#41

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 07.11.2009 20:19
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von ek40

Zitat von maja64

Zitat von Oss`n

Zitat von nimmnix

Zitat von GilbertWolzow
....also ich bin jetzt echt erstaunt, dass nicht einer von euch bisher stolz auf seine waffengattung und seine leistung ist. man muss nicht alles unbedingt auf das negative reduzieren...


stolz könnte ich sein wenn ich FREIWILLIG bei einer Waffengattung
gedient hätte .
ich bin "Zwangsweise " zum dienst gegangen .



Recht muß schon Recht bleiben.
Die GT wahren wohl die einzige Waffengattung wo niemand "Zwangsweise" an die Linie mußte.
Auch nur die allerkleinste Bitte nicht seinen Dienst an der Grenze verrichten zu müssen genügte um aus der Grenzkompanie entfernt zu werden.
Also wer da behauptet zum Grenzdienst gezwungen geworden zu sein erzählt einfach nur einen Schmarrn.
In wie weit man dann nat. zu hunderten WE - Schichten im Regiment verdonnert wurde und damit warscheinlich auch nicht ganz glücklich war weis ich nicht.
Von uns wollte das niemand - deshalb hieß es Klappe halten, denn so locker wie an der Grenze ging es wohl nirgends zu.
Oss`n



Gebe ich Dir zu 100% recht.
maja




Na ja,einige scheinen es ja hier nicht verstehen zu wollen oder können es leider nicht.
Nochmal zum mitschreiben:Ich war nicht freiwillig in diesem Verein,ich habe zur Musterung gesagt,das ich nicht an die Grenze möchte.
Dies wurde mir dann zugesichert.Als aber die Einberufung kam,ging es eben doch an den Zaun!
Nun war man sauer und hat an die Konsequenzen gedacht,die einem selber oder seiner Familie widerfahren könnten,wenn man Stress macht.Was ihr mir hier vorwerfen könnt ist Inkonsequenz!!!Nicht mehr und nicht weniger,weil man sich der eigenen beruflichen Zukunft und Familie wegen dann mit dieser Tatsache arrangierte.Aber von Schmarrn zu reden ist einfach nur niedriges Niveau!!!Ich dachte man tauscht sich hier über Zeitgeschichte aus,die wir selbst miterlebt haben und beleidigt sich nicht.Denn nichts anderes ist es,wenn Oss'n und maja von Schmarrn reden.
Sie bezichtigen einem quasi der Lüge.Ich hatte in diesem Forum schon einige Ausführungen über dieses Thema gemacht,die ihr sicherlich noch nicht gelesen habt.Zu meiner Zeit am Zaun hab ich dann so viel Mist gebaut,das ich eigentlich tagtäglich von dort hätte abgeholt werden müßen!Aber es geschah nichts!!!!!Ich weiß auch nicht warum!Das laß ich mir doch von euch nicht absprechen!Das war dort mein Leben,so hab ichs erlebt.Eigentlich wäre mir nur noch die Flucht geblieben um von dort wegzukommen,aber das kam zur damaligen Zeit aus schon erklärten Gründen nicht in Frage.Heute sag ich leider!!!
Ach ja,ich war nie in der Partei,wollte zur Meisterschule/Studium,sollte dafür in die SED.Hab es immer abgelehnt!Wurde dann mit Versetzung zur "Soz.Hilfe" für 8 Wochen in eine ander Abteilung bestraft.Durfte im Osten nie zur Weiterbildung!
Das ich für ein Jahr lang am "Antifaschistischem Schutzwall"stand und die "Werktätige Bevölkerung" nebst ihren Familien vor dem bösen "Klassenfeind" geschützt hab,hat kein Sch.... interessiert.

