#21

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 19:33
von Merkur | 1.021 Beiträge

Ende 1989/Anfang 1990 wurde die Lage wesentlich realistischer beurteilt.
In einem Dokument des Unabhängigen Untersuchungsausschusses (UUA) Rostock heißt es zur Auflösung der UHA der BV Rostock:
"Die Gefangenen wollten in den MfS-Räumlichkeiten bleiben und auf keinen Fall in das Untersuchungsgefängnis der Volkspolizei verlegt werden." Ich kann mir z. B. nicht vorstellen, dass jemand freiwillig an einem Ort bleibt, an dem er gedemütigt, gequält o. ä. wurde. Weiterhin schreibt der UUA, dass weder Hinweise auf körperliche Folter noch Vergiftungen etc. gefunden worden sind.



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#22

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 19:33
von manudave (gelöscht)
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Diese Häftlinge müssen auch immer übertreiben.

Alle 250.000 wurden doch durch den Staat ernährt und hatten nichts zu befürchten. Schließlich gab es Vorschriften -
die galt es einzuhalten. Und wenn das nicht getan wurde, gab es sofort Ärger vom Vorgesetzten. Und wehe die Presse bekam
davon Wind.
Denn in den Urlaubs- äh Justizvollzugsanstalten der DDR gab es nunmal keine Folter - weder seelische und schon gar nicht körperliche, wurde nicht geselbstmordet, saß man nicht grundlos und erst recht wusste jeder wo er war - schließlich konnte man das in den Aufenthaltsräumen bei Obst und Fernsehunterhaltung von den anderen Häftlingen erfahren.

Schade, dass ich nicht dort war - es wäre mir wohl gut ergangen...


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#23

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 19:48
von Jameson | 759 Beiträge

Zitat von manudave
Diese Häftlinge müssen auch immer übertreiben.
Alle 250.000 wurden doch durch den Staat ernährt und hatten nichts zu befürchten. Schließlich gab es Vorschriften -
die galt es einzuhalten. Und wenn das nicht getan wurde, gab es sofort Ärger vom Vorgesetzten. Und wehe die Presse bekam
davon Wind.
Denn in den Urlaubs- äh Justizvollzugsanstalten der DDR gab es nunmal keine Folter - weder seelische und schon gar nicht körperliche, wurde nicht geselbstmordet, saß man nicht grundlos und erst recht wusste jeder wo er war - schließlich konnte man das in den Aufenthaltsräumen bei Obst und Fernsehunterhaltung von den anderen Häftlingen erfahren.
Schade, dass ich nicht dort war - es wäre mir wohl gut ergangen...


________________________________________________________________________________________________________________

Hallo Manudave,

aus Dir wäre bestimmt auch ein hervorragender DDR- Funktionär geworden. Schnellschüsse, Tunnelblick...

Ahoi Jameson



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#24

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 19:56
von manudave (gelöscht)
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...geh mal davon aus, dass ich damals auf einem guten Weg war...


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#25

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 19:57
von Merkur | 1.021 Beiträge

[quote="manudave"] wurde nicht geselbstmordet, /quote]

Was heute alles so behauptet wird. Gibts dafür Belege, ist jemand dafür nach 1990 belangt worden?
Los @manudave, da Du vorzüglich informiert bist, kannst Du mir sicher im Detail schildern, wer z. B. Horst Garau in Bautzen umgebracht hat. Ich bin gespannt.



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#26

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 20:10
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Ja und über die Verhältnisse der BV Neubrandenburg kannst mich auch gleich aufklären, viellecht ist einem vieles entgangen.

@ Merkur

Das mit der UHA Rostock war in NB noch ausgeprägter, UHA Bj. 1985, mit kompletter medizinischer Ausstattung usw. oder Knast in Neustrelitz Bj. 1885 oder so. Da blieben auch viele lieber im "schlimmen Stasi Foltergefängnis"

@ drewitz

wie recht du hast


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#27

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 20:11
von manudave (gelöscht)
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Ich kenne diesen Fall Horst Garau nicht - muss ich auch nicht.

Über das vorzüglich informiert grinse ich mal ein wenig...

Was das Belangen nach 1990 angeht:

Ja, du hast recht - es ist kaum jemand für so etwas belangt worden. Warum auch? Zeugen waren wohl die Uniformierten o.ä. selbst und ganz ehrlich: Würdest du dir selbst ins Bein schießen?

Eine seltsame Begebenheit bei Morden ist, dass das Opfer den Täter nachher nicht wiedererkennen kann.


