#161

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 17.02.2010 19:57
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Brigadier

Zitat von wosch
... Mannomann hier rede ich von meiner Zeit in der Grundschule von 1949-1957. In der Zeit ist gerade in Mecklenburg viel passiert wie Zwangskollektivierung, Aktion Ungeziefer bzw. Kornblume, Verhaftungen von Kleingewerbetreibender wegen Weigerung in die PGH`s einzutreten mit den fadenscheinigsten Begründungen, Bespitzelungen was West-Medien betraf und überall war das MfS beteiligt, selbst vor den Parteigenossen hatte man damals Angst.



Man sollte vielleicht nicht vergessen, dass auch das Schulsystem in der DDR in 40 Jahren Wandlungen unterworfen war. Deine Erfahrungen, Wosch, stammen aus den tiefsten stalinistischen Zeiten, da muss man sich nicht wundern, dass die eher mies waren. Als du aus der Grundschule raus bist, kam ich ein Jahr später rein und kann mich an ganz andere Dinge erinnern. Die Erfahrungen sind also sehr unterschiedlich und können eigentlich kein Streitpunkt sein. Man sollte bei seinen Schilderungen vielleicht immer dazu sagen, wann man die Volksbildung in der DDR "genossen" oder "erlitten" hat.

Gruß B.




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Hallo Brigadier!
Die Leute mit denen ich es hier in der Regel zu tun habe, die wissen zum allergrößten Teil wann ich die Schule besucht habe und falls nicht, in meinem Profil steht Alles drin.
Du hast Recht, es war die Zeit der Stalin-Ära, allerdings könnte ich noch meine Erlebnisse und Empfindungen auf einer DDR-Schule noch bis ins Jahr 1961 zu Papier bringen. Was das Verschweigen und Verdrehen der tatsächlichen Geschehnisse anbelangt hatte sich bis dahin nicht allzuviel geändert. Man denke nur an die offizielle Rechtfertigung des Mauerbaus. Wer das heute noch glauben möchte ist doch wirklich ´von Gestern!! Noch am 2. Januar 1962 wurde ich mit dem Hinweis auf meine Mutter dazu genötigt den freiwilligen Beitritt in die NVA zu unterschreiben, der Unterschied zur Stalinzeit war nicht sehr groß. Wie freiwillig meine Entscheidung damals war kannst Du daran messen, daß ich 5 Tage später schon in Hamburg war.
Pitti, ist zwar etwas nebenher, aber bis jetzt hat sich Baeumchen noch nict beschwert, vielleicht liest sie auch gerade mit. Das nur wegen Deinem Blaulicht. Wenn ich angesprochen werde muß ich auch antworten dürfen. Wenn ich per PM angesprochen werde, dann dort, wenn hier, dann auch hier.
Schöne Grüße aus Kassel.


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#162

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 17.02.2010 19:58
von Schreiberer | 210 Beiträge

Hallo Bäumichen,also an so einen Schwachsinn wie "Seit bereit immer bereit"kann ich mich nicht erinnern.Jedenfalls in Berlin war das nicht so krass,als auf dem Dorf vieleicht.Ich besuchte die 29. POS in Berlin Pankow.Wir hatten sicher auch jede Menge Überzeugter Lehrer aber auch andere.Meine Tochter geht in einer Schule in Panketal,wo noch einige alte Lehrer von damals unterrichten.Und das ist auch gut so,denn unser Schulsystem war einfach gut.Das heutige ist einfach,entschuldige bitte den Ausdruck,scheisse und kompliziert.Bis denne


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#163

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 17.02.2010 20:03
von wosch (gelöscht)
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[quote="Rainer-Maria-Rohloff
Er überträgt diese Zeit auf den gesamten Lebensabschnitt der DDR, er meint doch wahrhaft und standhaft, er kann von einigen Besuchen in der DDR auf ein gesamtes Leben schließen.
Da liegt sein Fehler, sein Sehfehler, sein Denkfehler.

