#41

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.03.2009 13:21
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo alle zusammen unten angehängt eine Lesermeinung die vielleicht ganz gut zum Thema passt. Viel Spaß beim lesen.

Gruß

Rainer-Maria


Dateianlage:
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#42

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 15.03.2009 21:26
von Galaxy (gelöscht)
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Eine Lesermeinung gilt leider nicht repräsentativ und drückt nur die Gefühlslage eines einzelnen aus.Wenn er das so sieht ok aber bitte nicht verallgemeinern.Das das ND sowas druckt ist für mich parteipolitisches Kalkül.Was jetzt aber nicht heißt das andere Blätter das nicht auch so machen.Kurt Masur bei Sandra Maischberger hab ich gesehen.Seine Ausführungen muß man im Zusammenhang sehen und nicht wie das Blatt nur wenige Sätze wieder geben. MfG Galaxy


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#43

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 16.03.2009 16:56
von Transitfahrer (gelöscht)
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Moin,

Zitat: "Kurt Masur bei Sandra Maischberger hab ich gesehen.Seine Ausführungen muß man im Zusammenhang sehen und nicht wie das Blatt nur wenige Sätze wieder geben."
Das hat "Sudel-Ede" genauso gemacht. Im "Schwarzen Kanal" waren auch nur Bruchsücke irgendwelcher Westdeutschen Beiträge und aus dem Zusammenhang gerissen zu sehen.

Gruß
Peter


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#44

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 17.03.2009 19:12
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Galaxy und Peter, bei der Betrachtung der unbeschwert lachenden Kinder aus dem DDR- Kiga im Beitrag „… und zurück bleibt die Lüge „ dachte Galaxy bestimmt an seine schöne Zeit darin und Peter wehmütig daran , das er bei Mama Zuhause zubringen musste wo jeden zweiten Tag Hamburger Fischmarkt angesagt war. Irgendwo hatte einmal so ein Hubertus Knabe Verschnitt kritisiert, das die Kleinstkinder in og. Einrichtungen befehlsmäsig um bestimmte Zeiten auf dem Topf sitzen müssen. Da sage ich doch glatt das ist auch heute noch so den hole ich meine kleine Enkelin ab sitzen sie ohne Ausnahme alle in der Reihe….. Wäre ja noch schöner, wenn jeder kleine Individualist- Hosenscheißer seine Extrazeit bekommt, die armen Kindergärtnerinnen wo so schon kein Geld da ist und das Personal knapp. Dieser Staat hat Milliarden für die Banken aber wir Großeltern sponsern die Taschentücher, weil die Kiga nicht die Mittel hat, ein Armutszeugnis ist noch zart formuliert. Aber zu Kurt Masur und Sandra Maischberger, da fällt mir eine Talkrunde ein, vor ca. einem Jahr das Thema die RAF, Teilnehmer so Roland Koch und Klaus Peymann wo mein Freund Peymann ( ich liebe den Mann für seine klare Meinung ) in etwa zu R. Koch sagt : Sie glauben doch nicht im Ernst daran das dieses jetzige herrschende System das Einzigste und Letzte in Deutschland bleiben wird ! Der dumme Gesichtsausdruck von Roland Koch sprach anschließend Bände, der dachte wohl schon mit Schrecken an seine Opel- Beschäftigten wenn sie ihm dieses Jahr mit dem Vorschlaghammer zu Leibe rücken.

Gruß ihr Zwei, Rainer-Maria


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#45

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 18.03.2009 16:33
von Transitfahrer (gelöscht)
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Hallo Rainer-Maria,

deine Betrachtungsweise ist ja ganz richtig, was den heutigen Staatsmist angeht, aber als Hamburger muß ich beim Thema Fischmarkt widersprechen. Nur jeden Sonntag ist der Touri-Markt. Nix mit jeden zweiten Tag.

