#61

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 14:36
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von andy im Beitrag #60
Mich würde das konkrete Vertragsverhältnis zwischen Trainer/Spieler und dem BFC auch interessieren und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Fussballer vom BFC einen Vertrag mit dem MfS hatten, den entsprechenden Eid schwören mussten und Klappenträger wurden.

Da das Vertragsverhältnis hier ja schon von Gilbert W. bejaht wurde finden sich doch sicherlich Fakten, die ein solches Vertragsverhältnis belegen - ich meine aber wirkliche Fakten.



andy


Alfred hat was den DDR-Sport betrifft immer Infos.


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#62

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 14:45
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

@andy, nimm einfach die im net kursierende mitarbeiterliste der abt. finanzen und gebe dort ein paar fußballernamen ein. fang am besten mit dem trainer an. reicht das ?
p.s. clevere leute nehmen auch 30´er zahlen...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#63

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 14:53
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von andy im Beitrag #60
Mich würde das konkrete Vertragsverhältnis zwischen Trainer/Spieler und dem BFC auch interessieren und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Fussballer vom BFC einen Vertrag mit dem MfS hatten, den entsprechenden Eid schwören mussten und Klappenträger wurden.

Da das Vertragsverhältnis hier ja schon von Gilbert W. bejaht wurde finden sich doch sicherlich Fakten, die ein solches Vertragsverhältnis belegen - ich meine aber wirkliche Fakten.
andy


Genau, der Kollege andy fragt auf den Punkt und Stasiwolzow weicht aus. Wie immer!


zuletzt bearbeitet 28.03.2013 14:54 | nach oben springen

#64

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 15:23
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ein wahrscheinlich gutes Buch:

Erich Mielke, die Stasi und das runde Leder

http://www.werkstatt-verlag.de/?q=9783895334481 (Alleine das Inhaltsverzeichnis ist schon lesenswert)

"Fußball in der DDR – das ist auch die Geschichte schier unglaublicher Pressionen seitens des SED-Regimes, das Sport in erster Linie als Politikum sah. Hanns Leske hat jahrelang in Vereins- und Stasi-archiven geforscht und eine Fülle von brisantem Material entdeckt. Er beschreibt eindrucksvoll
- die permanenten staatlichen Eingriffe in den Spielbetrieb, wodurch die „politisch erwünschten“ Erfolge erzwungen werden sollten
- das Spitzelwesen gegenüber regimekritischen Spielern oder potenziellen „Republikflüchtlingen“
- die Abschirmungsmaßnahmen bei deutsch-deutschen Fußballbegegnungen
- die Repressionen gegenüber unbotmäßigen Fans
- das besonders krasse Beispiel des zehnfachen Meistervereins Berliner FC Dynamo, den Stasi-Chef Erich Mielke als seinen Privatklub ansah.
Leskes Untersuchung bildet die erste wissenschaftlich fundierte Arbeit über die systematische Überwachung des Fußballsports in der DDR."

Neupreis 38 €

bei amazon 189 €

http://www.amazon.de/gp/offer-listing/38...8&condition=all

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 28.03.2013 15:24 | nach oben springen

#65

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 15:25
von utkieker | 2.925 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #55
Also jetzt muß ich mal dumm fragen: nur mal angenommen ich als Armeesportler der Bundeswehr fliege nach Paraguay und will nicht mehr nach Hause.
Ich schicke dann meine Kündigung ans Ministerium, daß ich nicht mehr mitmache.
Bin ich dann fahnenflüchtig und werde verfolgt? Und sollte ich mal ausversehen in Frankfurt umsteigen müßen, werde ich eingebuchtet?
Vorher wird meine Familie aber vom BND noch so was von zur Sau gemacht.

Hallo Schnatterinchen,

"Ich schicke dann meine Kündigung ans Ministerium, daß ich nicht mehr mitmache" - das ist köstlich Man stelle sich vor Werner Stiller, wäre nicht nur getürmt, sondern hätte auch noch seine Kündigung eingereicht. Bei soviel Hohn hätte Mielke wohl der Schlag getroffen!
Paraguay ist wohl ein schlechtes Beispiel, aber nehmen wir an ein Soldat verlässt seinen Standort in der Türkei und läuft zum Feind nach Syrien über, natürlich kann er dann eingebuchtet werden, wenn er zufällig in Frankfurt umsteigt. Seine Familie wird dann weniger vom BND eher vom Verfassungsschutz observiert.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#66

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 15:55
von Moskwitschka (gelöscht)
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Hanns Leske

Zwei WM-Helden und die Stasi

Der Umgang von Gerd Kische und Bernd Bransch mit Anwerbeversuchen der Staatssicherheit.

http://www.horch-und-guck.info/hug/archi.../heft-61/06117/

"Vor 34 Jahren, am 22. Juni 1974 besiegelte Jürgen Sparwasser mit seinem Tor im Hamburger Volksparkstadion die 0:1-Niederlage der Bundesrepublik gegen die Nationalmannschaft der DDR.

