#61

RE: Welche Katastrophen waren die schlimmsten in der Geschichte der DDR?

in Leben in der DDR 09.03.2010 20:37
von Anton | 156 Beiträge

Zitat von Wolle76
RMR les Di rmal den Link Durch. Da steht auch ein Unglück 27 Jahre vorher :

27 Jahre zuvor - am 21. September 1921 - waren bei einer Explosion im Stickstoffwerk der BASF in Ludwigshafen-Oppau sogar 561 Menschen getötet und etwa 2000 verletzt worden. Aus nie restlos geklärter Ursache war ein Stickstoffsilo explodiert. Die Detonation riss einen 19 Meter tiefen Krater mit einem Durchmesser von 100 Metern in den Boden.




Das Gelände der BASF und den Stadtteil Oppau trennt nur eine 4-spurige Zubringerstraße (Autobahn A6 - LU-Zentrum). Als ich 1990 das erste Mal in Ludwigshafen war, arbeiteten in der BASF 60.000 Menschen (in Worten: sechzigtausend). In den angrenzenden 3 Stadtteilen wohnen 20.000 Menschen.
Daher darf es nicht verwundern, daß die Zahl von Verunglückten und Verletzten bei einer Explosion dementsprechend hoch ist.


VG ANTON



zuletzt bearbeitet 09.03.2010 20:39 | nach oben springen

#62

RE: Energieversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 09.03.2010 20:38
von josy95 | 4.915 Beiträge

[quote="Anton"

(Zitat "Anton" Auszug)
[/quote]


Hallo Josy
Das würde ja bedeuten, daß zwischen Weichenwärter und Fahrdienstleiter null Kommunikation stattfand.
Während meiner Berufsausbildung bei der Reichsbahn haben ich im Unterrichtsfach 'Eisenbahnkunde' gelernt, daß der Weichenwärter den Fahrweg durch entsprechende Weichenstellungen festlegt und der Fahrdienstleiter diesen per Sicherungseinrichtung bestätigen muß. Erst dann ist der Fahrweg freigegeben und der Weichenwärter kann das Signal zur Einfahrt in den Bahnhof öffnen. Ohne Bestätigung ist das nicht möglich.
Auch wenn die Sicherungstechnik nicht den Anforderungen entsprach, ist der eigentlich Verantwortliche auf dem Bahnhof der Fahrdienstleiter. Und dieser ist in dem oben beschriebenen Fall nicht bestraft worden?


Kommunikation hat es schon gegeben. Die Sicherungstechnik auf dem Bahnhof Boosen war derart primitiv, das der Fahrdienstleiter von seinem Stellwerk aus sicherungstechnisch und auch optisch nicht die richtige Stellung der Weiche prüfen konnte. Also die Fahrwegprüfung vor deem Bedienen eines Hauptsignals oder entsprechenden nersatzhandlungen. Er mußte, er konnte sich hier also nur auf die fernmündliche Sicherungsmeldung des Weichenwärters verlassen. Auf einer Hauptstrecken mit D- Zug- Verkehr wie dieser, wo in der Regel auch höhere Geschwindigkeiten gefahren werden, eigentlich ein Unding! Sowas wurde schon nach Reichsbahnvorschriften nur im vereinfachten Nebenbahndienst und den dort gefahrenen niederen Geschwindigkeiten praktiziert, ähnlich wie heute bei den s.g. "Nichtbundeseigenen Eisenbahnen".

Und dieser Weichenwärter hat war durch Einfluß von Medikamenten und Alkohol auf seinem Dienstposten, es soll wohl nur eine Art Bude gewesen sein, eingeschlafeb. Erst der Anruf seines übergeordneten Fahrdienstleiters/ Stellwerkswärters weckte ihn. Ohne zu prüfen, ob besagte Weiche in richtiger Stellung lag, gab er die Sicherungsmeldung nur an Hand eines verschlafenen Blickes auf das Schlüsselbrett ab. Hier war aber der falsche Schlüssel aufbewahrt, aufgehängt. Nämlich der, der die Weiche in die (falsche) Fahrtrichtung unter Verschluß hielt. Normal gehöhrt so ein Schlüssel in eine Schlüsselsperre die wiederum vom Stellwerk signaltechnisch blockiert wird. Und ist ein falscher Schlüssel in einer derartigen Sperre, was gleichbedeutend mit einer falschen Weichenstellung ist, läßt sich ein Signal nicht auf Fahrt stellen.

