#1

Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 09:33
von Angelo | 12.396 Beiträge

Es gab noch weitere Morgengaben des Staates. Beispielsweise kamen Jungverheiratete schneller zu einer Wohnung - zumindest seit den 70er Jahren. Dennoch hielten viele Ehen nicht. Die DDR war Scheidungsweltmeister. Und das nicht von ungefähr. So schnell und unbürokratisch wie man sich in eine Ehe stürzen konnte, kam man wieder heraus.

Was sagt ihr zu dieser Aussage??

Und was war der Ehekredit? Haben viele in der DDR nur geheiratet um diesen Kredit zu bekommen und um schneller an eine Wohnung zu kommen? Ich dachte in der DDR hätte jeder eine Wohnung ?


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#2

RE: Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 11:20
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Scheidungsweltmeister-wie das klingt..



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#3

RE: Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 11:34
von Harsberg | 3.247 Beiträge

Zitat von Angelo
Es gab noch weitere Morgengaben des Staates. Beispielsweise kamen Jungverheiratete schneller zu einer Wohnung - zumindest seit den 70er Jahren. Dennoch hielten viele Ehen nicht. Die DDR war Scheidungsweltmeister. Und das nicht von ungefähr. So schnell und unbürokratisch wie man sich in eine Ehe stürzen konnte, kam man wieder heraus.

Was sagt ihr zu dieser Aussage??

Und was war der Ehekredit? Haben viele in der DDR nur geheiratet um diesen Kredit zu bekommen und um schneller an eine Wohnung zu kommen? Ich dachte in der DDR hätte jeder eine Wohnung ?



Übrigens Angelo, auch in der DDR galt, das Trennungsjahr war einzuhalten!
Gruß H.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#4

RE: Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 14:14
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Der Ehekredit war für eine junge Familie eine gute Sache.

Wohnungsnot in der DDR - stimmt !

Bei mir wartet man bei einer großen Wohnungsgesellschaft auch heute noch ohne Vitamin B ca. 5 Jahre - das stimmt auch !

Gegend abhängig.

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
zuletzt bearbeitet 27.02.2010 14:15 | nach oben springen

#5

RE: Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 15:52
von Affi976 (gelöscht)
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Übrigens Angelo, auch in der DDR galt, das Trennungsjahr war einzuhalten!

@Harsberg,
ging ja auch nicht anders, wo sonst hättest Du eine neue Wohnung für einen der beiden Scheider herholen wollen????
VG Affi
aber ansonsten hast Du natürlich Recht, es war so!!!


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#6

RE: Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 17:00
von EK76/1 | 84 Beiträge

@Angelo,
dass Jungverheiratete schneller eine Wohnung bekamen, dass kann ich leider nicht bestätigen.
Habe selbst 1979 geheiratet. Ich hab damals noch bei meinen Eltern gewohnt. 150qm Wohnung für 56 Mark/Ost Miete.
Wir wohnten dort bis 1984. Unser Sohn kam 1981 !.
Also nichts mit Bevorzugung von Jungverheirateten.
Vielleicht bei Parteigenossen oder anderer Schleimern !
Der Ehekredit war aber ok.
Wir kauften uns damals die komplette Einrichtung für das Wohnzimmer und für das Schlafzimmer.
Aus damaliger Sicht waren wir zufrieden mit den Möbeln. Nicht nur aus damaliger Sicht !!
Mir haben damals beim Aufstellen der Schränke nicht so die Augen geträhnt, wie bei den Möbeln nach der Wende!!
Ich meine jetzt nicht den Preis, sondern den eventuell schädlichen Inhaltsstoff der Möbel.
Zum Trennungsjahr kann ich "leider" nichts sagen. Bin immer noch mit der selben Frau verheiratet.
viele Grüsse



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#7

RE: Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 17:17
von dackel | 25 Beiträge

die wohnungen wurden wenn überhaupt nach anzahl der personen zugeteilt.
dabei zählen nur verheiratete leute als paar, unverheiratete als einzelpersonen.
die anzahl der personen bestimmte die wohnungsgrösse die man zugeteilt bekam.
der ehekredit, ich glaub es waren 1000 ddr-mark wurde durch die geburt von kinder getilgt.