Gruß
Peter


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#46

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 25.07.2012 21:17
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Fragen zum Leben in der DDR, ist das Thema. Mir ist zwar soeben die Frage gestellt worden ob ich ein“ Agent Provokateur“ bin, aber so sehr ich auch überlege mir fällt nichts Gutes zum Leben in der DDR ein. Ich war nun mal kein Wunschkind des Sozialismus. Jetzt gerade in den warmen Tagen kommt mir auch in den Sinn, die Versorgung mit Lebensmitteln. Heute hatten wir Temperaturen um die 30 °C. Zu DDR Zeit war es so gewesen, dass man sich nach Milch um 7:00 Uhr in der Kaufhalle anstellen musste, denn um 10:00 Uhr war sie entweder alle oder sauer. Selters ,heute sagen wir Mineralwasser gab es bei uns nur durch Beziehung. Wenn man bei diesen Temperaturen Glück hatte und man bekam auch Bier in der Kaufhalle, musste man jede einzelne Flasche rum drehen um sicherzustellen ob sie auch noch genießbar ist. Ca. drei Tage nach Herstellung bzw. Abfüllung kam die Nebenerscheinung(Flocken im Bier). Wir nannten es auch spaßeshalber “Flockenbräu“. Dann gab es auch noch ein Getränk, es nannte sich „Orangina“, bei diesen Temperaturen wie soeben beschrieben platzten die Flaschen noch während des Transportes auf den Auslieferungsfahrzeugen (S 4000,W 50) durch die Gärung. Es sollte nur als kleines Gedächtnistraining sein, für diejenigen die sich so gern die DDR wieder wünschen.
Soeben fällt mir doch noch etwas Gutes ein, die Vita-Cola. Ein namhafter Lebensmitteldiscounter bringt Sie von Zeit zu Zeit, in seiner Werbung. Durch die große Nachfrage ehemaliger DDR-Bürger die auch hier in meiner neuen Heimat wohnen, hat sich unser freundlicher Getränkehändler um die Ecke entschlossen, die Vita Cola in sein Sortiment aufzunehmen.

MfG Harra 318


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#47

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 25.07.2012 21:54
von Gelöschtes Mitglied
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Harra ,du zähltest wohl nicht zu den DDR- Bürgern ,welche ihre eigene Verkaufsstelle auf der Arbeit hatten. Frag mal nach wo die Mitarbeiter der SED -Kreisleitungen , Bezirksleitungen , einkauften ?
Im Thälmann -Werk in Magdeburg gab es auch kleinere Verkaufstellen ,da gab es auch mal etwas besonderes.
Immer Freitagsvormittags gingen Frauen aus unterschiedlichen Abteilungen aus den hiesiegen Betrieben mit einen großen Wunschzettel ihrer Kollegen / innen einkaufen.
Die MtA in den Röntgenpraxen mußten die Röntgenfilme sammeln , geröngt wurde mit alte überlagerten Platten.
Mit der Versorgung der Bevölkerung mit Getränken , fürchterlich , Bier war trübe, SElters oder Brause nichts.
Wir mußten Mitarbeiter in die Getränkeindustrie delegieren .
Die Spitzensportler waren doch auch schon Profis.
IM Thälmannwerk ,wurden die Fußballer des FCM - betreut , Wenn Geldzahltag war holten sie sich ihre Summe ab, Arbeiten war nicht.Das reicht wohl erstmal. ratata


zuletzt bearbeitet 25.07.2012 22:02 | nach oben springen

#48

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 25.07.2012 21:59
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #47
Harra ,du zähltest wohl nicht zu den DDR- Bürgern ,welche ihre eigene Verkaufsstelle auf der Arbeit. Frag mal nach wo die Mitarbeiter der SED -Kreisleitungen , Bezirksleitungen , einkauften ?
Im Thälmann -Werk in Magdeburg gab es auch kleinere Verkaufstellen ,da gab es auch mal etwas besonderes.
Immer Freitagsvormittags gingen Frauen aus unterschiedlichen Abteilungen aus den hiesiegen Betrieben mit einen großen Wunschzettel ihrer Kollegen / innen einkaufen.
Die MtA in den Röntgenpraxen mußten die Röntgenfilme sammeln , geröngt wurde mit alte überlagerten Platten.
Mit der Versorgung der Bevölkerung mit Getränken , fürchterlich , Bier war trübe, SElters oder Brause nichts.
Wir mußten Mitarbeiter in die Getränkeindustrie delegieren .
Die Spitzensportler waren doch auch schon Profis.
IM Thälmannwerk ,wurden die Fußballer des FCM - betreut , Wenn Geldzahltag war holten sie sich ihre Summe ab, Arbeiten war nicht.Das reicht wohl erstmal. ratata

Das nannte sich damals auch "Sozialistische Hilfe"


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#49

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 25.07.2012 22:16
von Kimble | 397 Beiträge

Nee, bist doch kein Agent Provo.
Hey, ich bin auch kein Wunschkind des Sizialismus.

