#41

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 02.05.2010 21:52
von Punkgraf (gelöscht)
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@EK82I:
Die Umstrukturierung sah so aus, dass die Kompanie von einem Tag auf den anderen nur noch die 9 gesichert hat. Dann wurden in den nächsten Tagen die Leute verteilt. Vom Abbau der Minen haben wir direkt nichts mitbekommen. Wir wind dann ja schon nach Gollensdorf ins "Hinterland-Bataillon" versetzt worden. Ich war dann niemals mehr im Abschnitt. In Gollensdorf waren wir alle ein Diensthalbjahr. Es war notwenig, die Einheiten typenrein zu bekommen, da in der KOmpaniesicherung ganze Kompanien kamen und gingen. Also nix mit von den Alten lernen und so. Kann man sich garnicht so richtig vorstellen. War aber so.
Du kannst Dir vorstellen, dass das in Gollensdorf ein total abgängiger Haufen war: permanent Zivilalarm, EK-Kugel und der ganze Quatsch. Dabei kam es mal zu einem Vorfall: als die EK-Kugel im obersten Geschoss am Ende des Flures den gusseisernen Heizkörper zertrümmerte, lief das ganze heiße Wasser den Flur lang und die Treppe runter. Das gab ne Menge Verhöre (einzeln und in Gruppen). Als das passierte war ich zum Glück nicht im Objekt und wurde daher von den Verhören verschont.

Dass in den "alten" Abschnitten die Postendichte nach dem Abbau der Minen erhöht wurde, glaube ich nicht. Vielmehr war die Philosophie: Tiefenstaffelung. Man wollte den potentiellen GV noch vor Erreichen des GSZ fangen. Sprich: die Postendichte wurde verringert aber es wurden dafür im Hinterland patroulliert.
Der GSZ wurde auch umgebaut auf stillen Alarm. Die Ochsen wurden abmontiert. Man wollte dem pot. GV im Unklaren lassen, ob Alarm ausgelöst wurde oder nicht.

Übrigens: was mich in der 8 und 9 am meisten ankotzte: die 501 hatten keinen Blitzschutz. Bei Gewitter wurde die Anlage abgeschaltet und die A-Gruppen flogen raus um im strömenden Regen die Minen zu sichern. Weiter links waren ja 601, die konnten bei Gewitter anbleiben.


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#42

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 02.05.2010 22:07
von Punkgraf (gelöscht)
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@TexasEK81I:
1983 war die 10 war auch vermint, die 11 nicht. Die Postendichte in der 11 war sehr gering. Der GSZ war dort viel weiter weg vom GZ1 als in den anderen Abschnitten (ich glaube, dass es schon teilweise mehrals 1 km war). Grund war u.a. der Knick der Grenze. Da hat man hinten den GSZ in der Kurve einfach abgekürzt.

Die Nummer an der Schafwedeler Straße kann ich sehr gut nachempfinden. Ich bin schon froh, dass wir hinten den GSZ hatten. Das gab schon eine gewisse Sicherheit. Trotzdem kann ich mich noch sehr gut an diese Adrenalinauschüttungen erinnern, die den ganzen Körper zittern lassen: und sei es auch nur der Tannenzapfen der in einer Neumondnacht auf das Dach des LO fällt. Wenn dann die Situation noch durch Fahndungsmeldungen von entflohenen, mit Handgranaten bewaffneten Russen angeheizt wurde, ist das schon ziemlich heavy. Ich kann mich auch an eine Nacht in der 11 erinnern (ich war noch nicht lange Postenführer) da habe ich regelrecht Gespenster gesehen. Mein Posten muss damals gedacht haben, ich habe ne Meise. Ich hatte sowieso eine Heidenangst vor den Nächten.
Ich wünsche Euch eine schöne Woche.
Der Punkgraf


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#43

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 02.05.2010 22:25
von TexasEK81I | 29 Beiträge

@Punkgraf
Ja, die Nächte konnten schon sehr dunkel sein. An einen bellenden Rehbock oder eine wie ein Mensch hustende Kuh mußte ich mich auch erst mal gewöhnen. Das haben wir von den "Alten" gelernt. Nur ein Diensthalbjahr in einer Kompanie? Erstaunich! Da waren dann ja alle neu! Oder wie? So ganz verstehe ich dieses System nicht.

