#361

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.12.2012 12:24
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

natürlich stellt sich ein jeder immer im besten licht da....
ich kenne durch die verschiedensten treffen - zig akten der bstu die mir vorgelegt wurden. oftmals erkannte ich, dass ein teil fehlt. meistens der teil, wo es "richtig zur sache" ging. selbstverständlich findet man in den akten heute viele, viele banalitäten, doch leider ist es so, dass aus den vielen kleinen banalitäten irgendwann ein mosaik wird. das wird sich in der menschheitsgeschichte nicht mehr ändern. jeder spionagefilm ist damit voll... selbst so banale serien wie navy cis oder jag doch darum geht es den meisten diskutanten nicht, man will einige dinge bewusst nicht im zusammenhang sehen, man will austeilen und sich selbst noch gerne als opfer präsentieren.

@student, wer soviele im´s um sich sammelte... da ging es nicht mehr um banalitäten. stell den eröffnungsbericht der opk bzw. des ov hier ein und du kannst dann dazu in ruhe erläuterungen abgeben.


ich persönlich glaube nichts mehr bevor ich nicht beide seiten gehört bzw. gelesen habe.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#362

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.12.2012 13:41
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von amigaguru im Beitrag #359
Zitat von Gert im Beitrag #357
Zitat von andy im Beitrag #355
Zitat von student im Beitrag #347
... , dann aber doch die primitive Haarsicherung übersehen haben, ist bei der Lektüre unter vielem anderen eine kleine Genugtuung und zeigt, daß sie doch nicht in allen Belangen die großen Profis waren, für die sie sich immer gehalten und ausgegeben haben. ... dann kann das Lesen der eigenen Akte sogar amüsant sein. MfG



Student, Du hast als junger Offizier in der GK/Stab Bat. Dein Dienstzimmer mit Haarsicherungen gesichert? Wauw, warum?

Ich war in der HA I bei der Aufklärung und nicht bei der Abwehr, ich bezweifle aber stark, dass die Abwehr-Offiziere in der Erkennung von verdeckten Raum-, Schrank- oder sonstwas-Sicherungen ausgebildet wurden. Es war auch überhaupt nicht ihr Job - im MfS gab es für solche Sachen Spezialisten, und denen wäre die Haarsicherung mit Sicherheit nicht entgangen. Hier hat sich also entweder jemand zu weit aus seinem Fenster gebeugt und was gemacht, was ihm nicht zustand, oder ...naja, schweigen wir lieber.

Ich habe in der Wende-Zeit meine eigenen angelegten und noch nicht archivierten Akten sowie die, der im gleichen Haus sitzenden Abwehr-Offiziere mit vernichtet. Neben der Erkenntnis, dass ich seit dem weiss, wie schlecht Papier brennt kam ich damals zu der Überzeugung, dass aktenmäßig unheimlich viel Schrott dabei war, der informationsbezogen eigentlich vollkommen irrelevant war.
Das wurde mir im übrigen von vielen Abwehr-MA schon damals bestätigt.

Die DE des MfS in der HA I hatten, wie überall in der DDR auch die Planwirtschaft und das hiess, dass zum Jahresende der Plan für das nächste Jahr zu erstellen war. Das bedeutete, dass jeder MA u.a. auch die Anzahl der zu werbenden inoffiziellen MA festzulegen hatte, wenn es dafür nicht sogar konkrete Vorgaben gab.
Hauptauftrag bei der Abwehr war, Fahnenfluchten und schwere Vorkommnisse in der Einheit zu verhindern und daran wurde der MA gemessen.
Die durch die V 2000 als IM geführten Soldaten als Spione zu bezeichnen, finde ich vollkommen daneben. Auf Grund der kurzen Zeitspanne der Dienstzeit (abgesehen von Offizieren) dieser "geworbenen" Soldaten bestand oftmals überhaupt nicht die Möglichkeit, ein solches Verhältnis zu diesen "IM" herzustellen, wie es die entsprechende Richtlinie (ich mag jetzt nicht googeln) 1 oder 2/79 vorsahen.
Gab es keine Fahnenfluchten und sonstige schwere Vorkommnisse galt der Plan fast als erfüllt, auch wenn die IM-Anzahl nicht erfüllt wurde.

Wer aber wusste schon, ob in dem jeweiligen Jahr überhaupt jemand fahnenflüchtig werden wollte?

Alles in allem, das haben mir auch Abwehr-Offiziere bestätigt, finde ich , dass vielen ehemaligen Grenzern, die vom MfS eine Reg.-Nr. bekamen und aus heutiger Sicht damit als ex-IM gelten, Unrecht getan wird. Sie haben aber eben eine Reg.-Nr. und werden somit pauschal als Spion bezeichnet was dem, was sie im Einzelfall dann wirklich an Schuld auf sich geladen haben überhaupt nicht gerecht wird.

