#661

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.07.2016 18:44
von ABV | 4.202 Beiträge

Heute habe ich einen Packen Kopien von der BSTU bekommen. Dort liegen schon die nächsten Akten für mich zur Einsichtnahme bereit.
Jetzt aber zu einer Bemerkung von Merkur, wonach das MfS kein normaler Geheimdienst, sondern ein Schutz und Sicherheitsorgan war. Und dass das Eisenbahnunglück von Langenweddingen womöglich durch das Vorhandensein eines IM auf dem dortigen Bahnhof hätte verhindert werden können.
1989 hätte ich dieser These noch beigepflichtet. Vielleicht auch noch 1990. Möglicherweise auch noch ein paar Jahre später. Heute bin ich der Meinung, dass es völlig ausreicht, wenn ein verantwortungsvoller Eisenbahner beim Bemerken der einer potentiellen Gefahrenquelle seine eigene Dienststelle, sprich die Bahn, informiert. Und nicht eine über alles wachende " Supersicherheitsbehörde". Um Gefahrenquellen und andere Unzulänglichkeiten zu erkennen, braucht man keine " IM". Sondern mitdenkende, verantwortungsvolle Mitarbeiter. Sowie Vorgesetzte welche die notwendigen Schlüsse aus den Informationen der Mitarbeiter ziehen.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#662

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.07.2016 20:15
von passport | 2.634 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #661
Heute habe ich einen Packen Kopien von der BSTU bekommen. Dort liegen schon die nächsten Akten für mich zur Einsichtnahme bereit.
Jetzt aber zu einer Bemerkung von Merkur, wonach das MfS kein normaler Geheimdienst, sondern ein Schutz und Sicherheitsorgan war. Und dass das Eisenbahnunglück von Langenweddingen womöglich durch das Vorhandensein eines IM auf dem dortigen Bahnhof hätte verhindert werden können.
1989 hätte ich dieser These noch beigepflichtet. Vielleicht auch noch 1990. Möglicherweise auch noch ein paar Jahre später. Heute bin ich der Meinung, dass es völlig ausreicht, wenn ein verantwortungsvoller Eisenbahner beim Bemerken der einer potentiellen Gefahrenquelle seine eigene Dienststelle, sprich die Bahn, informiert. Und nicht eine über alles wachende " Supersicherheitsbehörde". Um Gefahrenquellen und andere Unzulänglichkeiten zu erkennen, braucht man keine " IM". Sondern mitdenkende, verantwortungsvolle Mitarbeiter. Sowie Vorgesetzte welche die notwendigen Schlüsse aus den Informationen der Mitarbeiter ziehen.

Gruß an alle
Uwe



@ABV ,

es gibt ein deutsches Sprichwort : vier Augen sehen mehr als zwei.

Hier eine Buchempfehlung :




Im Beitrag "MfS und Volkswirtschaft" ab S. 124 geht der Autor auf die vorbeugende und schadensabwendende Arbeit sowie auf die Aufdeckung und Verhinderung ökonomischer Störtätigkeit, Schlamperei, Misswirtschaft und Verantwortungslosigkeit in allen Bereichen der Volkswirtschaft ein.
Zu DDR-Zeiten hat Dieses nun einmal ein staatliches Organ durchgeführt. In der Privatwirtschaft hat der Unternehmer sein Privateigentum zu sichern und zu schützen. D.h. aber nicht das er zur Absicherung und Überwachung seiner Werte und MA geheimdienstliche Methoden einsetzt. Erinnert sei an die Videoüberwachung von Lidl - und Aldi - MA. Auch bei sicherheitsrelevanten Firmen gehen die GD ein - und aus.
Viele Firmen lassen haben private Sicherheitsdienste zum Schutze und Sicherung ihres Eigentums beauftragt. Führende MA dieser Sicherheitsdienste sind ehem. Polizei oder GD-Beamte. Warum wohl ?

passport


zuletzt bearbeitet 28.07.2016 10:43 | nach oben springen

#663

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.07.2016 20:31
von Ostalgiker | 175 Beiträge

Hier mal ein paar interessante Rezensionen zum erwähnten Buch:

https://www.amazon.de/Rostock-wegen-Ober...customerReviews



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#664

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.07.2016 10:05
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #661

