#21

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 11:08
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Zermatt
Also ich kann nur für mich sagen,das ich zufrieden bin mit dem Gesundheitssystem im Westen.
Alles was notwendig und für den Erhalt der Gesundheit gemacht werden musste,ist passiert.

Auch wenn ich den ein oder anderern Euro aus meiner Tasche dazu legen muss-das ist mir
die Gesundheit wert.




Zermatt, dem kann ich mich vom Grundsatz her anschließen. Muß auch realistischer Weise dazu sagen, das ich bis auf die *cheß Borrelliose, die ich mir 94 eingefangen hab, nie ernsthaft krank war oder einen größeren Unfall hatte.

NUR:
In den letzten Jahren ist verstärkt eine extreme(!) Bürokratisierung zu beobachten, die dem Gesundheitswesen und damit dem Versicherten und auch dem Staat = Steuerzahler Unsummen kostet und im Endeffekt fast nichts bringt.

Kleines Beispiel: Hatte am 30.12.09 kleinen Arbeitsunfall, bin auf Glatteis gestürzt und hab mir das Handgelenk etwas verstaucht, Bänder etwas gedehnt. Gott sei Dank nichts gebrochen.

Vorgestern hab ich von der BG den dritten, seitenlangen Fragebogen zugeschickt bekommen. Man will jetzt zum 3. mal eine genaue Schilderung des Herganges haben.

Was soll sowas?

Da wird der selbe Wortlaut in Form eines Satzes drinstehen, den ich schon auf dem ersten Formular ausgefüllt hab. Ich bin auf Glatteis ausgerutscht, hab mich abgestützt und dabei mein Handgelenk verdreht.

So ein Aufwand hätte es bis vor einigen Jahren nicht gegeben. In der DDR auch nicht. Zuständige Versicherungsträger (hier und jetzt BG) übernimmt die Kosten und gut. Basta.

Wenn es ein ernsthafter Unfall mit hohen Behandlungs- und Rehakosten, eventuell Anwartschaft auf Rente gewesen wär, würde ich für ein bischen notwendigen Bürokratismus ja Verständnis aufbringen. Aber nicht für sowas, was als mehr oder minder Bagatellunfall fast tagtäglich passiert. Und das für einen aus Nobelbürohäusern der BG erzeugten Bürokratismus sonders gleichen ein Aufwand betrieben wird, der die Behandlungskosten um ein Vielfaches übersteigt, jeden vernüftigen, marktwirtschaftlich vertretbaren Rahmen sprengt!

josy95


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#22

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 11:48
von wosch (gelöscht)
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Hallo!
Alleine die Frage, ob die DDR das bessere Gesundheitssystem hatte, beinhaltet doch, daß es um das Gesundheitssystem zu Zeiten der DDR ging und der Vergleich zum Gesundheitssystem der BRD sollte sich immer auf die Zeit des Bestehens der DDR beschränken. Alles Andere gehört m.E. nicht in diesen Thread und wird nur zu Polemik benutzt, die dieser Frage nicht gerecht wird!
Das Gesundheitssystem der BRD im Hinblick auf das der DDR zu hinterfragen ist müßig, weil man dann auch berücksichtigen müßte, wie das in der DDR "heutzutage" aussehen würden wenn sie dann noch bestehen würde. Da dieses nicht mehr der Fall ist, wäre es rein spekulativ und hypothetisch, also absolut ohne "Inhalt"!
Wer sich ernsthaft mit dem Gesundheitswesen der DDR befaßt, wird feststellen müssen, daß es nicht nur aus den Polikliniken und kostenloser Behandlung bestand, sondern auch unter Anderem aus Krankenhäusern, in denen Röntgengeräte sehr oft Geschenke von kirchlicher Seite aus Westdeutschland waren, weil gerade an solchen und anderen technischen Geräten ein großer Mangel herrschte in denen bestimmte Medikamente so gut wie nie zu bekommen waren und nur gegen besondere Auflagen abgegeben wurden (es handelte sich hier um solche, die in der DDR nicht hergestellt wurden und aus dem nichtsozialistischen Ausland eingeführt werden mußten). Es würde zuweit führen, wenn ich jetzt auf Einzelheiten eingehen würde, nur soviel, wenn meine Mutter als kranke Frührentnerin ab 1965 mich in der BRD besuchte, hatte sie von Ihren DDR-Ärzten immer einen Spickzettel mitbekommen, auf denen die Medikamente aufgeführt waren, die es in der DDR nicht gab, aber die für sie mehr oder weniger lebenswichtig waren. Übrigens, damals in den 60er, 70er und auch in den 80er Jahren war die ärztliche Behandlung für die DDR-Besucher in der BRD absolut kostenfrei!!!
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 26.02.2010 11:50 | nach oben springen

