Beitrag #707
Da es gerade ums Bier geht, dass war in meiner alten Heimat auch nicht das Beste, obwohl Radeberg und Dresden gleich um die Ecke waren. Auf dem Lande sah es da schon oft sehr aufgeräumt in der Bierecke aus. Eine Alternative war dann die Dorfkneipe, denn dort gab es Bier vom Fass. Das schmeckte besser als der Felsenkeller aus der Flasche mit Flockenwirbel gratis. Und die Preisdifferenz zwischen Flasche und einem Glas frisch vom Fass, war kaum zu spüren. Außerdem war in den Kneipen immer etwas los, denn überall traf man auf Originale.

So, und nun warte ich auf eine Anmerkung zum Thema Alkoholismus in der SBZ und deren negativen Auswirkungen auf die unterdrückten Bewohner.

Gruß Reiner


Der Alkohol war viel zu billig

Potsdam 1975
http://www.photographie.de/cgi-bin/adfra...18&CATEGORY=110
Vom ersten bis zum letzten Tag war ich in der DDR jeweils ziemlich besoffen, hier in der Schweiz war mir Hochprozentiges zu teuer..
Theo


Da gebe ich Dir Recht! Der Alkohol war sicherlich zu billig, aber der Alkohol war und ist auch eine Krankheit!

Was wäre passiert wenn die DDR die Preise für Alk und Zigaretten um 100 % angehoben hätte?

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#723

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 17:44
von Gelöschtes Mitglied
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Kann mich auch noch sehr gut daran erinnert, als wir einen Kachelofen hatten, aufs Clo über den Hof mussten und im Waschhaus gebadet haben!
Wen man am Wochenende, mit mühselig erstandenen Zement und Ziegel, am Haus gebaut hat und die Herren und Damen Neubauwohnungsmieter vorbei spazierten, den lächelten Blick dieser Leute, sehe ich heute noch vor mir! Klar ist man schon etwas neidig gewesen, Zentralheizung u.s.w.!
Aber wir wussten, es ist unser Eigentum und wie heißt es so schön: Eigentum verpflichtet!So haben wir trotz Mangel, das Beste daraus gemacht! Später Schwerkraftheizung, gebaut unter Bedingungen, das würde Heute kein Mensch mehr tun! Nächstes Problem, Koks und ordentliche Brikett!
Heute lächel wir! So ändert sich die Zeiten und es ist gut so wie es ist! Gab es doch mal so einen schlauen Spruch von einen hohen SED-Bonze:
Vorwärts immer, Rückwärts nimmer!!
Grüsse steffen52


zuletzt bearbeitet 15.10.2014 17:47 | nach oben springen

#724

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 17:47
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von der glatte im Beitrag #722
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #718
Zitat von der glatte im Beitrag #707
Da es gerade ums Bier geht, dass war in meiner alten Heimat auch nicht das Beste, obwohl Radeberg und Dresden gleich um die Ecke waren. Auf dem Lande sah es da schon oft sehr aufgeräumt in der Bierecke aus. Eine Alternative war dann die Dorfkneipe, denn dort gab es Bier vom Fass. Das schmeckte besser als der Felsenkeller aus der Flasche mit Flockenwirbel gratis. Und die Preisdifferenz zwischen Flasche und einem Glas frisch vom Fass, war kaum zu spüren. Außerdem war in den Kneipen immer etwas los, denn überall traf man auf Originale.

So, und nun warte ich auf eine Anmerkung zum Thema Alkoholismus in der SBZ und deren negativen Auswirkungen auf die unterdrückten Bewohner.

Gruß Reiner


Der Alkohol war viel zu billig

Potsdam 1975
http://www.photographie.de/cgi-bin/adfra...18&CATEGORY=110
Vom ersten bis zum letzten Tag war ich in der DDR jeweils ziemlich besoffen, hier in der Schweiz war mir Hochprozentiges zu teuer..
Theo


Da gebe ich Dir Recht! Der Alkohol war sicherlich zu billig, aber der Alkohol war und ist auch eine Krankheit!

Was wäre passiert wenn die DDR die Preise für Alk und Zigaretten um 100 % angehoben hätte?

