#1

Zeitzeugenvideo kurz nach Grenzöffnung in Berlin-Rudow

in Das Ende der DDR 20.01.2010 22:07
von Augenzeuge (gelöscht)
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Hier ein Privat-Video vom 10.11.1989, Grenzübergang Berlin-Rudow, Waltersdorfer Ch.

Ganz interessant ist das Verhalten eines Grenzoffiziers. Er versucht die jubelnden Menschen zurück hinter die Grenzlinie zu drängen, eigentlich total sinnlos, natürlich ohne grossen Erfolg. Was niemand weiss: Der Mann ist Grenztruppen-Oberstleutnant Heinz Schäfer. Am Vorabend soll er veranlasst haben, dass schon gegen 20:30 Uhr die ersten Fussgänger passieren konnten.....über 2 h früher als an der Bornholmer Strasse. Aber am Folgetag zeigt er sich gar nicht mehr grosszügig.....
Laut Aktenlage des MfS erfolgte hier die Grenzöffnung auch erst nach 22:30 Uhr. Lt. Schäfer stimmt dies aber nicht. Darüber hinaus sieht man Grenzer auf Fahrrädern und der TS 250.
Quelle: ZDF

Ein Artikel dazu:
http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/230308/


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#2

Zeitzeugenvideo kurz nach Grenzöffnung in Berlin-Rudow

in Das Ende der DDR 20.01.2010 23:16
von skbw | 216 Beiträge

OSL H.Schäfer war immer ein pflichtbewusster Offizier. Im GR 42 habe ich oft mit ihm zu tun gehabt.
Er scheint ein grosses "Talent" zu haben immer wieder mal im Fokus zu stehen.
1961 war er der Offizier der an der Grenzlinie den ranbrausenden amerikanischen Panzern gegenüberstand und 1962 war er der Zugführer im "Fall" Peter Fechter. Deshalb musste er schließlich auch vor Gericht aussagen, ohne dass es für ihn irgend einen Sinn machte.


bis bald, skbw


" Man kann nur zu einer eigenen Meinung gelangen, wenn man offen sein kann und sich auch irren darf. "

Maxie Wander
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#3

Zeitzeugenvideo kurz nach Grenzöffnung in Berlin-Rudow

in Das Ende der DDR 21.01.2010 17:24
von Augenzeuge (gelöscht)
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Danke für die Info, Skbw. Dann gehe ich mal nach deinem Beitrag davon aus, dass Schäfer die Wahrheit sagt, was den Zeitpunkt betrifft. Mir ist zwar bekannt, dass hier einige früher als anderswo rüberkamen- aber ich bin über die Handlungsweise doch überrascht. Wie kann jemand mit dieser Erfahrung wie Schäfer, so schnell die Leute durchlassen- und an anderen Stellen tat man sich so schwer? Dann gibt es noch eine wahrscheinlich falsche Aktennotiz des MfS zum Öffnungszeitpunkt. Warum kann die falsch sein?

Übrigens, am 9.11.89 bin ich hier weit reingelaufen- in die DDR- ohne Kontrolle. Und am Folgetag stehen die vor der Linie und machen einen auf wichtig. Sinneswandel? An dieser Linie stand sonst nie jemand.

Über diesen Übergang bin ich noch im Januar und März 1989 eingereist- zu Trauerfällen. Ich bin in meinem Leben nie mehr als damals kontrolliert worden. Selbst der Rasierer wurde geröntgt. Heute lache ich über diesen Schwachsinn. Ich wohnte keine 2km davon entfernt und ich kenne die Gegend sehr gut.

AZ


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#4

Zeitzeugenvideo kurz nach Grenzöffnung in Berlin-Rudow

in Das Ende der DDR 21.01.2010 19:53
von skbw | 216 Beiträge

Hallo AZ,

für mich ist H.Schäfer absolut glaubwürdig, da ich ihn persönlich kannte. Seine unterschiedlichen Handlungsweisen vom 09.11. und vom 10.11. sind durchaus für mich nachvollziehbar. Am 09.11. wurden wir an der Grenze "überrumpelt", die Grenze musste auf , um ein Ventil zu schaffen und den Druck abzubauen. Heute kennen wir die weitere Entwicklung, aber am 10.11. doch noch nicht. Am 10.11. versuchten wir unserer "Ohnmacht" Herr zu werden und Normalität walten zu lassen. Wir warteten wirklich auf Befehle den alten Zustand wieder herzustellen. Es war doch auch die Variante "im Gespräch", die "Störenfriede" rauszulassen und dann die Grenze wieder zu schließen. Diese Überlegungen reichten bis zum Kdo GT. Das Ende der DDR war für uns noch nicht erkennbar.
Selbst noch Mitte/Ende Nov. erhielt ich den Befehl ein geplantes Begegnungstreffen am Grenzzaun an der F101 zwischen Westberliner und der Großbeerener Bevölkerung mit meiner Einheit unter "allen Umständen" zu verhindern. Das hieß doch, daß die Grenze immer noch als unantastbar galt.
Daß ich das Treffen letztendlich nicht verhindert habe, lag einerseits an meiner schlagartig einsetzenden Enttäuschung und das aufkommende Gefühl im Stich gelassen zu sein und andererseits an einem Gespräch am Grenzzaun mit einem Westberliner Geistlichen, der mich umstimmen konnte.


bis bald, skbw


" Man kann nur zu einer eigenen Meinung gelangen, wenn man offen sein kann und sich auch irren darf. "

Maxie Wander
zuletzt bearbeitet 21.01.2010 19:56 | nach oben springen



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