#21

RE: Euere guten und schlechten Kindheitserlebnisse

in Leben in der DDR 08.07.2012 21:49
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #20
Zitat von turtle im Beitrag #19
Viele Gute habe ich nicht aufzuweisen.Geboren Januar 1946. Da fehlte es an allem,dazu noch ein beschissenes Elternhaus.
Trotzdem als ich mit meinen Geschwistern unvorbereitet abgeholt wurde und in ein Kinderheim kam ,war es für mich furchtbar.
Nicht einmal verabschieden konnte ich mich von meinen Freunden.Allerdings im Kinderheim hatte ich immer genug zum Essen und war zum ersten Mal in den Ferien.(Ostsee) Das Rübenverziehen auf endlos langen Feldern der Paten LPG war mir jedoch immer ein Graus.


Hatte gestern mit meinem Angelkollegen, Jg. 1940 ein ähnliches Gespräch zu diesem Thema.
Nur sechs Jahre früher geboren, konnte er über Fluchterlebnisse aus Pommern, am Straßenrand liegende Leichen hingerichteter Desserteure, Pferdekadaver (auf denen sie als Kinder Trampolin spielten), Tage und Nächte im Luftschutzkeller mit Angst ohne Ende berichten und eine solche Kindheit ist wohl noch eine Kategorie grausamer als die ohnehin schon tragischen Erinnerungen der unmittelbaren Nachkriegsgeneration..
Unsere bornierten Politiker würden nie und nimmer Soldaten zum Hindukusch versenden, wenn sie nur einen Tag eines solchen Flüchtlingskindes miterlebt hätten.




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#22

RE: Euere guten und schlechten Kindheitserlebnisse

in Leben in der DDR 08.07.2012 22:36
von turtle | 6.961 Beiträge

Wie vielen Kindern wird die Kindheit gestohlen. Sie werden sexuell und als Kindersoldaten missbraucht. Wachsen auf in Slums ohne Zukunft. Leiden an Hunger ,Krankheit und fehlender Liebe. Statt ihnen zu helfen wandern Unsummen in bankrote Banken, Waffen, in die Korruption oder in die Taschen von Diktatoren. Wir sehen zwar ab und zu das Elend auf dem Bildschirm und empfinden Mitleid. Aber wir haben ja unsere eigenen Probleme! Sind die wirklich wichtiger? Ich bilde mir auch manchmal ein, ich kann mich frei sprechen, wenn ich ab und zu etwas für Brot für die Welt oder UNICEF spende. Was könnte so ein Kind zum Thema schreiben? Das es glücklich war als es einmal satt wurde? Selbst meine Nachkriegskindheit mit vielen Entbehrungen wäre für diese Kinder das Paradies.


zuletzt bearbeitet 08.07.2012 22:40 | nach oben springen

#23

RE: Euere guten und schlechten Kindheitserlebnisse

in Leben in der DDR 09.07.2012 07:33
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #22
Wie vielen Kindern wird die Kindheit gestohlen. Sie werden sexuell und als Kindersoldaten missbraucht. Wachsen auf in Slums ohne Zukunft. Leiden an Hunger ,Krankheit und fehlender Liebe. Statt ihnen zu helfen wandern Unsummen in bankrote Banken, Waffen, in die Korruption oder in die Taschen von Diktatoren. Wir sehen zwar ab und zu das Elend auf dem Bildschirm und empfinden Mitleid. Aber wir haben ja unsere eigenen Probleme! Sind die wirklich wichtiger? Ich bilde mir auch manchmal ein, ich kann mich frei sprechen, wenn ich ab und zu etwas für Brot für die Welt oder UNICEF spende. Was könnte so ein Kind zum Thema schreiben? Das es glücklich war als es einmal satt wurde? Selbst meine Nachkriegskindheit mit vielen Entbehrungen wäre für diese Kinder das Paradies.