Jetzt aber zu einer Bemerkung von Merkur, wonach das MfS kein normaler Geheimdienst, sondern ein Schutz und Sicherheitsorgan war. Und dass das Eisenbahnunglück von Langenweddingen womöglich durch das Vorhandensein eines IM auf dem dortigen Bahnhof hätte verhindert werden können.
1989 hätte ich dieser These noch beigepflichtet. Vielleicht auch noch 1990. Möglicherweise auch noch ein paar Jahre später. Heute bin ich der Meinung, dass es völlig ausreicht, wenn ein verantwortungsvoller Eisenbahner beim Bemerken der einer potentiellen Gefahrenquelle seine eigene Dienststelle, sprich die Bahn, informiert. Und nicht eine über alles wachende " Supersicherheitsbehörde". Um Gefahrenquellen und andere Unzulänglichkeiten zu erkennen, braucht man keine " IM". Sondern mitdenkende, verantwortungsvolle Mitarbeiter. Sowie Vorgesetzte welche die notwendigen Schlüsse aus den Informationen der Mitarbeiter ziehen.

Gruß an alle
Uwe


Uwe, Du hast das MfS als Untersuchungsorgan nach der Strafprozessordnung ausgeblendet. Zur Aufklärung strafrechtlich relevanter Sachverhalte waren:
1. die Täter zu ermitteln
2. der Beweis von Tat und Täterschaft zu erbringen (auch entlastende Faktoren) sowie
3. Ursachen und begünstigende Bedingungen der Straftaten aufzudecken und an ihrer Beseitigung/Zurückdrängung mitzuwirken.

Verantwortungsvolle Mitarbeiter gab es leider in einigen Fällen eben nicht in den Betrieben und im Verkehrswesen und mancher Missstand wurde innerbetrieblich nicht beseitigt, sondern erst auf Druck der Staatssicherheit. Aber die konnte auch nicht alle Probleme lösen. Hast Du Dir mal die Frage gestellt, warum sich in etlichen Fällen die Betriebsangehörigen und Eisenbahner bei Missständen und Straftaten an das MfS gewandt haben?
Im Fall Langenweddingen gab es diese mitdenkenden und verantwortungsvollen Mitarbeiter und deren Schlüsse ziehenden Vorgesetzten nämlich nicht, was letztlich 94 Menschen das Leben kostete. Einige der Überlebenden leiden noch heute unter den erlittenen Verbrennungen. Durch unsachgemäße Leitungs-Verlegearbeiten der Post ließen sich die Schranken nicht schließen. Diese Umstand wurde rechtzeitig durch Beschäftigte des Bahnhofes Langenweddingen festgestellt. Zu diesen Zeitpunkt bestand für das Bahnpersonal die Pflicht, zusätzliche Maßnahmen zur Sicherung des Bahnüberganges zu treffen. Infolge des pflichtwidrigen Verhaltens der Verantwortlichen sowie der Aufsichtspflichtigen unterblieben jegliche zusätzliche Sicherungsmaßnahmen. Darin bestand die wesentliche Ursache der Katastrophe. Insofern sind Deine mitdenkenden und verantwortungsbewussten Mitarbeiter sowie deren Schlüsse ziehenden Vorgesetzte realitätsfernes Wunschdenken.



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#665

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.07.2016 10:48
von Cambrino | 201 Beiträge

Hallo Merkur, ich kenne zwar den diskutierten Sachverhalt nicht, die von dir genannten 3 Punkte fallen doch nach meinem Verständnis in den Arbeitsbereich der Kriminalpolizei oder wozu brauchte man denn die Kriminalpolizei, wenn sich das Mfs um alle Angelegenheiten kümmerte ? Nach deinem Beitrag zu urteilen, vermute ich mal, warst du so ein verantwortungsvoller Mitarbeiter der Staatssicherheit ? .

Gruß CAMBRINO


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zuletzt bearbeitet 28.07.2016 10:57 | nach oben springen

#666

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.07.2016 11:57
von passport | 2.634 Beiträge

Zitat von Cambrino im Beitrag #665
Hallo Merkur, ich kenne zwar den diskutierten Sachverhalt nicht, die von dir genannten 3 Punkte fallen doch nach meinem Verständnis in den Arbeitsbereich der Kriminalpolizei oder wozu brauchte man denn die Kriminalpolizei, wenn sich das Mfs um alle Angelegenheiten kümmerte ? Nach deinem Beitrag zu urteilen, vermute ich mal, warst du so ein verantwortungsvoller Mitarbeiter der Staatssicherheit ? .

