#21

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 24.01.2010 19:21
von Mike59 | 7.941 Beiträge

Nee Oss'n
legitimieren kann man so etwas nicht.

Aber es zeigt doch das der Wahnsinn Methode hat.


Mike59


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#22

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 24.01.2010 19:22
von Huf (gelöscht)
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Hallo Freunde,

an mehreren Stellen im Forum wird diskutiert, wie gerecht oder ungerecht es in der DDR zuging. Oder ob die Mauer wieder aufgebaut werden soll, und so.
Am Beispiel der geplanten lager in der DDR und den fertigen Namenslisten ist doch erkennbar, was die DDR im Wesen war. Und sie hat sich solange am Leben erhalten, weil sie mit all ihren Methoden die Menschen, bis auf Ausnahmen vollständig vereinnahmt hat. Wer nicht für die DDR war, war ein Gegner.
Millionen von SED-Mitgliedern sind belogen und betrogen worden. Die ganze NVA, insbesondere die Berufssoldaten, natürlich einschließlich GT, wurden betrogen, belogen und ideologisch und psychologisch auf das Böse eingeschworen.
Wir können wirklich von Glück reden, dass es durch den Mut zunächst einzelner, dann durch mehr und mehr Leute zu diesem Umschwung kam.
Damit glorifiziere ich keineswegs unsere heutige Ordnung, weil ich hier das Engagement Einzelner für die Gesellschaft landesweit vermisse. Jeder denkt nur an sich.

Übrigens würde ich nicht ausschließen, dass auch dieses System Alarmpläne für flächendeckende Unruhen in den Schubläden hat.

Gruß aus der Prignitz!


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#23

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 24.01.2010 19:23
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Jörg, ich habe es bloß überflogen und was soll das jetzt aussagen?
Kommt es heute zum Ernstfall, das ist jetzt meine Meinung, fährt der Staat ( stark überspitzt) Kanonen auf.
Denn, mein Freund, das Kapital hatt etwas zu verlieren im Gegensatz zum damaligen Volkseigentum, dann wird es richtig blutig und nix mit friedliche Revolution.
Der, der die Kanonen bedient, den finden sie, keine Bange, so wie bei Napoleon, als er noch ein junger Offizier über die Kanonen war.

R-M-R



Nun, Rainer, das sehe ich ganz anders. Sofern hier z.B. die Linken mit der SPD und den Grünen die Macht übernehmen, dann werden viele gehen- blutig wird hier aber nix. Napoleons Zeiten sind lange vorbei. Aber das ist nur meine Meinung.
Jörg


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#24

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 24.01.2010 19:26
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Ossn, die Schutzhaftlager im dritten Reich waren auch Anfangs nicht als Vernichtungslager geplant.
Nach einer gewissen Zeit waren sehr viele anfangs Inhaftierte wieder auf freiem Fuß, mein Onkel kann da Geschichten erzählen und vielleicht stell ich mal 2-3 hier ein.
Der alte Mann ist über 80 Jahre, ein guter und verlässlicher Zeitzeuge, leidet auch nicht an Demenz.
Also so alt möchte ich auch mal...werden, und dann noch so helle im Kopf.

R-M-R


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#25

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 24.01.2010 19:26
von Oss`n | 2.777 Beiträge

Zitat von Alfred
exgakl,

mal auf die Schnelle.



Zwei Hinweise.

Der Minister für Staatssicherheit erließ in Juli 1967 die Direktive 1/67 die ausschließlich für militärische Spannungsperioden und den Verteidigungsfall galt, also nichts mit Problemen in der DDR zu schaffen hatte.
Diese Direktive war die Grundlage für die Mob –Dokumente des MfS.

So ging es u.a. um die Führung der Arbeit des MfS im Verteidigungszustand, der Sicherung Verteidigungs und lebenswichtiger Betriebe etc.

Zielstellung war, vorbeugend tätig zu werden.

Zu unterscheiden war:

1. In Verhaftung
2. Internierung
3. Isolierung
4. Überwachung

Die Verhaftung betraf Personen, die unter dem dringenden Verdacht standen, staatsfeindliche Handlungen gegen die DDR zu begehen, zu dulden bzw. Personen die als mögliche Führungskräfte in Erscheinung treten konnten.
Diese Handlungen mussten geeignet sein, verteidigungswichtige bzw. lenbensnotwendige Aufgaben zu beeinträchtigen oder zu gefährden.
Dies Haftdauer war auf 24 Stunden beschränkt und konnte nur von einen Haftrichter verlängert werden.

