#141

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 10.10.2009 18:29
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von Merkur

Zitat von Oss`n

Nat. ist es auch der Besonnenheit vieler hochrangiger Militärs zu verdanken, das kein Blut geflossen ist.
Mielke, Honecker, Krenz und Konsorten brauchen sich diesbezüglich keinen Orden anheften. (nicht mal den kleinsten).




Die beiden Sätze stehen an sich im Widerspruch.
Auch Mielke war als Armeegeneral ein hochrangiger Militär, der mit seinem Ministerium ein entsprechend bewaffnetes Organ hinter sich hatte. Dieses Organ bestand ausschließlich aus Längerdienenden und Berufssoldaten. Mielke hat einen Schusswaffeneinsatz gegen die Demonstraten kategorisch abgelehnt.
Ich denke, auch er, sowie die Angehörigen des MfS insgesamt, haben ihren Anteil am friedlichen Verlauf der Ereignisse. Selbst als Teile der sog. Bürgerrechtsbewegung meinten, die Dienststellen des MfS besetzen zu müssen, verhielten sich die noch bewaffneten Mitarbeiter diszipliniert und besonnen. Das wird heute oft vergessen.





Nat. akzeptiere ich auch deine Meinung.
Keine Frage.
Was glaubst du,was passiert, wenn ich nächstes WE in der Nikolaikirche eine Kerze für Erich Milke, seine Untertanen und für ihre Besonnenheit in der Wendezeit anzünde?


Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
zuletzt bearbeitet 10.10.2009 20:52 | nach oben springen

#142

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 10.10.2009 22:34
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von dein1945

Zitat von Augenzeuge

Zitat von Alfred
Augenzeuge,
mal wieder Vermutungen von Deiner Seite.
"Alle verfügbaren Leute", die waren längst nicht aufgeboten.
Du hättest vielleicht mal das persönliche Gespräch mit einigen Zeitzeugen suchen sollen.
Mara,
entschuldige, aber Deine Art ...
Schreib lieber Märchen.



Alfred, es gibt sicher immer unterschiedliche Zeitzeugen. Die, die hautnah dabei waren und die, die meinten alles im Griff zu haben. Ich habe übrigens nicht vermutet sondern Zeugen zitiert bzw. den Inhalt sinngemäß wiedergegeben! Alles Fakten. Aber hast sicher andere Zeitzeugen..... Nun hast du wieder ein Wort gefunden, was dir nicht gefällt: Verfügbar? Es gab also noch Einheiten, die man zurückgehalten hat? Absichtlich? Ach Alfred, ich schlage vor, du gibst im TV mal alle Fakten preis, damit die Geschichte endlich anders geschrieben werden kann. Du scheinst ja doch alles besser zu wissen. Aber wenn du wirklich recht haben solltest, dann bestätigt das nur, das man der Lage keinesfalls Herr war und alles völlig falsch eingeschätzt hat.




Zeitzeugen werden doch nur anerkannt, wenn sie die Meinung von Alfred, Feliks und GW vertreten, siehe gestern zu Hermlin, obwohl er am 7.10. mit seinen Musikern selbst im Palast war wird er nicht als Zeitzeuge anerkannt, aber ich wiederhole gerne meine Frage von gestern, ALFRED wo bist Du in dieser Zeit gewesen, kenne die Antwot schon nur SCHWEIGEN.





Haben wir etwa wieder eine neue Achse des Bösen, oder Axis of Evil wie Captn sagen würde????


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#143

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 10.10.2009 23:00
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Thunderhorse

Zitat von Alfred
Wolfgang,
einfach mal unter Punkt 5 lesen :
http://www.bstu.bund.de/cln_012/nn_92565...65058__3D2.html



Seite stehts ja drin:

"grundsätzlich"


Th





Möchtest du jetzt eine Privatstunde in Rechtswissenschaft von mir haben????

