#61

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.04.2010 18:59
von Huf (gelöscht)
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Na Feliks, da ist es ja wieder...., das leidige Thema!

Dass ehemalige MfS-Leute auch heute Bewegungsprofile u.ä. erstellen können, und dies und anderes vermutlich auch tatsächlich tun, habe ich schon immer gesagt. Denk mal an meinen allerersten Beitrag im Forum. Man wollte mich teeren und federn!
Ich habe in den vorherigen Beiträgen, ich glaube bei altgrenzer, gelesen, dass falsche Beobachtungsschlußfolgerungen in die Akten harmloser Bürger geraten sind.
Kann ich bestätigen: Ich hatte mindestens ein Wochenende im Krankenhaus Dienst. Freitag früh fuhr ich mit dem Rad mit großer Reisetasche (Inhalt: Wäsche u.ä.) los und kehrte dann am Montag gegen 17:00 Uhr zurück. In meiner Akte steht: Die Ehe der xxxx scheint nicht intakt, weil Herr xxxx öfter am Wochenende allein verreist.
Dazu kannst Du jetzt was sagen, aber nicht irgendeine rechtfertigende Ausrede!

Huf


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#62

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.04.2010 19:34
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Etwas dazu sagen, aber keine Ausrede... na du traust mir ja was zu. Tja mein lieber Huf, wie wäre es dann mit einer kleinen Erklärung?


1. Der Altgrenzer hat einen Nachbarn der im Rahmen einer Umfeldermittlung zu Protokoll gibt, der Altgrenzer fährt am Wochenende gerne mit seinem KfZ in den Garten.

2. Unser Huf als junger dynamischer Arzt arbeitet das ganze Wochenende im Krankenhaus und nimmt daher seine Wechselwäsche mit. Der IM Xyz sieht dies und zieht daraus seine Schlüsse, die er anschließend seinem FO meldet.


Jetzt steht dieser Punkt also in der Akte und darüber grübelt ihr jetzt seit eurer Akteneinsicht. Danke, gerade solche Aussagen erheitern mich immer mal wieder und treiben mir hier am Laptop ein Grinsen ins Gesicht.

Also die Meldung kommt natürlich erst einmal zu den Akten, aber glaubt ihr beide im Ernst die Meldungen der IM wurden nicht hinsichtlich ihres Wahrheitsgehaltes überprüft? Bei allem was ihr uns sonst so vorwerft traut ihr uns zu, den Aussagen eines IM blind zu vertrauen? Dieses extreme Maß an Dissonanz hier im Forum überrascht mich immer wieder. Die Aussagen eines IM bildeten lediglich einen kleinen Teil eines Puzzels und mußten natürlich mit den bisherigen Erkenntnissen im Kontext stehen. Außerdem wurden sie mit anderen Berichten abgeglichen, fielen sie hier aus dem Rahmen so wurde die Aussage mit anderen Quellen nochmals geprüft. Wurde der betreffende IM anschließend als unzuverlässig eingestuft, wurde je nach Sachlage die Zusammenarbeit mit dieser Quelle eingestellt.

Was meint ihr wohl wie lange es gedauert hat um festzustellen, dass Altgrenzer gar keinen Garten hat bzw. andere Quellen eigentlich nur von einer glücklichen Familie Huf berichten?


Gerade solche Aussagen sind es die mich in meiner Meinung bestärken, dass es ein Fehler ist jedem Laien den Einblick in seine Akte zu gewähren.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 11.04.2010 19:36 | nach oben springen

#63

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.04.2010 19:49
von Huf (gelöscht)
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Feliks, wie schon öfter gesagt, ich habe nicht vor, Dich persönlich für das Treiben des MfS hier vorzuführen! Es ist schon ganz gut, wenn man mit einem "Ehemaligen" verhältnismäßig offen diskutieren kann.
Zu Sache: Es erscheint mir schon vorstellbar, dass Berichte von IM´s geprüft worden sind. Lachen kann ich jedoch angesichts der Brisanz des Themas nicht darüber!
In meinem Fall war o.a. aktenkundige Aussage aber beispielsweise ein Verhinderungsgrund für eine Reise nach Hamburg 1988!Familienmäßig, versteht sich. Also waren der Diffamierung, der bewußten Denunziation oder schlichtweg der Fehlinterpretation Tür und Tor geöffnet, oder?
Übrigens war unsere damalige Wohnung völlig verwanzt, einschließlich der Telefonüberwachung. Damals, 1990, habe ich drei Tage gekotzt und war völlig fertig.
Falls es interessiert kann ich Euch mal berichten, wie man mich als IM werben wollte und wie ich mich dem entzogen habe.