Die Isolierung betraf z.B. Untersuchungsgefangene bzw. Strafgefangene, die wegen Staatsverbrechen bzw. wegen schweren allgemeinen Straftaten verurteilt wurden sind, jedoch die Voraussetzungen für eine Wiedereingliederung nicht gegeben waren.

Die Überwachung bezog sich auf Personen die Schlüsselpositionen in der staatlichen Leitung und der Volkswirtschaft inne hatten und deren Zuverlässigkeit anzuzweifeln war.

Die Internierung bezog sich nur auf Ausländer, die sich in der DDR aufhielten.

All diese Maßnahmen bezogen sich als auf den Verteidigungszustand bzw. der vorausgehenden milit. Spannungsperiode. Entsprechende Objekte waren z.B. Ferienheime des FDGB etc.

Ossn,


Einen Ausnahmezustand gab es in der DDR nicht, genau wie man nicht mal eine Bannmeile hatte.

Wer sich intensiver damit beschäftigen möchte , den empfehle ich die Dokumente des Nationalen Verteidigungsrates der DDR.

Und wenn man sich noch genauer und sachlich interessiert stehen sicher gern Generaloberst Streletz als Sekretär des NVR und General Schwanitz vom MfS zur Verfügung.




Hallo Alfred,
ich bin kein Erbsenzähler aber das a.D. vor den Generälen sollte man doch nicht vergessen.
Übrigens.
Wenn ich mich irre, verbessere mich.
War es nicht GO a.D. Strelitz, der Berichte über seine eigenen Kameraden an das MfS lieferte ?

Oss`n

Den soll ich fragen ?


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#26

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 24.01.2010 19:27
von TOMMI | 1.984 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Tommi, vergiß den Zaren nicht, der sperrte schon Stalin, den Bruder von Lenin und zigtausend Andere weg.
Stalin sagte sich dann: Ich habe daraus gelernt.Also selbes Schema F, das ist natürlich meine Meinung, und nicht die von Stalin.
Oder nimm Pinochet in Chile...oder nimm....alles Schema F.

R-M-R


OK, RMR, waren ja nur Beispiele ohne Anspruch auf Vollständigkeit.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#27

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 24.01.2010 19:27
von exgakl (gelöscht)
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Die Überwachung bezog sich auf Personen die Schlüsselpositionen in der staatlichen Leitung und der Volkswirtschaft inne hatten und deren Zuverlässigkeit anzuzweifeln war.

Das hatten wir auch ohne Spannungsperiode

Die Verhaftung betraf Personen, die unter dem dringenden Verdacht standen, staatsfeindliche Handlungen gegen die DDR zu begehen, zu dulden bzw. Personen die als mögliche Führungskräfte in Erscheinung treten konnten.
Diese Handlungen mussten geeignet sein, verteidigungswichtige bzw. lenbensnotwendige Aufgaben zu beeinträchtigen oder zu gefährden.
Dies Haftdauer war auf 24 Stunden beschränkt und konnte nur von einen Haftrichter verlängert werden.

Verhaften ist ja gut und schön, aber danach folgt ja wohl eine Festsetzung (Wegsperren).... Isolieren.
Was die Staatsfeindlichen Handlungen bestrifft, darüber brauchen wir uns ja nuun wirklich nicht unterhalten, was das zu DDR Zeiten alles für nichtige Sachen sein konnten. Wenn ich dann einen richtigen Richter habe sind die 24 Monate wohl auch kein Problem.


Wenn es keine Ausnahmezustand in der DDR gegeben haben soll, dann frage ich mich, warum ich ab den 4.10.1989 in voller Gefechtsbereitschaft lag, ein komplettes Regiment in Polizeitaktik ausgebildet wurde und wir ab 7.10.1989 das damalige Karl.Marx-Stadt vor Konterrevolutionären Übergriffen zu schützen hatten. Schön (bewaffnet) mit Gummiknüppel und Handschellen.
Ab 7.10.1989 dann für ca. 1 Woche in Plauen.


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#28

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 24.01.2010 19:43
von Oss`n | 2.777 Beiträge

Bin wirklich kein Erbsenzähler und will auch kein Quotenkönig werden, aber 650 Aufrufe in einer Stunde..........
Kann also doch nicht ganz so uninteressant sein.
Bei einigen scheint es ein regelrechtes reizen eines Wespennestes zu sein.
Sehr interessant, wer sich wie äußert.

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#29

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 24.01.2010 19:46
von Alfred | 6.841 Beiträge

exgakl,

dass Thema Herbst 89 hatten wir doch schon. Da müssen wir doch jetzt nicht wieder von vorn beginnen.