#23

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 12:42
von Musiker12 | 822 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von Angelo
Wie war das denn mit dem Gesundheitssystem im der DDR ? besser wie heute ?



Ich würde eigentlich gerne deine Sicht zum Gesundheitssystem von heute hören. Da bist du ja quasi ein Insider, bekommst zumindest wesentlich mehr mit als wir. Also tob dich aus und beleg deine Sicht mit ein paar interessanten Beispielen aus der Praxis.




Da wird Angelo bestimmt nicht gerne drüber reden. Ich hba festgestellt, dass es zwei Klassen gibt. Aber Feliks, das gehört sicher nicht hier rein und würde, sollte man es wirklich hier ansprechen den Rahmen spengen denn Angelo und auch ich könnten bestimmt seitenweise darüber schreiben.



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#24

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 13:23
von josy95 | 4.915 Beiträge

Klar ist das DDR- Gesundheitssystem nicht von der Mangelwirtschaft verschont geblieben. Mir ist auch bekannt, das in einigen, vornehmlich kirchlichen Krankenhäusern medizinische Geräte aus der Bundesrepublik standen, die irgendwie als Geschenk hierher gekommen waren.

Unter dem wirtschaftlichen Niedergang der DDR litt natürlich auch das Gesundheitswesen. So war, hinkte folgerichtig auch die Entwicklung von Medizintechnik, Medikamenten immer stärker der Entwicklung in der Bundesrepublik und anderen Ländern hinterher.

Gehe aber nüchtern davon aus, das die DDR unter den Staaten des Ostblocks (RGW) schon das beste Gesundheitswesen hatte. Was man manchmal von Zeitgenossen für haarsträubende Sachen höhrte, die in anderen soz. Ländern einschl. UdSSR an der Tagesordnung waren, das gab einen schon zu denken.

Fakt ist, und hier wieder unter dem Gesichtspunkt, das ich schon zu DDR- Zeiten nie ernsthaft krank war und meine Erfahrungen (Erinnerungen) nur aus Berichten/ Erlebnissen mit Verwandten unf Bekannten habe.Ich war mit dem, was mir geboten wurde, was meinen Angehöhrigen zu Teil wurde, zufrieden. Natürlich auch unter dem Deckmantel, das man es nicht anders wußte, nicht anders kannte.

Mein Vater hat ja selbst in seiner kleinen Firma bis 1972 Arzeneimittel hergestellt. Die DDR- Gesetze waren in der Richtung schon sehr hart und konnten sich durchaus mit internat. Standard messen.

Erinnern möchte ich auch an den Contergan- Skandal in den 60-ern. Mißbildungen bei Geburten gab es auch in der DDR, da dieses Medikament (Schmerzmittel) damals auch in die DDR gelangt war. Ob legal oder illegal, weiß ich nicht genau, da müßte sich mal der eine oder andere Experte zu äußern. Gehe eher mal davon aus, illegal. Denn aus dieser Erfahrung heraus verschärfte die DDR per Gesetz nochmals die Ein- und Ausfuhrbestimmungen für Medikamente, speziell aus/in der BRD. Nach den zollrechtlichen Bestimmungen war es verboten, z. Bsp. in Postsendungen Medikamente im grenzüberschreitenden Verkehr zu versenden. Wurde bei den fast flächendeckenden Postkontrollen etwas gefunden, wurde das cnatürlich eingezogen. DDR- Medikamente durften u. a. auch wegen der starken staatl. Subventionen nicht ausgeführt werden.