Gruß CAMBRINO



Ist doch immer komisch bzw. lustig. Immer wen jemand sachlich über die Tätigkeit und Arbeitsweise des MfS berichtet wird ihm die Mitarbeit im dem Ministerium unterstellt.


passport


Cambrino hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.07.2016 12:19 | nach oben springen

#667

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.07.2016 12:46
von Sperrbrecher | 1.655 Beiträge

Zitat von Merkur im Beitrag #664

Verantwortungsvolle Mitarbeiter gab es leider in einigen Fällen eben nicht in den Betrieben und im Verkehrswesen und mancher Missstand
wurde innerbetrieblich nicht beseitigt, sondern erst auf Druck der Staatssicherheit. Aber die konnte auch nicht alle Probleme lösen.


Aber die haben sich zumindest darum gekümmert:

Da ist beispielsweise die Sache mit dem Klodeckel, der nicht senkrecht stehen wollte. Dem Herrn Minister war in einem Ferienheim unangenehm aufgefallen, dass die aufgeklappten Deckel von WC-Sitzen immer wieder herunter fallen. Um sicherzustellen, dass der Klassenfeind bei dieser Fehlkonstruktion seine Hände nicht im Spiel hat, wurde eine hochnotpeinliche Untersuchung veranlasst. Er fuhr sogar persönlich in den Herstellerbetrieb, um diese Angelegenheit aufzuklären.

Die Ermittlungen ergaben, dass die im VEB Presswerk Ottendorf-Okrilla in einer hohen Stückzahl produzierte Klobrille "materialökonomisch und fertigungstechnisch" in Ordnung ist. Nur sei in jenem Ferienheim die Montageanleitung nicht beachtet worden, so dass es zu den festgestellten Mängeln kam. Daraufhin hat der Herr Minister die notwendigen Veränderungen veranlasst.

Seit 1986 wird der WC-Sitz bei veränderter Formgestaltung unter der Bezeichnung Modell 14010/2 produziert. Bei diesem Modell wird das Filmscharnier doppelt ausgeführt, was ein Zurückklappen von Brille und Deckel ausschließt", so endete der Brief des Generalmajors Böhm, der Chef der BV Dresden, der mit der Bereinigung dieses Fehlers vom Minister beauftragt wurde. Zwar wird dem Bericht eine Bilddokumentation beigefügt, doch man erfährt nichts darüber, ob denn die DDR-Bewohner ihren alten gegen einen neuen Deckel umtauschen konnten.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.07.2016 12:54 | nach oben springen

#668

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.07.2016 12:57
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von Cambrino im Beitrag #665
Hallo Merkur, ich kenne zwar den diskutierten Sachverhalt nicht, die von dir genannten 3 Punkte fallen doch nach meinem Verständnis in den Arbeitsbereich der Kriminalpolizei oder wozu brauchte man denn die Kriminalpolizei, wenn sich das Mfs um alle Angelegenheiten kümmerte ? Nach deinem Beitrag zu urteilen, vermute ich mal, warst du so ein verantwortungsvoller Mitarbeiter der Staatssicherheit ? .

Gruß CAMBRINO


Nein, ich war kein Mitarbeiter des MfS.
In der DDR war die Untersuchung von Straftaten klar geregelt. Im § 88 der StPO waren drei Untersuchungsorgane verankert:
- die Untersuchungsorgane des MdI
- die Untersuchungsorgane des MfS sowie
- die Untersuchungsorgane der Zollverwaltung.

Das MdI mit dem Dienstzweig Kriminalpolizei untersuchte Straftaten der allgemeinen Kriminalität, die Zollverwaltung mit ihrer Zollfahndung untersuchte Straftaten in ihrem Bereich. Das Untersuchungsorgan des MfS untersuchte insbesondere Straftaten nach den Kapiteln 1 und 2 im Besonderen Teil des Strafgesetzbuches, beispielsweise Spionage, Terror, Sabotage usw. Aber auch Straftaten der allgemeinen Kriminalität, die durch ihre Umstände oder Auswirkungen Fragen der staatlichen Sicherheit tangierten. Das war insbesondere dann der Fall, wenn Menschenleben zu beklagen waren, ein erheblicher Sachschaden oder eine hohe Öffentlichwirksamkeit einschl. Beunruhigung der Bevölkerung eingetreten waren. Das MfS ermittelte unter bestimmten Umständen auch, wenn Ausländer Geschädigte oder Tatverdächtige waren. Beispielsweise ermittelte die Staatssicherheit mit ihren kriminalistischen Spezialkommissionen aber auch mit den anderen operativen Diensteinheiten bei diversen Tötungsdelikten und es gelang ihr, in Zusammenarbeit mit der K oder eigenverantwortlich, hier ein Großteil der Täter zu überführen, beispielsweise in Eberswalde im Fall Erwin H. Gleiches gilt für Brände oder Sprengstoffdelikte.