In dieser Mannschaft gab es natürlich auch etliche Stasi-Zuträger. So hat der Erfolgstrainer und Coach der WM-Mannschaft von 1974, Georg Buschner als GMS "Georg" jahrelang für das MfS gearbeitet.1 Die Geschichte von zwei DDR-Helden des legendären Hamburg-Spiels zeigt, wie sich Leistungsfußballer entweder erfolgreich den Werbungen des Ministeriums für Staatssicherheit widersetzen konnten oder aber, wie sie sich immer mehr im Stasi-­Dickicht verstrickten."


Und bevor hier wieder von Verschwörung und Hobbyhistorikern gesprochen wird, habe ich die Quellenangaben von Herrn Leske gleich mitgeliefert.

LG von der grenzgaengerin

1 Hanns Leske, 2004: Erich Mielke, die Stasi und das runde Leder. 320 ff.
2 BStU, Rostock AIM 1490/76 Teil I, Band 1 (Gerd Kische), Blatt 8 f.
3 Abteilung XX: Vorschlag zur Werbung eines inoffiziellen Mitarbeiters – IMS vom 3. Februar 1972. Ebd. Blatt 78
4 Bericht über die Werbung – IMS vom 23. Mai 1972. Ebd. Blatt 84. In der BRD kam Kische 1972 verletzungsbedingt nicht zum Einsatz.
5 Abteilung XX/3: Abschlußeinschätzung vom 28. Mai 1974. BStU, Rostock AIM 1490/76 Teil I, Band 1 (Gerd Kische), Blatt 120
6 Treffbericht vom 9. April 1975. BStU, Rostock AIM 1490/76 Teil II, Band 1 (Gerd Kische), Blatt 26
7 Abteilung XX/1: Abschlußeinschätzung vom 14. Mai 1976. BStU, Rostock AIM 1490/76 Teil I, Band 1 (Gerd Kische), Blatt 138
8 Die Südamerikatournee der DDR-Auswahl erlangte traurige Berühmtheit durch die Verhaftung der drei Dresdner Spieler Gerd Weber, Peter Kotte und Matthias Müller direkt vor Reiseantritt auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld. vgl. Leske (2004: 336 ff.)
9 Gerd Kische nach eigenen Angaben gegenüber seiner Ehefrau. zit.n.: Markus Hesselmann/Michael Rosentritt, 1999: Hansa Rostock. Der Osten lebt. 137
10 Kisches Ehefrau nach seinen Angaben zu ihm. zit.n.: Ebd. 137
11 Junge Welt, 23. Januar 1981
12 Der Tagesspiegel, 22. Mai 1981
13 Plan zur Kontaktaufnahme mit dem IM-Kandidaten Bransch, Bernd vom 23. Januar 1968. BStU, Halle Reg.-Nr. VIII
1534/80, Blatt 33
14 MfS BV Halle XX/3: Ergänzung zum Auskunftsbericht Bransch, Bernd vom 10. Oktober 1969. Ebd. Blatt 42
15 Ebd.
16 MfS BV Halle XX/3: Vorschlag zur Gewinnung eines GMS vom 8. April 1975. Ebd. Blatt 127
17 MfS BV Halle XX/3: Bericht über die erfolgte Gewinnung eines GMS vom 4. Juni 1975. Ebd. Blatt 129
18 Ebd. Blatt 131
19 Ebd. Blatt 132
20 Bernd Bransch. zit.n.: Blees (76)
21 Information zum Pingel, Burkhard (Tonbandabschrift) vom 15. August 1977. BStU, Halle Reg.-Nr. VIII 1534/80, Blatt 162. Jürgen Pahl und Norbert Nachtweih setzten sich im November 1976 nach dem EM-Qualifikationsspiel der "U 21"- Nationalmannschaft in Bursa gegen die Türkei in die BRD ab. Pahl und Nachtweih wurden vom MfS kontinuierlich verdächtigt, als Abwerber bei weiteren gelungenen Fluchtaktionen von DDR-Fußballern mitgewirkt zu haben. So versuchte das Ministeriums für Staatssicherheit in der Rekonstruktion der Republikflucht von Lutz Eigendorf nachzuweisen, das Jürgen Pahl sowohl beim Spiel in Kaiserslautern im Stadion den Kontakt zum Dynamo-Spieler suchte (Quelle: BStU, MfS-A-562/81, Blatt 173) als auch am Abend im Hotel Savoy sich ständig in der Nähe der BFC-Delegation aufgehalten habe (Quelle: BStU, GA-A562/81, Blatt 180). Einen Nachweis über eine Beteiligung des Sportverräters Pahl an versuchten oder geglückten Fluchtunternehmen von DDRFußballern hat das Ministerium für Staatssicherheit trotz intensiver Bemühungen nie erbringen können.
22 Bericht zum Gespräch mit GMS "Bernd" zu OPK [geschwärzt] vom 17. Oktober 1985. Ebd. Blatt 202
23 Treffbericht vom 3. April 1986. Ebd. Blatt 211
24 Aktenvermerk über ein Gespräch mit GMS "Bernd" zum geplanten BRD-Einsatz der Ligamannschaft des HFC Chemie vom 3. April 1986. Ebd. Blatt 214
25 Information zur Lage und Situation im HFC Chemie vom 30. November 1988. Ebd. Blatt 327
26 Zur Lage und Situation im Leitungskollektiv des HFC vom 14. Januar 1989. Ebd. Blatt 328
27 Mündlicher Bericht des AGMS "Kai" zur Lage und Situation im HFC. ohne Datum. Ebd. Blatt 333


