#61

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 13:52
von Patriot (gelöscht)
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Frage in die verehrte Runde, von 0:08 bis 0:47 hat unser Mitglied CaptnDelta offensichtlich dreimal mit sich selbst gesprochen. Ist das schon pathologisch oder dem durchschlagenden Mißerfolg seiner Argumentationskette zu verdanken? Wie dem auch sei, ein Spruch von Manudave passt sicherlich jedem egal ob nun aus West-oder Ostblickrichtung: Unrecht wird nicht zu Recht, nur weil man es so bezeichnet.



Anmerkung: habe heute mal die Disloziierungen bzw. gemeldeten IPs einiger besonders systemverbundener Schreiber durchgesehen und festgestellt, daß die Postleitzahlen verstärkt keine 0 oder 1 im Beginn aufweisen - äh, bitte jetzt keinen Notruf aus Charlottenburg, die müssen nämlich auch mit einer EINS davor leben, die 1000 ist Geschichte.


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#62

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 13:56
von Luchs (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.
...
Stell dir vor du stehst am Kanten, es ist dunkel und vor dir (ca. 50-100m) im Bewuchs ein Geräusch und ein Schatten.
Der GV bemerkt dich und bückt sich nun in der Hoffnung unbemerkt zu bleiben.
Du rufst ihn gemäß den Vorschriften an und daraufhin macht er sich noch kleiner und kauert nieder.
Jetzt ziehlst du auf die Beine und drückst ab.

Wo triffst du ihn dann???


Hallo Feliks,

wer in diesem Fall auf den Grenzverletzer schießt, ist ganz schlicht und ergreifend ein Mörder. Indem der Grenzverletzer nicht wegläuft, gibt es keinen Grund, ihn anzuschießen. Somit auch keine Möglichkeit, ihn zu erschießen.
Viele Grüße
Micha


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#63

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 14:08
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Luchs

Zitat von Feliks D.
...
Stell dir vor du stehst am Kanten, es ist dunkel und vor dir (ca. 50-100m) im Bewuchs ein Geräusch und ein Schatten.
Der GV bemerkt dich und bückt sich nun in der Hoffnung unbemerkt zu bleiben.
Du rufst ihn gemäß den Vorschriften an und daraufhin macht er sich noch kleiner und kauert nieder.
Jetzt ziehlst du auf die Beine und drückst ab.

Wo triffst du ihn dann???


Hallo Feliks,

wer in diesem Fall auf den Grenzverletzer schießt, ist ganz schlicht und ergreifend ein Mörder. Indem der Grenzverletzer nicht wegläuft, gibt es keinen Grund, ihn anzuschießen. Somit auch keine Möglichkeit, ihn zu erschießen.
Viele Grüße
Micha




Nein, kein Mörder weil:
- Es fehlt immer noch an dem Vorsatz die Person zu töten = ggf. Totschlag.
- Aus militärischem Standpunkt ist das In-Stellung-gehen des Gegenüber im Alltag der bewaffneten Auseinandersetzung eben auch die Vorbereitung einer Feuereröffnung. Das als zutreffend oder eben unzutreffend zu erkennen dürfte in einer solchen Streßsituation kaum möglich sein = Handlung im Irrtum einer Notwehrsituation = straffrei, allenfalls Totschlag.
Un nu = volle Deckung!


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#64

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 14:18
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Patriot:

Anmerkung: habe heute mal die Disloziierungen bzw. gemeldeten IPs einiger besonders systemverbundener Schreiber durchgesehen und festgestellt, daß die Postleitzahlen verstärkt keine 0 oder 1 im Beginn aufweisen - äh, bitte jetzt keinen Notruf aus Charlottenburg, die müssen nämlich auch mit einer EINS davor leben, die 1000 ist Geschichte.[/quote]


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Soll wohl heißen, sie wüßten nicht von was sie schreiben?
Ich zum Beispiel bin unter der 19288 aufgewachsen, weißt Bescheid!!
Schönen Gruß aus Kassel


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#65

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 14:25
von Angelo | 12.396 Beiträge

Zitat von Patriot
Frage in die verehrte Runde, von 0:08 bis 0:47 hat unser Mitglied CaptnDelta offensichtlich dreimal mit sich selbst gesprochen. Ist das schon pathologisch oder dem durchschlagenden Mißerfolg seiner Argumentationskette zu verdanken? Wie dem auch sei, ein Spruch von Manudave passt sicherlich jedem egal ob nun aus West-oder Ostblickrichtung: Unrecht wird nicht zu Recht, nur weil man es so bezeichnet.