Grundsätzlich bedeutet juristisch gesehen vom Grundsatz her, in der Bedeutung von im Prinzip oder auch in der Regel. Heißt also Ausnahmen sind möglich und juristisch gesehen auch einkalkuliert.
Natürlich mußte es im Befehl so heißen!
Den Einsatz von Schutzwaffen absolut zu verbieten, hätte bedeutet den Einsatzkräften vor Ort auch die Möglichkeit einer Notwehr, gegenüber einem gegenwärtigen und rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden, zu nehmen. Nachzulesen im §17(1) StGB der DDR.
Von daher musste man ihnen ja durch die Verwendung des Begriffes "grundsätzlich" diese Möglichkeit des Schutzes des eigenen Lebens vor gewissen Personen und Provokateuren offenhalten.
Alles andere wäre unverantwortlich gegenüber dem Personal der eingesetzten Kräfte und ihren Angehörigen gewesen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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zuletzt bearbeitet 10.10.2009 23:27 | nach oben springen

#144

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 10.10.2009 23:28
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von Thunderhorse

Zitat von Alfred
Wolfgang,
einfach mal unter Punkt 5 lesen :
http://www.bstu.bund.de/cln_012/nn_92565...65058__3D2.html


Seite stehts ja drin:
"grundsätzlich"
Th



Möchtest du jetzt eine Privatstunde in Rechtswissenschaft von mir haben????
Grundsätzlich bedeutet juristisch gesehen vom Grundsatz her, in der Bedeutung von im Prinzip oder auch in der Regel. Heißt also Ausnahmen sind möglich und juristisch gesehen auch einkalkuliert.
Natürlich mußte es im Befehl so heißen!
Den Einsatz von Schutzwaffen absolut zu verbieten, hätte bedeutet den Einsatzkräften vor Ort auch die Möglichkeit einer Notwehr gegenüber einem gegenwärtigen und rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden, nachzulesen im §17 StGB der DDR. Von daher musste man ihnen ja durch die Verwendung des Begriffes "grundsätzlich" diese Möglichkeit des Schutzes des eigenen Lebens vor gewissen Personen und Provokateuren offenhalten.
Alles andere wäre unverantwortlich gegenüber den eingesetzten Kräften und ihren Angehörigen gewesen.




Privatstunde braucht vielleicht Felix D.

Für die Inanspruchnahme von Notwehr, ob nach dem StGB der DDR ($ 17, Fassung vom 12. Januar 1968) oder nach § 32 StGB der BRD,
bedarf/bedurfte es keines Befehls.
Ein Befehl kann ein Jedermannsrecht nicht aushebeln.
Den Notwehr kann jede Person (der Bürger, wie auch der Polizeibeamte (Angehöriger der VP) oder Soldat (Angehöriger der NVA oder des MfS)) für sich in Anspruch nehmen.

StGB der DDR von 1968
§ 17. Notwehr. (1) Wer einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff gegen sich oder einen anderen oder gegen die sozialistische Staats- und Gesellschaftsordnung in einer der Gefährlichkeit des Angriffs angemessenen Weise abwehrt, handelt im Interesse der sozialistischen Gesellschaft und ihrer Gesetzlichkeit und begeht keine Straftat.

(2) Bei Überschreitung der Notwehr ist von Maßnahmen der strafrechtlichen Verantwortlichkeit abzusehen, wenn der Handelnde in begründete hochgradige Erregung versetzt wurde und deshalb über die Grenzen der Notwehr hinausging.




"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 10.10.2009 23:30 | nach oben springen

#145

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 10.10.2009 23:32
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Thunderhorse

Ein Befehl kann ein Jedermannsrecht nicht aushebeln.




Reden wir von eurer Zeit heute, oder reden wir von der DDR 1989??? Befehle haben schon weit mehr ausgehebelt!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#146

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 10.10.2009 23:40
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von Thunderhorse

Ein Befehl kann ein Jedermannsrecht nicht aushebeln.


Reden wir von eurer Zeit heute, oder reden wir von der DDR 1989??? Befehle haben schon weit mehr ausgehebelt!




Ich meine die Zeit 1989.
Den § 17 StGB der DDR gabs doch sicherlich nicht ohne Grund.

Oder mußte die Anwendung von Notwehr in der DDR Staatlicherseits erst angeordnet werden?????
Bzw. oder durften die Staatlichen Organe diesen § 17 nicht für sich in Anspruch nehmen????

Notwehr war damals wie heute, Jedermannsrecht.