Huf


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#64

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.04.2010 20:08
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Stellt sich die Frage ab wann in deiner Wohnung operativ-technische Mittel eingesetzt wurden? Dies solltest du ja aus deiner Akte wissen.

War dies zu diesem Zeitpunkt bereits der Fall dann wird diese Aussage alleine nicht als ursächlich für die Verweigerung der NSW-Reise anzusehen sein, da ja dann auch andere Ermittlungsergebnisse vorlagen.

Zitat von Huf
Also waren der Diffamierung, der bewußten Denunziation oder schlichtweg der Fehlinterpretation Tür und Tor geöffnet, oder?



Nein! Wie ich oben schrieb wurden Aussagen überprüft und mußten ins Gesamtbild passen. Bloße Diffamierung oder bewußte Denunziation wären also schnell aufgefallen und hätten auch für den IM unangehnehme Folgen haben können, da ich schnell Zweifel an seiner aufrechten Einstellung zu unserem Staat und seinen Organen bekommen hätte. Somit kann von Tür und Tor keine Rede sein! Fehlinterpretationen können natürlich, damals wie heute, immer mal wieder vorkommen.

Anderseits interessant, welch einen Aufwand du damals verursacht hast. Ich möchte nicht wissen was du so an feindlich-negativen Aktivitäten an den Tag gelegt hast, um solche eine Aufmerksamkeit auf dich zu ziehen.

Falls du Angehöriger eines staatsfeindlichen Kirchenkreises o.ä. warst, kann ich mir schon vorstellen wie und warum man dich als IM werben wollte. Schließlich hätte man somit ein Mitglied aus dieser Gruppe herausbrechen können und selbst eine Quelle palzieren können. Aus operativer Sicht durchaus richtig.

Um sich einer Werbung zu entziehen reichte ein schlichtes Nein, dies ist mittlerweile auch von der BStU als Tatsache festgestellt worden.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 11.04.2010 20:12 | nach oben springen

#65

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.04.2010 20:27
von Huf (gelöscht)
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Feliks, es war so, als wir vom Studium zurück in unsere Stadt kamen, war die Wohnungssituation sicherlich nicht einfach, Ehepaar ohne Kind, beide Elternteile in der Stadt.
Der Ärztliche Direktor der damaligen Poliklinik war jedoch sehr einflussreich, weil seine Ehefrau, Kaderleiterin in einem ortsansässigen großen Industriebetrieb, Abgeordnete der SED-Fraktion in der Volkskammer war, und schon damals händerringend Hausärzte gesucht wurden.
Wir bekamen also jene, relativ unkomfortable Wohnung unter dem Dach zugewiesen ( wie bei " Das Leben der Anderen "). Dabei wußten wir anfangs nicht, dass diese Wohnung zuvor von einer Familie mit Ausreiseantrag und späterer Bewilligung bewohnt worden war. Also brauchten nur die vorhandenen Installationen reaktiviert bzw. erweitert werden.

Und noch etwas, Feliks: Natürlich ist man als Leser seiner Akte ein Laie im Sinne des verfluchten MfS.
Aber es lässt bisher nicht erklärliche Ereignisse und Wendungen im wahren Licht erkennen. Dabei war es massiv enttäuschend für mich, wie man Verhalten oder Äußerungen denunziativ bewußt falsch interpretiert hat und somit ein Feindbild meiner Person erstellt hat, das der Realität nicht entsprach.
Und nach Erstellung dieses Abbildes von mir warb man mich erpresserisch für das MfS als IM.
Will das einer wissen? Keine Angst, ich habe es abgewehrt.