Ich habe als HIM des MfS und später in anderer Funktion auch hauptamtlich mit an der Aufgabe gearbeitet, Geheimnisverrat, Fahnenflucht, Sabotage und Spionage gegen die DDR zu verhindern und Aufklärung für die DDR zu betreiben und ich sehe dass auch heute noch nicht als ehrenrührig an.

Zum Einsatz der Möglichkeiten des MfS zur "Bearbeitung" von ausreisewilligen Antragstellern und Leuten mit dem Hang zu Pflugscharen statt Schwertern hatte ich schon damals meine eigene Auffassung auch wenn ich heute zugeben muss, dass ich damals wusste, warum ich die die Klappe gehalten habe.

andy



Ich habe den Post 3 x durchgelesen und als Aussenstehendem kommt mir das vor, wie die 5.Jahreszeit. Für alle, die den Begriff 5.Jahreszeit nicht kennen: so wird im Rheinland auch der Karneval genannt. Und der Punkt auf dem i ist, dass dieser SED Staat dafür auch noch so viele Geld für solche Tätigkeiten ausgegeben hat. Bei meinen Besuchen in der DDR sagte mir der Volksmund stets, dass MfS Angehörige weit über dem Durchschnitt bezahlt werden.



Hallo Gert,
es war im"Volk"allgemein,bekannt,das MfS Angehörige sehr gut bezahlt wurden.
Ich selbst wurde in meiner Ausbildungszeit bei den Grenztruppen von den MfS angesprochen.
Sie sagten mir damals,meine Uniform würde dann aus den gleichen Stoff,wie der Offiziere bestehen,
desweiteren wären die Kasernen für männliche und weibliche Angehörige nicht weit auseinander und man würde es gerne sehen und auch fördern,
das sich weibliche und männliche Angehörige dieses"Dienstes"sehr gut verstehen.Außerdem war es selbstverständlich,das der"Ausgang" in Zivil war
und man besser bezahlt wurde,als ein Angehöriger der Grenztruppen.
Ich sollte mich nach Ende meiner Dienstzeit bei diesen Verein melden,soweit kam es aber nicht,da ich dann"abgängig" war,sprich,ich hatte mich in
der BRD angesiedelt.
Ich konnte es nicht nachvollziehen,ob die Versprechungen des MfS stimmten,wäre vielleicht interessant gewesen.

Gruß
amigaguru


@amigaguru
rot mark.
Da lag aber der Anwerber von der Stasi mit seiner Einschätzung über Mitarbeitergewinnung völlig neben dem Plan, wenn man liest wo du endlich gelandet bist. Oder warst du etwa als Perspektivagent für die Bundesrepublik vorgesehen?
grün mark.
Deine Schilderung der Köder, die sie auslegten um dich für sich zu gewinnen, zeigt wieder einmal, wie dicht beieinander das Böse und das Banale/Lächerliche doch liegt. Besserer Uniformstoff ich fasse es nicht, was für kleinbürgerliche Existenzen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 28.12.2012 13:42 | nach oben springen

#363

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.12.2012 13:48
von student | 89 Beiträge

@gilbert wolzow: Deinen letzten Satz unterschreibe ich voll und ganz, und ich möchte ergänzen: Man muß dann auch bereit sein, in der anderen Meinung oder Darstellung, wenn man schon nicht einverstanden damit ist, wenigstens das Zutreffende zu akzeptieren. Der Eröffnungsbericht umfaßt sechs Seiten, nun weiß ich nicht, ob das eher für Banalitäten oder nicht spricht. Vielleicht reicht für den Anfang auch die Zielstellung der Vorlaufakte Operativ (so hieß das damals wohl noch), mit der alles in geordnete Bahnen kam. Es gab auch eine OPK, die direkt mit meiner Zuversetzung zur Grenzkompanie angelegt wurde, die ich aber in den Unterlagen noch nicht gefunden habe. Es heißt also: "Die VAO Reg.-Nr. XVIII-.... wurde am .... gegen den Angehörigen der Grenztruppen der DDR (student) -es folgen die Personalien- eingeleitet mit dem Ziel der Prüfung: 1. (student) ist ideologisch aufgeweicht. Worin bestehen in diesem Zusammenhang von ihm begangene strafrechtlich relevante Handlungen gemäß § 220 StGB (Staatsverleumdung) und § 272 StGB ( Verrat militärischer Geheimnisse). 2. Prüfung aller Hinweise einer möglichen FF-Absicht des (student) gemäß § 254 StGB und damit in Zusammenhang stehender Handlungen gemäß § 97 StGB (Spionage)." Das Kursive hab ich ergänzt. Ich habe gar nicht die Absicht, mich als Opfer darzustellen, mich belustigt sogar in gewisser Weise, daß da, wo keine Probleme waren, eben welche kreiert wurden. Wahrscheinlich gab es dafür auch eine Plankennziffer.


