#21

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 08.03.2010 18:02
von ricolein (gelöscht)
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GST war eine spitzen Maßnahme ich war im internat und da haben wir alles machen können Führeschein und so weiter es war auch ein guters training für die schleifer ausbildung bei der fahne


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#22

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 08.03.2010 18:05
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Wolfgang, noch ein sehr schönes Beispiel zu den" gesellschaftlichen Zwängen". Nun war ich jahrelang im Elternaktiv an den Schulen meiner Töchter, und wenn es dann darum ging, das Goldsöhnchen oder Tochter aufs Gymnasium sollte, musste, konnte, wollte nicht, dann warfen sich etliche Eltern in die Brust und die Lehrerin( meine gute Freundin, weil ich kluge Frauen liebe), sie meinte...Er oder Sie schafft es nicht und die Eltern wieder....Er oder Sie schafft es, bestimmt.
Jedenfalls lange Rede, kurzer Sinn, der Goldsohn oder Tochter waren nach einer ganzen Weile wieder da, vom Gymnasium und diese Schmach, diese Schande und die Eltern wurden zum Elternabend nicht mehr gesehen.
Soviel noch mal zu den "gesellschaftlichen Zwängen", und hast du es jetzt begriffen, oder eventuell deine Tabletten heute morgen vergessen, die nach dem Morgenkaffee?
Aber du weißt, Wolfgang, dein Freund ist ein Mann des Humor und wir wollen ja einmal im schönen Boizenburg ein Bier miteinander trinken, ich weiß, der Tag wird kommen.

R-M-R



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Wenn Du bis dahin wieder ganz gesund bist, gerne Rainer!!
Schöne Genesungswünsche aus Kassel.


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#23

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 08.03.2010 18:06
von ricolein (gelöscht)
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guck mal wo die jugend heute ist hauptschüler sind blöd gymnasiasten sind die elite der nation (wird den jeden tag eingetrichtert)und das ende vom spiel drogen saufen usw die haben doch keinen halt keiner kümmert sich mehr richtig um die jugend die gewalt wird immer mehr


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#24

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 08.03.2010 18:16
von Rostocker | 7.734 Beiträge

In der GST gab verschiedene Sport und technische Verbände wie nur den Schießsport.Nur mal so als Beispiel:Tauchsport bis hin zum Modellbau.
Ach ja und noch was,auch in den heutigen Schützenvereinen gibt es Jugendgruppen.Aber ob die nun so gut gestanden sind,das entzieht sich meiner Kenntnis.


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#25

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 08.03.2010 18:23
von ricolein (gelöscht)
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genau und vor allem kostenfrei heute muß papa ein haufen kohle hin legen hat er keine ist söhnchen auf der strasse


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#26

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 08.03.2010 18:35
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Rostocker
In der GST gab verschiedene Sport und technische Verbände wie nur den Schießsport.Nur mal so als Beispiel:Tauchsport bis hin zum Modellbau.
Ach ja und noch was,auch in den heutigen Schützenvereinen gibt es Jugendgruppen.Aber ob die nun so gut gestanden sind,das entzieht sich meiner Kenntnis.




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Ja es ist mir natürlich bekannt daß es nicht nur die Sparte "Schießsport" bei der GST gab! Ich hatte selber den LKW Führerschein auf einem H3A machen dürfen, der mir aber erst nach meinem Eintritt in die NVA umgeschrieben werden sollte. In Neustadt-Glewe (10 km von Ludwigslust entfernt) gab es einen Segelsportverein der GST, Anmeldung zwecklos, da zu dicht an der Grenze! Das mit dem Tauchsport war auch so eine Sache wo Du noch nicht einmal mit ner Luftmatratze ein "paar" Meter zuweit auf die Ostsee raus durftest!! Und zu den Jugendgruppen in den heutigen Schützenvereinen: Ganz umsonst ist es nicht und nach den obligatorischen Wartezeiten, Überprüfungen, Unterrichten und "bestandenen Prüfungen" gibt es die zum Schießsport erfoderlichen "Geräte" nicht zum Nulltarif!! Wenn ich also von "gestandenen" Zeitgenossen sprach, meinte ich schon solche Leute, die sich auch schon so etwas leisten konnten, in der Regel sind es eben nicht die ganz Jungen!
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 08.03.2010 18:37 | nach oben springen