Es gibt eben klar Unterschiede, Ausnahmezustand, Verteidigungszustand usw. Ich hatte doch schon den hinweis auf die Unterlagen des NVR gegeben.Nutze diese doch einfach.

Ossn,

was hat denn das eine mit den andere zu schaffen ?

Mit der Akte wurde schon mehrfach versucht GO Streletz MUNDTOT zu machen.

Besorg Dir mal seine offene und klare Stellungnahme an seinen 43. Verhandlungstag im sogenannten Honecker- Prozess und Du wirst einiges anders sehen.

Übrigens eine Akte die im Frühjahr 1954 angelegt wurde….


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#30

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 24.01.2010 19:52
von manudave (gelöscht)
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#31

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 24.01.2010 19:56
von exgakl (gelöscht)
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Zitat von Alfred
exgakl,

dass Thema Herbst 89 hatten wir doch schon. Da müssen wir doch jetzt nicht wieder von vorn beginnen.

Es gibt eben klar Unterschiede, Ausnahmezustand, Verteidigungszustand usw. Ich hatte doch schon den hinweis auf die Unterlagen des NVR gegeben.Nutze diese doch einfach.

Ossn,

was hat denn das eine mit den andere zu schaffen ?

Mit der Akte wurde schon mehrfach versucht GO Streletz MUNDTOT zu machen.

Besorg Dir mal seine offene und klare Stellungnahme an seinen 43. Verhandlungstag im sogenannten Honecker- Prozess und Du wirst einiges anders sehen.

Übrigens eine Akte die im Frühjahr 1954 angelegt wurde….


_________________________________________________________________________________________

Alfred tut mir leid, aber momentan habe ich das Gefühl, das Du nicht weisst was Du redest.
Natürlich müssen wir über 89 reden, wenn wir über Isolierungslager reden. Ich weiss nicht, wass das NICHT damit zu tun haben soll.
Es ist ja schön das Du Dich mit allem so schön auskennst. Welche Dienst- oder Planstelle hattest Du damals inne? Wenn ich Dich das fragen darf. In Deinem Profil ist ja leider nichts zu lesen und nachdem auch ich heute Deine Beiträge durchgeganngen bin, konnte ich auch keine Vorstellunng von Dir finden.
Es ist mir gelinde gesagt auch.... sorry.... Sch....egal, was es für tolle Pläne gab oder auch nicht gab, Die Realität sah nun mal anders aus auch wenn Du versuchst das mit irgendwelchen Unterlagen des NVR wegzudiskutieren.
Ich muss mir auch keine Akten vom Honeckerprozess besorgen... wie gesagt... ich sass mit auf den LKW's.... schön mit einem Gummiknüppel.

VG exgakl


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#32

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 24.01.2010 19:58
von Oss`n | 2.777 Beiträge

Hallo Alfred,
ich weis nicht auf welcher Ebene du lebst oder gelebt haßt.
Ich sag dir mal wie solche Leute auf der Ebene wo ich gedient habe genannt wurden.
Man nannte sie einfach nur "Kameradenschweine".
Mag für dich jetzt hart klingen.
Die, die andere verpfiffen haben, haben die Stunden ihrer Dienstzeit gezählt.
Mitunter haben sie ihre inoffiziellen Arbeitgeber dann wo anders hin versetzen lassen.

So ist das eben.
Der "Kleine" wird gezwungen oder mit etwas Pillepalle abgefunden und hat ein schweres Leben.
Der "Große" schreibt darüber noch ein Buch.

Ce la vie - so ist das Leben - in Ost wie in West - damals wie heute !

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#33

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 24.01.2010 20:51
von exgakl (gelöscht)
avatar

Kann das sein, das mir hier noch jemand eine Antwort schuldet?
Naja, manchmal ist keine Antwort eh die bessere Wahl.


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#34

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 24.01.2010 20:57
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von exgakl
Kann das sein, das mir hier noch jemand eine Antwort schuldet?
Naja, manchmal ist keine Antwort eh die bessere Wahl.



Wie singt Marius Müller Westernhagen so schön:

Reden ist Silber,schweigen ist Gold.



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#35

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 24.01.2010 20:59
von exgakl (gelöscht)
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Zitat von Zermatt

Zitat von exgakl
Kann das sein, das mir hier noch jemand eine Antwort schuldet?
Naja, manchmal ist keine Antwort eh die bessere Wahl.



Wie singt Marius Müller Westernhagen so schön:

Reden ist Silber,schweigen ist Gold.