zuletzt bearbeitet 28.03.2013 16:02 | nach oben springen

#67

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 15:57
von schnatterinchen (gelöscht)
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Hallo Hartmut,

Paraguay ist super . Die liefern nämlich nicht aus. Aber was der Andy da angesprochen hat ist doch eigentlich der Kern. Wie war denn das Dienstverhältniss der Fussballer zum MfS? Haben die einen Eid leisten müßen? Wenn nein, war das dann überhaupt Fahnenflucht wie von Wolzow und dem Forentschekist Feliks behauptet? Und wie schon vom Grenzwolf62 angefragt wie ging das dann bei Spielerwechseln vonstatten?
Fragen über Fragen wer kann sie beantworten?


zuletzt bearbeitet 28.03.2013 16:00 | nach oben springen

#68

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 15:58
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #67
Hallo Hartmut,

Paraguay ist super . Die liefern nämlich nicht aus. Aber was der Andy da angesprochen hat ist doch eigentlich der Kern. Wie war denn das Dienstverhältniss der Fussballer zum MfS? Haben die einen Eid leisten müßen? Wenn nein, war das dann überhaupt Fahnenflucht wie von Wolzow und dem Forentschekist Feliks behauptet? Und wie schon vom Grenzfuchs angefragt wie ging das dann bei Spielerwechseln vonstatten?
Fragen über Fragen wer kann sie beantworten?


Vielleicht Hanns Leske?

Unsere dunklroten Mitforisten tun zwar immer so schlau, aber alles können sie auch nicht wissen. Oder?

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 28.03.2013 16:00 | nach oben springen

#69

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 16:19
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #64
Ein wahrscheinlich gutes Buch:
Leskes Untersuchung bildet die erste wissenschaftlich fundierte Arbeit über die systematische Überwachung des Fußballsports in der DDR."
LG von der grenzgaengerin




Wozu der Tinnef darüber eine wisseschaftliche Arbeit? Daß dem Politbüro Selbstdarstellung auch mit Sport vielzuviel
menschliche Lebenszeit, Geld und Recourcen wert war ist bekannt.

Arbeitskraft, Material und Devisen die für die technische Erneuerung der Betriebe dringend gebraucht wurden. Gilt auch für
die überdimensionierte Staassicherheit und Grenztruppe.

Doppelt soviele "erfolgreiche" Grenzdurchbrüche oder innerstaatliches Meckern und halber Personalbestand wäre billiger, auch den Wert der an den Klassenfeid verlorenden Ausbildungen betrachtet..

Ich denke dazu benötigt es keine wissenschftliche Arbeit mit Detailkrümelei.

.Solche Fragen sind makroökonomisch , also volkswirtschaftlich zu betrachten.



utkieker und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#70

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 16:21
von utkieker | 2.925 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #67
Hallo Hartmut,

Paraguay ist super . Die liefern nämlich nicht aus. Aber was der Andy da angesprochen hat ist doch eigentlich der Kern. Wie war denn das Dienstverhältniss der Fussballer zum MfS? Haben die einen Eid leisten müßen? Wenn nein, war das dann überhaupt Fahnenflucht wie von Wolzow und dem Forentschekist Feliks behauptet? Und wie schon vom Grenzwolf62 angefragt wie ging das dann bei Spielerwechseln vonstatten?
Fragen über Fragen wer kann sie beantworten?

