#121

RE: Die Kaffeekrise von 1977 in der DDR

in Leben in der DDR 12.03.2016 23:09
von DoreHolm | 7.710 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #119
Gabs nicht auch mal ne Zwiebelkrise, oder zumindest nen Engpass?
Das die aber sogar unsere Zwiebeln in den Westen verscherbelt haben glaub ich nicht, war bestimmt ne Mißernte.


Stimmt zum Teil. Es war eine Mißernte und gerade in dieser Zeit wurde eine Menge Zwiebeln durch die BRD geordert, obwohl dort kein Mangel bestand. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt. Mein Vater hat mir die Zusammenhänge mal erzählt und dem glaube ich auf Grund seiner damaligen Position ind er Wirtschaft. Devisenmangel, sonst hätte die DDR die Zwiebeln nicht exportiert und sie wären nicht dermaßen knapp geworden. Damit läßt sich ja vorzüglich Propaganda machen: "DDR kann ihr Bevölkerung nicht mal mit Zwiebeln versorgen" oder so ähnlich.



Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#122

RE: Die Kaffeekrise von 1977 in der DDR

in Leben in der DDR 13.03.2016 14:00
von zast (gelöscht)
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[quote=Hanum83|p529905]Gabs nicht auch mal ne Zwiebelkrise, oder zumindest nen Engpass?
Das die aber sogar unsere Zwiebeln in den Westen verscherbelt haben glaub ich nicht, war bestimmt ne Mißernte.[/quot

Nach Abschluß der ZWANGSKOLLEKTIVIERUND der Landwirtschaft gab es nicht nur eine Zwiebelkrise. Es trat ein weitgehender Mangel an Lebensmitteln ein. Gegenüber der Planvorgabe wurden 29 Mio Tonnen weniger Fleisch abgeliefert. Frischobst war nicht im Handel, Frischgemüse, also auch Zwiebeln gag es fast garnicht. Hülsenfrüchte wurden entgegen der Vorgabe nur zu 70% abgeliefert. An Gemüsekonserven gab es nur Kürbis und Pflaumen.
(Quelle: wikipedia)
Das sich das alles gebessert hat habe ich selber erfahren. Es gab gutes Fleisch und andere Lebensmittel in ausreichender Menge. Stand 1989/1990.


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#123

RE: Die Kaffeekrise von 1977 in der DDR

in Leben in der DDR 13.03.2016 16:07
von Heckenhaus | 5.158 Beiträge

Krisen gabe es (fast) immer. Ich erinnere mich, daß Anfang der sechziger Jahre sogar Butter wieder zeitweise
rationiert wurde.
Irgend etwas war immer knapp. Manches suchte man immer vergebens.
Trotzdem ist niemand verhungert.

2.12.1962

Die SED-Presse der DDR teilt mit, dass auch im nächsten Jahr laut Beschluss der DDR-Volkskammer Butter
und Fleisch in der DDR rationiert werden und außerdem Südfrüchte, Kaffee und Kakao weiterhin Mangelware bleiben.

http://chroniknet.de/extra/was-war-am/?e...datum=2.12.1962


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#124

RE: Die Kaffeekrise von 1977 in der DDR

in Leben in der DDR 13.03.2016 17:58
von DoreHolm | 7.710 Beiträge

Zitat von zast im Beitrag #122
[quote=Hanum83|p529905]Gabs nicht auch mal ne Zwiebelkrise, oder zumindest nen Engpass?
Das die aber sogar unsere Zwiebeln in den Westen verscherbelt haben glaub ich nicht, war bestimmt ne Mißernte.[/quot

Nach Abschluß der ZWANGSKOLLEKTIVIERUND der Landwirtschaft gab es nicht nur eine Zwiebelkrise. Es trat ein weitgehender Mangel an Lebensmitteln ein. Gegenüber der Planvorgabe wurden 29 Mio Tonnen weniger Fleisch abgeliefert. Frischobst war nicht im Handel, Frischgemüse, also auch Zwiebeln gag es fast garnicht. Hülsenfrüchte wurden entgegen der Vorgabe nur zu 70% abgeliefert. An Gemüsekonserven gab es nur Kürbis und Pflaumen.
(Quelle: wikipedia)
Das sich das alles gebessert hat habe ich selber erfahren. Es gab gutes Fleisch und andere Lebensmittel in ausreichender Menge. Stand 1989/1990.