#27

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 08.03.2010 19:01
von ricolein (gelöscht)
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stimmt nicht ganz ich wohne in thüringen und war im kanu verein kostenlos fahren auf der saale in der ag schießen kostenlos auch die waffen soger vieze ddr meister


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#28

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 08.03.2010 19:14
von wosch (gelöscht)
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Zitat von ricolein
stimmt nicht ganz ich wohne in thüringen und war im kanu verein kostenlos fahren auf der saale in der ag schießen kostenlos auch die waffen soger vieze ddr meister



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Stimmt doch ricolein, denn ich rede vom Erwerb eigener Waffen, die Mitglieder die ich kenne haben nach bestandenen Fristen und Prüfungen Alle ihre privaten Geräte!! Bis es soweit war konnten bzw. mußten sie in Ermangelung Eigener, die vom Verein gestellten benutzen! Gute Sportwaffen und eventuell noch eine 357er Magnum sind allerdings nicht aus einer Lehrlings-oder Studententasche so einfach zu berappen. Der Mitgliedsbeitrag ist bei den Schützenvereinen das kleinste "Übel"!
Schönen Gruß aus Kassel.


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#29

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 08.03.2010 20:05
von ricolein (gelöscht)
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ja du redest von den zeiten nach der wende da hast du voll kommen recht ich bin in der feuerwehr und im angelverein das drum herum kostet aber der spaß macht alles wett oder


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#30

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 08.03.2010 20:43
von Jens | 280 Beiträge

Hallo zusammen,
Schützenverein, Faschingsgruppe und GST, ein durcheinander.
Ich war ab der 6.bis 10. Klasse, also 4Jahre im TZ Schießen. Es war eine gute Erfahrung weil ich
auch sportlich voll auf der Höhe war.
Der Wochenablauf war wie folgt:
Montag: Schwimmhalle
Dienstag und Donnerstag war Luftgewehrschießen
Mittwoch: KK-Schießen
Freitag: Turnhalle , also Kondidion und Ausdauertraining
Samstag: Wettkämpfe, wo wir mit Bus gefahren worden sind.

Wo ist das heut noch möglich????


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#31

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 08.03.2010 20:55
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Jens
Hallo zusammen,
Schützenverein, Faschingsgruppe und GST, ein durcheinander.
Ich war ab der 6.bis 10. Klasse, also 4Jahre im TZ Schießen. Es war eine gute Erfahrung weil ich
auch sportlich voll auf der Höhe war.
Der Wochenablauf war wie folgt:
Montag: Schwimmhalle
Dienstag und Donnerstag war Luftgewehrschießen
Mittwoch: KK-Schießen
Freitag: Turnhalle , also Kondidion und Ausdauertraining
Samstag: Wettkämpfe, wo wir mit Bus gefahren worden sind.

Wo ist das heut noch möglich????




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Wo das heute noch möglich ist? Hier fuhren die Kinder schon mal zum Schüleraustausch nach London oder Anderswohin! Die Stadt Kassel hat und hatte ein Jugendseeheim auf der Insel Sylt und fast jeder Kasseler Schüler hatte schon die Gelegenheit gehabt es zu besuchen. Schwimmen und Turnen (auch Wettkämpfe) gab und gibt es heute auch noch. Lediglich mit dem Schießen hatte man es nicht so wichtig genommen, für Schulkinder gab es hier keine vormilitärische Berieselung. Gott sei Dank sage ich !!