Gruß TexasEK81I



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#44

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 02.05.2010 22:32
von Punkgraf (gelöscht)
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@TexasEK81I:
Ja, ein DHJ. Mein Bürokollege hat das im GR 25 auch durchgemacht: alle gleich, alle glatt. Vermutlich hat man nicht das ganze Regiment komplett ausgetauscht - wäre ja irre. Aber so versetzt jedes Vierteljahr ne andere Kompanie (GTs haben vierteljährlich gezogen!) kann schon sein.


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#45

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 04.05.2010 14:13
von EK82I | 869 Beiträge

Hallo Texas EK81I,
da verbinden uns ja noch einige Gemeinsamkeiten. Ein Elch gab auch hoch zu unserer Zeit. Ich glaub aber der trieb sich eher im 8.-Abschnitt rum. Gesehen hab ich ihn nicht,war aber ein Thema im Gummiohr damals. Wenn der sich im 9. oder 10. verirrt hätte,das hätte schlimm ins Auge gehen können.Wenn die Rehe juckig wurden,war immer höchste Gefahr für die Tiere. Das hab ich auch live erlebt.Zum Glück lief das immer friedlich ab,zumindest was ich mitbekommen habe.
Schafwedler Strasse,wie gesagt,da kenne ich beide Varianten.Zu Beginn meiner Zeit war da auch nur der Schlagbaum.Für die Dorfbewohner eigentlich sehr verführerisch.Es gab ja sonst kein Hinderniss weiter,bis zum B-Turm.War schon stressig,weil da Kontrollen auch unangemeldet reinkamen.Dein Erlebniss von damals,immer noch beindruckend Deine Reaktion.Jagen im oder am Schutzstreifen und das ohne Anmeldung?Eigentlich hätten diese "ungebetenen Gäste" einen Rüffel kriegen müssem!Aber das Problem hat sich dann von selber gelösst,mit dem Bau des GSZ.
Zu unserer Zeit wurde eh sehr viel neues und zusätzliches geschaffen.Neben GSZ auch die Füst im 11. Abschnitt. Das hatte auch für uns einigen Trabbel zur Folge.Neben der neuen Füst wurde ein Provisorium als PP geschaffen. Dort war die Technik für den GSZ untergebracht.Da an der Füst gebaut wurde, musste der Posten dort auf jede Auslösung achten.War stressig,weil man vom PP nicht wegkam.Auch der GSZ verlief ja dort und bis in die 12 teilweise mitten im Wald. Hab auch dort manche Kilometer liegenlassen müssen.Auch das Polen-Problem machte uns zu schaffen.Kameraden wurden aus der Kompanie rausgelöst und Richtung Osten verfrachtet. Andere kamen auf Vormerklisten um ebenfalls in diesen "Genuss" zu kommen. Erst später wurde uns erklärt das unsere polnischen Freunde Ursache dieser unüblichen Aktion waren.Das sowas möglich war,von der Westgrenze zur Ostgrenze,hätte ich nicht für möglich gehalten. Aber der Spuk dauerte wohl nur eine Woche.Jedenfalls waren das sehr unruhige Tage. Soweit erst mal dazu. Manche Dinge kommen doch wieder ans Licht,auch mit Hilfe ehemaliger Kameraden.
Schönen Gruss
EK82I


zuletzt bearbeitet 04.05.2010 14:17 | nach oben springen

#46

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 04.05.2010 15:32
von EK82I | 869 Beiträge

