#101

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 18.04.2010 23:14
von Augenzeuge (gelöscht)
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@Feliks

Wenn der Vertrag von Helsinki, der zugegebenermaßen keiner war, er war eine Absichtserklärung, und rechtlich sich keiner an etwas halten musste, so frage ich mich, warum man es dann dennoch tat? Und warum dies dann alles ein großer Fehler für die DDR war, wie es Maulwurf ausdrückte? Immerhin hatte gerade die DDR diese Konferenz ja zum Ziel ihrer Ansprüche gemacht. Und dies ganz sicher nicht, um als Lügner abgestempelt zu werden. Deshalb war die rechtliche Umsetzung gar nicht notwendig.

Das Verhalten der DDR, sich dann (freiwillig) eng an die Vereinbarungen zu halten, musste ja vom eigenen Volk aufgrund des Gleichheitsgrundsatzes als rechtsrelevant eingeschätzt werden.

Natürlich hatte man als DDR-Bürger nicht das Recht, seine Ausreise durchzusetzen. Wo wollte man dies auch einklagen? Ein Rechtstaat war es ja nicht. Genauswenig, wie die DDR nicht das Recht hatte, ein Volk mehr oder weniger einzusperren, eine Ausreise zu Familienangehörigen zu verweigern, was sie aber letztlich oft und lange genug getan hat.

AZ


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#102

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 18.04.2010 23:20
von S51 | 3.733 Beiträge

Augenzeuge, damit stehst du argumentativ aber genauso auf dem Boden einer "Unrechtsmeinung" beziehungsweise "Unrechtsstaaat". Faktisch willst du ein Recht haben, auf dass es keinen Anspruch gibt, rein rechtlich.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#103

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.04.2010 07:09
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Augenzeuge
@Feliks

Wenn der Vertrag von Helsinki, der zugegebenermaßen keiner war, er war eine Absichtserklärung, und rechtlich sich keiner an etwas halten musste, so frage ich mich, warum man es dann dennoch tat?




Man hielt sich größtenteils an die dort vereinbarten Absichtserklärungen um den Preis der staatlichen Anerkennung der DDR wegen, schließlich nahmen die DDR und die BRD hier gleichberechtigt an der KSZE teil. Dies war für die DDR sicher der Hauptgrund für ihre Mitarbeit. Außerdem gab es die Anerkennung der Oder/Neiße Grenze und einiges mehr, dafür war dann der Korb 3 eine Kröte die es zu schlucken galt. Wie gesagt rechtlich konnte der Bürger daraus keine Ansprüche ableiten, moralisch schon und daher rührten auch unsere Probleme im Sicherheitsbereich.

Die Schlussakte war nicht mehr wie eine Road-Map die den zukünftigen Weg aufzeigen sollte, es kam ja zu etlichen Folgekonferenzen in denen auch ratifizierungspflichtige völkerrechtliche Verträge abgeschlossen wurden. Nicht umsonst kam es in enger zeitlicher Folge zur Schlussakte (März 1976) zum "Beschluß des Staatsrates der Deutschen Demokratischen Republik über die Aufgaben des Staatsrates bei der Ratifikation und Kündigung von völkerrechtlichen Verträgen der Deutschen Demokratischen Republik".

Zitat von Augenzeuge

Deshalb war die rechtliche Umsetzung gar nicht notwendig.

Das Verhalten der DDR, sich dann (freiwillig) eng an die Vereinbarungen zu halten, musste ja vom eigenen Volk aufgrund des Gleichheitsgrundsatzes als rechtsrelevant eingeschätzt werden.



Eine Umsetzung in nationales Recht ist immer notwendig um einen für die Bürger einklagbaren Rechtsanspruch zu generieren! Das viele Bürger die Schlussakte als rechtsrelevant einschätzten ist richtig, das ist ja der von mir eingangs erwähnte Denkfehler.
topic-threaded.php?forum=76&threaded=1&id=3595&message=81294

Hier die moralische Verpflichtung zu bewerten war nicht meine Aufgabe, meine Aufgabe war es lediglich die Bürger über ihren Denkfehler aufzuklären, im Zusammenhang mit diesem begangene Straftaten herauszuarbeiten und einen entsprechenden Schlussbericht an die zuständigen Organe der Rechtssprechung zu übergeben.



