#1

Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 09:36
von Angelo | 12.396 Beiträge

Wie seht ihr das ? War die DDR wirklich eine Wirtschaftsmacht? Ich meine heute gibt es immer noch viele Produkte die aus der ehemaligen DDR übernommen worden sind. Ich denke da nur an Karl Zeiss Jena,Spee,und was noch alles.


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#2

RE: Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 12:58
von Gelöschtes Mitglied
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Kommt darauf an, wie man es sieht. Ich meine, ja. Allerdings wurde zum einen daraus nicht genügent Kapital geschlagen, zum anderen wurde manches Veramscht. Auf jeden Fall gabs schon Produkte, die Weltklasse waren. Auf der anderen Seite wurden aber Erlöse in andere Indistriezweige gesteckt, wo man nicht mithalten konnte, aber politisch wollte. Nunja, und manchmal wurde das Rad zweimal erfunden, weil Produkte gebraucht wurden, die auf der CoCom Liste standen.

Was gabs besonderes in der DDR?

CTI
Die Technik "CTI" für Fernsehgeräte,zur Wiederherstellung sauberer Konturenabgrenzungen, die bei der Übertragung des Fernsehbildes verloren gehen. Wurde von allen Großen wie Grundig, Phillips oder Metz bis heute (bei Geräten mit Bildröhre) verwendet. RFT-Entwicklung.

MKF-6
Multisprektralkamera MKF-6 für Raumschiffe und Flugzeuge. Die potentiellen Kunden standen Schlange, aber Verkaufen ging nicht, weil zur Spionage geeignet. Verbot durch Sowjetunion.


zuletzt bearbeitet 26.02.2010 15:26 | nach oben springen

#3

RE: Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 13:49
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Die DDR rangierte auf der Skala der stärksten Industrienationen der Welt auf Platz 10.

Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#4

RE: Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 14:51
von Augenzeuge (gelöscht)
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Einzelne DDR-Betriebe, deren Produkte für den Verkauf in den Westen bestimmt waren, konnten durchaus modern sein. Allerdings, in den meisten DDR-Betrieben waren die Produktionsanlagen hoffnungslos veraltet. In der chemischen Industrie zum Beispiel beschäftigte sich jeder fünfte Arbeitnehmer nur noch mit der Instandhaltung der maroden Anlagen. Die Produktivität je Erwerbstätigen erreichte 1989 nicht mal ein Drittel des bundesdeutschen Niveaus.

Auf kaum einem anderen Gebiet der DDR wurde so viel hochgestapelt wie auf dem der Erfüllung wirtschaftlicher Planziele. Hier blieben die Grenzen von Betrug und Selbstbetrug stets fließend. Dabei dienten die Wirtschaftsberichte der DDR immer der Propaganda, also der Desinformation auch der eigenen Bevölkerung. Desinformiert werden sollte aber auch das nicht-sozialistische Ausland.

Selbst Honecker blieb bis zu seinem Tod dabei, dass der Untergang der DDR auf den Verrat Gorbatschows und nicht auf ökonomische Ursachen zurückzuführen sei.
AZ


zuletzt bearbeitet 26.02.2010 14:51 | nach oben springen

#5

RE: Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 15:23
von seaman | 3.487 Beiträge

Soweit die Meinung von Experten...

seaman


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#6

RE: Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 15:32
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von seaman
Soweit die Meinung von Experten...

seaman



Na dann gib doch deine Meinung kund,
Gruß aus Berlin


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#7

RE: Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 15:40
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von seaman
Soweit die Meinung von Experten...

seaman



Bitte? Kommunizierst du doch wieder mit mir? Ok, gerne!

Wer hat sich eigentlich zum Experten für dieses Thema geoutet?
Allerdings spiegelt der Beitrag schon mein Erleben bzw. meine Erfahrungen wider. Aber vielleicht liege ich ja daneben.....mit meinen Einschätzungen.