R-M-R[/quote]

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Das mit den "einigen Besuchen in der DDR" kannst Du Dir sparen, es waren zwischen 1982 und 1989 mindestens 100 und außerdem hatte ich meine ganze Familie da, die haben mir nicht solche Märchen erzählt, wie Du sie hier parat hälst!! Ich hatte meine Heimat nie aus den Augen verloren und hatte Augen zum Sehen und Ohren zum Hören:
Schönen Gruß aus Kassel.


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#164

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 17.02.2010 20:17
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Wolfgang, was will ich von einer Familie so der deinen erwarten, die dem Staate DDR schon von Anfang an voreingenommen gegenüberstand?
Jeder Richter würde sagen: Der Zeuge ist unglaubhaft, denn seine Einstellung lässt keine gerechte Beurteilung des Sachverhaltes erwarten. Also abgelehnt, und er entlässt dich aus dem Zeugenstand. So sehe ich es bei dir, mein älterer Freund.
Die DDR lag dir schon quer unter der Nase, da rannte ich noch mit der Trommel um den Christbaum.
Also lass es...aber das hatte ich schon öfters geschrieben, denn Hass und Objektivität vertragen sich ganz schlecht, sind unvereinbar, wie Feuer und Wasser.
Du sollst uns nicht unser Leben erzählen...hab ich ebenfalls einmal geschrieben.

R-M-R


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#165

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 17.02.2010 20:21
von manudave (gelöscht)
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Du solltest dir mal überlegen - Rainer-Maria - warum so viele Menschen voreingenommen waren...


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#166

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 17.02.2010 20:30
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Wolfgang, was will ich von einer Familie so der deinen erwarten, die dem Staate DDR schon von Anfang an voreingenommen gegenüberstand?
Jeder Richter würde sagen: Der Zeuge ist unglaubhaft, denn seine Einstellung lässt keine gerechte Beurteilung des Sachverhaltes erwarten. Also abgelehnt, und er entlässt dich aus dem Zeugenstand. So sehe ich es bei dir, mein älterer Freund.
Die DDR lag dir schon quer unter der Nase, da rannte ich noch mit der Trommel um den Christbaum.
Also lass es...aber das hatte ich schon öfters geschrieben, denn Hass und Objektivität vertragen sich ganz schlecht, sind unvereinbar, wie Feuer und Wasser.
Du sollst uns nicht unser Leben erzählen...hab ich ebenfalls einmal geschrieben.

R-M-R




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Rainer, Du kennst doch nur Oma und Opi und den von der Transportpolizei, der sich ab und zu mal was in die eigene Tasche gesteckt hatte.
Schönen Gruß aus Kassel.


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#167

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 17.02.2010 20:44
von mannomann14 | 625 Beiträge

Zitat von wosch
[quote="mannomann14"

Wie hätte denn,Deiner Meinung nach das damalige Schulsystem aussehen sollen,nun sage mir aber bitte nicht,wie das jetzige? Denn das ist in meinen Augen ,nicht allen Kindern gerecht.
mannomann

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Mannomann, mir hätte es genügt, und ich rede jetzt nur für mich, wenn ich in der Schule auf meine Fragen zur Politik, zur Geschichte und zu dem alltäglichen Leben in der DDR ehrliche Antworten bekommen hätte, ohne daß ich von den Lehrern in dieser Hinsicht belogen wurde und daß ich diese Fragen hätte stellen dürfen, ohne daß die Eltern hinterher Schwierigkeiten bekommen hätten. Mir tun auch noch die älteren Lehrer im Nachhinein leid, die wider besseren Wissen uns etas lehren mußten an das Sie selber nicht glaubten! Mannomann hier rede ich von meiner Zeit in der Grundschule von 1949-1957. In der Zeit ist gerade in Mecklenburg viel passiert wie Zwangskollektivierung, Aktion Ungeziefer bzw. Kornblume, Verhaftungen von Kleingewerbetreibender wegen Weigerung in die PGH`s einzutreten mit den fadenscheinigsten Begründungen, Bespitzelungen was West-Medien betraf und überall war das MfS beteiligt, selbst vor den Parteigenossen hatte man damals Angst. Mannomann, Bützeow- Dreibergen war nicht weit weg. Und über All das war es sehr gefährlich zu reden. Das aufgebürdete Schweigen war schlimmer als die aufgezählten Tatsachen!! Wir mußten das damalige Regime noch hochleben lassen und die für soviel Unrecht verantwortlichen bei den angeordneten Demonstrationen im Großformat vor uns hertragen. So war das damals bei uns in Mecklenburg und ich kann es bezeugen!!
Wie das heute in unseren Schulen aussieht weiß ich nicht, deswegen werde ich auch keinen Vergleich anstellen. Da müßte man die Schüler selber fragen

Schönen Gruß aus Kassel.