Selbstverständlich war es Zwang!Nun könnt ihr noch mit der Wehrdienstverweigerung kommen,die ja auch so "demokratisch" in dieser DDR gehandhabt wurde.
Ich will mich jetzt hier nicht weiter reinsteigern und breche lieber ab.

ek40





Hallo ek40,
ich möchte nicht behaupten, das du lügst.
Aber ich behaupte mal, du hast ein wenig flunkesrt.
So wie du es darstellst,hättest du auch eine AO/13 bekommen, obwohl du einen Ausreiseantrag gestellt hättest.
Kann nur für die GK und die Zeit die ich dort gedient habe sprechen.
Bei uns damals unmöglich.
Kann nur 100%ig beweisen, das z.B. bei dem kleinsten Anzeichen von fam. Problemen sofort der Dienst "innerhalb" untersagt war.
Das war das mindeste.
Kann bei euch anders gewesen sein.
Mit Verlaub - ich glaube es nicht !

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#42

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 07.11.2009 20:23
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Bella meine Schöne, jetzt hat sich der Rainer doch noch ein Bier geholt und lässt Gotschalk...ach, egal, wie der geschrieben wird...weg.
Dieses ganze Testeron, oder wie das Zeug heißt, das kann gar kein Außenstehender so richtig nachvollziehen, tausende junge Kerle und jeder lechzte nach einem Mädchen und ging es dann in den Ausgang, oder zum Tanz wurde die Erste, sie konnte gar nicht so schnell ja sagen...flach gelegt.
Nun gut, sie brauchte auch nicht ihre Einwilligung zu geben, den soetwas hatte man im Gefühl und dann gab es ja die Pille, dieser himmelweite Fortschritt...
So, jetzt bist...sind Alle dran.

Gruß Rainer- Maria


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#43

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 07.11.2009 20:29
von Mongibella (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
So, jetzt bist...sind Alle dran.



Boar....so schlümm Rainer Maria....is schon krass was ein Bier bei dir bewirkt.....hahahaha....prost aus Bochum.....sitz grad am Altbier.....

Grüsse zurück

Mara


zuletzt bearbeitet 07.11.2009 20:30 | nach oben springen

#44

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 07.11.2009 20:38
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Bella, lassen wir es lieber, ehe der Fred noch ausartet. Aber in gewisser Weise kann ich verstehen, warum du dieses Zeug mit dem Anfangsbuchstaben T. loswerden wolltet.
Schönen Sonnabend noch.

Gruß Rainer- Maria


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#45

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 07.11.2009 20:46
von Mongibella (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Bella, lassen wir es lieber, ehe der Fred noch ausartet. Aber in gewisser Weise kann ich verstehen, warum du dieses Zeug mit dem Anfangsbuchstaben T. loswerden wolltet.
Schönen Sonnabend noch.



Du, Rainer Maria.....dat Zeusch mit dem Anfangsbuchstaben *Ö* is aber auch nich ohne.....

Passt halt nur besser zu meiner Person....

....aber nich um jemand neidisch zu machen....das man beide Seiten kennen lernen durfte is schon irgendwie kuhl....hahahahaha....

Prost

Mara


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#46

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2009 00:44
von TOMMI | 1.987 Beiträge

Zitat von SanGefr
Sorry Tommi!
Ich habe da mal eine Frage mit den 60 Patronen empfangen und abgeben. War das symbolisch gemeint?
Gruß Jürgen


Ist eigentlich ganz einfach. Jeder bekam seine persönliche Waffe, die MPi Kalaschnikow.
Diese wurde gegen eine Waffenkarte an der Waffenkammer empfangen. Gab man die Waffe ab,
erhielt man dafür die Karte.
Ebenso hatte man standardmäßig zur "Kaschi" zwei Magazine zu je 30 Patronen, also 60 Stück,
die einen ebenso bis zum Ende der Dinestzeit begleiteten, auch gegen Empfangskarte.
So war die Geschichte mit den 60 Patronen sowohl wörtlich als auch symbolisch gemeint.
Man gab eben genau dieselben 60 Patronen ab, die man empfangen hatte. Also hatte man keine
einzige verschossen.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#47