Huf


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#66

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.04.2010 20:53
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Habe noch nicht alles im Fred gelesen, aber ich schrieb schon mal so sinngemäß, das ich in einem sehr staatsnahen Baubetrieb gearbeitet habe, und waren wir im Stammbetrieb vor Ort, um Vorbereitungen für Montagen auf bestimmten Baustellen zu treffen, dann gab es da einen großen Frühstücks/ Mittagsraum, da traf sich der ganze Betrieb.
So gab es Tische, da saßen unterschiedliche Gewerke und die Diskussionen flogen von Tisch zu Tisch und der Staat DDR kam nicht immer gut weg, was Witze, wirklich derbe Witze betraf, und Keiner, nicht Einer musste zu einem " Gespräch", eventuell einsitzen oder anderer Sachen.
Soviel zur Meinungsfreiheit in der alten DDR.
Entweder müssen alle "IM" im Betrieb geschlafen haben...keine Ahnung?
Ich hatte es damals schon im Urin, unser Betruiebsdirektor war Offizier der Staatssicherheit, was mir nach der Wende durch verlässliche Freunde bestätigt wurde.
Er war komischerweise ein harter Hund und nicht immer gern auf dem Bau gesehen, aber man konnte zu ihm kommen, immer wenn der Schuh arbeitsmäßig drückte.
Das Problem wurde anschließend gelöst. Lese ich heute über " Überwachung total in der DDR", kommt mir der Begriff Paranoia in den Sinn.
Wo also Einer hinter jeder Ecke Einen sieht, der ihm Böses will und wollte.
So ein Schwachsinn, muss ich da sagen.

R-M-R


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#67

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.04.2010 21:22
von Mongibella (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.

Zitat von Mongibella


....entweder du hilfst uns oder du kommst nach Schwedt ist schlichtweg eine Erpressung!




Oder ein "Absehen von Maßnahmen der strafrechtlichen Verantwortlichkeit" nach §25 StGB wenn du deine Tat durch eine, der schwere der Tat angemessene, Wiedergutmachung ernsthaft bereust und eine positive Einschätzung deiner Gesetzestreue für die Zukunft vorliegt.

Dadurch wurde vielen Bürgern die, z.B. im Suff, einmalig eine Dummheit begangen hatten die Möglichkeit gegeben, ohne Strafverfahren und Gerichtsprozess, diese wieder gut zu machen und sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern.

Eine gute Möglichkeit wie ich finde.




Ich sag ja nicht das deine Sicht für dich falsch ist Feliks....soweit kennst du mich ja schon....ich sag ja nur wie ich es sehe....und ich sehe es so: Ich finde schlicht und ergreifend falsch, das ich meine Kameraden ans Messer liefern sollte für eine Bagatelle....ich war schlicht betrunken und hatte vor einer Handvoll Leuten nachts in einer Ferkeltaxe deinen Staat kritisiert und mein Mißfallen geäussert....warum war ich betrunken....tjaaaa, weil ich nach 13 Wochen endlich mal die Sau rauslassen durfte, wissend das ein BW-Soldat lekker jedes Wochenende nach Haus durfte....ich aber nich, da sammelt sich so manche Frustration an und das kann dann so laufen, wie es gelaufen ist....das verstehst du doch sicher auch....soweit kenn ich dich ja nun auch....

....für die Bagatelle waren ja schliesslich die 5 Tage Arrest in Rostock wohl angemessen(ohne Erpressung meine Kameraden auszuspionieren)....aber sicher keine 6 Monate Disziplinareinheit in Schwedt....das war schlicht und einfach fett übertrieben....wie so einiges in diesem überpreussischen Staat....

Zu den Filmen weiter oben....dieses ELENA....dat hatten wir doch in der DDR in ziemlich einfachen Form anhand der Kaderakte....da wurd doch jede betriebliche Verfehlung drin festgehalten und man war für immer und alle Zeit gebrandmarkt....ich sach nur soviel, da war letztens ein Mädchen hier mit der Fragestellung der flächendeckenden Überwachung....wenn du es so willst, kam das einer solchen doch ziemlich nahe....und das mal ganz ohne Stasi....