Der Weichenwärter bemerkte mit der Vorbeifahrt des D 1918 an seinem Dienstposten seinen fatalen Irrtum. Da die Lokomotiven damals noch nicht mit Funk ausgerüstet waren und sich kein anderer Streckenposten mehr vor dem ich aus der Gegenrichtung annährenden Güterzug befand, war die Abgabe eines Nothaltesignals nicht mehr möglich. So rasten beide Züge in die Nacht hinein und ihrem Unglück entgegen.

Das fatale an der Unfallauswertung, der Schuldfrage war noch das, das man das Lokpersonal der 03 1078 des D 1918, welche auch beide ihr Leben lassen mußten, noch indirekt mit verantwortlich machen wollte. Sie hätten auf Grund ihrer Streckenkenntnis bemerken, wissen müssen, das sich auf einer Hauptstrecke keine unbeschrankten, sprich technisch nicht gesicherte Bahnübergänge befinden dürfen, befinden können. Zwei davon hat der D 1918 wohl davon passiert, bevor es zum Zusammenstoß kam.
Das soll mir wirklich einer weiß machen, wenn nicht gerade glückliche Umstände mitspielen, wie man das bei einer relativ hohen Geschwindigkeit und Dunkelheit von dem Führerstand einer Dampflok erkennen will.
Man ist dann später wohl auch auf Grund von Protesten der Hinterbliebenen und von Kollegen, Eisenbahnern von der Zuweisung dieser Mitschuld wieder still und heimlich abgerückt.

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 09.03.2010 21:11 | nach oben springen

#63

RE: Welche Katastrophen waren die schlimmsten in der Geschichte der DDR?

in Leben in der DDR 09.03.2010 21:34
von nimmnix | 196 Beiträge

ausser den klimakatastrophen sommers wie winters bis zum stromausfall in der gesammten ddr
waren die anderen katastrophen die da wären in meiner lehrzeit das es 1981/82
zigaretten ,zb die gute alte cabinet oder alte juwel ,nur als bückware und auf zuteilung bekommen hat.
nur eine schachtel gute zigaretten am tag

und die musste man nehmen weil man sonst keine mehr zugeteilt bekam .

oder den illegalen verkauf meiner anbauwand für´s wohnzimmer durch das einrichtungshaus
am alexanderplatz als ich zur reserve am kanten im sommer 86 in ilsenburg war .
hatte ich doch den konsumkredit über 4000 mark zu ehren des parteitages im frühjahr 86
bekommen und mir eine anbauwand gekauft die genau in der zeit geliefert werden sollte wo ich weg war .
die haben nicht schlecht gestaunt als meine mama ins kaufhaus stürmte und denen laut und öffentlich einen einlauf gemacht hat .
nach den worten "soll ich denn meinem sohn mitteilen ,der an der grenze seinen dienst verrichtet ,das er seine anbauwand nicht bekommt ?"

(I LOVE MY MAMA )

eine woche nach lieferabsage stand sie dann doch in meiner illegal bezogenen wohnung in berlin friedrichshain ,seumestrasse 28 ,hinterhof links ,1 etage rechts .


zuletzt bearbeitet 09.03.2010 21:40 | nach oben springen

#64

RE: Welche Katastrophen waren die schlimmsten in der Geschichte der DDR?

in Leben in der DDR 09.03.2010 21:52
von Bergmensch (gelöscht)
avatar

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Huf, zu "gnadenlos betrogen und belogen" gehören immer Zwei dazu. Ebenfalls zu der "Gehirnwäsche". Also in der DDR haben selbstständig denkende Menschen gewohnt und ich zähle mich zu dieser Spezies dazu. Ich hatte es schon öfters geschrieben...Es quatschte mir keiner, nicht einer unserer Führungsgrößen in meine ganz persönliche Lebensplanung hinein.
Was ich wollte, bekam ich, wenn auch öfters über Umwege.Sölltest du nicht...und mit dem Staat und so...dann war das dein Problem. So sehe ich es und jeder ist seines Glückes Schmied und der Eine hat Glück und der Andere weniger und wieder Einer will mit dem Kopf durch die Wand und der Andere sagt sich: Sei Klug, du musst Sie nicht herausfordern.
So sehe ich das mit der schönen DDR und nicht, das sie Alle gelenkt und geleitet wurden. Wer so blöd war, da muss ich sagen: Dann Pech gehabt, so wie heute. Wenn ich zu blöd bin, um zu überleben, muss ich nicht die Schuld bei Anderen suchen.
Endschuldige meine Direktheit, es geht nicht gegen dich, es geht nur darum, wie du es so allgemein formuliert hattest.