Ja, was würde so ein Kind wohl schreiben- das ist der Punkt.
Solange das Problem der Bildung nicht das zentrale Thema wird, gibt es keinen nachhaltigen Fortschritt in diesen Krisenregionen.
Ich kann Dir dagen, daß ich über drei Jahre ein Patenkind in Uganda (Plan- International) mit monatlich 25 Euro finanziell betreut habe und mich wieder davon abgewendet habe, auch wenn ich es mir 10x hätte leisten können, weiter zu helfen.
Das was so brutal klingt, hat Gründe, die wohl kaum jemand versteht, ich habe es so entschieden und suche seit langer Zeit schon wirklich sinnvolle Hilfsprojekte, die das Prädikat "fortschrittlich und perspektivreich" auch verdienen.
Jener Valentino aus Uganda schickte regelmäßig zur Weihnachtszeit Zeichnungen und einzelne Worte dazu, ich setze mal voraus, daß sie tatsächlich von ihm stammten, fragte aber trotzdem in Hamburg nach, wann den spürbare Fortschritte des inzwischen zwölfjährigen Jungen bezüglich seiner Ausbildung zu erwarten sind.
Hier kam zur Sprache, daß die Eltern bestimmen, ob die Kinder regelmäßig zur Schule gehen und wenn Ernte ist, geht eben ein Teil der Kinder zum Unterricht und ein anderer Teil auf den Acker, je nachdem, ob die Familie damit zu tun hat oder nicht.
Mein Einwand, mit den Spendengeldern Geräte zur Erhöhung der Produktivität anzuschaffen um die Kinder "frei" zu kriegen wurde dahingehend abgewehrt, daß es dann Neid in den Dörfern geben würde, der sehr gefährlich werden könnte.
Ich komme da nicht mehr mit, ist es denn zu viel verlangt, daß auch Valentinos Eltern dieses kleine Opfer bingen, den Jungen wenigstens die wenigen Jahre zu einer Bildung zu verhelfen, der ihm ein Entkommen aus der Armut ermöglichen würde, damit er irgendwann auch erkennt, daß es nicht die Spendengelder irgendwelcher durchgeknallter Diktatoren sind, mit denen seine Schule gebaut wurde ?
Soll man sich denn damit abfinden, immer nur existenzielle Hilfe zu leisten, die zu nichts führt als dem Fortbestand dieses Elends ?
Ist es nicht sogar humaner, Druck auf die Hilfsorganisationen auszuüben, lieber weniger Kinder sicher durchzubringen als allen helfen zu wollen, deren Eltern nicht mal Opfer für die eigenen Kinder aufzubieten bereit sind.
Derzeit spende ich nur noch sporadisch und projektbezogen, würde aber mehr tun, wenn man strategisch etwas leistet aber leider überwiegt im Moment mein Pessimismus und ich wäre dankbar, von irgendwoher Signale zu bekommen, wo es erfolgreichere Projekte gibt, bzw. wo die Hilfsorganisationen wirklich zur Selbsthilfe qualifizieren, denn nur das hat Wert.
Man konnte mit Plan International auch zusätzliche Unterrichtsmittel versenden, dabei fiel mir aber der jeweils exorbitant hohe Portoanteil auf (1/3 des Warenwertes) und auch dafür gab es keine wirklich plausible Erklärung ("geht nur so").
Vielleicht kann jemand hier wirklich funktionierende Hilfsorganisationen oder auch positivere Erfahrungen mit Plan vermelden, ich bin ja wie gesagt weiterhin interessiert zu funktionierender Hilfeleistung, die zur langfristigen und dauerhaften Lösung führen, interessiert.
Anonyme Überweisungen an Organisationen sind nach meinem bisherigen Erfahrungen nur zweite Wahl, sobald ein Name (nicht irgendwelche Charity- Promis, die im Urwald ein paar Fotos schießen) und ein konkretes Projekt dahinter steht, würde ich wieder auf Grün schalten.



Schmiernippel hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#24

RE: Euere guten und schlechten Kindheitserlebnisse

in Leben in der DDR 02.11.2012 07:29
von jacky (gelöscht)
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Habe auch was zu erzählen meine Oma mütterlicher Seite, hatte an dem gleichem Tag wie A.H.Geburtstag. Als sie 60 wurde, gab es eine riesen Party. Viele Gäste waren da, später kamen noch ungebetene Gäste dazu, 5 Mann, die dachten es wurde von A.H. der Geburtstag gefeiert. bis meine Oma ihren Ausweis zeigte.
Wir mussten in der Schule ja immer Gedichte lernen und dann vorsprechen, ich hatte wirklich Glück dass man mich später nie mehr Gedichte vorsprechen liess, hatte nämlich immer Schluckauf
Ferienlager waren auch super. Ich war jedesmal dabei.