Vielleicht sollte zur Frage des Thread`s mal eher die Feststellung anknüpfen, das das DDR- Gesundheitssystem einfacher und unkomplizierter aufgebaut war und bis verm. auf Politbüro- und Funktionärsgrößen keine Unterschiede in der medizinischen Versorgung gemacht hat, gemacht wurden.

josy95


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zuletzt bearbeitet 26.02.2010 13:28 | nach oben springen

#25

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 16:26
von Affi976 (gelöscht)
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nur mal so zum registrieren:
1989 standen 60 "voll" ausgestattete Rettungswagen zur Auslieferung bereit, sind konnten nicht ausgeliefert werden, weil der Defilibrator fehlte und der hätte im Westen geordert werden müssen.
Ebenfalls 1989 war das letzte einsatzfähige Notarztfahrzeug im Raum Meiningen ausgefallen und somit eine Versorgung nur mit dem Rettungswagen möglich!!!!
Sicherlich gab es erstklassige Versorgung. Da ich beim Stabsmusikkorps der Stadtkommandantur war, konnte ich auch in die Poliklinik der Stadtkommandantur gehen. Mir ist mal zu meiner Dienstzeiz ein Stück des Schneidezahnes abgebrochen, nein nicht wie ihr wieder denkt. Am Vormittag hin, am Nachmittag war ein Mittel aus Westberlin besorgt und die Zahnspitze wurde modeliert und wieder angeklebt. War nur wichtig wegen meines Berufes.
Ansonsten denke ich, ist es mit heute schon vom Entwicklungsstand her überhaupt nicht zu vergleichen.
Aber man tat sein möglichstets.
VG Affi


zuletzt bearbeitet 26.02.2010 16:28 | nach oben springen

#26

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 16:32
von seaman | 3.487 Beiträge

Ab Ende der 50er Jahre wurde in der DDR periodisch eine sog.Volksröntgenaktion durchgeführt.
Die Leute wurden schriftlich aufgefordert daran teilzunehmen.Mobile Röntgenfahrzeuge fuhren bis in die entlegensten Dörfer-kostenlos.

seaman


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#27

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 16:36
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von josy95


Erinnern möchte ich auch an den Contergan- Skandal in den 60-ern. Mißbildungen bei Geburten gab es auch in der DDR, da dieses Medikament (Schmerzmittel) damals auch in die DDR gelangt war. Ob legal oder illegal, weiß ich nicht genau, da müßte sich mal der eine oder andere Experte zu äußern. Gehe eher mal davon aus, illegal. Denn aus dieser Erfahrung heraus verschärfte die DDR per Gesetz nochmals die Ein- und Ausfuhrbestimmungen für Medikamente, speziell aus/in der BRD. Nach den zollrechtlichen Bestimmungen war es verboten, z. Bsp. in Postsendungen Medikamente im grenzüberschreitenden Verkehr zu versenden.

josy95


Danach entstand in der Bundesrepublik die Aktion"Ein Herz für Kinder".

seaman


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#28

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 16:37
von Affi976 (gelöscht)
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@Seaman,
da hast Du natürlich Recht.
Der Haken an der Sache ist und das gilt auch heute noch. Ich kann Dich heute röntgen und für krebsfrei befinden und in 14 Tagen bist Du gerade z.B. an Lungenkrebs gestorben. Ist ne schöne Sache gewesen, war aber nur ne Ruhigstellungsaktion. Aber der gute Wille zählt und das war jedenfalls für mich maßgebend.
VG Affi