Hallo Punkgraf,
was Du da berichtest,das hat glaub ich, nicht jeder mitgemacht. Auf jeden Fall sehr interessant und ich hab da jede menge Fragen aus dem Umstand geschuldet,das ich vieles so nicht kannte.Was gab es für einen Unterschied zwischen der 501 und 601. War das nur der Blitzschutz?.Was ein Gewitter mit der 501 machen kann,habe ich ja selbst erlebt!Was mich aber am meisten interessiert,die Hinterlandsicherung.Damit scheint es ja eine menge Neuland gegeben zu haben.Neben Deinen geschilderten Vorgängen hoffe ich,das Ihr zum Ende hin wenigstens mehr Ruhe hattet.Keine A-Gruppe und solche Kleinigkeiten.Oder hat man Euch noch mit irgendwelcher Ausbildung belästigt.So was soll es ja auch in GK gegeben haben die sich mit dem Wettbewerb beschäftigt haben.Vor so was blieben wir verschont.Was habt Ihr denn nun des nachts getrieben. Wart Ihr auch in Ortschaften unterwegs? Das sind so Sachen die ich ja so nicht kenne! Mit Nachtschichten könnte ich leben,mir gingen die Frühschichten auf den Senkel wegen dem Aufstehen zu unchristlichen Zeiten. Also immer nur Nachtschicht,eigentlich müsstet Ihr ja in Ruhe gelassen worden sein.Und das alles ein DHJ war,etwas gewöhnungsbedürftig denke ich mal.Einmal,geteiltes Leid-ist halbes Leid,zum anderen aber gleiche Rechte für Alle.Das da abgangsmässig was los war kann ich mir gut vorstellen.
Die EK Kugel ist auch bei uns mächtig gerollt,sehr zum leidwesen von unserem Spiess. Das konnte der nicht ab.So richtig tobte er immer,wenn viele aus dem letzten Urlaub in Zivil wieder erschienen.Ach war das lustig ein HB Männchen in Hochform zu erleben.Der Gipfel des ganzen war wohl,Ihm ein Schlückchen anzubieten aus der letzten Wegzehrung!!!
Anderseits ist sein Zorn schnell verflogen,was sollte er auch machen.Das man bei Euch so ein Theater machte,kaum zu glauben.Auch das man gar nicht mehr im Abschnitt war,irgendwie merkwürdig.Vor dem Zaun wurden ja mehr Leite eingesetzt und dann auch im Hinterland.Was ist denn mit den vielen PP in den Abschnitten passiert? Nicht mehr besetzt? Du siehst,ich bin neugierig,auch wenn das alles so lange her ist. Aber solche gravierenden Veränderungen im damaligen Grenzdienst konnte man sich zu meiner Zeit nicht vorstellen,obwohl solange unsere DZ nicht auseinander liegen. Bis hier erstmal.
Herzlichen Gruss
EK82I


zuletzt bearbeitet 04.05.2010 15:38 | nach oben springen

#47

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 04.05.2010 16:33
von Punkgraf (gelöscht)
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Hallo EK82I,
dann will ich Dir mal kurz vor Feierabend noch antworten ;-).
Soweit ich weiß, war der Unterschied nur der Blitzschutz. Mehr weiß ich zu dem Thema nicht.

Zur Hinterlandsicherung: man kann es als versetzte Nachtschichten beschreiben. Wie gesagt, es war Winter und damit früh und lange dunkel. Mal sind wir nachmittags gegen um 17:00 raus und um 2:00 war die Schicht rum. Mal sind wir gegen 22:00 raus waren bis 2:00 an Punkt xy um dann nach yz zu wandern und dort bis 6:00 die Zeit zu verbringen. Teilweise war das in oder an oder zwischen Ortschaften, teilweise auf freiem Acker oder im Wald.
Es gab keine festen Schichten mehr. Wenn der GT-Oberplaner meinte heute kommen die GVs da lang, dann wurde eben ein Posten dahingestellt. Morgen war das dann woanders.
Übrigens: wir waren immer zu dritt unterwegs! Das machte auch mehr Spaß.