Feliks D. und GilbertWolzow haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#364

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.12.2012 16:32
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Liest sich doch schon mal vielversprechend an und wenn wir mal die vermutete Absicht zur FF und den 220er beiseite lassen, dann bleibt immer noch die von ihm begangene strafrechtlich relevante Handlungen gemäß ... § 272 StGB als ordentliche Hausnummer stehen. Eine Banalität?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#365

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.12.2012 17:20
von Alfred | 6.841 Beiträge

Student,

auch wenn Du enttäuscht bist, für das Anlegen operativer Vorgänge gab es keine Planvorlagen. Dies ging schon aus dem Grund nicht, weil für das Anlegen von operativen Vorgängen bestimmte Voraussetzungen vorliegen mussten.
Es ging in den Materialen auch nicht darum, den Betreffenden“ ein Ding zu machen“, es ging darum, bestimmte „Anhaltspunkte“ zu prüfen. Ob OPK oder OV, die gab es nicht in Massen. Um mal Zahlen zu nennen. 1987 gab es im Bereich der HA I / Verwaltung 2000 ca. 900 OPK und 144 operative Vorgänge. Und wenn man bedenkt, dass Materialien zum Teil über Jahre liefen und wie groß der Verantwortungsbereich der HA I war, relativieren sich diese Zahlen schon.


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#366

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.12.2012 06:30
von student | 89 Beiträge