P.S. Ich finde es beachtlich wie du es hinbekommst mir in einem Beitrag Ahnungslosigkeit und Lächerlichkeit vorzuwerfen und im nächsten, nachdem du dich scheinbar informiert hast, dann eine 180° Drehung zu machen und mir doch Recht zu geben.
Wenn der Vertrag von Helsinki, der zugegebenermaßen keiner war, er war eine Absichtserklärung, und rechtlich sich keiner an etwas halten musste...
Gerade von einem Mitglied des FAIR-TEAMs sollte man ein anderes Verhalten ohne solch beleidigende Anwürfe erwarten können.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 19.04.2010 08:04 | nach oben springen

#104

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.04.2010 07:44
von wosch (gelöscht)
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Hiermal die Schlussakte von der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, Helsinki 1975.
http://www.osce.org/documents/mcs/1975/08/4044_de.pdf
Man beachte mal den Artikel VII und den Abschnitt "Familienzusammenführung" in dem Kapitel "Menschliche Kontakte"!
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 19.04.2010 07:48 | nach oben springen

#105

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.04.2010 08:05
von Rüganer (gelöscht)
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wenn ich diese Beiträge alle lese, dann ekle ich mich vor mir selbst, weil:
- ich ich 40 Jahre gut und zufrieden in einem Unrechtsstaatgelebt habe
- keine PM 12 hatte und auch nicht noch stolz drauf war,
- diesen Kommunistenkrammitgemacht habe, obwohl ich weder in den Sicherheitsorganen noch in der SED, noch in irgendwelchen Blockpaarteien war, aber vielleicht rechnen HUF, Augenzeuge, CD und KArl ja auch schon den Anglerverband zu einem Machtinstrument der Unterdrückung, Herrgott, da war ich drin, dies geb ich zu...
- weil ich nie ausreisen wollte und nie diesen unbändigen Drang zum Verlassen des Unrechtsstaates /rot]hatte
- weil ich GRENZER war, der durchaus damals auch [rot]barbarisch
(Zitat Karl)gehandelt hätte
Gott und wem auch immer, sei Dank, dass ich heute in einem Staat arbeiten und leben kann, in dem die ganze Wahrheit rausgekommen ist und in dem man klagen kann, allerdings ohne Recht zu bekommen, - dies gilt nur für Täter - man kann auch diesen heutigen Staat als Unrechtsstaat bezeichnen, ohne im gelben Elend zu sitzen, alles in Ordnung..
Leute - woher nehmt Ihr hier alle nur diese Besserwisserei und diese Wut aufeinander? Wenn es hier Menschen gibt, denen in der DDR übel mitgespielt worden ist, dann hab ich bestimmt Verständnis, dass die dies alles aus ihrer Kenntnis und ihrer Sicht sehen, logisch, aber inzwischen sind Jahre vergangen und die DDR gibt es nicht mehr. Sicher, die andere Seite, Felix, der Alte Maulwurf, die waren und sins auch überzeugt von der Sache, die sie damals vertreten haben. Aber tätet ihr nicht besser daran, nicht in den Wunden herumzustochern und sie aufzureißen und in Rage und Hufsscher Brechwutaufeinander loszugehen? Aufarbeitung kann dies nicht sein, sollte sie tatsächlich so funktionieren? Sachlich feststellen und erkennen, sowas wäre gut - jetzt aber spaltet ihr nur. An diesem Thread haben sich nur einige wenige beteiligt, die sich dann gegenseitig fertig machen - die anderen lesen mit und fühlen vielleicht, so wie ich - außen vor und falsch am Platz...
was soll das hier... sind wir in einem Forum, wo es heißt, die ehemalige DDR war ..... Fäkalsprache oder ist dies das Forum Grenze?
Wenn die allgemeine Meinung unser Mitglieder hier ist, die Gesetze der DDR beruhten alle auf Willkür und sind damit gegen nach internationalem Recht nicht anerkannt, alles war Unrecht, alles war falsch, - habt Ihr das da im Osten nicht gesehen, wolltet ihr dies nicht sehen und es vielleicht noch ( **Provokation jetzt**) darin endet - wieso bist du im Klima dieser Unterdrückung, Willkür und Unfreiheit nicht ausgereist oder hast keinen Antrag gestellt?, - dann bin ich hier scheinbar ein Außenseiter.


