#61

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 20:49
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von ek40

Zitat von Stabsfähnrich
@SanGefr: Nicht alle an der GÜSt waren verkniffene Typen, wie diese gerne in Filmbeiträgen dargestellt werden. Der von Dir beschriebene junge Uffz.............wenn diese Begebenheit vor dem 16.02.1990 war, ist mit Bestimmtheit von der HA VI gewesen.
@EK40: die Sachen hatten sogar eine eigene Nationalhymnde: Wir sind überall. Um das Klischee zu vervollkommenden: Stasi Mitarbeiter tranken ausschließlich Meldekorn



@Stabsfähnrich:Hieß die Hymne nicht...Sing mei Sachse sing!?Und jetzt weiß ich auch,warum ich nicht bei der Stasi war... pfui Teufel....Meldekorn.....




.............aber erst in Hohenschönhausen


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#62

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 20:55
von Rostocker | 7.736 Beiträge

Mit 54 Jahren möchte ich mal sagen.Freiwillig war ich nicht bei den Grenztruppen,aber mich hat es auch nicht gestört das ich zu den GT gezogen wurde.Ich war damals 19 Jahre als ich zum Wehrdienst gezogen wurde und ich war auf einer Seite froh das ich in den Alter meinen Wehrdienst (Pflicht)Ableisten musste.Denn ich war dann mit fast ende 20 wieder zu Hause.Und Damals fast am Ende meiner Jugendzeit hatte ich ein anderes Denken wie heute.Das das nun alles Spaß gemacht haben soll,der Ansicht bin ich bis heute nicht.Wenn ich an die Ausbildung in Glöwen denke oder das Jahr am Kanten,jeden Tag ne andere Schicht und dann der Winter.Ja da war der Spaß weit weg.OK-man hat ruhiger gelebt wie bei den Muckern bei der NVA:Wiederrum,es wird auch Freiwillige gegeben haben.Aber das nun zu verallgemeinern,das es alles Freiwillige waren.Damit liegt man verkehrt.


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#63

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 21:03
von Gelöschtes Mitglied
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Ist ja ok manudave,

ich wollte nur noch mal betonen das ich nicht freiwillig dort gelandet bin und keinen angreifen.Sorry.Was ich mir vorwerfen lassen muß und kann ist die damalige Inkonsequenz.Jedoch sollte man unser damaliges Alter nicht ausser acht lassen.Es wurde doch auch ständig mit irgend welchen Sachen gedroht.Wenn ich mir heute überlege,was man mit 19 Jahren in unserem heutigen Land alles anstellen kann - ohne wirkliche Konsequenzen.Ich sage nur Jugendstrafrecht usw.
Und die Verweigerung in der DDR konnte man auch nicht mit der in der Bundesrepublik vergleichen.Wie gesagt,jeder mußte letzendlich für sich entscheiden.Eigentlich wäre jetzt die Quintessenz zu fragen,warum nicht alle DDR Bürger einen Ausreiseantrag gestellt haben?Oder wieso es die böse Wehrmacht so lang gab?
Ich persönlich hatte später im Beruf unter Repressalien zu leiden.Da ich nicht in die Partei ging und wollte,durfte ich keinen Meisterlehrgang absolvieren.Eigentlich war ich als Meister mit der späteren Option Abteilungsleiter im Maschinenbauservice vorgesehen.Ich wurde etliche male zu den Bonzen hochgeholt.Da saß der Parteisekretär der SED,die BPO,FDJ,BGL und wie die alle hießen.Die sagten wortwörtlich zu mir,"junge Bäume lassen sich biegen"!Aber ich nicht,bekamen sie zur Antwort.Nun wurde ich zur Strafe im Betrieb für 8 Wochen zur "Sozialistischen Hilfe"in eine andere Abteilung "gebeamt".Danach wollten die nochmal verlängern,doch ich ging zum Anwalt der Gewerkschaft,den gab es schon zu Ostzeiten.Jedenfalls durfte ich in meine alte Abteilung zurück.Natürlich ab jetzt unter dem besonderen Augenmerk der Werkstattleitung.Das ging noch mal so ca.2 Jahre bis sich die Lage etwas enspannte.
Zur Wende waren es genau diese Typen,die die Kollegen in die Kurzarbeit nach Hause schickten.Die bekamen alle wieder einen Posten und ziehen heute ne klasse Rente ab.Oh man(n),wenn ich die überig gebliebenen Typen sehe,kommt mir die Wut hoch.
Letztendlich möchte ich jetzt damit auch abschliessen und niemand hier mit meinen Ausführungen persönlich angreifen.