groetjes

Mara


zuletzt bearbeitet 11.04.2010 21:47 | nach oben springen

#68

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.04.2010 21:23
von Huf (gelöscht)
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Rainer,
bei allem Wohlwollen, Du hast auch nicht die Wahrheit gepachtet!
Für manchen Menschen, der Deinen letzten Beitrag liest, ist einiges schon verletzend, zumal Du ja nicht aus Deiner persönlichen Erfahrung auf die ganze DDR schließen kannst.
Es gab wirklich Leute in der DDR, und das waren keine Spinner, denen von der Stasi arg zugesetzt worden ist. Vielen zu Unrecht!
Leider ergab sich diese Erkenntnis erst lange nach der Wende, als viele schon "ihr Schäfchen im Trockenen hatten".
Also sei so fair, und lass die Menschen frei zu Wort kommen, denen man zu Unrecht Böses angetan hat!
Denn entgegen aller Behauptungen war die Stasi kein normaler Geheimdienst, wie ihn jeder Staat hat!

Huf


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#69

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.04.2010 21:34
von Mongibella (gelöscht)
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Zitat von Huf
Falls es interessiert kann ich Euch mal berichten, wie man mich als IM werben wollte und wie ich mich dem entzogen habe.



Mich interessieren solche Geschichten immer Huf....ich hatte ja auch mal ein kurzes *Vergnügen* mit der Firma....ein sehr Kurzes zum Glück....nachher betrachen einzig und allein zu meinem Vorteil....aber das war halt nur das Glück der Stunde letztendlich....

....mich interessiert aber auch die Sicht der MfS-Internen so wie Feliks, die wirklich von ihrer Arbeit überzeugt waren und derer Notwendigkeit....meines Erachtens darf er sich jetzt auch garnich ärgern, das wir in einer so dermassen überwachten Gesellschaft leben, die Möglichkeiten wie sie es heute gibt, wären sicher ein Segen gewesen für seine Arbeit damals....

in dat Sinn

Mara


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#70

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.04.2010 21:50
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Huf,dann rudere ich zurück, sollte es falsch herübergekommen sein. Jedem seine Zeit, jedem seine ganz persönlichen Erlebnisse, ob in positiven oder negativen Sinne.
Ich habe die Wahrheit nicht gepachtet, damals und heute nicht, bin nur ein Wicht...aber verzeih, leuchten lass ich doch mein Licht.

R-M-R


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#71

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.04.2010 22:11
von wibi (gelöscht)
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Hallo zusammen,Rainer es ist einfach toll was Du immer von Dir gibst,Du warst so Linientreu und bist es noch,das Feliks(der ja meine Fragen nicht mehr beantwortet)Dich gut einarbeiten kann bei seiner Firma.Du hast in der"DDR"überhaupt nichts erlebt,weil Du Befehlsempfänger wars und damit brauchbarer Staatsbürger.Ich bin mir sehr sicher,das Du ab 90 angefangen hast aus Deinen heruas zu kommen und merkst jetzt wie kalt es in der Freiheit ist.Was Huf erlebt hat,davon hast Du nicht mal geträumt.Mitschwimmen das war angesagt und dann gings ganz gut.Die totale Überwachung beziehst Du auf den MfS.aber es war doch alles organisiert,Hausbuch,Hausgemeinschaften,ABV.sozial.Brigaden,Kampfgruppen usw.Feliks Aussage ist völlig richtig,es gab doch genug von IMs um es genau heraus zufinden.Feliks Jargon zeigt doch deutlich"staatsfeindliche Kirchenkreise,herausbrechen"usw.das es um Überwachung und nicht um freie Meinungsaußerung ging.Die"DDR" war ein Internierungslager,wenn es 70 aufgemacht worden wäre,dann wäre Feliks mit seiner Firma und Rainer und noch paar andere allein geblieben.Noch ein Fall den ich kennen lernen durfte,ein Berufsk. von Rainer hatte Frust und ging nach der Arbeit in die Kneipe.Er trank wohl etwas viel und da kam der Satz:habe die Schmauze voll,ich haue ab.Es verging 1/2 Std und wurde in diesen Zustand abgeholt und wurde wegen versuchte R.Flucht zu 1,5 Jahren verurteilt.Als ich 90 wieder meine Heimat betreten konnte,traf ich einen mir gut bekannten Musiker einer bekannten Band.Er sagte mir zu deiner Zeit war es schon schlimm,aber zuletzt,wenn 2 Mann auf der Str standen und sich unterhielten und ein dritter kam dazu mußte davon ausgegangen werden,des es ein IM war.Das muß nicht unbedingt stimmen aber so haben es die meisten empfunden.Selbstverständlich werden wir heute auch überwacht aber die Folgen sind nicht die wie zu"DDR"Zeiten.