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2009 00:58
von Pitti53 | 8.787 Beiträge

Zitat von wosch

Zitat von EK40:

Na ja,einige scheinen es ja hier nicht verstehen zu wollen oder können es leider nicht.
Nochmal zum mitschreiben:Ich war nicht freiwillig in diesem Verein,ich habe zur Musterung gesagt,das ich nicht an die Grenze möchte.
Dies wurde mir dann zugesichert.Als aber die Einberufung kam,ging es eben doch an den Zaun!
Nun war man sauer und hat an die Konsequenzen gedacht,die einem selber oder seiner Familie widerfahren könnten,wenn man Stress macht.Was ihr mir hier vorwerfen könnt ist Inkonsequenz!!!Nicht mehr und nicht weniger,weil man sich der eigenen beruflichen Zukunft und Familie wegen dann mit dieser Tatsache arrangierte.Aber von Schmarrn zu reden ist einfach nur niedriges Niveau!!!Ich dachte man tauscht sich hier über Zeitgeschichte aus,die wir selbst miterlebt haben und beleidigt sich nicht.Denn nichts anderes ist es,wenn Oss'n und maja von Schmarrn reden.
Sie bezichtigen einem quasi der Lüge.Ich hatte in diesem Forum schon einige Ausführungen über dieses Thema gemacht,die ihr sicherlich noch nicht gelesen habt.Zu meiner Zeit am Zaun hab ich dann so viel Mist gebaut,das ich eigentlich tagtäglich von dort hätte abgeholt werden müßen!Aber es geschah nichts!!!!!Ich weiß auch nicht warum!Das laß ich mir doch von euch nicht absprechen!Das war dort mein Leben,so hab ichs erlebt.Eigentlich wäre mir nur noch die Flucht geblieben um von dort wegzukommen,aber das kam zur damaligen Zeit aus schon erklärten Gründen nicht in Frage.Heute sag ich leider!!!
Ach ja,ich war nie in der Partei,wollte zur Meisterschule/Studium,sollte dafür in die SED.Hab es immer abgelehnt!Wurde dann mit Versetzung zur "Soz.Hilfe" für 8 Wochen in eine ander Abteilung bestraft.Durfte im Osten nie zur Weiterbildung!
Das ich für ein Jahr lang am "Antifaschistischem Schutzwall"stand und die "Werktätige Bevölkerung" nebst ihren Familien vor dem bösen "Klassenfeind" geschützt hab,hat kein Sch.... interessiert.

Selbstverständlich war es Zwang!Nun könnt ihr noch mit der Wehrdienstverweigerung kommen,die ja auch so "demokratisch" in dieser DDR gehandhabt wurde.
Ich will mich jetzt hier nicht weiter reinsteigern und breche lieber ab.