@ Alfred: Das mit der Plankennziffer war auch eher ironisch gemeint. Ich taste mich im Moment auch noch ein wenig durch die Unterlagen mit dem Ziel, so etwas wie eine logische Linie zu finden, aber das ist ziemlich aufwendig, weil ich auch versuche, alles mit meinen Tagebuchaufzeichnungen abzustimmen. Wenn manchmal ein bißchen Schadenfreude aufkommt, dann spielt dabei eher ein gewisses erleichtertes Aufatmen eine Rolle, deswegen hatte ich auch eingangs geschrieben, daß man noch im nachhinein froh ist, daß alles glimpflich abgelaufen ist. Es ist auch ein wenig schwierig, zwischen all den VAO und OVA und OPK und OPA immer die Zusammenhänge herzustellen. Dazu kommt, daß ein Teil der Unterlagen in einer gesperrten Ablage gesondert archiviert war, die wiederum zu verschiedenen anderen Unterlagen zugeordnet werden müssen. Alles in allem sehr mühselig, aber wenn ich mir die Arbeit schon mache, dann will ich es gleich gründlich erledigen. Was die Frage von Feliks D. angeht: Die 220 kann man getrost vergessen, sie wandelt sich irgendwann auch zu einem Beweis für die Flexibilität des MfS hinsichtlich der Einschätzung solcher Tatbestände. Denn ich hatte von diesem verwerflichen Tun ja auch nach meiner Entlassung aus dem aktiven Dienst nicht abgelassen. Hatte man in meiner aktiven Zeit noch daran herumgenörgelt, daß ich mich gegen die übermäßige Abhängigkeit von der Sowjetunion ausgesprochen habe und der Auffassung war, man müsse Probleme beim Aufbau des Sozialismus stärker anhand der konkreten Verhältnisse in den einzelnen Nationalstaaten zu lösen versuchen, wandelte sich das gleich nach meiner Versetzung in die Reserve grundlegend. Denn da kam Gorbatschow, und auf einmal wollte man gar nicht mehr der Bruder, sondern vielleicht ein bißchen der Stiefbruder sein. Da wurden solche Momente "operativ bedeutsam" wie die Tatsache, daß ich, nachdem die deutsche Ausgabe der "Iswestija" von der PZV-Liste gestrichen worden war, einfach die russische Ausgabe abonniert habe, und es war auch verdächtig und unbeliebt, daß ich während meiner Arbeitszeit Radio Moskau hörte und das, was da an Offenheit über den Äther kam, sofort anschließend in der Betriebskantine mit meinen Kollegen besprochen habe. Ich habe fließend Russisch gesprochen, und wer an der OHS in Plauen war, der kennt die Panzerwache und die Möglichkeit, dort im Objekt der Freunde einzukaufen. Das habe ich besonders gerne gemacht, weil sich da immer eine Gelegenheit geboten hat, durch ein Schwätzchen mit einem Offizier die eigenen Sprachkenntnisse unter Beweis zu stellen. Beim MfS machte man sich später dann eher Gedanken darüber, wieso ich diese Sprachkenntnisse so aktuell halte, z.B. durch die häufige Lektüre originalsprachlicher Fachliteratur, obwohl ich doch gar nicht für eine Verwendung vorgesehen war, die das irgendwie erfordert hätte. Na, und nachdem Gorbatschow und seine Perestroika kamen, da war es gleich "operativ interessant". In der "Iswestija" wurden damals viele Berichte über die Zustände in sowjetischen Straflagern veröffentlicht, über die Funde illegaler Massengräber usw., und es hatte für meine Kollegen immer eine gewisse Beweiskraft, wenn man das aus der Zeitung vorlesen konnte, einer sowjetischen Zeitung, die sie früher gar nicht angesehen hätten und die nun auf einmal so interessant geworden war. (Perestroika i nowoje myshlenije hab ich auch vor der Dietz-Ausgabe schon von Politisdat lesen können.) Ein bißchen habe ich es als Genugtuung empfunden, daß ich damals von den sogenannten "einfachen Genossen" der BPO anstelle eines von der Leitung empfohlenen "Kaders" zum Sonderparteitag geschickt wurde. Anschließend sollte ich sogar Betriebsparteisekretär werden, weil sich die bisherigen Parteikader angesichts der bevorstehenden Übernahme durch westliche Konzerne lieber aus der politischen Arbeit zurückziehen wollten. Aber das ist schon wieder eine Abschweifung. Ich habe ebensogut Englisch wie Russisch gesprochen, und das war kein Wunder, denn in meiner Familie hatte man eine ziemlich weltoffene Einstellung, mein Opa (nicht OPA !) war lange in Afrika in englischer Kriegsgefangenschaft, und auch mein Onkel hatte nach dem Krieg und amerikanischer Gefangenschaft lange in Frankreich gelebt und war dort sogar verheiratet. Da wurden sehr häufig Gespräche geführt, die weit über die Erfüllung der Beschlüsse der II. Parteikonferenz hinausgingen, und sie wollten sich auch immer ein bißchen gegenseitig ihre Sprachkenntnisse vorführen. Das fand ich witzig, weil ich da feststellen konnte, daß englisches und amerikanisches Englisch ziemlich unterschiedliche Dinge sind. Manchmal war das später ein wenig hinderlich, wenn man feindwärts über einen Witz, den ein englischer Leutnant in fürchterlichem schottischen Dialekt mit seinen Kadetten über uns machte, spontan lächeln mußte, was denen nicht entgangen ist. Das gehört übrigens zu den Merkwürdigkeiten, daß ich trotz aller "operativen Bearbeitung" bis auf die Zeit des "Abzugs aus der Linie aus Sicherheitsgründen" immer für AO 13 bestätigt war und auch eingesetzt wurde, zuletzt sogar fast täglich. Und auch für die AO 15. Als ich nach der Wende nach England fahren konnte, zu meinem inzwischen leider verstorbenen Freund Major Pailthorpe, war man dort, wo ich bei ihm wohnte, sogar der Meinung, auf Grund meiner Sprache könnte ich höchstens aus Norwegen oder Schweden, keinesfalls aber aus Deutschland sein. Sein Schwiegersohn war übrigens bei der Aufklärung der BAOR, es hätte gut sein können, daß wir uns irgendwann schon einmal begegnet sind. (Scherz) Noch einmal zurück zur Banalität. Es muß eine Banalität gewesen sein, denn der Versuch der HA I, die ganze Sache an die Abteilung IX zu übergeben, wurde dankend abgelehnt, und besonders vergnüglich für mich liest sich, wie der Militärstaatsanwalt die Genossen der HA I über die Beweiskraft der von ihnen zusammengetragenen Unterlagen sogar ein wenig von oben herab belehrt und festgestellt hat, daß die Vertreter der HA I durch ihr Auftreten bei diversen Gelegenheiten stets versuchten, eine ihnen genehme Tendenz durchzusetzen, die sich aber bei unvoreingenommener Bewertung als "nichtig" erwies. Denn es stellte sich durchaus so dar, als wäre hier zuerst die Festlegung getroffen worden, wie ich zu sein habe, und danach alles so lange umgedeutet und gewendet worden, bis es in das gewünschte Bild paßte. Was die lange Dauer der Vorgänge angeht: Bei mir stammt der erste Eintrag vom 8. Juni 1970, das muß die Kommissionierung gewesen sein, und der letzte vom 12. November 1989 (in der Kartei der KD "Mitglieder und Sympathisanten des Neuen Forums"). Haarsicherung ? Es gibt mehrere Varianten, so viel weiß ich auch, und deshalb hat es mich nicht überrascht, in der Akte Zeichnungen unserer jeweiligen Wohnungen mit der kompletten Wohnungseinrichtung zu finden. Allerdings ist mir nicht klar, welche operativ bedeutsamen Schlüsse man daraus ziehen kann, an welcher Stelle der Bettvorleger liegt. Und daß man als DDR-Bürger gelegentlich die Steckdosen und Deckenauslässe überprüfen mußte, gerade wenn man in eine neue Wohnung einzieht, war doch auch nicht ungewöhnlich. Um den "Insidern" nicht schon wieder auf den Schlips zu treten, will ich nicht darüber orakeln, ob es nicht bemerkt wurde oder nicht bemerkt werden wollte. Einer der Genossen schreibt an einer Stelle: "Es verstärkt sich der Eindruck, daß der (student) das MfS testen und lächerlich machen wollte." Einer hat's geahnt ... und nichts für ungut. Ein bißchen ist das ja vielleicht auch menschlich verständlich.