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#28

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 20:14
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von glasi
tja. ich weiß nicht was diese dikusion bringen soll. gefangene schreiben wie sie es empfunden haben. unsere freunde des mfs sagen es war nicht schlimm. wie soll das jetzt weitergehen?



nein @glasi, ich habe es eindeutig geschrieben, dass es ein traumatisches erlebnis ist, wie in jedem anderen knast der welt. nur diese übertreibungen sollte man sich sparen...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#29

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 20:18
von manudave (gelöscht)
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Und genau das ist es:

"...wie in jedem anderen Knast der Welt"

Das waren sie nunmal nicht - kauf dir mal ein paar Bücher, wo Opfer (und das waren zehntausende) über die "Erlebnisse" berichten:

LÜGEN DIE ALLE ???? HABEN DIE SICH ALLE ABGESPROCHEN ??? ÜBERTREIBEN DIE ALLE ???

Mensch, les doch mal selbst, was du hier los lässt

Mann o Mann...


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#30

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 20:18
von Drewitz | 356 Beiträge

Zitat von dein1945
[quote="Drewitz"]Ist mal wieder die alte Crux-wir waren nun mal die bösen.Punkt.Und denen glaubt man eben per se nicht.
Wir haben die anderen eingesperrt.Deshalb sind das die guten.Und denen glaubt man eben.Punkt.

Wir wollen eben nur verschleiern,uns reinwaschen und lügen.Sind nunmal so ausgebildet und erzogen.Auch Punkt.
Ist ein Axiom und braucht nicht bewiesen zu werden.

Kaum zu Glauben! Du hast mir doch nur den Stempel in meinen Pass gedrückt, kann man eigentlich am Stempel erkennen wer den rein gehauen hat?
Kann mich nach soviel Jahren nicht mehr daran erinnern, aber kann ja sein das ich auch einen von Dir habe, damals silberner Audi 100, Reisepass aus OB !




Was ist kaum zu glauben?Das ich nur PKE war und mich mit einreihe?Hatte den gleichen Dienstausweis und Dienstherren wie die anderen. Verwundert guck

Man könnte rausbekommen wem Du welchen Stempel zu verdanken hast.Welche Güst steht drauf,Datum und die klein"Anscheißernummer" in der Ecke.Also rausbekommen welcher Zug an dem Tag Dienst hatte und welcher Mitarbeiter
diese Nummer hatte.
Ich war der Uffz in der Annahme mit dem schiefen Grinsen und den dummen Sprüchen-und dem Gruß:Na denn-jute Reise!

Drewitz


MfS,BV Potsdam,Abt.VI,PKE Drewitz 1.Zug,1.Gruppe 1988-1990 danach GR44 bis zum Ende


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#31

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 20:19
von Alfred | 6.853 Beiträge

Gilbert,

es íst doch ganz einfach.

In der DDR saß man undemokratisch in U - Haft.

In der BRD sitzt Du ganz denmokratisch deine 1 oder 2 Jahre oder noch länger in U - Haft.

Das man DIR das immer wieder erklären muss....


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#32

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 20:20
von Drewitz | 356 Beiträge

Tja-Gilbert...das Axiom-denk immer an das Axiom!
Drewitz


MfS,BV Potsdam,Abt.VI,PKE Drewitz 1.Zug,1.Gruppe 1988-1990 danach GR44 bis zum Ende


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#33

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 20:32
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Warum - ja warum denn.
Ich habe nicht alle Beiträge zu Hohenschönhausen gelesen - ich war dieses Jahr selber dort und habe eh meine eigene Meinung.
Wobei das nicht heisen soll, das ich mich nicht eines besseren belehren lasse.
Warum denn - warum stellen sich nicht Wärter oder ehem. Vernehmer den Fragen der Besucher ?
Wenn doch das wenigste stimmt, was ehem. Häftlinge erzählen - wenn doch so vieles ganz anders war.
Kein ehem. Vernehmer stellt sich der Sache.
Theoretisch könnte immer ein Vernehmer und ein ehem. "Insasse" eine Führung leiten.
Alles Theorie.
Entweder man glaubt den ehem. Gefangenen oder ihren Wärtern.
Oder man bildet sich seine eigene Meinung aus beiden Aussagen.
So halte ich das.
Übrigens war Hohenschönhausen nicht der bekannteste Stadtteil in der DDR aber vileicht der sicherste.