Schönen Gruß aus Kassel


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#32

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 09.03.2010 02:03
von grenzsoldat (gelöscht)
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Hab hier was doppelt gemoppelt


zuletzt bearbeitet 09.03.2010 05:00 | nach oben springen

#33

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 09.03.2010 04:59
von grenzsoldat (gelöscht)
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Zitat von grenzsoldat
Verwicklungen mit Waffen hatte ich in der DDR öfters. Passiv und aktiv. Bei der GST habe ich als Jugendlicher eine Taucherausbildung gemacht, da wurde auch ab und zu mit KK geballert. Als Student mußte ich in Ferienlagern Schüler beim Luftgewehrschießen betreuen. Habe mal zu dem Thema mehrere Kurzgeschichten geschrieben.


Unmittelbare Unterrichtsmittel


Karl Blochschmitt war mal mein Schuldirektor. Ein finsterer Fiesling meinte ich. Mit buschigen Augenbrauen unter seinem buschigem grauen Haar lugten schnell blinkende dunkle Augen respekteinfößend finster darein. Wir hatten als Schüler Angst, wir hatten Respekt, wir hatten Bammel vor dieser mustergültigen sozialistischen Respektsperson. Obwohl, wir sahen ihn kaum. Montags aber immer. Da hielt Blochschmitt, ein Hühne von Mann regelmässig in der ersten Zehnerpause Fahnenapell ab. Wir standen alle von der ersten bis zur achten Klasse alle im Karre auf den Schulhof herum und Blochschmidt hielt mit lauter martalischer Stimme eine Rede.

Vom Sieg des Sozialismus und von unserem hochverehrten unfehlbaren Staatsratsvorsitzenden, Genossen Walter Ulbricht und von den Produktionssteigerungen der Genossen Kalikumpel unter Tage und von der Kollektivierung der Landwirtschaft in Möhra und Unterrohn. Zwei grosse Lautsprecher an der Stirnwand der Schulsporthalle verfielfältigten Blochschmitts Sprechorgan, welches auch von den bewaffneten Organen tönten, die unsere teure Deutsche Demokratische Republik den immerwährenden Frieden unter der Führung der Völker der Sowjetunion bewahren sollten. Ich stand manchmal rechts neben der Fahne und musste ein Luftgewehr schultern. Darauf war ich stolz.

Nur zwei Schüler hatten immer diese Ehre. Einer der nur Einsen in Mathematik schrieb und einer, der die meissten Ringe beim Schulluftgewehrschießen schoss. Ich war der, der manchmal wie in diesen Tagen mit dem sozialistischem Unterichtsmittel Luftgewehr immer in die Zehn ballerte.

Also hinter mir an der Wand ballerten die Lautsprecher und vor mir im straff sitzenden Anzug sah ich auf den Rücken von Blochschmitt. Blochschmitt war genau so fett wie mein katholischer Pfarrer und sah von hinten eigenlich wie der katholische Pfarrer aus. Nur der Blochschmitt hatte seinen fetten Hintern in eine graue Hose gezwängt und der Pfarrer Eisenhut hatte eine schwarze Hose an. An einem kalten Vormittag ballerten hinter mir aus dem Lautsprecher Blochschmitts laute Worte von sozialistischer Moral, sozialistischer Lebensweise, sozialistischer Pflichterfüllung und sozialistischer was weis ich noch.

Ich fror, mir tat die Schulter weh von dem Luftschießgewehr und die neuen Schuhe drückten furchtbar. Einzig erfreulich war, Blochschmitt zog mit seinen Tiraden die Zehnerpause in die Mathematikstunde sowas von rein, dass für Mathematik nichts mehr übrig blieb. Nach dem Fahnenapell musste ich meiner Waffe bei Blochschmitt in der Direktion abliefern. Ich war immer geschafft und fürchterlich gelangweilt hinterher. Von den ewigen immer gleichen Tiraden, die jeden Montag, jede Woche, jedes Jahr in stoischer Regelmäßigkeit variantenreich wiederholt wurden. Es ging von Ammikäfern bis Zebrastreifen. Die einen sollte man bekämpfen und einsammeln, den Zebrastreifen nur, aber nur vor der Schule überqueren.

