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#1

Die weniger guten Erinnerungen

in Grenztruppen der DDR 16.11.2008 18:36
von altgrenzer (gelöscht)
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Reinholterode 234 lautete der off. Anschluss unserer Kompanie. Reinholterode lag außerhalb des Sperrgebeits. 1988, wir hatten Trabi, fuhr ich mit meiner Frau und meinem Sohn nach Reinholterode, um denen mal ein Stück Grenze zu zeigen, soweit möglich. Wir gingen in eine der mir, als ehem. Grenzer vertrauten Kneipe und bestellten Würstchen.

Es dauerte eine Ewigkeit, bis die paar Wiener warmgemacht auf den Tisch kamen. Ich sagte zu meiner Frau: Warts ab, der muss erstmal bei seinem Vorgesetzten anrufen und fragem, ob eine Fahndung gegen uns vorliegt. KFZ-Kennzeichen und so.

Als die Wiener endlich kamen, erklärte ich dem Gastwirt, dass ich ein ehemaliger Grenzer sei und ihn kenne. Seine Reaktion hab ich nicht mehr son in Erinnerung, auf jeden Fall aber hab ich Verständnis für Ihn als ehemaligen Grenzer.

Wisst Ihr, lieben Leute, ich will das alles nicht schönen oder so. Es ist ein Teil meines Lebens, das ich hier aufschreibe. Es ist Geschichte. Reden wir darüber.

Rolf


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#2

RE: Die weniger guten Erinnerungen

in Grenztruppen der DDR 17.11.2008 11:21
von altgrenzer (gelöscht)
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Unser erster Ko-Chef war ein übler Kunde. Er hatte es vor Allem auf die Oberschüler abgesehen, von denen es Einige gab, ich ja auch.

Er sagte immer: Wieviele Schuljahre hatten Sie.
Wenn die Antwort kam: 12

pflegte er zu sagen: Sehen Sie, das waren genau 12 Jahre zuviel.

Nachdem er einige Uffze vor der Truppe bloßgestellt hatte, gab es für ihn ein schwieriges Gespräch und dann war er weg. Er wurde nicht degradiert, wurde jedoch in ein anderes Bat. versetzt als Stabsoffz. Ich bin ihm wieder begenet, als ich 5 Tage Arrest absitzen musste wg. einer Saufgeschichte.

Rolf


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#3

RE: Die weniger guten Erinnerungen

in Grenztruppen der DDR 17.11.2008 12:12
von altgrenzer (gelöscht)
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Ein ehemaliger Uffz war viele Jahre später mein Kollege. Er erzählte folgende kleine Geschichte:

Wegen einem Saufgelage musste er vom dem Regimentskommandeur stammstehen, da war er noch Uffz-Schüler.
Der Oberst brüllte: Sie, wollen doch Unteroffizier werden!

U.: Was heißt wollen, ich muss.

Raus!!!

Die Sauferei war ein Schlimmes Thema. Ich stand UvD und ein Bekannter von mir, den ich von der POS her kannte kam als Soldat aus dem Urlaub zurück. Ich sagte: He G., Schnaps haste wohl nicht dabei oder!? Ne, lallte er. Eine halbe Stunde später war der dritte Zug komplett besoffen.

Zurück zu meinem ersten KoChef. Der kam eines morgens, als ich UvD war, von hinten in die Kompanie, was ich nicht gleich bemerkte. Ich wurde auf sein Zimmer berufen wo er mich anbrüllte: Warum er keine Meldung bekäme.

Drei Tage später war ich wieder UvD und schloss die Hintertür zu. Als der Alte kam, ging ich vors Haus und machte Meldung: Keine Vorkommnisse.

Wawawas, keine Vorkommnisse!? Warum ist die Tür da hinten abgeschlossen!?


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#4

RE: Die weniger guten Erinnerungen

in Grenztruppen der DDR 17.11.2008 20:23
von manudave (gelöscht)
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Wenn Vater manchmal 3 Wochen auf Reserveübung war, dann war das für uns Kinder eher eine feine Sache. Konnte man machen was man wollte


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#5

RE: Die weniger guten Erinnerungen

in Grenztruppen der DDR 17.11.2008 20:39
von altgrenzer (gelöscht)
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Als ich einberufen wurde hieß es: Die Grenze zieht keine Reservisten.

Als ich zu Grenze kam, wurden die ersten Reservisten gezogen. Fluppe.

Mich selbst hahmse lange Zeit in Ruhe gelassen. Erst 8 Jahre nach meinem aktiven WD wurde ich zur Reserve berufen. Das war 1986. Aber nicht zur Grenze sondern zu den Motschü's in Erfurt.

In der Kaserne war kein Platz, ich durfte zuhause übernachten, war nur zum Dienst dort. Für ein paar Tage gings auch mal nach Bad Salzungen. Ich hatte nur hohe Offze um mich rum, war in der Abteilung Finanzen. Wir haben uns alle mit Du angeredet und Gorbatschow hing in jedem Dienstzimmer.

Fußball WM in Mexico: Der Adjudant vom Divisionskommandeur hats gegröhlt, den Song.... Alles ganz locker.

Rolf


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#6

RE: Die weniger guten Erinnerungen

in Grenztruppen der DDR 26.11.2008 16:56
von altgrenzer (gelöscht)
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5 Tage Arrest wg. einer Saufgeschichte. Die ersten Tage hab ich Toiletten saubergemacht, da ging die Zeit wenigstens rum. Dann hatte mein ehemaliger KoChef dort OvD und mir angewiesen, das ich tagsüber auf dem Hocker sitzen sollte und eine halbe Stunde am Tag auf den Hof durfte. Die haben tagsüber das Bettgestell (bretthart) hochgeschlossen. Das war vielleicht langweilig...

Das Schlimmste war der Zigarettenentzug und ich hatte nicht mal Geld dabei. Also Schlauchen bei der Wache. Ich hab Gedichte an die Wände geschrieben, weil ich damals eine Freundin hatte, die heute meine Frau ist.

Der Bunker hatte 2 Zellen und eine Klozelle mit Waschbecken. Ich war in der Zeit der einzige Insasse. Die Zellen waren einzeln abschließbar, einmal hatten die das Abschließen vergessen, so dass ich mir die andere Zelle mal anschaute. Dort fand ich unter dem Parkett eine halbe Schachtel Zigaretten und Streichhölzer.

Wenn ich aufs Klo wollte, musste ich klingeln, machmal haben die das nicht gleich gehört. Da hab ich immer den Wachposten aus dem Kellerfenster raus gerufen. Schlimm war das 50Hz-Gedröhne von der Ladestation an. Dieses permanente Geräusch hat mir ziemlich zu schaffen gemacht.

Wenigstens war das Essen gut, es gab sogar Nachschlag.


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