Hallo Schnattchen,

Paraguay liefert zwar nicht aus, aber auf einen deutschen Flughafen hat man trotzdem schlechte Karten!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#71

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 17:08
von Lutze | 8.039 Beiträge

ist nicht mal eine fast komplette Fussball-Manschaft abgehauen,die von der alten
Försterei?liegt zwar ziemlich weit zurück,mit den Eigendorf kann man das nicht
vergleichen,wurde da auch so viel Rummel gemacht?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#72

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 17:24
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Lutze im Beitrag #71
ist nicht mal eine fast komplette Fussball-Manschaft abgehauen,die von der alten
Försterei?liegt zwar ziemlich weit zurück,mit den Eigendorf kann man das nicht
vergleichen,wurde da auch so viel Rummel gemacht?
Lutze


Hallo Lutze,

wahrscheinlich sind es diese Erfahrungen aus der "Frühzeit", die Staat, SED und MfS zu "Höchstleistungen" im Fußball getrieben hat. Aus der Geschichte des 1.FC Union:

1945-50: Nachkriegszeit und Trennung
http://www.vfb-fanclub-berlin.de/vereine/unionberlin.html
"Da alle Fußballvereine von den Nazis zu nationalsozialistischen Organisationen ernannt worden waren, werden sie von den Alliierten nach Kriegsende umgehend verboten. Die Klubs sollen auf keinen Fall wieder als „Pflanzstätten soldatischer Tugend“ missbraucht werden. Zunächst dürfen sich die Verein nur eingeschränkt neu gründen. Das bedeutet, dass sie nicht den alten Namen verwenden und nur Spieler aus dem lokalen Umfeld zulassen dürfen. So entstehen in Berlin mehrere Sportgruppen (SG) wie z.B. die SG Gesundbrunnen (ehem. Hertha BSC) oder die SG Charlottenburg (ehem. Tennis Borussia). Der ehemalige Verein Union entsteht als SG Oberschöneweide neu.

Die Oberschöneweider schaffen zunächst nicht den sportlichen Anschluss und steigen 1946 aus der neu geschaffenen Berliner Stadtliga ab. Doch schon aber der Saison 1946/47 sorgt die Mannschaft wieder für positive Schlagzeilen. Einerseits kann der Wiederaufstieg in die Stadtliga gefeiert werden, andererseits gewinnt das Team überraschend den Berliner Pokal und wirft im Laufe des Turniers mehrere Erstligisten aus dem Rennen. In der Folgesaison hält der Siegeszug der Mannschaft an. Die Berliner Meisterschaft kann errungen werden und auch der Berliner Pokal wird verteidigt. In der anschließenden Endrunde ist aber der FC St. Pauli im Viertelfinale zu stark: Vor 70.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion unterliegt man 0:7. Trotzdem sind die Oberschöneweider zu dieser Zeit in Berlin tonangebend.

Die Berliner Vereine dürfen nun auch wieder ihre alten Vereinsbezeichnungen annehmen. Bei Union wird aber schon der Einfluss der sowjetischen Besatzungsmacht erkennbar, die keine „bürgerlichen“ Vereine zulässt. Daher heißt der Verein nun statt SC Union Oberschöneweide „politisch korrekt“ SG Union Oberschöneweide. Dem Erfolg des Vereins tut dies indes keinen Abbruch. Obwohl schon viele Spieler in das finanziell viel lukrativere West-Berlin abwandern, bleibt Union weiter in Berlin konkurrenzfähig.

Doch schon kurz darauf kommt die bis dahin schwerste Stunde des Klubs: Als Zweiter der Berliner Meisterschaft ist die von Hertha-Legende Johannes Sobek trainierte Mannschaft für die Endrunde der deutschen Meisterschaft qualifiziert, bekommt jedoch keine Erlaubnis (und keine Papiere), um nach Kiel zum Spiel gegen den Hamburger SV zu reisen. Der Kalte Krieg ist nun auch beim Ost-Berliner Verein Union Oberschöneweide angekommen. Daraufhin siedelt fast das komplette Team nach West-Berlin über und gründet dort den SC Union 06 Berlin, welcher dann auch gegen den HSV antritt. Nicht nur Deutschland und Berlin, sondern auch Union ist nun in Ost und West zweigeteilt."