Nach dem Apell und der ausgefallenen Mathestunde hatten wir Erdkunde bei Buckelberg. Mir drückte er einen Schlüssel in die Hand und meinte ich soll noch fix im Lehrmittelzimmer die große Thüringer Wald Karte holen. "Hinten links, neben dem Physikschrank auf dem Tisch!"

Flugs war ich aus der Klasse und zog vor der Türe die Schuhe aus weil sie drückten. In Strümpfen jagte ich die die zwei Treppen zum Lehrmittelzimmer über der Turnhalle, öffnete, weil ich mir selber so leise wie ein Indianer vorkam die Türe und eilte wie ein Wiesel durch das riesige zwanzig Meter lange Zimmer zu besagtem Tisch.

Es war schummrig halbduster und ich sah auf den Tisch keine Karte. Ich sah nur einen riesigen Klammottenberg und auf einmal ragten zwei Schuhsohlen aus dem Klammottenberg. Frauenschuhe mit Frauenstrümpfen und bestrumpfte Beine . Ein Schuh war fast an meiner schreckhaft erhobenenen rechten Hand und ein Schuh an meiner linken Hand. In dem Moment stolperte ich und sah, dass ich über einem Luftgewehr gestolpert war.

Ein Frauenstimme, rief furchtbar erschrocken nichtdoch - nichtdoch- nichtdoch und dann sah ich einen Arm und eine Hand, die das Gesicht der Frau bedecken wollte.

Ich hatte mich an das schummrige licht gewöhnt und sah nun die Bescherung. Der Klamottenberg war der Rücken und Hintern vom Blochschmitt, wo nun langsam die Hose nach unten rutschten und käseweisse Beine und schwarze Sockenhalter zum Vorschein kamen.

Verdattert und stotternd, sagte ich " ...Die...die..die...die Thüringenkarte, ich will doch nur die...die...die.. Thü....Thü...Thü...Thüringenkarte holen für Buckelberg" und kam mir furchtbar ertappt vor. Es ging mir vor Schreck nicht in den Schädel, dass ICH hier jemand ertappt hatte. Eine meiner Lehrerinnen und meinen Direktor beim Ficken auf dem alten Kartentisch im Lehrmittelzimmer, wozu nur der Buckelberg noch einen Schlüssel hatte.

Blochschmitt drehte seinen inzwischen feuerroten Kopf ächzend zur Seite und angelte mit der anderen Hand nach der Karte, die direkt neben ihm auf den Tisch lag. Aus seinem Mund presste er dabei die Worte....."Wir ma....ma...ma....machen das Lu...Lu...Lu.....Luftge....ge...gewehr foooort!"

Ich schnappte obereilig die eingerollte Karte und und verschwand wieder blitzschnell auf meinen Strümpfen. Im nu war ich unten in der Klasse und Buckelberg lobte mich "Das ging aber schnelle!" Vom Rest des Unterrichts hab ich nichts mehr mit bekommen.

(Die Story handelt um 1960 und war noch viel drastischer als hier beschrieben) (Namen sind geändert). So ab 1975 war ich wieder in meiner Heimatstadt. Irgend jemand aus der Stadt fragte ich damals, was mit dem ehemaligen Schuldirektor loswäre. "Waaaaas duuuuu weißt daaas nicht.......das war doch der Skandal.........in Salzungen. Der Blochschmitt hatte eine Freundin neben seiner Frau und bei der hat er in der Nacht im Bett in Kloster Allendorf einen Schlaganfall bekommen. Die Frau hatte ihn in ihr Auto gewuchtet und hat ihn auf der Treppe zum Sulzbuerger Krankenhaus abgeladen und ist abgehauen. Da ist er nicht gleich sofort gefunden worden und ist fast gestorben. Als er doch einigermassen genesen war, wurde er in die Kreisstelle für Unterrichtsmittel versetzt, weil er fast halbseitig gelämt war. Monatelang war das Stadtgespräch!"