Hallo wosch

Erst ein mal möchte ich dir Danken, dafür das du in dieser Diskussion ruhig und sachlich bleibst,obwohl die Gefühlslage bestimmt etwas anderes Auslöst.
Ich kann über die von dir beschriebenen Zeit keine Wertung vornehmen,da ich erst 56 geboren wurde,ich kann aber Dein Bedürfnis auf Antworten verstehen,ich wäre nicht anders.
Wir haben auch Fragen gestellt und nicht auf alle eine uns befriedigende Antwort bekommen,ich würde aber keinen Lehrer deswegen Verurteilen,sie sind eben auch nicht allwissend bzw.die Heilsbringer,gewisse Antworten findet man erst später im Leben.Sicher gehören die von dir angesprochenen Dinge zu den dunklen Seiten der DDR Geschichte.Geschichte schreiben aber Menschen wie Du,unsere Eltern,ich einfach alle die in der Zeit leben und jeder davon hat seine Sicht auf die Dinge.
Ich finde es gut,daß sich mit Brigadier und Sternchen zwei Pädagogen hier über das Bildungswesen der DDR und der BRD geäußert haben,denn auch da sollten wir davon ausgehen,sie wissen worüber sie reden.
Gruß mannomann













Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...
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#168

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 17.02.2010 21:02
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Affi976
@
Steinhäusers Waffen waren seine eigenen. Er war Mitglied im Schützenverein Erfurt, mit 18!!!! und durfte auf Grund einer Waffenbesitzkarte, eigen Waffen haben, sogar zu Hause!!!!! Unter den Waffen war sogar eine Pumpgun, wer sich damit auskennt, kann nachvollziehen, was passiert wäre, hätte die Kanone nicht einen technischen Defekt gehabt. Unvorstellbar die Macht der Waffenlobby.
Hagedorn ist ein DDR-Kind, darum gings ja auch nicht. Es ging darum, dass es in der DDR auch Gewaltverbrechen gab und das DIE entsprechend geahndet wurden, auch mit Aufwand ( Deine Freunde vom MfS)!!!
So Wosch, alle Klarheiten beseitigt, legen wir uns wieder hin
Bis bald
VG Affi



S... (ich möchte solchen Leuten auch postum kein Denkmal setzen, indem ich ihre Namen benutze) Waffen waren seine eigenen aber legal waren sie nicht. Sie waren nicht eingetragen und das zuständige Amt hatte schlicht versäumt, das Waffengesetz hier durchzusetzen. Dann nämlich wäre all das so nicht passiert.
Eine Pumpgun ist eine Vorderschaftflinte. der Unterschied, wenn ein Ziel getroffen wird, ist nur im Film spektakulär. In der Realität macht das Geschoss der Pistole ein Loch und das der Flinte auch. Mehr nicht aber leider auch nicht weniger.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#169

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 17.02.2010 21:10
von SCORN (gelöscht)
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Zitat von Affi976

... Unter den Waffen war sogar eine Pumpgun, wer sich damit auskennt, kann nachvollziehen, was passiert wäre, hätte die Kanone nicht einen technischen Defekt gehabt. Unvorstellbar die Macht der Waffenlobby.



@affi976: da hier offensichtlich kein interesse an einem eröffnen eines themas zu dieser sache gibt muss ich dich hier bitten zu überlegen was du von dir gibst ! im übrigen bist du mir eine antwort schuldig!