__________________________________________________________________________

Ja Zermatt stimmt.... obwohl,ist das in diesem Fall wirklich Gold?


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#36

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 24.01.2010 21:07
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von exgakl


Natürlich müssen wir über 89 reden, wenn wir über Isolierungslager reden. Ich weiss nicht, wass das NICHT damit zu tun haben soll.
... wie gesagt... ich sass mit auf den LKW's.... schön mit einem Gummiknüppel.

VG exgakl



Hallo exgakl,

Dein Ritt mit dem Gummiknüppel auf dem W50 wird schon seine Grundlagen und Befehle gehabt haben. Ich kann dir aber versichern, dass euer Einsatz in keiner Stufe der Pläne des "Vorbeugekomplexes" in Zusammenhang mit diesem geplant war. Diese Aktion wäre in "Eigenregie" durchgeführt worden.

Meine Erinnerungen hierzu, hatte ich an anderer Stelle bereits niedergeschrieben.

Zitat von Feliks D.
Noch bis in den Oktober rein, wurden bei uns die Pläne und Unterlagen zur Realisierung der Vorbeuge- und Sondermaßnahmen aktualisiert. Am 8. Oktober erging der Befehl zur "vollen Dienstbereitschaft" und zum ständigen Tragen von Waffen, und bei uns wurde die erste Stufe des "Vorbeugekomplexes" eingeleitet. Am Tag des Befehls hätte ja alles ganz schnell gehen müssen und dementsprechend mußten einige Vorbereitungshandlungen schon vorher ausgeführt werden. Diese Vorbereitungen waren bei uns wie gesagt schon angelaufen, so wurde z.B. in der Nähe von Waren ein Objekt zur Aufnahme vorbereitet.



Mag sich jeder selber seine Gedanken hierzu machen und seine Schlüsse daraus ziehen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#37

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 24.01.2010 21:59
von Alfred | 6.841 Beiträge

Exgakl,

habe ich bestritten, dass es 1989 Personen gab, die mit einem Gummiknüppel auf dem LkW saßen ?

Es geht ganz einfach darum, dass es im Herbst 1989 in der DDR keinen „Ausnahmezustand“ und auch keinen „Verteidigungstand“ gab.

Und auf die Dokumente verweise ich aus dem Grund, weil dort z.B. einige Erklärungen zu finden sind.

Glaubst Du ernsthaft die DDR hätte es politisch überstanden, wenn sie in Friedenszeiten einfach mal 100.00 Personen in Lager gesperrt hätte ?

Das ist doch Unfug.

Entschuldige, dass die Antwort etwas dauert.

Aber es gibt auch noch ein Privatleben und wichtigeres als dieses Forum.


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#38

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 24.01.2010 22:04
von Affi976 (gelöscht)
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wichtigeres als dieses Forum.

na na na Alfred, jetzt wirst Du aber nachlässig!!!
Bis bald
VG Affi


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#39

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 25.01.2010 03:59
von Mongibella (gelöscht)
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Zitat von Huf
Wir können wirklich von Glück reden, dass es durch den Mut zunächst einzelner, dann durch mehr und mehr Leute zu diesem Umschwung kam.
Damit glorifiziere ich keineswegs unsere heutige Ordnung, weil ich hier das Engagement Einzelner für die Gesellschaft landesweit vermisse. Jeder denkt nur an sich.



Tja Huf, das Engagement ist leider ganz krass gesunken seit dem Fall der Mauer....die die dann mal auf die Strasse gegangen sind, wollen sich, weil sie älter geworden sind, nich mehr von der Polizei deswegen nass machen und zusammenprügeln lassen....

....ich gehör auch schon lange nich mehr zur Antifa in Lüdenscheid und auf Demos geh ich auch nich mehr....Nachwuchs bleibt ja eh aus und man wurde eh immer als Spinner abgetan....

Sollte mal keiner heulen sondern immer erst an die eigene Nase fassen....damit mein ich alle....nich aber persönlich dich....nee eher allgemein....ich fühl mich ja auch schuldig das ich resegnier....

groetjes

Mara


zuletzt bearbeitet 25.01.2010 04:10 | nach oben springen

#40

RE: Isolierungslager

in Leben in der DDR 25.01.2010 06:43
von exgakl (gelöscht)
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Zitat: Felix D.

Dein Ritt mit dem Gummiknüppel auf dem W50 wird schon seine Grundlagen und Befehle gehabt haben. Ich kann dir aber versichern, dass euer Einsatz in keiner Stufe der Pläne des "Vorbeugekomplexes" in Zusammenhang mit diesem geplant war. Diese Aktion wäre in "Eigenregie" durchgeführt worden.