Bei dem habe ich dann DIA-TON Vorträge über militärische Berufe abgeholt. Ich war inzwischen Berufsberater. Er hat mich wohl nicht mehr erkannt.

Die Fotos sind um 1976 in einem Ferienlager bei Rathmansdorf entstanden.



Nach der Wende hatte ich dann mal folgendes Erlebnis zum Thema Waffen:



Kriegsstielchen...

Die alteingesessene Thüringer Firma Krieger aus Oberhaun macht Besenstile seit exakt 1874. Erst mit der Kraft des Wassers, wo hinter dem kleinen Sägewerk kleine selbstgebaute primitive Drechselmaschinen mittels Wassermühlrad angetrieben wurden, um aus eckigen Latten runde Besenstile zu drechseln. Das Geschäft dümpelte so hin bis in die Mitte des ersten Weltkrieges, wo plötzlich, aber, Handgranatenstiele dringend benötigt wurden. "Die sind ein wenig kürzer als Besenstile, aber sie waren dicker" sagt wichtig mit hochgezogenen Augenbrauen der olle Krieger. Holzlattentürme türmten sich damals auf dem Betriebshof, zeigt das Kriegersche Familienfotoalbum, wo 4 schnurrbärtige Männer vor einem riesigen Holzhaufen stehen. Zum Ende des Krieges war ein stattlicher Betrag in Goldmark in der Firmenblechkassette der Krügers und der Holzhaufen war alle. "Im Krieg ist Goldwährung wichtig" sagt mit hochgezogenen Augenbrauen der olle Krieger stolz. Sein Vater war Hüter der Goldkassette und da er auch dem Gold nicht so sehr traute, wurde mit den Goldmark ein Wald, ein paar Wiesen und ein Baugrundstück gekauft. Auf dem Baugrundstück entstand eine kleine schnuckelige Villa, welche so doppelt so groß war wie ein Einfamilienhaus, sagt Krieger und zeigt mit dem Daumen hinter sich auf eine Wohnzimmerwand in der kleinen schnuckeligen Villa.

Als man einige Zeit nach dem Krieg wieder fleißig Besenstile produzierte, kam die Inflation und die Besenstielproduktion mußte auf zehn Prozent des Vorkriegsvolumens zurück gefahren werden. Doch die Krügers hatten nun Wald, hatten nun Landwirtschaft und hatten auch noch einige Handvoll Goldmark, so dass sie mit einem blauen Auge aus der Inflation heraus kamen. Kurz nach 1933 ging es wieder aufwärts. In der Kriegerschen Villa gab es nämlich eine Akte, wo die schönen Adressen der Heereswaffenämter vermerkt waren. Die gab es noch nur die hießen ein wenig anders. "Kaiserlich" war gestrichen, aber Straße, Ort und Hausnummer waren gleich geblieben. Mit freundlichen Schreiben und freundlichen Besuchen wurden die alten Geschäftskontakte wieder aktiviert und kurz nach der Aktivierung raspelten wieder die alten Maschinen und nach kurzer Zeit auch neue moderne zeitgemäße Maschinchen aus eckigen Holzlatten Stiele, Handgranatenstiele. Ein kleines zierliches "K" in der Schriftart Times wurde auf die Stielchen eingebrannt und bezeugten Qualität und Seriosität dieses interessanten Produktes. "Wir haben damals schon voll ökologische Produkte gefertigt", sagt wieder mit hochgezogenen Augenbrauen der olle Krieger. "Die Stiele waren mit Bienenwachs imprägniert. Das war was solides! Die Stiele faulten nicht so schnell bei längerer Lagerung im harten Kriegseinsatz". Eine zweite Villa, diesmal noch ein wenig größer wurde in Eisenach dicht unter dem Burschenschaftsdenkmal gebaut - "dort lebt heute meine Schwester und hat mit der eingenommenen Miete ein nettes Einkommen. Sogar einer unserer Anwälte aus dem Westen ist dort eingezogen. Ha, ha, ha, Anwälte kann man heute immer gebrauchen"