Gruß ek40


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#64

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 21:05
von TOMMI | 1.992 Beiträge

Ich setze hier mal ganz vorn an, bei der Musterung.
Man wird es mir nicht glauben, aber ich war einer von denen,
die sich die Grenze ausgesucht haben. Wobei man sagen muss,
ich habe mich auch zu 3 Jahren breitschlagen lassen.
Da hatte ich wohl eher Chancen, dass meinem "Wunsch" entsprochen wird.
Welche Motivation hatte ich? Nun, erstens, aus meiner Verwandtschaft war
jemand da. Zweitens habe ich überlegt, dass es mir dann unter Umständen
erspart bliebe, im Dreck herumzukriechen, wie bei der NVA.
Aussicht auf bessere Verpflegung taten ihr übriges. OK, damals war
ich jung und naiv. Auf jeden Fall macht man sich erst einmal verdächtig,
diesen Wunsch zu äußern. Ich bin mir sicher, dass ich mit und ohne
mein Wissen durch gewisse Stellen auf Herz und Nieren geprüft wurde.
Man bedenke, ich hatte Westverwandtschaft.
Das ging dann gleich bei der Musterung los. Nette Herren führten mit mir
Gespräche, wohl um meine Staatstreue zu testen. Offenbar ist mir dies gelungen,
denn in dem System lernte man, Opportunist zu sein.
Mit fiel auf dass auf dem Tisch, hinter dem sie und vor dem ich saß ein Brett
im Winkel von 30° von mir abgewandt angebracht war, so dass ich Schriftstücke,
die dahinter lagen, nicht sehen konnte. Die Leute hatten NVA-Uniformen, die
Litzen mit den Waffenfarben waren wein-rot. Merkwürdig, ich zählte in Gedanken
alle durch, also von dieser hatte ich nie was gehört. Erst später fiel mir ein,
dass dies das MfS gewesen sein musste.
Später wurde ich dann tatsächlich zu den Grenztruppen eingezogen.
Mehrmals wurde mir die Frage gestellt, ob ich auch schießen würde.
Als gelernter Opportunist versuchte ich mich, so durchzuschlängeln, dass ich erstens
nicht als schießwütig galt und zweitens mein Gegenüber eine zufriedenstellende Antwort
erhielt.

Das erste mal fragte man mich bei der Musterung:
"Sie haben ja Verwandtschaft in der BRD. Stellen Sie sich vor, von denen würde einer
die Staatsgrenze verletzen. Dann müssten Sie schießen."

Bemerkenswert war, dass man hier noch nicht zugab, dass die GT dazu eingestzt wurden,
um hauptsächlich Fluchten AUS der DDR zu verhindern. Stattdessen das Märchen vom
Schutz vor dem bösen Westen. Absicht oder Naivität eines Etappenoffiziers?
Jedenfalls antwortete ich: "Das würden die nie machen." Offenbar war man mit dieser Antwort
zufrieden. Man hakte nicht nach.

Das zweite Mal von meinem Gruppenführer in der "Keimschmiede".
"Würden Sie die Schusswaffe anwenden?"
Hier versuchte ich, das ganze ins Lächerliche zu ziehen.
Ich sagte: "Wenn ich nachts wegen so jemanden aus dem Bett geholt werde."
Tatsächlich konnte ich richtig sauer werden, wenn man mich nachts weckte.
Wieder war man mit meiner Antwort zufrieden.