Anmerkung: habe heute mal die Disloziierungen bzw. gemeldeten IPs einiger besonders systemverbundener Schreiber durchgesehen und festgestellt, daß die Postleitzahlen verstärkt keine 0 oder 1 im Beginn aufweisen - äh, bitte jetzt keinen Notruf aus Charlottenburg, die müssen nämlich auch mit einer EINS davor leben, die 1000 ist Geschichte.




Ich denke mein lieber Patriot es ist Zeit für denn Stall oder ?


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#66

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 14:32
von S51 | 3.733 Beiträge

Aber unabhängig von rechtlichen Winkelzügen ist die Vorstellung, auf einen unbeweglichen Gegenüber zu feuern, weit weg vom Standart der damaligen Ausbildung am Kanten.
Auf einen Flüchtenden (laufen, rennen, springen), der anders nicht mehr erreicht werden konnte, bei dem Anruf und Warnschuss ohne Ergebnis blieben - dieses Szenario ist mir nicht unbekannt.
In allen anderen Fällen war notfalls Unterstützung anzufordern und dann gesichert die Festnahme durch zu führen. Der
Einsatz der Waffe wäre dann nur im Extremfall denkbar gewesen (Geräusche, die auf bevorstehenden Einsatz von Waffen deuten ließen z.B.) und höchstwahrscheinlich Gegenstand einer Untersuchung gewesen.
Immerhin wäre es in einem solchen Fall denkbar, dass der Andere sich da gerade ergeben wollte und die Vorstellung, da zu schießen ist so ziehmlich die schlimmstmögliche, die es gibt.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#67

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 14:36
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von Angelo

Zitat von Patriot
Frage in die verehrte Runde, von 0:08 bis 0:47 hat unser Mitglied CaptnDelta offensichtlich dreimal mit sich selbst gesprochen. Ist das schon pathologisch oder dem durchschlagenden Mißerfolg seiner Argumentationskette zu verdanken? Wie dem auch sei, ein Spruch von Manudave passt sicherlich jedem egal ob nun aus West-oder Ostblickrichtung: Unrecht wird nicht zu Recht, nur weil man es so bezeichnet.



Anmerkung: habe heute mal die Disloziierungen bzw. gemeldeten IPs einiger besonders systemverbundener Schreiber durchgesehen und festgestellt, daß die Postleitzahlen verstärkt keine 0 oder 1 im Beginn aufweisen - äh, bitte jetzt keinen Notruf aus Charlottenburg, die müssen nämlich auch mit einer EINS davor leben, die 1000 ist Geschichte.




Ich denke mein lieber Patriot es ist Zeit für denn Stall oder ?



,

ich kann nur hoffen für immer !!!


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#68

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 14:45
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Mal was zum schießen.Ich kenne keinen der schießen muste,daher kann ich auch nicht direkt nach den Gründen fragen.Kenne nur meine überlegungen aus dem Grenzdienst.
Kaum hatte man eine Frage für sich beantwortet kam die nächste mit.Aber was wäre wenn?Es wird ein Baum mit vielen Ästen und letztlich fängt man wieder von vorne an.

Es gibt etliche Situationen die einzeln betrachtet werden müßten,Jahreszeiten,Sichtweite(hell/dunkel),wie lange der dienst schon dauerte,persönlicher Zustand(nicht jeder Tag ist ein guter),das Umfeld(Wald/Feld/Hügel),entfernung zum GV,usw.

Dann vom erkennen bis zur möglichen Festnahme innerhalb ca.einer Minute max.2Min.alles durchdenken zum Handeln.Die Zeit ist verdammt knap und der Puls auf 200 wenn es dann noch dunkel und frostig ist bei minus 20 grad ist ein gezieltes Feuer auf die Beine gar nicht mehr möglich,schon gar nicht mit Einzelfeuer.