ek40



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Hallo EK40!
Ohne daß ich hier für Jemanden Partei ergreifen möchte, will ich an dieser Stelle noch einmal kurz darstellen wie "zwangslos" man mich überredet hatte, seinerzeit meine "freiwillige" Verpflichtungserklärung für die NVA abzugeben:
Am 2. oder 3. Januar 1962 kamen 8 Personen zu mir (NVA Offizier, Polizei-Offizier, Kampfgruppen-Kommandeur, Parteisekretär, FDJ-Sekretär, Kaderleiter vom Betrieb und zwei mir unbekannte Zivilisten). Man legte mir einen Zettel vor, den ich unterschreiben sollte. Der Inhalt dieses Zettels lautete sinngemäß so : "Hiermit verpflichte ich mich freiwillig zum sofortigen Eintritt in die bewaffneten Streikräfte der Nationalen Volksarmmee der DDR." Zu sagen,daß ich da nicht hin wollte, konnte man sich nicht erlauben, denn eine Absage bedeutete damals, man ist gegen den Frieden. "Man
wollte ja nur meine Bereitschaft sehen", das "sofort" wurde durchgestrichen und ich wurde ca 3 Stunden bearbeitet, bis man mir mit dem Hinweis, daß meine Mutter (Unterstufen)Lehrerin an einer Sozialistischen Schule sei und man sich deswegen meine Einstellung nicht erklären könne, meine "freiwillige" Verpflichtungserklärung erschwindelt hatte. Es war schlicht gesagt eine Erpressung. Man wollte ja nur meine Bereitschaft sehen und trotzdem wurde ich am nächsten Tag gemustert und bekam auch schon die Einheit zugewiesen, wo und wann ich mich einzufinden hatte. Daß ich mich 2 Tage später
nach Hamburg "durchgeschlagen" hatte, dürfte wohl Beweis genug dafür sein, daß es mit meiner "freiwilligen" Verpflichtungserklärung nicht so "Freiwillig" gewesen sein kann.
Was daß mit dem Dienst an der Grenze zu tun hat? Ich bin nach meiner Erfahrung mit den "Überredungskünsten" der Genossen ziemlich sicher, daß es nicht einfach war, zu sagen, ich möchte nicht..... Bevor man seinerzeit mit dem "Hinweis" auf meine Mutter kam, hatte man mir unter Anderem zu verstehen gegeben, daß man mich im Weigerungsfalle nicht auf die ABF delegieren würde und nur Arbeitsmöglichkeiten mit geringem Verdienst für mich hätte. Ich bin überzeugt davon, daß ähnlich versteckte "Hinweise" auch dem gegeben wurde, der seinen Dienst nicht an der Grenze versehen wollte.
Schönen Gruß aus Kassel[/quote]


wosch mußt du immer so übertreiben? 8 leute kamen um dich zu verplichten? wenn es 2 oder 3 waren,hätte es gereichtsooo wichtig kannst du nun damals auch nicht gewesen sein


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#48

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2009 06:18
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Wosch:

Ohne daß ich hier für Jemanden Partei ergreifen möchte, will ich an dieser Stelle noch einmal kurz darstellen wie "zwangslos" man mich überredet hatte, seinerzeit meine "freiwillige" Verpflichtungserklärung für die NVA abzugeben:
Am 2. oder 3. Januar 1962 kamen 8 Personen zu mir (NVA Offizier, Polizei-Offizier, Kampfgruppen-Kommandeur, Parteisekretär, FDJ-Sekretär, Kaderleiter vom Betrieb und zwei mir unbekannte Zivilisten). Man legte mir einen Zettel vor, den ich unterschreiben sollte. Der Inhalt dieses Zettels lautete sinngemäß so : "Hiermit verpflichte ich mich freiwillig zum sofortigen Eintritt in die bewaffneten Streikräfte der Nationalen Volksarmmee der DDR." Zu sagen,daß ich da nicht hin wollte, konnte man sich nicht erlauben, denn eine Absage bedeutete damals, man ist gegen den Frieden. "Man
wollte ja nur meine Bereitschaft sehen", das "sofort" wurde durchgestrichen und ich wurde ca 3 Stunden bearbeitet, bis man mir mit dem Hinweis, daß meine Mutter (Unterstufen)Lehrerin an einer Sozialistischen Schule sei und man sich deswegen meine Einstellung nicht erklären könne, meine "freiwillige" Verpflichtungserklärung erschwindelt hatte. Es war schlicht gesagt eine Erpressung. Man wollte ja nur meine Bereitschaft sehen und trotzdem wurde ich am nächsten Tag gemustert und bekam auch schon die Einheit zugewiesen, wo und wann ich mich einzufinden hatte. Daß ich mich 2 Tage später
nach Hamburg "durchgeschlagen" hatte, dürfte wohl Beweis genug dafür sein, daß es mit meiner "freiwilligen" Verpflichtungserklärung nicht so "Freiwillig" gewesen sein kann.
Was daß mit dem Dienst an der Grenze zu tun hat? Ich bin nach meiner Erfahrung mit den "Überredungskünsten" der Genossen ziemlich sicher, daß es nicht einfach war, zu sagen, ich möchte nicht..... Bevor man seinerzeit mit dem "Hinweis" auf meine Mutter kam, hatte man mir unter Anderem zu verstehen gegeben, daß man mich im Weigerungsfalle nicht auf die ABF delegieren würde und nur Arbeitsmöglichkeiten mit geringem Verdienst für mich hätte. Ich bin überzeugt davon, daß ähnlich versteckte "Hinweise" auch dem gegeben wurde, der seinen Dienst nicht an der Grenze versehen wollte.
Schönen Gruß aus Kassel[/quote]
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wosch mußt du immer so übertreiben? 8 leute kamen um dich zu verplichten? wenn es 2 oder 3 waren,hätte es gereichtsooo wichtig kannst du nun damals auch nicht gewesen sein[/quote]