Schön wenn auch mal ältere Themen hervor gekramt werden.

Das mit dem frühen Anstellen wegen Milch kenne ich so nicht.
Es war generell ungünstig spät am Tage in der Kaufhalle Milch zu kaufen.
Aber das hatte einen anderen Grund. Weil man dann größere Chance hatte,
in der fast leeren Alubox zwischen den undichten Packungen noch eine
heile zu erwischen. Denn es war Schlauchmilch und da gab es immer einige die waren undicht.
So mußte man zum Schluss eben in dem Milchsee etwas Angeln. Lappen lag aber immer bereit.

Mir schmeckte DDR H- Milch ganz gut. Die gab es allerdings, soweit ich weiß, nur in Berlin zu kaufen.
Die war irgendwie sahniger als die normale.

Das mit dem Bier kenne ich genau so. Flasche auf den Kopf drehen und gegen das Licht halten.
In Berlin war dagegen, soweit meine bescheidenen Biererfahrungen, schlechtes Bier nie ein Problem. (Anfang 80er)

DDR Cola ist überhaupt ein interessantes Thema.
Ich pers. hatte eine Vorliebe für Quick- Cola. Die mit dem streifigen beigen Etikett. 0,42 Pf die kleine Flasche.
Die war richtig tief dunkel und schmeckte sehr gut. Leider war die nicht immer zu bekommen.
Club Cola war auch ganz gut.

Die anderen Sorten fand ich nicht so dolle. Disco Cola ging schon gar nicht.

Die heute neu aufgelegten DDR Sorten sollen angeblich im Geschmack nicht mehr unbedingt den Originalen entsprechen.
Leider fehlt mir da der Vergleich weil es die hier nicht so einfach überall zu kaufen gibt.


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
zuletzt bearbeitet 25.07.2012 22:37 | nach oben springen

#50

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 25.07.2012 22:26
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #46
Fragen zum Leben in der DDR, ist das Thema. Mir ist zwar soeben die Frage gestellt worden ob ich ein“ Agent Provokateur“ bin, aber so sehr ich auch überlege mir fällt nichts Gutes zum Leben in der DDR ein. Ich war nun mal kein Wunschkind des Sozialismus. Jetzt gerade in den warmen Tagen kommt mir auch in den Sinn, die Versorgung mit Lebensmitteln. Heute hatten wir Temperaturen um die 30 °C. Zu DDR Zeit war es so gewesen, dass man sich nach Milch um 7:00 Uhr in der Kaufhalle anstellen musste, denn um 10:00 Uhr war sie entweder alle oder sauer. Selters ,heute sagen wir Mineralwasser gab es bei uns nur durch Beziehung. Wenn man bei diesen Temperaturen Glück hatte und man bekam auch Bier in der Kaufhalle, musste man jede einzelne Flasche rum drehen um sicherzustellen ob sie auch noch genießbar ist. Ca. drei Tage nach Herstellung bzw. Abfüllung kam die Nebenerscheinung(Flocken im Bier). Wir nannten es auch spaßeshalber “Flockenbräu“. Dann gab es auch noch ein Getränk, es nannte sich „Orangina“, bei diesen Temperaturen wie soeben beschrieben platzten die Flaschen noch während des Transportes auf den Auslieferungsfahrzeugen (S 4000,W 50) durch die Gärung. Es sollte nur als kleines Gedächtnistraining sein, für diejenigen die sich so gern die DDR wieder wünschen.
Soeben fällt mir doch noch etwas Gutes ein, die Vita-Cola. Ein namhafter Lebensmitteldiscounter bringt Sie von Zeit zu Zeit, in seiner Werbung. Durch die große Nachfrage ehemaliger DDR-Bürger die auch hier in meiner neuen Heimat wohnen, hat sich unser freundlicher Getränkehändler um die Ecke entschlossen, die Vita Cola in sein Sortiment aufzunehmen.