Das Wort "grundsätzlich" in diesem Befehl gab den Einsatzleitern vor Ort Spielraum.
Aber ob Militärs dass so verstanden haben?


Selbst bei der Ausserkraftsetzung der Schusswaffengebrauchsbestimmungen für die GT, im April 1989,
wurde die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Notwehr, für die Angehörigen der GT, nicht angetastet.







"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 10.10.2009 23:43 | nach oben springen

#147

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 11.10.2009 09:36
von manudave (gelöscht)
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Zitat von Thunderhorse

Zitat von Feliks D.

Zitat von Thunderhorse

Ein Befehl kann ein Jedermannsrecht nicht aushebeln.


Reden wir von eurer Zeit heute, oder reden wir von der DDR 1989??? Befehle haben schon weit mehr ausgehebelt!




Ich meine die Zeit 1989.
Den § 17 StGB der DDR gabs doch sicherlich nicht ohne Grund.

Oder mußte die Anwendung von Notwehr in der DDR Staatlicherseits erst angeordnet werden?????
Bzw. oder durften die Staatlichen Organe diesen § 17 nicht für sich in Anspruch nehmen????

Notwehr war damals wie heute, Jedermannsrecht.


Das Wort "grundsätzlich" in diesem Befehl gab den Einsatzleitern vor Ort Spielraum.
Aber ob Militärs dass so verstanden haben?


Selbst bei der Ausserkraftsetzung der Schusswaffengebrauchsbestimmungen für die GT, im April 1989,
wurde die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Notwehr, für die Angehörigen der GT, nicht angetastet.






War die Ausserkraftsetzung eigentlich vor oder nach Chris Goeffroy?
Falls danach, hätte sich der Grenzer ja sogar noch DDR-Recht strafbar gemacht - bzw. hat er es nicht sowieso (?) - schließlich stand Goeffroy mit dem Rücken zur Mauer.
Da durfte doch eigentlich nicht geschossen werden, oder?


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#148

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 11.10.2009 10:04
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von manudave

Zitat von Thunderhorse

Zitat von Feliks D.

Zitat von Thunderhorse

Ein Befehl kann ein Jedermannsrecht nicht aushebeln.


Reden wir von eurer Zeit heute, oder reden wir von der DDR 1989??? Befehle haben schon weit mehr ausgehebelt!



Ich meine die Zeit 1989.
Den § 17 StGB der DDR gabs doch sicherlich nicht ohne Grund.
Oder mußte die Anwendung von Notwehr in der DDR Staatlicherseits erst angeordnet werden?????
Bzw. oder durften die Staatlichen Organe diesen § 17 nicht für sich in Anspruch nehmen????
Notwehr war damals wie heute, Jedermannsrecht.
Das Wort "grundsätzlich" in diesem Befehl gab den Einsatzleitern vor Ort Spielraum.
Aber ob Militärs dass so verstanden haben?
Selbst bei der Ausserkraftsetzung der Schusswaffengebrauchsbestimmungen für die GT, im April 1989,
wurde die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Notwehr, für die Angehörigen der GT, nicht angetastet.




War die Ausserkraftsetzung eigentlich vor oder nach Chris Goeffroy?
Falls danach, hätte sich der Grenzer ja sogar noch DDR-Recht strafbar gemacht - bzw. hat er es nicht sowieso (?) - schließlich stand Goeffroy mit dem Rücken zur Mauer.
Da durfte doch eigentlich nicht geschossen werden, oder?




Chris Gueffroy (* 21. Juni 1968 in Pasewalk; † 5./6. Februar 1989 in Berlin)

Selbst bei der Ausserkraftsetzung der Schusswaffengebrauchsbestimmungen für die GT, im April 1989,wurde die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Notwehr, für die Angehörigen der GT, nicht angetastet.

Anfang April: 03./04.04.1989


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#149

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 13.10.2009 04:24
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Merkur

Zitat von Augenzeuge

Übrigens, gab es auch alte Nazis in der ersten DDR-Regierung, hatten wir hier schon mal in einem anderen Thread beleuchtet. Auch bei der Gründung der NVA waren diese teilweise dabei.