SCORN


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#170

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 17.02.2010 21:56
von trinity (gelöscht)
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Die DDR hatte rund 17 Millionen Einwohner. Entsprechend viele DDR-Varianten gibt es wahrscheinlich. Beim Schulalltag sehe ich es genau so.
Brigadier hat Recht, dass man die Zeit berücksichtigen sollte.
Ort, Lehrer, Jahr + allgemeine politische Lage haben meiner Meinung nach direkten Einfluss gehabt auf das jeweilige „Schülerschicksal“.
Meine persönliche Theorie - nach dem, was ich hier gelesen habe: Nach den „Säuberungsaktionen“ in den50er/60er Jahren gab es einen recht - sagen wir – Ideologie freien Unterricht. Je mehr sich aber die DDR ihrem Ende zuneigte, desto wichtiger wurde die politische Einstellung des Schülers.
Mein Versuch einer Erklärung anhand Erlebtem:
Ich besuchte von 1975 bis 1985 die POS – drei Kilometer von der Grenze entfernt.
Ob ich bei den Pionieren oder der FDJ mitmache, darüber gab es in meinem (DDR-kritischen?) Elternhaus gar keine Diskussion. Das war einfach eine Selbstverständlichkeit. Parallel dazu habe ich die Christenlehre besucht. Das war – (auf dem Dorf?) - genau so selbstverständlich.
In meiner Klasse war ich zensurenmäßig die ewige Zweite. Meine beste Freundin hatte nur Einsen auf den Zeugnissen. Ich zwei oder drei Zweien.
Wenn ich mich recht entsinne, war es in der neunten Klasse, dass wir unsere Berufswünsche äußern mussten. Ich wollte unbedingt Abitur machen und studieren.
Wer Abitur machen wollte, bekam von seiner Schule ein Prädikat, anhand dessen dann der Kreisschulrat bei der SED-Kreisleitung oder so entschied.
Von meiner Schule – also dem Lehrerkollektiv – sollte ich „nicht geeignet“ bekommen.
Okay – ich war die ewige Zweite. Aber alle Mitschüler, die schlechter waren als ich, bekamen ein „Gut geeignet“ oder „Sehr gut geeignet“. (Darunter Durchschnitt-3,5-Jungs, die sich aber für 10, 15 oder sonst wie lange zur NVA verpflichtet hatten.)
Mein Vater hat sich dann bei meiner Direktorin beschwert. Daraufhin durfte ich bei ihr antanzen. „Im Gespräch mit Deinem Vater haben sich ganz neue Aspekte ergeben. Du bekommst „Gut geeignet“. Ich dachte: „Okay, alles klar. Was hat er ihr erzählt?!“ (Beantworten kann ich die Frage nicht. Zunächst interessierte mich seine Antwort nicht. Und als es soweit war, lebte mein Vater nicht mehr.)
Warum war ich trotz meiner (sehr) guten Leistungen als nicht Abitur würdig eingestuft?
Im Zeichen-Zirkel (Arbeitsgemeinschaft an der Schule) haben wir uns darüber unterhalten, was wir in den Ferien machen. Ich habe gesagt: „Wir fahren von der Kirche aus zur Rüstzeit.“ Das war alles!!! Daraufhin war ich als „politisch nicht tragbar“ eingestuft. Mir wurde unterstellt, Propaganda für die Kirche zu machen. Ich durfte in den Sommerferien auch nicht beim Schüleraustausch nach Polen fahren, weil meine Schule Angst hatte, ich könnte Kontakt zur Solidarnosz aufnehmen (obwohl meine Eltern mit mir zu der Zeit via Einladung sowieso nach Polen gefahren sind).
Erklärung: Den Konfirmanden-Unterricht hatte ich ein Jahr später als üblich begonnen. Nicht aus Überzeugung/Glauben, sondern weil ich mich einfach informieren wollte. (Konfirmation hatte ich nicht.) Im normalen Schulunterricht war christlicher Glaube kein Thema. Wo sonst hätte ich mich informieren können?
Meine beste Freundin hat sich heimlich konfirmieren lassen. Ihr blieb der ganze Stress erspart.
Ein Beispiel für die Schizophrenie des Systems: Zu der Zeit ungefähr hatten wir Gruppenrat-/FDJ-Ratssitzung bei unserer Klassenlehrerin. In ihrer Wohnung. Sie hatte noch was zu tun, wir sollten den Fernseher anmachen. Und was lief? ARD!! „Oh, da hat mein Mann gestern Abend wieder Sport geguckt.“ Wir dachten nur: „Ja, ne, is klar.“
Was den allgemeinen Unterricht betrifft: Keine Kritik. Es war gut, gefordert zu werden. Was mir sauer auf stieß: In Texten des 18. Jahrhunderts (Deutschunterricht) den Sozialismus hinein zu interpretieren. Und beim Abitur (Berufsausbildung mit Abi = 3 Jahre) war unser Geschichtsbuch „Abriss der Geschichte der SED“. Sorry – aber das geht doch echt nicht?!
Ein Beispiel noch – womit dann auch noch mal der Bogen zum Forum geschlagen wäre: Ein Bekannter hat in seiner mündlichen Prüfung (10. Kl.=1987) Staatsbürgerkunde den so genannten „antifaschistischen Schutzwall“ als „innerdeutsche Grenze“ bezeichnet. Resultat: Durchgefallen...