Na, lieber Seemann, trotzdem wünsche ich dir, dass andere mit deinem aussagefähigen Beitrag mehr anfangen können als mit meinem...
AZ


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#8

RE: Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 15:45
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Hallo Jörg,

ja, das Grundproblem der DDR-Wirtschaft war die Akkumulation, das heißt die Reinvestition. In den 80-er Jahren liefen die früher noch vorhandenen Effekte komplett aus. Der Fünfjahrplan 1986-1990 war bereits ein Desaster. Allerdings konnte es nicht geben, was es nicht geben durfte. Per Lehre hatte der Sozialismus das überlegene System zu sein. Erich Honecker führte daraus sein Prinzip der Blindheitswilligkeit nahezu zur Perfektion. Der erste und letzte Akt einer Wahrheitsfindung fand erst Ende Oktober 1989 statt. Im sogenannten "Schürer-Papier" wurde Egon Krenz und den Mitgliedern des Politbüros ein halbwegs realistischer Blick auf die Wirtschaft in der DDR gegeben.

"Der Fünfjahrplan 1986 - 1990 sah gegenüber dem Ist von voraussichtlich 3,6 % ein durchschnittlich jährliches Wachstum des Nationaleinkommens von 4,8 % vor. Die Differenz zur tatsächlichen Entwicklung beträgt 1986 - 1990 36 Mrd. M volkswirtschaftliches Endprodukt. Der Rückstand bei der industriellen Warenproduktion beträgt 88 Mrd. M. Der Ausgleich zwischen diesem Leistungsrückstand und der Erfüllung der sozialpolitischen Aufgaben führte zur Senkung der Akkumukation, zur Erhöhung der inneren Verschuldung und der zunehmenden Aufnahme ausländischer Kredite."

Diese Senkung der Akkumulation war bereits seit Beginn der Politik der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik eine notwendige Folge der stärkeren staatlichen Subventionen. Ab Mitte der 80-er Jahre wurde es dramatisch:

"Auch wenn alle diese Maßnahmen in hoher Dringlichkeit und Qualität durchgeführt werden, ist der in Abschnitt I dargelegte, für die Zahlungsfähigkeit der DDR erforderliche NSW-Exportüberschuß nicht sichtbar. 1985 wäre das noch mit großen Anstrengungen möglich gewesen. Heute besteht diese Chance nicht mehr. Allein ein Stoppen der Verschuldung würde im Jahre 1990 eine Senkung des Lebensstandards um 25 - 30 % erfordern und die DDR unregierbar machen. Selbst wenn das der Bevölkerung zugemutet würde, ist das erforderliche exportfähige Endprodukt in dieser Größenordnung nicht aufzubringen."

Lange Zeit konnte die DDR ihre Devisen als, aus Sicht der kapitalistischen Industriestaaten, Billiglohnland mit hoher Produktqualität sicherstellen. Wird aber nichts investiert, ist man nicht konkurrenzfähig. Prinzipiell waren viele Betriebe leistungsfähiger, als sie es abrufen konnten. Das dafür notwendige wissenschaftliche Potential und der Inovationswille war an vielen Stellen vorhanden. Aber es fehlte inzwischen an den Mitteln und an den Produktionsbedingungen dafür.

Quelle/Link: "Schürer-Papier vom Oktober 1989" auf "chronik-der-mauer.de"

Gerhard Schürer war von 1965 bis 1989 Vorsitzender der Staatlichen Plankommission beim Ministerrat der DDR (... hier der Link auf wikipedia)

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 26.02.2010 15:51 | nach oben springen

#9

RE: Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 17:20
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Dazu noch einige Auszüge eines Briefes von Mittag an Honecker vom Mai 1989:

Der Sockel in der Zahlungsbilanz würde nach dem vorgelegten Planprojekt von 35,7 Milliarden
Valutamark Anfang 1989 auf 47,5 Milliarden Valutamark steigen...
Das bedeutet,das für die Bezahlung von Zinsen und anderer Valutakosten im Jahr 1990 etwa 36
Milliarden Mark des produzierten Nationaleinkommens der DDR eingesetzt werden müsste.