Klar war das ruhiger, keine A-Gruppe und so. Man fühlte sich etwas abserviert, wenn Du verstehst wie ich das meine. Man war so etwas wie ein Grenzer 2. Klasse, Ersatzgrenzer oder so. Eigentlich war es besser, aber damals hat man das anders gesehen.
Wie es in den Abschnitten war kann ich Dir nicht sagen. Wir hatten keinen Kontakt. Wir haben uns lediglich per GMN ab und an mal bei den Führenden an- und abgemeldet und das wars.
Zur Ausbildung hatte ich ja schon mal was geschrieben. Die haben mit uns noch Muckerausbildung gemacht/machen wollen. Schön buddeln am Waldrand und so.

Mal was anderes: als ich noch in Dahrendorf war sind wir mal eines Abends (ich glaube die ganze Kompanie) nach Salzwedel zum Fuchsberg gefahren und haben dort in einem unterirdischen (?) Schießstand Kalschnikow geschossen. Habt Ihr das auch gemacht? Das war so ein riesiger Betontunnel. Wie gesagt: einmal und nie wieder.

So, ich geh jetzt nach Hause.
viele Grüße
vom Punkgrafen


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#48

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 04.05.2010 18:34
von TexasEK81I | 29 Beiträge

@EK82I - hast Du die EMail gelesen?



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#49

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 06.05.2010 14:35
von Punkgraf (gelöscht)
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Was mir heute so einfiel:

Thema Selbstschutz:
Hauptsächlich im Kastenwald (aber auch an anderen schlierigen Orten) waren Unmengen an Klapperfallen gespannt. Kennt Ihr die noch? dort wurde der verzinkte Kuhzaun der anliegenden Weiden missbraucht. Er wurde zwischen die Bäume gespannt und auf den Draht wurde eine Konservendose mit Loch im Boden gefädelt. Rannte (vornehmlich nachts) in die Drähte, klapperte es und man wusste aus welcher Richtung die KS (oder gar der GV) anschlich. Die Narben in den Bäumen und Reste der Klapperfallen sind heute noch im Kastenwald zu bewundern.
Weiterhin waren Lichtfallen beliebt. Das waren umgebaute Postentaschenlampen in die seitlich ein Loch gebohrt wurde. Dadurch wurde Signalschnur gezogen und am in der Taschenlampe befindlichen Ende wurde ein Plättchen (Pappe oder ähnl.) angebracht und zwischen die Kontakte geschoben. Rannte jemand in die Signalschnur ging das Licht an. Diese wurden in zwei Varianten verwand:
1. eine oder mehrere farbige Lichter gaben uns die Information, von wo sich jemand nähert, oder
2. wurde die Lampe so angebracht, dass die KS gleich das volle Licht ins Gesicht bekam, somit
a) geblendet waren und
b) wie die begossenen Pudel dastanden.

Ein wichtiges Utensil war auch das Verlängerungskabel fürs Gummiohr, damit man nicht die ganze Zeit an der Säule stehen musste, sondern sich 50m in den Wald postieren konnte.
Da die KS das aber auch wusste, gingen die immer zur GMN-Säule um dem Verlängerungskabel zu folgen, um uns zu finden. Ergo musste die Säule entweder mit einem der oben beschriebenen Mittel abgesichert werden oder man hatte eine zweites Verlängerungskabel und war damit an eine der hinteren Säulen angeschlossen und das erste Kabel endete im Nirvana.

Manchmal war das ein einziges Katze und Maus spielen. Aber wenigstens war man beschäftigt und bekam die Zeit rum.

Viele Grüße vom
Punkgraf


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#50

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 06.05.2010 18:59
von TexasEK81I | 29 Beiträge

KS gab es bei uns sehr selten!
Zusätzliche Signalschnüre haben wir auch nur selten gespannt. Davon gab es in den Abschnitten 10 und 11 sowieso genug. Wir waren es gewohnt an den entsprechenden Stellen in der Nacht mit dem Gummiohr voran zu gehen. D.h. Stecker in der vorgestreckten Hand und das Ohr über den Boden baumeln lassen. Kam die Schnur neigte sich das Kabel des Hörers ohne auszulösen. Das hätte eine KS auch gewußt. Ich habe auch nie erlebt dass die KS sich "angeschlichen" hat. Die kamen immer offen den Weg entlang.