Dann gab es drei Gespräche, die, fast auf den Wortlaut genau, ähnlich verliefen.
Und zwar in der "Keimschmiede" mit meinem Zugführer, in der Grenzkompanie mit
meinem KC und dann mit meinem StKC, welcher auch mein inoffizieller Zugführer war.
Hier stellte man mir diese Frage wieder.
Und ich schlängelte mich wieder. Ich lenkte das ganze in Richtung Notwehr und sagte
in etwa sinngemäß: "Wenn man bedenkt, dass schon 25 Grenzer ums Leben gekommen sind,
da würde ich mich auf jeden Fall wehren."

Bemerkenswerterweise kam dann als Antwort: "Das schlimme ist, dass die meisten von
denen auch noch selbst Schuld sind."

Das gab mir etwas von einem aha-Effekt. In der Öffentlichkeit wurden diese Leute zu
Helden und Märtyrern gemacht und hier das? Also haut man uns da draußen die Taschen voll?
Wie dem auch sei, ich habe in keinem Gespräch zum Ausdruck gebracht, dass ich einfach so
auf Flüchtlinge losballern würde. Man hat dann nie mehr nachgefragt. Grenzdienst durfte
ich trotzdem machen.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


zuletzt bearbeitet 03.11.2009 21:06 | nach oben springen

#65

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 04.11.2009 00:06
von glasi | 2.815 Beiträge

hallo jungs. ich bin gerade nach hause gekommen.. ich will auch noch ein parr zeilen schreiben. der bund und die nva das ist ein unterschied wie tag und nacht. das erste wochenende zuhause. kein uniformzwang nach dienstschluß. im 2 dienstjahr mit fast allen vorgestzten per du. und und . wenn ihr noch was wissen wollt fragt mich einfach. lg glasi



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#66

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 04.11.2009 09:26
von küche69 | 428 Beiträge

Ich wurde am 04.05.1988 einberufen und diente bis zum 26.10.1989 meine vollen 18 Monate, damit waren wir wohl der letzte Durchgang der seine 18 Monate schruppen musste.

Am Abend des 04.05.88 mussten ich mich um 19.00 Uhr am Rat des Kreises in Leipzig einfinden, danach kam langes Warten. Um ca 23.00 Uhr "marschierten" ich zusammen mit all den anderen zum Güterbahnhof und standen nochmals ca. eine 1/2 Stunde rum bevor es zum Zug ging, der fuhr etwa 2 Stunden durch die Nacht und an einem Güterbahnhof irgendwo in der Einöde stiegen wir aus und warteten auf einen anderen Zug dieser war voller "Neuer" und mit diesem ging es nach Potsdam zur Grundausbildung.

Und danach war es ja bei jedem der gleiche Ablauf (außer Längerdienende)!



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#67

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 04.11.2009 11:35
von werraglück | 679 Beiträge

...es war ein grauenhafter Tag, dieser 03.05.88!

Wir trafen uns damals auf dem Hauptbahnhof in Leipzig und es ging ab nach Perleberg.

Warum hab ich das gemacht, hab ich mir auf der Fahrt dahin immer wieder gedacht...dann die Ankunft in dieser kalten Kaserne, wir mußten in Formation rein marschieren per Befehlston.
Niemand wußte, wie es weiter geht.
Wir bekamen später unsere Ausrüstung und Uniformen und noch in der Nacht ging es nach Potsdam-Wilhelmshorst zur Ausbildung.
Dort war es für mich das härteste, was ich bis dahin erlebt habe. Ich habs geschafft, wie viele andere auch und durfte ein reichliches Jahr später die blanke Freude erleben!