Feliks D., seaman, IM Kressin und GeWa-8 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#367

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 09:24
von student | 89 Beiträge

Mit fortschreitender Bekanntschaft habe ich immer mehr den Eindruck, keine Akte, sondern ein bisher unbekanntes Werk von Franz Kafka in den Händen zu halten. Oder, was vielleicht noch zutreffender ist, einen Auszug aus der internen Dienstanweisung "Wir basteln uns einen Staatsfeind - in zehn einfachen Schritten." Wie das abgelaufen ist, zeigt folgendes Beispiel:

Ausbildung der RPG-Schützen. Ich verlange, daß nach jeder (theoretischen) Schußabgabe sofort ein Stellungswechsel gemacht wird. "Feuern, hoch und weg ! In den Panzern sitzen Leute, die haben Schiß vor euch, und deswegen ballern die auf jede Staubwolke, weil sie dahinter genau euch vermuten..."

Anwesender IM schreibt: "Der (student) beeinflußt die Soldaten so, daß bei ihnen der Eindruck entstehen muß, es sei besser, nicht gegen die Bundeswehr zu kämpfen, sondern wegzulaufen."

Und die Sicherheitsnadel im Bataillon schreibt dazu als ersten Satz: "Der Bericht des IM ist als objektiv einzuschätzen..."

Ich kannte den IM-Bericht nicht, natürlich, aber man merkt, daß etwas nicht stimmen kann, wenn man immer wieder zu der gleichen Sache befragt wird.

Eine Weile später wird festgestellt, daß in dem Unterkunftsraum, den ich bewohnt hatte, "...auf dem Wandregal ein Modell eines Panzers steht, das als >>Leopard<< zu identifizieren ist ..."

Ich war SPG-9-Zugführer gewesen, und den Leopard hatten wir dazu benutzt, Zielübungen mit dem optischen Visier zu machen. Der Panzer (oder besser, das Modell) wurde in perspektivisch verkürzter Entfernung aufgestellt, und dann konnte man sehen, wie ein Panzer etwa in der Optik aussehen muß, damit man trifft.

Kommentar der Sicherheitsnadel: "Das ist operativ bedeutsam, weil es die politisch-ideologischen Unklarheiten des (student) aufzeigt."
Wahrscheinlich lag das daran, daß das Leopard -Modell schon eine Qualität aufwies, die es vielleicht zum "Liebhaberstück" qualifizierte.

Letztes Beispiel, weniger in Richtung PID: Fahrt zum SPG-9-Schießen. Dank der Segnungen der Bataillonssicherung schläft einer der Fahrer kurz vor Grabow ein, der W-50 kommt von der Straße ab, schleudert durch den Straßengraben, bleibt schließlich auf dem Acker stehen. Die beiden SPG-9 standen auf der Ladefläche ungesichert, die Besatzungen waren mit auf dem gleichen LKW. Die SPG tobten auf der Ladefläche herum, Ergebnis waren mehrere Verletzte (also durchaus mit Knochenbrüchen, Platzwunden usw.). Der Fahrer stand unter Schock, zitterte und wollte nicht weiterfahren. Damit die Fahrt zum Schießplatz fortgesetzt werden konnte, habe ich jemand anderen mit den noch verwendbaren Soldaten und den RG's losgeschickt und bin selbst mit dem W-50 und den Verletzten nach Grabow zum RMP gefahren.

Eingebracht hat es mir nichts weiter als eine Disziplinarstrafe (Verweis oder strenger Verweis, weiß ich nicht mehr) wegen unberechtigter Nutzung eines Kfz.

Vielleicht wird es verständlich (denn das sind drei Beispiele von einer ganzen Menge anderer Widersinnigkeiten), daß man irgendwann anfängt so etwas wie Rachegelüste zu entwickeln ?