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#29

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 16:43
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Affi976
@Seaman,
da hast Du natürlich Recht.
Der Haken an der Sache ist und das gilt auch heute noch. Ich kann Dich heute röntgen und für krebsfrei befinden und in 14 Tagen bist Du gerade z.B. an Lungenkrebs gestorben. Ist ne schöne Sache gewesen, war aber nur ne Ruhigstellungsaktion. Aber der gute Wille zählt und das war jedenfalls für mich maßgebend.
VG Affi


Ich kann das vom Effekt nicht bewerten.
Wurde jährlich geröntgt-Lunge.
Sobald da ein Fleck auf dem Negativ war musste man wieder antanzen.

seaman


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#30

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 16:49
von seaman | 3.487 Beiträge

Berufstauglichkeitsuntersuchungen waren in beiden deutschen Staaten identisch und dem internationalen Standard angeglichen.Auch die periodischen Wiederholungen.Egal ob Taucher-,Flug oder Marine-Normen z.b.

seaman


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#31

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 17:13
von Engelchen (gelöscht)
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Immer wieder die blöde Frage, schlechter ? besser? Es war auf jeden Fall anders !!!
Das Gesundheitssystem war für uns kostenlos, aber kostenlos bedeutet ja nicht automatisch besser.
Hatten ja auch geringe Löhne, ein Krankenkassenbeitrag wäre gar nicht mehr drin gewesen.
Durch das "Sozialismus-Experiment" war das aber halt so gestaltet.

Ich erinnere mich nur noch an übervolle Wartezimmer. An Spezialisten kam man ja nur mit
Beziehung ran, ist aber heute auch nicht anders.

gebe Dir natürlich recht, 10 bis 156 Krankenjkassen reichen vollkommen aus, aber wer soll das Einführen? da traut sich keiner ran das so radikal umzugestalten.

freundliche Grüße Engelchen aus Chemnitz


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#32

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 17:28
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Engelchen
Immer wieder die blöde Frage, schlechter ? besser? Es war auf jeden Fall anders !!!
Das Gesundheitssystem war für uns kostenlos, aber kostenlos bedeutet ja nicht automatisch besser.
Hatten ja auch geringe Löhne, ein Krankenkassenbeitrag wäre gar nicht mehr drin gewesen.
Durch das "Sozialismus-Experiment" war das aber halt so gestaltet.

Ich erinnere mich nur noch an übervolle Wartezimmer. An Spezialisten kam man ja nur mit
Beziehung ran, ist aber heute auch nicht anders.

gebe Dir natürlich recht, 10 bis 156 Krankenjkassen reichen vollkommen aus, aber wer soll das Einführen? da traut sich keiner ran das so radikal umzugestalten.

freundliche Grüße Engelchen aus Chemnitz


In der DDR bezahlte man in keine Krankenkasse, sondern in die Sozialversicherungskasse des FDGB. Was aber im Prinzip das selbe war. Krankenkassenbeträge im Sinne des Wortes waren erforderlich für Selbsständige.


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#33

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 19:09
von X-X-X (gelöscht)
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Jedenfals hatte sie eins.


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#34

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 20:04
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von seaman



Danach entstand in der Bundesrepublik die Aktion"Ein Herz für Kinder".

seaman



Danke, nächste Bildungslücke geschlossen, war mir bis dato nicht bekannt, das die Gründung der "Aktion Sorgenkind" mit dem Conterganskandal zusammenhing.

Was die Röntgenzüge anbelangt, kann ich mich auch noch sehr gut dran erinnern. Standen bei uns immer auf dem Schulhof und überall hingen Plakate aus "Der Röntgenzug ist da!". Aufgefordert waren glaub ich generell alle über 50 Lebensjahre. Das hatte auch mit den Grund darin, das man einen Neuausbruch der Lungentubercolose befürchtete. Man war sich nicht sicher, ob unter bestimmten Umständen diese seuchenartige und gefährliche Krankheit, die speziell in den letzten Kriegsmonaten und in der Nachkriegszeit u. a. durch Mangeerscheinungen begünstigt massenhaft aufgetreten war, wieder ausbrechen kann. Das hätte für die DDR ein gesundheitliches Desaster bedeutet.