Der immer wieder gern von Einigen ins Feld geführte Vergleich der Systeme Drittes Reich - DDR oder Nazis und Kommunisten... Naja, wer es zur Argumentation braucht...
Nun mal zu den Fakten. In der NVA gab es in der Anfangszeit einige wenige Führungskader, die einst der Wehrmacht dienten und dann die KVP/NVA mit aufbauten. Ich nenne mal B. Bechler, V. Müller, von mir aus auch F. Paulus, der aber nie Angehöriger der KVP/NVA war. Diese Führungskader kämpften aber nicht bis zum 08.05.1945 für den Endsieg, wie einige Generale und Offiziere, die später die BW oder die OG aufbauten, sondern sie kamen aus der Sowjetunion, wo sie sich vorher z. B. NKFD anschlossen.
Beim MfS gab es keine Nazis im hauptamtlichen Mitarbeiterbestand, wer solche Dinge verschwieg, die anschließend bekannt wurden, flog raus. Bei den Nachrichtendiensten der Bundesrepublik war das ganz und gar nicht so. Dort tummelten sich etliche aus Organisationen wie SS, SD, FHO, Gestapo, GFP, OKW oder OKH. Dort waren andere Dinge entscheidend. Harry Rositzke von der CIA äußerte sich dahingehend: "Es war unbedingt notwendig, dass wir jeden Schweinehund verwendeten, Hauptsache, er war Antikommunist."
In Regierungspositionen gab es in der DDR keine belasteten Nazis. Auf der anderen Seite gab es aber Leute ganz anderen Kalibers wie den Kriegsrichter Filbinger oder den Staatssekretär Globke, der einst am Kommentar der Nürnberger Rassengesetze mitgewirkt hat.
Diese Unterschiede sollte man beim Vergleich im Hinterkopf haben.




Im Jahre 1965 waren so noch 53 Alt-Nazis Abgeordnete der Volkskammer, 12 Mitglieder und Kandidaten des ZK der SED, 2 Mitglieder des Staatsrates der DDR und 5 besaßen Landesministerposten. Etliche Alt-Nazis halfen beim Aufbau der "Volkspolizei" und der NVA. In den Medien besaßen sie großen Einfluß. Sie bekleideten die Stellungen von Chefredakteuren und bildeten z.B. in den Redaktionen des "Neuen Deutschland" und der "Deutschen Außenpolitik" eigene Arbeitsgruppen. In all diesen "roten" Institutionen ließen sich Nazis finden, dort gab es ehemalige SS-Mitglieder, SA-Führer, Vertrauensleute der Gestapo, Angehörige von Propagandakompanien, Mitarbeiter des NS-Rundfunks, des "Völkischen Beobachters", des "Schwarzen Korps", Beamte des Propagandaministeriums, Mitglieder des "SS-Rasse und Siedlungs-Hauptamtes", Angehörige der "Legion Condor".


5 Beispiele:

E. GroBmann (SED): bis 1959 Mitglied des ZK der S8D, bis
1963 Abgeordneter des Bezirkstages
Erfurt, Vorsitzender der LPG
'Walter Ulbricht' in Merxieben, Held
der Arbeit
vor 1945: 1938 Mitglied der NSDAP, Mitglied des
Sudetendeutschen Freikorps, 1940 SS
Totenkopfwerband in Sachsenhausen,
Wachmannschaft des KZ Sachsenhausen,
SS?Unterscharführer

A. von Lenski (NDPD): 1952?1958 Generalmajor der VP bzw. NVA
Abgeordneter der Volkskammer,
Hauptausschuß der NDPD, Vaterländischer
Verdienstorden, Verdienstmedallle der
NVA, Medeille für Kämpfer gegen den
Faschismus,
vor 1945: Berufsoffizier der Wehrmacht, zuletzt
Generalmajor und Kommandeur der 24.
Panzerdvision, 1939?1942 mitglied des
Volksgerichtshofes' in Berlin ? Nachweislich an 20 Terrorurteilen beteiligt

H. Neukirchen (SED): 1962/1963 Chef der Volksmarine der DDR,
Vizeadmiral der NVA, Verdienstmedeille
vor 1945: 1944/1945 Führungsoffizier der
Wehrmacht, 1936 Teilnehmer am
spanischen Bürgerkrieg auf
faschistischer Seite (Kreuzer Köln)