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#171

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 17.02.2010 21:56
von mannomann14 | 625 Beiträge

Hallo SCORN
eröffne doch einfach selber ein neues Thema
mannomann


Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...
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#172

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 18.02.2010 13:31
von Brigadier (gelöscht)
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Zitat von trinity
Die DDR hatte rund 17 Millionen Einwohner. Entsprechend viele DDR-Varianten gibt es wahrscheinlich. Beim Schulalltag sehe ich es genau so.


Ein sachlicher Bericht, wie es erlebt wurde. Man kann eben nicht alles über einen Kamm scheren.

Hinweis zum Thema Schule allgemein: Auf meiner Seite gibt es seit kurzer Zeit einen Blog. Da ist Katrin aus unserem Verein verdonnert, Rezensionen über Bücher zu schreiben. Georg Schramms Buch "Lassen Sie es mich so sagen... " hat sie so beeindruckt, dass sie gleich ein ganzes Kapitel "Volksbildung wozu?" eingestellt hat. - Das ist sehr erhellend, ist zwar auf die Gegenwart gemünzt, betrifft aber alle Gesellschaftssysteme. - Ein Kernsatz: "Ein gut funktionierender Staat hat sich immer das erzogen, was er brauchte." - weiterlesen: http://www.zeitzone-ddr.de/blog/

Viel "Spaß", aber das Lachen kann einem schon ziemlich im Halse steckenbleiben.
Gruß B.


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#173

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 18.02.2010 14:07
von Udo (gelöscht)
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Danke Brigadier, ich habe anfangs herzhaft gelacht, aber zum Ende des Textes nur ernsthaft genickt.
Das Szenario sehe ich genau so kommen.


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#174

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 18.02.2010 17:29
von Affi976 (gelöscht)
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gehört nicht zum thema und kann auch gleich ausgelagert werden. @Affi976: wie kommst du zu der einschätzung dass sich in "Westzeiten" jedes Ar..loch eine Waffe kaufen kann????

@Scorn,
tut mir Leid, hatte die Frage zwar gelesen, aber dann vergessen. Man wird ja nicht jünger!
Tja, die Frage ist ganz einfach zu beantworten, in (m)einem Dorf kenne ich eine Menge A...löcher die eine oder mehrere Kanonen im Schrank haben. Darunter verstehe ich: Wer eine Waffe haben will, müßte, um solche Delikte aufs Minimum zu reduzieren einen tadellosen Lebenswandel haben. D.h., wenn ich sehe, wie die Jungs sich gegenseitig, ob im Suff oder nüchtern, desöfteren in den Haaren liegen und auch schon einer mal gesagt hat, den knall ich ab, dann läuten bei mir die Alarmglocken. Und wie niedrig die Hemmschwelle ist, haben wir erst heute wieder gesehen. Wenn solche Waffen "Sportwaffen" sind, können sie auch dort, wo der sportliche Wettstreit ausgetragen werden soll verwahrt werden und somit eine Gefährdung durch unberechtigte oder möchtegern Helden, auf ein Minimum reduziert werden
Und im übrigen, Scorn. Aufpassen was ich schreibe, die Zeiten waren einmal, die sind und da werden mir hier die Meisten Recht geben, ein für allemal vorbei. Außerdem, und das steht sogar schon in meiner annähernd 100 Seiten umfassenden Stasiakte: Affi zeichnet sich durch einen tadellosen Lebenswandel und erstklassigen Leumund aus!!!
Na wenn das nichts ist. Da nehme ich mir mal `ne EINS und setze mich wieder!!
VG Affi