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#106

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.04.2010 08:20
von karl143 (gelöscht)
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@ Rüganer,

es bleibt dir natürlich unbenommen, weiterhin daran zu glauben, das du in einem tollen Land gelebt hast und aufgewachsen bist. Es gab ja alles, nicht nur zu kaufen, sondern auch Rechte. Reisefreiheit, Wahlfreiheit (ich meine jetzt die Richtige)und geheime Wahl, du konntest offen aussprechen was du denkst usw usw.

Mir ist es doch egal, was du darüber denkst.

Wenn du mir aber jetzt noch die Stelle angeben würdest, wo dich das Wort "barbarisch" verwendet habe,
dann wäre ich dir aber dankbar. Es ist bei solchen Behauptungen immer besser, wenn du Zitatfunktion benutzt. Vielleicht habe ich es auch überlesen. Hilf mir bitte mal auf die Sprünge. Danke.


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#107

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.04.2010 08:44
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Rüganer
wenn ich diese Beiträge alle lese, dann ekle ich mich vor mir selbst, weil:
- ich ich 40 Jahre gut und zufrieden in einem Unrechtsstaatgelebt habe
- keine PM 12 hatte und auch nicht noch stolz drauf war,
- diesen Kommunistenkrammitgemacht habe, obwohl ich weder in den Sicherheitsorganen noch in der SED, noch in irgendwelchen Blockpaarteien war, aber vielleicht rechnen HUF, Augenzeuge, CD und KArl ja auch schon den Anglerverband zu einem Machtinstrument der Unterdrückung, Herrgott, da war ich drin, dies geb ich zu...
- weil ich nie ausreisen wollte und nie diesen unbändigen Drang zum Verlassen des Unrechtsstaates /rot]hatte
- weil ich GRENZER war, der durchaus damals auch [rot]barbarisch
(Zitat Karl)gehandelt hätte
Gott und wem auch immer, sei Dank, dass ich heute in einem Staat arbeiten und leben kann, in dem die ganze Wahrheit rausgekommen ist und in dem man klagen kann, allerdings ohne Recht zu bekommen, - dies gilt nur für Täter - man kann auch diesen heutigen Staat als Unrechtsstaat bezeichnen, ohne im gelben Elend zu sitzen, alles in Ordnung..
Leute - woher nehmt Ihr hier alle nur diese Besserwisserei und diese Wut aufeinander? Wenn es hier Menschen gibt, denen in der DDR übel mitgespielt worden ist, dann hab ich bestimmt Verständnis, dass die dies alles aus ihrer Kenntnis und ihrer Sicht sehen, logisch, aber inzwischen sind Jahre vergangen und die DDR gibt es nicht mehr. Sicher, die andere Seite, Felix, der Alte Maulwurf, die waren und sins auch überzeugt von der Sache, die sie damals vertreten haben. Aber tätet ihr nicht besser daran, nicht in den Wunden herumzustochern und sie aufzureißen und in Rage und Hufsscher Brechwutaufeinander loszugehen? Aufarbeitung kann dies nicht sein, sollte sie tatsächlich so funktionieren? Sachlich feststellen und erkennen, sowas wäre gut - jetzt aber spaltet ihr nur. An diesem Thread haben sich nur einige wenige beteiligt, die sich dann gegenseitig fertig machen - die anderen lesen mit und fühlen vielleicht, so wie ich - außen vor und falsch am Platz...
was soll das hier... sind wir in einem Forum, wo es heißt, die ehemalige DDR war ..... Fäkalsprache oder ist dies das Forum Grenze?
Wenn die allgemeine Meinung unser Mitglieder hier ist, die Gesetze der DDR beruhten alle auf Willkür und sind damit gegen nach internationalem Recht nicht anerkannt, alles war Unrecht, alles war falsch, - habt Ihr das da im Osten nicht gesehen, wolltet ihr dies nicht sehen und es vielleicht noch ( **Provokation jetzt**) darin endet - wieso bist du im Klima dieser Unterdrückung, Willkür und Unfreiheit nicht ausgereist oder hast keinen Antrag gestellt?, - dann bin ich hier scheinbar ein Außenseiter.