R-M-R



Entschuldige bitte R-M-R,
aber bei deinen Beiträgen denke ich ganz oft, als ob du heute noch IM bist und dafür Prämien erhälst, für das was du so schreibst. (Womit ich nicht behaupen will das du je einer Warst.)Für mich haben deine Texte kaum noch Sinn und Verstand und sprechen eine Sprache die sich ständig widerspricht und nicht schlüssig sind. Kannst du es eigentlich immer noch nicht verwinden das es die DDR Gott sei Dank nicht mehr gibt. Hat sie dir so viel genommen? Hast du eigentlich nie in diesen Land gelebt und die vielen Nachteile genossen welche du hier für deren Machthaber noch Nachträglich glorifizierst.


nach oben springen

#65

RE: Energieversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 09.03.2010 22:00
von ABV | 4.204 Beiträge

[/quote]
Josy so viel ich weiß, war der Gleiswärter sehr wohl krank, aber nicht betrunken gewesen. Die Hauptschuld trug tatsächlich die marode Technik, wobei man den Gleiswärter natürlich auch nicht völlig freisprechen kann. Die sowjetischen "Freunde" hatten Gleissignaltechnik nach dem Krieg in großen Stil abgebaut und als Kriegsreperation gen Osten verschickt. Dieser Verlust konnte bis zum Ende der DDR nicht überall kompensiert werden. Übrigens wurde die Volkspolizei in jener Nacht nur über einen Unfall mit Verletzten informiert. In der Annahme das es sich um einen normalen Verkehrsunfall handeln würde, schickt man den Unfalldienst der Verkehrspolizei vor Ort. Der Kollege hatte fast eine Attacke erlitten, als er die Katastrophe und deren Ausmaß vor Augen hatte.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


zuletzt bearbeitet 09.03.2010 22:02 | nach oben springen

#66

RE: Welche Katastrophen waren die schlimmsten in der Geschichte der DDR?

in Leben in der DDR 10.03.2010 08:36
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Zermatt
Soweit O.K josy,aber bitte Kölner Stadtarchiv bitte nur mit einem L,dat tut sonst echt weh,als Kölner...




Zermatt, besten Dank für Deinen Hinweis, mein Bester, könnt ich jetzt schleimig sagen...


Spaß bei Seite: Bin bestimmt nicht der Rechtschreib- Guru, aber à bisserl gutes Deutsch in Schrift, Wort und Satz möchte es schon sein. Mein Problem ist meine neue PC- Tastatur. Die ist derart empfindlich und sensibel, das es oft vorkommt, das Buchstaben doppelt sind oder Nachbarbuchstaben ausversehens mit erscheinen. Zum anderen hab ich nun mal etwas grobschlächtige "Dampflokpfoten" ,die Maulschlüsselweiten ab 30 mm aufwärts bevorzugen, besser gewohnt sind, dazu noch ein Zwei- Finger- Suchsystem auf der Tastatur. Da helfen dann auch oft keine zwei- oder mehrmaligen Korrekturlesungen!

Und damit wir beim Thema bleiben: Eine einzigartige Katastrophe! Nun hab ich`s mir auch noch mit den Kölnern verscherzt..., oh je!

Alles mächtig negative Eigenschaften, besorgniserregende Tendenzen! Die bei mir schon zu schweren posttraumatischen Sympthomen mit der Tendenz zu mittelschweren depressiven Verstimmungen geführt haben

Nichts für ungut


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 10.03.2010 08:36 | nach oben springen

#67

RE: Energieversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 10.03.2010 09:01
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von ABV





Josy so viel ich weiß, war der Gleiswärter sehr wohl krank, aber nicht betrunken gewesen. Die Hauptschuld trug tatsächlich die marode Technik, wobei man den Gleiswärter natürlich auch nicht völlig freisprechen kann. Die sowjetischen "Freunde" hatten Gleissignaltechnik nach dem Krieg in großen Stil abgebaut und als Kriegsreperation gen Osten verschickt. Dieser Verlust konnte bis zum Ende der DDR nicht überall kompensiert werden. Übrigens wurde die Volkspolizei in jener Nacht nur über einen Unfall mit Verletzten informiert. In der Annahme das es sich um einen normalen Verkehrsunfall handeln würde, schickt man den Unfalldienst der Verkehrspolizei vor Ort. Der Kollege hatte fast eine Attacke erlitten, als er die Katastrophe und deren Ausmaß vor Augen hatte.