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#72

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.04.2010 22:30
von Rostocker | 7.736 Beiträge

Zitat von Huf
Rainer,
bei allem Wohlwollen, Du hast auch nicht die Wahrheit gepachtet!
Für manchen Menschen, der Deinen letzten Beitrag liest, ist einiges schon verletzend, zumal Du ja nicht aus Deiner persönlichen Erfahrung auf die ganze DDR schließen kannst.
Es gab wirklich Leute in der DDR, und das waren keine Spinner, denen von der Stasi arg zugesetzt worden ist. Vielen zu Unrecht!
Leider ergab sich diese Erkenntnis erst lange nach der Wende, als viele schon "ihr Schäfchen im Trockenen hatten".
Also sei so fair, und lass die Menschen frei zu Wort kommen, denen man zu Unrecht Böses angetan hat!
Denn entgegen aller Behauptungen war die Stasi kein normaler Geheimdienst, wie ihn jeder Staat hat!

Huf


Huf..wir sehen einiges verkehrt,unter Staatssicherheit sehen wir nur einen Verein eine Organisations.Doch auch in dieser Organisation gab es Abteilungen die Aufgaben erledigten-wie es jeder Geheimdienst dieser Welt tut.Aber wir schlagen erst mal mit Knüppel drauf und scheren jeden über einen Kamm.Nimmt man den amerikanischen Geheimdienst ist es das gleiche--die haben genug Dreck am Stecken.Aber auch dort gibt es einzelne Abteilungen.Aber wie es immer ist,ertmal den Gegner ausmachen und dann drauf ein hauen.


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#73

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.04.2010 22:41
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Wibi, schon dein Avatar zeigt mir, das du es immer noch nicht ganz abgelegt hast. Es wäre in Etwa so, als würde ich mich mit einer SM-70 in der Hand heute im Forum auf meinem Avatar zeigen.
Es wird immer Menschen geben, und da zähle ich dich dazu, die es ...wie vorgenannt geschrieben...heute noch nicht locker sehen.
Wie der Einzelne tickt...keine Ahnung, meine Frau hält mir da immer Vorträge, aber ich horche nur mit halben Ohr hin, aber ersetze doch einfach dein Avatar durch ein Kinderbild.
Die alten selbsternannante Kommunisten hatten es auch drauf, solche kämpferischen Bilder zu zeigen, siehe dein Bild, erhofften sich wohl was davon? Was sich wohl anschlißend als Trugschluss herausgestellt hatte, weil, keiner so Recht daran glaubte.
Guter Tip, auch auf die Gefahr hin, das ich mich wiederhole: Nimm ein Kinderbild, ohne Windeln aber mit Teddy im Arm.
So würdest du mir besser gefallen, ehrlicher, unverdorbener, natürlicher. Denk mal darüber nach.

R-M-R


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#74

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.04.2010 23:09
von Altermaulwurf (gelöscht)
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Also in den Personalakten stand bei weitem nicht das was ELENA speichern will, und der Inhalt blieb weitgehend im alten Betrieb, zumindestens in der Wirtschaft. Ich hab in viele reinsehen müssen und es war wirklich unspektakulär, meist ein Abgleich von Daten und miese Beurteilungen hielten sich in Grenzen, man wollte in der Regel auch niemanden wegen einer kleinen Verfehlung ins Abseits stellen.Bei verfestigt feindlicher Grundhaltung gab es natürlicherweise ein Schutzbedürfnis des Staates, wie in der BRD die Kommunistenprozesse oder die Berufsverbotspraxis.Sicherheitsüberprüfungen sind auch in der BRD an der Tagesordnung und Probleme gab es mit der Westverwandschaft in vielen Fällen nur wenn nicht angegeben oder die Kontakte verdeckt abliefen.Im allgemeinen wußte man was an Kritik wo und in welcher Form möglich war - es gab sicher Dogmen und Tabus, die konnten im offiziellen Rahmen nicht angesprochen werden aber intern herrschte auch in meinen Tätigkeitsfeld eine oft recht bewegte Diskussion über die inneren Probleme in der DDR. Aber im Gegenzug die Frage was passiert wenn ich offen über Interna meiner Firma palavere ? Auch bei uns wurde eine politisch und gewerkschaftlich aktive Kollegin mittels Privatdetektiv überwacht und versucht aus der Firma zu drängen und das in einem sonst recht sozialen Unterehmen.
Auch wie Rostocker schon geschrieben, das MfS hatte einen großen Aufgabenbereich und da sind so pauschale Einschätzungen nur primitiv.


