#1

Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2010 18:44
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

ist dieser artikel der "berliner zeitung" bekannt ?

Quelle: Berliner Zeitung - Archiv

Schluss mit der Schönfärberei

Krise pur: Um die DDR zu retten, plädierte ein Teil der Stasi für mehr Meinungsfreiheit

Ilko-Sascha Kowalczuk

Am 13. November 1989 spielten sich in der DDR-Volkskammer bis dahin unbekannte Szenen ab. Seit fast vier Tagen war der Daseinszweck der Berliner Mauer Geschichte. In der Volkskammer waren knapp 500 Funktionäre, die sich Abgeordnete nannten, zusammengekommen. Erstmals wurden ihnen vom Finanzminister Ernst Höfner sowie vom Chef der Plankommission, Gerhard Schürer, vorsichtig mitgeteilt, dass das Land im Prinzip Bankrott sei. Der berühmte Höhepunkt des Tages ereignete sich aber, als der Minister für Staatssicherheit Erich Mielke das Wort ergriff. Zum ersten Mal lachte das Auditorium, als er bekannte, sein Ministerium habe "einen außerordentlich hohen Kontakt zu allen werktätigen Menschen". Mielke sprach die Abgeordneten mehrfach mit "Genossen" an, so, wie es bislang üblich war. Eine Blockflöte meldete sich daraufhin und sprach zur "Geschäftsordnung": "In dieser Kammer sitzen nicht nur Genossen." Mielke antwortete historisch und politisch absolut korrekt: "Ich bitte, das ist doch nur eine formale Frage." Und dann sagte Mielke, der ohne vorbereitetes Redemanuskript ans Pult getreten und aus dem Konzept gebracht worden war, unter dem Gelächter der Abgeordneten "Ich liebe doch alle Menschen..." Es wurde das geflügelte Wort der Jahre 1989/90. Millionen lachten seither immer wieder darüber. In Mielkes Ministerium für Staatssicherheit (MfS) entfachte dieser Aufritt blankes Entsetzen, kaum jemand wollte anschließend mehr etwas mit ihm zu tun haben. Nichts hat den inneren Erosionsprozess des MfS so beschleunigt, wie dieser Auftritt des Ministers. Es war zugleich die beste Steilvorlage für die SED-Führung um Krenz und Modrow, nun fortan neben Honecker die gesamte Schuld für das Desaster auf das MfS abzuwälzen.

Historisch stellt sich dieser Vorgang etwas anders dar. Gewiss, Mielke reagierte nicht angemessen. Seine Arbeit und sein Ministerium zum Liebesministerium umzudichten, war nicht nur lachhaft, sondern ein Schlag ins Gesicht für Hunderttausende. Aber, was wollte Mielke mit seiner Rede eigentlich erreichen? Er hatte nicht geplant, Liebeserklärungen abzugeben. Der spontane Ausruf, "Ich liebe doch alle Menschen ...", richtete sich, was meist übersehen wird, allein an die Abgeordneten und war eine Reaktion auf die Frage, ob er sie nun mit "Genossen" anreden solle oder nicht. Mit seiner Rede wollte er die bis vor Minuten noch verbündeten Abgeordneten darauf hinweisen, dass sein Ministerium in den letzten Monaten und Jahren der SED-Führung in dichter Folge realitätsnahe Analysen über die gesellschaftliche Situation vorgelegt und immer wieder darauf hingewiesen hatte, dass bei einer Beibehaltung der bisherigen Politik das System in existenzielle Nöte gerate. "Alle Unzulänglichkeiten, manchmal von ganz kleinen Dingen nur bis zu den größeren, haben wir gemeldet. Wir haben die ganzen Schwierigkeiten aufgezeigt, die entstehen mit der Republikflucht, mit dem Verlassen der Republik." Und weiter: "Wir haben Vorschläge gemacht an der Stelle (...) Glaubt mir doch, wir haben sie gegeben. (...) Das Einzigste (sic) ist, dass vielleicht, was wir gemeldet haben, nicht immer berücksichtigt wurde und nicht eingeschätzt wurde."