Gruß TexasEK81I



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#51

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 06.05.2010 19:34
von EK82I | 869 Beiträge

Hallo Punkgraf,was Du mit der Hinterlandsicherung erlbt hast,das verwundert mich schon. Erst mal die Dienstzeiten und dann auch zu Dritt? Das Kenn ich nun absolut nicht!So was wär im GA auch nicht schlecht gewesen,das hätte manche Srapazen einfacher gemacht.Das man sich etwas überflüssig vorkam kann ich schon verstehen.Vor allem muss es doch stinklangweilig gewesen sein. Im GA gabs ja die anderen Feldpostnummern und so allerhand Aktivitäten auf der anderen Seite.Das alles ging Euch ja dann verlustig.Wer weiss,wofür das alles gut war.In Salzwedel war unsere Kompanie nur einmal geschlossen,als wir damals wählen gehen mussten. Ich kann mich aber nicht mehr erinnern wo das war.Auf jeden Fall gabs nichts flüssiges zu geniessen an diesem Tage.Und schiessen im Regiment,ne das blieb uns erspart. Weder im 2. noch im 3.DH.
Klapperfallen und Weidezaun,beides hab auch ich zur genüge durch. Auch richtige Stolperfallen waren dabei,obwohl die nicht so gerne gesehen wurden.Mit den Kuhzäunen hab ich auch so meine Erfahrungen gemacht.Wenns richtig nass war,hatts manchmal ganz schön gezwirbeltwenn man "Kontakt" aufnahm.Allerdings war auf diese Technik auch nicht immer verlass.Unsere GK musste einmal ausrücken,weil eine Kuhherde ausbrach.Einige Kameraden hatten da mächtig was zu lachen.
Solche "Lichtfallen" gabs bei uns eher nicht,jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern.Solch "schlierige Orte" gabs schon genug,aber auch genug langes LfL um sich gegen überraschende Kontrollen zu wappnen,meistens jedenfalls.Trotzdem war es ätzend,weil die nächsten Posten die Fallen wieder änderten und der Trabbel wieder von vorne losging.Kam man nach Tagen wieder zum betreffenden PP,hatten sich die Kameraden wieder was Neues einfallen lassen.So war das damals.Auch die "Kuhfladen" eine sehr ärgerliche Nebenerscheinung in manchen Schichten. Aber das kennst Du ja alles selber zur Genüge.
Bis dann.
Herzlichen Gruss
EK82I


zuletzt bearbeitet 06.05.2010 19:39 | nach oben springen

#52

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 06.05.2010 20:12
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Hallo EK82I ..........ich finde die geschilderten Dienstzeiten 17/02 und 22/06 nicht unüblich. Gründe für die Dienstzeiten könnten sein: die wahrscheinliche Richtung der Grenzverletzter, fehlende Hinterlandsicherungskräfte (GAKl, FHG,Grupenposten VP). Die Dienstzeiten wurden auf Entschluss des Kommandeurs - hier des Kompaniechefs - auf der Grundlage des Befehls zur Grenzsicherung des GB befohlen. Dass in dem geschilderten Fall die Postenstärke 0/3 betrug ist an sich auch nicht ungewöhnlich. Gerade das III GB ist im Bereich Ziemendorf (2. Kp./1. GB/GR 24) in dieser Stärke als HiSi aufgetreten, aber auch Ausbildungseinheiten der US VI ( ich glaube so ab 87). Durfte diese Kräfte regelmäßig Schramper Straße in Empfang nehmen und anschließend in die befohlenden Postenpunkte einweisen.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#53

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 07.05.2010 02:11
von 94 | 10.792 Beiträge