MfG


"Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Ge­genwart nicht verstehen und die Zukunft nicht ge­stalten"

ROMAN HERZOG
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#68

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 04.11.2009 15:33
von Luchs (gelöscht)
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Zitat von ek40
...
Das nervt mich auch immer in manchen Filmen und sogenannten Komödien.Ich weiß nicht wo die Filmemacher recherchieren.Ich habe niemals einen Grenzer auf einer GÜST (Grenzübergangsstelle) gesehen.(Daneben am Zaun-ja)Die war für uns so tabu wie für jeden anderen ehem.DDR-Bürger.Auch das immer diese sächsische Mundart angeschlagen wird.Nichts gegen den sächs.Dialekt.Den hör ich auch mal gern.Aber es ist schlicht falsch und gelogen,wenn dargestellt wird,als ob der ganze Osten sächselt(e).

ek40



Hallo ek40,

ich komme aus einer Gegend, in der doch ziemlich hochdeutsch gesprochen wird.

Die Grenze bildete auch eine, ich nenne das mal Dialektgrenze. So konnte sich das Hochdeutsch aus dem hannoverschen Sprachraum bis an die Grenze ausbreiten, ebenso die sächsische Mundart.

Als ich die ersten Kontakte zu den Leuten in der DDR hatte, kam es mir immer vor, als würden sie alle sächseln. Nachdem ich Anfang 1990 in einen Karnevalsverein in der Nähe von Halberstadt eintrat, hatte ich das Thema sächseln mal angesprochen. Keiner der Vereinskameraden war der Meinung, dass er mit sächsischem Dialekt sprach.

Seit 14 Jahren wohne ich in Ostthüringen. Den Dialekt hier höre ich gar nicht mehr. Wenn ich mich aber mit Freunden oder Verwandten im Westen unterhalte, sagen die mir häufiger, ich würde sächseln . Das finde ich nicht schlimm. Es ist ein alter, deutscher Dialekt.
Viele Grüße
Micha


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#69

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 04.11.2009 15:35
von Udo (gelöscht)
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09.11.09
Es wird, abends bei einem Bier, ein Tag der Besinnung. Ich werde zurück denken, was in den letzten 20 Jahren passiert ist, nicht nur bei mir, sondern vor allem im Freundes- und Bekanntenkreis, in der Familie, beruflich wie privat.
Eine Wehmut wird mich wohl nicht erfassen, geht es mir doch in dieser Bunten Republik eigentlich ganz gut. Das dies so ist, habe ich allerdings nicht diesem Staat, sondern ausschließlich mir selbst und meiner Familie zu verdanken.
Mir ist allerdings sehr wohl bewusst, dass dies, im Osten, nicht überall so ist.
Udo


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#70

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 04.11.2009 16:25
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Udo
09.11.09
Es wird, abends bei einem Bier, ein Tag der Besinnung. Ich werde zurück denken, was in den letzten 20 Jahren passiert ist, nicht nur bei mir, sondern vor allem im Freundes- und Bekanntenkreis, in der Familie, beruflich wie privat.
Eine Wehmut wird mich wohl nicht erfassen, geht es mir doch in dieser Bunten Republik eigentlich ganz gut. Das dies so ist, habe ich allerdings nicht diesem Staat, sondern ausschließlich mir selbst und meiner Familie zu verdanken.
Mir ist allerdings sehr wohl bewusst, dass dies, im Osten, nicht überall so ist.
Udo



Hallo Udo,

da bist du wohl im falschen Thread gelandet,hier geht es um die Einberufung.
Probier es mal hier.

Der 9. November 2009 was bedeutet dir dieser Tag?

gruß ek 40


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#71

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 04.11.2009 16:57
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Luchs

Zitat von ek40
...
Das nervt mich auch immer in manchen Filmen und sogenannten Komödien.Ich weiß nicht wo die Filmemacher recherchieren.Ich habe niemals einen Grenzer auf einer GÜST (Grenzübergangsstelle) gesehen.(Daneben am Zaun-ja)Die war für uns so tabu wie für jeden anderen ehem.DDR-Bürger.Auch das immer diese sächsische Mundart angeschlagen wird.Nichts gegen den sächs.Dialekt.Den hör ich auch mal gern.Aber es ist schlicht falsch und gelogen,wenn dargestellt wird,als ob der ganze Osten sächselt(e).

ek40



Hallo ek40,

ich komme aus einer Gegend, in der doch ziemlich hochdeutsch gesprochen wird.