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Ja Pitti, das ist mal wieder typisch, erst einmal alles abstreiten, obwohl Du seinerzeit gar nicht dabei warst. Laß Dir mal von Leuten meines Jahrganges erzählen, wie so kurz nach dem Mauerbau für den "freiwilligen" Dienst bei der "Fahne" geworben wurde!! Die Wehrpflicht kam erst etwas später und die "Werbeaktion" wurde ganz groß aufgezogen. Gerade in Deiner Funktion als Fair-Team-Mitglied hätte ich nicht von Dir erwartet, daß Du Dich so zu meiner wahrheitsgemäßen Schilderung äusserst. Noch einmal zum Mitlesen: Es waren genau diese 8 von mir aufgeführten Herren, die mir und zwei anderen frisch ausgelernten Arbeitskollegen diese Unterschrift am 2. oder am 3. Januar 1962 "abpreßten!
Wer von uns Beiden sich seinerzeit wichtiger gefühlt haben mag, will ich mal im Raume stehen lassen, ich könnte mir allerdings vorstellen, daß man Dich nicht zwingen brauchte Offizier zu werden. Ich könnte mir vorstellen, daß es bei Dir damit schon bei den Jungen Pionieren angefangen hatte und Dich die "schöne Uniform" mehr interessiert hatte, als einen "ordentlichen" Beruf auszuüben!! Ja, ich weiß was jetzt kommen wird, eine kollektive Entrüstung, die kann man sich wegen mir aber schenken. Wie Du mir, so ich Dir. Ich will mit meiner letzten Äusserung nicht alle Diejenigen ansprechen, welche ihren Dienst an der Grenze verrichten mußten und froh waren als sie damit fertig waren, also das mit dem "ordentlichen Beruf" nicht persönlich nehmen und beleidigte Leberwurst spielen!!
Also Pitti, stelle mich bitte nicht mehr als "Märchenerzähler hin, befaß Dich lieber sachlich mit meinen Schilderungen, oder laß es lieber!!
Schönen Gruß aus Kassel


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#49

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2009 08:54
von küche69 | 428 Beiträge

Hier möchte ich auch etwas dazu sage und gebe "Pitti53" Recht, den aus meiner Erfahrung hatte man keine eigene Auswahl wohin man kam. Man konnte sicherlich seine Meinung oder Wünsche äußern, aber ob diese berücksichtig worden, möcht ich dahin gestellt sein lassen. Auch hatten wir in der GK einige, die wollten Studieren und hatten sich für 3 Jahre verplichtet und auch deren Wünsche wurden nicht berücksichtig. Den gin man nicht an die Grenze, wurde man zu den Spatentruppen geschickt oder blieb einfacher Modschütze, oder gar man ging bei härteren Vorgehen in den Knast und diente dann dennoch bei den Pios alles nach, so kenne ich es ! Und auch ich bin der Meinung und dies habe ich schon öfters hier geschrieben, Beleidigungen sollten tunlichst unterlassen werden, wir sind alle Erwachsene Menschen und haben doch sicherlich eine gute Kinderstube gehabt, vielleicht sind einige (hoffe ich beleidige jetzt niemanden) auf einer Kanonenkugel durch kinderzimmer geflogen, naja auch bin ich halt der Meinung, dass wir hier aus eigenen Erfahrungen und Erlebnissen, ob diese nun gut oder schlecht waren berichten und uns austauschen, damit man seine Erfahrungen auffrischen kann und darüber sich unterhalten kann, dafür ist dieses Forum gedacht, aber einige verstehn wahrscheinlich dieses Forum nicht.