Zu den Dienstzeiten in der Hinterlandssicherung kann ich nichts sagen, an der Linie waren folgende Dientstzeiten üblich: 5-13, 12-20, 19-03, 2-10, 9-17, 16-23, 22-06 und wieder von vorn. Für Handlungsposten (Feldarbeiten und ähnliches) war oft auch 5-17 üblich. Angaben beziehen sich auf Ende der 80er II.GB/GR-1, dürfte aber woanders ähnlich gewesen sein. K6 war von 6-10 und K2 14-18 üblich.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#54

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 08.05.2010 11:59
von TexasEK81I | 29 Beiträge

@94
Ehrlich gesagt - diese Dienstzeiten an der Linie kann ich trotz Bemühen nicht nachvollziehen (zeitlich)!
Wenn ihr z.B. von 5-13 Uhr Dienst hattet - wer hat euch um 13 Uhr abgelöst - diese Zeit gab es doch garnicht!? Hatten die Ablösenden andere Zeiten?

Zu meiner Zeit (80/81) gingen die Schichten von 5-13, 13-21 und 21-05 mit 24 h Pause dazwischen.

Gruß TexasEK81I



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#55

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 08.05.2010 12:18
von EK78GR24 | 50 Beiträge

Zitat von TexasEK81I
@94
Ehrlich gesagt - diese Dienstzeiten an der Linie kann ich trotz Bemühen nicht nachvollziehen (zeitlich)!
Wenn ihr z.B. von 5-13 Uhr Dienst hattet - wer hat euch um 13 Uhr abgelöst - diese Zeit gab es doch garnicht!? Hatten die Ablösenden andere Zeiten?

Zu meiner Zeit (80/81) gingen die Schichten von 5-13, 13-21 und 21-05 mit 24 h Pause dazwischen.

Gruß TexasEK81I



Hi Texas,
deine Dienstzeiten waren auch bei uns üblich. Wobei ab und zu die Zeiten etwas verlagert wurden, damit eine Unregelmäßigkeit vorgegaukelt wurde.
Zum Beispiel ging es zum Morgenaufzug dann eben eine halbe Stunde später oder früher.
Auch bei den Ablösenden war es mitunter nicht die Kompanie die nach der "Reihenfolge" kommen mußte.
Das hat hier auch ab und zu gewechselt.
HG Pino


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#56

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 08.05.2010 20:56
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von EK78GR24

Zitat von TexasEK81I
@94
Ehrlich gesagt - diese Dienstzeiten an der Linie kann ich trotz Bemühen nicht nachvollziehen (zeitlich)!
Wenn ihr z.B. von 5-13 Uhr Dienst hattet - wer hat euch um 13 Uhr abgelöst - diese Zeit gab es doch garnicht!? Hatten die Ablösenden andere Zeiten?

Zu meiner Zeit (80/81) gingen die Schichten von 5-13, 13-21 und 21-05 mit 24 h Pause dazwischen.

Gruß TexasEK81I



Hi Texas,
deine Dienstzeiten waren auch bei uns üblich. Wobei ab und zu die Zeiten etwas verlagert wurden, damit eine Unregelmäßigkeit vorgegaukelt wurde.
Zum Beispiel ging es zum Morgenaufzug dann eben eine halbe Stunde später oder früher.
Auch bei den Ablösenden war es mitunter nicht die Kompanie die nach der "Reihenfolge" kommen mußte.
Das hat hier auch ab und zu gewechselt.
HG Pino




meiner Meinung nach sind die Dienstzeiten, welche @94 angab in meinen Augen relistisch. Die eine Stbunde Überschneidung ist logischer weise damit zu erklären, dass die 05/13 Schicht sich in der Linie und bis 13 Uhr Dienst absolvierte. Die 12er Schicht hatte zwischen 12 und 13 Uhr, Verpflegung zu fassen, Vergatterung, Marschbereitschaft so dass diese zwischen 1230 und 1245 die Kräfte ablösen konnten. Oder sehe ich das Falsch???????