LG von der grenzgaengerin


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.03.2013 17:26 | nach oben springen

#73

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 17:32
von Krepp | 534 Beiträge

Hallo,

nun kommt mal langsam wieder runter,
was soll das hier noch werden?
Was sollen solche Bemerkungen wie z.B. "Forentschekist" oder "dunkelroten Mitforisten".
Ich dachte hier findet ein Erfahrungs- und Meinungsaustausch statt und keine plumpe Anmache?
Oder werden damit etwa fehlende Sachkenntnis und Wissen kaschiert?

Im übrigen sind mir die so Bezeichneten immer noch lieber als z.B. die altgedienten KG-Heinis welche ja
nur dabei waren um die Kampfkraft zu zersetzen und die Wende vorzubereiten



Gruß aus Leipzig
I/1979-II/1979 GAR05 GAK9
II/1979-II/1980 GR6 3.GB 10.GK Zarrentin
Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#74

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 17:34
von Lutze | 8.039 Beiträge

die eisernen Jungs waren zum Glück nicht Mielkes Lieblinge
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#75

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 17:43
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Krepp im Beitrag #73


"dunkelroten Mitforisten".




T'schuldigung, habe mich in der Farbe vertan - weinrot ist die Farbe der Gruppenkennung derer, die hier die Sachkenntnis haben.

Selbstironie an: Die Deppen sind ja sowas von schwarz. Die kann man nicht verwechseln. Selbstironie aus

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 28.03.2013 17:47 | nach oben springen

#76

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 18:10
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #62
@andy, nimm einfach die im net kursierende mitarbeiterliste der abt. finanzen und gebe dort ein paar fußballernamen ein. fang am besten mit dem trainer an. reicht das ?
p.s. clevere leute nehmen auch 30´er zahlen...


Genau das habe ich gemacht und in der Liste fand ich lediglich Bogs und Rohde als Trainer, Doll, Thom (Spieler) sowie Kosche und Nofz (Torwarte).
Der Rest der Truppe (Kader Spielzeit 1988/89 und 1989/90) steht nicht in der Liste und darunter sind dann solche langjährigen Spieler wie Backs, Rudwaleit und Ernst.
Der grösste Teil des Kaders steht somit nicht in der Liste und das spricht dann wohl doch mehr dafür, dass die BFC-Fussballer zumindest nicht durchgehend vertraglich an das MfS gebunden waren.

In diesem Zusammenhang möchte ich einen Gedanken, der in diesem Thread von einem user geäussert wurde aufgreifen.

Wenn Eigendorf einen Vertrag als MA mit dem MfS gehabt hätte, hätte es nach seinem Abgang ein EV wg. FF sowie eine Gerichtsverhandlung mit Urteil in Abwesenheit gegeben. Von beidem ist mir nichts bekannt.



andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
zuletzt bearbeitet 28.03.2013 18:15 | nach oben springen

#77

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 18:17
von Polter (gelöscht)
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Es wär so schön, die Stasi wärs gewesen. Selbst der Herr Jahn ist etwas hilflos am 03.03.2013:

" Der Chef der Stasi-Unterlagenbehörde, Roland Jahn, erklärte aktuell gegenüber dem Deutschlandfunk, dass es durchaus möglich sei, dass in den nahezu 15 000 Papiersäcken mit zerrissenen Stasi-Akten noch Dokumente gefunden werden, die eine weitere Aufklärung auch der Causa Eigendorf befördern können. An der Rekonstruktion des Aktenmaterials werde intensiv gearbeitet. "


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#78

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 18:44
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #62

p.s. clevere leute nehmen auch 30´er zahlen...


GW, kannst Du näher erläutern, was Du damit meinst?


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
zuletzt bearbeitet 28.03.2013 22:20 | nach oben springen

#79

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 18:47
von damals wars | 12.186 Beiträge

Mit einer Verpflichtungserklärung wäre aber nicht geholfen.
Das sollte Herr Jahn beachten.
Nicht, das er das falsche Formular findet.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#80

RE: Lutz Eigendorf ein Opfer der Stasi?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.03.2013 18:56
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Krepp im Beitrag #73
Hallo,

nun kommt mal langsam wieder runter,
was soll das hier noch werden?
Was sollen solche Bemerkungen wie z.B. "Forentschekist" oder "dunkelroten Mitforisten".
Ich dachte hier findet ein Erfahrungs- und Meinungsaustausch statt und keine plumpe Anmache?
Oder werden damit etwa fehlende Sachkenntnis und Wissen kaschiert?

Im übrigen sind mir die so Bezeichneten immer noch lieber als z.B. die altgedienten KG-Heinis welche ja
nur dabei waren um die Kampfkraft zu zersetzen und die Wende vorzubereiten


Rot: Was steht denn für die Abkürzung "KG" ? Mir schwand Schreckliches



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