Auch möchte ich hier ein eigenes Ereignis aufschreiben, dass gesoffen wurde weiss jeder hier ob im Ausgang oder auch in den Kompanien sei dahin gestellt, sicherlich gab es auch einige Saubere, aber ich habe auch gern einen genommen auch mit dem KC oder Spieß, aber es wurden eben Unterschiede gemacht ein Feldwebel von uns hat auch gern und viel Gebechert und dadurch auch im Objekt und auch außerhalb einigen Mist veranstaltet, ging aber immer Straffrei aus oder nur mit lächerlichen Bestrafungen durchs Ziel. Ich habe mich einmal ganz stark besoffen und da ich in der Küche war, hatte ich beim Ausgangsrückweg zur Kompanie, etwas Hunger bekommen und bin durch die Hintertür in die Küche, habe noch etwas gegessen und eben jener Feldwebel hatte Dienst und hat mich besoffen aus der Küche hoch aufs Zimmer gehen sehen, jeder andere (hat damals auch der Alte gesagt) hätte es damit bewenden lassen, den ich bin aufs Zimmer und gegangen und habe nicht randaliert noch sonst etwas "Verbotenes" getan, aber ich wurde bestraft nach erfolter Meldung und ging in den Knast für 14 Tage.

Damit möcht ich dei Aussage von Pitti53 bestätigen einge konnte sich Dinger leisten und gingen so durchs Ziel und andere sprangen über die Klinge.



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#50

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2009 11:43
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo ek40,
ich möchte nicht behaupten, das du lügst.
Aber ich behaupte mal, du hast ein wenig flunkesrt.
So wie du es darstellst,hättest du auch eine AO/13 bekommen, obwohl du einen Ausreiseantrag gestellt hättest.
Kann nur für die GK und die Zeit die ich dort gedient habe sprechen.
Bei uns damals unmöglich.
Kann nur 100%ig beweisen, das z.B. bei dem kleinsten Anzeichen von fam. Problemen sofort der Dienst "innerhalb" untersagt war.
Das war das mindeste.
Kann bei euch anders gewesen sein.
Mit Verlaub - ich glaube es nicht !

Oss`n[/quote]


Guten Tag Oss'n,

egal wie du es nennst,flunkern etc.....
Ich schreibe hier die Wahrheit,wie es 82'in unserer GK abging.Leider hat sich anscheinend noch niemand aus meiner Zeit in Riebau hierher verirrt ,der das bestätigen könnte.Aber wozu auch!?Das wär ja auch ein..(ich drück mich mal mit deinen Worten aus).."Flunkerer".
Unsere Nachbarkompanie in Brietz und Hoyersburg waren "Musterkompanien".Dort mußten die EK's sogar die Garagen "keulen". Dort gab es faktisch keine EK-Bewegung.
Doch in Riebau warst du auf einem anderen "Planeten".Dort tickten die Uhren anders,ob du es nun glaubst oder nicht!
Es hat dort kein Sch.... interessiert,ob du zu Hause Probleme hattest.Ein PF kam damals aus dem Urlaub zurück,seine Frau wollte sich scheiden lassen.Wir alle dachten das wars jetzt für den Jungen....Pustekuchen....der blieb am Kanten!Warum auch immer,so war es und wir fragten uns zu dieser Zeit wie das sein kann.Denn auch wir dachten immer,dies ist ein Grund vom Kanten wegzukommen.Ja das war vielleicht woanders so,aber eben zu dieser Zeit nicht bei uns!
Also glaub was du willst,(was dein Recht ist),aber bitte unterstelle mir keine "Flunkerei" oder dergleichen.Warum sollte ich so etwas tun?Ich will jetzt auch nicht die "beleidigte Leberwurst" spielen,denn ich wurde ja schon von einigen im Forum vorher gewarnt,wie es hier zugehen kann.Aber deswegen kann man doch sachlich bleiben.