Die Grenze bildete auch eine, ich nenne das mal Dialektgrenze. So konnte sich das Hochdeutsch aus dem hannoverschen Sprachraum bis an die Grenze ausbreiten, ebenso die sächsische Mundart.

Als ich die ersten Kontakte zu den Leuten in der DDR hatte, kam es mir immer vor, als würden sie alle sächseln. Nachdem ich Anfang 1990 in einen Karnevalsverein in der Nähe von Halberstadt eintrat, hatte ich das Thema sächseln mal angesprochen. Keiner der Vereinskameraden war der Meinung, dass er mit sächsischem Dialekt sprach.

Seit 14 Jahren wohne ich in Ostthüringen. Den Dialekt hier höre ich gar nicht mehr. Wenn ich mich aber mit Freunden oder Verwandten im Westen unterhalte, sagen die mir häufiger, ich würde sächseln . Das finde ich nicht schlimm. Es ist ein alter, deutscher Dialekt.
Viele Grüße
Micha




Hi Micha,

ich komme ja aus der Magdeburger Börde,also nicht weit weg von Niedersachsen.Die Hannoveraner,(dort hab ich jede Menge Verwandschaft) sprechen ja nun bekanntlich das extremste Hochdeutsch.Ich wollte in meinem Beitrag nur zum Ausdruck bringen,das nicht in ganz Ostdeutschland gesächselt wird.Erzähl das mal einem Brandenburger,Berliner,Mecklenburger etc.Denn das sind nun mal alles eigene Dialekte in den "Neuen" Bundesländern.Auch der Thüringer Dialekt unterscheidet sich vom Sächsischen erheblich.Genauso wenig wird im Magdeburger Raum "gesächselt".Denn hier herrscht noch das "Bördeplatt" vor.Leider is aber dieser Dialekt auch auf dem Rückzug und wird wohl nicht mehr lang zu hören sein.A wie Arbse / J wie Jurke / und E wie Elsardine sind bekannte Beispiele dafür.Es greift immer mehr dieses "feine" Hochdeutsch hier um sich,was ich sehr bedaure.Warum geben die Menschen ihre Mundart auf?Die "Dialektgrenze"zwischen sächsisch und "machteburjerrisch" liegt in der Gegend zwischen Schönebeck/E. und Bernburg/Köthen.Ab Nienburg / Bernburg / Köthen wird "gesächselt",bzw.alles miteinander vermischt.Halle/S.,Leipzig,Dresden,sowie das Erzgebirge und Vogtland sind die echten Sachsen-(hochburgen).Hier wird wirklich gesächselt.Und schlimm find ich das auch nicht.Doch wenn Leute aus den "alten"Bundesländern behaupten,hier wird im ganzen Osten gesächselt,wäre das so als wenn ich behaupten würde,in Schleswig bis Bayern wird hochdeutsch gesprochen.
Aber das wichtigste ist eh das wir miteinander reden und uns auch verstehen.

Gruß ek40


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#72

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 04.11.2009 18:57
von Brandy | 21 Beiträge

Hallo Ek 40 Habe gerade deinen Bericht über die Einberufung nach Halberstadt gelesen und kann bestätigen das es wirklich so war uns ging es auch so die Zylindernummer war Millitärischer Standart.Ich war1976 in Halberstadt also einige Jahre vor Dir,ich habe am zweiten Tag nach der Einberufung mal vergessen zu grüssen es war unser Hauptfeld Fähnrich Fr..... man hat der mich zur Sau gemacht er behauptete doch das er Gott sei und ich sein Untertan.