Gruß Reiner

Dann wären die Leute schon eher auf die Strasse gegangen!
Grüsse steffen52


der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#725

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 18:34
von damals wars | 12.134 Beiträge

Also, die Schichtarbeiter in BUNA hätte eine 100 prozentige Preiserhöhung beim Alk nicht bewegt, die hätten das locker bezahlt.
Und die Kohlekumpel hätten mit ihrem Deputat noch mehr Kohle gemacht.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
zuletzt bearbeitet 15.10.2014 18:34 | nach oben springen

#726

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 18:47
von Krepp | 533 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #681


Nuja, WBS70 bleibt irgendwie WBS70, da kannste draufsanieren wie du willst, außen kann man da schon was machen und zur Not auch mal paar Etagen runter nehmen, innen, speziell Treppenhäuser, bleiben die einfach laut, war ein doofer Baustil, kann man nix dran ändern.



Dann guck mal hier, was aus einem WBS70 gemacht werden kann und wurde.
http://goo.gl/maps/ahWMN



Gruß aus Leipzig
I/1979-II/1979 GAR05 GAK9
II/1979-II/1980 GR6 3.GB 10.GK Zarrentin
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#727

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 18:59
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Rüganer im Beitrag #717
[quote=Alfred|p396200
Gert,

nur mal so.

Auch ich kenne die Wohnung wo die Toilette auf der halben Treppe war und man Kohlen schleppen musste. Du kannst dich aber auch informieren, wie viele Millionen bezahlbare Neubauwohnungen in der DDR gebaut wurden.



@Alfred,

dann kennst du aber auch den Grund, warum man diese bezahlbaren Wohnungen bauen musste? Ständiger Wohnraummangel in den Städten, mit meiner Frau schon über 18 Monate im halben Zimmer bei den Schwiegereltern gewohnt, dann wölbte sich schon der Bauch meiner Frau und fast wäre es eine 3 Generationen - Wohnung geworden. So "lebten" in der DDR Tausende junge Familien und warteten auf Wohnraum. War dies menschenwürdig?
Und dann diese Tricks, die man machen musste, um an die Spitze der Vergabeliste für Wohnraum zu kommen. Platz im Wohnheim weiter bezahlen, damit man offiziell eine getrennte Ehe führte.
Sicher war man dann glücklich, wenn man, wie wir in der 4. Etage eine 2-Raum Wohnung bekam und da interessierte mich auch nicht, dass ich die Brikett im Eimer hochschleppen musste, endlich alleine mit Frau und dem kommenden Kind.
Aber, wie sagte Zille: Man kann mit einer Wohnung einen Menschen genau so töten wie mit einer Axt. Anderen wird es schlimmer ergangen sein,als mir und da ist sie dann, die Axt, von der Zille sprach.
Ich kenne auch Betriebe, die über Arbeitskräfte verfügten, weil sie eben ein Kontingent an Wohnungen verfügten. Also der Wohnungsbau tat dringend not und natürlich hätten bestimmt auch viele Menschen sich selbst ein Heim gebaut, aber da ist sie dann wieder, die Frage des Materials und der Arbeitskräfte. Dass man jedoch auch schon beim Neubauprogramm in der DDR gewaltige Probleme hatte, zeigt sich doch darin, dass Ausbauwillige per Dekret zu unterstützen waren. Ich kenne aus Neuruppin noch Beispiele, da wurde der E-Ing. beim Ausbau seiner Dachwohnung durch den Betrieb unterstützt, mit Material und mit Freistellung. Man konnte ihm keine Neubauwohnung bieten, also half man so.[/quote]
Hallo!
Nachdem wir zu viert in einen Zimmer wohnten und ich den Betrieb wechseln wollte,bekam ich eine Ausbauwohnung.
Wände aufhacken und noch vieles mehr.Frei habe ich nicht bekommen.Durch den Betrieb wurde nur die Elektrik eingebaut.
Leider hatte die Wohnung nur zwei Zimmer,so waren nochmals gezwungen um zu ziehen.1989,kurz vor der Wende,wurde uns die Neubauwohnung angeboten.Wir haben natürlich sofort zugegriffen.Keine Kohlen schleppen,Warmwasser,EBK. und nun das beste,Westfernsehen aus der Dose.
Gruß Rei


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zuletzt bearbeitet 15.10.2014 19:00 | nach oben springen

#728

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 19:02
von damals wars | 12.134 Beiträge

In Halle haben sie in einigen Häusern sogar in den Treppenaufgang einen Fahrstuhl eingebaut.
Sehr weise und der Treppenaufgang gibt es her.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#729

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 19:04
von DoreHolm | 7.688 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #709
Zitat von 94 im Beitrag #705
Zitat von Alfred im Beitrag #698
Ich habe nie eine Plattenbauwohnung mit Ofenheizung gesehen. Altneubau ja, aber Platte, nie.