Gruß Uwe
[/quote]


Alles klar, ABV und besten Dank für die Ergänzungen. Das war auch so ein unsägliches Thema mit den Reparationsleistungen an die SU, als wenn das wenig übrig gebliebene nicht schon dringendst benötigt wurde. Und wie Du richtig schreibst, teilweise konnten derartige Mängel noch nicht einmal bis 1989, dem Ende der DDR behoben werden. Es ist vielfach nur glücklichen Umständen zu verdanken, das nicht mehr passiert ist. Möchte nicht wissen, wieviel stille, unerwähnte Helden, ob nun bei Reichsbahn und anderswo es gegeben hat, die durch ihre Berufserfahrung, Umsicht und Wachsamkeit viel Schlimmes, viele Katastrophen verhindert haben. Kenne es auch aus eigenen Erfahrungen, Erleben, das oft auch, vielleicht manchmal aus falscher Kollegialität solche Beinah- Katastrophen vertuscht, verschwiegen wurden. Anderseits auch von Vorgesetzten "klein" gehalten wurden, nicht weitergemeldet wurden, um den berüchtigten "Sackstand", peinliche Kontrollen und anschließende unbequeme Fragen zu vermeiden, eigenes Fehlverhalten zu vertuschen. Ist ja heute teilweise auch nicht viel anders, nur wesentlich schwerer zu verheimlichen.

Von älteren Eisenbahnern weiß ich auch, das man speziell in der "heißen" Zeit der 50-er und 60-er eben auch sehr schnell mit dem Vorwurf der Sabotage hantierte, um auch an Einzelpersonen Exempel zu statuieren, abschreckende Schauprozesse zu führen. Besonders auch dort, wo auf den Transportwegen irgendwie die Sowjetunion bzw. die Sowjetarmee mit betroffen war.

Hast Du, habt ihr mal was gehöhrt von den s. g. sowjetischen Lokomotivkollonen?

Das waren speziell Lokomotiven, Eisenbahnwagen einschl. Personal, die nur für die Sowjetarmme und ihre Transportbedürfnisse abgestellt waren. Jede Reichsbahndienststelle mußte hierfür Loks, Wagen und Personal abstellen, beheimatet war das alles im besonderen in Grenznähe zu Polen. Hierüber wurden Truppentransporte, aber in erster Linie auch Reperationstransporte Richtung Sowjetunion abgewickelt.

Einerseits hatten diese Personale erhebliche Vorzüge in den damals schlechten Jahren nach dem Krieg. Das ging los mit der Versorgung an Lebensmitteln über Artikel des täglichen Bedarfs. Es war schon eine Art Auszeichnung, hierher abgestellt, deligiert zu werden. Auch waren Loks und Wagen technisch in einem wesentlich besseren Zustand als der übrige Bestand an rollendem Material der DR, Ersatzteile waren da und selbst die Lokomotivkohle und Schmierstoffe waren von guter Qualität. Anderseits wurden schon die kleinsten Vorkommnisse streng und unerbittlich über die Militärjustitz der SU geahndet, wo wir heute wissen, das es für die Opfer oft mit haarsträubenden Methodenfern jeder Rechtsstaatlichkeit zuging. Größere Vorkommnisse oder gar Unfälle fielen sofort in die Hoheit des sowjetischem Geheimdienstes GPU, und wie gesagt, hier war man eben sehr schnell mit der Schuldzuweisung der Sabotage zur Hand.


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 10.03.2010 09:03 | nach oben springen

#68

RE: Welche Katastrophen waren die schlimmsten in der Geschichte der DDR?

in Leben in der DDR 10.03.2010 11:38
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von josy95


Eigentlich eine ureigenste Aufgabe eines Geheimdienstes, Sabotageakte gegen Wirtschaft, Verkehrswege, gesellschaftliche Einrichtungen ect. abzuwehren.