MfG Harra 318


Azorenhoch Xerxes also schickt Dich auf eine Zeitreise zurück in den finsteren DDR- Alltag.
Ja, wenns den unbedingt Limo, Cola und Bier sein mußte, war man wirklich schlecht dran in manchen Berufen, jedoch kann ich mich an eine besondere Fürsorge meiner alten Dienststelle erinnern.
Es gab für uns Lokführer immer vor der Schicht die Möglichkeit Getränke (21er Limo in Rot...mit Schütteln 25 Pf. speziell vom Lokleiter B.) zu kaufen, am heißen Tagen stand ein Riesenkochtopf mit Tee bereit, den man sich mit einer Schöpfkelle in die Kaffeetasse einschänken konnte.
Tee wurde neben Kaffepulver (das allerdings war wohl Malz- oder sonstwas für eine Sorte...die hatte ich nie probiert) kostenlos bereit gestellt, gleich neben einem Heißwasserboiler, wo die Kollegen sich für die Schicht präparieren konnten.
Also wenn Du nichts besseres hast, damit man sich postum noch vor der DDR ekelt tut es mir leid.
Schlimmer waren übrigens die nicht klimatisierten Loks, wenn man bei weit über 30 Grad im Bunawerk bei Windstärke 0 auf die Zugabfertigung warten mußte oder am Einfahrsignal von Leipzig- Wahren bei entsprechender Windrichtung bis zu 1,5 Stunden das frisch gedüngte Feld inhalieren durfte ohne irgendeine Fluchtmöglichkeit.
Besonders die V 100 war da wie ein Gewächshaus oder die 250er E- Lok auf Führerstand 1 mit dem Elektronikschrank im Rücken , da haben wir lieber irgendwo draußen in der Pampa gewartet, bis es mal weiter ging.
Ich kann Dir aber versichern, daß der kapitalistische Sommer dem sozialistischen nicht überlegen ist.
Übrigens fährt die Staatsbahn auch heute noch mit überwiegend nicht klimatisierten Loks herum, die sind nun mal Erbmasse der Reichs- und Bundesbahn und warum soll man wegen irgendwelchen hitzegeplagten Lokführern millionenteure Neubauloks von Bomardier anschaffen ?



zuletzt bearbeitet 25.07.2012 22:31 | nach oben springen

#51

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 25.07.2012 22:28
von Kimble | 397 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #47

Die MtA in den Röntgenpraxen mußten die Röntgenfilme sammeln , geröngt wurde mit alte überlagerten Platten.



Die Filme enthalten wegen der Größe sehr viel Silber. Das wird wohl der Hauptgrund gewesen sein.
Generell war das aber wohl durchweg auch nicht einheitlich geregelt.
Als ich im Oktober1982 (Datum sagt mir mein grüner SV Ausweis) bei der BDVP Rostock durchleuchtet wurde,
bekam ich später den Röntgenfilm zusammen mit den Laborwerten ausgehändigt.


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
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#52

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 26.07.2012 06:43
von damals wars | 12.125 Beiträge

Ich bewunderte Harra.

Welcher normale DDR Bürger konnte sich schon früh nach 7 in der Kaufhalle anstellen.
Da begann für die Tagschichter der Arbeitstag.

Und welche Kaufhalle/VSt machte um 7.00 auf? Die in der Kreisparteileitung?


Und die Limonade hieß Karena.

Ja, die Erinnerung läßt langsam etwas nach.

http://www.kirchenweb.at/kochrezepte/ddr...markennamen.htm


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#53

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 26.07.2012 08:33
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Einiges kommt einem bekannt vor (Bier z.B.) einiges aber auch nicht. Selbst wenn ich aufgrund dienstlicher Beanspruchung erst am Sonntag zum Einkaufen gekommen bin habe ich immer noch das Notwendigste wie Milch, Brot, Butter, Getränke, Kartoffeln, Zigarretten oder auch mal einen Sonntagskuchen bekommen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#54

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 26.07.2012 09:34
von Pit 59 | 10.131 Beiträge

Ich war mit Sicherheit auch kein Freund der DDR,aber zu Essen gab es schon genug,zwar nicht immer das was man gerade wollte,aber man war ja variabel.Harra hat mit den Getränken absolut Recht.Bei solchen Temperaturen wie jetzt, war es schon schwierig seine Familie mit Alkoholfreien Getränken zu versorgen.Aber Wasser kam ja reichlich aus der Wand.Mit dem Bier stimmt auch,ich erinnere mich an Gothaer Bier,im höchstfall 2 Tage haltbar,dann trüb,aber das war für mich nicht wichtig.