Nur weil DU es nie gesehen hast, heißt ja nun nicht, das es keine Platte mit Kachelöfen gab. Gerade im ländlichen Bereich war das der Standard. Zum Beispiel einige 'Buckelsilos' (ugs. für Wohnhäuser der Berufskader) im Grenzgebiet waren in diesem Stil errichtet. Aber auch Rest der Republik war's garnicht so selten, hier mal eine typische Wohnbiografie ...
dsa.file1.wcms.tu-dresden.de/wordpress/projekte/vecu/wohnen_mann.html


die Angehörigen einer speziellen Sicherheitsfirma bekamen vermutlich die komfortableren Ausführungen der Platte. Der gemeine Malocher konnte ja Kohle und Asche schleppen,


Gott möge Dir Deine Ansichten ob Deiner jahrzehntelangen DDR-Abstinenz verzeihen.



94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#730

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 19:07
von damals wars | 12.134 Beiträge

In Halle kenne ich keine Neubauwohnung mit Ofenheizung,da die Fernwärmeversorgung Standart war, für alle Malocher, da die Arbeiterwohngenossenschaften die meisten Häuser errichteten.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
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"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
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#731

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 19:18
von DoreHolm | 7.688 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #720
@Freienhagener

war toll, oder?
Jedem eine Wohnung, dann vielleicht mal jedem s e i n e Wohnung, war dies nicht auch so ein Spruch der Republiksleitung?


Ja, so war der Spruch. Wurde aber von Jahr zu Jahr immer unrealiatischer, weil nicht berücksichtigt wurde, daß eben Geschiedene wieder für sich eine sparate Wohnung forderten. Da war es nicht, wie bei H 4-Empfänger heute, wo vorgeschrieben wird, wie groß die Wohnung sein muß. Oma und/oder Opa wollten partout in ihrer vier-Zimmer-Wohnung bleiben, als die Kinder und Enkel raus waren. Warum hätten sie auch umziehen sollen ? Waren sie einmal drin, konnte sie niemand zwingen, sich eine kleiner Wohnung zu nehmen. Das war mit ein Ausdruck des Festhaltens an stabilen Preisen für den Grundbedarf, der den Planern im Politbüro nun auf die Füße fiel. Die Mieten waren billig und die 20,-Mark, die die alte große Wohnung mehr kostete als eine 2 - 3-Zimmer-Wohnung konnte man schon mal abdrücken. Es könnte ja sein, daß irgendwan, 2- oder drei mal im Jahr, eines der Kinder/Enkel mal zum Übernachten kommt.



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#732

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 19:20
von damals wars | 12.134 Beiträge

Es wurde die Lösung der Wohnungsfrage als soziales Problem angestrebt, ohne das das genau definiert wurde.
Alles andere ist Dichtung.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
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http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#733

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 19:23
von DoreHolm | 7.688 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #722
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #718
Zitat von der glatte im Beitrag #707
Da es gerade ums Bier geht, dass war in meiner alten Heimat auch nicht das Beste, obwohl Radeberg und Dresden gleich um die Ecke waren. Auf dem Lande sah es da schon oft sehr aufgeräumt in der Bierecke aus. Eine Alternative war dann die Dorfkneipe, denn dort gab es Bier vom Fass. Das schmeckte besser als der Felsenkeller aus der Flasche mit Flockenwirbel gratis. Und die Preisdifferenz zwischen Flasche und einem Glas frisch vom Fass, war kaum zu spüren. Außerdem war in den Kneipen immer etwas los, denn überall traf man auf Originale.

So, und nun warte ich auf eine Anmerkung zum Thema Alkoholismus in der SBZ und deren negativen Auswirkungen auf die unterdrückten Bewohner.

Gruß Reiner


Der Alkohol war viel zu billig

Potsdam 1975
http://www.photographie.de/cgi-bin/adfra...18&CATEGORY=110
Vom ersten bis zum letzten Tag war ich in der DDR jeweils ziemlich besoffen, hier in der Schweiz war mir Hochprozentiges zu teuer..
Theo


Da gebe ich Dir Recht! Der Alkohol war sicherlich zu billig, aber der Alkohol war und ist auch eine Krankheit!