Was an der ganzen Sache nicht in Ordnung war, das diese Röntgenzüge mit Uralttechnik ausgerüstet waren, die spätestens ab Anfang der 70-er absolut nicht mehr auf einem auch nur annähernd aktuellen Stand der Entwicklung waren und extrem hohe Stralendosen "verteilten". Kann mich noch als Kind/ Heranwachsender an eine Frau erinnern, die wohnte bei uns in der Nachbarschaft. Die hat jahrelang in solch einem Röntgenzug gearbeitet und war von den Strahlen sogar äußerlich extrem gezeichnet. Die arme Frau ist auch noch sehr jung an Lebensjahren verstorben. Meine Mutter war mit ihr befreundet und sagte nur immer, die war total verstrahlt und ist elendich daran zu Grunde gegangen.

josy95


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zuletzt bearbeitet 26.02.2010 20:05 | nach oben springen

#35

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 20:38
von Bergmensch (gelöscht)
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Zitat von Affi976
nur mal so zum registrieren:
1989 standen 60 "voll" ausgestattete Rettungswagen zur Auslieferung bereit, sind konnten nicht ausgeliefert werden, weil der Defilibrator fehlte und der hätte im Westen geordert werden müssen.
Ebenfalls 1989 war das letzte einsatzfähige Notarztfahrzeug im Raum Meiningen ausgefallen und somit eine Versorgung nur mit dem Rettungswagen möglich!!!!
Sicherlich gab es erstklassige Versorgung. Da ich beim Stabsmusikkorps der Stadtkommandantur war, konnte ich auch in die Poliklinik der Stadtkommandantur gehen. Mir ist mal zu meiner Dienstzeiz ein Stück des Schneidezahnes abgebrochen, nein nicht wie ihr wieder denkt. Am Vormittag hin, am Nachmittag war ein Mittel aus Westberlin besorgt und die Zahnspitze wurde modeliert und wieder angeklebt. War nur wichtig wegen meines Berufes.
Ansonsten denke ich, ist es mit heute schon vom Entwicklungsstand her überhaupt nicht zu vergleichen.
Aber man tat sein möglichstets.
VG Affi



Ich weiß nicht so recht was ich dazu sagen soll.
Aber fest steht ja wohl das es in der DDR diesen Rettungsdienst mit diesen Rettungswagen wie wir sie nach der Wende kennen gelernt haben nicht gab.
Das DRK der DDR hatte diese DMH und SMH in der Bauform des Barkas B1000 für Rettungs und Krankentransporteinsätze. Wenn ein Arzt mit fuhr nannte er sich noch nicht Notarzt obwohl er diese Funktion ausübte. Was aber den Ausrüstungszustand betraf da kann ich glaube ich nicht zu beitragen.
Fest seht doch allemal das erst nach der Wende durch die DRKs und Feuerwehren eine Zusammenarbeit aufgebaut wurde wo auch so nach und nach Bundesdeuteutsche Fererwehr-und Rettungstechnik im Osten eingeführt wurde. Meist wurden dazu von den Westdeutschen Partnern deren gebraucht Technik dem Osten zur Verfügung gestellt. Da man nun aber dafür auch im Westen Ersatz brauchte wurde dafür eine Neuanschaffung getätigt. So kam es das im Osten damals viele ältere Modelle dieser Fahrzeuge unterwegs waren und im Westen der neuere Ersatz. Später änderte sich das dann, was hier aber nicht das Thema ist.

Für Wessies: DMH=Dringlich Medizinische Hilfe, SMH=Schnelle Medizinische Hilfe
Zentraler Notruf dafür = 115 (gibt es Heute nicht mehr, wird durch die 112 mit wahr genommen)
Näheres hierzu bitte selber ergoogeln.