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#75

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.04.2010 11:31
von turtle | 6.961 Beiträge

In jedem Staat gibt es eine Überwachung von auffälligen Bürgern mit Verdachtsmomenten zum Terrorismus zum Beispiel! Das ist völlig in Ordnung.
In der DDR hat das die Stasi mit übernommen! Unzählige Zuträger und IM haben mit dazu beigetragen das diese Überwachung stark ausgebreitet war. Auch die Post und Telefonüberwachung war so niemals akzeptabel! Nicht immer wurden IM dazu gebraucht ,es waren auch die vielen Speichellecker ,Arschkriecher, Wichtigtuer die an diesem unrühmlichen Kapitel Anteil hatten! Für die Allgemeinheit der Bevölkerung war das eben die Stasi ,so auch für mich. Mit solchen Leuten hatte ich zu tun. Bei der Einsicht in meine Stasiunterlagen traf es mich wie ein Schlag als ich feststellen musste wer da alles über mich berichtet hat. Dichtung und Wahrheit waren etwa 50/50. Doch wiederum gab es unter den IM Opfer und Täter. Ich habe nachdem ich wusste wer was über mich geschrieben hat mehrere Schmierfinken aufgesucht. Doch nur einer stand mir Rede und Antwort. Ich kannte ihn aus meiner 1.Haftzeit wo er auch wegen R.Flucht mit mir den Verwahrraum teilte. Er wollte wieder weg wurde verraten ,hatte es aber abgestritten . Hat sich da aus Angst wieder in den Knast zu müssen jedoch auf das Angebot als IM zu arbeiten eingelassen. Für die Stasi war er Interessant da sein Bekanntenkreis hauptsächlich aus Negativ zum Staat DDR eingestellten Personen bestand. Somit war er Opfer und Täter zugleich. Übrigens bekommt eine Person die zwar politisch in Haft war ,später aber egal in welcher Form für die Stasi gearbeitet hat keine Opferrente! Inzwischen sehe ich die Stasi nicht nur aus meiner Sicht von damals. Habe mich ein wenig mehr damit befasst. Auch Personen bei uns in Forum machten mich etwas neugieriger etwas tiefer zu schauen. Literatur zu diesem Thema war auch nicht uninteressant. Die Stasi bestand aus vielen Aufgabenbereichen. Bevor sich Landeposten aufregt ,die nächsten Zeilen kopiere ich einfach halber aus dem Netz was ebenfalls zum Aufgabengebiet der Stasi gehörte war aber auch nicht viel anders,sondern wird überall so gehandhabt.
Sicherung der zentralen volkswirtschaftlichen Bereiche, Objekte und Einrichtungen entsprechend der Struktur der Industriezweige der DDR einschließlich der Leitungs- und Planungsorgane des Staatsapparates sowie der Einrichtungen der naturwissenschaftlichen Forschung und technischen Entwicklung, Wirtschaftsspionageabwehr, Gewährleistung eines umfassenden Geheimnisschutzes sowie Schutz spionagegefährdeter Personen und Sachen. Sicherung der Außenwirtschaftsbeziehungen, insbesondere mit dem nicht-sozialistischen Wirtschaftsgebiet (NSW) Verhinderung bzw. Aufklärung von Bränden, Havarien und Störungen zur Aufdeckung etwaiger Feindeinwirkung. Aufdecken von Fällen schwerer Wirtschaftskriminalität. Informationstätigkeit zu volkswirtschaftlichen Prozessen usw.(„Kundschafter des Friedens“) für mich Spione auf vielen Ebenen, Auslandsaufklärung, in der Rüstungsforschung, Industriespionage und und und,
Um auf den Punkt zurückzukommen damit hatte der überwiegende Teil der Bevölkerung nichts zu tun. Mit den vielen Spitzeln ,Verhöre durch die Stasi ,Stasiknast, ja einfach auch Angst schon. Ist es da verwunderlich wenn die Stasi so einen schlechten Ruf hat?
Auch wenn mancher hier in Forum einreden möchte im Stasiknast fühlten sich die Häftlinge wohler als im normalen Knast! Vergesst nie das die meisten da waren für Vergehen die in der Mehrheit der Staaten keine Strafen vorsah!