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#25

RE: Euere guten und schlechten Kindheitserlebnisse

in Leben in der DDR 04.11.2012 08:07
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von jacky im Beitrag #24
Habe auch was zu erzählen meine Oma mütterlicher Seite, hatte an dem gleichem Tag wie A.H.Geburtstag. Als sie 60 wurde, gab es eine riesen Party. Viele Gäste waren da, später kamen noch ungebetene Gäste dazu, 5 Mann, die dachten es wurde von A.H. der Geburtstag gefeiert. bis meine Oma ihren Ausweis zeigte.
Wir mussten in der Schule ja immer Gedichte lernen und dann vorsprechen, ich hatte wirklich Glück dass man mich später nie mehr Gedichte vorsprechen liess, hatte nämlich immer Schluckauf
Ferienlager waren auch super. Ich war jedesmal dabei.




Ja, Ferienlager waren eine schöne Erfindung und selbstverständlich waren zusätzlich auch die drei Urlaubswochen mit den Eltern noch drin.
Ich war allerdings nur dreimal im Ferienlager, das letzte in Bad Schmiedeberg war sogar ein internationales an dem auch Ruhrpottkids von DKP- Eltern aus Gelsenkirchen dabei waren.
Daß es kleine Genossen waren, allerdings erfuhr ich erst viel später mal von der betreuenden Lehrerin.
Wir hatten Tag für Tag gemeinsame Veranstaltungen, das Federballturnier hatte ich sogar gewonnen und die zwei Wochen kosteten 12 Mark.
Auch die Lager für Arbeit und Erholung sind mir noch schwach in Erinnerung, ich nahm da aber nur einmal teil, da ich schon einen festen Ferienjob bei der MITROPA Halle hatte.
Für mich war das schon was, als 14 jähriger bei Arbeiten mitzuhalten, bei denen Erwachsenen schon der Schweiß von der Stirn lief, z.B. nachdem man 300 Holzkisten mit Bier im Keller vom Band aus zu stapeln hatte oder mit zentnerschweren Handwagen die Bahnsteigkioske zu bedienen hatte.
Die Kollegen von damals waren aber nur ausnahmsweise Vorbilder, so gab es im Fahrstuhl immer einen Halt, bei dem die tatsächlich den eingeschweißten Karton mit den Wackelmännern öffneten und 1-2 Fläschchen in sich hinein schütteten, dann oft im Kiosk zusammen mit der Verkäuferin noch einen in den Kaffee und dann weiter im Takt.
Nach der Bierlieferung war auch immer die letzte Kiste übervoll, denn die verkehrt herum hineingesteckten Flaschen waren unser Zusatzhonorar, wobei ich natürlich meinen Anteil mit nach Hause nahm, während ihn die Kollegen schon vor Ort unter sich aufteilten und unbürokratisch sofort leerten.
Mag sein, daß die heutige Spaßgesellschaft über solche Kindheitserlebnisse nur mitleidig lächeln kann, immerhin mußte ich auch fünf Tage die Woche früh um 4 aufstehen und in den oft rammelvollen Zügen fast eine Stunde fahren, ich bin aber froh darüber, daß solche Erlebnisse in meine Biografie eingepreist sind, da man mich ja später auch vom Grundwehrdienst verschonte, den hätte ich auch gar nicht mehr gebraucht....



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#26

RE: Euere guten und schlechten Kindheitserlebnisse

in Leben in der DDR 08.11.2012 10:05
von jacky (gelöscht)
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #25
Zitat von jacky im Beitrag #24
Habe auch was zu erzählen meine Oma mütterlicher Seite, hatte an dem gleichem Tag wie A.H.Geburtstag. Als sie 60 wurde, gab es eine riesen Party. Viele Gäste waren da, später kamen noch ungebetene Gäste dazu, 5 Mann, die dachten es wurde von A.H. der Geburtstag gefeiert. bis meine Oma ihren Ausweis zeigte.
Wir mussten in der Schule ja immer Gedichte lernen und dann vorsprechen, ich hatte wirklich Glück dass man mich später nie mehr Gedichte vorsprechen liess, hatte nämlich immer Schluckauf
Ferienlager waren auch super. Ich war jedesmal dabei.