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#55

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 26.07.2012 09:58
von moreau | 384 Beiträge

Pit kann ich soweit bestätigen, Alkoholfreies bei über 25 C war ein echtes Problem. Aber der gelernte DDR-Bürger hatte irgendwo eine Flasche Sirup mit dem der Leitungsheimer veredelt wurde. Beim Bier war es aber sehr unterschiedlich. Das Köstritzer konnte man gut mal 1-2 Wochen halten. Was aber beim Altenburger nicht der Fall war. Das sollte ja schon auf der Abfüllanlage verreckt sein. Deshalb wuste ich garnicht das in Altenburg auch eine Brauerei war. Das Zeugs kam halt nicht über die Stadtgrenze. Naja und wer wolte schon die "Zwickauer Sterbehilfe" trinken.
An eine Milchknappheit am fortgeschrittenen Tag kann ich mich nicht erinnern. Auch nicht das die bei Kauf schon sauer war.
Allerdings waren die Verhältnisse regional sehr unterschiedlich. Ein Kumpel berichtete Ähnliches aus HaNeu wie Harras im Beitrag #46.

Gruß
Moreau


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#56

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 26.07.2012 10:10
von Mike59 | 7.945 Beiträge

Zitat von moreau im Beitrag #55
Pit kann ich soweit bestätigen, Alkoholfreies bei über 25 C war ein echtes Problem. Aber der gelernte DDR-Bürger hatte irgendwo eine Flasche Sirup mit dem der Leitungsheimer veredelt wurde. Beim Bier war es aber sehr unterschiedlich. Das Köstritzer konnte man gut mal 1-2 Wochen halten. Was aber beim Altenburger nicht der Fall war. Das sollte ja schon auf der Abfüllanlage verreckt sein. Deshalb wuste ich garnicht das in Altenburg auch eine Brauerei war. Das Zeugs kam halt nicht über die Stadtgrenze. Naja und wer wolte schon die "Zwickauer Sterbehilfe" trinken.
An eine Milchknappheit am fortgeschrittenen Tag kann ich mich nicht erinnern. Auch nicht das die bei Kauf schon sauer war.
Allerdings waren die Verhältnisse regional sehr unterschiedlich. Ein Kumpel berichtete Ähnliches aus HaNeu wie Harras im Beitrag #46.

Gruß
Moreau


Das mit den Getränken in der Sommerzeit ist immer wieder in den "Hundstagen" eine Thema bei den gelernten DDR Bürgern.

Zitat
Aber der gelernte DDR-Bürger hatte irgendwo eine Flasche Sirup mit dem der Leitungsheimer veredelt wurde.


Haha - Stimmt genau - hatte ich schon vergessen.

Bei den Biersorten gab es wohl immer ein paar "Regionale Spezialitäten" Bei uns in der Gegend war es das Zeug aus Berka a.d. Werra. Hatte wohl eine Halbwertzeit von 24h, wenn überhaupt.
Nur gut das es bei den Getränken heute keine Skandale mehr gibt - man muss eben Prioritäten setzten und beim Bier hört der Spass auf.
Mike59

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 26.07.2012 10:12 | nach oben springen

#57

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 26.07.2012 10:33
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #52
Ich bewunderte Harra.

Welcher normale DDR Bürger konnte sich schon früh nach 7 in der Kaufhalle anstellen.
Da begann für die Tagschichter der Arbeitstag.

Und welche Kaufhalle/VSt machte um 7.00 auf? Die in der Kreisparteileitung? ...

Hallo damals wars!