"1939 am 1. November werden vom Heereswaffenamt alle Aufträge gekündigt", meint mit sauertöpfischem Gesicht der olle Krieger. Das wäre eine Intrige vom Gauleiter Sauckel, dem NSDAP Gauleiter Thüringens. Alles an Aufträgen hat seine buckelige Verwandtschaft in der Gegend um Saalfeld bekommen. "Ha, ha, ha, weißte wie die Thüringer den Gauleiter Sauckel genannt haben?" "Nein" sag ich. "Sauleiter Gauckel hat er geheißen! - Ha, ha, ha." Das braune Pack, das braune! Aber nach dem Krieg ist dafür die buckelige Verwandtschaft vom Sauleiter Gauckel ab nach Sibirien. Keiner ist mehr wieder gekommen. Arme Schweine die. Das hatten die nun davon. Waren ja schließlich Rüstungsbetrieb - den haben die Russen dichtgemacht!. Aber," sagt Krieger noch " große Geschäfte haben die Saalfelder auch nicht mehr gemacht. Die Deutsche Wehrmacht hat ja nur noch mit Eierhandgranaten geschmissen und die waren komplett aus Eisen und Pulver - die brauchten kaum Stiele mehr!"

"Uns Kriegers haben die Russen nichts getan - waren ja kein Rüstungsbetrieb mehr -. Wir haben wieder Besenstile produziert und auch nach dem zweiten Weltkrieg mußte ja auch wieder jeden Tag überall in der Ostzone viel Dreck weg gekehrt werden. "Krieger zieht wieder die Augenbrauen hoch. "Dann kam die DDR und 1967 sind wir fast geschlossen worden. Na, eben fast, nicht ganz. Ich wurde im eigenen Betrieb, inzwischen eine Kommanditgesellschaft mit einem volkseigenem Forstwirtschaftsbetrieb Gottseiesgetrommeltundgepfiffen Betriebsleiter. Ab 1975 haben wir sogar unsere Super-Besenstile nach dem Westen exportiert. 8 Westpfennig gab es für einen Besenstil. Sieben, komma zwei Pfennig hat der Außenhandel der DDR eingesackt, 0,8 Pfennig hat der Betrieb von diesem Ertrag bekommen. Diese Kommunisten, Blutsauger waren das." Aber wieder mit hochgezogenen Augenbrauen: "Wir haben nur noch von den 0,8 Pfennig NSW - (Nicht sozialistisches Wirtschaftsgebiet) Maschinen gekauft -sogar aus Japan!" Die Augenbrauen ruckeln noch höher " Die Masse machts - ha, ha, ha!"

"Und, wie ging es weiter" frage ich. Krieger grinst. "Gottseidank, kam dann die Wende und wir haben wieder unsere alte Akte vor geholt." "Kaiserlich" war ja gestrichen, "Heeresamt" hatte den neuen netten Zusatz "Beschaffung" aber Straße, Ort und Hausnummer waren erstaunlicherweise gleich geblieben. Mit freundlichen Schreiben und freundlichen Besuchen wurden die alten Geschäftskontakte wieder aktiviert und kurz nach der Aktivierung raspelten wieder die alten Maschinen und nach kurzer Zeit auch noch neuere moderne zeitgemäße Maschinchen. Dank EU - Förderung aus eckigen Holzlatten Stile, zwar diesmal keine Handgranatenstiele." Ist streng geheim!" Sagt der olle Krieger und auch sein hochgewachsener Sohn im Armani und Budapester Schuhen, der inzwischen sich dem Gespräch dazu gesellt hat, ergänzt "moderne Waffensystem dürfen nicht durch Radar erfaßt werden - und da sind manche Waffenteile heute wieder aus Holz! Das ist doch toll!"