Was sagen unsere Experten MfS dazu? Was könnt ihr berichten, was habt ihr erlebt?

josy95



Richtig Josey, deshalb hieß es auch schon in der Erklärung zum "Gesetz über die Bildung eines Ministeriums für Staatssicherheit" die der damalige Innenminister Dr. Steinhof verlaß:

Die hauptsächlichsten Aufgaben dieses Ministeriums werden sein, die volkseigenen Betriebe und Werke, das Verkehrswesen und die volkseigenen Güter vor Anschlägen verbrecherischer Elemente sowie gegen alle Angriffe zu
schützen, einen entschiedenen Kampf gegen die Tätigkeit feindlicher Agenturen, Diversanten, Saboteure und Spione zu führen, unsere demokratische Entwicklung zu schützen und unserer demokratischen Friedenswirtschaft eine ungestörte Erfüllung der Wirtschaftspläne zu sichern. Zur Durchführung dieser Aufgaben bildet das Ministerium in den Ländern Verwaltungen für Staatssicherheit, die dem Ministerium unmittelbar unterstellt sein werden.


Vor der Bildung des MfS war sein Vorgänger als "Hauptverwaltung zum Schutze der Volkswirtschaft" noch dem Ministerium des Innern unterstellt. Im MfS war später die HA XVIII unter ihrem Leiter GL Kleine für diesen Bereich zuständig.





Ach mein lieber Feliks D.,

ich wollte jetzt keine Nachhilfestunde für irgendeinen Politunterricht haben, den ich vielleicht mal zu DDR- Zeiten versäumt hab oder wo ich aus menschlich nachvollziehbaren Gründen eingenickt war.

Kanst Du, die anderen Experten MfS oder auch BGS konkret von derartigen, sagen wir mal ruhig Sabotageakten berichten? Auch aus Schulungsmaterialien. Hoch interessant wären natürlich Eigenerlebnisse, weil da bekanntlich die Glaubwürdigkeit, die Authensität höher ist.

Oder hängt da 20 Jahre nach der Wende immer noch die Pflicht, der Deckmantel der Verschwiegenheit drüber?

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
nach oben springen

#69

RE: Welche Katastrophen waren die schlimmsten in der Geschichte der DDR?

in Leben in der DDR 10.03.2010 19:02
von SanGefr | 218 Beiträge

Anmerkung zum Beitag von R M R vom 09.03.2010 um 6.48 Uhr

Berichten der LEIPZIGER VOLKSZEITUNG zufolge gaben ehemalige Bewohner des Ernst-Schneller-Heim im nordsächsischen Eilenburg an, dass es zwischen 1970 und 1980 täglich zu sexuellen Übergriffen gekommen sei. So seien Kinder beim Duschen geschlagen und in den Intimbereich gefasst worden. Selbst wenn nur die Hälfte davon stimmen sollte......
WER IM GLASHAUS SITZT, SOLL NICHT MIT STEINEN WERFEN!
Was lernen wir daraus? Solche verbrecherischen Übergriffe an Kindern ist also doch nicht nur ein kapitalistisches Problem, wie uns hier so schön weis gemacht werden soll, sondern auch ein sozialistisches. Es wurde alles nur schön unter dem Teppich gekehrt; denn es konnte in der DDR nicht sein, was nicht sein darf. Solche Übeltäter gibt es aber auch auf der ganzen Welt. Und denen ist das Handwerk zu legen - ganz gleich welcher Weltanschauung.
So, das wollte ich mal kurz loswerden - und nun zurück zum Thema.


zuletzt bearbeitet 10.03.2010 19:02 | nach oben springen

#70

RE: Welche Katastrophen waren die schlimmsten in der Geschichte der DDR?

in Leben in der DDR 10.03.2010 19:29
von Granate | 132 Beiträge

in der ddr gab es keine katastrohen,das volk wurde zum schweigen verdonnert.anders war es doch beim grenzdurchbruch auch nicht.ende der 60-iger,flog in erkner bei berlin ein ganzes teerwerk in die lufft.keine angaben über tote und verletzte.traurig,traurig.denkt mal an die abstürze von den beiden flugzeugen eins über bohnsdorf und königswusterhausen alles totgeschwigen.dannenwalde ist das schärfste,was die russen geliefert haben ich war erschüttert als ich die repotage gesehen hatte



nach oben springen

#71

RE: Welche Katastrophen waren die schlimmsten in der Geschichte der DDR?

in Leben in der DDR 10.03.2010 19:42
von Tina (gelöscht)
avatar

Ich möchte auch noch an ein sehr schlimmes Unglück in Bitterfeld erinnern.
Meine Großeltern und Verwandten erzählten mir einiges darüber und einige Trümmer und zusammengestürzte Schornsteinreste waren danach auch für mich noch jahrelang zu sehen...