Nun wusste fast niemand, was Mielke wirklich meinte. In historischer Perspektive aber hatte er recht. Mielkes Ministerium wollte keinen anderen DDR-Sozialismus, es hat aber die SED seit 1987 in einem Maße auf Gefahren hingewiesen, wie niemals zuvor in der DDR-Geschichte. Mielke bot keine Alternativen an, dies war auch nicht seine Aufgabe, er war nicht reformorientiert. Aber er drängte mehrfach auf politische Lösungen und Veränderungen, was auch immer er sich darunter vorstellte. Es wäre zu einfach, davon auszugehen, Mielke habe immer nur auf einer forcierten Repressionspolitik beharrt. Die Diskussions- und Entwicklungsprozesse seit 1987 zeigen, dass er für vorsichtige Wandlungen im System plädierte: unnachgiebig gegen Feinde und Gegner vorgehen, aber zugleich offensiv der Gesellschaft neue und attraktive politische Angebote unterbreiten.

Seit 1987 hatte die Bearbeitung der Opposition durch das MfS eine neue Stufe erreicht. Der Überfall auf die oppositionelle Umweltbibliothek in den Räumen der Zionsgemeinde im November 1987 waren vom MfS langfristig geplant und von SED-Politbüromitgliedern wie Honecker, Krenz oder Schabowski im Vorfeld gebilligt worden. Das Gleiche gilt für die Vorgänge um die Luxemburg-Liebknecht-Demonstration, als Ausreisewillige und Oppositionelle unter der Luxemburg-Losung "Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden" gegen das Regime demonstrieren wollten und anschließend prägende Köpfe der Opposition wie Bärbel Bohley, Wolfgang und Lotte Templin, Freya Klier, Stefan Krawczyk, Ralf Hirsch, Vera Wollenberger(Lengsfeld) oder Werner Fischer in den Westen gezwungen worden waren.

Bislang wenig bekannt ist aber, dass die Pläne des MfS auf einer Einsicht basierten, die so gar nicht in das öffentliche Bild über die Geheimpolizei passen mögen. Denn Mielke und seine Genossen waren seit 1987 immer mehr zu der Einsicht gekommen, dass mit ihren Mitteln allein der Opposition nicht mehr beizukommen ist. Vor allem deren ständige Präsenz in bundesdeutschen Medien machte der Stasi zu schaffen. Und nach jeder Verhaftung oder Ausweisung schienen zehn neue "Feindpersonen" die entstandene Lücke auszufüllen. Mielkes Ministerium wies deshalb mehrfach darauf hin, dass die Opposition stärker mit politischen denn mit strafrechtlichen oder geheimpolizeilichen Mitteln bekämpft werden müsse - auf letztere sollte freilich nicht verzichtet werden.

Am 20. August 1987 entstand im MfS ein Strategiepapier, das zeigt, dass der Überfall auf die Umweltbibliothek und die dort bestehende illegale Druckerei keineswegs spontan und unüberlegt erfolgte. Die "politisch-operative Arbeit" würde allerdings erschwert, so heißt es dort, durch die Tabuisierung von Gesellschaftsproblemen, Schönfärberei in der Presse und mangelnde Meinungsfreiheit - ein erstaunliches Eingeständnis. Gerade vor dem Hintergrund von Gorbatschows Politik, die viele staatsloyale Menschen begrüßten, müsse sich etwas ändern. Das MfS schlug vor, dass die SED-Bezirkspresse sowie die Junge Welt und der Sonntag bislang verschwiegene oder zu einseitig behandelte Themen aufgreifen; auch Fachblätter sollten sich öffnen. "Darüber hinaus wird vorgeschlagen, ein spezielles periodisch erscheinendes Publikationsorgan zu schaffen, mit dem eine direkte ideologische Auseinandersetzung mit feindlich-negativen ideologischen Konzeptionen und deren Trägern in der DDR geführt wird. Dieses Publikationsorgan soll durch einen Sonderstatus abgesichert werden, um zu vermeiden, dass die in ihm geführten Polemiken regierungsoffiziellen Charakter annehmen und damit auf außenpolitische, außenwirtschaftliche und andere staatliche Interessen der DDR 'durchschlagen'."