Hallo Rüganer!
Nachdem Du Dir Deinen Frust von der Seele geschrieben hast, solltest Du ruhig mal zur Kenntnis nehmen, daß das Andere auch möchten und Alle die hier nach Deinen Worten " in Rage aufeinander losgehen" sind doch freiwillig hier im Forum und anscheinenend gefällt ihnen diese Art und Weise der Kommunikation, denn sonst würden sie sich wohl nicht an dieser beteiligen. Also was soll das? Wenn Du keinen Grund siehst, sich das Thema DDR "um die Ohren zu hauen", es zwingt Dich ja keiner dazu!! Und warum sollte man nach gerade mal 21 Jahren so aufeinander zugehen, daß man das Kind nicht mehr beim Namen nennen darf?
Wenn es Dir in der ehemaligen DDR so gut ging, daß Du heute nicht über Deine Vergangenheit klagen kannst, so akzeptiere aber auch, daß es andere Schicksale gegeben hatte und solange hier von Einigen so getan wird, als ob Unrecht in der DDR nur in Aunahmefällen stattfand und ansonsten Alles in Ordnung war, im "Arbeiter und Bauernstaat", solange mußt Du diese Art von Kommunikation noch ertragen, es gibt viel Schlimmeres!! Und da Du selbst den Dienst am "Kanten" gut überstanden hast, dürften Dir diese kleineren Scharmützel doch nichts ausmachen!! Also "Stammgestanden" und reissen Sie sich mal etwas zusammen, Genosse Soldat!!

Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 19.04.2010 08:46 | nach oben springen

#108

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.04.2010 08:44
von Rüganer (gelöscht)
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Karl, dieses BARBARISCh bezog sich auf eine Aussage von Dir über die Anwendung der Schußwaffe im Zusammenhang mit Grenzdurchbrüchen. War in einem anderen Tread... für diese Aufklärung ist kein Dank nötig, mach ich gerne, denn ich meine, es bringt nichts, aufeinander zu dreschen... nicht mal mit Worten..


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#109

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.04.2010 08:45
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.
Ich finde es beachtlich wie du es hinbekommst mir in einem Beitrag Ahnungslosigkeit und Lächerlichkeit vorzuwerfen und im nächsten, nachdem du dich scheinbar informiert hast, dann eine 180° Drehung zu machen und mir doch Recht zu geben.

Gerade von einem Mitglied des FAIR-TEAMs sollte man ein anderes Verhalten ohne solch beleidigende Anwürfe erwarten können.[/rot]




Lieber Feliks-

Immer richtig lesen! Ich mache keine 180 Grad Drehung. Du solltest eine Frage meinerseits nicht unbedingt als Zustimmung betrachten.

Gerade über die Akte von Helsinki gibt es differenzierte Auffassungen über die Bezeichnungen Absichtserklärung, Vereinbarung oder Vertrag…..entschuldige, dass ich mich rechtlich nicht 100% korrekt ausgedrückt habe, aber ich denke, dass man dir das als Jurist nicht erklären muss.

Was du von mir als Fairteammitglied erwarten kannst, ist, dass ich mich mit Vorwürfen wie Heuchler und Lügner anderen gegenüber nicht identifizieren kann.
Hier hast du ja, wie wir wissen, schon öfters über die Strenge geschlagen. Gerade von einem, der sich studierter Jurist nennt, sollte man doch mehr erwarten können.

