#41

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 19:01
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von SanGefr
Hallo Tobi (ek40)
Ich kenne da noch ein Vorkommnis mit einem Angehörigen der Grenztruppen aus Oebisfelde, der mir heute noch in sehr angenehmer Erinnerung ist.
Es muß so im Sommer 1983, 1984 oder 1985 gewesen sein. (jedenfalls in der warmen Jahreszeit). Wir "karrten" wieder einmal einen D-Zug aus Hannover kommend durch den "großen Zaun", übergaben den Zug an die Kollegen/innen der DR und begaben uns zum Intershop. Anschließend gingen wir, mehr oder weniger die DDR-Organe grüßend, Richtung "Schleuse". Die Tür wurde mittels Türsummer geöffnet. Gleich nach dem Betreten der "Schleuse" schlossen wir die Tür wieder hinter uns. Rechts war ein Schalterfenster an dem wir unsere Personalausweise abgaben und den Schlüssel für unseren Aufenthaltsraum bekamen. Wir sagten, wie eigentlich immer, die Tageszeit an, der uns sonst immer mit einem mehr oder weniger (un)freundlichen Tagesgruß erwidert wurde. Da wir das schon wußten, nahmen wir selten Blickkontakt zu dem Uffz oder wie auch immer,auf. Diesmal war alles anders. Wir kamen rein in die Schleuse, sagten mürrisch "Guten Tag" oder auch "Tach" knallten unsere Ausweise vor das Schalterfenster und warteten auf den Schlüssel. Zu unserem Erstaunen schallte uns aus dem Schalterfenster ein freundliches und lautes "Guten Tag" heraus. Verblüfft sahen wir uns an und schauten dann durch das Schalterfenster, wer uns denn da so freundlich begrüßte. Da drin saß ein junger, strahlend lachender Grenzsoldat, gerade mal ca. 20 Jahre alt, schlank, gutaussehend, dunkelhaarig und lachte uns an (aus Freundlichkeit?) oder lachte er uns aus (weil wir so ein erstauntes Gescht machten?) vllt. sogar beides. Jedenfalls gab er uns mit einem freundlich "bitte" den Schlüssel. Wir waren echt platt. Die zweite Tür wurde von ihm per Türsummer freigegeben und wir gingen freundlich "tschüß" sagend Richtung Aufenthaltsraum. Kurz vor Einfahrt unseres Rück-Zuges mußten wir wieder durch diese Schleuse um den Schlüssel abzugeben und unsere Personalausweise zu empfangen. Ein Kollege sagte. "Den Jungen teste ich mal." Wir also rein in die Schleuse, Schlüssel hingelegt, Personalausweis in Empfang genommen. Der Kollege steckt sich eine Zigarette in den Mund und beugt sich nach vorn zur Öffnung des Schalterfensters und fragt: "Hast Du mal Feuer?" Der junge Soldat mußte wieder herzhaft lachen, griff aber zum Feuerzeug, welches links neben ihn auf dem Tisch lag und gab meinem Kollegen Feuer. Wir verabschiedenten uns freundlich und gingen durch die zweite Tür auf den Bahnsteig 1 West. Das war mal eine wunderschöne Erinnerung an einen Grenzsoldaten.
Ich gehe mal davon aus, daß dieser nette junge Mann ein Wehrpflichtiger war, dessen Heimgang schon fast unmittelbar bevorstand; denn nach dieser Begegnung haben ich ihn nicht mehr wiedergesehen. Sollte derjenige hier mit im Forum sein und sich evtl. wiedererkennen: Vielen Dank! Ein äußerst angenehme Begegnung auf einen sonst eher trüben, unfreundlichen Grenzbahnhof.