Gruß ek40


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#51

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2009 14:23
von SanGefr | 218 Beiträge

Hallo Tommi
Danke für die Aufklärung. Jetzt habe ich es endlich begriffen. Danke!
Gruß Jürgen


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#52

RE: Stolz ein Grenzsoldat gewesen zu sein ?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 19:10
von Rudi (gelöscht)
avatar

Hallo

als ehemaliger Grenzer sag ich Dir..klaro war ich Stolz an der Grenze zu dienen,
Stolz deshalb ,weil ich in dem Staat DDR geboren bin und dort aufgewachsen bin.
Jeder in einer Armee seines Landes ,der länger dient als festgelegt,ist stolz auf sein Land oder?
Gruß Rudi


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#53

RE: Stolz ein Grenzsoldat gewesen zu sein ?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 19:23
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Rudi
Hallo

als ehemaliger Grenzer sag ich Dir..klaro war ich Stolz an der Grenze zu dienen,
Stolz deshalb ,weil ich in dem Staat DDR geboren bin und dort aufgewachsen bin.
Jeder in einer Armee seines Landes ,der länger dient als festgelegt,ist stolz auf sein Land oder?
Gruß Rudi




Na endlich, wenigstens einer, ich dachte schon das passiert nicht mehr.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 19.11.2009 19:23 | nach oben springen

#54

RE: Stolz ein Grenzsoldat gewesen zu sein ?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 19:58
von Katastrowski | 36 Beiträge

Als ich dabei war, war ich ganz sicher nicht stolz. Ich hab's mir weder ausgesucht, noch bin ich gefragt worden ...
As 19jähriger denkt man auch nicht wirklich darüber nach, ob man sich "der Sache" hätte irgendwie entziehen können.
Ich wurde da "hingeschickt" und hab's halt so genommen, wie's kam. Meine einzige bzw. größte Sorge war es, so unkompliziert wie möglich die 18 Monate abzureißen und dann wieder zu meiner Frau zurück zu kommen.

Das trifft wohl auf den allergrößten Teil all derer zu, die ich im Laufe der 18 Monate kennen gelernt habe.

Komisch vorallem, dass ich trotz Westverwandschaft und ohne Parteizugehörigkeiten im Familienkreis ausgrechnet an der Mauer gelandet bin. Und beim heutigen Betrachten meiner damaligen Briefe ist es obendrein höchst verwunderlich, dass ich diese Zeit völlig frei von Repressalien überstanden habe.

Heute betrachte ich die "Sache" mit dem Abstand, den man im Laufe der Zeit bekommt. Stolz bin ich nach wie vor nicht. Aber die Erinnerungen an die lustigen Momente überwiegen. So ist das wohl ...

Drum streitet euch nicht all zu sehr darüber, ob nun jemand stolz oder nicht stolz war. Soll jeder für sich entscheiden. Solange nicht jemand stolz darauf ist, wenn er seine 60 Mumpeln "unvollständig" zurück gegeben hat.


EK 88 I
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#55

RE: Stolz ein Grenzsoldat gewesen zu sein ?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 20:03
von Mike59 | 7.955 Beiträge

Zitat von chucky
ich bin kein Grenzer,

aber ich frage euch: wart ihr stolz ein Grenzsoldat zu sein

Rainer -Maria los.....