Mehrere Möglichkeiten schlugen die MfS-Strategen vor; sie dachten an die "Umprofilierung der Weltbühne", und an die Neugründung von speziellen staatlichen Beratergremien, die eine solche Zeitschrift publizieren sollten. Auch die Herausgabe durch die Akademie der Wissenschaften wurde erwogen oder ihr Erscheinen "als Zeitschrift einer exklusiven Gruppe von Gesellschaftswissenschaftlern". Der Adressatenkreis sollte groß und keineswegs exklusiv sein und SED-Funktionäre, Gesellschaftswissenschaftler, Lehrkräfte an Hochschulen, Staatsbürgerkundelehrer und Blockpartei- und Verbandsfunktionäre erfassen. In ihr sollten nicht nur brisante gesellschaftliche Probleme kontrovers diskutiert werden, sondern auch MfS-Informationen einfließen sowie Nachdrucke von westlichen Beiträgen und aus dem Samisdat der Opposition erfolgen. Zwar ist es zu dieser Zeitschrift nie gekommen, aber dieser erstaunliche Vorschlag verdeutlicht, dass es innerhalb des MfS Kräfte gab, die durchaus sahen, dass mit einer bloßen Repressionspolitik der Opposition nicht beizukommen war. Das Projekt sollte der Sogwirkung der oppositionellen Öffentlichkeitsarbeit entgegenwirken. Denn das MfS beobachtete, dass die Ideen der Opposition via Westmedien bei vielen Menschen auf fruchtbaren Boden stießen. Der zentrale "sachliche Schwerpunkt", so die Strategen im August 1987, bilde die Bekämpfung der "periodisch erscheinenden Untergrundzeitschriften" wie "Grenzfall" oder "Umweltblätter" und anderer öffentlichkeitswirksamer Tätigkeiten.

Mielke war es dann auch, der das SED-Politbüro gerade ab Sommer 1989 fast täglich von den neuen beunruhigenden Entwicklungen informierte. Dort aber spielte man Büromikado. Der MfS-Minister war in der Tat einer der wenigen, der zur politischen Handlung aufforderte. In einer Politbürositzung meinte er: "Während wir sitzen, hat sich die Lage schon verändert." Und entgegen einer langlebigen Legende sagte er auch mehrfach: "Wir können doch nicht anfangen, mit Panzern zu schießen."

Es besteht kein Grund, das MfS und Mielke historisch prinzipiell neu zu charakterisieren. Notwendig erscheint es aber, die damaligen Vorgänge genau zu untersuchen. Denn einen langlebigen Erfolg können wir noch heute bestaunen: dass die Wut der Menschen allein das Ministerium für Staatssicherheit traf und weitaus weniger dessen Auftraggeberin, die SED, war nicht zuletzt ein Werk, das die Nachfolger von Erich Honecker, zunächst Egon Krenz und Günter Schabowski, dann Gregor Gysi und Ministerpräsident Hans Modrow, geschickt inszenierten.


------------------------------
Der Autor ist Historiker, arbeitet als Projektleiter in der Forschungsabteilung der Birthler-Behörde und legte jüngst im Verlag C.H. Beck das Buch "Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR" vor.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
zuletzt bearbeitet 14.04.2010 18:47 | nach oben springen

#2

Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2010 18:56
von exgakl (gelöscht)
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Hallo Gilbert,

ein sehr interessanter und spannender Artikel. Wann ist der in der BZ erschienen?

VG exgakl


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#3

RE: Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2010 19:09
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

schon vor einiger zeit. daher ist er nur noch im archiv der zeitung zu finden.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#4

RE: Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2010 19:09
von Pitti53 | 8.786 Beiträge

na auf die antworten bin ich aber gespannt


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#5

Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2010 19:16
von Huf (gelöscht)
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Ich finde auch, Gilbert, dass der von Dir neu aufgemachte Thread mit der Darstellung aus der BZ von damals interessant ist.
Er bestätigt, dass viele Jahre das MfS ein Machtorgan der SED war. "Naturgemäß" gewann das MfS durch seine Tätigkeit Erkenntnisse, die es den SED-Machthabern meldete. Damit hier nicht wieder ein schweres Mißverständnis entsteht, ich meine natürlich die Abteilungen, die sich mit den inneren Vorgängen befassen.
Daraus ergibt sich, dass die Stasi Ende der 80er Jahre Erkenntnisse über den wirtschaftlichen und innenpolitischen Zustand der DDR verfügte, wie keine andere DDR-Institution. Dass man im Politbüro, im ZK und darüberhinaus nicht reagierte würde ich auch nicht dem MfS anlasten.
Aber dieser Befund hatte keine Konsequenzen, außer vielleicht die, dass später im Zuge der Tage im Oktober 1989 keine flächendeckende Gewaltanwendung seitens des Machtapparates erfolgte (Spekulation von mir).

Die Ignoranz der Partei- und Staatsführung traf also letztendlich auch reformbereite, politisch verantwortungsbewusste MfS-Mitarbeiter höheren Ranges. ... Das nimmt man erst mal zur Kenntnis, ich würde es auch nicht für unwahrscheinlich zu jener Zeit halten.
Hier liegt viel Diskussionsstoff! Und das Thema, was wäre, wenn...