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#8

RE: Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 17:22
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Möchte mal sagen,so viel mir noch in Erinnerung ist.
Den Ehekredit gab es bis zu einen Alter von 30 Jahren Zinslos,und pro geborenen Kind wurden 1000 Mark erlassen.
Zum Wohnungsproblem möchte ich sagen.Ich hatte über 11 Jahre einen Wohnungsantrag laufen,bin fast drei Jahre zwischen Rostock und Harz hin und her gependelt alle 14 Tage.Dann hab ich die schnauze voll gehabt und bin in den Harz gegangen.Aber hier ging das Problem auch noch weiter.Dann machte ich 2 Eingaben an den Staatsrat,was geschah meine Frau und ich bekamen eine Vorladung zu Gemeinde.Dort befand sich dann auch so eine nette Dame mit den Parteibonbon an der Bluse.Die Frage war gleich,warum wir den Werdegang nicht einhielten und gleich zum Staatsrat geschrieben haben und uns nicht erst nach Wernigerode gemeldet hätten.Ich sagte,der nächste Brief geht auch gleich nach Berlin.Naja nach 3 Wochen war das Problem gelöst.
Ja sachen gab es schon.


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#9

RE: Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 17:24
von Mike59 | 7.959 Beiträge

Und was war der Ehekredit? Haben viele in der DDR nur geheiratet um diesen Kredit zu bekommen und um schneller an eine Wohnung zu kommen? Ich dachte in der DDR hätte jeder eine Wohnung ?[/b][/quote]
---------------------

Naja in der DDR hatte wohl jeder eine Wohnung.

Ich kann nicht bestätigen das man als verheirateter schneller an eine Wohnung gekommen ist. Nach unserer Hochzeit 1981 haben wir bei den Schwiegereltern gewohnt, auch nachdem das erste Kind da war.
Um in unseren "Wohnbereich 8-9 qm" zu gelangen mussten wir durch das Schlafzimmer der Schwiegereltern. Tendenziell war es eine "Kommunalka" für 5 Personen auf 80 qm.
Zu diesem Zeitpunkt war ich sowohl Parteimitglied als auch Berufssoldat - Ich hoffe damit falle ich nicht in den Bereich privilegierter Schleimer.

Mike59


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#10

RE: Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 17:54
von Alfred | 6.841 Beiträge

dackel,

der Ehekredit betrug erst 5.000 dann 7.000
Beim ersten Kind wurden glaub ich 1.000 , beim zweiten 1.500 Mark erlassen. bei 3. kind war der Krdit automatisch getilgt.

Dies aus meienr Erinnerung.


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#11

RE: Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 18:02
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Zum Thema

Verordnung über die Gewährung von Krediten zu vergünstigten Bedingungen an junge Eheleute vom 10.Mai 1972
§1
Grundsätze

(1)Diese Verordnung gilt für Arbeiter, Angestellte, Angehörige der bewaffneten Organe, Studenten, Genossenschaftsbauern sowie für Mitglieder gärtnerischer PGH und Produktionsgenossenschaften werktätiger Fischer, die nicht älter als 26 Jahre sind, ab 27.April 1972 eine Erst-Ehe geschlossen haben bzw. schließen und zum Zeitpunkt der Eheschliesung ein gemeinsames Bruttoeinkommen bis zu 1400M monatlich erhalten( nachfolgend junge Eheleute genannt) Sie ist auch dann anzuwenden, wenn nur einer der beiden Ehepartner Arbeiter, Angestellter....siehe oben...zum Zeitpunkt der Eheschliesung ist.
Anmerkung: Angestellte = Werktätige einschließlich der Intelligenz, die in einem Arbeitsverhältnis stehe und für ihre Tätigkeit Gehalt erhalten.

(2) Junge Eheleute erhalten ab 1.Juli 1972 zweckgebundene Kredite für
- die Entrichtung des Genossenschaftsanteils nach Eintritt in eine sozialistische Produktionsgenossenschaft.
- den Ankauf eines ständig bewohnbaren Fertighauses oder den Bau bzw. die Erweiterung eines Eigenheimes als Hauptwohnsitz.
- die Beschaffung der Ausstattung der Wohnung.

(3) Junge Eheleute, die bereit sind, in eigener Initiative den Ausbau bzw. die Modernisierung einer zugewiesenen oder von den Eltern übernommemen Wohnung in kommunalen, betrieblichen oder genossenschaftlichen Wohngebäuden durchzuführen, werden dadurch unterstützt.das die Rechtsträger bzw. genossenschaftlichen Eigentümer solcher Wohnungen dafür einen zweckgebundenen Kredit durch das zuständige Kreditinstitut erhalten.