Ja, Ferienlager waren eine schöne Erfindung und selbstverständlich waren zusätzlich auch die drei Urlaubswochen mit den Eltern noch drin.
Ich war allerdings nur dreimal im Ferienlager, das letzte in Bad Schmiedeberg war sogar ein internationales an dem auch Ruhrpottkids von DKP- Eltern aus Gelsenkirchen dabei waren.
Daß es kleine Genossen waren, allerdings erfuhr ich erst viel später mal von der betreuenden Lehrerin.
Wir hatten Tag für Tag gemeinsame Veranstaltungen, das Federballturnier hatte ich sogar gewonnen und die zwei Wochen kosteten 12 Mark.
Auch die Lager für Arbeit und Erholung sind mir noch schwach in Erinnerung, ich nahm da aber nur einmal teil, da ich schon einen festen Ferienjob bei der MITROPA Halle hatte.
Für mich war das schon was, als 14 jähriger bei Arbeiten mitzuhalten, bei denen Erwachsenen schon der Schweiß von der Stirn lief, z.B. nachdem man 300 Holzkisten mit Bier im Keller vom Band aus zu stapeln hatte oder mit zentnerschweren Handwagen die Bahnsteigkioske zu bedienen hatte.
Die Kollegen von damals waren aber nur ausnahmsweise Vorbilder, so gab es im Fahrstuhl immer einen Halt, bei dem die tatsächlich den eingeschweißten Karton mit den Wackelmännern öffneten und 1-2 Fläschchen in sich hinein schütteten, dann oft im Kiosk zusammen mit der Verkäuferin noch einen in den Kaffee und dann weiter im Takt.
Nach der Bierlieferung war auch immer die letzte Kiste übervoll, denn die verkehrt herum hineingesteckten Flaschen waren unser Zusatzhonorar, wobei ich natürlich meinen Anteil mit nach Hause nahm, während ihn die Kollegen schon vor Ort unter sich aufteilten und unbürokratisch sofort leerten.
Mag sein, daß die heutige Spaßgesellschaft über solche Kindheitserlebnisse nur mitleidig lächeln kann, immerhin mußte ich auch fünf Tage die Woche früh um 4 aufstehen und in den oft rammelvollen Zügen fast eine Stunde fahren, ich bin aber froh darüber, daß solche Erlebnisse in meine Biografie eingepreist sind, da man mich ja später auch vom Grundwehrdienst verschonte, den hätte ich auch gar nicht mehr gebraucht....

Ich war in PA immer die beste mit eins. ein arbeitstier bin ich auch heute noch. ja die jugend von heute kann da nicht mehr mitreden. was mir auch viel spass machte, war die vormilitärische übung. zwei wochen oder so.


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#27

RE: Euere guten und schlechten Kindheitserlebnisse

in Leben in der DDR 08.11.2012 11:55
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Also ich empfinde meine Kindheit als schön.
War ein typisches Landkind, kein Kindergarten, dafür reichlich Auslauf, man war nicht so überbehütet wie ich es heute bei meinen Enkeln sehe.
Wir haben mit nur einem Fernsehprogramm und ohne Xbox überlebt, dafür haben wir Banden gebildet, uns gekloppt und sind mit Zinkbadewannen übern Dorfteich gepaddelt.
Wenn du es übertrieben hast gab es, auch als Nachzügler, ein Paar saftige hinter die Ohren und auch das hat nicht geschadet.
Respekt und Disziplin sind ja für viele Kinder heute schon Fremdwörter.


Eisenacher und VNRut haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.11.2012 12:01 | nach oben springen

#28

RE: Euere guten und schlechten Kindheitserlebnisse

in Leben in der DDR 08.11.2012 13:19
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #27
Also ich empfinde meine Kindheit als schön.
War ein typisches Landkind, kein Kindergarten, dafür reichlich Auslauf, man war nicht so überbehütet wie ich es heute bei meinen Enkeln sehe.
Wir haben mit nur einem Fernsehprogramm und ohne Xbox überlebt, dafür haben wir Banden gebildet, uns gekloppt und sind mit Zinkbadewannen übern Dorfteich gepaddelt.
Wenn du es übertrieben hast gab es, auch als Nachzügler, ein Paar saftige hinter die Ohren und auch das hat nicht geschadet.
Respekt und Disziplin sind ja für viele Kinder heute schon Fremdwörter.