Feliks D. und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#368

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2013 11:04
von Zaunkletterer (gelöscht)
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Zitat von student im Beitrag #360
Ich habe gar nicht erwartet, daß gleich so unwirsch reagiert wird von den "Insidern". Ich habe noch mal nachgezählt, es waren 34, allerdings haben die sich im Laufe von 15 Jahren angesammelt, weil das schon während der Zeit an der OHS losgegangen ist. Im "Insider"-Jargon kenne ich mich natürlich nicht so aus, weiß also nicht, ob und in welche Sicherungsbereiche ich hineingetapst sein könnte. Ich habe mir nicht eingebildet, daß diese 34 Figuren sich ausschließlich mit mir befaßt haben, aber ich glaube auch nicht, daß es allgemeine Praxis war, Offizierswohnungen "durch den Einsatz der Abteilung 26" zu verwanzen oder lückenlos zu dokumentieren, welche privaten Telefongespräche mit wem geführt wurden. Was die Haarsicherung angeht, das war tatsächlich eher eine launige Idee, und ich hatte das, wie übrigens vieles andere, schon lange vergessen, bis ich es jetzt wieder in aller Ausführlichkeit in dieser Akte wiedergefunden habe. Daß mir "das nicht zustand", kann ich eigentlich nicht verstehen, denn ob ich meinen Schrank nur zuschließe oder noch andere "Maßnahmen zur Wachsamkeit" ergreife, wäre doch ganz alleine meine Sache gewesen. Was mich beim Lesen der Akte aufregt, ist die Paranoia, die da zum Ausdruck kommt und die auch vor den eigenen Leuten nicht haltgemacht hat. Auch wenn sich die "Felixe" wieder angepißt fühlen: Was bedeutet es denn, wenn man einen riesigen Apparat in den eigenen Reihen unterhalten muß, um zu verhindern, daß selbst diejenigen weglaufen, die man zur Bewachung der Allgemeinheit einsetzen zu können glaubte. Diejenigen als "Spione" zu bezeichnen, die sich dafür hergegeben haben, finde ich auch falsch, denn das heißt ihnen wirklich zu viel Ehre anzutun. Wäre die DDR wirklich das sozialistische Paradies gewesen, dann hätten wir vorne doch wohl eher dafür sorgen müssen, daß wir von den ausgebeuteten westdeutschen Proletariern nicht überrannt worden wären. Die Paranoia, die man auch jetzt nicht schönreden kann, hat ja auch immer bewirkt, daß selbst hochrangige Vertreter des DDR-Systems dieses Land verlassen haben. Denn es reichten offenbar auch ganz objektiv gemeinte kritische Äußerungen, um sich in den Reihen der "Träger der politisch-ideologischen Diversion" wiederzufinden. Das war der Grundsatz beim alten Fritzen, "Nicht räsonieren, Ordre parieren", und damit ist auch knapp zusammengefaßt, was das Credo der DDR-Oberen für ihr Land und ihr Volk war. Die DDR wäre nicht so sang- und klanglos implodiert, wenn nicht selbst die sogenannten "Eliten" die Nase voll davon gehabt hätten, zugeteilt zu bekommen, "was ihnen zustand". Ich finde die Lektüre meiner Akte amüsant auch deshalb, weil sich darin für meinen winzigen persönlichen Bereich der ganze Irrsinn dieses Systems von professionellen Voyeuren offenbart. Ich war mit Sicherheit kein "wichtiger Mann für die", aber genau das zeigt, in welchem nur im realen Sozialismus möglichen Mißverhältnis Aufwand und Nutzen gestanden haben. Ich bin weit davon entfernt, das heutige System, bei dem der Kapitalismus im Schweinsgalopp nachholt, was ihm durch den Systemwettbewerb in bestimmtem Umfang verwehrt worden war, als erstrebenswert anzusehen. Aber zur DDR und meiner Dienstzeit an der Grenze habe ich ein eindeutiges Verhältnis: Ich bereue, daß es so lange gedauert hat, bis ich erkannt habe, was für einen lebensunfähigen Homunkulus ich da eigentlich bewache, und ich bedauere auch, daß ich so spät angefangen habe, etwas gegen dieses System zu tun. Es ist gleichgültig, was ich anstelle der fast fünfzehn Dienstjahre getan hätte, es wäre in jedem Falle sinnvoller gewesen. Deshalb lese ich auch so gerne in meiner Akte, weil sie mir beweist, daß ich doch nicht so einfältig war, wie ich es mir manchmal vorgeworfen habe, und vor allem auch, daß das bemerkt wurde. In meinem Dienstzimmer, auch das blieb nicht unregistriert, hing vom ersten Tag meines Offiziersdaseins immer ein gerahmter Satz von Ernst Moritz Arndt an der Wand: "Das ist die wahre Soldatenehre, daß kein König und Fürst, keine Gewalt noch Herrschaft den edlen und freien Mann zwingen kann, das Schändliche oder Unrechte zu tun oder tun zu helfen." Und das war anfangs nicht einmal provokatorisch gemeint. Es reicht vielleicht, ein paar vorgekaute "Klassiker"zitate auswendig daherbeten zu können, um Schild und Schwert zu sein, aber um Kopf sein zu können, ist es neben vielem anderen auch hilfreich, den "Kurzen Katechismus für teutsche Soldaten" zu kennen.