Was wäre passiert wenn die DDR die Preise für Alk und Zigaretten um 100 % angehoben hätte?

Gruß Reiner


Grün: Die nachfrage nach Weinballons, Gährröhrchen, Weinhefe, Flaschen zum Selbstverkorken und süßes Obst wäre sprunghaft angestiegen. Ganz Clevere hätten es auch fertig gebracht, bis zum Klaren oder stärker abzudestillieren. Marke Eigenbau. Nach einigen Versuchen hätte das Destillat dann auch hinreichend gut geschmeckt.



Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.10.2014 19:27 | nach oben springen

#734

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 19:25
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von damals wars im Beitrag #728
In Halle haben sie in einigen Häusern sogar in den Treppenaufgang einen Fahrstuhl eingebaut.
Sehr weise und der Treppenaufgang gibt es her.

Schau


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#735

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 19:28
von damals wars | 12.134 Beiträge

Ich meine aber in das Treppenhaus!
Ernst Abbe Straße.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#736

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 19:52
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von Alfred im Beitrag #721


Rüganer,

keiner sagt, dass die DDR komplett war. Jedoch sollte man auch anerkennen, das seit Anfang der 70 iger Jahre rund 3 Millionen Wohnungen neu entstanden. Und nicht nur die Wohnungen. Dazu gehörten weiterhin Einkaufsmöglichkeiten, Polikliniken,Gaststätten, Kinos usw.





@Alfred,

anerkennen kann man dies durchaus, aber es war doch eben nur ein Tropfen auf den heißen Stein, oder? Wenn ich dann noch am Beispiel von Stralsund dazu feststelle, dass die Innenstadt völlig verrottete und am Rand dann die Plattenbauten entstanden, somit die Altstadt kaputt ging, weil so lange nach Gründung der Republik nur die kostengünstigste Bauvariante - Platte - realisierbar war, dann ist dies auch ein Fakt. Fassaden notdürftig mit Balkenkonstruktionen abgestützt, Fenster zugemauert, Baulücken immer noch vorhanden, obwohl diese wahrscheinlich 1944 beim Bombenangriff auf Stralsund entstanden waren.
Auch dies war DDR, Alfred, und ich behaupte mal, wenn Stralsund nicht die wichtige Volkswerft besessen hätte, die ein Fischereischiff nach dem anderen für die Sowjetunion produzierte und wenn da nicht die Offiziershochschule gewesen wäre und der Dänholm, wer weiß, ob so viele Plattenbauten überhaupt in Stralsund gebaut worden wären.
Für Stralsunds Bausubstanz ist die Wende ein Glück, sozusagen eine Bluttransfusion. Es macht wieder Spaß, durch die Stadt zu gehen und immer noch gibt es Wunden in Form renovierungsbedürftiger Häuser, aber die sind nun in der Minderheit. Vorher war es genau anders herum.


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#737

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 20:04
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #701

OK Leute , ihr wisst sicher besser wie ich in der DDR gewohnt habe. Das Ding wurde 1978-79 gebaut , aus Platten.
Umsonst habe ich mir nicht die Foten blutig geschlagen , wenn meine Mutter ein Bild an die Wand haben wollte.


Nun muß ich Dir mal Recht geben,in Dresden wurden diese Häuser,aber vor 1970 gebaut.Sie hatten 2 Etagen und ein Spitzdach.Diese Häuser hatten eine Ofenheizung und wurden aus Platten errichtet.
MfG.Rei


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#738

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 20:08
von Alfred | 6.841 Beiträge

Rüganer,

3 Millionen Wohnungen sind wohl etwas mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.
Das dies nicht reichte ist bekannt und das die alte Bausubstanz litt auch.
Es ist aber auch bekannt, dass es in der DDR auch Bestrebungen gab, den Neubau etwas einzuschränken und die alten Gebäude wieder aufzubauen. Aber es war auch schwer den Bürgern zu vermitteln.

Zwei Beispiele aus der Praxis.

Bekannt ist, dass die DDR Bürger gern Eingaben an die verschiedensten Stellen schrieben.

Dies sah dann so aus.

Bürger X beschwerte sich, dass alte Gebäude saniert werden. Dies würde mehr kosten als ein Neubau und wäre UNWIRTSCHAFTLICH. Bürger Y beschwerte sich, dass es viele Neubauten gibt und alte Bauten nicht saniert werden. Dies würde dem Stadtbild schaden.