Aber wie wir wissen, bist du ja lernfähig. Mittlerweile verstehe ich, warum Juristen im Volksmund oft als "Rechtsverdreher" bezeichnet werden.....

AZ


zuletzt bearbeitet 19.04.2010 11:24 | nach oben springen

#110

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.04.2010 08:46
von Rüganer (gelöscht)
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Zu Befehl, Herr Wosch!
( ist schon ok, Mecklenburger..)


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#111

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.04.2010 11:49
von karl143 (gelöscht)
avatar

@ Rüganer,

aus diesem Grund ist es besser, das Zitat mit reinzusetzen. In Bezug auf den Schusswaffengebrauch an der Grenze habe ic das wohl so geschrieben, und dazu stehe ich auch. Konnte mich nur nicht in diesem Thread daran erinnern, dieses Wort gebraucht zu haben. Danke für die Aufklärung.


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#112

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.04.2010 14:43
von Altermaulwurf (gelöscht)
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Ich glaube wenn man hier mit einander auskommen will, sollte man auch die Biografie und Werteauffassung der jeweils anderen Seite aktzeptieren.
Ich habe mich in der DDR trotz aller Probleme wohlgefühlt und trotz aller Unkenrufe zum Trotz hat man sin Leben besser planen können als heute, meine Tochter hätte eine berufliche Perspektive und ich könnte am Abend sicher auf die Strasse. Lebensqualität kann man unter verschiedenen Sichtweisen betrachten.
Den vielen Zeitarbeitern für 6 - 8.- € die Stunde ist Deine Reisefreiheit lieber Karl nur eine theoretische Größe, genau wie die vollen Regale von denen sie sich nichts leisten können.

Wie gesagt, dass ist eine Seite, Deine etwas sarkastisch vorgetragenen Argumente
( Versorgungslage, Reisemöglichkeiten usw. )mag für andere auch von Bedeutung gewesen sein.
Es bestreitet hier keiner den Verlauf der Geschichte, aber Herr Gott noch einmal aktzeptiert auch andere Sichtweisen und Blickwinkel.....

In diesen Sinne auf einen für alle Seiten förderlichen Dialog

Gruß Altermaulwurf


zuletzt bearbeitet 19.04.2010 14:44 | nach oben springen

#113

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.04.2010 15:25
von karl143 (gelöscht)
avatar

@ Altermaulwurf,
ich streite doch garnicht ab, das es verschiedene Biografien gibt. Aber dein Argument mit Zeitarbeitern
und dem zur Verfügung stehend finanziellen Mitteln hinkt doch gewaltig. Ihr in der DDR habt euch doch krumm gemacht. Da gab es keine Zeitarbeit, und jeder hatte sein Aus- und Einkommen. Aber es gab trotzdem Leute, denen ging es viel besser. Und nicht aus Gründen der Intilligenz, des Fleißes - nein, der Grund lag darin das sie hohe Parteiposten hatten. Und das Volk unterdrückten, damit ihnen es gut geht. Ihr hättet bis zum Tode arbeiten können, bestimmte Sachen hättet ihr nie gehabt, manche aber schon. Siehst du, darin liegt der Unterschied. In der Tat, es geht uns heute nicht gut. Aber in den 40 Jahren davor gab es sowas wie Zeitarbeit zum Beispiel nicht. Jeder hatte auch seine Arbeit und damit das Einkommen. Und trotzdem oder gerade deswegen konnten wir reisen wohin wir wollten, wir konnten auch umziehen wohin wir wollten, und wir durften in der Öffentlichkeit sagen was wir dachten. Und das war eben der Unterschied.


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#114

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.04.2010 15:30
von Alfred | 6.841 Beiträge

Karl,

jeder hatte in der BRD bis 1989 Arbeit ?

Das haut ja wohl auch nicht hin ...


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#115

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.04.2010 15:35
von karl143 (gelöscht)
avatar

Ach Alfred,
ich wollte mit diesem Vergleich lediglich den Unterschied zur heutigen Zeit klarmachen.
Jetzt fange doch nicht damit wieder an. Wie in der DDR die Vollbeschäftigung zu Tage kam,
wissen wir doch beide.