1995 würde der "Sockel" auf 65 Milliarden Valutamark anwachsen.Die Zinsen würden 1995
44 Milliarden Mark Nationaleinkommen der DDR erforden.
Das wären 13% des Nationaleinkommen.

Wie aus den vorgelegten Materialien hervorgeht,würde 1990 und in den Folgejahren ein " Sockel"
entstehen,der nicht mehr beherrschbar ist.



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#10

RE: Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 17:24
von seaman | 3.487 Beiträge

Wie hoch ist eigentlich die Schuldenuhr vom Bund der Steuerzahler in Berlin aufgelaufen?
Beherrschbar oder peanuts?
1732 Milliarden!!

seaman


zuletzt bearbeitet 26.02.2010 17:29 | nach oben springen

#11

RE: Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 17:40
von manudave (gelöscht)
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Zitat von seaman
Soweit die Meinung von Experten...

seaman



Bitte beweise doch mit FAKTEN das Gegenteil - hier darfst du das gerne tun.


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#12

RE: Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 17:45
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Das Thema ist sicher nur etwas für so richtige studierte Ökonomen. Wir sind doch alles Laien, mal ehrlich. Aber ich muss aus eigenem Erleben so um die 70er Jahre herum sagen( Beginn meiner Lehrzeit und Einstieg auf X Montagebaustellen republikweit, so mehrere Großbaustellen), das zum damaligen Zeitpunkt sehr viel entstand und Materialprobleme so gut wie nicht auftraten, im Gegenteil.
Schon alleine das Wort "Zielprämien", für bestimmte Bauabschnitte ließ die Kasse jeden Monat klingeln, und demzufolge erinnere ich mich daran, das Material, um diese Ziele zu schaffen, immer ausreichend vorhanden war.
Ich bezeichne diese Zeit als enorme Aufbauphase, da selbst erlebt, das Kränkeln in der Wirtschaft kam erst später, so Mitte der 80er Jahre.
Aber das ist mein persönliches Empfinden aus der Sicht meiner Berufsjahre.

R-M-R


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#13

RE: Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 17:45
von seaman | 3.487 Beiträge
zuletzt bearbeitet 26.02.2010 17:47 | nach oben springen

#14

RE: Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 17:59
von seaman | 3.487 Beiträge

Häufig wird behauptet, die DDR ist am Ende pleite gewesen, wäre einer "Staatspleite" zum Opfer gefallen, und zwar am Ende der 80er Jahre, und wäre damals ohnehin bald wirtschaftlich zusammengebrochen.

Da die DDR 1990 bis zur Auflösung Kunst- und Kulturschätze, Maschinen, Bodenschätze, Immobilien, Seen, Wälder und Land im Wert von Zigtausenden Milliarden Dollar sowie nebenbei auch einige Goldreserven (etwa 60 Tonnen) hatte und bis zuletzt alle Löhne und Renten zahlen, alle Kredite und Zinsen bedienen konnte und nie zahlungsunfähig, nie überschuldet und nie kreditunwürdig war, trifft der Vorwurf einer Pleite nicht zu. Denn die Auslandsschulden der DDR betrugen nur einige dutzend Milliarden Dollar.

In der Entwicklung anderer sozialistischer Staaten mit gleicher oder weniger Wirtschaftskraft als der DDR läßt sich, wie die Entwicklung vor und nach 1990 zeigte, kein Anzeichen einer Pleite erkennen, siehe Polen, UdSSR, CSSR, Bulgarien, China usw. Erst einige Jahre nach Wiedereinführung der Marktwirtschaft brachen in einigen ehemligen kommunistischen Ländern zeitweise Teile der Wirtschaft ein, was jedoch auch nicht der Definition einer "Staatspleite" entspricht.