Hier der Bericht:

Eine für die DDR lange Zeit bestimmende Katastrophe ereignet sich am 11.7.1968 im Chemiekombinat in Bitterfeld. Sie ist bis dahin neben dem Grubenunglück am 22.Februar 1960 im damaligen Steinkohlebergwerk „Karl-Marx" in Zwickau, welches 123 Bergleuten das Leben kostete sowie dem Eisenbahnunglück 1967 in Langenweddingen, als ein Tanklastzug in einen vollbesetzten Zug raste, die schwerste Katastrophe ihrer Art nach 1945 in der DDR.
Ausgelöst wird sie während des Schichtwechsels in der PVC-Produktion des Chemiekombinats Bitterfeld gegen 14.00 Uhr. In der Frühschicht wurden bei einem der 12 Autoklaven, in denen der Produktionsprozeß zum PVC innerhalb von 16 Stunden erfolgt, undichte Stellen entdeckt. Dies stellt normalerweise kein Problem dar, da sowieso bei Druckänderungen am Autoklaven das gasförmige Vinylchlorid immer einfach in den Raum abgelassen wird. So ist es auch am 11. Juli. Noch vor Schichtwechsel gelingt es nicht, die Undichtheit am Manometerflansch am Autoklaven 7 zu beseitigen. Der Autoklave, in dem bereits Vinylchlorid in großen Mengen eingeströmt ist, soll wieder vollständig entleert werden, um eine neue Dichtung im Manometerflansch einziehen zu können. Wie üblich, wird das explosionshaltige Gas einfach in die Produktionshalle abgelassen, eine Verfahrensweise, die häufig bei den Arbeitern wegen der narkotischen Wirkung des Vinylchlorid zu Bewusstseinsstörungen führt und gesundheitliche Schädigungen erzeugt. Zwar wird durch Hupen der Austritt von Vinylchlorid signalisiert, sogenannter „VC-Alarm", an diesem Tag ist die Konzentration des Gases jedoch so hoch, daß die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten ist. Um 14.02, die nächste Schicht konnte sich noch gar nicht auf die Arbeit einstellen, erschüttert eine gewaltige Detonation das Produktionsgelände und ganz Bitterfeld. Noch in Muldenstein, einem Ort etwa 6 km vom Explosionsort entfernt, zerbersten Fensterscheiben. Viele der 57 Arbeiter in der PVC-Produktionshalle sind sofort tot. Es herrscht Entsetzen. Über 200 Verletzte, viele davon schwer, müssen ärztlich versorgt werden. Die Detonationswelle walzt große Teile des Betriebes nieder. Aufgrund des weiterhin ausströmenden Vinylchlorid kann man 3 Tage lang nicht mit Schneidbrennern arbeiten, sondern muß sich mühevoll mit Händen und einfachen Geräten an die Opfer herantasten. Die Schäden, die bilanziert werden, sind enorm. 42 Menschen müssen sterben. 80 Millionen Mark direkter Sachschaden entsteht. Das Werk wird in Bitterfeld nicht wieder aufgebaut.
Die Produktion wird nach Schkopau zum Kombinat Buna verlagert.
( Quelle von Google )


nach oben springen

#72

RE: Welche Katastrophen waren die schlimmsten in der Geschichte der DDR?

in Leben in der DDR 10.03.2010 19:52
von Affi976 (gelöscht)
avatar

Also Granate,
ich will mal was zu den Flugzeuabstürzen sagen.
ICH wußte von den Abstürzen, warum, es war in der Zeitung zu lesen und im Fernsehen zu sehen und es gab Staatsbegräbnisse. Und alles unter den Augen der Öffentlichkeit, also auch der DDR - Normalo - Öffentlichkeit.
Und die Zeitungen waren nicht die BILD oder sowas. Die Zeitungen waren Berliner Z., nur die und den Morgen haben wir gelesen.
Was das Teerwerk und Dannenwalde betrifft , will ich Dir gerne glauben!
VG Affi


zuletzt bearbeitet 10.03.2010 19:53 | nach oben springen

#73

RE: Welche Katastrophen waren die schlimmsten in der Geschichte der DDR?