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#175

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 18.02.2010 22:16
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Da habe ich ebenfalls eine schöne Geschichte zu den Schützenvereinen beizusteuern. Deswegen liebe ich die Vereine so, Deutschland, das Land der Vereine...so hatte ich schon einmal geschrieben.
Mitte der 90er Jahre sagte ein Freund zu mir: Hast du nicht Lust, mal mit in meinen Schützenverein...und ich hatte Abends Langeweile...also trafen wir uns einmal in der Woche im Verein.
Ich wollte nur schießen,mit der vereineigenen Waffe, sehen, ob ich die Scheibe da vorne noch treffe, wie in alten Zeiten auf dem Schießplatz der Grenztruppen.
Da standen auf einmal Leute neben mir, Koffer auf...X Waffen drin, Waffe raus, Brille auf und Bumm, so richtige Profis, denen pfiff wohl einer ab bei der ganzen Ballerei.
Kurz oder lang, es kam die Zeit, ich sollte die Waffenprüfung machen. Da meinte ich so: Ich will hier nur schießen, so aus Spass an der Sache und nichts anderes...die ersten zusammen geniffenen Gesichter, ich war auf einmal nicht mehr gerne gesehen, man nahm Abstand...ich dachte, ich bin im Söldnerverein gelandet.
Die Jungs waren heiß, heißer geht es nicht, die haben wohl eher auf dem Schießstand geballert. als mal die eigene Frau....zu beachten.
Vereine, geh mir einer weg mit Vereinen, alles Verrückte, Überspannte, uns sollte ich jetzt einen wahren Vereinsjünger beleidigt haben, einen, der es wirklich ehrlich meint, dann entschidige ich mich hier schon einmal, aber für den heißen Rest siehe mein Text oben.

R-M-R


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#176

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 18.02.2010 22:38
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

mich kotzte die schule zwar mächtig an wie auch heute vielen schülern,aber ansonsten kann ich über bildung nicht klagen.das politische gefasel muste man ebend mit machen ,selbst schuld wer es glaubte,naja heute muß ich dem chef auch nach seiner schnauze reden wenn ich nicht gekündigt werden möchte.also lernte ich über umwege die kapitalistische wirtschaft kennen.früher hatte die partei immer recht,heute ist es der chef der immer recht hat.wo ist der unterschied?sicher nur noch im bildungssystem,heute haben wir eines aus bismark zeiten und finnland ist ewig pisa erster mit dem seit 1987 übernommenen ddr system.
resultat für mich,ddr schule war gut wenn ich die bildung sehe.
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#177

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 18.02.2010 22:52
von Mongibella (gelöscht)
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Nimms mir nich übel RMR....du Schwerenöter....

....ich hab's auch nie so mit Vereinen gehabt....auf ner Suche nach mir bin ich auch in diversen Vereinen gewesen....diverse Spotvereine, in denen ich nie lange war, im Angelverein, den ich schneller verlassen hatte, als das ich nen Fisch fangen konnte, die örtliche Jagdhorngruppe, in der ich kläglich klanglich gescheitert bin....nur im DRK hab ich mich lange gehalten und hatte da ne echt gute Zeit....5 Mal Kreismeister in den alljährlichen Wettstreiten beweisen das mit der Ortsgruppe....