passport, Damals87, Cambrino, Ebro, vs1400, bürger der ddr und Signalobermaat haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.07.2016 13:07 | nach oben springen

#669

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.07.2016 12:59
von Cambrino | 201 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #666
Zitat von Cambrino im Beitrag #665
Hallo Merkur, ich kenne zwar den diskutierten Sachverhalt nicht, die von dir genannten 3 Punkte fallen doch nach meinem Verständnis in den Arbeitsbereich der Kriminalpolizei oder wozu brauchte man denn die Kriminalpolizei, wenn sich das Mfs um alle Angelegenheiten kümmerte ? Nach deinem Beitrag zu urteilen, vermute ich mal, warst du so ein verantwortungsvoller Mitarbeiter der Staatssicherheit ? .

Gruß CAMBRINO



Ist doch immer komisch bzw. lustig. Immer wen jemand sachlich über die Tätigkeit und Arbeitsweise des MfS berichtet wird ihm die Mitarbeit im dem Ministerium unterstellt.


passport



Hallo passport, ich habe überhaupt nichts gegen die sachlichen Schilderungen der Tätigkeiten und Arbeitsweisen des MfS. Mein Verdacht beruht nur auf den Inhalt dieser Schilderungen und ist nicht böse gemeint. Ein Nichtmitarbeiter hätte wohl kaum so ausführlich darüber berichten können. Mir ging es aber eher um die drei genanten Punkte, die nach meiner Auffassung zu dem Arbeitsbereich der Kriminalpolizei gehört. Ich möchte auch Niemanden persönlich angreifen, das liegt mir nicht.

Gruß CAMBRINO


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#670

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.07.2016 20:30
von Ebro | 565 Beiträge

Hallo Cambrino, ich war mit solchen Dingen etwas befasst. Es gab beim MfS eine Hauptabteilung, die dafür zuständig war. Und in jeder territorialen Diensteinheit gab es Mitarbeiter, die sich um solche Dinge kümmerten.
Ich war in meiner DE BUS-Verantwortlicher, nicht Autobus, sondern Brände-Unfälle-Störungen. Ich hatte einen Einsatzkoffer zur Verfügung mit Inhalt zur Fotodokumentation, Fingerabdrücke und dergleichen. Gemeinsam mit der K wurde dann bei diesen Vorkommnissen versucht, das Geschehen aufzuklären.
Durch die besondere Arbeitsweise des MfS waren dafür andere Möglichkeiten gegeben. So konnte ich auf ein IM-Netz zurückgreifen, was der K so nicht möglich war. Auch die internen Speichermöglichkeiten halfen sehr.



Merkur, Cambrino, vs1400 und Signalobermaat haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#671

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.07.2016 22:44
von Hanum83 | 4.741 Beiträge

Zitat von Ebro im Beitrag #670
Hallo Cambrino, ich war mit solchen Dingen etwas befasst. Es gab beim MfS eine Hauptabteilung, die dafür zuständig war. Und in jeder territorialen Diensteinheit gab es Mitarbeiter, die sich um solche Dinge kümmerten.
Ich war in meiner DE BUS-Verantwortlicher, nicht Autobus, sondern Brände-Unfälle-Störungen. Ich hatte einen Einsatzkoffer zur Verfügung mit Inhalt zur Fotodokumentation, Fingerabdrücke und dergleichen. Gemeinsam mit der K wurde dann bei diesen Vorkommnissen versucht, das Geschehen aufzuklären.
Durch die besondere Arbeitsweise des MfS waren dafür andere Möglichkeiten gegeben. So konnte ich auf ein IM-Netz zurückgreifen, was der K so nicht möglich war. Auch die internen Speichermöglichkeiten halfen sehr.