Einer der besten Beiträge, die ich in diesem Forum jemals gelesen habe!!!!!!! Danke dafür!


94 und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#369

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2013 21:07
von Gert | 12.354 Beiträge

wie sieht/sah eigentlich der Dienstausweis der Angehörigen des Ministeriums für Staatssicherheit aus ?
Mir wurde vor 50 Jahren einmal dieser Ausweis vor die Nase gehalten aber bei aller Anstrengung, ich kann mich nicht mehr an sein Aussehen erinnern. Gibt es da im Forum schon etwa sdarüber ? Ich konnte über die Suchfunktion nichts finden.


.
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#370

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2013 21:13
von Alfred | 6.841 Beiträge
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#371

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.10.2013 21:15
von Ex-Huf (gelöscht)
avatar

Den "richtigen" Thread finde ich trotz Bemühungen nicht mehr.
Heute erfuhr ich, dass ein inzwischen 73-jähriger Kollege gestern einem tödlichen Herzinfarkt erlegen ist;
In meiner Akte, die mir als Kopie vorliegt, ist nachweisbar, dass jener Kollege zu DDR-Zeiten als IM "Henry Schulz" (Nur für Insider) bewusst und wissentlich völlig falsche, nicht versehentlich fehlgedeutete Angaben über mich beim ehemaligen MfS abgeliefert hat, die damals prompt zu weiteren Schritten geführt hatten.
Eine obskure Situation...
Trotz allem, er war wohl doch charakterlich ein Lump? Oder warum hat er gravierende Falschbehauptungen zielgerichtet weitergeleitet?
Ich wünschte, er bekäme seinen Frieden...aber es bleibt nachdenklich...

VG Ex-Huf


LO-Wahnsinn, DoreHolm und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#372

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.10.2013 21:22
von Mike59 | 7.938 Beiträge

Zitat von Ex-Huf im Beitrag #371
Den "richtigen" Thread finde ich trotz Bemühungen nicht mehr.
Heute erfuhr ich, dass ein inzwischen 73-jähriger Kollege gestern einem tödlichen Herzinfarkt erlegen ist;
In meiner Akte, die mir als Kopie vorliegt, ist nachweisbar, dass jener Kollege zu DDR-Zeiten als IM "Henry Schulz" (Nur für Insider) bewusst und wissentlich völlig falsche, nicht versehentlich fehlgedeutete Angaben über mich beim ehemaligen MfS abgeliefert hat, die damals prompt zu weiteren Schritten geführt hatten.
Eine obskure Situation...
Trotz allem, er war wohl doch charakterlich ein Lump? Oder warum hat er gravierende Falschbehauptungen zielgerichtet weitergeleitet?
Ich wünschte, er bekäme seinen Frieden...aber es bleibt nachdenklich...

VG Ex-Huf


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zuletzt bearbeitet 10.10.2013 21:22 | nach oben springen

#373

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.10.2013 21:27
von Ex-Huf (gelöscht)
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Zitat von Mike59 im Beitrag #372
Zitat von Ex-Huf im Beitrag #371
Den "richtigen" Thread finde ich trotz Bemühungen nicht mehr.
Heute erfuhr ich, dass ein inzwischen 73-jähriger Kollege gestern einem tödlichen Herzinfarkt erlegen ist;
In meiner Akte, die mir als Kopie vorliegt, ist nachweisbar, dass jener Kollege zu DDR-Zeiten als IM "Henry Schulz" (Nur für Insider) bewusst und wissentlich völlig falsche, nicht versehentlich fehlgedeutete Angaben über mich beim ehemaligen MfS abgeliefert hat, die damals prompt zu weiteren Schritten geführt hatten.
Eine obskure Situation...
Trotz allem, er war wohl doch charakterlich ein Lump? Oder warum hat er gravierende Falschbehauptungen zielgerichtet weitergeleitet?
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VG Ex-Huf


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So kann man auch auf sich aufmerksam machen! Danke!