Trotz allem, Gilbert, ein gutes Thema, dass uns hoffentlich wieder mehr sachbezogene Diskutierfreude abverlangt!

Huf


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#6

Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2010 19:30
von nolle (gelöscht)
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Wirklich sehr Interessant. Jeder kennt - ich liebe euch doch alle -, aber wohl fast niemand den genauen Zusammenhang. Aber da ist es wieder, Information und Diskussion nur für Auserwählte, naja man konnte wohl nicht aus seiner Haut. Aber immmerhin es wäre ein Fortschritt gewesen.
Tschüß


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#7

Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2010 19:36
von Huf (gelöscht)
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Trotzdem muss man nachfragen, ohne gleich provozieren zu wollen, ob die Sachverhalte damals so waren. Weil ich glaube, dass Herr Mielke und hohe MfS-Leute zum Zeitpunkt der Absetzung von E. Honecker auch eine Gelegenheit gehabt hätten, sich "situationsgemäß" gegenüber dem Volke zu erklären. (Oder ist das zu gewagt?)


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#8

RE: Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2010 19:55
von Pitti53 | 8.786 Beiträge

neee huf.die chance war da schon vertan.leider


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#9

RE: Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2010 20:06
von Huf (gelöscht)
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Das kommt darauf an, was man aus damaliger Sicht noch erwartet und geglaubt hätte.
Selbstverständlich wäre es besser gewesen, dass MfS wäre durch Volkskammer und entsprechende Ausschüsse kontrolliert worden, aber das ging ja nicht!...


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#10

RE: Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2010 20:10
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Eigentlich einige brauchbare Ansätze,aber selbst wenn man 1987 so gehandelt hätte,die Lawine war doch schon mit
Schwung am rollen, auch wenn es die meisten nicht mitbekommen haben.



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#11

RE: Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2010 20:57
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Huf
Trotzdem muss man nachfragen, ohne gleich provozieren zu wollen, ob die Sachverhalte damals so waren. Weil ich glaube, dass Herr Mielke und hohe MfS-Leute zum Zeitpunkt der Absetzung von E. Honecker auch eine Gelegenheit gehabt hätten, sich "situationsgemäß" gegenüber dem Volke zu erklären. (Oder ist das zu gewagt?)




Gelegenheiten um sich zu erklären gab es und sie wurden auch genutzt, siehe Interview der Neubrandenburger "Freien Erde" mit unserem Leiter der BV Neubandenburg dem Gen. GM Peter Koch, doch wer wollte uns denn noch zuhören oder glauben.

Zitat

Leser riefen uns an, weil sie der Meinung sind, daß in Ihrer Dienststelle Dokumente vernichtet würden. Was sagen Sie dazu?

Ganz klar und unmißverständlich: Material, von dem gemeint ist, es könnte Beweismaterial gegen Andersdenkende sein, ist nicht vernichtet. Im Hinblick auf die vorgesehene Reduzierung der Mitarbeiter auf weit unter 50 Prozent ist jedoch ganz persönliches Arbeitsmaterial, das mit dem Ausscheiden aus dem Dienst gegenstandslos ist, vernichtet worden. Das geschieht auch mit der Absicht, daß dieser Gebäudekomplex freigegeben wird für andere bewaffnete Organe, was übrigens für die kommunalen Belange der Bezirksstadt von Bedeutung ist. Das eigentliche Material, was Arbeitsgegenständ war, ist vorhanden und kann durch einen Untersuchungsausschuß nachgeprüft werden.

Von der Lauterkeit Ihrer Darlegungen könnte sich also auch die Öffentlichkeit überzeugen?
Ja, so bald wie möglich, von mir aus heute, morgen.

Am kommenden Sonnabend findet in der Bezirksparteischule eine Aussprache statt, die das Neue Forum organisiert und in der Sie Rede und Antwort stehen werden. Was wollen Sie dem Volk sagen?
Ich möchte versuchen, uns zu erklären, Transparenz zu schaffen, aber auch auf Einzelfälle einzugehen, gemäß der damaligen gesetzlichen bzw. Befehlsfolge. Dabei habe ich auch Probleme des grenzüberschreitenden Reiseverkehrs im Auge, dieser unverantwortlichen Größenordnungen der Sicherheitsüberprüfungen. Eins kann ich generell sagen: Gesetzesverletzungen oder Willkürakte im Sinne dessen, was in Berlin oder anderswo geschehen ist, das hat es bei uns nicht gegeben."