Es ging beim Anstellen nicht um die Öffnungszeit, sondern darum, dass man vorn in der Schlange stand. Während der Messe ist meine Großmutter z.B. gegen 5:00 Uhr früh losgezogen, um sich nach frischen Brötchen für die Messegäste anzustellen. Damit hätten wir eine Gruppe von Bürgern, die sich so früh hätten anstellen können. Andererseits wurden auch in Büros oder Abteilungen "Einkaufsgemeinschaften" gebildet. Wenn es was gab zog einer los und brachte für die anderen mit, wenn das ging. Da wurde dann auch in der Arbeitszeit mehr als ein Auge zugedrückt.

Die Verkaufsstellen in den Kreisleitungen, so es eine solche überhaupt gab, machten übrigens auch nicht um 7:00 Uhr auf. In der Warenausstattung entsprach das ungefähr der MHO (Militärhandelsorganisation). Ich halte nicht viel davon, wenn das nachträglich aufgebauscht wird, als hätte es dort blanken Luxus gegeben. Das war ein relativ normales Warenangebot, wie es auch z.B. in Regimentsstäben zu finden war. Ansonsten empfehle ich zum Alltag einer Kreisleitung das Buch von Landolf Scherzer "Der Erste".

Zum Thema 30 Grad und Getränke fällt mir aber noch spontan ein Erlebnis ein: Als ich 1986 mit einer Jugendtouristreisegruppe nach Rumänien fliegen wollte, mussten auf dem Flughafen Leipzig ein paar Stündchen warten. Es gab einen Imbis mit Getränken. Schön. Aber das einzige Getränk dort war Porter Bier. Und das kam nicht aus dem Kühlschrank ... Dies gehört zu den schlimmsten Geschmackserlebnissen zu DDR-Zeiten.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#58

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 26.07.2012 10:37
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Ich sag es mal gleich vorweg--bin der DDR aufgewachsen und habe eine schöne Kindheit und Jugendzeit gehabt--also verdurstet bin ich nicht. Zu den Getränken möchte ich mich mal soweit äußern. Milch gab es eigentlich ausreichend.Wir haben sogar auf der Werft jeden Tag als Schweißer einen halben Liter Milch kostenlos erhalten.Und in der Kaufhalle gab es auch ständig welche zu kaufen.Zum Bier gibt es zu sagen---da gab es das Rostocker Hell.Das war ne Sorte,die sollte man am besten schon vor den Bezahlen an der Kasse ausgetrunken haben. Und dann gab es noch die zwei Fl.Sorten in der Farbe Grün und Braun.Ich glaube im Hochsommer nahm man als erstes immer die braunen Flaschen.Dann gab es natürlich noch das Hafenbräu und das Balticbier,das waren Sorten die hielten sich schon einige Wochen länger. Zu den Alkoholfreien Getränken möchte ich mich auch nicht beklagen,selbst Selters bekamen wir bei Hochsommerlichen Temperaturen als Schweißer kostenlos.Ich glaube mich auch erinnern zu können,das es in Rostock Marienehe im damaligen Indusdriegebiet zwei große Lagerhallen gab,die bis unter der Decke mit alkoholfreien Getränken für den Notall gefüllt waren.Aber so was gibt es ja heute auch. Zum Abschluß möchte ich sagen--sicherlich gab es Regionen wo bei hochsommerlichen Temperaturen mal hin und wieder die alkoholfreien Getränke ausgingen. Auch heute hat nicht jeder Dorfladen alle Sorten an Getränken auf Lager So und nun wünsche ich allen einen guten Durst.


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#59

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 26.07.2012 10:59
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

In Berlin gab es zu jeder Jahreszeit ausreichend Getränke, die Kaufhallen waren voll mit Radeberger, Wernersgrüner (natürlich in braunen Flaschen!), H-Milch, Club und Vita Cola, Bitter Lemon und Orange..... von Mineralwasser welches damals noch Selter hieß ganz zu schweigen.

Soviel zur weiteren Legendenbildung das es in Berlin(Ost) zu jeder Zeit immer alles gab.