Ex-Huf


zuletzt bearbeitet 10.10.2013 21:28 | nach oben springen

#374

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.10.2013 21:28
von Mike59 | 7.938 Beiträge

Zitat von Ex-Huf im Beitrag #373
Zitat von Mike59 im Beitrag #372
Zitat von Ex-Huf im Beitrag #371
Den "richtigen" Thread finde ich trotz Bemühungen nicht mehr.
Heute erfuhr ich, dass ein inzwischen 73-jähriger Kollege gestern einem tödlichen Herzinfarkt erlegen ist;
In meiner Akte, die mir als Kopie vorliegt, ist nachweisbar, dass jener Kollege zu DDR-Zeiten als IM "Henry Schulz" (Nur für Insider) bewusst und wissentlich völlig falsche, nicht versehentlich fehlgedeutete Angaben über mich beim ehemaligen MfS abgeliefert hat, die damals prompt zu weiteren Schritten geführt hatten.
Eine obskure Situation...
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VG Ex-Huf


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#375

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.10.2013 21:31
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Gehste hin, haste deinen Frieden mit gemacht?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#376

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.10.2013 21:43
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #369
wie sieht/sah eigentlich der Dienstausweis der Angehörigen des Ministeriums für Staatssicherheit aus ?
Mir wurde vor 50 Jahren einmal dieser Ausweis vor die Nase gehalten aber bei aller Anstrengung, ich kann mich nicht mehr an sein Aussehen erinnern. Gibt es da im Forum schon etwa sdarüber ? Ich konnte über die Suchfunktion nichts finden.




Schau mal hier Gert: Dienstausweise des MfS (2)

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#377

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.10.2013 23:08
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Zitat von Ex-Huf im Beitrag #371
Den "richtigen" Thread finde ich trotz Bemühungen nicht mehr.
Heute erfuhr ich, dass ein inzwischen 73-jähriger Kollege gestern einem tödlichen Herzinfarkt erlegen ist;
In meiner Akte, die mir als Kopie vorliegt, ist nachweisbar, dass jener Kollege zu DDR-Zeiten als IM "Henry Schulz" (Nur für Insider) bewusst und wissentlich völlig falsche, nicht versehentlich fehlgedeutete Angaben über mich beim ehemaligen MfS abgeliefert hat, die damals prompt zu weiteren Schritten geführt hatten.
Eine obskure Situation...
Trotz allem, er war wohl doch charakterlich ein Lump? Oder warum hat er gravierende Falschbehauptungen zielgerichtet weitergeleitet?
Ich wünschte, er bekäme seinen Frieden...aber es bleibt nachdenklich...

VG Ex-Huf


Vor den Richter ziehn ging ja nicht mehr, bekamst ja auch die Akte zu spät.
Also ich würde ihm einfach mal Pietätsvoll einen prallen Haufen auf die Grabplatte machen.
So als nächträglichen und ganz speziellen Dank.
Oben ein Fähnchen rein gesteckt mit Text "Ich wache hier über einen Verräter und Lügner", die Angehörigen sollen schliesslich auch was von der ganz speziellen Widmung haben.
Also mir wäre der Mann das wert.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#378

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.10.2013 05:55
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Angesichts des Todes noch so einen Hass in sich tragen? Auf welche tiefe und niveaulose Stufe dieser Beitrag abgerutscht ist wirst Du wohl selber merken, kenne ich nämlich so nicht von Dir.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#379

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.10.2013 07:03
von Pit 59 | 10.123 Beiträge

Trotz allem, er war wohl doch charakterlich ein Lump? Oder warum hat er gravierende Falschbehauptungen zielgerichtet weitergeleitet?@HUF

Wenn dies so war Klaus,dann haste Recht,es war ein Lump. Jetzt bleibt das Warum und Weshalb ?? Dieses wirst Du nun nicht mehr Erfahren,das hat er mit ins Grab genommen. Vieleicht hat Ihn das auch bis jetzt belastet und den Infarkt ausgelöst,besonders Alt isser ja nicht geworden.


zuletzt bearbeitet 11.10.2013 07:09 | nach oben springen

#380

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.10.2013 10:28
von SET800 | 3.090 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #30
KID,
Ich kenne aber auch Beispiele , da war die Auskunft der Behörde negativ. Zu einen späteren - ich würde sogar formulieren gewünschten Termin - tauchten dann aber wie aus dem nicht umfangreiche Unterlagen auf.
Ein Schelm wer sich dabei böses denkt .....


Hallo,
mit langer Westlebenszeit, als gebürtiger Ossi sage ich, schlicht zum legitimen legalen Staat DDR bekennen, sich nicht erpressbar machen!



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