Quelle, das Buch Schutz und Förderung von Ehe und Familie von Elisabeth Wenik/ Verlag Tribüne Berlin 1979

R-M-R


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#12

RE: Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 18:08
von dein1945 (gelöscht)
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Auch in Berlin-W, gab es einen Ehekredit für junge Ehepaare, 10.000DM, rückzahlbar innerhalb von 10 Jahren, die Monate Juni und Dezember waren tilgungsfrei, konnte frei verwendet werden, die Zinsen betrugen nur 1%,
Gruß aus Berlin


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#13

RE: Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 18:23
von Ahnenforscher (gelöscht)
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Hallo Angelo,
hierzu meine persönlichen Erfahrungen:
1977 war ich in Berlin- Ost auf Wohnungssuche. Meine Freundin lebte bei ihren Eltern und ich im Wohnheim.
Es ging nichts. Nachdem meine Freundin schwanger wurde und der Hochzeitstermin feststand, fand ich eine verlassene
1.Raum Wohnung in Berlin- Prenzlauer Berg. Es war eher eine Rumpelburg als eine Wohnung. Die Vormieterin war vor 2 Jahren verstorben. Nichts war leergeräumt. Zum Glück fand ich den Erben und konnte mit der KWV (Kommunale Wohnungsverwaltung) verhandeln. Die Mietzusage erhielt ich nur, wenn ich die Wohnung auf eigene Kosten saniere.
Sie hatten kein Geld dafür, welches bei den geringen Mietpreisen verständlich war. Zum Glück hatte ich einen Bauberuf erlernt. Trennwände entfernen, neue Trennwände ziehen und verputzen. Kompletter Badeinbau mit Badeofen und neuem Schornsteinanschluß. Gasleitung verlegen und Gastherme für die Warmwasserversordung einbauen.
Für bestimmtes Material benötigte man eine Freigabe bzw. einen Bezugsschein. Das war zusätzliches Gelaufe.
Nachdem ich aus der Rumpelburg, Baujahr 1870, eine Wohnung gemacht habe, wollten sie mir diese Wohnung noch streitig machen. Jeder Tag war Kampf. Vor der Geburt meines Kindes konnten wir einziehen und waren glücklich.
Wir erhielten den Ehekredit über 5000 Mark. Damit konnte man Einrichtungsgegenstände, mit Ausnahme von Silberbesteck und Teppichen kaufen. Dieser Kredit war zinslos und lief über 8 Jahre. Wir bezahlten monatlich 52 Mark an Tilgung. Nach der Geburt des ersten Kindes wurden 1000 Mark erlassen und die Rate verringerte sich auf 48 Mark. Nach der Geburt des zweiten Kindes, drei Jahre später, wurden nochmals 1500 Mark erlassen und die Rate sank auf 18 Mark. Man hat seinerzeit versucht, gegen den demografischen Wandel zu steuern, der ab 1964 einsetzte. Er wurde nicht gestopt aber verlangsamt.

Zu euren Scheidungsweltmeistern: Ein notwendiges Trennungsjahr gab es definitiv nicht. Andere Behauptungen sind völliger Blödsinn. Waren sich beide Partner einig, wurden sie beim ersten Termin geschieden. Lediglich die 14-tägige Wiederspruchsfrist musste eingehalten werde. War Uneinigkeit, kam es zum nächsten oder weiteren Terminen. Wenn beide Partner nicht wussten was sie wollten, konnte es sich hinziehen.

Grüße vom Ahnenforscher
Wissen ist Macht (Lenin), nischt wissen macht ooch nischt (der Berliner)


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#14

RE: Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 18:28
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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dein 1945, in der DDR war der Ehekredit zinslos, nochmal....zinslos und wieder eine der Errungenschaften, die dem des Kapital überlegen war...so wollte ich jetzt mit den Worten von Karl Eduard Schni...reden.
Aber du kennst meinen ostdeutschen Humor, er ist so leicht...aber lassen wir das lieber, sonst bricht hier noch der Klassenkampf aus.
Also nimm es mit Humor, mein älterer Freund.

R-M-R


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#15

RE: Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 19:45
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Weiter zum Thema, zum Text von 18.02Uhr.