Ein zweites Beispiel, was in einer anderen Richtung liegt, aber zeigt , dass alles nicht so einfach ist.

Bürger X schrieb eine Eingabe, weil im Fernsehen der DDR in einen Film nur alte Autos zu sehen waren. Dies würde nicht den Tatsachen entsprechen, denn auch in der DDR gibt es neue Kraftfahrzeuge. Im nächsten Film wurde dies geändert. Es kamen neue KfZ zum Einsatz. Jetzt kamen Eingaben, dass dies doch nicht den Tatschen entsprechen würde. Die DDR hätte doch überwiegend keine neuen Autos.

Du siehst, alles nicht so einfach.


zuletzt bearbeitet 15.10.2014 20:10 | nach oben springen

#739

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 20:11
von Gelöschtes Mitglied
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@Gert , ich bezog mich auf dies Zitat von Dir:
"die Angehörigen einer speziellen Sicherheitsfirma bekamen vermutlich die komfortableren Ausführungen der Platte. Der gemeine Malocher konnte ja Kohle und Asche schleppen, "

An sonsten war die Wohnraumsituation teilweise zum "ko...", nur war es nicht so wie Du die Verteilung der "Luxuswohnungen" darstellst.

Das Problem war die falsche Subventionspolitik, dadurch verfiel viel Wohnraum. Die Kosten für die Erhaltung konnten nicht gedeckt werden. Ich selber habe es erlebt, das ich für für "blöd" gehalten wurde, da ich mein Eigenheim sanierte und jeden Pfennig und alle Beziehungen dafür nutzte.
Da kamen solche Sprüche: "Ich bezahle 70 Mark Miete warm und wenn ich mal Fenster streiche bekomme ich das noch bezahlt...."

Leider ist dieser einer von denen der am lautesten über die DDR wettert......


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#740

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2014 20:35
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von Alfred im Beitrag #738
Rüganer,

3 Millionen Wohnungen sind wohl etwas mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.
Das dies nicht reichte ist bekannt und das die alte Bausubstanz litt auch.
Es ist aber auch bekannt, dass es in der DDR auch Bestrebungen gab, den Neubau etwas einzuschränken und die alten Gebäude wieder aufzubauen. Aber es war auch schwer den Bürgern zu vermitteln.

Zwei Beispiele aus der Praxis.

Bekannt ist, dass die DDR Bürger gern Eingaben an die verschiedensten Stellen schrieben.

Dies sah dann so aus.

Bürger X beschwerte sich, dass alte Gebäude saniert werden. Dies würde mehr kosten als ein Neubau und wäre UNWIRTSCHAFTLICH. Bürger Y beschwerte sich, dass es viele Neubauten gibt und alte Bauten nicht saniert werden. Dies würde dem Stadtbild schaden.

Ein zweites Beispiel, was in einer anderen Richtung liegt, aber zeigt , dass alles nicht so einfach ist.

Bürger X schrieb eine Eingabe, weil im Fernsehen der DDR in einen Film nur alte Autos zu sehen waren. Dies würde nicht den Tatsachen entsprechen, denn auch in der DDR gibt es neue Kraftfahrzeuge. Im nächsten Film wurde dies geändert. Es kamen neue KfZ zum Einsatz. Jetzt kamen Eingaben, dass dies doch nicht den Tatschen entsprechen würde. Die DDR hätte doch überwiegend keine neuen Autos.

Du siehst, alles nicht so einfach.



@Alfred,

wir wollen ja nicht streiten, aber ich bin mit diesen 3 Millionen Wohnungen andere Meinung, vor allem wenn man den Zeitraum bedenkt, von Anfang der 70iger an gerechnet, wie du schreibst. Aber gewiss können wir uns beide auf den Nenner einigen - es hat nicht gereicht.
Dass es nicht so einfach war, glaube ich dir an Hand deiner Beispiele schon. Aber!!! War Partei und Regierung nicht in der Lage, eine Linie zu finden und vor allem den Bürgern zu verkaufen, die vernünftig war und real? Diese verwahrlosten Innenstädte konnten nicht im Sinne des Staates sein, es sei denn, man kann es verheimlichen und diese Bilder gelangen nicht aus der DDR. Ein Politikum.
Wie viele Eigenheime und damit auch Wohnungen mögen eigentlich nachwendisch errichtet worden sein?


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