Meine Erinnerungen hierzu, hatte ich an anderer Stelle bereits niedergeschrieben.
__________________________________________________________________________________________________________
Zitat: Alfred

Es geht ganz einfach darum, dass es im Herbst 1989 in der DDR keinen „Ausnahmezustand“ und auch keinen „Verteidigungstand“ gab.

Und auf die Dokumente verweise ich aus dem Grund, weil dort z.B. einige Erklärungen zu finden sind.

Glaubst Du ernsthaft die DDR hätte es politisch überstanden, wenn sie in Friedenszeiten einfach mal 100.00 Personen in Lager gesperrt hätte ?

Das ist doch Unfug.

Entschuldige, dass die Antwort etwas dauert.

Aber es gibt auch noch ein Privatleben und wichtigeres als dieses Forum.


_____________________________________________________________________________________





Mein lieber Felix und Alfred,

ich werde das Gefühl nicht los hier in ein Tschekistisches Widerstandsnest gestochert zu haben.
"Eigenregie" Felix dieses Wort erinnert mich irgendwie an vergangen Zeiten. Ja Ihr habt verdammt viel in Eigenregie getan aber doch irgendwie das verkehrte.
Ich möchte jetzt nicht alles eurer "Eigenregie" aufzählen, das dürfte eh hinlänglich bekannt sein.
Nur soviel:

WENN DIE ARMEE EINES VOLKES GEGEN DAS EIGENE VOLK EINGESETZT WIRD, dann ist das in meinen Augen und bestimmt auch in den Augen vieler anderer Betrachter ein Ausnahmezustand.
Und wenn VOLKSARMISTEN durch Plauen, Karl-Marx-Stadt und Dresden marschieren, zur Abwehr von Demonstrationen, dann ist das ein EINSATZ.
Eure Kollegen der Abt. 2000 waren übrigens mit vor Ort und haben den ganz Käse geleitet.

Der nächste Schritt wären doch wohl zwangsläufig Verhaftungen gewesen oder glaubt Ihr im Ernst, das wir die Demonstranten nur mal richtig verhauen sollten?

Es gab in diesem verschwundenen Land DDR viele rechtschaffende Menschen die an die Sache geglaubt haben.
Ihre Arbeit gemacht haben, Ihren Mann und Frau an der Grenze, bei den Streitkräften, in der Produktion bei mitunter widrigsten Bedingungen gestanden haben.

Ich weiss nicht mein lieber Alfred wie Du darauf kommst, dass ich glauben würde, das es sich die DDR politisch hätte leisten können 100.000 Menschen wegzusperren?

Ich begann schon zu DDR Zeiten an vieles nicht zu glauben....

Ich glaubte auch schon zu DDR Zeiten nicht, dass sich die DDR unser Grenzsystem mit Minensperre usw. leisten kann.
Ich glaubte auch nicht, dass man sich diesen aufgebläten Überwachungsapparat namens MfS leisten kann.
Ich glaubte auch nicht, dass man gediente Berufsoldaten zu netten Gesprächen einladen kann um denen mit den Worten "Genosse Stabsfeldwebel, wir können auch anders" vermutlich Angst machen wollte.
Ich glaubte auch nicht, dass es gutgeht Menschen zu verfolgen und Sie einzusperren, und im endeffekt noch als lebende Ware zu betrachten und sie in den Westen zu verhökern.... nur weil Sie anders denken.

Ich glaube aber eins..... es ist gut, dass das aufgehört hat und jeder, wenn er möchte und dazu in der Lage, relativ frei zu leben und sich zu entfalten.

Was wäre eigentlich mit diesem ganzen aufgebäten Apparat des MfS passiert, mit all seinen kleinen oder größeren Spitzeln, Zuträgern, Wärtern usw. wenn diese Revolution nichht so friedlich verlaufen wäre?????
Den Faden spinne ich mal lieber nicht weiter, aber auch dazu hat die jüngste Geschichte Beispiele parat.

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass einige der ehemaligen "Mitarbeiter" bis heute Opfer ihres eigenen Systems sind.
Zwischen alten Akten, Direktiven und Befehlen sitzen und immer noch an das glauben, was mal auf dieses Papier gekritzelt wurde.

Euer Kopf kommt mir momentan wie ein kleiner "Vorbeugekomplex" vor. Macht Euch doch endlich mal von Eurer eigenen Isolationshaft frei.....
Mit den Worten möchte ich Euch nicht persönlich angreifen, nur mal etwas zu nachdenken in eine andere Richtung anregen.

VG exgakl


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