Was das Bier betrifft.
Letztens bei einer Brauereibesichtigung einer im Osten liegenden regionalen Brauerei kam auch das Thema auf warum verdammt nochmal war das Bier zu DDR Zeiten nach einigen Tagen trübe war und/oder ausflockte.
Die Erklärung war ziemlich simpel und es waren im wesentlichen zwei Gründe dafür verantwortlich.
In vielen Brauerein waren die Abfüllanlagen nicht auf dem technischen Stand wie heute was nachvollziehbar ist. Durch schlechte Abfülltechnik gelangte Sauerstoff in die Flasche und falsche Lagerung; im Hellen und ungekühlt, förderten durch Licht die dadurch beginnende Eiweißausfällung im Getränk welche sich in den beliebten Flocken darbot.
Heutzutage werden bereits die Ausgangstoffe für Bier vielfältig "behandelt" um ihre Haltbarkeit zu erhöhen und bei der Bierherstellung durchläuft das Bier eine Reihe von Filterungen so zum Beispiel Kieselgel und Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP). Außerdem wird jedes! Bier heutzutage pasteurisiert. Das war in der DDR nicht so und ist auch für Bier, Wein, Mineralwasser inzwischen EU Vorschrift.
Limonaden und Säfte werden aus pasteurisierten Bestandteilen hergestellt, zusätzlich pasteurisiert und sind damit ungekühlt ziemlich lange haltbar.

Ebenso gelangt Heute in der Regel nur noch pasteurisierte Milch in den Handel, auch das war in der DDR nicht flächendeckend so.
Sogenannte Rohmilch durfte auch damals nicht verkauft werden.
Das was verkauft wurde ist Heute unter der Bezeichnung "Vorzugsmilch"(analog Rohmilch) bekannt und wird verpackt im Handel angeboten (wenn dann in Bio-Läden) und ist gekühlt 2 bis 3 Tage haltbar.
Die Heute meist angebotene Milch ist sogenannte ESL-Milch (Pasteurisierung bei 123–127 °C und dabei separater Behandlung von Rahm und Magermilch) und hält ungeöffnet gut 3 Wochen und hat einen Vitaminverlust von 30%.
Dann gibt es noch die beliebte H-Milch.......

Probleme in der DDR bei Getränken gab es mehr in einer technologisch einwandfreien Herstellung, lückenlosen Kühlkette und bedarfsgerechten Bereitstellung und nicht so sehr in einer angeblich miserablen Qualität.

Wer kann sich noch daran Erinnern das sich auf der Flaschenmilch, so in den 70ern, oben der Rahm absetze? Ein natürlicher Prozess welcher Heutzutage nicht mehr stattfindet.
Auch aus der Milch, welche es ab den späten 70ern und in den 80ern gab, konnte auch in der DDR keine Dickmilch mehr selber gemacht werden.
Behandelte Milch geöffnet hinstellen und nach ein paar Tagen hat man eine stinkende undefinierbare Masse........

In den 50er Jahren wurde sogar noch Rohmilch lose verkauft welche Zuhause abgekocht wurde........

Überhaupt überlebte man in der DDR trinktechnisch durchaus mit Leitungswasser und es mußten weder überzuckerte Softdrinks noch mit zweifelhaften Mitteln haltbar gemachtes Mineralwasser sein. Oder glaubt etwa jemand ernsthaft das Wasser in einer Flasche verschlossen unbehandelt über ein Jahr haltbar ist?

Wer kein Leitungswasser pur trinken wollte, dafür gab es den Sirup wovon ein wenig ins Glas kam und schon schmeckte das Wasser nach etwas......

@Rainmann, in welcher Ecke von Leipzig hast du denn gewohnt? Da wo ich wohnte (ebenfalls Leipzig) "reichte es" kurz nach 6 Uhr loszugehen um sich in die Schlange beim Bäcker einzureihen .....

@Rostocker, eine Biersorte hast Du vergessen: "Rostocker Hafenbräu". Da ging das Gerücht dass das für Bier notwendige Wasser direkt aus dem Hafenbecken des Rostocker Hafens stammen würde.....

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#60

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 26.07.2012 11:03
von Pit 59 | 10.131 Beiträge

In Berlin gab es zu jeder Jahreszeit ausreichend Getränke, die Kaufhallen waren voll mit Radeberger, Wernersgrüner (natürlich in braunen Flaschen!), H-Milch, Club und Vita Cola, Bitter Lemon und Orange..... von Mineralwasser welches damals noch Selter hieß ganz zu schweigen.@Nostalgiker

Nur Leider bestand die DDR nicht nur aus Berlin


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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