K. Säuberlich (SED): 1954?1958 Abgeordneter der Volkskammer,
Leiter einer Forschungsstelle in der
''Maxhütte'', Zehnfacher Aktivist,
Nationalpreisträger
vor 1945: 1930 Mitglied der NSDAP, 1937 Eintritt
in die SS, SD Leitabschnitt Dresden,
SS Obersturmführer

R.Tappert (SED): Oberst der Nationalen Volksarmee,
Verdienstmedeille der DDR
vor 1945: 1933 Mitglied der NSDAP und Eintritt in
die SS, SS?Scharfführer im
Sicherheitshauptamt des Reichsfahrers
SS-Leibstandarde Adolf Hitler, SS-Infanterie Regiment 6

Quelle: "Untersuchungsausschuß Freiheitlicher Juristen"


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#150

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 13.10.2009 09:23
von Alfred | 6.841 Beiträge

Als erste, für mich gehört dies nicht hier her. Aber ganz ohne Kommentar möchte ich dies nicht stehen lassen.

Captn,

dies sind doch alles alte Hüte.

Merkur hatte es schon entsprechend formuliert, alle haben wohl nicht bis zum Ende gegen die Sowjetunion gekämpft.

Aber ich bleibe mal bei Deinen Beispielen.

Tappert.

Wenn Du dies so schreibst, dann hat es schon was, vor allem ist es so nicht richtig oder sagen wir besser, nicht vollständig.
Du hast vergessen, dass Tappert sich 1945 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft befand und dort u.a. als Leiter der Zentralen Antifa Schule Krasnogorsk betätigte. Nach Entlassung aus der sow. Kriegsgefangenschaft war er Oberrat der VP in Potsdam und nach einen militärischen Lehrgang in der Sowjetunion wurde er Stabschef , 1954 Oberst.
Bis heute sind viele der Auffassung, dass er der wahrscheinlich einzigste Offizier der Waffen SS in der NVA war.

Tappert diente u.a. in der NVA, weil man ihn keine Verbrechen nachweisen konnte.

Kommen wir kurz zu Lenski

Warum schreibst Du nicht,dass Lenski sich ab 1943 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft befand ? Vergessen ?
Lenski war weiterhin Mitglied des NKFD und wurde 1944 von einen Kriegsgericht in Torgau in Abwesenheit zum TODE verurteilt. Lenski kam erst 1949 aus sow. Kriegsgefangenschaft zurück.

Lenski war Beisitzer im III Senat am Volksgerichtshof und als militärsicher Sachverständiger tätig. Hier ist auch festzustellen, dass L. nicht mehr zum Volksgerichtshof gehörte, als Freisler 1942 Präsident von diesen wurde.
Naziverbrechen konnten Lenski nicht nachgewiesen werden.

E. Großmann

Richtig ist u.a., dass Großmann ab 1944 Angehöriger der 5. verstärkten SS Totenkopf Standarte im KZ Oranienburg war. Richtig ist aber auch, dass ihm keine Verbrechen nachgewiesen werden konnten.
Richtig ist auch, dass Großmann 1952 bis 1954 Kandidat des ZK und von 1954 bis 1959 Mitglied des ZK der SED war.
Um korrekt zu sein, müsstest Du aber auch schreiben, dass Großmann seine Vergangenheit verschwieg. Dies wurde erst 1959 bekannt.
Dies wurde überprüft und die 5. Tagung des ZK der SED schloss Großmann wegen falscher Angaben über seine Vergangenheit aus. Du solltest auch nicht vergessen, dass Großmann ehrenamtlich im ZK war –sprich er war kein hauptamtlicher der SED- und ihn kleine Verbrechen nachzuweisen waren.


Und nun noch schnell zu Herrn Säuberlich

Da müsste man wohl genau schreiben, 1941 SS – Obersturmführer. Denn 1939 legte er seine Habilitation ab und war 1943 Professor an der Bergakademie Freiberg. Nazi und Kriegsverbrechen konnten ihm nicht bewiesen werden.


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#151

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 13.10.2009 10:02
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von glasi
ich sag mal so. es ist nicht pasiert, weil die mfs mitarbeiter keine rückendeckung hatten. ist meine meinung.