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#73

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 04.11.2009 19:58
von EK89/1 | 832 Beiträge

Nabend Leutz
Um mal wieder zum Tehma zu kommen.
Früh morgens, ich glaube 5:00Uhr war sammeln im "Max Dittel" in Meißen. Dort sasen 3Offz.,Vormalitäten wurden gemacht und danach war Taschenkontrolle nach Alk angesagt.Wir waren so 5 Mann. Dan ging es in die S-Bahn richtung Dresden. In Dresden-Zischewig wieder raus, der ganze Bahnsteig war voll von uns GLATTEN. Dan kam der Sonderzug und los ging es, alle Mann rein, Abfahrt. Unterwegs stiegen immer mehr von uns ein. Nachmittags ankommen in Potsdam, alles raus und auf die bereit stehenden W50. Ab gings in die ABK, alls es durchs Tor ging wuste ich das wars. Alles aufstellung nehmen auf dem Sportplatz, Blick richtung Sturmbahn, und dan wurde sortiert. In welche Komp. und die für die die Fahrt noch nicht zu Ende war. Das waren die Jungs die mit den W50 noch nach Glöwen musten. Dan gings auf die Komp. und die Zimmer wurden aufgeteilt, unsere Namen standen ja schon an den Betten. Nachtruhe!
Am nächsten Morgen ging es dan weiter mit Klamottenemfang und Haare schneiden.
Den Rest kennt Ihr ja dan auch alle.


EK89/I
09/87-01/88 GAR5 Potsdam,GAK 7
01/88-04/89 7.GK "Lutz Meier" Schierke
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#74

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 04.11.2009 20:49
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Brandy
Hallo Ek 40 Habe gerade deinen Bericht über die Einberufung nach Halberstadt gelesen und kann bestätigen das es wirklich so war uns ging es auch so die Zylindernummer war Millitärischer Standart.Ich war1976 in Halberstadt also einige Jahre vor Dir,ich habe am zweiten Tag nach der Einberufung mal vergessen zu grüssen es war unser Hauptfeld Fähnrich Fr..... man hat der mich zur Sau gemacht er behauptete doch das er Gott sei und ich sein Untertan.



Nabend Brandy,

ja,die Sacki's konnten dort schon ganz schön laut werden.Eigentlich wurde da permanent geschrien.Auch ich vergaß mal solch Sack zu grüßen,oder der Arm war nicht hoch genug.Da ist der Typ voll ausgerastet.An den Namen meines KC und des Fähnrichs kann ich mich leider nicht mehr erinnern.Und mit ihren "Witzen" hatten es die Bonzen also auch leicht.Konnten so jedes neue halbe Jahr den gleichen Mist von sich geben.....Wie einfallsreich.....

Gruß ek40


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#75

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 05.11.2009 01:17
von CaptnDelta (gelöscht)
avatar

Die Beiraege zu Gilbert's Uniform-Sammlung sind jetzt im folgenden Thread:
http://www.forum-ddr-grenze.de/t2066f84-...rmsammlung.html

-Th


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#76

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 10.01.2010 19:41
von Schreiberer | 210 Beiträge

Für mich war es ein nicht ganz einfach zu beschreibenes Gefühl,als ich vor dem Wehrkreiskomando in Berlin-Pankow ankam.Wir wurden auf Busse verteilt und nach Berlin Köpenik gefahren.Von dort ging es mit der Bahn nach Glöwen.Einfach war es jedenfalls für die meisten Soldaten nicht.Von Null auf Hundert begann ein völlig neuer Lebensabschnitt und das Lotterleben hatte ein Ende.Letztendlich war es für mich absolut ein Zeitraum den ich nicht missen möchte.Mfg der Schreiberer