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#116

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.04.2010 16:12
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von Alfred
Karl,

jeder hatte in der BRD bis 1989 Arbeit ?

Das haut ja wohl auch nicht hin ...



Na Alfred,
wie kam denn eure Vollbeschäftigung zu stande ? Geb Dir mal ein Beispiel, Heizungsbau-Firm aus der BRD (Gelsenkirchen) hatte den Auftrag in einem Bürobau in Ostberlin (Unter den Linden) Heizungen zu erneuern, um Kosten zu sparen, hatte die Firma nur den Auftrag Rohre und Heizkörper zu erneuern, von DDR-Bauarbeitern sollten die vorbereitenden Arbeiten ausgeführt werden, zum Durchbrüche bohren gab es keine Maschinen, jedes Loch wurde mit der Hand ausgestemmt, pro Tag vier fünf Durchbrüche, etwa 300 waren zu erstellen, dem Chef der BRD-Firma ging das nicht schnell genug, also wurden 4 oder fünf Hilti-Bohrhämmer zur Baustelle gebracht, ein Mann bohrte ca. 24 Löcher am Tag, ergo hätten nur 5 bis 6 DDR-Bauleute die gleiche Arbeit geschafft, tolle Leistung, DDR-Arbeiter hatten Arbeit, Westfirma wäre Pleite, kann Dir noch mehr Beispiele bringen, durfte oft am Aufbau des Sozialismus mitwerkeln,
Gruß aus Berlin, übrigens 48 Jahre gearbeitet, meine Frau 46 Jahre und keinen Tag ARBEITSLOS


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#117

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.04.2010 16:18
von Altermaulwurf (gelöscht)
avatar

Also Dein Vergleich Karl hinkt aber auch gewaltig, gut bis zur Wende war der Lebensstandard hier im Westen hoch, für viele aktzeptabel und auskömmlich.

Aber dann haben Ackermann und Co am Verteilungsschlüssel gedreht und nicht mehr Fleiss und Können sind heute entscheidend sondern die Macht des Kapitals bereichert sich skrupellos. Über Parteifunktionäre brauchen wir wohl auch nicht streiten, die bedienen sich hier genau so dreist und schämen sich genauso wenig. Bestraft wird hier in der BRD letztendlich auch nur halbherzig.......

Zeitarbeiter schaffen sich hier auch zu Tode und werden oft systematisch noch bei der Abrechnung betrogen ( keine Überstundenbezahlung ), viele die bei mir in der Firma schon jahrelang reguläre Arbeitskräfte ersetzen sind Hartz IV Aufstocker !


Meine Eltern waren in der DDR parteilos und normale Arbeitnehmer - Vater Ingenieur, meine Mutter Verkäuferin, beide haben sicher und auskömmlich gelebt, konnten 2 X im Jahr in den Urlaub.

Heute zusammen 1250.- € Rente und Angst vor der Nebenkostenabrechnung, Brille nur auf Ratenzahlung, teuere Medikamente und Urlaub Fehlanzeige. Das nach bei meiner Mutter 44 Arbeitsjahren !

Sicher war das durchschnittliche Lebensnivau in der BRD höher und die DDR Wirtschaft durch die Rahmenbedingungen ineffektiv, aber viele hatten ein gesichertes Auskommen, was ich hier und heute leider nicht behaupten kann.

Zum Thema Meinugsfreiheit, dann sag mal in meiner Firma was Du denkst - viel Spass bei der Arbeitsagentur

Zum Schluß noch, in einer existenziellen Krise durch Überschuldung und aus dem Ruder gelaufenes Währungssystem befinden wir uns leider auch heute. Wie das letztendlich ausgeht möchte ich gar nicht wissen, denn zu lösen sind die mit rationalen Mitteln nicht mehr.


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#118

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.04.2010 16:24
von karl143 (gelöscht)
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Es bringt einfach nichts, du willst es nicht verstehen. Ich hatte extra geschrieben, das sich der Vergleich nicht auf die heutige Zeit bezieht. Um den Vergleich zur DDR im gleichen Zeitabschnitt zu haben, behandelte ich den Zeitraum bis zur Wende.