Wenn sich der GV schon duckt,zeigt er offentsich überlegungen zur Aufgabe,ein weiteres Handeln von ihm würde man grade Nachts deutlich hören.Erst recht wenn er eine Waffe unterlädt.Also ran gehen würde ich an ihn auch nicht,aber mehrfach zum rauskommen mit erhobenen Händen auffordern.Eigentlich müßte ihm klar sein das jede Seite blind schießt,nur das der GV gegen 2 handelt die in Deckung bleiben wogegen er ja mal weiter muß.Denn bei einem Schußwechsel wäre er schnell von anderen Kräften umstellt.
Eine andere Situation wenn Grenzer in 300Meter entfernung einen GV sehen,da nicht richtung BRD geschoßen werden durfte blieb wohl nur schießen solange Zielrichtung noch DDR war oder Nachrennen.
Im Kopf wirbeln dann sicher Gedanken rum,wenn man ihn nicht stoppen kann gibt es ärger vom Staat weil man nicht geschoßen hat.

Alles nur Theoretische Gedankenspiele da mir zum Glück die Überlegungen in die Praxis umsetzen zu müßen erspart blieben.

MfG,Andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#69

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 15:06
von wosch (gelöscht)
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Zitat von S51
Aber unabhängig von rechtlichen Winkelzügen ist die Vorstellung, auf einen unbeweglichen Gegenüber zu feuern, weit weg vom Standart der damaligen Ausbildung am Kanten.
Auf einen Flüchtenden (laufen, rennen, springen), der anders nicht mehr erreicht werden konnte, bei dem Anruf und Warnschuss ohne Ergebnis blieben - dieses Szenario ist mir nicht unbekannt.
In allen anderen Fällen war notfalls Unterstützung anzufordern und dann gesichert die Festnahme durch zu führen. Der
Einsatz der Waffe wäre dann nur im Extremfall denkbar gewesen (Geräusche, die auf bevorstehenden Einsatz von Waffen deuten ließen z.B.) und höchstwahrscheinlich Gegenstand einer Untersuchung gewesen.
Immerhin wäre es in einem solchen Fall denkbar, dass der Andere sich da gerade ergeben wollte und die Vorstellung, da zu schießen ist so ziehmlich die schlimmstmögliche, die es gibt.



;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;

Hallo S51, Auch wenn ich grundsätzlich kein Freund dieses Grenzregimes bin, muß ich sagen, daß sich das, was Du hier schreibst, schon mal ganz anders anhört, als Feliks´s seine Sichtweite: Bei Dunkelheit, aufgrund eines Geräusches und eines flüchtigen Schatten im 50-100 m entfernten bewachsenen Gelände, eine sich niederkauende Person, mit einer AK in die Beine schiessen zu wollen, wie soll das gehen?? So sollte man auch als Beführworter dieser Grenze nicht argumentieren!! Dafür gibt es auch keine Rechtfertigung! Es ist schon schlimm genug, daß es diese Grenze so überhaupt gegeben hatte, die Gründe zur Errichtung dieser Grenze spielen in diesem Zusammenhang überhaupt keine Rolle! Der Dienst an der Grenze war bestimmt für die Meisten nicht angenehm und man sollte etwas vernünftiger miteinander darüber reden.
Danke für Deinen letzten Beitrag.
Schönen Gruß aus Kassel


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#70

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 15:10
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von EK 82/2
Mal was zum schießen.Ich kenne keinen der schießen muste,daher kann ich auch nicht direkt nach den Gründen fragen.Kenne nur meine überlegungen aus dem Grenzdienst.
Kaum hatte man eine Frage für sich beantwortet kam die nächste mit.Aber was wäre wenn?Es wird ein Baum mit vielen Ästen und letztlich fängt man wieder von vorne an.

Es gibt etliche Situationen die einzeln betrachtet werden müßten,Jahreszeiten,Sichtweite(hell/dunkel),wie lange der dienst schon dauerte,persönlicher Zustand(nicht jeder Tag ist ein guter),das Umfeld(Wald/Feld/Hügel),entfernung zum GV,usw.

Dann vom erkennen bis zur möglichen Festnahme innerhalb ca.einer Minute max.2Min.alles durchdenken zum Handeln.Die Zeit ist verdammt knap und der Puls auf 200 wenn es dann noch dunkel und frostig ist bei minus 20 grad ist ein gezieltes Feuer auf die Beine gar nicht mehr möglich,schon gar nicht mit Einzelfeuer.

Wenn sich der GV schon duckt,zeigt er offentsich überlegungen zur Aufgabe,ein weiteres Handeln von ihm würde man grade Nachts deutlich hören.Erst recht wenn er eine Waffe unterlädt.Also ran gehen würde ich an ihn auch nicht,aber mehrfach zum rauskommen mit erhobenen Händen auffordern.Eigentlich müßte ihm klar sein das jede Seite blind schießt,nur das der GV gegen 2 handelt die in Deckung bleiben wogegen er ja mal weiter muß.Denn bei einem Schußwechsel wäre er schnell von anderen Kräften umstellt.
Eine andere Situation wenn Grenzer in 300Meter entfernung einen GV sehen,da nicht richtung BRD geschoßen werden durfte blieb wohl nur schießen solange Zielrichtung noch DDR war oder Nachrennen.
Im Kopf wirbeln dann sicher Gedanken rum,wenn man ihn nicht stoppen kann gibt es ärger vom Staat weil man nicht geschoßen hat.

Alles nur Theoretische Gedankenspiele da mir zum Glück die Überlegungen in die Praxis umsetzen zu müßen erspart blieben.

MfG,Andy



Hallo Andy,
deinen Ausführungen kann ich voll zustimmen, es muste also nicht unbedingt auf den oder die GV geschossen werden, es gab also die Möglichkeit ihn anders dingfest zu machen, sei froh, daß Du nie deine Überlegungen in die Praxis umsetzen mußtest,
ich kann deine Überlegungen sehr wohl verstehen,
Gruß aus Berlin Achim


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#71

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 15:23
von karl143 (gelöscht)
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In den meißten Fällen von Schusswaffengebrauch ist ja aber nicht auf den versteckt im Gebüsch kauernden Flüchtling geschossen worden. Der GV war in den meißten Fällen einige Meter weg, d. h. er konnte keine unmittelbare Gewalt auf
den Posten ausüben. Hier oder auch, wenn der GV sich in einem Gebüsch versteckt hat, kann man auch nicht von einer
irrig angenommenen Notwehrsituation ausgehen. Die gibt es in diesem Fall einfach nicht. Ich kenne mich zwar nicht mit
dem Strafrecht der DDR aus, setze aber mal folgenden Fall: Die VoPo wird zu einem Einbruch o. ä. gerufen. Der Täter läuft
in einen Wald und versteckt sich in einem Gebüsch. Keinen Volkspolizisten wäre es wohl eingefallen, da einfach hinein-
zuschießen. Warum und weshalb auch. Und wenn das im Inland galt, konnten eigentlich an der Grenze keine anderen Gesetze
gelten, oder? und wenn ich dann in dieses Gebüsch hineinschieße ist das so, das ich billigend den Tod des Menschen in Kauf
nehme.


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#72

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 16:26
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

karl dem ist außer zustimmung nichts hinzu zu fügen.darum rede ich auch nicht von einem schießbefehl(dann hätte man es müßen)sondern von einer Schußwaffen gebrauchsvorschrift welche übrigens nicht viel anders als die der BRD ist.Ein schießbefehl war ein Gedankengut was auf Papier gebracht wurde von den Regierenden,er kam aber als Befehl nie unten an.Trotzdem gibt und gab es immer Rambows die meinten es übertreiben zu müßen.Mit einem Schießbefehl hätte es sicher Internationale Konflikte gegeben,von den Inneren Konflikten eines Grenzers den Dienst zu verweigern abgesehen.Also ich hätte um Versetzung gebeten wenn ich Fleischer an der Grenze spielen sollte auf Befehl.So sah ich mich wie tausend andere aber nicht.

Andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 19.11.2009 16:28 | nach oben springen

#73

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 16:59
von Mike59 | 7.978 Beiträge

Zitat von EK 82/2
karl dem ist außer zustimmung nichts hinzu zu fügen.darum rede ich auch nicht von einem schießbefehl(dann hätte man es müßen)sondern von einer Schußwaffen gebrauchsvorschrift welche übrigens nicht viel anders als die der BRD ist.Ein schießbefehl war ein Gedankengut was auf Papier gebracht wurde von den Regierenden,er kam aber als Befehl nie unten an.Trotzdem gibt und gab es immer Rambows die meinten es übertreiben zu müßen.Mit einem Schießbefehl hätte es sicher Internationale Konflikte gegeben,von den Inneren Konflikten eines Grenzers den Dienst zu verweigern abgesehen.Also ich hätte um Versetzung gebeten wenn ich Fleischer an der Grenze spielen sollte auf Befehl.So sah ich mich wie tausend andere aber nicht.

Andy



---------------------------------------
Stimmt wohl alles, ich weiß aber nicht ob ich das zum damaligen Zeitpunkt auch so erkannt hätte. Die Schußwaffengebrauchsbestimmung geht ja wohl juristisch voll in Ordnung. Die Ahndung der Verstöße dagegen wohl eher nicht. Da liegt der Hase im Pfeffer und es nutzt kein Wenn und Aber, daran muss sich das Grenzregime heute messen lassen. Nicht nach dem aktuellen Recht heute sondern nach dem Recht vor 20 - 30 Jahren. Ich rede auch nicht einfach von einer Verurteilung eines AGT, es soll ja auch Gerichte geben in denen es Freisprüche gibt, ich rede einfach nur von einer gerichtlichen Untersuchung, die auch wirklich eine gerichtliche Untersuchung ist.

Mike59


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#74

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 17:20
von Drewitz | 356 Beiträge

EK und Mike-sehe ich genauso.
Gab es eigentlich zu DDR Zeiten strafrechtliche Verfolgung des ungerechtfertigten Schußwaffengebrauchs an der Grenze seitens der Staatsanwaltschaft der DDR?
Schüsse in Richtung BRD oder Einsatz der Schußwaffe als unangemessenes Mittel?

Drewitz


MfS,BV Potsdam,Abt.VI,PKE Drewitz 1.Zug,1.Gruppe 1988-1990 danach GR44 bis zum Ende


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#75

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 17:30
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Drewitz
EK und Mike-sehe ich genauso.
Gab es eigentlich zu DDR Zeiten strafrechtliche Verfolgung des ungerechtfertigten Schußwaffengebrauchs an der Grenze seitens der Staatsanwaltschaft der DDR?
Schüsse in Richtung BRD oder Einsatz der Schußwaffe als unangemessenes Mittel?

Drewitz



Mir ist kein einziger Fall bekannt.Nur eins.In der Ausbildung wurde uns etwa folgendes gesagt:
Auf Personen unter 18 Jahre ist vom Gebrauch der Schußwaffe abzusehen.Sollte diese Person den Durchbruch schaffen und es stellt sich raus das er das 18.Lebensjahr erreicht hat bekämen wir hohe Strafen,sollten wir aber schießen und es stellt sich raus das er erst 17 Jahre ist wird es uns als Irrtum anerkannt.
Darüber diskutierten wir dann auf der Stube intern,das war schon heftig,kam unserer(Jung und Naiv)vorstellung vom Grenzdienst gar nicht entgegen.
Aber solche Sprüche gab es nur in der Ausbildung.In der Grenzkompanie angekommen waren dem KC seine ersten Worte:vergest alles was ihr in der Ausbildung gelernt habt,hier läuft es anders.Und es lief anders,nach internationalem Recht.

Mir ist unbekannt wie es an der Mauer war,denn hier gab es ja wohl die meisten Opfer.
Andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 19.11.2009 17:33 | nach oben springen

#76

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 18:03
von Augenzeuge (gelöscht)
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Es ist ja bekannt, dass es auch bei Schusswaffengebrauch zur Verhinderung einer Flucht immer Belobigungen gab.
Ich habe gehört, dass einige Grenzer nicht damit fertig geworden sind, wenn sie einen Menschen erschossen hatten. Sie haben die Belobigung geheim gehalten. Waren das Ausnahmen oder die Regel? Gab es Diskussionen damals über die Belobigungen in der Truppe?

Gruß, AZ


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#77

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 18:06
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von EK 82/2
Erst mal zur Beruhigung,einen schönen guten morgen allen.
DaptnDelta,TH
Danke für deine Einschlägige Erklärung,aber zu einigen Punkten mal was.Wenn wir alles definitiv wüßten gäbe es keine Diskusionen mehr.Ich verbreite hier auch keine Eingebrannte Verblendete Doktrin,Sondern versuche eine Sachliche Diskusion zu führen.Warum sollte ich nicht auch etwas dabei lernen.
-übrigens hast du Recht das die Seite welche du gefunden hast eine Einseitige Darstellung mit Extremaussagen oder Vermutungen ist,darum sah ich auch der der von AI nach ob der Artikel stimmt.Sätze wie"Pech für die Waffenträger, daß sie keine..."sehe ich als reine Spekulation eines Wunschbildes.Dennoch kopierte ich einiges von dort,warum doppelt schreiben.

Rege dich aber bitte nicht wieder so auf TH,der Tag ist noch so lang und ich möchte ihn dir nicht schon am morgen versauen.
MfG,Andy




Hi EK 82/2,


wußte gar nicht, dass ich mich aufgeregt habe.
Seltsam.

Und den Tag versauen!!!

EK 82/2, immer Positiv Denken.



Regards.

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#78

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 18:09
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Ich habe da was verwechselt beim vielen lesen heute früh,ich meinte CaptnDelta,dachte er wird nebenbei mit th angesprochen.

Andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#79

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 18:13
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von Drewitz
EK und Mike-sehe ich genauso.
Gab es eigentlich zu DDR Zeiten strafrechtliche Verfolgung des ungerechtfertigten Schußwaffengebrauchs an der Grenze seitens der Staatsanwaltschaft der DDR?
Schüsse in Richtung BRD oder Einsatz der Schußwaffe als unangemessenes Mittel?
Drewitz



Hi Drewitz, ich häng dass einfach nochmal dran.

Warum haben dann die Untersuchungsorgane der DDR in keinem Fall die Anwendung der Schusswaffe in Richtung auf die Vorschriftsmäßige Anwendung untersucht?
Es wurde stets festgestellt, dass die eingesetzten Grenzposten (der/die Täter) rechtmäßig gehandelt hätten.
Obwohl den Untersuchungsorganen auch Fälle bekannt wurden, in denen die Anwendung der Schusswaffe nicht gerechtfertigt (gezielte Schüsse auf völlig unbeteiligte Personen) bzw. erforderlich (auf gestellten Grenzverletzer, trotz der Anwesenheit mehrer bewaffneter GP) gewesen wäre.
Die Ermittlungen wurden nur im Hinblick auf die "Opfer" geführt.
Das Ziel der Untersuchungen des MfS und der Grenztruppen, vereinzelt auch der VP, bestand darin, festzustellen ob die eingesetzten Grenzposten die DVs befolgten, befehlsgemäß gehandelt und alles unternommen hatten, um den Grenzdruchbruch zu verhindern.

Nur in besonders gelagerten Fällen wurde genauer untersucht. Z.B. bei der Tötung eines für einen Grenzverletzer gehaltenen Grenzsoldaten.
Diese Tötung hatte eine Verurteilung (durch ein Militärgericht der DDR) zu einer Freiheitsstrafe zur Folge. Diese betraf jedoch nicht den Schützen, verurteilt wurde der Mitposten des getöteten Grenzsoldaten.
Grund; Er habe die Aufklärung des Irrtums durch wiederholte Pflichtverletzungen unterlassen.
Die Fälle in denen Fahnenflüchtige von der Schusswaffe gebrauch machten, zählen hier nicht dazu.


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#80

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 18:14
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Roger.

TH


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