Und warum gab es dann überhaupt die Kriminalpolizei, da hättet ihr doch gleich alles selber machen können.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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#672

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.07.2016 00:25
von Cambrino | 201 Beiträge

Wie sagte Mielke noch ? "Wir müssen über alle Menschen hier Alles wissen". Also Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser, so hat man wohl bei der Gesetzgebung gedacht und hat dem MfS die Mitverantwortung für die oben genannten Aufgabenbereiche übertragen. Kein Vertrauen zur Arbeit der Kripo gehabt ? Und wenn Merkur so gut informiert ist, was in den § und Kapiteln des Strafgesetzbuches der DDR steht/stand, könnte es auch sein, daß seine damalige Tätigkeit in den juristischen Berufen gewesen ist ? .

CAMBRINO


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.07.2016 00:51 | nach oben springen

#673

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.07.2016 04:35
von passport | 2.634 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #671
Zitat von Ebro im Beitrag #670
Hallo Cambrino, ich war mit solchen Dingen etwas befasst. Es gab beim MfS eine Hauptabteilung, die dafür zuständig war. Und in jeder territorialen Diensteinheit gab es Mitarbeiter, die sich um solche Dinge kümmerten.
Ich war in meiner DE BUS-Verantwortlicher, nicht Autobus, sondern Brände-Unfälle-Störungen. Ich hatte einen Einsatzkoffer zur Verfügung mit Inhalt zur Fotodokumentation, Fingerabdrücke und dergleichen. Gemeinsam mit der K wurde dann bei diesen Vorkommnissen versucht, das Geschehen aufzuklären.
Durch die besondere Arbeitsweise des MfS waren dafür andere Möglichkeiten gegeben. So konnte ich auf ein IM-Netz zurückgreifen, was der K so nicht möglich war. Auch die internen Speichermöglichkeiten halfen sehr.


Und warum gab es dann überhaupt die Kriminalpolizei, da hättet ihr doch gleich alles selber machen können.



Beitrag #668 von Merkur nicht gelesen ?


passport


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#674

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.07.2016 06:26
von Ebro | 565 Beiträge

Hat doch nicht unbedingt was mit mangelndem Vertrauen zu tun. Aber Du kennst doch auch den Spruch-4 Augen sehen mehr als 2. Und wenn der andere Partner des Zusammenwirkens aufgrund seiner spezifischen Arbeit nun mal andere Möglichkeiten zur Aufklärung hat-was ist daran falsch, diese zu nutzen??? Wir sind dabei immer gut gefahren, haben auch von der K profitiert und gemeinsam, ohne Neid und Mißgunst, zur Aufklärung beigetragen.
ist nicht soo schwer zu verstehen, oder?
Im Übrigen hat @ Merkur doch dazu schon ausführlich was gesagt und erklärt.



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#675

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.07.2016 09:02
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Ebro im Beitrag #670
Hallo Cambrino, ich war mit solchen Dingen etwas befasst. Es gab beim MfS eine Hauptabteilung, die dafür zuständig war. Und in jeder territorialen Diensteinheit gab es Mitarbeiter, die sich um solche Dinge kümmerten.
Ich war in meiner DE BUS-Verantwortlicher, nicht Autobus, sondern Brände-Unfälle-Störungen. Ich hatte einen Einsatzkoffer zur Verfügung mit Inhalt zur Fotodokumentation, Fingerabdrücke und dergleichen. Gemeinsam mit der K wurde dann bei diesen Vorkommnissen versucht, das Geschehen aufzuklären.
Durch die besondere Arbeitsweise des MfS waren dafür andere Möglichkeiten gegeben. So konnte ich auf ein IM-Netz zurückgreifen, was der K so nicht möglich war. Auch die internen Speichermöglichkeiten halfen sehr.


heißt das, ins Gesetzbuch musste man auch nicht jeden Tag hineinschauen ?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#676

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.07.2016 09:07
von Ebro | 565 Beiträge

Häää????
Dunkel Deiner Rede Sinn...!
Aber wahrscheinlich hast Du wieder nur die Buchstaben M F S gesehen und schon kommt der berühmte Pawlosche Reflex...!



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#677

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.07.2016 09:23
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von Cambrino im Beitrag #672
Wie sagte Mielke noch ? "Wir müssen über alle Menschen hier Alles wissen". Also Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser, so hat man wohl bei der Gesetzgebung gedacht und hat dem MfS die Mitverantwortung für die oben genannten Aufgabenbereiche übertragen. Kein Vertrauen zur Arbeit der Kripo gehabt ? Und wenn Merkur so gut informiert ist, was in den § und Kapiteln des Strafgesetzbuches der DDR steht/stand, könnte es auch sein, daß seine damalige Tätigkeit in den juristischen Berufen gewesen ist ? .