Also SanGefr,

ich glaube nicht das dort damals ein normaler Grenzer vor dir saß.In der Regel waren das alles Leute vom Ostzoll oder der Stasi.Eventuell auch noch Grenzoffiziere,aber kein Soldat aus dem Grundwehrdienst.Das nervt mich auch immer in manchen Filmen und sogenannten Komödien.Ich weiß nicht wo die Filmemacher recherchieren.Ich habe niemals einen Grenzer auf einer GÜST (Grenzübergangsstelle) gesehen.(Daneben am Zaun-ja)Die war für uns so tabu wie für jeden anderen ehem.DDR-Bürger.Auch das immer diese sächsische Mundart angeschlagen wird.Nichts gegen den sächs.Dialekt.Den hör ich auch mal gern.Aber es ist schlicht falsch und gelogen,wenn dargestellt wird,als ob der ganze Osten sächselt(e).

ek40


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#42

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 19:04
von Chris 65 (gelöscht)
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Hallo mannomann und Stabsfähnrich

Danke für Info.
Gruß Chris65


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#43

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 19:11
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

@SanGefr: Nicht alle an der GÜSt waren verkniffene Typen, wie diese gerne in Filmbeiträgen dargestellt werden. Der von Dir beschriebene junge Uffz.............wenn diese Begebenheit vor dem 16.02.1990 war, ist mit Bestimmtheit von der HA VI gewesen.
@EK40: die Sachen hatten sogar eine eigene Nationalhymnde: Wir sind überall. Um das Klischee zu vervollkommenden: Stasi Mitarbeiter tranken ausschließlich Meldekorn


Mit freundlichen Grüßen - Chris
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#44

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 19:13
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Hallo EK40,

bin voll deiner Meinung. Aus diesem Grund sehe ich mir solche Filme auch gar nicht an.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#45

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 19:23
von SanGefr | 218 Beiträge

Also bei mir war es so: Als ich am kurz vor Weihnachten 1977 entlassen wurde, mußte ich alles wieder abgeben. Fehlende Sachen mußten ersetzt werden. Mir fehlte ein Turnhemd und ein schwarzes Barett. Das wurde von dem Entlassungsgeld (800,- DM) abgezogen. Ich hatte dann ca. 775,- DM auf dem Scheck, also 25,- DM Verlust. Nach einem Jahr bekam ich Post von der StOV Bückeburg und mußte eine Teil-Einkleidung zur privaten Lagerung abholen. Dieser Einkleidung wollte ich mich mit Begründung wie: kein Platz dafür, keine Zeit für die Pflege usw. entziehen. Hat aber nix genützt. Ich mußte mir Bw-Parka, Strümpfe, Unterwäsche, Stahlhelm, Stiefel, Taschentücher, Feldhemd, Handschuhe, Essgeschirr, Koppel, Seesack und noch einige wenige Dinge zwecks privater Lagerung von der StOV Bückeburg abholen. Nach 1 1/2 Jahren ein erneuter Brief von der Bundeswehr. Alle Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände zwecks Vollständigkeitsüberprüfung bei der StOV Bückeburg vorzeigen und evtl. abgeben. Ich also wieder hin und alles vorgezeigt. Es wurde mir alles abgenommen außer Stiefel, Handschuhe, Unterwäsche und Taschentücher. Stiefel, und Taschentücher habe ich heute noch. Die warme olivgrüne Unterwäsche und die Handschuhe habe ich privat genutzt (obwohl verboten) und aufgebraucht. Die Stiefel (Knobelbecher) und Taschentücher will heute eh keiner mehr sehen. Ich habe heute noch alles Schriftliche von der Bundeswehr, Musterungsbescheid, Wehrpass, Erkennungsmarke, nach meiner Entlassung erhaltene Einberufungsbescheide für den Ernstfall, Schriftverkehr mit dem KWEA wegen der neuen Teil-Einkleidung, Bekleidungsliste (welche Bekleidung und Ausrüstung ich von der StOV Bückeburg abgeholt und wieder zurückgebracht habe)


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#46

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 19:27
von SanGefr | 218 Beiträge