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#36

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 21:21
von Huf (gelöscht)
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Ich melde mich auch mal wieder, weil hier ein bisher zumindest noch stasifreies Thema behandelt wird.
Alle Autoren, die hervorheben, dass man die Gesundheitssysteme beider deutscher Staaten nur zum jeweiligen gleichen Zeitpunkt vergleichen könne, haben Recht.
Natürlich hat sich alles weiterentwickelt, leider auch zum Negativen.
Ich war Mediziner in 14 Jahren DDR, danach in der BRD. Erst Klinikarzt, dann zwei Jahre in einer Poliklinik-Nachfolgeeinrichtung (die gibt es nur in Brandenburg), seit 2005 in eigener Niederlassung.

Die wichtigste Berufserfahrung zuerst: Jeder, der ernsthaft erkrankt war, hatte in der DDR Zugang zu der notwendigen und machbaren Hilfe. Auch heute wird ein ernstlich oder akut Erkrankter Zugang zur notwendigen und machbaren medizinischen Hilfe haben.

Allerdings gab es in der DDR auch Einschränkungen hinsichtlich der Versorgung mit sehr hochpreisigen, importierten Medikamenten. Die waren "Nomenklatur C" und wurden nur mit Genehmigung des Ärztlichen Direktors der Klinik personengebunden verordnet. Ratet mal, für wen ?

Die Ausstattung mit hochwertiger z.B. SIEMENS-Technik war nur Hochschulkliniken vorbehalten. Allerdings veranlaßte man damals auch kein CT des Kopfes bei Erkältungsschnupfen zum Ausschluss einer Nasennebenhöhlenentzündung. Die konnte man noch durch eine ärztliche Untersuchung ausschließen.

Und noch etwas: Das Gesundheitswesen der DDR war nicht kostenlos, jedoch für die Menschen bis auf den kassenbeitrag kostenfrei.

Euer Huf


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#37

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 21:30
von Berliner (gelöscht)
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Zitat von Huf
Allerdings gab es in der DDR auch Einschränkungen hinsichtlich der Versorgung mit sehr hochpreisigen, importierten Medikamenten. Die waren "Nomenklatur C" und wurden nur mit Genehmigung des Ärztlichen Direktors der Klinik personengebunden verordnet. Ratet mal, für wen ?


Hallo Huf,

ich habe gehoert, dass auch NS-Opfer eine bevorzuegte Behandlung genossen. Kannst Du das aus Deiner Erfahrung bestaetigen?

Duane


zuletzt bearbeitet 26.02.2010 21:44 | nach oben springen

#38

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 21:35
von Huf (gelöscht)
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Nicht direkt.
Da ich aber in einem Kreiskrankenhaus mit "normalem" Behandlungsspektrum tätig war, stellte sich diese Frage eigentlich nicht.
Ich glaube, dass diese Menschen eine Art Karte hatten, der sie als Verfolgte des Nazi-Regimes auswies.


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#39

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 21:50
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Huf

Die Ausstattung mit hochwertiger z.B. SIEMENS-Technik war nur Hochschulkliniken vorbehalten. Allerdings veranlaßte man damals auch kein CT des Kopfes bei Erkältungsschnupfen zum Ausschluss einer Nasennebenhöhlenentzündung. Die konnte man noch durch eine ärztliche Untersuchung ausschließen.



Eines dieser SIEMENS CT-Geräte war im übrigen auch im Regierungskrankenhaus in Berlin im Einsatz. Mit diesem wurden, entgegen anderslautenden Gerüchten, auch "Otto-Normalbürger" untersucht.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#40

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2010 21:53
von Berliner (gelöscht)
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ein kurzes Interview mit Gunter Nisch, damals Oberarzt im Klinikum Berlin-Buch.

Duane

edit: der Clip wurde ausgetauscht, der erste war der falsche.




Quelle: Das war die DDR, Teil 4: In Fuersorge fuer das Volk


zuletzt bearbeitet 26.02.2010 22:21 | nach oben springen



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