@glasi, "rückendeckung" ???
in dem moment wo ich meine waffe gezogen hätte und in eine demo geschossen hätte, hätte ich niemals an "rückendeckung" gedacht. nun die frage an dich: warum habe ich nicht geschossen und alle anderen bewaffnete mfs- mitarbeiter ebenfalls nicht ?

genau diese frage wird ganz bewusst in der öffentlichkeit ausgeblendet.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#152

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 13.10.2009 10:20
von turtle | 6.961 Beiträge

Der Schuss wäre nach hinten losgegangen! Ihr kanntet die Lage im Land. Was gab es noch zu retten? Es war zu spät! Zum Schluss hat die Vernunft gesiegt,somit gab es keine Chinesische
Lösung! Gruß Peter(turtle)


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#153

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 13.10.2009 11:07
von Sauerländer (gelöscht)
avatar

Schlußsatz im Film vom Einsatzleiter:

"Wir waren auf alles vorbereitet, nur nicht auf Kerzen und Gebete"

Bei einer friedlichen Masse von 70.000, die mit den Fußen abstimmt, hätte es nur zwei Möglichkeiten gegeben:

Zurückziehen und den Dingen ihren Lauf lassen (wie geschehen) oder ein Blutbad (was ebenfalls das Ende für die DDR bedeutet hätte, dann hätte es einen Aufstand gegeben).




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#154

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 13.10.2009 11:57
von TOMMI | 1.985 Beiträge

Zitat von Sauerländer
Schlußsatz im Film vom Einsatzleiter:

"Wir waren auf alles vorbereitet, nur nicht auf Kerzen und Gebete"

Bei einer friedlichen Masse von 70.000, die mit den Fußen abstimmt, hätte es nur zwei Möglichkeiten gegeben:

Zurückziehen und den Dingen ihren Lauf lassen (wie geschehen) oder ein Blutbad (was ebenfalls das Ende für die DDR bedeutet hätte, dann hätte es einen Aufstand gegeben).






Wie letzterer Fall ausgesehen hätte, konnten wir am Beispiel Rumänien beobachten.
Der das oben genannte Zitat aussprach, soll wohl der Leipziger Stasi-Chef Hummitzsch
gewesen sein. Eben der, der im Film von Peter Sodann gespielt wurde.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#155

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 13.10.2009 12:18
von glasi | 2.815 Beiträge

In Antwort auf:

Zitat von Sauerländer
Schlußsatz im Film vom Einsatzleiter:

"Wir waren auf alles vorbereitet, nur nicht auf Kerzen und Gebete"

Bei einer friedlichen Masse von 70.000, die mit den Fußen abstimmt, hätte es nur zwei Möglichkeiten gegeben:

Zurückziehen und den Dingen ihren Lauf lassen (wie geschehen) oder ein Blutbad (was ebenfalls das Ende für die DDR bedeutet hätte, dann hätte es einen Aufstand gegeben).

aufstand? aber womit? oder hätte sich die nva auf die seite des volkes gestellt?





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#156

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 13.10.2009 12:35
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Sauerländer
Schlußsatz im Film vom Einsatzleiter:

"Wir waren auf alles vorbereitet, nur nicht auf Kerzen und Gebete"

Bei einer friedlichen Masse von 70.000, die mit den Fußen abstimmt, hätte es nur zwei Möglichkeiten gegeben:

Zurückziehen und den Dingen ihren Lauf lassen (wie geschehen) oder ein Blutbad (was ebenfalls das Ende für die DDR bedeutet hätte, dann hätte es einen Aufstand gegeben).


Zitat von TOMMI
Wie letzterer Fall ausgesehen hätte, konnten wir am Beispiel Rumänien beobachten.