@ Stabsfähnrich
Ich glaube nicht, das das ein Uffz gewesen ist. Das Dienstgradabzeichen ähnelt dem der Bundeswehr. Wenn ich mich recht entsinne, war kein Dienstgrad auf der Schulterklappe. Er hatte diese grüne Uniform an. Wir nannten es bei der Bw Kampfanzug. Bei Euch wohl Feld- oder Felddienstuniform, oder? Aber die meisten waren verkniffen, um nicht zu sagen fast alle. Und über die besondere Verkniffenheit und Unfreundlichkeit der Weiber haben wir uns hier ja schon mal unterhalten.

@ Tobi (ek40)
Es ist ja eigentlich egal welcher Einheit er angehörte. Er war jedensfalls ziemlich jung, knapp über 20 jahre alt, nett, freundlich und lachte uns an, was wir gar nicht gewohnt waren, so empfangen zu werden. Wenigstens ein Lichtblick auf diesem trüben Bahnhof und dann ist es einem egal, von welcher Einheit er stammt.

Gruß Jürgen


zuletzt bearbeitet 03.11.2009 19:34 | nach oben springen

#47

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 19:38
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von SanGefr
Q Stabsfähnrich
Ich glaube nicht, das das ein Uffz gewesen ist. Das Dienstgradabzeichen ähnelt dem der Bundeswehr. Wenn ich mich recht entsinne war kein Dienstgrad auf der Schulterklappe. Er hatte diese grüne Uniform an. Wir nannten es bei der Bw Kampfanzug. Bei Euch wohl Feld- oder Felddienstuniform, oder?



oh sorry............Du hast ja geschrieben "junger Soldat". Wenn Du noch die Schulterklappe beschreiben könntest z.B. Stabsunteroffizier war bei uns Unterfeldwebel. Unsere FDU war aber nicht grün..........sondern bräunlich, so mit kleinen Strichen drauf. Wurde auch genannt "Einstrich - Keinstrich".
Die PKE hatte aber einen Ausrüstungsgegenstand, welchen der Grenzer nicht hatte. Die s.g. PKE Jacke. Farbe lindgrün, kein Ärmelstreifen Grenztruppen aber Schulterstücke GT. Bestimmt meinste diese Jacke.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
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#48

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 19:39
von manudave (gelöscht)
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Wenn ich mir den Spass hier und im NVA-Forum so durchlese kann ich da folgenden Schluss ziehen...:

Grundsätzlich war man freiwillig an der Grenze.

Es gab aber auch Kameraden, die einfach - ohne zu fragen - dorthin verbracht wurden.
Wenn ich dann jedoch die Schusswaffenanwendung ausdrücklich verneint habe, wurde ich im Normalfall wegversetzt.

???


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#49

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 19:44
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Wenn du mit wegversetzt Rückwärtige Dienste meinst, dann meistens ja.

Stab, Küche usw. brauchten auch immer Leute.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#50

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 19:44
von Pitti53 | 8.783 Beiträge

Zitat von manudave
Wenn ich mir den Spass hier und im NVA-Forum so durchlese kann ich da folgenden Schluss ziehen...:

Grundsätzlich war man freiwillig an der Grenze.

Es gab aber auch Kameraden, die einfach - ohne zu fragen - dorthin verbracht wurden.
Wenn ich dann jedoch die Schusswaffenanwendung ausdrücklich verneint habe, wurde ich im Normalfall wegversetzt.

???



so ist es manu.meist in einen rückwärtigen stab.ein ruhiger posten


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#51

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 19:47
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von manudave
Wenn ich mir den Spass hier und im NVA-Forum so durchlese kann ich da folgenden Schluss ziehen...:

Grundsätzlich war man freiwillig an der Grenze.

Es gab aber auch Kameraden, die einfach - ohne zu fragen - dorthin verbracht wurden.
Wenn ich dann jedoch die Schusswaffenanwendung ausdrücklich verneint habe, wurde ich im Normalfall wegversetzt.