...das sind die dramatischen Auswirkungen einer s. g. 68-er- Generation Made in Western Germany. Einführer antiautoritärer Erziehung und des Multi- Kultiwahns. Alles kläglich gescheitert. Mit den dramatischen Auswirkungen schlägt sich heute jeder (kleine) Mann, jede (kleine) Frau, jede kleine Familie herum. Jugendgewalt, Jugendkriminalität, s. g. Intensivtäter schon im jungen Alter, Schulabbrecher, zerbrechende Familien und und und!. Heute nennen sich diese einstigen Revoluzzer hauptsächlich die Grünen, haben aber längst alle anderen Parteien genauso unterwandert. Betrachtet man die stimmengewaltigen Vorbeter, haben diese finanziell bestens ausgesorgt, sind aber doch statistisch gesehen eine absolute Minderheit, die es -wie auch immer- geschafft hat, der Mehrheit ihre Meinung, ihre ach so tollen aber realitätsfremden Lebensweisheiten aufzudrücken. Kommerziell wird dies dann noch zur besten Sendezeit in den berühmt- berüchtigten TV- Serien "verkauft".
Umgangssprachlich nennt man es wohl auch "Hartz- IV- TV", ohne das ich mit dieser Bezeichnung jetzt und hier einen Hartz- IV- Empfänger zu Nahe treten will!

Das total dramatische was ich dabei sehe, das diese nicht wenigen nach den o.g. Erziehungsmethoden und nach "...neuesten wissenschaftlichen erkenntnissen..." fehlerzogenen, fehlgeleiteten jungen Menschen selbst irgendwann Kinder zeugen, gebären, erziehen wollen-

Was bitte soll dabei herauskommen? Die totale Anarchie von Ungehorsam, Fun- und Spaßgesellschaft, neue Formen der Gewalt eben und gerade gegen Kinder...?

Oder haben wir das etwa schon?


Da lob ich mir doch in vielen Facetten die gute alte Zeit meiner Kindererziehung zu Respekt gegenüber Älteren und Eltern, gegenüber Werten, Tugenden wie Hilfsbereitschaft und Fleiß, Disziplin und Rücksichtnahme.


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
Eisenacher und VNRut haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#29

RE: Euere guten und schlechten Kindheitserlebnisse

in Leben in der DDR 10.11.2012 00:38
von ddr-bürger (gelöscht)
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mein erstes moped, was war ich begeistert, ein gebrauchter "star", dann wurde gebastelt, kotflügel, lenker, auspuff (alles die unerlaubten dinger), vor den "Grünen" immer auf der flucht
bis heute hat sich die liebe zu den "alten karren" gehalten

ergänzung, ferienlager war mir ein greul, mußte hin befehl von den eltern, war schon immer mehr ein einzelgänger


zuletzt bearbeitet 10.11.2012 00:40 | nach oben springen

#30

RE: Euere guten und schlechten Kindheitserlebnisse

in Leben in der DDR 10.11.2012 05:37
von WernerHolt (gelöscht)
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gibt ein text bei fb ,der ganz gut zu meiner kindheit passt.............

Zitat
Ich wurde in den 80er Jahren geboren, wuchs in den 90er Jahren auf. Wir sind die letzte Generation, die auf der Strasse gespielt hat, die Erste, die Video-Spiele gespielt hat und wir sind die Letzten, die Songs aus dem Radio auf Kassetten aufnahmen, wir sind die Pioniere der Walkman-Zeit. Wir haben gelernt, wie man den... Videorekorder bedient, spielten mit Atari, C 64, Amiga, Super Nintendo, Sega
...... und Game Boy. Wir sind die Generation der Thunder Cats, Bravestarr, Ninja Turtles, He-Man, Transformers. Wir lebten ohne Handy, fuhren mit drei Personen auf einem Fahrrad kilometerweit weil Mami uns nicht durch die Gegend chauffierte. Wir hatten keine 99 Fernsehsender, Flachbildschirme, Surround Sound, MP3, iPod, Facebook oder Twitter ... aber dennoch hatten wir eine tolle Zeit!