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
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#57

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 08.05.2010 22:04
von Punkgraf (gelöscht)
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Hallo Jungs ;-)
man, kocht Euch doch nicht an den Dienstzeiten hoch. Während der Bataillonssicherung war alles schön geregelt wie von Texas beschrieben: früh, spät, nacht usw. Immer schön mit 24 h Pause. (Außer wenn eine Lage war. Dann kam man zwar rein in den Abschnitt, aber nicht mehr raus.
Später, bei der modifizierten Kompaniesicherung wurde das (neu geschaffene) 3. Bataillon ohne festen Plan eingesetzt. Stabsfähnrich hat das schon ganz richtig beschrieben: je nachdem, wie von den Verantwortlichen die Lage eingeschätzt wurde. Die Hinterlandsicherung (für die vordere Line kann ich nicht sprechen) war ja auch unabhängig von Ablösung usw. Wir wurden sozusagen zur Unterstützung des 1. und 2. Bat. punktuell zwar mit einer gewissen Regelmäßigkeit aber doch unaabhängig eingesetzt.

@Stabsfähnrich:
Wann warst Du denn in Gollensdorf?

Viele Grüße vom Punkgraf


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#58

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 08.05.2010 23:18
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von Punkgraf
Hallo Jungs ;-)
man, kocht Euch doch nicht an den Dienstzeiten hoch. Während der Bataillonssicherung war alles schön geregelt wie von Texas beschrieben: früh, spät, nacht usw. Immer schön mit 24 h Pause. (Außer wenn eine Lage war. Dann kam man zwar rein in den Abschnitt, aber nicht mehr raus.
Später, bei der modifizierten Kompaniesicherung wurde das (neu geschaffene) 3. Bataillon ohne festen Plan eingesetzt. Stabsfähnrich hat das schon ganz richtig beschrieben: je nachdem, wie von den Verantwortlichen die Lage eingeschätzt wurde. Die Hinterlandsicherung (für die vordere Line kann ich nicht sprechen) war ja auch unabhängig von Ablösung usw. Wir wurden sozusagen zur Unterstützung des 1. und 2. Bat. punktuell zwar mit einer gewissen Regelmäßigkeit aber doch unaabhängig eingesetzt.

@Stabsfähnrich:
Wann warst Du denn in Gollensdorf?
Viele Grüße vom Punkgraf



..............nur zur Kontrolle. Sonst 2.GK/1.GB/GR 24.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#59

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 08.05.2010 23:29
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Punkgraf
Was mir heute so einfiel:
Thema Selbstschutz:
Hauptsächlich im Kastenwald (aber auch an anderen schlierigen Orten) waren Unmengen an Klapperfallen gespannt. Kennt Ihr die noch? dort wurde der verzinkte Kuhzaun der anliegenden Weiden missbraucht. Er wurde zwischen die Bäume gespannt und auf den Draht wurde eine Konservendose mit Loch im Boden gefädelt. Rannte (vornehmlich nachts) in die Drähte, klapperte es und man wusste aus welcher Richtung die KS (oder gar der GV) anschlich. Die Narben in den Bäumen und Reste der Klapperfallen sind heute noch im Kastenwald zu bewundern.
Weiterhin waren Lichtfallen beliebt. Das waren umgebaute Postentaschenlampen in die seitlich ein Loch gebohrt wurde. Dadurch wurde Signalschnur gezogen und am in der Taschenlampe befindlichen Ende wurde ein Plättchen (Pappe oder ähnl.) angebracht und zwischen die Kontakte geschoben. Rannte jemand in die Signalschnur ging das Licht an. Diese wurden in zwei Varianten verwand:
1. eine oder mehrere farbige Lichter gaben uns die Information, von wo sich jemand nähert, oder
2. wurde die Lampe so angebracht, dass die KS gleich das volle Licht ins Gesicht bekam, somit
a) geblendet waren und
b) wie die begossenen Pudel dastanden.
Ein wichtiges Utensil war auch das Verlängerungskabel fürs Gummiohr, damit man nicht die ganze Zeit an der Säule stehen musste, sondern sich 50m in den Wald postieren konnte.
Da die KS das aber auch wusste, gingen die immer zur GMN-Säule um dem Verlängerungskabel zu folgen, um uns zu finden. Ergo musste die Säule entweder mit einem der oben beschriebenen Mittel abgesichert werden oder man hatte eine zweites Verlängerungskabel und war damit an eine der hinteren Säulen angeschlossen und das erste Kabel endete im Nirvana.
Manchmal war das ein einziges Katze und Maus spielen. Aber wenigstens war man beschäftigt und bekam die Zeit rum.
Viele Grüße vom
Punkgraf