Auch das permanent von US-Blockaden und EU-Blockaden heimgesuchte Kuba ist zu keinem Zeitpunkt pleite gegangen,nicht einmal nach Verlust der wichtigsten Handelspartner Sowjetunion, DDR und RGW, im Gegensatz zu Argentinien beispielsweise.
Textteile gefunden bei Wikja.

seaman


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#15

RE: Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 18:27
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Hallo seaman,

nettes Dokument, aber es geht hier nicht um die Frage, ob die DDR pleite war, oder nicht. Es ging, und diese Passagen aus dem Schürer-Papier habe ich extra dazu ausgewählt, um die weitere wirtschaftliche Leistungkraft - die Grundvoraussetzung einer Wirtschaftsmacht. Der Kern zur Erhaltung der wirtschaftlichen Leistungskraft ist die Akkumulation. Man brauchte damals doch lediglich die Augen nicht ganz zuzumachen, um zu sehen, wie die wirtschaftliche Basis immer mehr zerbröckelte. Große Teile der Produktion wurden durch Instandsetzung oder Materialprobleme gelähmt. Die Verantwortung für die Produktionsbasis und deren Erhaltung wurde auf die Kombinatsebene verlagert, die wiederum durch enge Planzahlen eingeschränkt waren. Die tiefen Strukturen dieser Wirtschaftseinheiten ließen kaum eine effiziente, am Weltmarkt orientierte Arbeit zu.

Und das Erstaunliche: Trotzdem entstanden noch Dinge, wurde produziert. Überall haben sich Leiter, Funktionäre und vor allem die Arbeiter vor Ort aufgerieben, damit alles noch einigermaßen am Laufen blieb. Es gab Faulheit, es gab Resignation, es gab Diebstahl - ja. Aber es gab auch die andere Seite - Verantwortung, Improvisationsvermögen, Leistungsbereitschaft. Bei der Betrachtung der Geschichten der Menschen muss dieser Punkt ganz deutlich Betonung finden.

Aber bei der Betrachtung der Gesellschaft in der DDR, der in ihr zentral gesteuerten Politik, kann es kein Leugnen geben, dass diese Politik an den gesellschaftlichen Tatsachen vorbei erfolgte. Ich verweise auf das in Deinem Material zitierte Gespräch zwischen Krenz und Gorbatschow über Honeckers sture Haltung. Honecker wollte, dass der Sozialismus siegt und hatte sich mit den entsprechenden Ja-Sagern umgeben. Ob das Schürer-Papier die Konsequenzen der Entwicklung richtig darstellte, ob Schalck-Golodkowski nicht alle Zahlen vorgelegt hatte, ist vielleicht für die Bewertung der finanziellen Situation der DDR interessant. Die Tendenz der wirtschaftlichen Entwicklung wird aus meiner bescheidenen Sicht richtig beurteilt. Und darum geht es hier.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 26.02.2010 18:29 | nach oben springen

#16

RE: Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 18:29
von X-X-X (gelöscht)
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Wenn Staatspleiten ein Zeichen fuer das Zusammenbrechen eines Systems sind, dann waere auch der Kapitalismus am Ende. Die Schulden einer Nation deuten ohne Frage auf auf Tendenzen einer nationalen Wirtschaft. Wenn heute in der EU oder in den USA mit dem gleichem Massstab gemnessen wird, wie frueher (oder heute in diesem Forum) der DDR gegenueber gemessen wurde, waeren viele EU-Staaten 'pleite', ihre Wirtschaft 'marode'. Mir faellt es immer wieder auf, dass man mit ausgewaehlten Fakten umgeht. Die Interviewerin Barbara Walters fragte Fidel Castro Folgendes im Interview: "Ist es nicht wahr, dass Tausende menschen Ihr land verlassen, alles riskieren... Ist das nicht der Beweis, dass der Sozialismus fuer Kuba nicht funktioniert?" Castro konterte auchmit FAKTEN: "Ja, Barbara, es stimmt auch, dass MILLIONEN Mexikaner jedes Jahr IHR Land verlassen. Dann koennen wir sagen, das dort der Kapitalismus nicht funktioniert...?" Nun, wenn jeder so weiter macht, kommen wir eigentlich nicht weiter. Aufzaehlen, gleichstellen....aufzaehlen, geleichstellen. Und am Ende hat keiner was gelernt.