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#77

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 10.01.2010 22:05
von member (gelöscht)
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Einberufung : Was fuer eine Erfahrung!!!!
Ich muss an dieser Stelle etwas weiter ausholen.
Als ich meinen Einrufungsbefehl erhielt, war ich hocherfreut, weil? Man erzaehlte zu Musterung, das alle, die spaeter ein studium machen moechten, muessen sich fuer 3 jahre verpflichten, ansonsten koennen sie gezogen werden bis ich glaube 36. So Ich 19 jahre alt, freude, hatte mich nur fuer 18 Monate gemeldet. Prima dachte ich
und dann gehts mal los. Ich sollte eigentlich Militaerkraftfahrer werden, jedoch stupid me, habe ich mir selber verbaut, warum?? Grosse Abschiedsparty, Silvio geht zur Fahne--- GT der DDR,toll-- feiern und? Unfall mit meinem Trabi. Sturzbetrunken, 3 Tage vor dem Befehl. Alles im A.... Jedenfalls fuehrerscheinentzug usw. aus der traum vom militaerkraftfahrer. Nun gings los. Ich musste mich als selbstanreisender im Grenzausbildungsregiement in koepenik melden. Einkleidung, sachen sollten alle passen, hoffentlich, bis die nacht um 1.00, ins bett und am naechsten morgen 5.00 war wecken. die hoelle fing an. Aber wie alle anderen auch nicht klein kriegen lassen.
Grundausbildung fuer 6 Monate. was fuer eine endlose Zeit .
Dann endlich die Versetzung ins Grenzregiment. Und alle wissen die an der mauer waren, wie es war. Gott sei Dank erinnert man sich im Nachhinein nur noch an die schoenen erlebnisse, fuer alles andere muss ich tiefer nachgraben. Kurz und knapp, ich habe es gut ueberstanden und bin als Gefreiter im 4/89 entlassen wurden.

Entschuldigt bitte meine fehler
Silvio


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#78

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.01.2010 22:48
von Chaymos | 314 Beiträge

Gemustert wurde ich zu den MOT Schützen und was kam raus die Grenze.Eiegntlich wollte ich Geologie studieren und wie von "Member"gesagt wer studieren wollte musste sich 3 Jahre verpflichten,leichter gesagt als ge´tan und ich war mit 3 Jahren dabei.Als mein Einberufungsbefehl kam hatte ich gerade ausgelernt und war 6 Monate auf Montagee gewesen.Hmmm und wo sollte es hingehen ?Unteroffiziersschule Perleberg ,das ließ mich stutzen ,wieso Uffz.schule?Nun gut dachte ich bei 3 Jahren muss man ja irgendwie zum vorgesetzten werden .Hab alles mitgemacht und stellte fest ,das es für die Grenze war ,na toll.Hatte ja von tuten und blasen damals keine Ahnung und war der Meinung kann ja nicht verkehrt sein besser als Sandlatscher .Nach einem halben Jahr Ausbildung wurden wir aufgeteilt und für mich stand der Harz auf dem Plan ,Halberstadt GR 20 und von da wurden wir weuter verschickt und ich landete dann in Schierke mitten drinn im Bergland mit viel wald ,na toll und somit begann ein 3 jähriges Abenteuer was ich mir etwas anders vorgestellt habe.
Fortsetzung folgt


02.11.1982-22.04.83 US6 Perleberg
22.04.1983-02.09.83 US6 Perleberg (Meisterlehrg.-GAK Ausbildg.)
02.09.1983-30.09.85 GR.20/2.GB/7.GK Schierke
01.10.1985-29.08.86 OHS Suhl Fähnrichlehrgang
30.08.1986-26.08.89 GR.20/2GB/7.GK Schierke
26.08.1989-11.09.89 GR.20/Stab 2.GB Stellv.GAK
11.09.1989-30.09.90 GR.20/2GB/7.GK Schierke


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#79

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 12.01.2010 10:29
von Brandy | 21 Beiträge