Zwangskollektivierung ? Nunja, für so manche war es Zwang, ganz klar. Bis die Bauern begriffen, daß diese Produktionsform ihnen einige Möglichkeiten eröffnete, von denen sie vorher nur träumen konnten. Ich bin selbst ein Dorfkind und habe, zwar als Kind (geb. 47) die Kollektivierung meines Onkels und die Diskussionen dazu erlebt. Wir gehörten zu den weniger Vermögenden. Nur zwei oder drei Kühe und diese gleichzeitig als Zugmittel. Der Boden meist Hanglagen, Sandstein im Untergrund und hohe Erosionsneigung. Das betraf die Mehrheit der Bauern dort, bis auf einige Wenige mit einigen Dutzend Hektar und Boden mehr in der Ebene mit dickerer Mutterbodenschicht. Da kannst Du Dir ausrechnen, wie wettbewerbsfähig so ein Hof unter marktwirtschaftlichen Bedingungen war. Selbst die etwas wohlhabenderen Bauern mit z.B. 30 oder auch 50 ha, was wären denn die heute mit dieser Fläche und dieser Bodenqualität ? Subventionierte Bergbauern ? Oder Lohnarbeiter auf einem Privatgut ? Klar, daß nach der Kollektivierung sich so mancher Bauer gedacht hat, nichts mehr tun zu müssen, was er vorher für selbstverständlich hielt und die Produktion erst einmal zurückging. Diese LPG hat sich schließlich zu einer der Vorbildlicheren entwickelt, Klubhaus, odentliche Ausschüttung zum Jahresende, zusätzlich privates Vieh auf dem Hof, gefüttert mit Deputat-Futter, Auszeichnung als "Schönstes Dorf" u.v.m.
Und nioch was: Gerade die vorherigen LPG, die ja nur "zwangsweise" zustande gekommen sind, sind heute wesentlich wettbewerbsfähiger als die Mehrheit der Einzelbauern im Westen. Das ist ja dem Bayern-affinen Landwirtschaftsminister und gleichgesinnten EU-Bürokraten ein Dorn im Auge. Was wäre mit der Wende mit den ganzen leinen einzelbauern der DDR passiert ? Einige Wenige hätten sich Kredite besorgt und ihre Nachbarn aufgekauft, die Mehrheit wäre von den ganz großen privaten Agrarbetrieben der Altbundesländer und der EU geschluckt worden. Wäredas denn erstrebenswerter gewesen, als eine Genossenschaft ?



zuletzt bearbeitet 13.03.2016 18:06 | nach oben springen

#125

RE: Die Kaffeekrise von 1977 in der DDR

in Leben in der DDR 13.03.2016 18:28
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Also, Dore, mit 50 ha war es 89 auch schon lange vorbei.

Ich schrieb es hier irgendwo schon mal, so um 65 betrug die Betriebsgröße im Westen um die 25, 30 ha. Wer da 50 ha unter dem Pflug hatte lief schon fast als Großbetrieb.

Zurück zu 89, da waren Betriebsgrüßen unter 100, 200 ha auch im Weasten völlig unrentabel, Ausnahme vielleicht die nur Michwirtschaft und Grünland machten, die kamen vielleicht noch mit 50 ha klar.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#126

RE: Die Kaffeekrise von 1977 in der DDR

in Leben in der DDR 13.03.2016 18:54
von Gelöschtes Mitglied
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Aha, in #122 berichtet der Herr mit der Startnummer 65 mal wieder über seine DDR-Erfahrungen.
Und ich dachte schon, nur die Öffentlch Rechtlichen hätten ein schlechtes Programm.
Gerd


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#127

RE: Die Kaffeekrise von 1977 in der DDR

in Leben in der DDR 13.03.2016 19:02
von furry | 3.581 Beiträge

@berlin3321 , fragen wir mal die für uns zuständige Landwirtschaftskammer:
http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cf...icle/11987.html

Und gehen wir mal davon aus, dass im Süden die Betriebe kleiner und mehr auf Veredlung getrimmt waren und sind.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#128

RE: Die Kaffeekrise von 1977 in der DDR

in Leben in der DDR 13.03.2016 19:31
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Furry, Durchschnitt hin oder her, Du als Praktiker weißt doch auch wie ich das im Durchschnitt auch die Nebenerwerbsbetriebe mit gerechnet sind. Nimm die mal raus....denn von 16 ha hast Du auch 1970 nicht leben können.

Ich bin in HH aufgewachsen. Der Nachbar hatte knappe 50 ha, wenn dort die Preussag nicht richtig für die Förderstellen bezahlt hätte wäre der Güldner 1965 nicht als 40 PS Allrad gekommen sondern der Lanz hätte weiter arbeiten müssen.

Der andere Nachbar mit 55 ha hatte ´nen Porsche und ´nen Schlüter, der, der noch ´n paar ha mehr gepachtet hatte für einen der letzten Hanomag. Nicht zu vergessen, alle hatten eine Ölförderstellen....Betriebe mit 15 oder 20 ha gab´s kaum. Wenn, dann nur im Nebenerwerb.

MfG Berlin


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#129

RE: Die Kaffeekrise von 1977 in der DDR

in Leben in der DDR 13.03.2016 21:03
von furry | 3.581 Beiträge

@berlin3321 , das mit diesen Neben- und Vollerwerbsbetrieben ist doch zum Teil aus steuerlichen Gründen so aufgeteilt. Der eine hat Altenteiler noch mit zu versorgen und der andere nicht. Teilweise arbeiten die Alten auch noch mit, werden aber nicht erfasst.
Als ich 1990 im Süden Niedersachsen ankam, gab es etliche Vollerwerbsbetriebe, die schon bei etwas über 35 ha auf ihren Handtuchfeldern dicke Backen gemacht haben, um arbeitsmäßig rum zu kommen. Und ob die altbundesgermanischen Bauern es wahrhaben wollen oder nicht, die Strukturen im Osten haben nach 1990 bei vielen Denkprozesse in Gang gesetzt, an die sie vorher nicht im Traum dachten. Sie haben vieles aus dem Osten abgekupfert, nicht nur in Bezug auf Betriebsgröße.
Aber das wäre ein völlig neues Thema.


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