Ich versuche Objektiv zu sein beim Thema Stasi ,und nicht alles möchte ich über einen Kamm scheren! Wenn auch versucht wird mit „Die Staasi ist immer das Böööse“ ins ironische zu ziehen. Doch die Stasi war auch böse!!
Gruß Peter(turtle)

Zur Aufklärung und Info für Landeposten Blau gekennzeichnetes habe ich im Netz geklaut!


zuletzt bearbeitet 12.04.2010 19:53 | nach oben springen

#76

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.04.2010 11:52
von Alfred | 6.867 Beiträge

Trutle,

na, zum Wochenbeginn mal wieder ein Rundumschlag ?

Heute nehmen sich private Firmen Überwachungsrechte raus, die in der DDR dem MfS oder dem MdI zustanden.Da muss man nur ins Telefonbuch schauen.

Daran solltest Du mal denken. Telefonüberwachung, natürlich gab es die in der DDR. Es gab eine Abt. 26 des MfS , die war insgesamt für dies Maßnahme verantwortlich. Aber auch für andere technische Maßnahmen wie z.B. zu kontrollieren, dass keine Technik in Objekte der DDR verbaut wurde und viele mehr. Turtle, diese Abt. hatte in der ges. DDR rund 1.000 Mitarbeiter, inkl. Techniker, Kraftfahrer, Sekretärinnen etc. Allein an dieser Zahl und der geringen Zahl der Telefone in der DDR kann sich jeder ein Bild machen, wie "UMFANGREICH" die Telefonkontrolle war.


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#77

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.04.2010 12:11
von turtle | 6.961 Beiträge

Aber Alfred das ist doch kein Rundumschlag!Mit der Telefonüberwachung hatte ich auch mehr die Gespräche in und aus der die BRD gemeint. In die BRD musste sowieso erst einmal angemeldet werden. Ein Schelm der böses dabei denktWarum gab es überhaupt in der DDR so wenig Telefone? Würde mich interessieren.
Schönen Wochenbeginn
Gruß Peter(turtle)


zuletzt bearbeitet 12.04.2010 12:18 | nach oben springen

#78

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.04.2010 12:15
von Alfred | 6.867 Beiträge

Turtle,

meinst Du Telefoante im Grenzüberschreitenden Verkehr wurden nur von der DDR abgehört ?

Hör auf ......


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#79

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.04.2010 12:23
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Alfred
Turtle,

meinst Du Telefoante im Grenzüberschreitenden Verkehr wurden nur von der DDR abgehört ?

Hör auf ......



Nee Alfred sicher hat der BND auch abgehört ,nur glaube ich nicht in diesem Umfang!
Aber Du hast natürlich Recht eine Erfindung der Stasi war das nicht!


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#80

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.04.2010 12:44
von dein1945 (gelöscht)
avatar

Zitat von Alfred
Turtle,

meinst Du Telefoante im Grenzüberschreitenden Verkehr wurden nur von der DDR abgehört ?

Hör auf ......



Na Alfred, mit dem abhören, wie war es denn, ich konnte in Westberlin von jeder Telefonzelle über die Vorwahl 0372 seit 1972 mit Ostberlin telefonieren, anfangs nur 10 geschaltete Leitungen, später wurden es dann 30, da hätte doch an jeder Zelle ein Verfassungsschützer stehen müssen um zu wissen, wer telefoniert da.
Bei "Dagobert" hat es mit der Methode ja geklappt !
Von Ostberlin aus wurde mit Anmeldung noch handvermittelt, da konnte euer Verein zumindest den Anschlußinhaber feststellen !


zuletzt bearbeitet 12.04.2010 12:46 | nach oben springen


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