Hallo @Punkgraf,
zu meiner Zeit gab es diese Klapperfallen nicht.
Habe auch nie "fliegende" Leuchtraketen gesehen geschweige denn Leuchtpistolen im Grenzdienst mitgeführt.
Auch die Taschenlampenvariante kenne ich nich.
Ich weiß nur,dass vor den Gassentoren immer diese Bänder gespannt wurden,um die Signalraketen scharf zu machen.
Wenn Sackstand in den Abschnitt kam,wurde grundsätzlich vom Führungsoffizier im Abschnitt die 66 am Gummiohr durchgegeben.
Das war der Code für eine Grenzkontrolle durch "Sackis" im Abschnitt.
So konnte uns nie "der Arsch platzen".

Gruß ek40


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#60

RE: Suche Kameraden der 9.GK Dahrendorf , 3GB Bonese,GR24

in DDR Grenzsoldaten Kameraden suche 09.05.2010 14:48
von Punkgraf (gelöscht)
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@EK40:
Es kam immer drauf an, wer führte. Manche gaben Bescheid, manche nicht. Leuchtpistolen hatten wir auch nicht. Aber die Signalketten, die auf jeden Fall in der 9 standen gaben so so ab und an mal etwas von sich. Das waren etweder Platzer oder welche mit Leuchtmunition. Ich musste oft KoMi (Kontrolle Mittel fahren, daher weiß ich das noch). Ich erinnere mich noch, dass zum Jahreswechsel 82/83 gegen Mitternacht verstärkt Leuchtkugeln ausgelöst hatten (bzw. wurden) ;-)

Außerdem waren die Klapper- und Lichtfallen ja auch dazu geeignet, den eigenen Postenplatz zu schützen, wenn es wirklich mal ernst werden sollte. Getreu dem Motto: Licht und Lärm hält Grenzverletzer fern!
In der 11 waren auch Hundetrassen. Da kennt sich TexasEK81I aber wohl besser aus. Ich glaube die Texaner haben die "betreut". Ich habe sie immer nur gehört - gesehen habe ich sie nicht.
Die sollen ja ganz schön reudig und halbtot gewesen sein.
Ich habe mal gelesen (wenn es von großem Interesse ist, suche ich die Quelle mal raus), dass im 1. Bataillon auf dem Arendsee im Winter, wenn er zugefroren war, dort Hundetrassen aufgestellt wurden. Als das Eis schmolz sollen sie dort ersoffen sein.

Übrigens: Euren BT11 an der GüSt haben wir immer nur gesehen. Über die Dumme hinweg bin ich glaube ich nur einmal weil dort eine Lage war und wir eure Kollegen etwas unterstützt haben. :-)
Nachts haben wir immer gehört, wenn die KFZ-Sperre mit einem ordentlichen Rums getestet wurde. Wann war das? Mir ist so wie 2:00 oder so.
Habt ihr eigentlich die GüSt selbst mit bewacht oder waren das die "anderen Kräfte" ?

Kann mir jemand vielleicht die Google-Maps-Positionen von den Objekten des 1. und 2. Bataillons geben? Mir fehlen da einige. Und wenn dort jemand noch fit in den Postenpunkten ist - immer gern. Ich habe auf gr24.dissido.de bisher eingetragen, was noch so in meiner Erinnerung war bzw. was ich mir so im Nachhinein erarbeitet habe.

Sonntägliche Grüße vom Punkgraf
und denkt an Eure Mütter ;-)


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