Zitat von Huf

Selbstverständlich wäre es besser gewesen, dass MfS wäre durch Volkskammer und entsprechende Ausschüsse kontrolliert worden, aber das ging ja nicht!



Das MfS wurde doch durch: "entsprechende Ausschüsse" kontrolliert, dies waren u.a. die Sicherheitskommission beim PB des ZK der SED sowie die Abteilung für Sicherheitsfragen des ZK der SED. Parlamentarische Kontrolle kann auch nur teilweise erfolgen und ist nicht zielführend. Dazu meinte Herr Wolfgang Schäuble folgendes:

Parlamentskontrolle zielt auf Öffentlichkeit, Nachrichtendienste aber brauchen den Verzicht auf Öffentlichkeit. Wir benötigen eine andere Art der Kontrolle der Nachrichtendienste, vielleicht sollten wir eine bestimmte Persönlichkeit dafür berufen. Das machen wir ja bei der Finanzkontrolle durch die Rechnungshöfe ja auch.

Sprich eine Behörde soll eine Behörde kontrollieren, diese wird lediglich vom Parlament dazu ermächtigt.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 15.04.2010 06:36 | nach oben springen

#12

RE: Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2010 21:14
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.


[blau]Das MfS wurde doch durch: "entsprechende Ausschüsse" kontrolliert, dies waren u.a. die Sicherheitskommission beim PB des ZK der SED sowie die Abteilung für Sicherheitsfragen des ZK der SED.



Hat diese Sicherheitskommission des PB jemals gegen eine Entscheidung des MfS agiert oder sonst eingegriffen?

AZ


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#13

Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2010 21:33
von wibi (gelöscht)
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Hallo zusammen,Gilbert sehr interessant,ich betrachte es aber trotzdem für das freischwimmen der Firma.Ihr habt alle Macht gehabt,deshalb möchte ich mal wissen,in wie weit es Überlegungen gegeben hat zu putschen.Putsch ist doch auch ein Mittel bei den Kommunisten um eine andere Politik zu bewerkstelligen.Das Klima war doch günstig zu mal in der SU Gorbi an der Macht war.
In wieweit hat sich die Firma mit der Wirtschaft beschäftigt ? Die "DDR" war ja schon 86 am Ende und hat den größten"Feind"Strauß eingeladen.Galinski und E.Bronfinan von Judischen Weltkongress hat man eingeladen(mit Juden hat man ja nicht viel am Hut gehabt) irgend wie mußte Geld her.Die 2 Herren hat man sogar versprochen sich mit ihren Forderungen der Wiedergutmachung zu beschäftigen,wenn sie nur erst einmal helfen.Ich habe schon mal wo anders gefragt was hat der Schalk für eine Rolle bei der Firma gespielt.Der übertriebene Sozialstaat konnte so einfach nicht durch halten.Das gleiche Problem haben wir jetzt wieder dazu habe ich jetzt noch eine Frage wieviel Mark ist in die deutsche Einheit eingegangen bzw Verbindlichkeiten ?


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#14

RE: Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2010 07:10
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Augenzeuge

Zitat von Feliks D.


Das MfS wurde doch durch: "entsprechende Ausschüsse" kontrolliert, dies waren u.a. die Sicherheitskommission beim PB des ZK der SED sowie die Abteilung für Sicherheitsfragen des ZK der SED.



Hat diese Sicherheitskommission des PB jemals gegen eine Entscheidung des MfS agiert oder sonst eingegriffen?
AZ




Sicher wird es dies gegeben haben, schließlich hatten die SK und später ihr Nachfolger der NVR hier sehr weitreichende Kompetenzen. Am 10. Februar 1960 wurde das Gesetz zur Bildung des Nationalen Verteidigungsrats der DDR von der Volkskammer offiziell beschlossen und dessen §2 bestimmte: "Der Nationale Verteidigungsrat trägt für seine Tätigkeit der Volkskammer und dem Staatsrat der Deutschen Demokratischen Republik gegenüber die Verantwortung". Also wurde in der DDR das verwirklicht, was ein Herr Dr. Schäuble heute für die BRD fordert.

Dies widerlegt ganz deutlich die, sehr häufig und hier auch von dir vertretene, These des unkontrollierten und absolut eigenmächtigen Wirkens des MfS als "Staat im Staate". Das MfS war, ebenso wie das MdI oder das MfNV, nie etwas anderes als ein von den zuständigen Organen der DDR (z.B. NVR) kontrolliertes und angeleitetes Ministerium der bewaffneten Organe der DDR.