....heute bin ich auch in einem Verein....aber nich sehr aktiv....ich bin, man glaubt es kaum Mitglied des FEE, dem Verein Fort Eben Emael, eines Vereins, was sich des damals größten belgischen Verteidigungsforts angenommen hat um es zu erhalten....die anderen Mitglieder machen schon ihre Witze dadrübber, das ich vom Ursprung deutsch bin aber ich weiß, wie sie es meinen, wir sprechen den selben Dialekt und se sehn mich deswegen wohl eine von ihnen, se sind sowieso erstaunt, das ich da mitmache....aber naja, Zuid-Limburg ist halt sehr attraktiv mit seiner Unterwelt....es gibt da ja nich nur auf der belgischen Seite diese Forts, nein auch um Valkenburg und Maastricht gibt es ausgestreckte Mergelgrotten, welche eigendlich keine Grotten sind, sondern Gruben, 100te km Gänge in den Hügeln wo über die Jahrhunderte Mergel abgebaut wurde für die typischen Häuser in dieser Gegend....sehr komplexe Labyrinte in denen schon Menschen sich verirrt haben und dringeblieben sind....

....okee, das ist dann kein Verein, aber ne Gruppe professionelle Grottenlopers, Grottenläufer halt, die das illegal tun und mich schonma mitnehmen in diese Gänge....es ist strafbar aber es gibt diese Gruppen, selber würd ich mich da nie reintrauen und wir sind ja nu auch immer wieder rausgekommen....das wären dann halt so meine Vereine, in denen ich ab und an, seit einigen Jahren allerding eher seltender mit beschäftige....

....und naja, mit na Knarre schiessen, so wie du das mal versucht hast, das wär mir einfach zu blöd.....ich kann auch garnich schiessen....okee, schiessen schon.....aber treffen....ja getroffen hab ich noch nie.....wollt ich wohl auch nie und ich glaub, das ich damals in der DDR immer die Schlechteste oder unter den Schlechtesten Schütze(n) war....

groetjes

Mara


zuletzt bearbeitet 18.02.2010 22:55 | nach oben springen

#178

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 18.02.2010 23:10
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Bella meine Schöne, das ist ja fast bei dir wie mit der Magino-Linie...keine Ahnung, ob ich das jetzt richtig geschrieben habe, aber da geht es ebenfalls kilometerweit unter Tage.
Nun ja, die Vereine, auch ich war zu DDR-Zeiten in X Sportvereinen, immer mal so drei/vier Wochen, um auszuprobieren, wie lange ich da aushalte, und bin im Endeffekt im Judo gelandet, wo ich dann länger blieb.
Aber der Schützenverein war die Krönung, ich dachte, ich bin im falschen Film. Die müssen mit der Kanone unterm Kopfkissen geschlafen haben, und streckte die Liebste die Hand nach ihnen aus, so um Mitternacht, weil ihr gerade mal danach war, dann musste sie fürchten, erschossen zu werden, weil der Verrückte zuerst nach der Waffe fasste, statt nach ihr.
Aber Humor beiseite, meine Freundin, so tickt der deutsche Schützenvereinsmichel und im Endeffekt meint er, seine Waffe ist noch steifer wie der Rest, sein Rest.

R-M-R


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#179

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 18.02.2010 23:17
von Mongibella (gelöscht)
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Ligne Maginot heißt die lieber RMR....ja, die will ich auch noch touristisch bereisen von nord nach süd.....irgendwann einmal....und nach Le Coupole will ich auch nochmal....ich hasse die Nazies, kuck mir aber mit schaurigen Schrecken gerne die Reste davon an.....bzw, die Reste, die errichtet wurden gegen eben diese jenige....in der Euregio um Aachen und Lüttich kenn ich schon alle....

....bei mir hat ma soein Waffennarr gewohnt, der hatte auch seine weiß ich nich wieviel mm unterm Kopfkissen....er war auch regelmässig mit in den Forts....wat denkste was es für Militariafreaks in Zuid-Limburg gibt....der Krieg hat geprägt, aber glaub ma, kaum einer von denen hat echt gedient....hahahaha.....

Mara


zuletzt bearbeitet 18.02.2010 23:20 | nach oben springen

#180

RE: Schulalltag in der DDR

in Leben in der DDR 18.02.2010 23:23
von chucky | 1.213 Beiträge

Oooooooh Rainer,
schreibst du über unsern sport, da kann ich mit reden.
Judo hab ich zu DDR zeiten bis zum braunen geschafft, für um sonnst


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Schulfernsehen in der DDR
Erstellt im Forum Leben in der DDR von Batrachos
13 18.02.2015 19:55goto
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