#21

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 20:13
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Francis
...mußte man auf den Flüchtenden zielen oder reichte es, wenn man nur anlegte und "zufällig" vorbei geschossen hat?


...muss ein polizist einen vermeintlichen täter verfolgen/ jagen oder nicht? oder konnte er auch zufällig in die falsche richtung laufen ?


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#22

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 20:19
von westsachse | 464 Beiträge

Wieviel Freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

Und falls Ihm kein Freispruch zusteht? Wie sollte er dann verurteilt werden?

Mit juristischen Grüßen

westsachse


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#23

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 20:26
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Augenzeuge

Zitat von Luchs

Wenn ich in diesem Forum den Begriff Siegerjustiz lese, dann läuft mir eine Gänsehaut den Rücken runter.
- Wer bitte spielt sich denn als Sieger auf?
- Mit welchen Maßregeln hätte man in der DDR als Bestrafter rechnen müssen?
- Mit welchen Strafen mussten Fluchtwillige in der DDR rechnen?
Dagegen kommt ein Grenzschütze oder eine seiner Führungskräfte in unserer jetzigen Justiz doch wohl ziemlich glimpflich davon.
Entschuldigt bitte, aber das Benutzen des Begriffs "Siegerjustiz" ist in diesem Fall in meinen Augen "weicheierei" und wer ihn benutzt, sollte mal überprüfen, ob er sich nicht selbst bedauert.
Viele Grüße
Micha



Danke, Micha, ich kann dir hier nur 100%ig zustimmen. Auf der einen Seite möchte man gerne das DDR-Recht anwenden, mancheiner bezweifelt sogar die Rechtmässigkeit der jetzigen BRD-Justiz, auf der anderen Seite aber bei sämtlichen bundesdeutschen Annehmlichkeiten beim Strafvollzug so tun, als ob diese schon immer selbstverständlich waren. Als ob das nicht reichen würde, vergleicht man dann noch aus sicherer zeitlicher Entfernung die U-Haft der DDR mit heute und kommt zum Schluss, naja, war doch früher fast das Gleiche.....und entsprach ja den Gesetzen.
Ist doch wie mit den 3 Affen......

Gruß, AZ




Es ist schon merkwürdig das der Art.7Abs.2 bei Nazis keine Anwendung fand und man sich nach 1990 schnell besonnen hat den Abs.2 in Kraft zu setzen.Oder waren es die 3 Affen?

Der Europarat beschloß 1950 die Menschenrechtskonvention. Darin steht:
Art. 7 Keine Strafe ohne Gesetz

(1) Niemand darf wegen einer Handlung oder Unterlassung verurteilt werden, die zur Zeit ihrer Begehung nach innerstaatlichem oder internationalem Recht nicht strafbar war. Es darf auch keine schwerere als die zur Zeit der Begehung angedrohte Strafe verhängt werden.

(2) Dieser Artikel schließt nicht aus, daß jemand wegen einer Handlung oder Unterlassung verurteilt oder bestraft wird, die zur Zeit ihrer Begehung nach den von den zivilisierten Völkern anerkannten allgemeinen Rechtsgrundsätzen strafbar war


Man könnte Absatz 2 auf das Grenzgesetz der DDR anwenden, sofern man den Schußwaffengebrauch, der auf diesem Gesetz basiert, als völkerrechtlich strafbar betrachtet.
Könnte. Aber die BRD hat sich beim Absatz 2 ausgeklinkt. Die Regierung Adenauer hinterlegte während der Ratifizierung 1952 eine Note. Darin wird erklärt, daß sie von Artikel 2 keinen Gebrauch machen wird: In der BRD gilt das absolute Rückwirkungsverbot.

Eigentlich hätten sich am 3. Oktober 1990 sämtliche Waffenträger der DDR zurücklehnen und sagen können: Artikel 7, Absatz 2 EMRK, in Verbindung mit dem Verzicht auf Anwendung gemäß Adenauer-Note von 1952. Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht sein.

Aber nach 1990 verschwand die Note unauffällig vom Tisch, ohne je aufgehoben worden zu sein. Jetzt galt wieder EMRK, Art. 7 (2). Die Verurteilungen nahmen ihren Lauf.

Für die Bundesrepublik Deutschland gültig durch Gesetz vom 7. August 1952 (BGBl. 1952 Teil II S. 685); die Konvention ist am 3. 9. 1953 für die Bundesrepublik Deutschland in Kraft getreten.

Das Protokoll Nr. 11 vom 11.5.1994, welches den Abschnitt 2 der Konvention änderte, ist für die Bundesrepublik Deutschland durch Gesetz vom 24.7.1995 (BGBl. 1995 Teil II, S. 578) in Kraft getreten.


Andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#24

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 21:59
von ABV | 4.202 Beiträge

Soldaten werden in ihrer Gesamtheit genauso positiv oder negativ wahrgenommen, wie der Staat dem sie dienen. Das jeder einzelne ein Mensch mit ganz individuellen Charakterzügen ist, spielt bei bei den Be oder sollte man besser sagen Verurteilungen, leider keine Rolle. Die Hauptschuld tragen nicht die ehemaligen Grenzsoldaten, sondern der Staat. Immerhin hat er es zugelassen, dass junge unfertige Menschen unter Umständen mit Situationen konfrontiert werden, denen sie nicht gewachsen sein konnten.

Gruß an alle
Uwe
http://www.Oderbruchfotograf.de















www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#25

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 22:16
von CaptnDelta (gelöscht)
avatar

Zitat von EK 82/2
...
Es ist schon merkwürdig das der Art.7Abs.2 bei Nazis keine Anwendung fand und man sich nach 1990 schnell besonnen hat den Abs.2 in Kraft zu setzen.Oder waren es die 3 Affen?

Der Europarat beschloß 1950 die Menschenrechtskonvention. Darin steht:
Art. 7 Keine Strafe ohne Gesetz

(1) Niemand darf wegen einer Handlung oder Unterlassung verurteilt werden, die zur Zeit ihrer Begehung nach innerstaatlichem oder internationalem Recht nicht strafbar war. Es darf auch keine schwerere als die zur Zeit der Begehung angedrohte Strafe verhängt werden.

(2) Dieser Artikel schließt nicht aus, daß jemand wegen einer Handlung oder Unterlassung verurteilt oder bestraft wird, die zur Zeit ihrer Begehung nach den von den zivilisierten Völkern anerkannten allgemeinen Rechtsgrundsätzen strafbar war


Man könnte Absatz 2 auf das Grenzgesetz der DDR anwenden, sofern man den Schußwaffengebrauch, der auf diesem Gesetz basiert, als völkerrechtlich strafbar betrachtet.
Könnte. Aber die BRD hat sich beim Absatz 2 ausgeklinkt. Die Regierung Adenauer hinterlegte während der Ratifizierung 1952 eine Note. Darin wird erklärt, daß sie von Artikel 2 keinen Gebrauch machen wird: In der BRD gilt das absolute Rückwirkungsverbot.

Eigentlich hätten sich am 3. Oktober 1990 sämtliche Waffenträger der DDR zurücklehnen und sagen können: Artikel 7, Absatz 2 EMRK, in Verbindung mit dem Verzicht auf Anwendung gemäß Adenauer-Note von 1952. Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht sein.

Aber nach 1990 verschwand die Note unauffällig vom Tisch, ohne je aufgehoben worden zu sein. Jetzt galt wieder EMRK, Art. 7 (2). Die Verurteilungen nahmen ihren Lauf.

Für die Bundesrepublik Deutschland gültig durch Gesetz vom 7. August 1952 (BGBl. 1952 Teil II S. 685); die Konvention ist am 3. 9. 1953 für die Bundesrepublik Deutschland in Kraft getreten.

Das Protokoll Nr. 11 vom 11.5.1994, welches den Abschnitt 2 der Konvention änderte, ist für die Bundesrepublik Deutschland durch Gesetz vom 24.7.1995 (BGBl. 1995 Teil II, S. 578) in Kraft getreten.
Andy



Wenn Du hier Fundstuecke einfach so reinkopierst solltest Du auch die Quelle angeben.
-Th


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#26

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 22:19
von Patriot (gelöscht)
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Weil unser Augenzeuge hier offensichtlich verstummte .. machen wir doch aus drei Affen einfach mal zwei deutsche Gesetze bzw. Schusswaffengebrauchsbestimmungen! Die rechte gilt noch heute als UZwG http://www.gesetze-im-internet.de/uzwg/__11.html und zum tieferen juristischen Hintergrund kann man auch hier http://de.wikipedia.org/wiki/Radbruchsch...BCtzen-Prozesse weiterlesen und sollte dann einfach mal nachdenken. Unzweifelhaft ist aber, daß man auch im Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland vor einem Gericht nicht immer Recht, sondern lediglich ein Urteil erhält. Insofern mußten schon viele Ex-Grenzer unsanft aufwachen.

Angefügte Bilder:
swgb.jpg

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#27

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 22:20
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von EK 82/2

(2) Dieser Artikel schließt nicht aus, daß jemand wegen einer Handlung oder Unterlassung verurteilt oder bestraft wird, die zur Zeit ihrer Begehung nach den von den zivilisierten Völkern anerkannten allgemeinen Rechtsgrundsätzen strafbar war
Man könnte Absatz 2 auf das Grenzgesetz der DDR anwenden, sofern man den Schußwaffengebrauch, der auf diesem Gesetz basiert, als völkerrechtlich strafbar betrachtet.
Könnte. Aber die BRD hat sich beim Absatz 2 ausgeklinkt. Die Regierung Adenauer hinterlegte während der Ratifizierung 1952 eine Note. Darin wird erklärt, daß sie von Artikel 2 keinen Gebrauch machen wird: In der BRD gilt das absolute Rückwirkungsverbot.
Eigentlich hätten sich am 3. Oktober 1990 sämtliche Waffenträger der DDR zurücklehnen und sagen können: Artikel 7, Absatz 2 EMRK, in Verbindung mit dem Verzicht auf Anwendung gemäß Adenauer-Note von 1952. Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht sein.



Nun, Andy, hier irrst du gewaltig. Wie auch der patriot. Aufgrund der EU-Vereinbarungen war es nicht wichtig, ob man sich hier ein- oder ausklinkt. Der Staat BRD kann kein Gesetz mehr machen, welches dem EU-Recht widerspricht. Hier gibt es keinen Spielraum mehr. Deshalb ist ja Krenz nach Strassburg gegangen und kläglich gescheitert. Schau jetzt nach Den Haag, es gilt das Völkerrecht, nicht serbische Vereinbarungen oder jugoslawische. Anerkannt war dieses Land auch. Das hat damit überhaupt nichts zu tun.

Gruß, Jörg


zuletzt bearbeitet 18.11.2009 22:21 | nach oben springen

#28

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 22:23
von Augenzeuge (gelöscht)
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@patriot
Du kramst alten Kaffee raus, hatten wir schon geklärt. Aber scheinbar hast du das immer noch nicht verstanden.
Schade.


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#29

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 22:26
von Patriot (gelöscht)
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Erklär mal einem Beamten, daß http://www.gesetze-im-internet.de/uzwg/i...61BJNE001600315 alter Kaffee ist!


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#30

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 22:30
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Patriot
Erklär mal einem Beamten, daß http://www.gesetze-im-internet.de/uzwg/i...61BJNE001600315 alter Kaffee ist!



Das nicht, aber es wird ungültig, sofern das EU-Recht etwas anderes verlangt.


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#31

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 22:32
von Patriot (gelöscht)
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Aha! http://www.sosf.ch/cms/front_content.php?idcat=144&idart=218 sorry, aber auf einem inländischen Server sind Zahlen und Nachweise zur Wirksamkeit dieses Gesetzes verständlicherweise nicht zu finden.


zuletzt bearbeitet 18.11.2009 22:33 | nach oben springen

#32

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 22:37
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von EK 82/2
Ich war ein Grenzsoldat im Pflichtwehrdienst,benutzte zum Glück nie die Waffe im Grenzdienst und doch treffe ich immer wieder auf Aussagen im Leben(meist aus westlicher Sicht)die Grenzsoldaten als Mörder Pauschalisieren.
Es werden über 800 Mauertote in 40 Jahren erwähnt ohne die Zahl der Grenzer zu wissen die in all den 40 Jahren dort ihren dienst taten.Gemessen an der Zahl der gesamten Grenzer erreicht die Zahl der Grenzer welche schießen mußten einen promille Wert.
Weiterhin wird in keiner Aussage auch nur der Ansatz bedacht das ein Grenzer vielleicht selber Angst um sein eigenes Leben hatte wenn er nur bei Mondschein am Waldesrand saß und sich auf Geräusche verlassen mußte.
Wogegen ein Grenzverletzer klar im Vorteil war,er wuste das er einen Sperstreifen betritt indem Grenzer mit einer Waffe und scharfer Munition sitzen.Er wurde auch durch zahlreiche Schilder darauf hingewiesen das er sich in einem Grenzbereich befindet.Genauso wuste er das wenn er erwischt wird ihm eine Strafe wegen Republikflucht droht.Also kann man davon ausgehen das ein Grenzverletzer nach überwindung des GSZ keinen Gedanken mehr hatte sich zu ergeben.Er dürfte nur denken,so kurz vor dem Ziel,jetzt durch und koste es was es wolle.
Der Grenzer hingegen kannte weder Plan,Waffen,Ausrüstung noch Gedanken des Flüchtlings.Er muste also zum eigenen Selbstschutz(der ist übrigens Völkerrecht)mit allem rechnen(siehe Fall Werner Weinhold).Insbesondere auch mit der Gefahr für Leib und Leben.
Wenn nun im Wald Geräuche zu vernehmen waren und der Anruf"Halt stehenbleiben,Grenzposten Parole" nicht fruchtete,ein Warnschuß mit den Worten"Stehenbleiben oder wir schießen"ebenfalls ignoriert wurde,macht wohl keiner eine Flasche Bier auf und begießt den bevorstehenden Fluchtversuch.Vielmehr würde ich als Grenzer langsam mein Leben gefährdet sehen und evtl.schießen(zum Glück kam ich nie in diese Situation,aber Gedanken machte man sich).
Soweit so gut,nun kommt eine Wende und ertsaunlich gut ist die Aufarbeitung,Fast zu gut,das sie schon wieder schlecht ist.Man könnte fast denken es diene einem schlechten Gewissen zu beruhigen weil man es mit der Aufarbeitung nach dem 3.Reich nicht so genau nahm.Nach dem Motto:diesmal Arbeiten wir Geschichte aber richtig auf,denn uns kann es ja nicht treffen.
Hier ist aber ein Gedankenfehler,warum mist man ein Gesetz mit 2 Ellen wie folgendes Zitat belegt.:
Der Bundesgerichtshof billigte 1956 den Angehörigen des Volksgerichtshofs das so genannte Richterprivileg zu, wonach keiner wegen Rechtsbeugung oder anderen Delikten verurteilt werden kann, wenn er sich an damals geltende Gesetze gehalten hat bzw. das Unrecht seines Tuns nicht erkannt hat.
Mal ehrlich,nach meiner Ansicht ist diese Aussage mit der Nachstehendenden Aufarbeitungspolitik ein voll gelungenes Eigentor der BRD.Man merkt es nur sicher noch nicht und tritt den Ball immer noch mal nach.
Auch Grenzer,NVA,Polizisten,Mfs und andere hielten sich an damals geltendes Recht der DDR.Nur ein Gravierender Unterschied besteht zur DDR und dem 3.Reich.Die DDR hatte keine KZ und keine Kriege mitgemacht.Dennoch billigt man Verbrechern Straffreiheit zu und Ehemaligen Militärangehörigen der DDR nicht.
Die Welt ist schon komisch oder ist es einfach nur weil der Sieger die Geschichte bestimmt und schreibt?
Hiermit meine ich jetzt nicht das Forum oder deren Mitglieder.Es ist vielmehr eine Frage im Raum zu Themen die uns im Täglichen Leben ständig begegnen und von den Politikern geschürt wird.
MfG,Andy



Warum haben dann die Untersuchungsorgane der DDR in keinem Fall die Anwendung der Schusswaffe in Richtung auf die Vorschriftsmäßige Anwendung untersucht?
Es wurde stets festgestellt, dass die eingesetzten Grenzposten (der/die Täter) rechtmäßig gehandelt hätten.
Obwohl den Untersuchungsorganen auch Fälle bekannt wurden, in denen die Anwendung der Schusswaffe nicht gerechtfertigt (gezielte Schüsse auf völlig unbeteiligte Personen) bzw. erforderlich (auf gestellten Grenzverletzer, trotz der Anwesenheit mehrer bewaffneter GP) gewesen wäre.
Die Ermittlungen wurden nur im Hinblick auf die "Opfer" geführt.
Das Ziel der Untersuchungen des MfS und der Grenztruppen, vereinzelt auch der VP, bestand darin, festzustellen ob die eingesetzten Grenzposten die DVs befolgten, befehlsgemäß gehandelt und alles unternommen hatten, um den Grenzdruchbruch zu verhindern.

Nur in besonders gelagerten Fällen wurde genauer untersucht. Z.B. bei der Tötung eines für einen Grenzverletzer gehaltenen Grenzsoldaten.
Diese Tötung hatte eine Verurteilung (durch ein Militärgericht der DDR) zu einer Freiheitsstrafe zur Folge. Diese betraf jedoch nicht den Schützen, verurteilt wurde der Mitposten des getöteten Grenzsoldaten.
Grund; Er habe die Aufklärung des Irrtums durch wiederholte Pflichtverletzungen unterlassen.
Die Fälle in denen Fahnenflüchtige von der Schusswaffe gebrauch machten, zählen hier nicht dazu.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#33

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 22:39
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von Patriot
Weil unser Augenzeuge hier offensichtlich verstummte .. machen wir doch aus drei Affen einfach mal zwei deutsche Gesetze bzw. Schusswaffengebrauchsbestimmungen! Die rechte gilt noch heute als UZwG http://www.gesetze-im-internet.de/uzwg/__11.html und zum tieferen juristischen Hintergrund kann man auch hier http://de.wikipedia.org/wiki/Radbruchsch...BCtzen-Prozesse weiterlesen und sollte dann einfach mal nachdenken. Unzweifelhaft ist aber, daß man auch im Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland vor einem Gericht nicht immer Recht, sondern lediglich ein Urteil erhält. Insofern mußten schon viele Ex-Grenzer unsanft aufwachen.



Schon wieder der berühmte Apfel mit Birnen Vergleich.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#34

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 22:41
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von Augenzeuge

Zitat von Patriot
Erklär mal einem Beamten, daß http://www.gesetze-im-internet.de/uzwg/i...61BJNE001600315 alter Kaffee ist!


Das nicht, aber es wird ungültig, sofern das EU-Recht etwas anderes verlangt.




Na Ihr Rechtsexperten, jetzt verrennt Ihr Euch aber.

Bis jetzt ist die Anwendung Staatlicher Gewalt immer noch die Sache des jeweiligen Landes.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#35

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 22:43
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Hier würde mich mal interessieren, inwieweit diese Zahlen alle belegbar sind.

Zitat von Patriot
Aha! http://www.sosf.ch/cms/front_content.php?idcat=144&idart=218 sorry, aber auf einem inländischen Server sind Zahlen und Nachweise zur Wirksamkeit dieses Gesetzes verständlicherweise nicht zu finden.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 18.11.2009 22:44 | nach oben springen

#36

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 22:45
von Patriot (gelöscht)
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Ich weiß, daß das weh tut, aber so stehen die Gesetze nunmal geschrieben und der Ostdeutsche dachte sicher naiverweise in 1989 auf 90, daß alles nun nach vorn blickt und sicherlich eine Gerichtsbarkeit bei der Aufarbeitung von zweifelsfrei begangenem Unrecht helfen würde, aber eine generelle Schuldsprechung und Delegitimierung hat keiner von den Brüdern und Schwestern erwartet. Warum das Ganze - aufrichtige Frage an Dich TH und andere.

Die http://www.ari-berlin.org/ kann man in Berlin erreichen, auf Wunsch recherchiere ich gern, wobei viele Einzelfälle ja durch die Medien gegangen sind, allerdings die Gesamtzahlen schon auffällig sind.


zuletzt bearbeitet 18.11.2009 22:48 | nach oben springen

#37

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 22:53
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von Patriot
Ich weiß, daß das weh tut, aber so stehen die Gesetze nunmal geschrieben und der Ostdeutsche dachte sicher naiverweise in 1989 auf 90, daß alles nun nach vorn blickt und sicherlich eine Gerichtsbarkeit bei der Aufarbeitung von zweifelsfrei begangenem Unrecht helfen würde, aber eine generelle Schuldsprechung und Delegitimierung hat keiner von den Brüdern und Schwestern erwartet. Warum das Ganze - aufrichtige Frage an Dich TH und andere.



Also mir tut da nichts weh.
Mir ist auch eine "generelle Schuldsprechung" nicht bekannt.
Oder hab ich da was verpaßt!!!

Tip:
Fangt doch im Bezug auf die Rechtliche Problematik hiermit an.
http://archiv.jura.uni-saarland.de/Vertr...eit/ein1_m0.htm

und dann weiter über

http://www.gesetze-im-internet.de/stgbeg/art_315.html

und weiter....
http://www.mpil.de/ww/en/pub/research/de...r=act&act=r93_5

und.....



P.S.: Da müssen mir viele Einzelfälle in den Medien entgangen sein.

Zitat:
.....wobei viele Einzelfälle ja durch die Medien gegangen sind,....


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 18.11.2009 22:56 | nach oben springen

#38

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 23:03
von Patriot (gelöscht)
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Dieses geschichtlich einmalige Rückwirkungsgebot ist ja der Streitpunkt und sicher, wer am Machthebel sitzt bestimmt die Texte. Das weiß ich und werde aber dennoch nicht aufhören darauf aufmerksam zu machen. Denn die Frage bleibt doch, was will die Politik damit erreichen? Das wäre dann meine zweite Frage an Dich TH und die Runde.

PS: unser EK82/I wird sicherlich für alle noch die Quellen einstellen, wie auch von CaptnDelta zurecht moniert.


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#39

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 23:04
von Francis | 168 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow

Zitat von Francis
...mußte man auf den Flüchtenden zielen oder reichte es, wenn man nur anlegte und "zufällig" vorbei geschossen hat?


...muss ein polizist einen vermeintlichen täter verfolgen/ jagen oder nicht? oder konnte er auch zufällig in die falsche richtung laufen ?



Dann hast du mich falsch verstanden. Ich meinte ob erschießen das Ziel sein musste. Hätte doch auch gereicht (wenn überhaupt auf unbewaffnete geschossen werden muss...) ins Bein oder Arm zu schießen, womit eine Weiterführung der Flucht ja ausgeschlossen wäre...


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#40

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.11.2009 23:08
von Patriot (gelöscht)
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Francis, kuck doch bitte mal oben auf Seite 1 ins abgebildete Grenzgesetz.


zuletzt bearbeitet 18.11.2009 23:11 | nach oben springen



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