Verantwortlich für diese Organe und die DDR an sich, zeichnete nun einmal die Partei der Arbeiterklasse der DDR nämlich die SED. Möchtest du Verantwortliche, für was auch immer, suchen dann solltest du dort beginnen. Das MfS ist, wie o.a. Artikel auch belegt, hierfür der falsche Ort.

Festzustellen bleibt, dass das MfS die polititsche Führung umfassend über alle Probleme informierte, selber notwendigen Reformbestrebungen gegenüber positiv eingestellt war, eigene Vorschläge in diese Richtung unterbreitete und für einen friedlichen Machtübergang 1989/90 eintrat. Dies sollte bei einer zukünftigen Neubewertung des MfS und seiner Arbeit nicht unbedacht bleiben.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 15.04.2010 09:02 | nach oben springen

#15

RE: Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2010 09:26
von wosch (gelöscht)
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[quote="Feliks D."]

Verantwortlich für diese Organe und die DDR an sich, zeichnete nun einmal die Partei der Arbeiterklasse der DDR nämlich die SED. Möchtest du Verantwortliche, für was auch immer, suchen dann solltest du dort beginnen. Das MfS ist, wie o.a. Artikel auch belegt, hierfür der falsche Ort.

Na Felix, hast Du schon vergessen, daß Ihr "Hauptamtlichen" doch alle gerade in dieser Partei (SED) zu Hause ward und daß Euer Ober-Erich (Mielke) sogar mit im ZK und im Politbüro gesessen hatte?? Das mit den "Persilscheinen" war doch Gestern, oder?
Schönen Gruß aus Kassel.

P.S: Gilbert, wird wohl wieder "Schwachsinn" gewesen sein, aber daß Ihr Alle in dem Haufen drin gewesen seid, wird wohl trotzdem stimmen!


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#16

RE: Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2010 09:44
von Alfred | 6.841 Beiträge

wosch,

nur mal zur Info, auch das MfS war ein MILITÄRISCHES Organ mit Dienstgraden, Befehlen und allem was dazu gehört.

Es gab immer zwei Schienen, einmal die DIENSTLICHE und 1 x die PARTEI.

Es muss aber auch gesagt werden, dass die Regierung der DDR immer vom MfS informiert wurde, nicht nur in den 80 er Jahren.


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#17

RE: Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2010 09:59
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von wosch


P.S: Gilbert, wird wohl wieder "Schwachsinn" gewesen sein, aber daß Ihr Alle in dem Haufen drin gewesen seid, wird wohl trotzdem stimmen!



ja wie immer. ich hätte von dir auch nichts anderes erwartet. evtl. solltest du vorher etwas lesen...


http://www.bstu.bund.de/nn_712566/DE/Pub...df/pdf_haXX.pdf


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#18

RE: Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2010 10:19
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von wosch


Na Felix, hast Du schon vergessen, daß Ihr "Hauptamtlichen" doch alle gerade in dieser Partei (SED) zu Hause ward und daß Euer Ober-Erich (Mielke) sogar mit im ZK und im Politbüro gesessen hatte??



1. Waren nicht 100% der MA in der SED!

2. Spielt dies keine Rolle! Wenn ich heute z.B. als CDU-Mitglied beim BND, BMI, o.ä. arbeite, dann habe ich auch keinen Einfluss auf die Politik der Regierung. Siehe auch die Erklärung von Alfred.

3. Wird der Genosse Minister in den von dir angesprochenen Kreisen sicher auf Fehlentwicklungen hingewiesen haben. Diese zu beseitigen war ihm alleine jedoch nicht möglich und dies war auch nicht seine Aufgabe.


Im Sinne einer sachlichen Diskussion würde ich dich bitten, deine Vorwürfe vor dem Absenden deiner Beiträge noch einmal auf ihre Sinnhaftigkeit zu prüfen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 15.04.2010 10:23 | nach oben springen

#19

RE: Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2010 11:21
von wosch (gelöscht)
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[quote="Feliks D.

Im Sinne einer sachlichen Diskussion würde ich dich bitten, deine Vorwürfe vor dem Absenden deiner Beiträge noch einmal auf ihre Sinnhaftigkeit zu prüfen.[/quote]


Wieso Vorwürfe Felix, waren doch nur Feststellungen!!
Schönen Gruß aus Kassel.


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#20

RE: Artikel der Berliner Zeitung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2010 11:45
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von wosch

Wieso Vorwürfe Felix, waren doch nur Feststellungen!!
Schönen Gruß aus Kassel.




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