So sahen Karten in der DDR aus.
Straßen endeten im nichts.
Nicht nur die JVA gab es nicht, sondern auch alle anderen Gebäude des Sperrbezirkes nicht.
Eine kleine Stadt im Staat, die es nicht gab.
Ein sehr interessantes Thema - wer sich dafür interessiert !

Bis dann mal sagt der

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#34

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 20:35
von Drewitz | 356 Beiträge

Och-ich glaube Lichtenberg war noch sicherer!

Drewitz


MfS,BV Potsdam,Abt.VI,PKE Drewitz 1.Zug,1.Gruppe 1988-1990 danach GR44 bis zum Ende


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#35

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 20:37
von manudave (gelöscht)
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Ja Ossn,

ein wirklich interessantes Ding mit der ehem. "Küche". Ein Buch von Hubertus Knabe hierzu erklärt ganz gut, wie nach dem Krieg dieser Ort "im Ort" entstand.


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#36

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 20:46
von Oss`n | 2.779 Beiträge

du scheinst auch eines davon zu haben


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#37

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 20:49
von Rostocker | 7.726 Beiträge

Geht es nun wirklich im Prinzip um das Einzelne.Fakt ist,das so ein Regime vom eigenen Volk aus seinen Ämtern enthoben wurde.Ein Regime was sich stark fühlte in seiner Macht und mit seinen Terror und der Unterdrückung anders Denkende.Das klinkt wie ein Wunder aber es ist war.
Ich möchte mal eine Anekdote hier ran hängen.
Die mir mal ein älterer Herr hier im Harz erzählte.Dieser Herr ist leider schon verstorben.Ich möchte aber gleich sagen,ich weiß nicht ob sie zu diesen Thema passt.Aber schreibe sie mal trotzdem.
Dieser Herr war zum ende des 2.Weltkrieges in Jugoslawischer Gefangenschaft,bei der Entlassung aus dem Gefangenlager hielt Tito noch eine Ansprache.Worin er auch bemerkte,sollte er mal nicht mehr sein zerbricht der Staat Jugoslawien.Und so ist es auch gekommen.
Was will ich damit sagen.Das kommunistische System konnte sich nur an der Macht halten,durch Ünterdrückung des eigenen Volkes.Nur so lange,bis das Volk aufstand und sagte--Wir sind das Volk--und nicht das System mit seinen Unterdrückungsapperat.


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#38

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 20:50
von Alfred | 6.853 Beiträge

Ossn,

die ehemaligen werden dort nicht gern gesehen und werden sehr schnell mit Hausverbot belegt, wenn sie sich entsprechend äußern.

Zweitens stellen sich einige auch der Diskussion oder haben sich in verschiedenen Büchern geäußert.

Drittens ist es nicht einfach, sich in der heutigen Zeit der Sache offen zu stellen, wenn Du in Lohn und Brot stehst. Die Gefahr den Arbeitsplatz zu verlieren ist nicht zu unterschätzen.

Dies zum ersten Teil deines Beitrages.

Ja, Straßen führen ins nichts oder sind etwas ungenau.

Sicher hat man Dir bei der Führung erzählt, dass die U – Haft in Hohenschönhausen im militärischen Sperrgebiet liegt. Und militärische Sperrgebiete – oder auch Objekte - haben es oft zur Eigenheit, dass diese nicht in den Karten eingezeichnet waren, übrigens in Ost und WEST.


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#39

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 20:53
von Wolfgang B. (gelöscht)
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Zitat von Angelo
Ein ehemaliger Häftling erzählt über seine Haft im Stasi Gefängnis Hohenschönhausen




Hallo zusammen,

kann man die Aussagen von Betroffenen nicht einfach mal so stehen lassen?

Erst mal, wohl schon aus Prinzip, die Aussagen bis ins kleinste Detail zerpflücken auf der Suche nach Widersprüchen bzw. Angriffspunkten. Dann entweder komplett Alles abstreiten oder wenigstens "Verniedlichen". Damit wird der Betroffene als "Schwätzer, Lügner, Aufschneider" oder noch schlimmeres hingestellt.
Wenn dann die Gegenreaktion kommt, von Leuten wie etwa Augenzeuge (stellvertr. Besipiel) ist am Ende mit dem Satz "Ja die böse Stasi wieder" die Diskussion beendet.

Die Taktik ist zwar nicht schlecht, aber schon lange durschaut, deshalb


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#40

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 20:58
von Drewitz | 356 Beiträge

Na denn-allen Disputanten eine ruhige Nacht!

Drewitz


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