???



..........naja des Wort "Spasssssssssss" mal weg gelassen. Der Dienst an der Grenze war schon freiwillig. Nur konnte man sich dazu nicht freiwillig melden. Nach einem sehr eigenartigen Auswahlverfahren wurde dies im WKK entschieden. Bereits in der Grundausbildung wurde im Befehl 44 entschieden, wer aktiven Dienst an der Grenze verrichtet oder aber zur mat.-techn. Sicherstellung gekommen ist.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
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#52

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 19:49
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Stabsfähnrich
@SanGefr: Nicht alle an der GÜSt waren verkniffene Typen, wie diese gerne in Filmbeiträgen dargestellt werden. Der von Dir beschriebene junge Uffz.............wenn diese Begebenheit vor dem 16.02.1990 war, ist mit Bestimmtheit von der HA VI gewesen.
@EK40: die Sachen hatten sogar eine eigene Nationalhymnde: Wir sind überall. Um das Klischee zu vervollkommenden: Stasi Mitarbeiter tranken ausschließlich Meldekorn



@Stabsfähnrich:Hieß die Hymne nicht...Sing mei Sachse sing!?Und jetzt weiß ich auch,warum ich nicht bei der Stasi war... pfui Teufel....Meldekorn.....


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#53

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 19:49
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

.............kleine Korrektur: Nicht im Befehl 44, sondern in der Einschätzung des Soldaten zum Befehl 44.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
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#54

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 19:51
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von ek40

Zitat von Stabsfähnrich
@SanGefr: Nicht alle an der GÜSt waren verkniffene Typen, wie diese gerne in Filmbeiträgen dargestellt werden. Der von Dir beschriebene junge Uffz.............wenn diese Begebenheit vor dem 16.02.1990 war, ist mit Bestimmtheit von der HA VI gewesen.
@EK40: die Sachen hatten sogar eine eigene Nationalhymnde: Wir sind überall. Um das Klischee zu vervollkommenden: Stasi Mitarbeiter tranken ausschließlich Meldekorn



@Stabsfähnrich:Hieß die Hymne nicht...Sing mei Sachse sing!?Und jetzt weiß ich auch,warum ich nicht bei der Stasi war... pfui Teufel....Meldekorn.....




............was hast gegen den blauen Würger? Aber vielleicht hättest die Aufnahmeprüfung beim MfS bestanden?????


Mit freundlichen Grüßen - Chris
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#55

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 20:14
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Stabsfähnrich

Zitat von manudave
Wenn ich mir den Spass hier und im NVA-Forum so durchlese kann ich da folgenden Schluss ziehen...:
Grundsätzlich war man freiwillig an der Grenze.
Es gab aber auch Kameraden, die einfach - ohne zu fragen - dorthin verbracht wurden.
Wenn ich dann jedoch die Schusswaffenanwendung ausdrücklich verneint habe, wurde ich im Normalfall wegversetzt.
???


..........naja des Wort "Spasssssssssss" mal weg gelassen. Der Dienst an der Grenze war schon freiwillig. Nur konnte man sich dazu nicht freiwillig melden. Nach einem sehr eigenartigen Auswahlverfahren wurde dies im WKK entschieden. Bereits in der Grundausbildung wurde im Befehl 44 entschieden, wer aktiven Dienst an der Grenze verrichtet oder aber zur mat.-techn. Sicherstellung gekommen ist.




Als Spass kann und konnte ich das auch nicht bezeichnen.Und dann stösst mir hier die sogenannte Freiwilligkeit auf .Ich war nie im Leben freiwillig an der Grenze!Habe dazu schon einige Ausführungen in anderen Beiträgen gemacht.Manchmal versteh ich die Welt nicht mehr!Ich wollte da nicht hin und hab das zur Musterung gesagt!Man tat so als ob man dies akzeptiert.Aber auf der Einberufung stand dann Grenztruppen.Meistens wissen ja die Leute am meisten Bescheid,die aber auch rein gar nichts mit diesem Moloch zu tun hatten.Meine Frage ist nun,ob es hier in diesem Forum noch einen Exgrenzer wie mich gibt,der nicht freiwillig an der Grenze diente.