in Leben in der DDR 10.03.2010 20:19
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Affi976
Also Granate,
ich will mal was zu den Flugzeuabstürzen sagen.
ICH wußte von den Abstürzen, warum, es war in der Zeitung zu lesen und im Fernsehen zu sehen und es gab Staatsbegräbnisse. Und alles unter den Augen der Öffentlichkeit, also auch der DDR - Normalo - Öffentlichkeit.
Und die Zeitungen waren nicht die BILD oder sowas. Die Zeitungen waren Berliner Z., nur die und den Morgen haben wir gelesen.
Was das Teerwerk und Dannenwalde betrifft , will ich Dir gerne glauben!
VG Affi




Die genannten Flugzeugabstürze sind mir auch aus der DDR-Presse und dem DDR- Fernseh bekannt. War zwar noch jung an Jahren, kann mich aber noch gut daran erinnern. Beim Flugzeugabsturz von Königswusterhausen war ich mit meinen Eltern in Lehnin (Brandenburg) im Urlaub, wir haben zur Zeit des Absturzes einen dumpfen Knall wahrgenommen, erstmal nichts drauf gegeben. Zu der Zeit kam mes gerade im Raum Berlin öfter vor, das Militärjets die s. g. Schallmauer durchbrachen.

Es hat nicht lange gedauert, da berichtete Rundfunk und Fernseh von dem Unglück, der Katastrophe. Ost wie West.

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
nach oben springen

#74

RE: Welche Katastrophen waren die schlimmsten in der Geschichte der DDR?

in Leben in der DDR 10.03.2010 21:44
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
avatar

Nun geht es immer hin und her und San Gefr. erinnerte den Rainer- Maria an seinen Text vom soundsovielten und so holten sie die Katastrophen aus der Versenkung, die offiziellen und die inoffiziellen und was haben wir nun davon?
Wir werfen uns in die Brust und was für den Einen der böse Osten ist für den Anderen der böse Westen.
Da fällt mir doch meine Kindheit ein, wenn so zehn Mann gegen drei oder umgekehrt.
Wir sind schon ein tolles Forum und sollten doch unsere Kindheit nicht ablegen, wo man sich auch mal sagte" gehe ich halt woanders spielen, wo es ruhiger ist".
Denn man ist schneller alt, als man denkt, das merke ich so an meiner kleinen Enkelin, wenn sie auf dem Opa reiten will.
Bin ich noch beim Thema, ach, es ist doch egal.

R-M-R


nach oben springen

#75

RE: Welche Katastrophen waren die schlimmsten in der Geschichte der DDR?

in Leben in der DDR 10.03.2010 21:51
von Amelie (gelöscht)
avatar

Zwangsaussiedung, von Haus und Hof vertrieben.

Lg Regenschein


nach oben springen

#76

RE: Welche Katastrophen waren die schlimmsten in der Geschichte der DDR?

in Leben in der DDR 10.03.2010 21:57
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
avatar

regenschein, du Spassvogel, wenn du mal nicht nur drei Worte schreiben würdest, wäre ich dir dankbar.
Lass einfach Dampf ab, aber bitte, bitte mit etwas mehr Erklärung, das alle lachen oder weinen können.
Für deine Zwangsaussiedlungen gibt es hier glaube ich schon einen Fred.
Ein Admin wird dir helfen, ganz bestimmt.

R-M-R


nach oben springen

#77

RE: Welche Katastrophen waren die schlimmsten in der Geschichte der DDR?

in Leben in der DDR 11.03.2010 00:03
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Ich möchte es mal so Fomulieren;Naturkatastrophen,Betriebsunfälle auch im technischen Bereich wird es immer wieder geben.Denn der Mensch ist nicht Fehlerfrei und bei Naturkatastrophen fehlt ihn die Handhabe.Also das ganze hat nichts mit einen Gesellschaftlichen System zu tun.Aber wie schon gesagt,hinterher ist man immer schlauer.Weil man dazu lernt


nach oben springen

#78

RE: Welche Katastrophen waren die schlimmsten in der Geschichte der DDR?

in Leben in der DDR 12.03.2010 13:20
von josy95 | 4.915 Beiträge

Jetzt stell ich mal die Gegenfrage, ohne gleich einen neuen Thread zu öffnen:


Welche Katastrophen (außer den hier schon genannten) waren die schlimmsten in den Altbundesländern vor der Wende.