Geändert von Angelo von "seit" in "wart" Es gibt keine Grenztruppen mehr und das seit 20. Jahren


--------------------------------------------------
Kann ich nur mit Ja beantworten. Ist eine Sache die nur jemand bewerten kann der selber an der Grenze war.

mike59


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#56

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 20:48
von Granate | 132 Beiträge

hey ihr alle.als ich 1987 nach potsdam kam,wusste ich nicht das ich gak gelandet bin. wurde mir erst klar bis uns die alten gefreiten sagten es geht an die grenze.da war meine moral im keller.im dezember 1988 kam ein major auf kontrolle da war ich in ellrich.ich fragte ihn warum der ddr-staat seine leute einsperrt? er klopfte mir auf die schulter und sagte genosse gefreiter die grenze gibt es bald nicht mehr. ich dachte lieber schnauze halten.ich war nicht stolz ein grenzer zu sein,selbst in zügen der deutschen reichsbahn wurde mann als mörder betittelt und sowas ist nicht schön.



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#57

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 21:09
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Ob ich Stolz war beantwortete ich grade im Beitrag"Im Dienste des Friedens".Also sage ich mal hier nur Pauschal,JA.

Andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#58

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 21:29
von Blasse | 15 Beiträge

Ich glaube nicht ernsthaft das der Major dir 1988 sagen konnte das es die Grenze bald nicht mehr gibt mich hat niemand in der Bahn als Mörder bezeichnet im Gegenteil mitunter wurde ich auf ein Bier eingeladen ich bin meistens mit ehem. Bauarbeitern im Zug Richtung Chemnitz damals K.-M.-Stadt unterwegs gewesen.Und ich kannte das auch nicht von anderen Grenzern unserer Einheit.


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#59

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 22:28
von Katastrowski | 36 Beiträge

Schlechte Erfahrungen habe ich auch keine gemacht - nicht die Bohne.
Silvester gab's lecker Pils von den Anwohnern des Grenzgebiets und im Zug (der Reichsbahn) hat mich auch niemand angemacht.
Alles in allem kann ich nichts negatives sagen.
Okay ... in Ausgangsuniform zur Disco ... das musste ich nicht haben (c:
Da haben wir lieber auf der Bude einen "gelötet" - da war auch der Weg ins Bett deutlich kürzer ...


EK 88 I
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#60

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.11.2009 08:50
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Stolz ist kein Findling, der rumliegt und ewig am Ort bleibt, es sei denn jemand strengt sich sehr an, ihn fortzuschaffen. Außerdem unterscheide ich gelegentlich zwischen Stolz und Trotz.

Als ich die Uniform eines Offiziersschülers der Grenztruppen anzog, war ich stolz.
- Dieser Stolz wurde mir schnell genommen - die (inoffizielle) gesellschaftliche Akzeptanz der Uniform war zu gering.
Als ich gute Studienleistungen brachte, war ich stolz.
- Das gilt ohne Einschränkung.
Als ich Offizier wurde, war ich stolz.
- Der Truppendienst zeigte aber schnell, dass der junge Offizier nicht viel gilt.
Als ich mich etwas in die Grenzsicherung eingefuchst hatte, war ich stolz.
- Der verflog mit den Grenzdurchbrüchen.
Als ich mir den A* wundgedient habe, war ich stolz.
- Ich war allerdings diesem Stress auf Dauer nicht gewachsen.
Als ich zum Studium nach Berlin delegiert wurde, zusammen mit 14 anderen ausgewählten Offizieren, war ich stolz.
- Wir konnten unser Studium nicht wie geplant durchführen und abschließen.
Als ich begriff, was ich alles in meiner Dienstzeit gelernt hatte, war ich stolz.
- Auf anderem Weg hätte ich vielleicht anderes oder mehr lernen können.
Ich war insgesamt Stolz darauf, Offizier gewesen zu sein.
- Die damaligen Grundlagen meines Dienstes muss ich heute in Frage stellen.

Manchmal denke ich an die DDR zurück und plötzlich fallen mir die Worte von Gajus Gracchus, einer Figur aus Howard Fasts Roman "Spartacus", ein: "Rom ist eine Hure. Aber diese Hure hat mich geboren und großgezogen."

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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