so war es.........

grüße

WH


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#31

RE: Euere guten und schlechten Kindheitserlebnisse

in Leben in der DDR 10.11.2012 07:12
von furry | 3.572 Beiträge

1951 geboren als Sohn einer Jugendliebe, die beide aus Schlesien stammten und sich nach dem Krieg im nördlichen Thüringen wiedergefunden haben. Diese Wiederfindung fand aber erst 1950 statt, als mein Vater aus französischer Kriegsgefangenschaft entlassen wurde.
Fange ich mal mit den weniger erfreulichen Erlebnissen an. Die waren meist schmerzhaft, aber berechtigt, denn ich habe es meinen Eltern nicht immer leicht gemacht. Wie das eben so ist mit Ursache und Wirkung.
Aufgewachsen bin ich auf einem Dorf, kam dann wohl 1954 in den Kindergarten. Das war eigentlich recht schön, nur mussten wir da nach dem Mittag immer schlafen. Das fand ich weniger schön, denn diese Zeit hätte man sinnvoller nutzen können. Unter sinnvoll meine ich irgendwelchen Unfug anstellen. Wir waren eigentlich sonst den ganzen Tag im Dorf unterwegs, besonders gern auf der LPG. Im Sommer rannten wir nur barfuss und in Turnhose rum und es machte nichts, wenn man mal in einen Haufen Hühnerscheiße getappt ist. Gebadet wurde einmal in der Woche in einer Zinkbadewanne. Dafür mussten meine Eltern das Wasser aber in Eimern ranschleppen, Wasser aus Wand gab es nicht. Das Gleiche mussten sie tun, wenn mal Waschtag war. Sie hatten es nicht einfach, haben es einem aber nicht merken lassen.
Dann kam die Einschulung. Zu der Zeit wuchsen die Zuckertüten noch auf Bäumen. Meine Zuckertüte bekam ich als Letzter aus der Klasse und die hing in der hintersten Ecke an einem Busch. Der Hausmeister wusste sicher, warum er mich auf diese Weise willkommen hieß. In der Schule waren wir dann drei Klassen in einem Raum, die von einem Lehrer beschäftigt wurden. Geschrieben wurde anfangs noch auf Schiefertafel. Mit 7 Jahren bekam ich mein erstes Fahrrad. Das Ding hat damals 250 Mark gekostet und die haben meinen Eltern dann gewiss an anderer Stelle sehr, sehr gefehlt.
1960 sind wir dann in die Stadt gezogen. Für diese AWG-Wohnung musste mein Vater, der Lokführer war und durch viele Überstunden das Familienbudget aufbesserte, noch zusätzlich 800 Aufbaustunden leisten. Trotzdem hatte er immer wieder Zeit gefunden, mit mir etwas zu unternehmen. In der Stadt hat es mir anfangs gar nicht gefallen. Die Wohnung war ja sehr schön, aber die Freunde fehlten. Aber im Laufe der Zeit hat sich das Problem auch erledigt. Gern erinnere ich mich an die Fahrradtouren, die ich mit meinem späteren Freund unternommen habe, u. a. 36 Kurven auf den Kyffhäuser non stop, oder von Nordhausen nach Sangerhausen, nur um dort in einem Wohnblock mal mit dem Fahrstuhl zu fahren.
Ferienlager wurden auch und gern besucht. Mehrmals war ich im Lager der Reichsbahn in Gehren im Thüringer Wald. Wir Jungs waren in einer Baracke untergebracht, Toilette war ein Donnerbalken im Wald, wo ab und an mal Chlorkalk ausgestreut wurde. Gewaschen haben wir uns in dem nahegelegenen Bach und einmal in der Woche ging es zum Duschen in ein benachbartes Bergwerk. Heute wäre das alles kaum denkbar, aber an dieses Ferienlager erinnere ich mich sehr gern.
Was das Lernen angeht, war und bin ich ein total fauler Mensch. Für mich war und ist wichtig, dass ich Dinge begreife. Trotzdem durfte ich später zur EOS wechseln. Und wegen meiner Faulheit erreichte ich in Deutsch, Russisch und Latein relativ hohe Wertungsnoten, die mir meinen Berufswunsch Tierarzt mächtig verhagelten. Zum „Glück“ wurden mir direkt nach dem Abi für meine weiteren Überlegungen bzgl. meines Lebensweges 18 Monate Bedenkzeit in einem Camp mit einem netten Betreuungs- und Animateurteam gegönnt.
Auf dem Bild hinten in der Mitte mit dem weißen Hemd sollte ich sein, wenn ich mich recht erinnere.