Eine ganz schlimme Katastrophe fällt mir aus der jüngeren Vergangenheit ein: Rammstein.

War manchmal von unseren altbundesdeutschen Usern jemand eventuell sogar dabei, vor Ort oder kann von Verwandten/ Bekannten was dazu sagen, berichten?


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 12.03.2010 13:21 | nach oben springen

#79

RE: Welche Katastrophen waren die schlimmsten in der Geschichte der DDR?

in Leben in der DDR 12.03.2010 13:35
von karl143 (gelöscht)
avatar

Spontan fallen mir da der Flugzeugabsturz von Überlingen 2002 und das ICE Unglück in Eschede ein.
1958 war mal ein Flugzeug bei München mit einer Manschaft abgestürzt. Es handelte sich Manchester United. 8 Spieler der ersten Mannschaft kamen dabei ums Leben. Es hat Jahre gedauert, bis der Verein diesen Verlust überwunden hat. Für mich ist das auch eine Katastrophe. Wo ist die Grenze zwischen Unglück und Katastrophe. Für einen direkt Beteiligten muß die Anzahl der Opfer nicht hoch liegen. Alles ist relativ.


nach oben springen

#80

RE: Welche Katastrophen waren die schlimmsten in der Geschichte der DDR?

in Leben in der DDR 12.03.2010 13:59
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von karl143
Spontan fallen mir da der Flugzeugabsturz von Überlingen 2002 und das ICE Unglück in Eschede ein.
1958 war mal ein Flugzeug bei München mit einer Manschaft abgestürzt. Es handelte sich Manchester United. 8 Spieler der ersten Mannschaft kamen dabei ums Leben. Es hat Jahre gedauert, bis der Verein diesen Verlust überwunden hat. Für mich ist das auch eine Katastrophe. Wo ist die Grenze zwischen Unglück und Katastrophe. Für einen direkt Beteiligten muß die Anzahl der Opfer nicht hoch liegen. Alles ist relativ.




Das ist wohl wahr, Karl!

Die wahre Tragik spielt sich doch größtenteils und oft im Verborgenen bei den unmittelbar Betroffenen, überlebenden Opfern und Hinterbliebenden ab. Nicht zu vergessen auch bei den Helfern, die bei solch Katastrophen dabei waren und oft das bis an ihre physischen und psychischen Grenzen Mögliche getan haben. Oft auch leider zu spät für die Opfer.

Wenn ich selbst zurückblicke, dann hat das schwere Unglück am 21.08.1994 bei uns auf der Strecke bei mir auch genug seelische Narben hinterlassen. Oft habe ich die grauenhaften, erschütternden Bilder noch vor Augen, besonders dann, wenn man über die Medien erfährt, das wieder irgendwo so etwas Schreckliches passiert ist und diese unschönen Erinnerungen und Bilder sofort wieder da, allgegenwärtig sind.


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
DDR Sachen, die es nicht mehr gibt
Erstellt im Forum Leben in der DDR von lara
433 05.12.2014 10:08goto
von schulzi • Zugriffe: 22498
Flugstrecken in der DDR
Erstellt im Forum Leben in der DDR von Blanco
24 01.12.2010 18:58goto
von Backe • Zugriffe: 1488
Typische Klischees in der filmischen und literarischen Darstelllung von DDR und BRD
Erstellt im Forum DDR Staat und Regime von ABV
6 17.07.2010 20:40goto
von moreau • Zugriffe: 1473
Ökologische Katastrophe in der DDR
Erstellt im Forum Leben in der DDR von Angelo
1 31.05.2010 12:36goto
von SFGA • Zugriffe: 682
DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze
Erstellt im Forum Grenzbilder innerdeutsche Grenze von Angelo
346 22.11.2015 18:07goto
von Schubi • Zugriffe: 36988
In Probstzella ging es von der DDR in die BRD
Erstellt im Forum Presse Artikel Grenze von Angelo
3 17.03.2009 07:16goto
von nightforce • Zugriffe: 4338

Besucher
1 Mitglied und 27 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: TalSiar
Besucherzähler
Heute waren 471 Gäste und 32 Mitglieder, gestern 3617 Gäste und 188 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14376 Themen und 558752 Beiträge.

Heute waren 32 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen