Natürlich gab es Gewalttaten in der DDR, nur man berichtete nicht ausgiebig in Presse und Funk darüber, seiden man brauchte Hinweise zur Fahndung. Heute braucht man nur mal Zeitschriften aufschlagen und das Blut strömt einen entgegen. Siehe "Bild".
Typische Straftaten waren Diebstähle in den Betrieben. Naja, Walter Ulbricht sagte mal, "das aus den Betrieben noch viel mehr raus zu holen ist", das haben einige Kollegen zu wörtlich genommen. So hörte ich damals von verschwundenen LKW-Ladungen voller TV-Geräte aus dem Fernsehgerätewerk Staßfurt, die in der ganzen DDR schwarz vertrieben wurden. Der Gabelstablerfahrer soll damals länger im Knast geschmort haben als der auftragsgebene Kadermitarbeiter. Vielleicht war es sein Parteibuch was ihm beschützte.
Aber auch Vergewaltigung mit Mord, geschehen nach einem Volksfest bei einer ehemaligen Mitschülerin in meinen Heimatort, geschahen und wurde meist mit harten Strafen (Lebenslang) für Täter belegt. Trotz allem muss ich sagen, konnten Frauen und Mädchen abends allein durch die Straßen gehen. Die Polizei war presents und fackelte auch nicht lange. Ich beobachte 1987/8 einen angetrunkenen Mann der einen Kino/Theater-Schaukästen zerschlug. Wenige Minuten später standen Polizisten am Platz. Als der Betrunkene zu pöbeln anfing wurde der "Kurze" gezogen und diese Nacht/Nächte in der Ausnüchterungszelle waren ihm gegönnt.
Auch Haus- bzw. Grundstückstüren (vielleicht auch nur auf Dörfer) wurden bei uns selten verschlossen. Es war immer "Tag der offenen Tür" obwohl wir damals noch über eine Wohnungsgenossenschaft wohnten wo ständig Kundenverkehr herrschte. Warum auch verschließen, meist waren die Schlösser so einfach gebaut , so dass man sie schon mit einen einfachen Nagel öffnen konnte.
Am meisten über Straftaten in der DDR hatte ich erst bei meinen Vergatterungen vor den Grenzdiensten gehört. Dort wurden dann auf Mörder, Ausbrecher, russische Deserteure etc. aufmerksam gemacht, unter anderen auf einen Mörder der 09/1982 in Berlin einen Polizisten abgestochen hatte. Der Mörder versaute damals meinen 20.Geburtstag gehörig.
Abschließend würde ich behaupten, das wir weniger Straftaten hatten, weil wir noch eine friedliche Gemeinschaft waren wo der Drang nach "mehr besitzen" nicht so ausgebildet war wie heute. Es gab noch echte Nachbarschaftshilfe und keine Anonymität.
Gruß VN_Rut