§2

Kredite für die Finanzierung von Genossenschaftsanteilen

(1) Junge Eheleute können bei Nachweis ihres Eintritts in eine sozialistische Wohnungsbaugenossenschaft bei der für ihren Wohnsitz zuständigen Sparkasse einen Kredit in Höhe des Genossenschaftsanteil erhalten.

(2) Bis zur Höhe von 5000 M wird dieser Kredit zinslos gewährt. Der Kredit ist innerhalb von 8 Jahren in momatlichen Raten zu tilgen. Der Tilgungsbeginn ist vertraglich zu vereinbaren. Mit der Tilgung des Kredites ist spätestens 3 Jahre nach Kreditaufnahme zu beginnen.

Quelle, siehe mein vorstehender Text von heute.

R-M-R


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#16

RE: Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 20:14
von EK78GR24 | 50 Beiträge

Hi Angelo,
der Ehekredit hatte in dem Sinn nichts mit der Wohnung zu tun. Er war sozusagen für die Grundausstattung der Paare gedacht, damit sie erstmal etwas hatten, zB an Möbeln, und hat somit mir eigentlich ganz schön geholfen.
Ich habe damals fast meine Wohnstube damit einrichten können. Gekauft vom Ehekredit habe ich eine Schrankwand, kam glaub ich so um 2400 DDR Mark und einen Schwarz/Weiß Fernseher (Luxomat) für 2000 DDR Mark. Von dem was wir übrig hatten, haben wir nich einen kleinen Tisch und paar Einrichtungssachen gekauft. Damit war der Ehekredit aufgebraucht. Gab bei uns damals 5000 DDR Mark.
Tja die Wohnung war ein anderes Problem.
So schnell gab es keine das stimmt. Ich hatte noch bei meinen Schwiegereltern im Kinderzimmer gewohnt,
mit Frau und Kind.
Es gab bei uns zwei Wohnungsgesellschaften. Eine war die Kommunale und die andere die AWG. Um an eine Wohnung schneller heranzukommen sind wir in die AWG eingetreten. Hier sah es so aus, dass man aber durch den Eintritt selbst noch kein Anrecht auf eine Wohnung hatte. Drei Personen stand eine zwei Zimmer Wohnung zu, also Wohnstube, Schlafzimmer und Küche(bessere Kochniesche).
Wenn das Kind dann größer war, ich sag mal jetzt 7 Jahre, stand dir auch eine Wohnung mit Kinderzimmer zu. (Ich rede jetzt von einer Neubauwohnung also Plattenbau)
Im Endeffekt, hast du dir dein Anrecht auf eine Wohnung bei der AWG durch Einzahlung
von Geld (3000 DDR Mark) und Aufbaustunden gesichert. Ich weiß nicht mehr wie viele Aufbaustunden es waren, die man haben mußte um ein Anrecht zu haben. Könnte sein das es 500 waren......oder mehr....
Diese Aufbaustunden hat man nach der Arbeit oder eben am Wochenende gemacht. Es waren alle möglichen Arbeiten, wie Ausschachtarbeiten oder konnten auch Malerarbeiten oder sonst was sein.
Je nach dem wie diese Aufbaustunden fortgeschritten waren und auch die Einzahlung der 3000 DDR Mark erfolgte, hattest du ein Anrecht auf eine Wohnung.
Wer jetzt gute Beziehungen hatte, bekam "ziemlich schnell" seine Wohnung. Wer nicht, naja bei dem konnte noch etliche Zeit vergehen, wenn nicht viele Jahre.
Wir hatten damals Glück, sag ich mal, weil sie bei uns in der Gegend ein neues Wohngebiet gebaut haben. Dadurch bedingt, sind viele aus den Wohnungen umgezogen in den neuen Stadtteil und somit sind wir dann in Wohnungen eingezogen, deren Wohnblöcke eben schon 10 Jahre standen.
Aber egal war auch eine Wohnung und wir hatten uns riesig darüber gefreut, das wir nicht so lange warten mußten.
HG Pino


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#17

RE: Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 20:52
von Granate | 132 Beiträge

Zitat von Oss`n
Der Ehekredit war für eine junge Familie eine gute Sache.

Wohnungsnot in der DDR - stimmt !

Bei mir wartet man bei einer großen Wohnungsgesellschaft auch heute noch ohne Vitamin B ca. 5 Jahre - das stimmt auch !