Jens


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#17

RE: Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 18:36
von Augenzeuge (gelöscht)
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Wenn ich das so alles lese, so frage ich mich:

Warum fuhr Krenz zu Gorbi und berichtete von der bevorstehenden Pleite?
Hatte der keine Ahnung?

Warum war der Strauss-Kredit so wichtig, dass man dafür sogar die Selbstschussanlagen abbauen musste?

Dann hätte man also mit Bitterfeld, Buna, Leuna etc. so weitermachen können?

Warum hat man nicht in die wichtigen Anlagen früher investiert, wenn man doch so hohe Schulden gar nicht hatte?
Und die Sanierung der Häuser und Strassen hätte man doch auch noch geschafft....?

Und die Sanierung des seit dem 2. Weltkrieg kaum sanierten Telefonnetzes hätte man bis zur Interneteinführung auch geschafft?

Auch wenn die Pleite vielleicht nicht unmittelbar bevorstand, sie hätte bei den Bedingungen nicht lange auf sich warten lassen, oder doch nicht?
Wirkliche DDR und BRD-Experten sagen heute:
"Die Arbeitsproduktivität im Verarbeitenden Gewerbe der DDR erreichte 1989 pro Erwerbstätigen nur 34 % des westdeutschen Niveaus; in der Volkswirtschaft insgesamt lag die BIP-Leistung je Erwerbstätigen bei 45 %."

Ergo:
Nach Meinung des Ex-DDR-Staatssekretärs hätte alles so weiter gehen können, nur die Fehler der bundesdeutschen Wirtschaftfachleute bzw. Regierung verhinderten mit der Währungsunion diese Möglichkeit?
Aha! Jemanden, der das damals nicht persönlich gesehen hat, kann man das ja erzählen....
AZ


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#18

RE: Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 18:53
von Alfred | 6.849 Beiträge

Zitat von Augenzeuge
Wenn ich das so alles lese, so frage ich mich:

Warum fuhr Krenz zu Gorbi und berichtete von der bevorstehenden Pleite?
Hatte der keine Ahnung?

Warum war der Strauss-Kredit so wichtig, dass man dafür sogar die Selbstschussanlagen abbauen musste?

AZ,







AZ,

dass wirst Du SO nicht belegen können !!

Die Reise von E. Krenz hatte z.B. verschiedene Gründe.


zuletzt bearbeitet 26.02.2010 18:55 | nach oben springen

#19

RE: Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 19:07
von X-X-X (gelöscht)
avatar

Ich glaube, es geht hier um die DDR als Wirtschaftsmacht. Das war sie. Wenn man das durch Angaben von Schulden, Ineffektivitaet usw. negerien moechte, dann ist die USA keine Wirtschaftsmacht. Die USA hat unglaubliche Schulden. Unsere Infrastruktur IST marode, sowie unsere Stadtkerne und Wohngebiete. Unsere geplante Hochgeschwindigkeitsbahn sollte ganze 100kmh fahren ...das konnte auch die Reichsbahn. Und, wie wird alles gerettet im Traumland-USA: mit guten, alten subventionen, ohne die auch die Banken nicht ueberleben konnten. Es gibt keinen Sozialismus, keinen Kapitalismus mehr. Es ist eine boese Mischung von beiden Systemen.

Jens


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#20

RE: Die DDR war eine große Wirtschaftsmacht ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 19:19
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Hallo KID,

gut, dann nochmal ein klärender Satz zu meiner Position, da ich hier gleich mit der Akkumulation ins Haus gefallen bin. Die DDR war eine Wirtschaftsmacht, ohne Zweifel. Gerade in den 70-er Jahren war das noch der Fall. Aber nicht mehr zu der Zeit, da sie zusammenbrach.

ciao Rainman


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(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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