Hallo Kammeraden ja wie war das Damals mit der Einberufung zu den Gt.Mit Lehrbeginn1970 auch zur Musterung.Für Geeignet befunden zu den MOT-Schützen.Bald darauf bekamen wir in der Berufschule Besuch Werkreiskomando, die Überzeugten uns vom Sinn des Soldat sein.Geld,Studium,Fahrerlaubniss Wohnung und gute Rente später.Wir wahren eine reine Jungenklasse von 22 Verpflichteten sich dan rund 15,für 3,10u.25.Jahre auch ich Für 25.Jahre Berufsoldat.Es hörte sich ja alles so schöhn an was die uns erzählten zum glück wahr ich noch keine 18.Jahre als ich die Verpflichtung unterschrieb.Mitte der Lehrzeit dann feste Freundin und ,keinen Bock mehr auf langes Dienenbei der NVA.Also allen Mut zusammengenommen und hin zum WKK erst wahren sie sher Freundlich aber dannfuhren sie volle Geschütze auf von wegen Verpflichtung und so aber da ich noch keine 18.wahr,als ich das unterschrieb ist diese nicht bindent.Dan durfte ich draussen im Flur warten gute drei Stunden.Zum Abschlussgespäch wurde ich dan noch mals freundlichst bearbeitet aber ich blieb Standhaft und kohlte ab auf 18.Monate Normaldienstzeit.Die letzten worte desHauptmanns wahren Gen.Brandtwir lassen uns sehr viel Zeit.Und so kahm es dann auch.Lehre beendet und ab in die soz. Produktion.Fam.gegründet Vater geworden Heim geschaffen gutes Geld verdient und nicht an die NVA gedacht.Dann mit 24 Jahren die freudige Einberfung,zu DDR-Zeitensehr spät,das Versprechen des Hauptmannes ist erfüllt wordenFür mich wahr aber überraschend zur Grenze ich und auch meine Frau hatten ja Westferwandschaft und pflegten diese.Also ab zum GAR-M. Hop Halberstadt Kraftfahrerkompanie.Das währe dann aber mein nächstes Erlebniss über das ich noch berichten werde.bis bald Brandy


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#80

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 12.01.2010 18:15
von Roland 87 | 215 Beiträge

Gemustert wurde ich als Mot-Schütze(wurde auch nach dem Schußwaffengebrauch gefragt-was wäre wenn meine
Eltern flüchten würden?).Auf dem Einberufungsbefehl stand Eisenach,somit war mir klar das es zu den GT
geht.Am 7. 5.1986 mußte ich mich am Sammelpunkt früh 6Uhr einfinden.Nach Feststellen der Personalien wurden die Taschen nach Alk untersucht.Anschließend wurden wir zum Bahnhof geführt und in ein Zug verfrachtet.Bevor wir in den Zug stiegen wurden wir nach GAR und Kompanien aufgeteilt.Der zug war ziehmlich leer was sich aber von Bahnhof zu Bahnhof schnell änderte.Es ging über HOT,Karl-Morx-Stadt nach Leipzig.Dort wurde der Zug geteilt,wir fuhren weiter Richtung Erfurt,die anderen nach Perleberg.
Als wir endlich Nachmittag in ESA ankamen standen schon W50 bereit.Nach kurzer Fahrt über die Autobahn
sahen wir unser zukünftiges "Zuhause".Von der Abfahrt ESA West bis zur Kaserne war es ein kurzer Moment.Dort wurden wir auf dem Appelplatz begrüßt und auf unsere Kompanie geführt.Es war die 5.
Im Zimmer war schon alles eingeteilt(Bett und Schrank).In den Schränken waren Botschaften von unseren Vorgängern geschrieben:wie "Viel Spass bei den BMW-Festspielen".Uns ahnte nichts gutes.
Das Abendbrot gab es noch in Zivil,anschließend wurde Sportbekleidung ausgegeben.Am nächsten Tag war BA-Ausgabe und die Zivilkleidung mußte in ein Paket nach Hause geschickt werden.
Das war dann der Abschied vom Zivilleben für die nächsten Wochen und die Ausbildung begang...



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