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#56

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 20:16
von SanGefr | 218 Beiträge

Was, zum Teufel, war die HA VI? Staatssicherheit?
Ich habe den jungen Mann halt als Grenzsoldat eingestuft. Da ja auf der Straßenbrücke am Stellwerk (war es Stw W 3?), die über den Gleisen führte, ja auch Soldaten auf Posten standen, die ebenfalls diesen grüne Feldanzug anhatten.
Er könnte auch zu der Passkontrolle gehören, da durch diese Schleuse ja auch alle Reisenden, die Richtung Hannover wollten, gehen mußten um den Ausweios vorzuzeigen. Hatten die denn auch die Passkontrolle auch grünen (Feld)-Anzüge?


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#57

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 20:17
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von manudave
Wenn ich mir den Spass hier und im NVA-Forum so durchlese kann ich da folgenden Schluss ziehen...:

Grundsätzlich war man freiwillig an der Grenze.

Es gab aber auch Kameraden, die einfach - ohne zu fragen - dorthin verbracht wurden.
Wenn ich dann jedoch die Schusswaffenanwendung ausdrücklich verneint habe, wurde ich im Normalfall wegversetzt.

???


Und gab es ja auch noch,bei totaler Ablehnung,die Spatensoldaten-so eine Art Wehrdienstverweigerer. Bei uns
waren das die Zivildienstleistenden,allerdings ohne Spaten und Soldat.



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#58

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 20:22
von manudave (gelöscht)
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Zitat von ek40

Zitat von Stabsfähnrich

Zitat von manudave
Wenn ich mir den Spass hier und im NVA-Forum so durchlese kann ich da folgenden Schluss ziehen...:
Grundsätzlich war man freiwillig an der Grenze.
Es gab aber auch Kameraden, die einfach - ohne zu fragen - dorthin verbracht wurden.
Wenn ich dann jedoch die Schusswaffenanwendung ausdrücklich verneint habe, wurde ich im Normalfall wegversetzt.
???


..........naja des Wort "Spasssssssssss" mal weg gelassen. Der Dienst an der Grenze war schon freiwillig. Nur konnte man sich dazu nicht freiwillig melden. Nach einem sehr eigenartigen Auswahlverfahren wurde dies im WKK entschieden. Bereits in der Grundausbildung wurde im Befehl 44 entschieden, wer aktiven Dienst an der Grenze verrichtet oder aber zur mat.-techn. Sicherstellung gekommen ist.




Als Spass kann und konnte ich das auch nicht bezeichnen.Und dann stösst mir hier die sogenannte Freiwilligkeit auf .Ich war nie im Leben freiwillig an der Grenze!Habe dazu schon einige Ausführungen in anderen Beiträgen gemacht.Manchmal versteh ich die Welt nicht mehr!Ich wollte da nicht hin und hab das zur Musterung gesagt!Man tat so als ob man dies akzeptiert.Aber auf der Einberufung stand dann Grenztruppen.Meistens wissen ja die Leute am meisten Bescheid,die aber auch rein gar nichts mit diesem Moloch zu tun hatten.Meine Frage ist nun,ob es hier in diesem Forum noch einen Exgrenzer wie mich gibt,der nicht freiwillig an der Grenze diente.




Hey EK40,

das sollte kein Vorwurf sein, sondern war als Frage gedacht - auf die du ja auch dankenswerte Weise mit deinem Erlebten berichtet hast.
Allerdings haben ja einige davon berichtet, dass sie bei der Musterung "Nein" sagten - trotzdem an den Kanten kamen - und dann vor Dienstantritt "Nein" zum Dienst an der Waffe sagten - und DANN versetzt wurden.