Angefügte Bilder:
Klassenfoto24.jpg

"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
zuletzt bearbeitet 10.11.2012 07:14 | nach oben springen

#32

RE: Euere guten und schlechten Kindheitserlebnisse

in Leben in der DDR 10.11.2012 23:00
von VNRut | 1.485 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #27
Also ich empfinde meine Kindheit als schön.
War ein typisches Landkind, kein Kindergarten, dafür reichlich Auslauf, man war nicht so überbehütet wie ich es heute bei meinen Enkeln sehe.
Wir haben mit nur einem Fernsehprogramm und ohne Xbox überlebt, dafür haben wir Banden gebildet, uns gekloppt und sind mit Zinkbadewannen übern Dorfteich gepaddelt.
Wenn du es übertrieben hast gab es, auch als Nachzügler, ein Paar saftige hinter die Ohren und auch das hat nicht geschadet.
Respekt und Disziplin sind ja für viele Kinder heute schon Fremdwörter.



Schuld ist die Antiautoritäre Erziehung in den Schulen und in den heimischen (alkoholisierten) Brutstätten. Die Lehrer(innen) schauen lieber weg und stellen ihre Ohren auf Durchzug und gehen damit den Weg des geringsten Widerstandes. Ich kann ein Lied von singen, mache gerade eine Maßnahme in einer Schule für Lernbehinderte. Da werden Lehrerinnen mit "alte Vot...e, Schlam...e etc. betitelt, mich wunders, dass nicht manchmal ihre Hände ausrutschen. Aber bevor die Bööd-Zeitung wieder von schlagende Lehrer schreibt und eine Verurteilung (Versetzung) droht, schaut man halt weg. Vom Elternhaus ist nur Ärger vorprogrammiert. Lehrer(innen) sprechen unterdessen von "jetzt kommen die kleinen Terroristen (Bombenleger) schon wieder" und "Du bist nicht dumm - Du bist saudumm, alles Hartz IV-Empfänger". Da bleibt einen die Spucke weg, schon mal weil man weiß, wie schnell durch Krankheit, Berufsunfähigkeit, betriebliche Situationen (Kündigungen durch Auftragsverlust und Insolvenz) in diese Lage gelangt.

In der angrenzenden Grundschule ist es aber nicht viel besser. Schon 12-jährige und ältere Schüler qualmen auf dem Schulhof bzw. im Schulgebäude, terrorisieren Mitschüler, besprühen Wände, WC werden als Müllhalden missbraucht und Möbel sinnlos zerstört. Im Schulbusverkehr (Linienverkehr) werden die Füsse auf den Sitzen abgestellt und bei freundlichen Ermahnungen bekommt man zur Antwort "Was will´sten Alter, mach Schnapper" bzw. "Fass mich nicht an, Alter". Andere Fahrgäste werden beleidigt und bepöbelt, trotz Handyverbot im Bus spielen 90% mit Handys, iPhone etc. Selbst die Fahrer schauen weg, denn welcher Fahrer möchte schon verurteilt werden, wenn er ein Schüler an die frische Luft setzt.

Sinnvoller wäre es gewesen, wenn man etwas vom DDR-Schulsystem http://www.welt.de/print-welt/article400...tem-lernen.html übernommen hätte. Früher gab´s UTP, ESP, PA und heute weiß Keiner wie man mit Besen und Schippe umgeht.

Gruß Wolle


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
Damals87 und grenzgänger81 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#33

RE: Euere guten und schlechten Kindheitserlebnisse

in Leben in der DDR 28.05.2013 19:27
von grenzgänger81 | 968 Beiträge
Wolle. Du sprichst mir aus dem Herzen !!!