Nett blinzelnd meint dazu der olle Krieger, "aber alles streng ökologisch mit Bienenwachs! So, jetzt müssen wir das Gespräch beenden - wir wollen morgen nach Spanien fliegen. Mutti Guste ist schon dort und kommt mit dem Fitmachen unserer Residenz für den Sommer nicht zurecht. Die vier Leute Personal, die wir inzwischen dort beschäftigt haben, sind wirklich manchmal keine Hilfe. Leute, irgendwelche Kaffer aus Marokko, denen man erst zeigen muß wie eine Rasenkehrmaschine funktioniert. Am schlimmsten ist, die Köchin kann keine Thüringer Klöße und ich habe es ihr schon dreimal gezeigt! Es war nett mit ihnen zu plaudern und ich finde es richtig prima, daß sie sich für Thüringer Industriegeschichte interessieren!" Beim hinausgehen ruft er mir noch lachend zu, "Wer die Geschichte nicht kennt, kann die Zukunft nicht meistern! In zwei Jahren haben wir hundertdreißigjähriges Betriebsjubiläum - der Ministerpräsident kommt da sogar, schaun sie da mal vorbei - sie sind eingeladen!


So, die wirkliche Pointe ist, die Story ist erstunken und erlogen. Na fast. der Name ist gesponnen, die Orte, die Produkte. Klarnamen und Klarfakten heute zu nennen ist mir heute schlicht und einfach gesagt zu gefährlich. Die Kriegers und wie sie alle heißen würden mich mit 2 properen Anwälten und noch einem Spezialanwalt in Reserve zum Teufel klagen wegen sonst was. Die Gespräche, die Zusammenhänge, die Leitlinien und die Substanz der Story waren aber echt, waren wahr. Leider.





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#34

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 09.03.2010 07:28
von küche69 | 428 Beiträge

Ich möchte hier einmal sagen, dass ich die GSt Ausbildung, im Hinblick auf die Armeezeit sicherlich nicht immer zum Lachen gefunden habe (Übernachtung im Lager usw.), aber die Jugend wurde beschäftigt und kam nicht auf dumme Gedanken, wie Rentner oder Bahnfahrgäste fast zu Tote zubrügeln oder Überfälle usw..

Damit will ich sagen dass der Judend und den Heranwachsenden etwas geboten wurde, der Hintergrund war natürlich wieder etwas anderes, aber wir hatten Spaß bei vielen Dingen und verrohten nicht!

Jetzt wird ja immer mehr beim kleinen mann gekürzt, vorallem bei den KIndern (leben jetzt schon viele an der Armutsgrenze) und auch bei den Eltern geht es so.

Aber Hauptsache die Politiker und Konsorten erhöhen sich weiter fleißig ihre Diäten oder Gehälter, ich weiß nicht ob ein einzelner über 10.000 € im Monat erhalten muss, wenn der kleine Mann nicht mehr von seinem Lohn leben kann(Steuern usw.). Sollten die Politiker doch ein ganzes Jahr auf die Hälfte ihrer Bezüge verzichten, so denke ich mir würde die Haushalstlage wesentlich besser aussehen!

In diesem Sinn, grüße von Küche69

Einiges was ich hier geschrieben habe passt nicht zum angesprochenem Thema, aber ich lasse es stehen, hat mich gerade beschäftigt und vieles im Forum passt auch manchmal nicht zu den Themen!



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#35

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 09.03.2010 21:22
von EK89/1 | 832 Beiträge

Habe ich heute im Buch "Die DDR - Eine Chronik Deutscher Geschichte" gefunden:


Gesellschaft für Sport und Technik (GST)
Aufgabe der GST war seid 1952 vor allem - mit unterschiedlichen Schwerpunkten, aber insgesamt immer Straffer organisiert und perfekter -, eine Wirkungsvolle vormilitärische Ausbildung aller Jugendlichen im Lande sicherzustellen. Diese Ausbildung war für Schüler und Lehrlinge quasi obligatorisch. Daneben organisierte die GST auch die Reservistenausbildung und den Wehrsport als Breiten- und als Leistungssport. Die GST arbeitete nach Grundsatzbeschlüssen der SED und unterstand dem Ministerium für Nationale Verteidigung. Sie war ganz auf die organisatorischen und fachlichen Bedürfnisse der Nationalen Volksarmee ausgerichtet. Aufgebaut nach dem Prinzip des demokratischen Zentralismus, also mit Entscheidungsgewalt von oben nach unten (600 000 Mitglieder in 10 000Orts- oder Fachgruppen), bot die GST-Ausbildungs- und Freizeitbeschäftigung in Sparten wie dem militärischen Mehrkampf, Wehrkampf, Sportschießen, Motor- und Modellsport, Tauchchen, Fallschiermspringen, Fliegen, Schifffahrt und Nachrichtentechnik. Wegen der Möglichkeit bei der GST einigermaßenkomplikationslos de Führer- und Flugschein zu erwerben.war sie diesbezüglich bei der DDR-Jugendlichen recht beliebt. Zu ihren Ausbildungszwecken verfügte die Gesellschaft über zahlreiche Spezialschulen,-lager und -puplikationen. Sie veranstaltete auch landesweiten Wehrsport-Wettkämpfe, die sogenannten Wehrspartakiaden.


EK89/I
09/87-01/88 GAR5 Potsdam,GAK 7
01/88-04/89 7.GK "Lutz Meier" Schierke
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#36

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 10.03.2010 20:27
von ricolein (gelöscht)
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war schon eine super sache wenn du gute ausbilder hattest so wie ich war alles super und man konnte wirklich viel machen auch für seine zukunft


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#37

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 27.03.2010 11:49
von Boelleronkel (gelöscht)
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Was hat man da gelernt?

Karten EIN-Norden,Kompass gebrauchen können,also in der Lage sein,bestimmte Punkte auf einer Karte finden können.
Sportliche Betätigung,wer wollte bis "Umfallen"
Luft und KK-Gewehr schiessen.
Wer wollte ging in die GST(Gesellschaft für Sport und Technik)
Führerschein für LKW,(MKF)Militärkraftfahrer
Bootsführerschein und Segelschein,(keine Gebühren oder Kosten)wer gut war,kam auch in der Ferienzeit auf ein kleines Schulschiff.
Ein Beispiel wäre für die GST das kleine Schulschiff "Immer bereit"lag in Ückermünde und das Schiffchen
gibt es heute noch.


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#38

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 27.03.2010 12:07
von Mongibella (gelöscht)
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Naja, ich bin schon dankbar das ich für 75 Flocken meinen Einzer machen konnte.....den Rest hätte man sich aber stecken können....Waffen und Soldatenspiele interessier(t)en mich keineswegs....

groetjes uit Edekoben

Mara


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#39

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 27.03.2010 13:01
von Anton | 156 Beiträge

Zitat von Mongibella
Naja, ich bin schon dankbar das ich für 75 Flocken meinen Einzer machen konnte.....den Rest hätte man sich aber stecken können....Waffen und Soldatenspiele interessier(t)en mich keineswegs....

groetjes uit Edekoben

Mara





@Mara

Du mußt unseren westdeutschen Freunden erklären, daß du den Führerschein Klasse A (Motorrad) meinst, sonst kommen sie vielleicht unnötig ins Grübeln.

Viele Grüße
ANTON



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#40

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 27.03.2010 13:23
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Anton

Zitat von Mongibella
Naja, ich bin schon dankbar das ich für 75 Flocken meinen Einzer machen konnte.....den Rest hätte man sich aber stecken können....Waffen und Soldatenspiele interessier(t)en mich keineswegs....

groetjes uit Edekoben

Mara





@Mara

Du mußt unseren westdeutschen Freunden erklären, daß du den Führerschein Klasse A (Motorrad) meinst, sonst kommen sie vielleicht unnötig ins Grübeln.

Viele Grüße
ANTON



Danke für deine Fürsorge Anton,aber wir haben auch nicht hinter dem Mond gelebt.



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