CAMBRINO


Ich bin auch kein Jurist gewesen. Wenn man sich allerdings detailliert mit dem Thema beschäftigt, landet man bei den gesetzlichen Grundlagen.
Den Satz Mielkes würde ich nicht überbewerten. Erstens war er nicht realisierbar und zweitens bestand auch m. E. keine solche Notwendigkeit. Er hat solche Sätze mit zunehmendem Alter des Öfteren mal rausgepoltert, wenn er vom Redemanuskript abwich.
Natürlich hatte man Vertrauen in die Arbeit der K. Aber es gab Fälle, die waren durch die K nicht ermittelbar aber das MfS hatte dafür die operativen Potenzen. Als beispielsweise Mitte der 80er Jahre in Berlin ein unbekannter Anrufer Kinder durch telefonische Anweisungen fast getötet hätte, wurde durch das MfS ein OV angelegt. Die K ermittelte natürlich auch. Das MfS aber überwachte in den relevanten Stellen der Post den Fernsprechverkehr bestimmter Bereiche in Marzahn und observierte diverse Telefonzellen, aus denen die Anrufe erfolgt sein konnten. Das brachte letztlich den Erfolg. Die K hätte das nicht allein bewerkstelligen können. Nach 1990 wurde der Fall als Fall der Kripo verfilmt in der Reihe Polizeiruf 110.
Das gleiche gilt für den Kreuzworträtselfall von Halle-Neustadt. Die K allein wäre nicht in der Lage gewesen, 581000 Handschriften zu untersuchen und den Täter zu überführen. Die K hatte auch keine Kräfte, die bei schweren Straftaten im Ausland ermittelten. Das realisierte das MfS. Es gibt letztlich viele Punkte, die für diese Verfahrensweise sprechen.



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zuletzt bearbeitet 29.07.2016 09:28 | nach oben springen

#678

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.07.2016 10:04
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Cambrino im Beitrag #672
Wie sagte Mielke noch ? "Wir müssen über alle Menschen hier Alles wissen". Also Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser, so hat man wohl bei der Gesetzgebung gedacht und hat dem MfS die Mitverantwortung für die oben genannten Aufgabenbereiche übertragen. Kein Vertrauen zur Arbeit der Kripo gehabt ? Und wenn Merkur so gut informiert ist, was in den § und Kapiteln des Strafgesetzbuches der DDR steht/stand, könnte es auch sein, daß seine damalige Tätigkeit in den juristischen Berufen gewesen ist ? .

CAMBRINO



Hallo,

Du solltest bedenken, dass Mielke seine Äußerungen ja nicht automatische Befehle waren.
Oftmals erfolgten diese Äußerungen im kleinen Kreis und der "normale" Mitarbeiter hatte von diesen doch gar keine Kenntnis.

Auch dürfte heute klar sein,warum bestimmte Äußerungen von Mielke und die Öffentlichkeit getragen werden. Was denkst Du wenn heute von Politikern auf der Welt alles in die Öffentlichkeit kommen würde. Auch da dürften viele Äußerungen zu finden sein, die man schlecht verstehen würde.

Auf der anderen Seite hat Mielke - im gewissen Sinn - sogar recht. Hätte man ein solches Informationsaufkommen, könnten ja alle Straftaten u.ä. verhindert werden. Theoretisch. Denn ein solches Informationsaufkommen muss ja auch ausgewertet werden, und dies dürfte sich nicht realisieren lassen.


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#679

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.07.2016 12:44
von Ostalgiker | 175 Beiträge

@Alfred : Mielke, Dein Chef, und Du stehst noch heute zu ihm? ...



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#680

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.07.2016 13:15
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Ich versteh den Alfred.
Wieviele Genossen haben in der Wendezeit fluchtartig ihre Partei verlassen und waren auf einmal berühmte Widerstandskämpfer.
Bei uns gab es eine berühmte Genossin, die ein Hotel leitete und viel Westgeld unterschlug, wurde in den letzten Jahren der DDR noch verhaftet.
Nach der Wende meinte sie, sie hat damit die DDR politisch bekämpft. Glaubte niemand


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