Zitat von VNRut im Beitrag #32
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #27
Also ich empfinde meine Kindheit als schön.
War ein typisches Landkind, kein Kindergarten, dafür reichlich Auslauf, man war nicht so überbehütet wie ich es heute bei meinen Enkeln sehe.
Wir haben mit nur einem Fernsehprogramm und ohne Xbox überlebt, dafür haben wir Banden gebildet, uns gekloppt und sind mit Zinkbadewannen übern Dorfteich gepaddelt.
Wenn du es übertrieben hast gab es, auch als Nachzügler, ein Paar saftige hinter die Ohren und auch das hat nicht geschadet.
Respekt und Disziplin sind ja für viele Kinder heute schon Fremdwörter.



Schuld ist die Antiautoritäre Erziehung in den Schulen und in den heimischen (alkoholisierten) Brutstätten. Die Lehrer(innen) schauen lieber weg und stellen ihre Ohren auf Durchzug und gehen damit den Weg des geringsten Widerstandes. Ich kann ein Lied von singen, mache gerade eine Maßnahme in einer Schule für Lernbehinderte. Da werden Lehrerinnen mit "alte Vot...e, Schlam...e etc. betitelt, mich wunders, dass nicht manchmal ihre Hände ausrutschen. Aber bevor die Bööd-Zeitung wieder von schlagende Lehrer schreibt und eine Verurteilung (Versetzung) droht, schaut man halt weg. Vom Elternhaus ist nur Ärger vorprogrammiert. Lehrer(innen) sprechen unterdessen von "jetzt kommen die kleinen Terroristen (Bombenleger) schon wieder" und "Du bist nicht dumm - Du bist saudumm, alles Hartz IV-Empfänger". Da bleibt einen die Spucke weg, schon mal weil man weiß, wie schnell durch Krankheit, Berufsunfähigkeit, betriebliche Situationen (Kündigungen durch Auftragsverlust und Insolvenz) in diese Lage gelangt.

In der angrenzenden Grundschule ist es aber nicht viel besser. Schon 12-jährige und ältere Schüler qualmen auf dem Schulhof bzw. im Schulgebäude, terrorisieren Mitschüler, besprühen Wände, WC werden als Müllhalden missbraucht und Möbel sinnlos zerstört. Im Schulbusverkehr (Linienverkehr) werden die Füsse auf den Sitzen abgestellt und bei freundlichen Ermahnungen bekommt man zur Antwort "Was will´sten Alter, mach Schnapper" bzw. "Fass mich nicht an, Alter". Andere Fahrgäste werden beleidigt und bepöbelt, trotz Handyverbot im Bus spielen 90% mit Handys, iPhone etc. Selbst die Fahrer schauen weg, denn welcher Fahrer möchte schon verurteilt werden, wenn er ein Schüler an die frische Luft setzt.

Sinnvoller wäre es gewesen, wenn man etwas vom DDR-Schulsystem http://www.welt.de/print-welt/article400...tem-lernen.html übernommen hätte. Früher gab´s UTP, ESP, PA und heute weiß Keiner wie man mit Besen und Schippe umgeht.

Gruß Wolle



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#34

RE: Euere guten und schlechten Kindheitserlebnisse

in Leben in der DDR 28.05.2013 19:52
von bendix | 2.642 Beiträge

Zitat
..Sinnvoller wäre es gewesen, wenn man etwas vom DDR-Schulsystem http://www.welt.de/print-welt/article400...tem-lernen.html übernommen hätte. Früher gab´s UTP, ESP, PA und heute weiß Keiner wie man mit Besen und Schippe umgeht.

Gruß Wolle




Rot: Das stimmt so nicht ganz .In meinem Betrieb sind jedes Jahr Praktikanten aus der 9. und 10. Klasse für 2 Wochen beschäftigt.
Nach Beendigung des Praktikums müssen sie in der Schule das Projekt verteidigen wie mir ein Schüler mal erzählte.
Auch in anderen Einrichtungen (Krankenhaus,Handwerksbetriebe,Anwaltsbüro ect)sind Schüler vertreten.
Und die schwingen nicht nur den Besen schliesslich sollen sie ja aus der "Arbeitswelt" etwas mitnehmen was für ihr späteres Dasein von Wichtigkeit ist.
Wie nun jeder einzelne Schüler im einzelnen damit umgeht ist eine ander Sache.

Gruss bendix


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
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