Zum Bescheid wissen äußere ich mich mal nicht, denn wie du darauf kommst weiß ich nicht.


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#59

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 20:30
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

irgendwie entfernen Wir uns vom Thema. Dieses hieß: Einberufung zu den GT.
Meine Einberufung verlief relativ ruhig. Gemustert zu den Pionieren nach Prora - Waffentechnischer Dienst. Einberufungsüberprüfung - Nachrichtentruppe, stand ich dann am Einberufungstag zusammen mit ca. 150 Anderen auf dem Hof des WKK Berlin Lichtenberg. Mit Ikarus Bussen ging es zum Bahnhof Berlin Karlshorst. Von dort über eine weite Strecke - über Torgau, Wittenberg, Cottbus wieder zurück nach Wittenberge. Dort Aufenthalt...........das Abteil lichtete sich, da die meisten umsteigen mußten um in Richtung Wismar zu fahren. Von Wittenberge ging es nach Perleberg. Dort angekommen wurde ein Marschzug formiert. Vorne weg ein LO mit Musik. Angekommen im Objekt, wurde auf dem Appellplatz Stellung bezogen. Verlesen der Namen und Aufteilung in die einzelnen Kompanien. Unrühmliche Ausnahme, bei der ansonsten freundlichen Begrüßung, war ein Unteroffizier. Dieser brüllte uns solange an mit Kommandos - Aurichten, Augen links etc. - bis diesem die Sprache weg blieb. Zugeteilt zur 7 UAK - Nachrichten - war ein einschneidenes Erlebnis für mich, dass wir, wenn wir an den UvD Tisch traten............an einem ca. drei Meter entfernten weißen Streifen Aufstellung nehmen mußten. Nach der dreimaligen Wiederholung der Meldung - der UvD hatte offensichtlich jedesmal ein Hörproblem - " Genosse Unteroffizier, gestatten Sie dass ich spreche". Erfolgte ein " Was gibt es". Ansonsten gingen die drei ersten Tage relativ ruhig ab. B/A Einkleidung - Größen vermessen, passende Uniform erhalten. Dies war garnicht so leicht - bei einer Körpergröße von 198 cm, Schuhgröße 48.
Nach dem nicht bestehen des Funkertest - didida dass ist ein A - Versetzung zur 6. UAK. Mit den Gf. relativ wenig Schwierigkeiten. Es gab nur einen.............meine Begrüssung. Der Typ war abartig. Lieblingsspiel von diesem "Fasching". Die ersten Drei durften wegtreten. Der Rest jedesmal zwei Treppen hoch, umziehen in Sportzeug, Felddienst etc.. Naja der Typ hat es noch zum Ufw. gebracht, danach zum Soldaten im GWD - wegen Kameradendiebstahl.
So dat wars ersteinmal...........


Mit freundlichen Grüßen - Chris
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#60

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 20:35
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von SanGefr
Was, zum Teufel, war die HA VI? Staatssicherheit?
Ich habe den jungen Mann halt als Grenzsoldat eingestuft. Da ja auf der Straßenbrücke am Stellwerk (war es Stw W 3?), die über den Gleisen führte, ja auch Soldaten auf Posten standen, die ebenfalls diesen grüne Feldanzug anhatten.
Er könnte auch zu der Passkontrolle gehören, da durch diese Schleuse ja auch alle Reisenden, die Richtung Hannover wollten, gehen mußten um den Ausweios vorzuzeigen. Hatten die denn auch die Passkontrolle auch grünen (Feld)-Anzüge?




Nennen wir es mal MFS.

Die Hauptabteilung VI war unter anderem zuständig für die Sicherung des Transit- und Reiseverkehrs, sowie die PKE.

Da kann dir Drewitz gute Informationen geben.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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zuletzt bearbeitet 03.11.2009 20:35 | nach oben springen



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