Wenn du meinst, das es so toll war, glaube es weiterhin. Seitdem es die DDR nicht mehr gibt, kannst du ja sogar öffentlich sagen, das alles nichts taugt. Warst du in der DDR auch so offen mit deiner Meinung. Konntest du dir das damals auch erlauben.

Wenn ich schreibe, hier kann man alles sagen, kommst du mit dem Argument, in deiner Firma nicht. Das nehme ich dir sogar ab. Früher durftest du auch in der Öffentlichkeit nicht sagen was du denkst. Bitte noch mal genau durchlesen.


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#119

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.04.2010 17:16
von Altermaulwurf (gelöscht)
avatar

Zitat von Altermaulwurf
Also Dein Vergleich Karl hinkt aber auch gewaltig, gut bis zur Wende war der Lebensstandard hier im Westen hoch, für viele aktzeptabel und auskömmlich.

Aber dann haben Ackermann und Co am Verteilungsschlüssel gedreht ........



Zitat Karl

Ich habe das durch aus genau so gesehen, dass der Lebensstandard in der BRD höher war.

Meine weiteren Ausführungen sollten aber verdeutlichen, dass soziale Sicherheit auch eine hohe Gewichtung hat und viele mit den Leben in der DDR zu frieden.

Auch kann ich wenn es um den Charakter einer Gesellschaft geht, das jetzt vom gestern nicht trennen


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#120

RE: Gescheiterte Flucht über die dänische Botschaft 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.04.2010 17:18
von X-X-X (gelöscht)
avatar

Ich moechte die festgefahrenen Standpunkte ein bisschen umgehen.... und zurueck zum Thema. Das Internationale Recht bestimmt das Handeln in solchen Situationen wie es bei der o.g. Flucht in die daenische Botschaft wird. Ausnahmen und Zuwiderhandlungen verursachen in den zwischenstaatlichen Beziehungen Chaos. Es ist mir klar, dass von vielen hier im Forum jede Antwort oder Erklaerung als 'Entschuldigung' bezeichnet wird. Es ist eigentlich -egal, ob das Handeln der daenischen Regierung einem recht ist. Gleich "Unrechtsstaat" schreien hilft ja auch nicht.... Komisch, dass das Einhalten der Gesetze als relativ betrachtet wird, wenn es um den eigenen Standpunkt geht. Einer, der immer Unrechtsstaat schreit, darf nicht auf international anerkanntes Recht pfeifen. Was wuerdet Ihr dazu sagen, wenn 20 Buerger von Zimbabwe die dortige BRD-Botschaft besetzen wuerden? Was wuerde passieren? Ich glaube, wir wissen schon.

Fuer mich persoenlich ist das Thema Ausreiseantraege und die DDR eher beschaemend. Ich habe meine eigene Meinung dazu, und sie ist nicht 'Linientreu'. Es ist tragisch, dass jede kontroverse Frage bezueglich der DDR anscheinend auf den Nenner Unrechtsstaat sofort reduziert wird. Ich haette normalerweise was Sachliches zu diesem Thema beitragen koennen, weil -wie gesagt- ich mit den Ausreisebestimmungen nicht einverstanden war. Schreibt einer was, was nicht 100%-ig der Anti-DDR-Clique passt, wird er sofort niedergeschossen. Es besteht ein ewiges Entweder-Oder im Forum. Ich habe vieles in meinem Leben mitgemacht, erlebt und gelernt.... Als Wichtigstes ist vielleicht die Feststellung, dass unsere Welt (sowie die Wahrheit) selten aus Schwarz-Weiss besteht, sondern aus einer grossen Grauzone. In dieser Zone treffen wir uns, wenn wir ehrlich sind und die Wahrheit suchen wollen. Freund wie Feind trifft sich nicht, wenn man die Schuetzengraeber der festgefahrenen Standpunkte verteidigt.

Jens "I walk the walk and talk the talk!"


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