Gegend abhängig.

Oss`n


nichts für ungut,aber wo wohnst du denn



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#18

RE: Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 21:15
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
avatar

Weiter im Text siehe meine heutigen voestehenden Texte.

§3

Kredite für den Ankauf eines ständig bewohnbaren Fertighauses oder den Bau bzw. die Erweiterung eines Eigenheimes als Hauptwohnsitz.

(1) Junge Eheleute, die ein Eigenheim bauen, erweitern oder ein Fertighaus als Hauptwohnsitz errichten, erhalten zusätzlich zu den in der Verordnung vom 24.November 1971 über die Förderung des Baues von Eigenheimen ( GBI. II Nr. 80 S. 709) festgelegten Vergünstigungen einen zinslosen Anteil am Bauleistungskredit in Höhe von 5000 M. Der Tilgungsbeginn ist vertraglich zu vereinbaren. Mit der Tilgung des Kredites ist spätestens 3 Jahre nach Kreditaufnahme zu beginnen. Im übrigen richtet sich die Tilgung dieses Anteils nach den Bedingungen der vorgenannten Verordnung.

(2) Der Kredit in Höhe von 5000 M. gemäß Abs.1 bleibt zinslos, wenn das Eigentum an dem Eigenheim sowie die dafür gewährten Kredite auf andere Eheleute übergehen, die zu dem in §1 genannten Personenkreis gehören.

Eine kleine Geschichte dazu. Im Laufe mehrerer Jahre habe ich im Umland von Leipzig bei dutzenden jungen Leuten, damals alle in meinem Alter nebenbei an Heizungsanlagen gearbeitet. Es gehörte schon Mut und eine Menge Beziehunge dazu, um das Alles durchzustehen, aber reineweg gefühlt 80% der Leute, die ich auch heute noch entfernt kenne, mal treffe, sehe, und ich komme immer noch viel herum, halten auch heute noch zusammen, wohnen noch in ihrem Eigenheim, ihrem hart erarbeiteten Eigentum.

R-M-R


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#19

RE: Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 21:28
von Granate | 132 Beiträge

ja so war der osten.habe 87 geheiratet bekamen 7000 mark hatte ein kind.das geld reichte für schrankwand fliesentisch soofa und sessel.eine eigene bleibe.so wie es vielen ging,ging es auch mir.antrag auf eigenen wohnraum hatte ich schon gestellt,da konnte ich schon das abcaber unser antrag wurde wie die meisten abgelehnt.die frage die ständig kam,war doch immer die selbe frage.haben denn ihre eltern keinen wohnraum??????? öhhhh,mhhhh,jaaaaa so waren alle fragen beantwortet.erst bei schwiegermutter gewohnt dann bei mutter. haben dann das haus vonn muttern zu ddr-zeiten überschrieben bekommen.alles ok.96 das zweite kind alles ok. bis meine ex das haus und die kinde bekam



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#20

RE: Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 21:28
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

mir ging es wie vielen,geheiratet und weiter mit dem 1.kind auf wohnungsuche.es ging dann zwar aus platzgründen schneller weil pro person nach gesetz ein wohnraum zur verfügung stehen sollte.aber heiraten und wohnung sofort,so war es nicht.das wohnungsbauprogramm erleichterte natürlich viel das auch das größte wohngsbauprogramm in plattenbauweise in europa geschaffen wurde nützt sicher heute noch dem mietspiegel da bekanntlich angebot und nachfrage den markt bestimmt.
der ehekredit war zum einrichten der ersten wohnung gedacht,anders war es kaum möglich an einen kredit zu kommen und das schützte auch vor überschuldung wie es heute vielen jugendlichen geht die mit pleite aus der lehrzeit gehen.
zum scheidungsjahr,dies gab es in der form schon jahrzehnte nicht mehr,ich bin selbst ein scheidungskind und bei meinem vater aufgewachsen.hier war die ddr wohl dem bgb um jahrzente voraus,bzw.legte die bismarckchen bgb und kirchlichen gesetze ab und ersetzte sie durch moderne zeitgerechte gesetze.
ich sehe es heute noch so,was bildet sich kirche oder staat ein zu bestimmen ob man die ehe noch halten kann und zwingt ein scheidungsjahr auf,damit werden ehepartner ja als unmündig erklärt.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 27.02.2010 21:30 | nach oben springen



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