@tommi, die fernsehbilder die man uns damals hier präsentierte sind z.t. nur ein grosser bluff gewesen und wurden nachträglich fürs fernsehen hergestellt (z.b. soldaten die hinter einem panzer hocken und schiessen...) alles andere klärten (intern) einzelne generale der rumänischen armee...
selbst die hinrichtung von nikolae und elena ceausescue war nochmal fürs fernsehen gedreht worden... auch hier ein alleingang eines fallschirmjägergenerals der ein makaberes standgericht eröffnen lies und 2 unteroffiziere als "vollstrecker" missbrauchte.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#157

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 13.10.2009 12:49
von Rainman2 | 5.757 Beiträge

Zitat von glasi

Zitat von Sauerländer
Schlußsatz im Film vom Einsatzleiter:

"Wir waren auf alles vorbereitet, nur nicht auf Kerzen und Gebete"

Bei einer friedlichen Masse von 70.000, die mit den Fußen abstimmt, hätte es nur zwei Möglichkeiten gegeben:

Zurückziehen und den Dingen ihren Lauf lassen (wie geschehen) oder ein Blutbad (was ebenfalls das Ende für die DDR bedeutet hätte, dann hätte es einen Aufstand gegeben).



aufstand? aber womit? oder hätte sich die nva auf die seite des volkes gestellt?




Hallo glasi,

die Wehrpflichtigen und, wenn ich für mich und mir bekannte Offiziere spreche, auch Teile der Berufskader hätten zumindest keine Befehle ausgeführt, die ein Blutbad bedeutet hätten. Ich hatte dies damals für mich beschlossen. Ob ich im Ernstfall den Mut zu einer Befehlsverweigerung gehabt hätte, weiß ich allerdings nicht. Aber da ist eh vieles Kaffeesatzleserei. Letztendlich entscheiden die Art der Eskalation und die Weitergabe von Informationen über die Lage, wie man sich mit einer Waffe in der Hand entscheidet. Kaum jemand geht irgendwohin und sagt: Ich mache jetzt ein Blutbad. Gerade Peking 1989 hat gezeigt, wie leicht Soldaten zu instrumentalisieren sind.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#158

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 13.10.2009 13:13
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Rainman2
Gerade Peking 1989 hat gezeigt, wie leicht Soldaten zu instrumentalisieren sind.


@rainman2, glaubst du daran, dass unsere medien uns bisher die ganze wahrheit über peking 1989 berichteten? ich habe diesbezüglich bei youtoube in letzter zeit ein paar videos gesehen... danach haben für mein verständnis die sicherheitskräfte und soldaten ziemlich lange gewartet...
so friedlich wie in leipzig und berlin ist es dort auf seiten der demonstranten nicht abgelaufen.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#159

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 13.10.2009 13:19
von glasi | 2.815 Beiträge

In Antwort auf:



@tommi, die fernsehbilder die man uns damals hier präsentierte sind z.t. nur ein grosser bluff gewesen und wurden nachträglich fürs fernsehen hergestellt (z.b. soldaten die hinter einem panzer hocken und schiessen...) alles andere klärten (intern) einzelne generale der rumänischen armee...
selbst die hinrichtung von nikolae und elena ceausescue war nochmal fürs fernsehen gedreht worden... auch hier ein alleingang eines fallschirmjägergenerals der ein makaberes standgericht eröffnen lies und 2 unteroffiziere als "vollstrecker" missbrauchte.[/quote]

In Antwort auf:


hallo gilbert. das kann ich jetzt nicht glauben



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#160

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 13.10.2009 13:26
von glasi | 2.815 Beiträge



[/quote]

Hallo glasi,

die Wehrpflichtigen und, wenn ich für mich und mir bekannte Offiziere spreche, auch Teile der Berufskader hätten zumindest keine Befehle ausgeführt, die ein Blutbad bedeutet hätten. Ich hatte dies damals für mich beschlossen. Ob ich im Ernstfall den Mut zu einer Befehlsverweigerung gehabt hätte, weiß ich allerdings nicht. Aber da ist eh vieles Kaffeesatzleserei. Letztendlich entscheiden die Art der Eskalation und die Weitergabe von Informationen über die Lage, wie man sich mit einer Waffe in der Hand entscheidet. Kaum jemand geht irgendwohin und sagt: Ich mache jetzt ein Blutbad. Gerade Peking 1989 hat gezeigt, wie leicht Soldaten zu instrumentalisieren sind.

ciao Rainman
[/quote]

In Antwort auf:


hallo rainman. danke für deinen beitrag. ich habe nichts anderes von dir erwartet. und deswegen mag ich dich so.. du warst ein anständiger offzier.



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